COMMUNICATIONS LASER #17
February 07, 2012, 08:47:14 PM *
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Author Topic: [Notizen zur Pressefreiheit... ]  (Read 17048 times)
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lemonhorse
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« Reply #15 on: May 25, 2006, 09:21:38 AM »

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[...] Das Berliner Verwaltungsgericht hat die mögliche Veröffentlichung des Ermittlungsberichts zur BND-Journalisten-Affäre eingeschränkt. Das Gericht verbot dem Bundestag, Teile des so genannten Schäfer-Berichts zu veröffentlichen, in denen es um den «Focus»-Redakteur Josef Hufelschulte geht. Ein Gerichtssprecher bestätigte am Dienstag einen Bericht des Magazins.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist die Veröffentlichung der personenbezogenen Daten des Antragstellers rechtswidrig. Hierfür fehle eine gesetzliche Grundlage. Außerdem werde das im Grundgesetz garantierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt, heißt es in einer Erklärung des Gerichts. Die 2. Kammer ließ eine Beschwerde gegen die Entscheidung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.

Das Gesetz über die parlamentarische Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeit regele die Befugnisse des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) ausschließlich gegenüber der Bundesregierung, den Nachrichtendiensten und dem Bundestag, nicht aber gegenüber Dritten, erklärte das Gericht seine Entscheidung.


Aus: "BND-Bericht muss teilweise geheim bleiben" (23. Mai 2006)
Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/400596.html
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lemonhorse
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« Reply #16 on: May 25, 2006, 09:23:25 AM »

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[...] Die Staatsanwaltschaft im zentralrussischen Iwanowo hat ein Strafverfahren gegen den Chefredakteur der örtlichen Internet-Zeitung «Kursiv» eingeleitet. Sie wirft dem Journalisten Wladimir Rachmankow vor, mit seinem Artikel «Putin als Phallussymbol Russlands» den Staatschef beleidigt zu haben, berichtet die Moskauer Zeitung «Kommersant» am Dienstag. Die Website der Internet-Zeitung wurde inzwischen abgeschaltet.


Aus: "Online-Zeitung wegen Putin-Satire geschlossen" (23. Mai 2006)
Quelle: http://www.netzeitung.de/medien/400436.html
« Last Edit: June 01, 2006, 08:12:20 AM by lemonhorse » Logged
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« Reply #17 on: May 25, 2006, 09:31:54 AM »

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[...] Auf Grund des Caroline-Urteils klagten Prominente immer öfter erfolgreich wegen der Verletzung der Persönlichkeitsrechte gegen Medien, sagte Döpfner. So habe ein Fotomodell die Veröffentlichung von Fotos ihrer Kinder untersagt, zerre diese aber selbst für Werbung für Schokolade vor die Kamera. Ein TV-Moderator - gemeint war Günther Jauch - verbiete die Berichterstattung über seine Hochzeit, eine Woche später stehe ein großer Exklusivbericht in einer großen Illustrierten.

So beeindruckend die Beispiele gewesen sein mögen, sie belegten allerdings nur eins: die Heuchelei deutscher Prominenter. Die Pressefreiheit tangieren diese Beispiele jedoch nur im Bereich des Boulevard. Interessanter wäre eine Auflistung solcher Fälle gewesen, in denen beispielsweise Wirtschaftsunternehmen investigative Recherchen per Klageweg verhindert oder eingeschränkt haben.

[...] Recherche findet immer weniger statt, ist ein weiteres Ergebnis des Jahrestreffens der Netzwerker. Unter anderem deshalb, weil in den Redaktionen gespart wird. Eine Einschätzung, die Michael Haller mit seiner Forschung belegt. Im Zeitbudget der Journalisten nehme Recherche nur die fünfte Stelle ein, sagte er. Dabei werde das Heraussuchen einer Telefonnummer bei vielen befragten Journalisten sogar unter "Recherche" gerechnet. Teilnehmer des Jahrestreffens berichteten sogar vom "berufsbegleitenden Arbeiten". Die investigativen Geschichten würden in der Freizeit und im Urlaub recherchiert, hieß es.


Aus: " Komplizenschaft: Die BND-Affäre und anderes beim "Netzwerk Recherche" (epd medien Nr. 40, 24. Mai 2006; von Henrik Schmitz)
Quelle: http://www.epd.de/medien/medien_index_42877.html
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« Reply #18 on: May 28, 2006, 06:27:10 PM »

Gutachten / Bericht des Sachverständigen: Dr. Gerhart Schäfer (26. Mai 2006)

http://www.bundestag.de/aktuell/pkg/bnd_bericht.PDF (pdf; 179 Seiten)
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« Reply #19 on: May 30, 2006, 01:50:52 PM »

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[...] Bisher bestimmte der BND, was seine Kontrolleure zu sehen bekommen. Wenig Hoffnung also, dass ein Bundestagsausschuß hier tiefer eindringt. Ob die 50-jährige Geschichte des BND auch die Geschichte von 50 Jahren illegaler Inlandsaufklärung ist, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren.


Aus: "Neues zur BND-Affäre - Das geheime Überwachungsbüro QB 30"
Autor : Klaus Wiendl (br-online.de; 29.05.2006)
Quelle: http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2006/00320/ (nicht mehr abrufbar)
« Last Edit: June 17, 2007, 12:46:38 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #20 on: June 01, 2006, 08:10:29 AM »

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[...] Das Bundeskanzleramt und die Spitze des Bundesnachrichtendienstes waren entgegen bisheriger Aussagen bis in das letzte Jahr hinein über die nachrichtendienstliche Ausforschung der Journalistenszene informiert. So war nach Recherchen dieser Zeitung die von 2001 bis 2005 währende Bespitzelung des Berliner-Zeitung-Redakteurs Andreas Förster in der BND-Führungsebene genehmigt worden. Auch wurde das Kanzleramt über Aktivitäten des auf Förster und zwei andere Journalisten angesetzten BND-Spitzels Uwe Müller (BND-Deckname "Sommer") noch im Januar 2005 unterrichtet.

[....] Nach Informationen der Berliner Zeitung erfolgte das Vorgehen gegen Förster mit Billigung des Chefs der BND-Sicherheitsabteilung, Ober, der als Nr. 5 in der Hierarchie des Dienstes gilt und zum unmittelbaren Umfeld des damaligen Präsidenten August Hanning gehörte. Hanning hat sich bislang öffentlich nicht geäußert, aber verbreiten lassen, dass die Ausforschung von Journalisten in der obersten Führungsebene des Dienstes nicht bekannt gewesen sei.

Über den Einsatz von Müller alias "Sommer" wurde auch das Kanzleramt 2004 und 2005 in drei Schreiben unterrichtet. In einem Schreiben des BND vom 18. Januar 2005 an das Kanzleramt heißt es: "Bisher kam es zu zwölf persönlichen Treffs (mit Müller - d. Red.). Hierbei wurden schwerpunktmäßig Müllers Kenntnisse über nicht autorisierte Informationsabflüsse behandelt. Hinweise zu Aktivitäten von Journalisten mit Zielrichtung BND erwiesen sich regelmäßig als zutreffend und hilfreich." BND-Präsident Ernst Uhrlau, bis Ende vergangenen Jahres als Geheimdienstkoordinator Adressat von BND-Unterrichtungen an das Kanzleramt, bestreitet bislang jede Kenntnis von Ausforschungsaktivitäten des BND gegen Journalisten.


Bruchstücke aus: "BND informierte Kanzleramt von Spitzeleien" (Berliner Zeitung, 31.05.2006)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/554667.html
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« Reply #21 on: June 02, 2006, 09:04:03 AM »

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[...] Die BND-Affäre wird zunehmend auch zu einer Journalisten-Affäre. Fakt ist: Verschiedene Medienleute haben durch Gerichtsbeschluss oder durch direkte Intervention erreicht, dass ihre Namen im so genannten Schäfer-Bericht nicht genannt werden. Speziell ehemalige und auch aktuelle Mitarbeiter von Focus tauchen deshalb im Gegensatz zu allen Spiegel-Journalisten nicht namentlich auf. Doch verbirgt sich dahinter nur das Motiv der "schutzwürdigen Privatsphäre"? Insider behaupten nämlich, dass gleich mehrere Focus-Mitarbeiter nicht nur Spitzelopfer des BND waren, sondern auch Informanten. Und nur deshalb habe man die Anonymisierung durchgesetzt.

Und überhaupt: Warum versuchen gerade Journalisten, Aufklärung und Transparenz zu verhindern, wenn es um die eigenen Interessen geht? Gerade sie, die stets Transparenz in anderen Affären und Enthüllungsgeschichten einfordern, Berichte lesen und veröffentlichen wollen, verhindern jetzt, dass Fakten auf den Tisch gelegt werden. Zapp über leere Seiten und das, was trotzdem darin zu lesen ist.

Seit Freitag im Netz, für jedermann zugänglich, und tausendfach abgerufen, der Text des so genannten Schäfer-Berichts. Hier steht drin, was viele so brennend interessiert und was einige Journalisten nicht preisgeben wollen. Denn von den insgesamt 179 Seiten mussten zahlreiche Blätter geweißt oder anonymisiert werden. Dadurch fehlen Informationen, weil die betroffenen Journalisten vor Gericht durchsetzten konnten, dass Details nicht veröffentlicht wurden. Hans-Christian Ströbele, stellv. Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen: "Ich hab wenig Verständnis dafür, dass es jetzt immer mehr Journalisten gibt, die sagen, das will ich nicht, dass das da drin steht." Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung": "Also, ich finde es possierlich, dass Journalisten ihre Passagen streichen lassen. Journalisten, die sich als Enthüllungsjournalisten gebärden. Journalisten, die alles an die Öffentlichkeit zerren wollen, auch manchmal Sinnvolles, die können nicht hingehen und dann vor Gericht sagen, das, was ich da gemacht habe, ist tabu." Hans Leyendecker steht mit ganzem Namen in dem Bericht, so wie seine ehemaligen "Spiegel"-Kollegen Stefan Aust und Georg Mascolo, Gunther Latsch und der Redakteur der "Berliner-Zeitung" Andreas Förster. Sie haben nichts zu verbergen. Hans Leyendecker, ehem. "Spiegel"-Redakteur: "Das da nichts drüber drin steht, was wir gesagt, gemacht, getan haben, hängt unter anderem, glaube ich, damit zusammen, dass wir nie über Kollegen geredet haben. Wir haben nie Kollegen angeschwärzt. Wir wären überhaupt nicht auf den Gedanken gekommen über Quellen zu spekulieren. Es gibt einen alten Grundsatz im Journalismus: Über Quellen redet man nicht. Man redet auf keinen Fall über die eigenen, aber auch nicht über die Quellen der anderen. Ich weiß nicht, ob die "Focus"-Leute diesen Grundsatz noch mal lernen."

[...] Hans Leyendecker: "Ich hab gesehen, dass der Kollege Hufelschulte vor Gericht gegangen ist und hat seine Passagen streichen lassen. Dadurch vermisse ich die Vermerke, die ich gelesen hatte, die sich auf seinen Namen bezogen. Nämlich Vermerke, in denen er auch erwähnt wurde, dass er was über den "Spiegel" sagte, Mutmaßungen über unsere Quellen abgab. Die vermisse ich schmerzlich." Helmut Markwort: "Der Herr Leyendecker, dass ist ja wirklich ein eifersüchtiger Giftzwerg, der da alleine gegen uns rumstänkert, das berührt uns nicht." Noch 2004 zeigte sich Helmut Markwort sehr berührt, er erklärte die Pressefreiheit zur Chefsache. Gemeinsam mit anderen Chefredakteuren zeigte er Flagge beim so genannten "Caroline-Urteil". Ihre Forderung: "Herr Bundeskanzler stoppen sie die Zensur!" Aufregung um ein Urteil, dass die Privatsphäre von Prominenten schützen sollte. Damals sprachen sie von Zensur, heute lassen sie das eigene Private verbieten. Helmut Markwort: "Wir dürfen nicht drauf reinfallen, dass wir aus der BND-Affäre ein Journalisten-Affäre machen. Natürlich gibt es eifersüchtige Kollegen, die sagen "Mein Blatt, dein Blatt und da war ein bisschen mehr und weniger". Das ist sekundär oder tertiär. Das Entscheidende ist der BND-Skandal und dann in der Folge, im Unterkapitel kann man sich auch aufregen, dass so genannte Journalisten, die hoffentlich nicht mehr beschäftigt werden, sich vom BND haben missbrauchen lassen." Missbrauch oder Komplizenschaft? Gerhard Schäfer hat alle Details gesichtet und ausgewertet. Doch durch Streichungen fehlt es an Transparenz. Denn, so Kenner der getilgten Zeilen, das Wichtigste ist noch nicht bekannt. Hans Leyendecker: "Wir reden über strukturelle Korruption im Journalismus. Strukturelle Korruption hat hier stattgefunden und den gibt es auch in anderen Teilen des Journalismus. Deshalb wäre es eigentlich eine wunderbare Debatte. Nur alleine kann man sie nicht führen." Doch solange sich Teile der Enthüllungs-Branche dieser Debatte verweigern, werden sie aus den peinlichen Erfahrungen auch nichts lernen.


Bruchstuecke aus: "Leere Seiten - Journalisten verhindern Aufklärung der BND-Affäre" (ndr.de; 31.05.2006)

Quelle: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID2669180_REF2488,00.html

« Last Edit: February 26, 2008, 11:22:35 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #22 on: June 13, 2006, 09:12:51 AM »

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[...] Eine Mitgliederbefragung der IG Medien unter Zeitungsjournalisten hat schon vor zehn Jahren ergeben, dass sich drei Viertel der Redakteure Eingriffen von Verlegern ausgesetzt sehen, weit über die Hälfte außerdem aggressiver Einflussnahmen durch InserentInnen, Verbände und PolitikerInnen. (Markt-)kritische Texte werden in den meisten Redaktionen nicht gern gesehen, da die Verlage sich ihren WerbekundInnen verpflichtet fühlen. InserentInnen wählen ihre Werbeflächen oftmals nach Gesinnung des Blattes und schwingen sich somit zum eigentlichen Zensor auf.

Aber auch dem Staate sind kritische BerichterstatterInnen oft ein Dorn im Auge und werden nicht zuletzt auch demonstrativ eingeschüchtert. Die Fälle von polizeilichen Durchsuchungen bei JournalistInnen, die Beschlagnahmungen ihres Materials und das Ausspähen ihrer Telefonkontakte nehmen deutlich zu. Und nun ist auch das klar, was jahrelang vermutet wurde: Selbst die Bespitzelung kritischer JournalistInnen durch den BND, wie die von Jo Angerer, Redakteur beim ARD-Magazin Monitor, ist offensichtlich die Regel.

[....] Aber nicht nur der BND, sondern auch die Europäischen Sicherheitsbehörden stellen offenbar eine Gefahr für die freie Presse dar. Als der Brüsseler Stern-Korrespondent Hans-Martin Tillack am 19. März 2004 frühmorgens die Tür seiner Brüsseler Wohnung öffnet, stehen sechs Beamte der belgischen Bundespolizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor ihm. Im Auftrag des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung, genannt OLAF, beschlagnahmen die Polizisten Unterlagen, Kontoauszüge, den Computer, die Handys und das Adressbuch des Journalisten. Vorwurf: Der für seine investigativen Geschichten bekannte Journalist habe einen EU-Beamten geschmiert, um vertrauliche Papiere zu bekommen.

Im Februar und März 2002 hatte Tillack im Stern zwei Artikel über ein brisantes Dossier des niederländischen EU-Kommissionsbeamten Paul van Buitenen veröffentlicht, das schwere Missstände in der Brüsseler Politik und Verwaltung auflistete. Auf eine bislang nie verifizierte Aussage eines früheren Stern-Redakteurs hin erhob die EU-Kommission Strafanzeige wegen des Verdachts auf "Begehung einer Korruptionsstraftat". Selbst zwei Jahre später hat OLAF keine handfesten Beweise in der Hand und rätselt sogar, ob es sich bei der angeblichen Schmiergeldzahlung um 8.000 D-Mark oder Euro handelte. Mittlerweile wird immer deutlicher, dass die Polizeirazzia weniger zur Betrugsbekämpfung als zur Offenlegung von Tillacks Informationsquellen gedient habe.

Offensichtlich versuchen die EU-Institutionen vehement, ungünstige Presse über eigenes Missmanagement zu verhindern. "Das Material, welches ich damals gesammelt habe, wäre Sprengstoff für die Ära Prodi gewesen", sagt Tillack und befürchtet, dass nicht nur seine Arbeit, sondern das Prinzip des unabhängigen Journalismus generell gefährdet sei, sollte die auf reinen Vermutungen basierende Vorgehensweise von OLAF akzeptiert werden. Noch ist das vom Stern geführte Verfahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anhängig.


Aus: "Wie frei ist die Presse wirklich?" (01.06.2006)
Quelle: http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/nachrichten/154809.html
« Last Edit: February 26, 2008, 11:23:02 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #23 on: July 03, 2006, 09:10:34 AM »

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[...] The British Broadcasting Corp. let the national intelligence service spy on its employees from the 1960s through the 1980s, a London newspaper reports.
The Sunday Telegraph says the BBC let the British counter-intelligence and security agency MI5 investigate the backgrounds and political affiliations of thousands of its employees, including top TV anchor people, reporters and announcers.
The BBC declined to comment on the report, which the Telegraph said was based on internal documents it obtained under Britain's Freedom of Information Act.
The broadcaster's reliance on MI5 reached a peak in the late 1970s and early 1980s, the newspaper said. At one point, MI5 reportedly vetted 6,300 BBC employees, almost a third of the total BBC workforce.


Snatch from: "BBC let intelligence agency spy on staff" (washingtontimes.com; Jul. 2, 2006 at 10:08AM)
Source: http://washingtontimes.com/upi/20060702-094130-9563r.htm

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« Reply #24 on: July 03, 2006, 02:20:32 PM »

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[...] Historisch gesehen, gehören die Proteste der Regierung und ihre Versuche, Informationen zu unterdrücken, zu einem altvertrauten Machtpoker. Vor fünfunddreißig Jahren gab es vergleichbaren Aufruhr, als die „New York Times“ die „Pentagon Papers“, die Geheimakten über den Vietnam-Krieg, abdruckte. Das Oberste Gericht wurde damals angerufen, und jetzt zitieren Baquet und Keller aus der Urteilsbegründung: „Die Macht der Regierung, die Presse zu zensieren, wurde abgeschafft, damit die Presse für immer frei sei, die Regierung zu zensurieren. Die Presse steht unter Schutz, damit sie die Geheimnisse der Regierung aufdecken und die Bevölkerung unterrichten könne.“

Das ist die Tradition, der sich Baquet und Keller verpflichtet fühlen, und, wie sie zudem darstellen, haben sie es sich auch angesichts der obsessiven Geheimhaltungspolitik der Regierung Bush nicht leichtgemacht. Kein Artikel über ein Geheimprogramm werde veröffentlicht, ohne daß die Verantwortlichen Gelegenheit erhielten, ihre Einwände vorzutragen. Es gebe aber keine Zauberformel, wenn die Vorteile einer Veröffentlichung gegen ihre Risiken abzuwägen seien. Über die Abhörmaßnahmen habe die „New York Times“ erst nach einem ganzen Jahr des Zögerns und Überdenkens berichtet. Andere Informationen seien bis heute nicht veröffentlicht worden, weil sie Einsätze gegen den Terror gefährden könnten.

Auch soviel wohldokumentiertes Fingerspitzengefühl wird die Regierung kaum von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung gegen ihren Willen überzeugen, ja Amerikas Zeitungen sind sich selbst untereinander nicht ganz darüber einig, obgleich sich da eher Auswüchse des Konkurrenzdenkens als Fragen um Pressefreiheit und nationale Sicherheit in den Vordergrund drängen. So haben letzte Woche die konservativen Leitartikler des „Wall Street Journal“ die Enthüllung des Überwachungsprogramms scharf gerügt, während die Nachrichtenseiten des Blattes auf ihre Weise mitenthüllten. Wie so gut wie alles im Amerika des George W.Bush ist auch diese Debatte inzwischen ins Fahrwasser einer parteipolitisch eingefärbten Demagogie geraten, die zumal in einem Wahljahr sicher noch nicht ihren Zenit erreicht hat und jede vernünftige Auseinandersetzung, wie sie nun die beiden Chefredakteure anregen, im Keim ersticken wird.


Aus: "Wann geben wir das Geheimnis preis?" (Von Jordan Mejias, New York; F.A.Z., 03.07.2006, Nr. 151 / Seite 46)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~E2CDC8ECDACE3458A9C537BF407A4EE49~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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« Reply #25 on: July 09, 2006, 12:03:56 PM »

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[...] München (dpa) - Der Bundesnachrichtendienst hat dem observierten Publizisten Erich Schmidt-Eenboom ein Schmerzensgeld von 5000 Euro angeboten.
Damit habe der BND seine Beschattung eingestanden, sagte der Buchautor dem Nachrichtenmagazin «Focus». Die angebotenen 5000 Euro seien aber zu niedrig. Schmidt-Eenboom war nach einem Gutachten in den 90er Jahren bis in den Privatbereich intensiv überwacht und ausgespäht worden. Der BND wollte damit Informanten des Publizisten enttarnen, der ein Buch über den Dienst geschrieben hatte.


Aus: "BND bietet observiertem Publizisten Schmerzensgeld an" (HZ-Online; Rubrik 'Brennpunkt' - PIP; 08.07.2006)
Quelle: http://www.hz-online.de/index.php?mode=full&cat=16&open=1&open_u=&&minDate=&begin=0&id=219727&s_id=19868df06737dbf6e9561d5b28c6e430


« Last Edit: February 26, 2008, 11:23:30 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #26 on: July 10, 2006, 10:28:39 AM »

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[...] Auf 20 Zeitungen und Zeitschriften mußten ägyptische Leser am Sonntag verzichten. Verleger und Redaktionen protestierten so gegen das neue Pressegesetz, in dem Angriffe auf den Präsidenten unter Strafe gestellt werden. Vor dem schwer bewachten Parlament in Kairo, wo die gesetzliche Neuregelung im Laufe des Tages debattiert wurde, versammelten sich Journalisten. »Es lebe – die Korruption. Nieder – mit der Pressefreiheit« wurde auf Schildern kommentiert (Foto). Das Gesetz sieht unter anderem auch vor, daß öffentlich erhobene Korruptionsvorwürfe bestraft werden können.


Aus: "Kritik unter Strafe - Ägyptens Parlament debattiert neues Pressegesetz" (jungewelt.de; 10.07.2006 / Ausland / Seite 2)
Quelle: http://www.jungewelt.de/2006/07-10/005.php
« Last Edit: December 24, 2007, 01:43:13 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #27 on: July 27, 2006, 10:03:13 AM »

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[...] Am vergangenen Mittwoch hatte eine Polizeistreife auf einem Feldweg nahe der Brandenburger Autobahnabfahrt Niemegk Müller dabei überrascht, wie er einen ganzen Müllbeutel voller Papiere verbrannte. Die Beamten stellten die noch nicht zerstörten Unterlagen sicher und übergaben sie der Staatsschutzabteilung im Brandenburger Landeskriminalamt.

Müller, der von 2001 bis 2005 für den Bundesnachrichtendienst Informationen unter anderem über Journalisten sammelte, rechtfertigt die Vernichtungsaktion heute damit, dass er in der Vergangenheit regelmäßig Aufzeichnungen über seine Aktivitäten für den BND beseitigt habe. "Das sind keine amtlichen Dokumente, sondern meine privaten Aufzeichnungen, mit denen ich machen kann, was ich will", sagt er.

Die Ermittlungen könnten allerdings auch für den BND unangenehme Folgen haben. Nach Aussage von Müller hätten sich in den zur Vernichtung vorgesehenen Papieren auch einige von ihm gefertigte Informationen über Altkanzler Gerhard Schröder und dessen geschäftliche Aktivitäten befunden, etwa zu seinem Aufsichtsratsposten in der Betreibergesellschaft der geplanten Ostseepipeline zwischen Russland und Deutschland oder zu seiner Beratertätigkeit im Schweizer Ringier-Verlag. Müller, der sich selbst als Nachrichtenhändler bezeichnet, will diese Informationen seit dem vergangenen Herbst "von zuverlässigen Quellen" in der Schweiz und Russland erhalten und dem BND übermittelt haben.


Aus: "BND-Agent verbrennt seine Akten" Von Andreas Förster (Berliner Zeitung, 27.07.2006)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/572160.html

« Last Edit: December 24, 2007, 01:43:23 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #28 on: August 28, 2006, 03:30:09 PM »

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[...] Unbekannte haben in der nordkolumbianischen Stadt Cartagena den Journalisten und Politiker Atilano Pérez ermordet. Der 52-jährige Radiojournalist sei am Mittwoch vor seiner Haustür mit zwei Schüssen umgebracht worden, teilte die Polizei mit.

Die internationale Journalistenvereinigung IFJ verurteilte die Tat am Freitag (Ortszeit). Pérez sei für seinen Enthüllungs-Journalismus bekannt gewesen, schrieb die IFJ.

Den Angaben zufolge hat er auch vergangenen Sonntag über Korruption berichtet. Er habe dabei mehreren Lokalpolitikern vorgeworfen, sich von rechten Paramilitärs finanzieren zu lassen.

Kolumbien gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Berichte über Korruption und Vetternwirtschaft kosteten bereits Dutzende Journalisten das Leben. (nz).


Aus: "Journalisten-Mord in Kolumbien" (netzeitung.de; 26. Aug 10:07)
Quelle: http://www.netzeitung.de/medien/435139.html

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« Reply #29 on: August 28, 2006, 03:32:14 PM »

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Bei einem Autobomben-Anschlag auf die irakische Zeitung «Al Sabah» sind am Sonntag in Bagdad zwei Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden.

Der Attentäter hatte sich nach Angaben von Augenzeugen auf dem Parkplatz vor dem Redaktionsgebäude in die Luft gesprengt.

Die regierungsnahe Zeitung «Al-Sabah» war nach dem Sturz des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein gegründet worden. (nz)


Aus: "Anschlag auf irakische Zeitung" (27. Aug 2006)
Quelle: http://www.netzeitung.de/spezial/irak/435439.html

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