COMMUNICATIONS LASER #17
March 09, 2010, 11:32:22 PM *
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Author Topic: [Gewalt + Persönlichkeitsstörungen... ]  (Read 13621 times)
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« on: June 13, 2006, 10:32:30 AM »

Quote
[...] Am frühen Morgen des 2. Dezember 2007 zerstückelte er erst seinen Vater mit einer Machete und verletzte dann dessen Lebensgefährtin schwer. Dann machte er sich auf nach Anchorage, Alaska, wo er am Vormittag den 27-jährigen Jason Wenger erschoss, dessen Auto er daraufhin stahl. Stunden später schoss er willkürlich auf eine 33-jährige Passantin und verletzte sie schwer. Am nächsten Morgen besorgte er sich abermals mit Gewalt ein neues Auto, der 43-jährige Besitzer blieb schwerverletzt am Boden.

Bald darauf klickten die Handschellen, schon am 4. Dezember stand Rogers vor dem Haftrichter. 

[...] Der Mord an Wenger und die Attacken auf die Opfer, die er verletzte, hieß es am Freitag in der Urteilsbegründung, seien offenbar ohne jedes Motiv erfolgt, völlig willkürlich, die Opfer wurden nach Zufallskriterien ausgesucht.

Zu keinem Zeitpunkt, sagte der Richter Eric Aarseth am Ende, habe er den Eindruck gehabt, dass Rogers nicht Herr seiner Sinne gewesen sei.

[...] Das Strafmaß lag dann mit 309 Jahren sechs Jahre über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Erin Rogers, sagten Prozessbeobachter, habe all die Aufmerksamkeit genossen, die auch die harte Strafe weckte.

Im Forum der "Anchorage Daily News" brachte ein Diskutant bald darauf die Diskussion um Motive, Irrsinn und Strafe auf den Punkt: "Es scheint, er hat bekommen, was er wollte." So armselig ist das wohl.

pat


Aus: "309 Jahre Haft für den Machetenmörder" (14.11.2009)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,661324,00.html


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Quote
    [...] Theorie der ethischen Gefühle (engl. The Theory of Moral Sentiments) ist ein erstmals 1759 in London [ ] in zwei Bänden veröffentlichtes philosophisches Werk von Adam Smith. Er erklärt darin umfassend, aus welchen Gründen es den Menschen möglich sei, füreinander das Gefühl der Sympathie zu empfinden.

    [...] Smith geht von der sensiblen Kommunikation der Menschen aus, die sich gegenseitig beobachten, wenn sie miteinander umgehen. In diesem Umgang wird den Menschen durch Erfahrung vermittelt, dass sich die Moral aus der Ähnlichkeit des gegenseitigen Empfindens von Lust, Leid, Pflichtgefühl u. a. ergibt. Die Handlungsweise eines Menschen wird nach Smith in diesem Umgang miteinander dann gebilligt (d. h. in seinem Urteil über das Handeln angenommen), wenn sie auf anständigen und rechtmäßigen Motiven beruht – nicht aber deshalb, weil sie für die Menschen einfach nur von Nutzen ist.

    Der Umstand, dass sich die Menschen gegenseitig nach ihren Vorstellungen, also fiktiv, beobachten, treibt sie dazu, sich anständig zu verhalten oder dies zumindest nach außen hin vorzugeben. Für ein tatsächliches Verhalten, welches als recht und billig angesehen wird, müssen sie allerdings ihre Eigenliebe überwinden. In der Konstruktion des unparteiischen Beobachters wird bei Smith ein Begründungsinhalt in einer „Kollektivgestalt“ geschaffen, die entscheidet, was als „fair und anständig“ anzunehmen ist. Dieser Begründungsinhalt manifestiert einen common sense (einen gesunden Menschenverstand), einen Standpunkt, den die Menschen als gemeinsame Basis akzeptieren, sodass dieser fiktive Beobachter in seiner Haltung nicht als Außenstehender wirkt.

    Während das Prinzip der Sympathie dem Menschen ermöglicht, die Motive des anderen zu billigen oder nicht zu billigen, erlaubt ihm der unparteiische Beobachter, seine eigenen Motive und sein eigenes Verhalten einer moralischen Bewertung zu unterziehen. Während Sympathie als Fundament der Smith’schen Moraltheorie gesehen werden kann und die Frage beantwortet, welches Prinzip bestimmte Handlungen, Motive etc. als moralisch gut erscheinen lässt, ist der unparteiische Beobachter das Kriterium für Moral und beantwortet die Frage: Welches Verhalten verdient moralische Billigung? Allerdings wird nach Smith dieser Vorstellung nur dann eine bestimmte Geltung zukommen, wenn der Mensch auch den Willen zur Empathie aufbringt, sich in die Rolle des anderen zu versetzen, dem die Sympathie entgegengebracht werden soll.



Aus: „Theorie der ethischen Gefühle“ – Bearbeitungsstand: 22. September 2009, 10:43 UTC.
(Abgerufen: 26. Oktober 2009, 14:27 UTC)
URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Theorie_der_ethischen_Gef%C3%BChle&oldid=64790249

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Quote
[...] In the absence of laboratory data, Taylor expounds her subject by analysing numerous documented atrocities of the past: including, in addition to well-known horrors such as the Holocaust and the Rwandan genocide, smaller-scale but still appalling examples such as the murderous oppression of the Putumayo in colonial South America. Her definition of cruelty as `unjustified voluntary behaviour which causes foreseeable suffering to an undeserving victim’ may seem cumbersome, but is carefully calibrated to ensure both that the elements of suffering, intentionality and lack of justification are included, and also that the remit of the definition does not become so broad as to be unhelpful (since many actions which one perceives as unwelcome will nonetheless not count as cruel). The sharpness of this definition – plus her further subdivision of cruelty into two categories, callousness and sadism – not only clarifies the terms of the debate, but also helps point towards ways in which cruelty may perhaps be alleviated or even prevented in future.

    Cruelty is, in many ways, a thankless topic. A writer on cruelty runs the risk of appearing too cerebral to some readers, too sentimental to others. …



From: “Customer Reviews – Cruelty: Human evil and the human brain by Kathleen Taylor”
By G. Wright (England, 6 Jul 2009)
http://www.amazon.co.uk/Cruelty-Human-evil-human-brain/dp/0199552622

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Quote
[...] The fact is that politics and science are implicated in histories of cruelty, and indeed make possible long-distance, thus conscience-free, killing. Moreover, if studies of violent perpetrators tell us anything very clearly, it is that people who harm others, where they are not simply mentally ill, have one thing broadly in common – a deep-seated sense of shame. More often than not, entrenched negative feelings about themselves and others is precisely what drives people to lose control of their “moral passions” and resort to cruel behaviors. To explain current cruelty by stating that societies have simply grown callous is to ignore the millennia of intraspecific violences that predate us. This facile conclusion is simply disingenuous. No societies find cruelty socially acceptable. Most people are quite capable of recognizing wanton violence and they actively moralize and legislate against it. But individuals, usually burdened with deep-seated negative emotions, can construct “reasons” why this violence is functional and necessary, and not simply cruel. …

From: “Review – Cruelty” By Wendy C. Hamblet (2009)
Human Evil and the Human Brain
by Kathleen Taylor, Oxford University Press, 2009
Review by Wendy C. Hamblet, Ph.D., SAC (Dip.),
Oct 20th 2009 (Volume 13, Issue 43)
Source: http://metapsychology.mentalhelp.net/poc/view_doc.php?type=book&id=5187&cn=135

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Quote
[...] Freud formulierte ab 1905 die Überzeugung, dass es sich bei der menschlichen Aggressivität um einen Trieb handele. Zunächst wurde dieser Trieb lediglich als Bestandteil der menschlichen Sexualität betrachtet, doch ab 1915 sah man sie auch als Komponente der Ich-Triebe. Unter den Eindrücken des ersten Weltkrieges begann Freud Aggression schließlich zunehmend als eigenen Trieb und Hauptvertreter des Todes- oder Destruktionstriebes (Zerstörungstrieb) zu formulieren.

Die Aussagen Freuds verlangen ein „Glaubensbekenntnis“, sie sind jedoch empirisch (wissenschaftlich) nicht überprüfbar. So besteht das Ziel des so genannten Todestriebes nach Freud darin, Einheiten zu zerstören, wohingegen der Eros, oder Liebestrieb, Einheiten schaffen möchte. Diese beiden Triebe laufen immer gleichzeitig, so dass wir beispielsweise essend eine Sache zerstören, um andererseits uns aufzubauen. So haben die Triebe die Aufgabe sich gegenseitig zu bremsen, nicht aber zu beschneiden, um negative Folgen eines einseitigen Prozesses zu vermeiden. Der Todestrieb, die Aggression, stellt sozusagen ein psychisches Energiepotential dar, das eingesetzt werden kann, um zu verändern. Freud sieht eine Möglichkeit zur Entladung des Todestriebes über den Abwehrmechanismus der Sublimierung, wodurch die gesellschaftlich geächteten Triebe in akzeptierte, alternative Verhaltensweisen umgeleitet werden können. Klassisches Beispiel ist der Sport, der zugleich eine Reduzierung des angestauten Druckes ermöglicht (Katharsis-Theorie). Die Aggressionen können auch verschoben werden, d.h. sich in einem akzeptierten Kontext entladen, bzw. in spezifisch geschaffenen therapeutischen Settings: Das Kind kann die Puppe mit dem Kochlöffel prügeln und so seine angestauten Aggressionen gegenüber der Mutter entladen.

[...] Tedeschi und Felson nennen in ihrer sozial-interaktionistischen Theorie aggressiven Verhaltens drei Motive, die zentral für die Entscheidung zu aggressivem Verhalten sind:

    * Streben nach sozialer Macht

Ob aggressive Verhaltensweisen oder positive Verhaltensweisen eingesetzt werden, um soziale Kontrolle zu erhalten, hängt z.B. davon ab, wie wichtig der angestrebte Einflussbereich ist, welche frühere Erfahrungen man mit aggressiven und nicht-aggressiven Verhaltensweisen gemacht hat und welche Alternativen zur Verfügung stehen. Alternativen zur Ausübung sozialer Macht sind z.B. Argumente und Redegewandtheit.

    * Gerechtigkeit

Aggressive Verhaltensweisen werden zur Herstellung von Gerechtigkeit vor allem dann eingesetzt, wenn eine Person annimmt, dass eine schwere Provokation und Ungerechtigkeit stattgefunden hat, eine eindeutige Schuld zuweisbar ist und es keine wirksame externe Bestrafungsinstanz gibt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Verhältnis zwischen den am Konflikt beteiligten Personen.

    * Positive Selbstdarstellung

Aggressive Verhaltensweisen werden auch zur Herstellung oder Wahrung einer positiven Identität angewendet. Insbesondere sozialer Druck, der z.B. in bestimmten jugendlichen Subkulturen herrscht, in denen aggressives Handeln als Indikator für Männlichkeit gilt, hat Einfluss auf die Entscheidung zu aggressivem Handeln.


Aus: "Aggression" (04/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Aggression

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Quote
[...] Als Persönlichkeitsstörungen bezeichnet man in der Psychiatrie und Klinischen Psychologie verschiedene überdauernde Erlebens- und Verhaltensmuster, die von einem flexiblen, situationsangemessenen ("normalen") Erleben und Verhalten in jeweils charakteristischer Weise abweichen. Sie sind durch relativ starre mentale Reaktionen und Verhaltensformen gekennzeichnet, vor allem in Situationen, die für die jeweilige Person konflikthaft sind. Die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ist meistens beeinträchtigt.


Aus: "Persönlichkeitsstörung" (04/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rungen


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Quote
[...] Im letzten Kapitel seines Buches betrachtet Groebner sich die Schlachtfelder. „Ungestalt sind hier nur die Verwundeten und Toten, die, ihrer Waffen und Kleider beraubt, nackt und ununterscheidbar werden.” Das gegnerische Individuum werde durch entfesselte Gewalt zu einer Ungestalt verstümmelt und getötet und manchmal durch Kannibalismus oder andere unbeschreibliche Gräuel buchstäblich aufgelöst. ‘Unbeschreibliche Gräuel’? Auch eine derartige Floskel ist für Groebner Gewalt-Darstellung: „Wenn Akte exzessiver Gewalt gegen Personen als ‘unbeschreiblich’ oder ‘unfassbar’ bezeichnet werden, dann hebt der Erzähler damit jeweils die Unterscheidung zwischen Vorstellbarem und Darstellbarem hervor. Genauer gesagt, er präsentiert ihre Diskrepanz selbst als literarisches Instrument oder, um es salopper auszudrücken, als Trick, um der Beschreibung einen besonderen Effekt zu verleihen.” Groebner meint, ebenso wie heutige Gewalt-Darstellungen funktionierten auch mittelalterliche Gewalt-Darstellungen dadurch, dass sie nichts Neues erzählten, sondern auf einen bereits bekannten Kanon von Gewalt-Darstellungen zurückgriffen, der dem Zuschauer von Kirchen, Museen, Theaterbühnen oder sonstigen Orten bekannt war. Materielle Bilder und Erzählungen von der Ungestalt riefen in den Köpfen des Publikums andere, immaterielle Bilder ab, die der Betrachter von anderswo kenne und erinnere - dazu reichten auch schon Anspielungen. Und zwar bis auf den heutigen Tag. „Wir können das, wovor wir uns am meisten fürchten, normalerweise eben nicht sehen.” Effektvolle Gewalt-Darstellung und anonyme Ungestalt sei eng miteinander verbunden. Um diesen Effekt zu schwächen, helfe es nur, dem anonymen Opfer einen Namen zu geben - und es so wieder zu einer Gestalt zu machen.


Aus: " Die Zeichen der Macht" R E Z E N S I O N zu Groebner, Valentin: Ungestalten (th; 29.01.2004)
Die visuelle Kultur der Gewalt im Mittelalter (2003; HANSER)
Quelle: http://www.fh-kehl.de/zeitung/rezensionen/2004/groebner,ungestalten.htm

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Quote
[...] "Aus psychologischer Sicht kann man uns eine Handlung nur dann als unser Handeln zuschreiben, wenn es von unseren Motiven bestimmt wird", so Roth. In der Strafrechtstheorie werde aber das genaue Gegenteil als Grundlage für Willensfreiheit angesehen: die Fähigkeit, sich von der Bedingtheit durch Motive zu befreien.

Unterstellt wird seit Kants Vorstellung eines inneren Sittengesetzes, dass grundsätzlich alle Menschen motiviert sein müssten, moralisch-rechtstreu zu handeln oder Strafe zu vermeiden. Allerdings hatte Kant die Frage nach Sittlichkeit, Schuld und Gewissen in die Metaphysik verlagert.

"Unser Rechtsgewissen ist aber das Produkt unserer Erziehung oder Lebenserfahrung und unterliegt wie alle Motive der Persönlichkeitsentwicklung", sagt Roth. "Ich kann mich nicht außerhalb meiner Persönlichkeit und ihrer Geschichte stellen."

Ähnlich sehen es auch Wissenschaftler wie der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer und der Leipziger Kognitionswissenschaftler Wolfgang Prinz, aber auch bekannte Philosophen wie der Amerikaner Daniel Dennett oder sogar Arthur Schopenhauer.

[...] "Jedem Täter müsste angeboten werden, eine Therapie zu machen, statt sich der klassischen Bestrafung, der Geld- oder Freiheitsstrafe, auszusetzen", stellt Rechtswissenschaftlerin Grischa Merkel fest. Dabei dürfe man sich nicht der Illusionen hingeben, eine solche Behandlung sei einfach.

"In Wahrheit verlangt eine Therapie vom Täter viel mehr als der Aufenthalt in einem Gefängnis", sagt Roth. "Die Persönlichkeitsänderung, die dabei stattfinden muss, kann ein sehr schmerzhafter Prozess sein, weil vom Täter verlangt wird zu begreifen, was er dem Opfer an Verletzungen zugefügt hat."

Sind Täter jedoch, wie es Roth annimmt, determiniert, so ist diese Entscheidung natürlich nicht das Ergebnis einer freien Wahl. Allerdings würde dem Täter immerhin ein Handlungsspielraum eröffnet, den das gegenwärtige Rechtssystem nicht bietet.

[...] für Gerichtsgutachter Hans-Ludwig Kröber war bereits die Einführung der verminderten Schuldfähigkeit, des Maßregelsystems und der Sicherungsverwahrung nur "der Versuch, Wiederholungstäter aus der Gesellschaft zu entfernen, in der optimistischen Überzeugung, man könne das System der Strafverfolgung durch ein soziales System der Straftatverhinderung ersetzen."

Man betreibe "Geisterbeschwörung, wenn man glaube, das Allheilmittel sei Therapie", so Kröber. "In Wahrheit lässt die trotz Therapie keiner mehr raus. Man möchte bloß die angestrebte lebenslange Sicherungsverwahrung kaschieren, indem man das Ganze in ein Krankenhaus verlegt."

[...] Mit den Themen Verbrechen, Schuld und Willensfreiheit hat sich Autor Markus C. Schulte von Drach auch in seinem Roman "Der fremde Wille" (Kiepenheuer & Witsch 2009) beschäftigt.

Quote
19.10.2009  16:23:38

KOBA2: Zweite Chance?

[...] Was wohl Heinrich Himmler nach erfolgreicher Therapie so erzählen würde?

Er könnte dann mein Nachbar sein: Hauptsache, er grüßt schön und mäht den Rasen.

Quote
19.10.2009  15:30:12

FritzWert: Therapie

Da soziale Normen jedoch nie an sich "gut" sind, sondern dem Zeitgeist unterworfen, stellt sich die Frage:
Ist ein Mensch besser, wenn er konfliktfrei lebt?
Ist es "gut", egomanisch dem Geld hinterherzujagen, wie es derzeit herrschende Moral ist?
Kann der Konformist etwas für seinen rückgratlosen Konformismus?
Es zeigt sich wieder einmal, dass Neurobiologen zwar klüger als Psychiater und Juristen sind, aber beileibe nicht klug genug, um ihren eigenen Widersprüchen auf die Spur zu kommen.

Mein "Therapie"-Vorschlag: Sie alle müssen sich fünf mal am Tag mit offen gehaltenen Augenlidern den Film "Clockwork Orange" betrachten...


Quote
19.10.2009  15:14:57

euredudheit:

... Leider sind Ursachen für Gewalttaten und die Auswirkungen deriger meiner Meinung nach 2 Paar unterschiedliche Schuhe.

Was bitte hat ein Opfer von der Erkenntnis,dass sein Peiniger nicht versteht was er getan hat,weil er aus einem bestimmten Millieu kommt oder sein Hirn von illegalen Substanzen geschädigt ist.




Aus: "Klassische Strafe oder Therapie" (19.10.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/797/491167/text/11/

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Quote
[...] Hervorzuheben ist der große jüdische Feiertag Jom Kippur, an dem - etwas verkürzt dargestellt - die Versöhnung mit dem Ewigen dadurch erreicht wird, dass wir uns mit einander versöhnen: Das reuevolle Eingeständnis von Sünden ist eine Bedingung zur Sühne. „Der Versöhnungstag befreit von Sünden gegen Gott, jedoch von Sünden gegen den Nächsten erst, nachdem die geschädigte Person um Verzeihung gebeten worden ist“ heißt es im Talmud.

...


    * Seitentitel: Versöhnung
    * Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
    * Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
    * Datum der letzten Bearbeitung: 26. Juli 2009, 20:38 UTC
    * Versions-ID der Seite: 62656798
    * Permanentlink: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Vers%C3%B6hnung&oldid=62656798
    * Datum des Abrufs: 28. Oktober 2009, 15:47 UTC
« Last Edit: November 24, 2009, 03:19:14 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: June 29, 2006, 03:47:37 PM »

Quote
[...] Der Begriff Gewalt (eine Bildung des althochdeutschen Verbes walten, bzw. waltan – stark sein, beherrschen) bezeichnet von seiner etymologischen Wurzel her das 'Verfügen-können über das innerweltliche Sein'. Er bezeichnet ursprünglich also rein das Vermögen zur Durchführung einer Handlung und beinhaltet kein Urteil über deren Rechtmäßigkeit.

Gewalt im Sinne von Walten findet sich wieder in Begriffen wie Staatsgewalt oder Verwaltung. Inhaltliche Anwendung findet der Begriff bei den wissenschaftlichen Disziplinen Staatstheorie, Soziologie und Rechtsphilosophie.

Die ursprüngliche, neutrale bis positive Begriffsbestimmung ist in Begriffen wie „gewaltige Anstrengung“ (bzw. „Gewaltanstrengung“) oder „gewaltige Dimension“ erkennbar, wenn eine über das übliche Maß hinausgehende Leistung anerkennend beschrieben werden soll. Aber auch im Gewaltmonopol des Staates bzw. der Gewaltenteilung wird die Gewalt neutral interpretiert.

Die im heutigen Sprachgebrauch verbreitete negative Belegung ist in Begriffen wie Gewalttat, Gewaltverbrechen, Gewaltverherrlichung, Vergewaltigung wie auch im distanzschaffenden Begriff Gewaltlosigkeit enthalten.


Bruchstueck aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalt (29.06.2006)

« Last Edit: April 17, 2007, 12:03:41 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #2 on: July 03, 2006, 11:36:03 AM »

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[...] "Es ist nicht besonders toll, jemanden umzubringen. Aber was ich von anderen gelernt habe, die noch mehr Erfahrung beim Morden haben, ist folgender Satz: Derjenige, der andere umbringt, ist nicht derjenige, der dafür verantwortlich ist. Gott bestimmt das Schicksal. Wir machen nur das Loch", beschreibt João seine Sichtweise...


Bruchstueck aus: "Kriminalität in Brasilien: Interview mit einem Killer - Brasilien ist nicht nur für seine Fußballstars bekannt, sondern auch für seine Armutsviertel in den Großstädten. Weil der Staat dort nicht für Sicherheit sorgt, greifen die Einwohner zur Selbstjustiz. In Rio de Janeiro fand sich ein Auftragskiller, der freimütig Auskunft über seinen "Beruf" gab." - Thomas Aders, ARD-Korrespondent, Studio Rio de Janeiro (tagesschau.de; 01.07.2006 14:12 )
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5673396_REF1,00.html

« Last Edit: April 17, 2007, 12:03:56 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #3 on: July 10, 2006, 12:09:01 PM »

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[...] Thomas Jahn von der Uniklinik für Psychiatrie der Technischen Universität München berichtet auf einer Informationsveranstaltung der TU München: „Ein Betroffener formulierte das so : ‚Ich wusste, was ich tat und was dann passiert, aber ich musste es trotzdem tun.’“ Früher nannte man jemanden mit diesen Charaktermerkmalen einen Psychopathen, heute bezeichnet man ihn als Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.

„Vier bis acht Prozent der Bevölkerung weisen diese Merkmale auf, unter männlichen Straftätern sind es rund 30 Prozent, manche Untersuchungen sprechen auch von bis zu 80 Prozent“, so Jürgen L. Müller vom Zentrum für Emotionsforschung der Uniklinik Regensburg.

[...] Die Ursachen für die Kaltblütigkeit und die Neigung zur Kriminalität haben Jürgen L. Müller und sein Team in mehreren Studien mit Betroffenen und Kontrollpersonen untersucht. Sie nutzten dazu Ganzschichtaufnahmen des Gehirn (Morphometry).

Es zeigte sich, dass Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung in der Gehirnregion Defizite aufwiesen, die unter anderem für Emotionen und Empathie verantwortlich ist (rechter temporaler Kortex): So war dieser Bereich um durchschnittlich 20 Prozent kleiner als der von Kontrollpersonen.

Zudem aktivierte das Betrachten von Bildern mit positivem, neutralem oder negativem Inhalt dieses Areal nicht – wie das bei der normal empfindenden anderen Gruppe klar erkennbar war. Ob diese beiden Abweichungen – Volumenverminderung und eingeschränkte Hirnaktivität – angeboren sind, oder durch Umwelt und Erfahrung entsteht, weiß man noch nicht.


Aus: "Morden ohne Reue" von Monika Preuk (focus.msn.de; 03.04.06)
Quelle: http://focus.msn.de/gesundheit/news/psychopathen_nid_27074.html

« Last Edit: April 17, 2007, 12:04:24 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #4 on: July 11, 2006, 03:43:45 PM »

Quote
[...] Es gibt viele Faktoren, die Aggression hervorrufen, angefangen von neurologischen über die chemischen bis hin zu den sozialen Faktoren.
Der Bereich im Kern des Gehirns, den man Amygdala nennt, wird als der Bereich angesehen, der für die Kontrolle von Aggression zuständig ist. Die chemische Substanz Serotonin hemmt aggressives Verhalten. Wenn die natürliche Produktion von Serotonin gestört ist, kommt es zu vermehrter Aggression.
Inzwischen ist auch ziemlich klar, dass das Hormon Testosteron mit aggressivem Verhalten positiv korreliert.

[...] Viele Ursachen von Aggression sind sozialer Natur, wobei die Frustration eine der hervorstechendsten ist. Die Frustrations-Aggressions-Hypothese besagt, dass beim Erleben von Frustration die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven Reaktion steigt.
Jedoch ist es nicht die Frustration allein, die automatisch zur Aggression führt. Sie wird aber eher Aggression produzieren, wenn der Betreffende auf illegitime oder unerwartete Art und Weise davon abgehalten wird, sein Ziel zu erreichen.


Aus: "Aggressives Verhalten" (S. Stürmer; Sozialpsychologie Schule; Datum ?(2004?))
Quelle: http://www.psychologie.uni-kiel.de/sozial/downloads/vorschul/11_Aggression.pdf

« Last Edit: April 17, 2007, 12:04:37 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #5 on: July 12, 2006, 08:56:37 AM »

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[...] Der Anklageschrift zufolge warf einer der Täter Abeer zunächst auf den Fußboden, worauf Green die Eltern der 14-Jährigen, Vater Qasim, 34, und Mutter Fakhriya, 43, sowie deren sechsjährige Schwester Hadeel mit einem AK-47-Gewehr durch mehrere Kopfschüsse tötete. Anschließend machten sich Green und ein weiterer Soldat über Abeer her, bevor sie ihr wehrloses Opfer ermordeten. Unmittelbar danach setzten sie das Haus in Brand, um ihre Spuren zu verwischen. Ihren Vorgesetzten erzählten sie später, Aufständische hätten die Familie umgebracht.

[...] Ursprünglich hatte das Pentagon das Alter der 14-Jährigen mit 20 Jahren angegeben, das US-Justizministerium sogar mit 25 Jahren.

Das US-Kommando im Irak will erst am 23. Juni von dem Verbrechen erfahren haben, als sich ein Soldat während einer Therapiesitzung einem Psychologen anvertraute. Steven Green, der nach Militärangaben unter einer „Persönlichkeitsstörung“ litt, war bereits vor seiner Anklage „ehrenhaft“ aus der Armee entlassen worden. Der 21-Jährige hat sich vor einem Zivilgericht bereits für nicht schuldig erklärt. Die anderen GIs sollen in den nächsten Tagen vor einem Militärgericht angehört werden.


Aus: „Noch schlimmer als Abu Ghoreib“ von FOCUS-Korrespondent Peter Gruber, Washington (focus.msn.de; 11.07.06)
Quelle: http://focus.msn.de/politik/ausland/usa_nid_31720.html

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Quote
[...] «Du tötest jemanden und dann sagst du, 'Los, holen wir uns eine Pizza'», sagte Green (21) einem Kriegsberichterstatter der «Washington Post». «Ich habe einmal auf einen Typ geschossen, der nicht an einem Kontrollposten angehalten hat, und es war, als wäre nichts gewesen».

Dabei habe er immer geglaubt, dass eine solche Erfahrung das Leben verändere, sagte Green weiter. «Ich habe es getan und es war wie 'So, und jetzt?'». Der frühere Soldat habe dabei mit den Achseln gezuckt, heisst es in dem Zeitungsartikel.



Aus: «Im Irak Leute zu töten, ist wie Ameisen zu zerquetschen» (20min.ch; 30.07.2006; SDA/ATS)
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/14600108

« Last Edit: April 17, 2007, 12:04:58 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #6 on: July 13, 2006, 01:34:19 PM »

Quote
[...] Der französische Dichter Francois Villon, 1431 geboren, ein
Vorläufer der modernen Lyrik, dessen Verse an
Baudelaire erinnern, und dessen Werke 1542 bereits 27
Auflagen erlebt hatten, war in seinem Privatleben der
Beschützer einer Dirne und Mitglied einer bewaffneten
Diebesbande in Paris und Umgebung. Er kam wiederholt
ins Gefängnis und wurde 1457 wegen eines Mordes mit
mehreren Genossen zum Galgen verurteilt, aber
begnadigt, nachdem er im Kerker ein übermütiges
Gedicht, "Les pendus" (Die Gehenkten), verfaßt hatte.
Vier Jahre später saß er wieder im Gefängnis, bis ihm bei
der Thronbesteigung Ludwigs XI. Amnestie zuteil wurde.
Villon war ein Gewohnheitsverbrecher im Sinne der
neueren Kriminalistik.


Bruchstueck aus: "Kriminalpsychologie. Psychologie des Täters. Ein Handbuch für Juristen, Justiz-, Verwaltungs- und Polizeibeamte, Ärzte, Pädagogen und Gebildete aller Stände"
von Dr. Erich Wulffen Ministerialdirektor und Vorstand der Abteilung für Strafsachen, Gnaden- und Gefängniswesen im sächsischen Justizministerium. Berlin: Dr. P. Langenscheidt 1926(!)

Quelle: http://www.joachim-linder.de/data/Wulffen_guv.pdf

-.-

Quote
[...] Entsprechend darf sich solchen Mordmaschinen gegenüber auch der unterdrückte Zerstörungsdrang, die Aggression der Filmemacher - und damit die beim Zuschauer vermutete - hemmungslos ausleben: Saurier verdienen es, ausgelöscht zu werden. Kein Staunen über solche Natur, wie sie Spielberg in der ihm eigenen Weise noch in "Jurassic Parc" auslebte, bleibt hier spürbar. Das tragische Monster ist zum namenlosen Alien geworden, das eliminiert werden muss.


Aus: 'Der Rokoko-Gorilla - Ein keusches Kind unserer Zeit: Peter Jacksons "King Kong"' (von Rüdiger Suchsland; TP; 14.12.2005)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21568/1.html

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Quote
[...] Die Aufgabe der Archäologen ist bis heute äußerst schwierig. Sie besteht nicht nur darin, die römische Stadt aus einer sechs bis sieben Meter tiefen Asche- und Lavaschicht auszugraben, man muss die Ruinen dann auch vor Umwelteinflüssen schützen – und vor dem befremdlichen Zerstörungsdrang der jährlich rund zweieinhalb Millionen Besucher. Zudem wurde Pompeji im Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Truppen bombardiert; im Jahre 1944 von einem erneuten schweren Vulkanausbruch beschädigt und im Jahr 1980 durch ein Erdbeben.


Aus: "Mythen mit Verfallsdatum: Pompeji" (br-online.de; Datum: ?)
http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/pompeji/hintergrund/doclink.pdf
« Last Edit: April 17, 2007, 12:05:13 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #7 on: July 15, 2006, 01:54:42 AM »

Quote
[...] Die beispiellose Mordserie begann im September 2000. In Nürnberg gab es drei und in München zwei Morde, andere Tatorte waren Hamburg, Rostock, Dortmund und im jüngsten Fall Kassel. Bis auf einen Griechen waren alle Opfer türkischer Abstammung. Alle Morde wurden mit derselben Waffe begangen, einer tschechischen Pistole der Marke Ceska, Kaliber 7,65. Sie ist das einzige Bindeglied zwischen den Taten. Ein klares Motiv haben die Ermittler bislang nicht gefunden. Die Opfer waren Gemüse- oder Blumenhändler, hatten eine Dönerbude, eine Änderungsschneiderei oder einen Kiosk.

Nach dem 8. Mord hatte der Dortmunder Staatsanwalt Heiko Artkämper gesagt: «Alle Taten zeigen Züge einer Exekution. Immer wurden die Unternehmer in ihren Läden aufgesucht und mit mehrfachen Kopfschüssen niedergestreckt.»

Bei der Suche nach dem Täter tappe man weiter im Dunkeln, erklärte die Kasseler Staatsanwaltschaft. Auch der Mitarbeiter des Verfassungsschutzes habe der Polizei bei seiner Befragung keine Anhaltspunkte zur Aufklärung des Falles liefern können.


Aus: "Verfassungsschützer wegen "Döner-Morde" unter Verdacht" (Freitag 14. Juli 2006)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/14072006/3/verfassungsschuetzer-quot-doener-morde-quot-unter-verdacht.html
« Last Edit: April 17, 2007, 12:05:55 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #8 on: July 17, 2006, 08:22:43 PM »

Quote
[...] Rund hundert mit Schnellfeuergewehren bewaffnete Männer schossen während Minuten wahllos in eine Menschmenge auf einem Marktplatz in Mahmudijah. Mehr als 40 Menschen starben.

Aus: "Irak: Blutbad auf Marktplatz" (17.07.2006; 20min.ch; Quelle: SDA/ATS)
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/22836250

-.-

Quote
[...] «Eine gewisse Anzahl von Individuen hat Planungs- und Kommunikationsfehler begangen, die in der Summe zum tragischen Tod von De Menezes führten, aber kein Einzelner hat sich in hinreichendem Masse eines kriminellen Vergehens schuldig gemacht.»

[...] Die geplante Belangung der Polizei wegen Verstosses gegen Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien sei «unsinnig». Er [ein Cousin von De Menezes] erinnerte an die Todesumstände seine Cousins: «Sie haben elf Mal auf ihn geschossen.»

Britische Polizisten hatten den 27-jährigen Brasilianer Jean Charles de Menezes für einen Selbstmordattentäter gehalten und ihn am 22. Juli vergangenen Jahres in der U-Bahn erschossen. Am 7. Juli 2005 waren bei Selbstmordanschlägen in der Londoner U-Bahn 56 Menschen getötet worden.


Quelle: SDA/ATS

Aus: "«Sie haben elf Mal auf ihn geschossen»" (17.07.2006; 20min.ch; Quelle: SDA/ATS)
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/31339191

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« Reply #9 on: July 17, 2006, 09:55:12 PM »

Quote
[...] Gewalt verletzt den Anspruch auf eine dialogische Existenz überhaupt, diese höchst verletzliche
menschliche Grundqualität, die sich im Anspruch auf Anwesenheit und auf Verständigung ausdrückt.
Diese Möglichkeit wird mit jedem Akt der Gewalt verweigert oder verworfen. Die Täter zerschlagen
sie bei sich selbst wie beim Gegenüber. Sie benehmen sich so, als seien sie ein Ding - der Stein, das
Messer, die Bombe - , das sich nicht verständigen kann und verständigen muß, weil es kein Mensch
ist. Die Gewalttat macht die Opfer zum Ding, und Täter mutieren selbst zum Ding, indem sie die
Instrumente auf ihren Weg bringen.


[...] Gewalt definiert sich nicht nur über die einzelnen Gewalttaten und -täter, sondern ebenso über ihren
Kontext, ihre Unterstützung und Duldung. Die Komplizenschaft im Gewaltensemble bedeutet nicht
nur Zugehörigkeit zum Ensemble der Schadensanrichter, sondern zum Ensemble der Dialogzerstörer.
Duldung von Gewalt ist gleichbedeutend mit der Stärkung eines monologischen Prinzips, das die
Verweigerung der Anerkennung in die Eingeweide der Gesellschaft einsickern läßt. Die Kompliz/innen sind eingebunden in die Stummheit, indem sie ihrem Beitrag zur Löschung der Anderen leisten. Gewalt braucht den abgeschotteten Bewußtseinsraum, und bereits mit dieser Schließung des Bewußtseins wird Gewalt zum Akt des Überflüssigmachens, einer Form der Vernichtung dessen, was Menschen zu Menschen macht. Gewalt ist die Attacke gegen ein zerbrechliches Gut, das mit dem Wort Dialog die Bereitschaft bezeichnet, die Welt mit den Anderen zu teilen.

[...] Die Komplizenschaft im Gewaltensemble zeigt sich in einer Stummheit, die sich wie eine Epidemie addierter Monologe ausbreitet. Deren Niederschläge sind z.B. in fast gleichlautenden Aussagen normaler Männer und Frauen NS-Deutschlands gesammelt, die die Ereignisse auch noch nach mehr als 50 Jahren so erinnern, als gäbe es nur ihre Sicht, die Sicht nicht-verfolgter Deutscher mit ihrer „glücklichen Kindheit“, von der sie gern erzählen. Das Andere ihrer Erfahrung bleibt abwesend, irrelevant, amputiert, auch in der Retrospektive. Gesprochen wird aus einer Perspektive, bedürfnislos gegenüber der anderen. Die Gewalt ist nicht nur bei denen, die das gefährliche Werkzeug in der Hand haben, sondern auch bei denen, die den Verschluß des Bewußtseins vor dem Eintritt der anderen Erfahrung zum stillschweigenden Konsens machen. Mit der Stummheit der Gewalt wird den Anderen ihre Entbehrlichkeit dokumentiert.


Bruchstuecke aus: "DIE STUMMHEIT DER GEWALT - UND DIE ZERSTÖRUNG DES DIALOGS"
von CHRISTINA THÜRMER-ROHR (Erschienen in: UTOPIEkreativ; 2002)
Quelle: http://www.volksuni-berlin.de/CTR.pdf
« Last Edit: November 24, 2007, 09:37:45 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #10 on: July 19, 2006, 10:35:53 AM »

Quote
[...] Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Kufa starben allein mindestens 54 Menschen. Acht Menschen wurden bei einem Anschlag auf die Polizei im Nordirak getötet, darunter sechs Polizisten.

Laut dem UNO-Bericht starben im Mai und Juni diesen Jahres 5818 Zivilisten, 5762 wurden verletzt. Darunter seien 244 Frauen und 71 Kinder gewesen. Die meisten der Menschen seien in Bagdad umgebracht worden. Vor allem Mitarbeiter von Justiz, Gesundheitswesen und Bildungseinrichtungen befänden sich unter den Opfern.


Aus: "Menschliche Katastrophe im Irak eskaliert: 6.000 Zivilisten in nur zwei Monaten getötet" (networld.at; apa/red; Datum 07/2006 (?))
Quelle: http://www.networld.at/index.html?/articles/0629/15/145985.shtml

« Last Edit: November 24, 2007, 09:38:35 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #11 on: July 20, 2006, 12:34:39 PM »

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[...] Als Fight Club im Oktober 1999 erschien, war die Meinung der Kritiker über den Film gespalten; besonders die Darstellung von Gewalt stieß nach dem im April des gleichen Jahres stattgefundenen Schulmassaker von Littleton nicht überall auf Zustimmung. Die New York Times beispielsweise beurteilte ihn besser als den im gleichen Jahr erschienenen und mit fünf Oscars ausgezeichneten Film American Beauty; Roger Ebert jedoch nannte ihn einen „fascist big-star movie“ und „macho porn“ und gab ihm nur zwei von vier möglichen Sternen.

Von vielen Kritikern wurde der Film als satirische Auseinandersetzung mit den in westlichen Gesellschaften vorherrschenden Konsumismus gesehen. In der Transformation der antimaterialistischen Fight Clubs zum „Project Mayhem“ unter der Führung Tyler Durdens wurden neben faschistischen Motiven auch nihilistische, anarchistische und buddhistische Elemente identifiziert. Es wurden auch Parallelen zwischen Tyler Durden bzw. seinem „Project Mayhem“, welches durch Bombenanschläge auf Kreditkartenfirmen einen revolutionären Zusammenbruch des Systems zu bewirken sollte, und Theodore Kaczynski und dessen Ablehnung der westlichen Gesellschaft gezogen.

Kommerziell gesehen war Fight Club zunächst kein großer Erfolg beschieden.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fight_Club (07/2006)

-.-

Quote
[...] In seinem neuen Film «Fight Club» (official site) inszeniert David Fincher («Seven», «The Game») eine Orgie der ins schier Unerträgliche gesteigerten Gewalt.

[...] Die überbordenden Gewaltdarstellungen im Film sorgen dafür, dass man Fincher eigentlich gerne schlechte Noten erteilen würde. Damit macht man es sich wohl zu einfach. Denn, dass Gewalt subversiv und zersetzend ist, kann nicht weggewischt werden. Desgleichen nicht, dass Subversion ihren eigenen Anreiz hat. Auch wenn der Schluss des Films anbietet, «Fight Club» als Geschichte einer Persönlichkeitsspaltung und eines Wahnsystems zu verstehen, ist ein mündiges Publikum gefordert, das zwischen fiktiver und realer Gewaltausübung zu unterscheiden weiss.


Aus: "Fight Club - Subversiver Gewaltreigen" Von Jana Ullmann  (Datum: ?)
Quelle: http://www.mybasel.ch/freizeit_kino_archiv.cfm?cmd=detail&id=722

-.-

Quote
[...] Was das ausgehende 20. Jahrhundert der Identität des Menschen gelassen hat, wie es ihn spaltet, zerrüttet und unter dem schnelllebigen, werteverlorenen Welt leiden lässt, versucht Fincher durch eine 'postmoderne' Variante von Stevensons genialem 'Dr. Jeckill & Mr. Hyde'-Thema zu verarbeiten.


Aus: "Kritik zu Fight Club (USA, 1999, 139min)" von Flemming Schock (Datum: ?)
Quelle: http://www.filmspiegel.de/filme/fightclub/fightclub_1.php

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« Reply #12 on: July 21, 2006, 11:25:31 AM »

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    * 843: Theodora II. befiehlt Massenhinrichtungen, denen mehr als 100.000 Paulikianer zum Opfer fallen.
   
    * 1209: Im Albigenserkreuzzug werden alle Einwohner der Stadt Béziers (etwa 20.000) getötet.
   
    * 1474 - 1782: Im Rahmen der Hexenverfolgung werden nach Schätzungen etwa 40.000 bis 60.000 Menschen hingerichtet.
   
    * 1572: In der Bartholomäusnacht werden zwischen 3.000 und 10.000 Hugenotten - aus angeblich religiösen Gründen - ermordet.
   
    * 1894 – 96 und 1915 Völkermord an den Armeniern im Osmanische Reich; erst zur Schaffung eines "ethnisch homogenen Nationalstaats", später weil den vorwiegend christlichen Armeniern die Schuld an dem Scheitern türkischer Offensiven gegen das christliche Russland im 1. Weltkrieg gegeben wurde. Schätzungen reichen von 600.000 - 1.500.000 ermordeten Armeniern.
   
    * 1928–1953: Massenmorde zur Hoch-Zeit des stalinistischen Systems: Mehr als 20 Mio. Menschen fallen Säuberungsaktionen zum Opfer: Betroffene kommen aus der "normalen" Gesellschaft, sind aber auch deutsche Kriegsgefangene, heimgekehrte sowjetische Kriegsgefangene (als angebliche Kollaborateure) und ganze Volksgruppen.
   
   * 1933 - 1945: In Deutschland, von Deutschland besetzten Gebieten und mit Deutschland verbündeten Staaten werden etwa 6 Millionen Juden und andere, vermeintlich nicht ins System passende, ermordet - in KZs, bei Massenerschießungen, bei zumeist staatlich organisierten Pogromen und in Gaskammern.

   * 1943 - 1976: Die Gewaltherrschaft Mao Zedongs in China fordert insgesamt das Leben von 70 Mio. Menschen, die hauptsächlich während der Kulturrevolution ihr Leben ließen.
   
    * 1965 - 1966: Die Willkürherrschaft des Sukarno-Regimes in Indonesien provoziert einen angeblichen kommunistischen Umsturzversuch. Dieser scheitert an einem Gegenputsch der Armee, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen umgebracht werden, vor allem tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI). Die Vorgänge sind bis heute nur unzureichend untersucht, was die Unklarheit über die Opferzahl erklärt.
   
    * 1975 - 1979: Über 2 Millionen Kambodschaner sterben bei Säuberungsaktionen und in Straflagern der Roten Khmer

[...] In den vergangenen Jahren haben Terroristen immer wieder Massenmorde - meist in Form von Selbstmordattentaten, als Mittel der Einschüchterung oder um auf Probleme aufmerksam zu machen - begangen. Die bekanntesten Massenmorde mit terroristischer Absicht sind:

    * 1980: Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna mit 85 Toten und 200 Verletzten. Die Tat wird erst linksextremen Terroristen zugeschrieben, später stellt sich heraus, dass die Geheimorganisation Gladio für die Tat verantwortlich ist. Die Gladio-Mitglieder und Rechtsextremisten Giusva Fioravanti und Francesca Mambro werden im Jahr 1995 vor Gericht gestellt und verurteilt.
    * 1995: Eine Autobombe rechtsgerichteter Milizionäre tötet beim Bombenanschlag auf Oklahoma City 168 Menschen, die sich im Alfred P. Murrah Federal Building befanden.
    * 2001: Die Anschläge des 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon durch islamische Terroristen. Die Anzahl der Toten wird auf 2.700 geschätzt.
    * 2002: Der Terroranschlag auf der indonesischen Insel Bali fordert 202 Menschenleben, hauptsächlich Touristen.
    * 2004: Die Madrider Zuganschläge am 11. März 2004, genau 30 Monate nach den Anschlägen in den USA. 191 Menschen sterben.
    * 2004: Die Geiselnahme von Beslan mit etwa 400 Toten, die Hälfte davon Kinder.
    * 2005: Terroranschläge am 7. Juli 2005 in London



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Massenmord (07/2006)
« Last Edit: November 24, 2009, 03:35:37 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #13 on: July 24, 2006, 01:21:02 PM »

Quote
[...]  Innerhalb von knapp 40 Stunden wurden mindestens 100 Anschläge auf Polizeiwachen, Militäranlagen und Patrouillenwagen sowie auch auf Gefängniswachhäuser verübt. Der Gouverneur des Bundeslandes Sao Paulo, Claudio Lembo, kündigte eine Krisensitzung mit den Chefs der Sicherheitsorgane an. Details wurden vorerst nicht bekannt. Lembo beteuerte, man werde sich dem organisierten Verbrechen nicht beugen.

„Solche Aktionen von Verbrechern werden nie zum Erfolg führen. Das ist eine Verzweiflungstat", versicherte der Sicherheitsminister des Landes Sao Paulo, Saulo de Castro Abreu Filho. Medien berichteten, zahlreiche Straßen der Stadt Sao Paulo seien am Wochenende von der Polizei gesperrt worden. Zudem seien wichtige Gebäude wie die Polizeizentrale unter Sonderschutz gestellt worden.
 

Aus: "Brasilien: 52 Tote bei Anschlägen der Mafia" (13.05.06; focus.msn.de)
Quelle: http://focus.msn.de/panorama/welt/40-tote_nid_28943.html
« Last Edit: November 24, 2007, 09:39:08 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #14 on: July 25, 2006, 09:15:01 AM »

Quote
[...] Die Menschen im Libanon und in Israel finden keine Ruhe. Während die israelische Luftwaffe weiter Ziele im gesamten Libanon angriff, schlugen Raketen der Hisbollah in der Nacht so tief wie nie zuvor im Landesinneren Israels ein. Auch in Haifa heulten wieder die Sirenen.


Aus: "Raketen schlagen tief im Landesinneren ein" (SPON; 17. Juli 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427024,00.html

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Quote
[...] Am 12. Juli 2006 entführte die Hisbollah zwei israelische Soldaten und tötete drei weitere auf israelischem Staatsgebiet. Israel sah dies als kriegerischen Akt, griff den nördlichen Nachbarn mit Boden-, Luft- und Seestreitkräften an und zerstörte seitdem wichtige Teile der libanesischen Infrastruktur. Unter den bombardierten Zielen befinden sich der internationale Flughafen in Beirut, Treibstofflager, zahlreiche Brücken und Hauptverkehrstraßen.

[...] Folgende Länder halten die Hisbollah für eine Terrororganisation: Australien, Israel, Kanada und die USA

Großbritannien sieht die Hisbollah selbst nicht als Terrororganisation, führt aber die "Hizballah External Security Organisation" als terroristisch:

    Hizballah External Security Organisation: Die Hisbollah sieht sich zum bewaffneten Widerstand gegen Israel verpflichtet, dessen Ziel es ist alle palästinenschen Territorien und Jerusalem von der Besatzung zu befreien. Es wird ein terroristischer Flügel, die External Security Organisation (ESO), unterhalten um dieses Ziel zu erreichen.

[...] Die Hisbollah wird von der Iranischen und Syrischen Regierung als rechtmäßige Widerstandsorganisation angesehen. Die libanesische Regierung bestätigt sie als rechtmäßige Widerstandsorganisation. Eine repräsentative Umfrage in Jordanien ergab, dass bei steigender Tendenz etwa 64% der Bevölkerung die Hisbollah als legitime Widerstandsbewegung sehen.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbollah (21.07.2006)



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Quote
[...] Unterschieden wird in der Art, wonach der eigene Tod eintritt:

    * Dem 'klassischen' Selbstmordattentat, bei dem sich der Täter im gleichen Moment mit den Opfern tötet. Meist erfolgt dies durch Sprengstoff, der am Körper, z.B. in einen Sprengstoffgürtel, oder in einem Fahrzeug gelagert ist und vom Attentäter gezündet wird. Dieses klassische Selbstmordattentat wurde erst Anfang der 1980er Jahre im Umfeld der späteren Hizbollah im Libanon entwickelt und verbreitete sich dann von dort aus in die Welt.

    * Einem Attentat, bei dem er sich nach selbigem tötet.

    * Einem Attentat bei dem der vom (vermeintlichen) Haupt-Täter getragene Sprengsatz von einem Mittäter mit einer Fernsteuerung oder durch einen Zeitzünder zur Explosion gebracht wird. (z.B. bei den sog. schwarzen Witwen). Dies kann mit oder ohne Wissen des Haupt-Täters erfolgen, dem dabei zumindest teilweise auch eine Opferrolle zukommen kann.

    * Einem Angriff, bei dem der Täter von anderen getötet wird, umgangssprachlich Himmelfahrtskommando genannt.

Weiterhin unterscheidet man noch den Zweck des Selbstmordattentats:

    * eine starke Wirkung in der öffentlichen Meinung zu erzeugen.

    * im Rahmen der dafür interpretierten Religion, ein Märtyrertum zu erlangen, das ein "Leben im Paradies" schaffen soll. Wird fälschlicherweise mit dem Islam in Verbindung gebracht. Der Islam selbst und der Koran verbieten Selbstmord.

    * Darüber hinaus entfällt bei einem Selbstmordattentat der hohe logistische Aufwand, sein Leben während und nach dem Attentat zu schützen und sich selbst unverletzt vom Anschlagsort zu entfernen. Gleichzeitig erzielt dies eine höhere Wirkung des Attentats. Manche Anschläge wären anders gar nicht durchführbar gewesen, wie z.B. die Anschläge auf das World Trade Center in New York 2001.

    * Außerdem hat ein Selbstmordattentat für die Hintermänner den Vorteil, dass "keine Gefangenen gemacht werden", die Ermittlungen sind dadurch entsprechend erschwert und häufig auf Festnahmen bei misslungenen Selbstmordattentaten beschränkt.

Selbstmordattentäter folgen häufig einem vermeintlich höheren Ziel und sehen sich selbst als Widerstands- oder Glaubenskämpfer.

Frühe Selbstmordattentate gab es  in der Antike bei den Circumcellionen in Nordafrika und im Mittelalter bei den Assassinen im vorderen Orient.

Im Alten Testament im Buch der Richter, Kapitel 16 wird ein Selbstmord von Samson beschrieben, bei dem über 3000 Männer und Frauen starben. Manche sehen in diesem Selbstmord, der ursächlich für den Tod vieler war, unter Vernachlässigung der Umstände ein Selbstmord-Attentat.

Im 20. Jahrhundert haben zunächst während des 2. Weltkrieges die Angriffe der japanischen Kamikazeflieger wie auch das deutsche Projekt Selbstopfer von sich reden gemacht.


Die Märtyrerangriffe der Bassidschis während des ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und den Iran waren der Ausgangspunkt zur Entwicklung des klassischen Selbstmordattentats im Libanon ab 1982


Die Liberation Tigers of Tamil Eelam führt mit ca. 250 ihr zugeschriebenen Anschlägen die Statistik der weltweit verübten Selbstmordattentate an.


Quelle: http://de.wapedia.eu/Selbstmordattentat?p=0 (stand: 07/2006)

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Quote
[...] Der Einsatz von Streumunition sei besonders in bevölkerten Gebieten inakzeptabel, da ihre Wirkung nicht genau kontrollierbar sei, sagte Human-Rights-Watch-Direktor Kenneth Roth. Ereignisse im Irak und im Kosovo hätten gezeigt, dass der Einsatz von Streumunition stets mit zahlreichen zivilen Opfern einhergehe. "Israel muss sofort damit aufhören, Streubomben im Libanon zu verwenden", forderte Roth. Streugranaten hinterlassen häufig zahlreiche Blindgänger, die auch Jahre später noch explodieren können.

Das israelische Militär erklärte, der Gebrauch von Streumunition sei gemäß internationalem Recht legal. Der Vorfall, auf den sich die Menschenrechtsorganisation beziehe, werde geprüft.


Aus: "SÜDLIBANON: Bombardement löscht Familie aus" (SPON; lan/Reuters/AP/AFP; 25. Juli 2006)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,428359,00.html

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Quote
[...] Seit Beginn der Kampfhandlungen sind insgesamt mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon libanesische Zivilisten.

Aus: "Krieg im Libanon - Israel verteidigt Einsatz von Streubomben" (tagesschau.de; 25.07.2006)
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5740356_REF1_NAV_BAB,00.html

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Quote
[...] In Israel wurden bis vor kurzem die Häuser von Angehörigen von Selbstmordattentätern zerstört. Diese Haftbarmachung der Angehörigen wird als Kollektivbestrafung oder Kollektivhaftung bezeichnet, und widerspricht der aufgeklärten Grundhaltung europäischer Kulturtradition, wonach jeder für seine Taten eine individuelle Verantwortung trägt.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstmordattentat (07/2006)

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Quote
[...] Bei mehreren Anschlägen im Irak wurden heute mindestens 19 Menschen getötet und 35 weitere verletzt. Allein in Mossul im Norden des Landes starben fünf irakische Soldaten, als eine Autobombe explodierte, wie es in Sicherheitskreisen hieß. In der sunnitischen Stadt Samarra nördlich von Bagdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter in seinem Wagen in die Luft und riss einen Mann mit in den Tod. Weitere 17 Menschen, unter ihnen sechs Kinder, erlitten bei dem Anschlag Verletzungen. In Tadschi, etwa dreißig Kilometer nördlich von Bagdad, erschossen Unbekannte drei Menschen. Zwei weitere Menschen kamen in der Hauptstadt durch Mörsergranaten ums Leben.


Aus: "IRAK: USA erklären Sicherheitsoffensive für gescheitert" (SPON; 24. Juli 2006; asc/AP/dpa/AFP)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,428350,00.html


« Last Edit: November 24, 2007, 09:40:10 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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