COMMUNICATIONS LASER #17
February 07, 2012, 08:56:40 PM *
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News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TEXT DATENBANK
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Author Topic: [Gewalt + Persönlichkeitsstörungen... ]  (Read 22475 times)
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« Reply #45 on: February 18, 2007, 01:37:58 PM »

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[...] Der Mensch wird durch ein Einzelschicksal stärker angesprochen als durch eine Reihung von Schicksalen und ist damit nach Einschätzung des US-Psychologen Paul Slovic seelisch nicht in der Lage, auf einen Vorgang vom Umfang eines Völkermordes angemessen zu reagieren.

[...] Ein entschiedenes Eintreten gegen Massenmorde sei auf dieser Grundlage nicht zu erwarten, sagte Slovic. Höhere Totenzahlen gingen mit zunehmender Gleichgültigkeit einher. Die Studie belege eine "verstörende psychologische Tendenz", die darin liege, dass "unsere Fähigkeit mitzufühlen begrenzt ist". Wenn schon das Hinzutreten eines zweiten Schicksals das Mitgefühl verringere, sei es "kein Wunder, dass das Gefühl bei 200.000 Toten weg ist". In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit habe es keine Notwendigkeit gegeben, tausende von Menschen auf der anderen Seite des Globus zu schützen, schloss Slovic. Wenn Völkermorde wirksam verhindert werden sollten, müssten Institutionen und Gesetze geschaffen werden, die moralischen Richtlinien Geltung verschafften.


Aus: "Studie: Einzelmord trifft Gefühle stärker als Massenmord" (von AFP; Samstag 17. Februar 2007)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/17022007/286/wissenschaft-studie-einzelmord-trifft-gef-hle-st-rker-massenmord.html

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« Reply #46 on: February 26, 2007, 09:42:20 AM »

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[...] Esslingen - Familiendrama im baden-württembergischen Esslingen: Sie habe ihre Söhne mit einem Elektrokabel bewusstlos gewürgt und anschließend mit einem Küchenmesser erstochen, sagte die 33-jährige Frau heute bei ihrer Vernehmung. Wie die Polizei mitteilte, gab sie als Motiv familiäre und finanzielle Probleme an. Es erging Haftbefehl wegen zweifachen Mordes.

Der 40-jährige Vater hatte seine Kinder am Donnerstag tot aufgefunden. Als er gegen 17.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, fand er einen der Jungen im Wohnzimmer liegend, den anderen im Kinderzimmer. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden Kinder feststellen.

Die Mutter liegt im Krankenhaus. Sie hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Bis gestern galt sie als nicht vernehmungsfähig, weil sie operiert worden war. Spaziergänger hatten sie am Freitagmittag verletzt an einem Waldstück bei Esslingen entdeckt.

Der Vater lebte nach Darstellung der Ermittler getrennt von der Familie im selben Haus mit einer anderen Frau und einem gemeinsamen Kind zusammen.


Aus: "ESSLINGEN: Mutter gesteht Mord an ihren zwei Kindern" (abl/dpa; SPON; 25. Februar 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,468519,00.html

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Quote
[...] RHEDE. Der Doppelmord an einer 43 Jahre alten Frau und ihrem elfjährigen Sohn im münsterländischen Rhede ist aufgeklärt. Der zur Fahndung ausgeschriebene 44 Jahre alten Familienvater sei gestern in einem Berliner Hotelzimmer mit aufgeschnittenen Pulsadern lebend gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer in Münster. Der Verdächtige wurde direkt in einem Berliner Krankenhaus operiert, sei aber außer Lebensgefahr.

In einem bei ihm gefundenen Abschiedsbrief habe er die Bluttat an seiner Familie gestanden. Er könne mit der Schuld nicht leben, hieß es nach Darstellung der Staatsanwaltschaft in dem Schreiben. Zu den Motiven für die Bluttat an seiner Familie fand sich in dem Brief aber kein Hinweis. Dazu solle der Mann befragt werden, sobald er vernehmungsfähig sei.

Am Dienstag hatten Verwandte in einem Einfamilienhaus in Rhede die Leichen der beiden Opfer gefunden. Der 44-Jährige hatte seine Ehefrau und den elfjährigen Sohn offenbar mit einem Küchenmesser erstochen. Anschließend meldete er den Sohn in der Schule und die Frau bei ihrem Arbeitgeber krank. Dann flüchtete der Angestellte eines Getränkehandels mit seinem Dienstwagen. Er war per Haftbefehl und mit öffentlicher Fahndung gesucht worden. Hotelangestellte hatten den Schwerverletzten in seinem Zimmer entdeckt. (dpa)


Aus: "Vater gesteht Mord an Familie" (22.02.07)
Quelle: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1171562121150.shtml

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[...]  Wegen Mordes an ihrem 22 Monate alten Sohn hat sich am Mittwoch eine 34-jährige Tirolerin vor einem Innsbrucker Geschworenengericht verantworten müssen. Sie stach laut Anklage mit zwei Messern 20 Mal auf ihr Baby ein. Motiv für die Bluttat war vermutlich ein Sorgerechtsstreit zwischen der Angeklagten und ihrem Ehemann. Sie bekannte sich schuldig, bestritt jedoch, vorsätzlich gehandelt zu haben.

"Je schlimmer das Verbrechen, desto abnormer muss der Täter sein. Das ist bei den meisten Menschen eine Art Reflex, stimmt aber häufig nicht," sagte der psychologische Sachverständige Univ.-Prof. Reinhard Haller im Gerichtssaal. So sei auch die Angeklagte nicht geisteskrank. Ihre Persönlichkeit weise allerdings einige Auffälligkeiten auf. Die Beschuldigte könne Impulse schlechter kontrollieren und reagiere panisch, wenn sie sich in die Enge getrieben fühle, führte Haller aus.

In dieser Situation habe sie sich zum Tatzeitpunkt befunden. Sie habe sich von ihrem Ehemann verfolgt gefühlt. Sie habe "massivste Ängste" davor gehabt, dass ihr der Partner das Kind wegnimmt. Sie habe die Verzweiflungstat in einem psychischen Ausnahmezustand begangen, sei dabei aber zurechnungsfähig gewesen, wenn auch in "höhergradig" eingeschränkter Form.

In ihrem Kopf sei nur Leere und Hass gewesen, hatte die mutmaßliche Kindesmörderin bei einer Einvernahme kurz nach der Tat ausgesagt. Die Beziehung zwischen der Angeklagten und ihrem Ehemann sei von Anfang an zerrüttet und die 34-Jährige sei in der Partnerschaft "enormem psychischen Druck" ausgesetzt gewesen, führte Verteidiger Albert Heiss an. Der Ehemann sei sehr eifersüchtig gewesen und habe seine Frau rund um die Uhr überwacht, unter anderem mit einem Peilsender, der an ihrem Auto angebracht war. Der gut situierte Mann habe seine finanziell abhängige Partnerin als seinen Besitz betrachtet, meinte er.

Zu der Verzweiflungstat war es Juni 2006 in Kufstein gekommen. Die Frau hatte sich unmittelbar nach der Tat der Polizei gestellt und wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Mittlerweile ist sie in Haft.


Aus: "Mord-Prozess: Mutter erstach 2-jährigen Sohn" (Innsbruck , 21. Februar 2007)
Quelle: http://www.oe24.at/zeitung/oesterreich/chronik/article113243.ece
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« Reply #47 on: February 26, 2007, 01:02:41 PM »

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[...] Nachdem der Kultverein Lokomotive Leipzig am 10. Februar sein Amateur-Pokalspiel mit 0:3 gegen die Ersatzelf des Zweitligisten Erzgebirge Aue verloren hatte, kam es zu Exzessen, die manchen an Bürgerkrieg erinnerten. Polizisten wurden gejagt, 39 von ihnen verletzt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) drohte daraufhin den Klubs, die Gewalttäter nicht aktiv ächten, mit dem „Ausschluss aus der Fußballfamilie“. 19 Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs sind eingeleitet. Von 22 mutmaßlichen Straftätern konnten bislang neun identifiziert werden.

[...]  „Hier geht es um Ehre, Stolz, Loyalität, Fanatismus, Liebe, Hingabe, Aufopferungsbereitschaft, Intensität, Identität, Emotionen, Enthusiasmus, Leiden, Glauben, Wille, Kampfbereitschaft, Geilheit, Stärke, Macht – um Ultras“, heißt es im „Blickfang Ultra“, einem Magazin, das soeben neu auf den Markt gekommen ist.
Die Erstausgabe bringt „Stroke“ mit, der verspätet im Hauptbahnhof erscheint. Er ist mindestens 1,85 Meter groß, hat eine athletische Figur und mitunter eine kindliche Stimme. Wer die Filme nicht kennt, die ihn im Internet als Einpeitscher zeigen, kann ihn sich kaum als charismatischen Anführer vorstellen. Der Azubi stand schon mehrfach vor dem Jugendgericht, das ihn ein um das andere Mal zu gemeinnütziger Arbeit verurteilte. „Ich habe alle Taten immer eingeräumt“, sagt der glühende Lokist. Ärger mit der Justiz nehme er in Kauf: „Fußball bedeutet mir alles, da gibt es Emotionen, die einen durchknallen lassen.“ Im „Blickfang Ultra“ steht: „Ultra ist man entweder ganz oder gar nicht – und das ein Leben lang!“
Sich selbst rechnet „Stroke“ dem „erlebnisorientierten“ Teil der Bewegung zu, also jenem Flügel, der sich zur „Gewaltschiene“ bekennt und den eine Erkenntnis eint: „All cops are bastards.“ Die Aktion am 10.¿Februar sei zumindest „teilweise gerechtfertigt“ gewesen, sagt der Ultra. Nie hätten sich die Medien der Mühe unterzogen, zu fragen, warum die Situation derart eskalieren konnte. Dafür gebe es Gründe, allen voran die unerträgliche Polizeiwillkür. „Die stehen total bewaffnet direkt vor dem Stadioneingang und provozieren ständig unsere Leute.“ Bedenkenlos würden die Beamten, im Jargon „bundesweite Mützen“ genannt, Pfefferspray und Schlagstock einsetzen, sagt „Stroke“. Bei der Schlägerei am 10. Februar hätten übrigens von angeblich 800 Beteiligten höchstens 300 aktiv ins Geschehen eingegriffen. „Gegen 300 Polizisten – ein fairer Kampf.“

Von Fairness hat Klaus J. wenig gespürt: „50 gegen zwei – das ist doch kein ordentlicher Fight.“ Der 38-jährige Polizist, der seit elf Jahren der zivilen Einsatzgruppe angehört, ist ein Schrank von Mann, fast 100 Kilo schwer. Nach dem Spiel kam ein militanter Lok-Anhänger auf ihn und seinen Kollegen zu und bat um Feuer – um eine selbst gebastelte Rauchbombe zu entzünden. Seiner Festnahme entging der Chaot durch Faust- und Kopfschläge sowie den Ruf „Zivilbulle, Zivilbulle“. Sofort eilten Gesinnungsgenossen zu Hilfe. „Free Fighter, Karateleute und ’ne Menge Boxer“, wie Klaus¿J. sagt, der sich an Rufe wie „Macht das Bullenpack platt“ erinnert. Panisch sei er losgerannt und habe sich mit Mühe und Not in Sicherheit bringen können. Sein Kollege hingegen sei trotz gezogener Waffe niedergestoßen und mit Tritten malträtiert worden, woraufhin er einen Warnschuss abgegeben habe. Aber auch das schreckte die Gewalttäter nicht. Er konnte der Polizei zufolge erst durch ein Einsatzkommando aus seiner misslichen Lage befreit werden. „Mein Kollege hatte Todesangst, und ich auch“, sagt Klaus J.
Eine solch extreme Situation wie am 10. Februar habe er in Leipzig noch nie erlebt, sinniert der Zivilpolizist: „Diesem Mob, dem ganzen Kroppzeug, muss man endlich die Plattform nehmen und den Verein auflösen – und gut is“, macht er aus seiner persönlichen Meinung keinen Hehl. Viele der Ultras seien unter 20: „Was werden die erst für einen Hass an den Tag legen, wenn die sich noch fünf Jahre so entwickeln? Da kann einem heute schon angst und bange werden.“

„Die Polizei ist für Ultras ein Feindbild. Sie in Schranken zu verweisen ist ihnen fast genauso wichtig wie die Schmähung der gegnerischen Fans“, sagt der szenekundige Thomas Franke. Der Student der Kommunikationswissenschaften hat gerade das Buch von „Athen nach Althen – Die Fanszene von Lok Leipzig zwischen Europacup und Kreisklasse“ veröffentlicht. Mit Verbotsforderungen kann der Autor nichts anfangen: „Jede Jugend will die Grenzen ausleben“, sagt er. So gesehen seien Ultras und 68er-Bewegung wesensverwandt. „Das ist eine Subkultur, die provozieren will, auch mit martialischen Gruppennamen und politisch extremen Parolen.“
Auf Transparenten im Stadion waren schon Sprüche wie „Wir sind Lokisten, Mörder und Faschisten“ oder „Rudolf Hess – unser Rechtsaußen“ zu lesen. Bei einem Spiel formierten sich rund 60 Lok-Anhänger zu einem riesigen Hakenkreuz. Während des Pokalspiels gegen Erzgebirge Aue skandierte die Kurve minutenlang „Juden Aue, Juden Aue“. Manche aus der Szene wie „Stroke“ distanzieren sich von solchen Entgleisungen. Der Fußball müsse unpolitisch bleiben.


[...]  Die erste Leipziger Ultra-Formation wurde Anfang 2000 gegründet: Inferno Lok – für viele Mitglieder war der Name Programm. Aus der Anfangszeit wird in einer Selbstdarstellung von „bis heute nie wieder erreichten Krawallszenarien“, einem faszinierenden „Leuchtspurkrieg“ und „der totalen Verwüstung“ des Gästeblocks einer gegnerischen Mannschaft berichtet: „Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, dies brachte einen neuen Boom an jugendlichen Neufans.“ Inferno aber ist Geschichte. Die Gruppe löste sich auf, auch weil sie sich nicht darüber verständigen konnte, wie man es mit der Gewalt halten soll. Diese Frage scheint bei den Ultra-Formationen der zweiten Generation geklärt.


Aus: "Fußball-Randale: Fanatismus, Kampfbereitschaft, Geilheit" Von Uwe Müller und Christian Putsch (25. Februar 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/article734769/Fanatismus_Kampfbereitschaft_Geilheit.html

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« Reply #48 on: March 05, 2007, 01:06:00 PM »

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[...]  „Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustande der Bändigung und Zähmung, welcher Zivilisation heißt: daher erschrecken uns die gelegentlichen Ausbrüche seiner Natur. Aber wo und wann einmal Schloss und Kette der gesetzlichen Ordnung abfallen und Anarchie eintritt, da zeigt sich, was er ist.“

Die Filme des französischen Regisseurs Gaspar Noe gewähren einen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele und ihres Handelns. Seien es die pädophilen Gedankenwelten des Metzgers aus Seul contre tous oder die albtraumhaften Gewaltexzesse, welche die drei Hauptfiguren seines letzten Werkes Irreversible durch- und ausleben. Schopenhauer beschreibt den Menschen in seinen Texten als ein „wildes Tier“, der Homo Sapiens wird mit dieser Aussage entmenschlicht und sein Handeln wird sogar unter die tierischen Handlungen gestellt: „der Mensch ist das einzige Tier, welches anderen Schmerz verursacht, ohne weiteren Zweck als eben diesen. Die anderen Tiere tun es nie anders, als um ihren Hunger zu befriedigen, oder im Zorn des Kampfes.“

[...]  So maschinell und gefühllos wie Michel Houellebecq Sexualität in seinem Gedicht L´Amour, L´Amour beschreibt, stellt Dumont sie auch in seinen Filmen dar. Die Sexszenen zwischen Domino und Joseph sind, wenn auch nicht explizit inszeniert wie in La vie de Jesu, kalt und emotionslos. Der Akt verkommt zu einer unmenschlichten Tat, wird zur Befriedigung eines animalischen und biologischen Triebes. Sexualität scheint in dieser amoralischen und hedonistischen Welt kein Ausweg für die Unglücklichen zu sein. Sie bedeutet nicht mehr als einen weiteren Kick, eine kurze Unterbrechung der Qualen und der Einsamkeit.

[...]  Arthur Schopenhauer beschreibt diese Form der Verschleierung des Individuums. Der Mensch betrachtet sich nur als eine Erscheinung in Raum und Zeit, als ein Wesen dem das Böse und das Übel in der Welt vollkommen fremd ist. Aufs Schärfste trennt er zwischen sich und den anderen. Dennoch „lebt in der innersten Tiefe seines Bewusstseins die ganz dunkle Ahnung, dass ihm jenes alles doch wohl eigentlich so fremd nicht sei, sondern einen Zusammenhang mit ihm hat“ .


Aus: "Dumont und Noé: Der Angriff auf die moderne Verschleierung: Zwei philosophische Filmemacher aus Frankreich" Von Nils Ehring
(ikonenmagazin.de; 2007 (?))
Quelle: http://www.ikonenmagazin.de/artikel/Noe.htm

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« Reply #49 on: March 06, 2007, 11:08:41 AM »

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[...] BUENOS AIRES, 5. März 2007 - In Argentinien werden jedes Jahr 200 Frauen ermordet. In mehr als der Hälfte der Fälle ist oder war der Täter auch Lebenspartner. Die aktuellen Zahlen wurden von der nichtstaatlichen Organisation (NRG) Red Solidaria am Wochenende in Buenos Aires bekannt gegeben.

Demnach geht bei den zuständigen Stellen und Organisationen alle zwei Stunden ein telefonischer Hilferuf ein. Allerdings geht Red Solidaria-Präsident Juan Carr davon aus, dass lediglich rund zehn Prozent der Opfer von Misshandlungen Hilfe ersuchen.

Nach Angaben der staatlichen, für Frauen zuständigen Regierungsstelle "Consejo Nacional de la Mujer" sind für die Aggressionen in 90 Prozent der Fälle Personen aus der Familie oder dem sozialen Umfeld verantwortlich.

Laut Regierungs-Statistik dauert es im Schnitt fünf Jahre, bis sich die Opfer dazu entschließen, Anzeige zu erstatten. In der argentinischen Justiz sind aber auch Fälle bekannt, in denen Frauen erst nach einer 20-jährigen Leidenszeit ihre Peiniger anzeigten.

Die meisten Anzeigen werden wegen erlittener, körperlicher Gewalt gestellt, gefolgt von psychischer, wirtschaftlich-existenzieller und sexueller.



Aus: "Gewalt gegen Frauen: Jedes Jahr über 200 Morde" (5. März 2007)
Quelle: http://www.argentinienaktuell.com/newsDetail.php?newsId=1724&section_id=9

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« Reply #50 on: March 08, 2007, 12:31:23 PM »

[...] Des weiteren möchte ich mich mit der Gewaltfrage befassen....

[...] ist es für meine Begriffe sinnlos, ständig neu über die Gewaltfrage zu diskutieren...

[...] Terror darf nicht mit Terror beantwortet werden...

[...] Gewalt, Terror und Hass in Namen von...

[...] Dadurch, dass man die Gewaltfrage aus den religiösen Systemen herauslagert...

[...] Um die Gewaltfrage zu erklären, müssen die Hintergründe untersucht werden...

[...] Die Gewaltfrage konnte bisher nie eine vorrangige sein, sondern stets eine...

[...]  Ich sehe Faschismus als Gewaltfrage: also bereit zu sein, eine beliebige...

[...] Das Buch gibt aber keine Antwort auf die Gewaltfrage und auch ein Happy-End fehlt...

[...] Schwierigkeiten beim Nachdenken über Terror...

[...] es wird versucht das Bündnis an der sogenannten Gewaltfrage zu spalten...

[...] Der "Terror der Schwachen"...

[...] Man muss in der Gewaltfrage deutlich unterscheiden, zwischen...

[...] die Verantwortung für den Terror nicht nur bei anderen....

[...] die damaligen Aktualität der Gewaltfrage in Deutschland...

[...]  in dem er 1978 anlässlich einer Debatte über die „Gewaltfrage“...

[...] Es gibt keinen besseren Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg als eine gerechte...

[...] Börsenkrach; Die Frauenfrage; Die Gewaltfrage in der Demokratie; Die Kritik der Toleranz...

[...] Fischer: „Natürlich wurde die Gewaltfrage rauf und runter diskutiert überall...

[...] „Die moderne Zivilisation und die Gewaltfrage“ Vortrag an der Universität Basel...

[...] da die Gewaltfrage ungeklärt ist...

[...] Terror als Nostalgiephänomen...

[...] das Verhältnis hinsichlich der Gewaltfrage...

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« Reply #51 on: March 13, 2007, 09:43:05 AM »

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[...] Streit um Mädchen, teure Klamotten, oder schlicht um die Ehre werden hier schnell mit Waffen ausgetragen. [...] Cynthia Gray starb im Herbst, es ist ein halbes Jahr her. Die siebzehnjährige Teenagerin wurde mit mehreren Schüssen in den Kopf regelrecht exekutiert [...]  niemand von den Zeugen will etwas gesehen haben. Wer redet, lebt hier gefährlich. Vier Wochen vor Cynthia wurde ihr gleichaltriger Freund erschossen. Das Morden unter Teenagern ist in dem Viertel zur Routine geworden. "Unsere Kinder erschießen und verstümmeln sich hier doch gegenseitig. Und darüber wird dann viel zu viel berichtet. Wenn es im Fernsehen heißt, 'der da hat den da erschossen', dann ist das für die Kids hier wie eine Bewährungsprobe. Wenn Du in den Knast gehst und überlebst bist Du der Held", sagt Shjaron Wise.

[...] Wir haben uns mit zwei "Roving Leaders" verabredet: Sozialarbeiter, die hier jede Gang und fast jeden Killer persönlich kennen. Brooks und Bridget haben einen lebensgefährlichen Job: Sie sollen Morde verhindern, indem sie zwischen verfeindeten Gangs vermitteln. Der Schuss in Bridgets Knie und die Stichwunden im Arm - Betriebsunfälle. Die Gangs werden immer jünger, nervöser, und unberechenbarer im schwarzen Osten der Hauptstadt.

[...] "Schießereien passieren hier jeden Tag in DC", meint Bridget, "es spricht nur niemand darüber." Brooks ergänzt, dass nach großen Erklärungen für das Morden gesucht werde, doch das sei Quatsch. "Die Kids erschießen sich für gar nichts. Der Gruppendruck einfach so stark, dass sie damit ihren Freunden imponieren wollen. Die verstehen gar nicht, wofür sie in den Knast gehen."

[...] "Hier geht es heute vor allem um Respekt, wenn geschossen wird, ums Image", erzählt einer. Es sei nicht mehr wie in den Achtzigern, wo noch um Drogenmärkte gekämpft worden sei. "Diese Typen wollen Anerkennung.

[...] Und die meisten Konflikte fangen bei den GoGos an." Der Junge weist auf eine Tätowierung, die ein Gesicht zeigt: "Hier, das war mein Freund. Der wurde nur wegen einem Drink gekillt, den er dem falschen Mädchen ausgeben wollte."

Nachdem die Jungs weg sind, fragen wir Brooks und Bridget nach den Motiven für den Mord an Cynthia Gray. "Ihr Freund hatte verschiedene Leute abgestochen. Danach wurde er selbst erschossen. Und Cynthia hörte einfach nicht auf, zu drohen: Sie kenne die Täter, die würden bald eingesperrt. Na, und was soll schon passieren, wenn jemand so redet?", fragt Brooks. Bridget kannte Cynthia gut. Sie war auch auf ihrer Beerdigung. "Ich habe diese Kids doch von klein auf betreut, das tut schon weh. Über 500 Beerdigungen habe ich in elf Jahren mitgemacht, jetzt Samstag, das ist meine 512.", so Bridget.
 

Aus: "Jugendkriminalität in Washington: "Die Kids erschießen sich für gar nichts"" Von Udo Lielischkies, ARD-Fernsehstudio Washington (11.03.2007)
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6503340_TYP6_THE_NAV_REF3_BAB,00.html

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[...] Auf der Videoaufzeichnung der Überwachungskamera ist zu sehen, wie der Mann die alte Frau aus dem New Yorker Stadtteil Queens zunächst am Hals festhält und dann zweimal mit brutaler Gewalt in ihr Gesicht schlägt. Er brach ihr einen Wangenknochen - der wegen ihres Alters nicht mehr operiert werden kann. Der Räuber erbeutete gerade mal 33 Dollar.


Aus: "AUF VIDEO GEFILMT: Brutaler Überfall auf 101-Jährige entsetzt New Yorker" (SPON; 12. März 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,471189,00.html

« Last Edit: March 13, 2007, 09:55:57 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #52 on: March 13, 2007, 11:14:02 AM »

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[...]  Mit dem Spruch „Freizeit neu erleben“ wirbt die Waffenfirma „Röhm“ für ihre neuen Produkte. Und die kommen recht martialisch daher. Das „TM Desperado Sniper“ etwa, ein zerlegbares Luftdruckgewehr, sieht aus wie ein Scharfschützengewehr und ist für 399,- Euro zu haben. Für 139,- Euro zusätzlich gibt es das Gewehr in einem speziell angefertigten Gitarrenkoffer. Das sieht nicht nur kriminell aus, es ist auch so gemeint.
„Ursprünglich wollten wir den Gitarrenkoffer von Antonio Banderas aus dem Film ‚Desperado‘ nur für die Schaufensterdekoration produzieren, aber er entpuppt sich als echter Renner“, sagte ein Vertreter der Firma Röhm auf der IWA.


Aus: " Sicherheit: Mörderische Waffen, die niemand braucht"  Von Franz Solms-Laubach (12. März 2007)
Quelle: http://www.welt.de/politik/article757059/Moerderische_Waffen_die_niemand_braucht.html

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« Reply #53 on: March 15, 2007, 12:17:11 PM »

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[...] New York (AP) Ein schwer bewaffneter Mann hat im New Yorker Greenwich Village zwei Hilfspolizisten und den Angestellten einer Pizzeria erschossen. Bürgermeister Michael Bloomberg erklärte am Mittwoch, der Mann habe zunächst in dem Restaurant seine Bestellung aufgegeben und dann dem Angestellten 15 Mal in den Rücken geschossen. Zwei Hilfspolizisten verfolgten den Schützen, bis er seine Waffe gegen sie richtete und auch sie tötete. Der mutmaßliche Täter sei von regulären Polizisten gestellt und erschossen worden.

«Es war ein schrecklicher Abend für die New Yorker Polizei und für die Stadt», sagte Bloomberg. Zwei Männer, die freiwillig für mehr Sicherheit auf den Straßen gesorgt hätten, hätten dabei ihr Leben verloren. Die Hilfspolizisten in New York sind Freiwillige, die zwar eine Uniform tragen, aber nicht bewaffnet sind. Der Schütze trug einen falschen Bart und hatte zwei Handfeuerwaffen sowie 100 Schuss Munition bei sich. Über den Hintergrund der Tat wurde nichts bekannt.


Aus: "Vier Tote bei Schießerei in New York" (15. März 2007)
Quelle: http://de.news.yahoo.com/15032007/12/tote-schiesserei-new-york-erste-zusammenfassung-hilfspolizisten-unter-opfern.html
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« Reply #54 on: March 15, 2007, 12:20:46 PM »

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[...] Berlin - Der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch gab heute in der Hauptstadt für 2006 einen Anstieg von 9,2 Prozent von 3084 auf 3369 Fälle des Widerstandes gegen die Staatsgewalt bekannt. Bundesweit stieg die Zahl der erfassten Fälle von 20.689 im Jahr 1997 bis zur letzten statistischen Erhebung 2005 auf 25.664, wie das Bundeskriminalamt mitteilte.

[...] In Berlin forderte der regionale GdP-Vorsitzende, Eberhard Schönberg, eine Diskussion über die bestehende Regelung des Straftatbestandes. "Ich rege eine gesetzliche Verschärfung für Angriffe gegen Polizeibeamte an", sagte er. "Das könnte eine Möglichkeit sein, zu zeigen, dass der Staat Gewalt gegen seine Vollstreckungsbeamten nicht hinnimmt."


Aus: "PRÜGELSTATISTIK: Gewalt gegen Polizisten stark gestiegen" (SPON; 14. März 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,471792,00.html

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« Reply #55 on: March 15, 2007, 12:23:11 PM »

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[...] Bei Unruhen in der niederländischen Stadt Utrecht hat die Polizei in der Nacht zum Mittwoch etwa 130 Menschen festgenommen. Viele von ihnen hatten die Polizei nach deren Angaben mit Flaschen und Steinen beworfen, andere waren der Aufforderung zum Auseinandergehen nicht nachgekommen. Anlass für die Ausschreitungen war der tödliche Schuss eines Polizisten auf einen mit einem Messer bewaffneten Mann am Sonntagabend.

Der Mann war in dem als sozial problematisch bekannten Utrechter Stadtviertel Ondiep in einen Streit mit Jugendlichen verwickelt. Der herbeigerufene Polizist fühlte sich selbst bedroht, als der Mann mit einem Messer fuchtelte. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob der Beamte zu Recht geschossen hat.

Schon am Montagabend hatte dieser Vorfall zu Krawallen in Ondiep geführt. Nach Angaben der Polizei sind viele der Unruhestifter als Krawallmacher bei Fußballspielen bekannt und kommen nicht aus Utrecht. Deshalb riegelte die Polizei das Viertel am Dienstagabend ab und ließ nur noch Anwohner durch die aufgestellten Sperrgitter. Aber auch innerhalb der Absperrung wurde Dutzende Menschen festgenommen. Die Stimmung in dem Problemviertel ist seit langem gespannt, weil dort Hunderte preiswerte Sozialwohnungen teuren Neubauten weichen sollen. Ein Drittel steht bereits leer.


Aus: "Schwere Ausschreitungen in Utrecht" (NZ; 14.03.2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/ausland/582410.html

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« Reply #56 on: March 20, 2007, 02:17:56 PM »

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[...] LONDON. Es passierte auf dem Heimweg. Der 15-jährige Adam Regis hatte sich einen Kinofilm angeschaut und nahm gegen neun Uhr abends den Bus Nummer 104 nach Hause. Da muss er sie getroffen haben: Zwei Jugendliche, farbig wie er selbst, in der für die Londoner Gang-Kultur typischen Uniform von Kapuzenshirt und Schlabberjeans. Die zwei jagen Adam Angst ein, er steigt eine Meile früher aus als nötig. Seine Mörder folgen ihm: In der Boundary Road, gegenüber dem Fußballstadion von West Ham, stellen sie ihn und ziehen ihre Messer. Sie stechen ihn in die Brust und ins Bein. Adam bricht zusammen. Passanten sehen die beiden Jugendlichen davonrennen. Das Opfer wird ins Krankenhaus Newham gebracht, wo es kurz vor elf Uhr an inneren Blutungen stirbt.

[...] der Fall von Adam Regis ist nur das jüngste Beispiel einer Serie von Messerstechereien unter Teenagern. Erst am vergangenen Donnerstag kam es in Westlondon zu einem besonders fürchterlichen Vorfall. Der 16-jährige Kodjo Jenga wurde von einer Gruppe von Jugendlichen mit Baseballschlägern und Messern traktiert. Mädchen, gerade einmal 13 Jahre alt, feuerten ihre Freunde an: "Kill him, kill him!" Sie hielten Kodjos Freundin fest, die mit ansehen musste, wie er förmlich abgestochen wurde. Zwei Jungen im Alter von 13 Jahren sowie ein 14- und ein 16-Jähriger sind mittlerweile in Untersuchungshaft.

Kane Mackenzie, der zusammen mit Adam Regis die Kingsford Community School besuchte, legte am Sonntag am Tatort Blumen für seinen Freund nieder. "Ich bin nicht überrascht, dass das passiert ist", sagte er, "alle meine Kumpel kennen Leute, die Messer mit sich führen. Ich habe immer Angst, wenn ich aus der Schule gehe, und sehe zu, dass ich nicht alleine bin." Auch Charlene Ghite, 16 Jahre alt, hat keine Illusionen mehr: "In dieser Gegend kannst du abgestochen werden, nur für die Art, wie du jemanden anschaust. Es kommt nicht darauf an, wer du bist."


Aus: "Schulkinder töten Schulkinder: Eine Welle der Gewalt unter Jugendlichen verstört die Einwohner Großbritanniens" Von Jochen Wittmann (Berliner Zeitung, 20.03.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/vermischtes/638633.html

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« Reply #57 on: May 08, 2007, 11:09:48 AM »

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[...] agdszenen auf einem Hamburger Schulhof: Neun Jugendliche verfolgen einen Klassenkameraden. Sie schlagen auf ihn ein, treten ihn zu Boden. Der Junge schreit vor Schmerzen, bleibt verletzt liegen, weint. Ein Schüler nimmt die grausigen Szenen mit seiner Handykamera auf. Aber nicht als Beweismaterial für die Polizei - der Kurzfilm ist eine Trophäe. Er soll im Freundeskreis rumgezeigt und im Internet veröffentlicht werden - weil es angeblich cool ist.

"Happy Slapping" (fröhliches Prügeln) nennt sich dieses makabere "Spiel" mit der Gewalt - sie filmen, wie sie prügeln, und sie prügeln, um es zu filmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in 14 Fällen von Happy Slapping - es geht um Körperverletzung und Sexualdelikte. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger dem Abendblatt. Auch beim Landesinstitut für Lehrerbildung (LI) der Bildungsbehörde sind 15 bis 20 strafrechtlich relevante Fälle bekannt. "Und die Dunkelziffer ist vermutlich höher", sagt Dr. Christian Böhm, Leiter der Beratungsstelle Gewaltprävention des LI und Happy-Slapping- Experte. Problem: Aus Scham würden viele Opfer lieber schweigen als Anzeige zu erstatten. "Oder die Opfer wissen nicht, dass sie gefilmt wurden, und melden die Tat daher nicht."

Die Julius-Leber-Schule in Schnelsen hat das Problem erkannt und handelt: Im Rahmen einer Projektwoche unter dem Motto "Gewalt und Zivilcourage" befassen sich von heute an Schüler des achten Jahrgangs mit dem Thema: Mobile Zivilcourage - Kurzfilme für das Handy. "Fast alle Schüler haben heutzutage ein Handy, mit dem sie Filme aufnehmen und verschicken können. Klar, dass das genutzt wird - auch zum Verbreiten extremer Gewaltszenen", sagt Lehrer Dirk Flegel (33). In der Projektwoche sollen die Schüler Happy Slapping hinterfragen, moralisch bewerten und erkennen, dass es kein Spaß ist, sondern ein gefährlicher Trend. "Happy Slapping gibt es an jeder Schule, überall. Wer etwas anderes behauptet, verschließt die Augen", sagt ein Hamburger Schulleiter.

Was viele Jugendliche beim Happy Slapping übersehen - es sind Straftaten. Bei gefährlicher Körperverletzung drohen bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. Werden die Handyfilme mit den Prügelszenen weiterverbreitet - etwa über das Internet -, kommt als Straftatbestand auch der Paragraph 131 Strafgesetzbuch, "Gewaltdarstellung", in Betracht. In diesem Fall droht bis zu einem Jahr Haft. Wie menschenverachtend es zugeht, dokumentieren folgende Beispiele aus Hamburg, die der Polizei, Staatsanwaltschaft oder dem Landesinstitut für Lehrerbildung bekannt sind:

# Ein Mädchen (13) wird beim Oralverkehr mit einem Mitschüler gefilmt. Als das Material im Internet veröffentlicht wird, erstattet sie Anzeige.

# Zwei Jugendliche, 14 und 16 Jahre alt, schlagen einem 13-Jährigen mit Fäusten ins Gesicht und filmen die Tat.

# Zwei Jungen im Alter von 16 und 17 Jahren belästigen ein 15-jähriges Mädchen massiv sexuell und geben das Filmmaterial dann anschließend an Freunde weiter.

# Mehrere Jugendliche umringen einen Jungen und schlagen auf ihn ein. Alarmierte Polizisten stellen die Handys der Täter sicher und leiten ein Strafverfahren ein.

# Fünf Jugendliche attackieren einen 23-Jährigen mit einer Flasche und Fäusten, schlagen ihm in den Genitalbereich - und filmen. Die Gruppe "wollte richtig was sehen", heißt es.

"Es gibt den Tätern ein Gefühl der Macht, wenn sie die Opfer über die Tat hinaus vorführen können", sagt Professor Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) die Motivation vieler Jugendlicher. Dass es sich um ein wachsendes Problem handelt, belegt eine KFN-Studie mit 4000 Schülern. Ergebnis: Bereits jeder zehnte Jugendliche, der eine Gewalttat begeht, lässt sich dabei von einem anderen filmen oder fotografieren. "Wir nehmen dieses Phänomen sehr ernst", sagt Pfeiffer. Aus diesem Grund startet das Institut gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium noch in diesem Monat eine deutschlandweite Befragung, bei der 50 000 Schüler interviewt werden. Schwerpunkt der Untersuchung: Happy Slapping.


Aus: "Sie prügeln, vergewaltigen - und filmen dabei" Von Miriam Opresnik, Ralf Nehmzow (7. Mai 2007 (Hamburg))
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2007/05/07/736438.html?s=1

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[...] Als Happy Slapping (engl. etwa für „fröhliches Dreinschlagen“) wird ein grundloser Angriff auf unbekannte Passanten bezeichnet. Der Angreifer läuft dabei z. B. auf sein Opfer zu und schlägt ihm ein- oder mehrmals ins Gesicht. Mitunter werden Opfer auch bis zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen. Der Angreifer läuft danach weg, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Üblicherweise wird der Angriff von einem weiteren Beteiligten mit einer Handy- oder Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen werden anschließend im Internet veröffentlicht oder per Mobiltelefon verbreitet.

Die ersten derartigen Anschläge ereigneten sich schon in den 70er Jahren in England, damals naturgemäß noch ohne Videoaufzeichnung und nicht so benannt. Seit 2004 scheint das Phänomen in England zuzunehmen, woraufhin auch vom europäischen Festland von vereinzelten Vorfällen berichtet wurde. Ein besonders gravierender Fall von Happy Slapping wurde am 30. Oktober 2004 bekannt, als eine Jugendbande einen 37-jährigen Barkeeper zu Tode prügelte und seinen Freund schwer verletzte. Im Juni 2005 fanden im schweizerischen Winterthur und Basel mehrere Happy-Slapping-Angriffe statt. Am 18. Juni 2005 verhaftete die Polizei in England vier Jugendliche, die im Zuge einer solchen Aktion ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt hatten.

Über Happy Slapping wurde in der englischen, deutschsprachigen sowie internationalen Presse intensiv berichtet. Es bleibt allerdings unklar, wie verbreitet solche Angriffe tatsächlich sind. Kritiker der Berichterstattung meinen, dass es sich hierbei vor allem um ein Medienphänomen handele. Sie belegen das mit der geringen Anzahl der dokumentierten Übergriffe und kritisieren die Medien, die Einzelfälle zu einem Massenphänomen hochzustilisieren und nicht immer objektiv darüber zu berichten.


Aus: "Happy Slapping" (05/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Happy_Slapping


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« Reply #58 on: May 10, 2007, 10:44:20 AM »

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[...] Berlin - Ein neuer Fall von Kindstötung erschüttert Berlin. Gegen die Mutter bestehe nach bisherigen Erkenntnissen dringender Tatverdacht, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald. Der Haftbefehl gegen die Frau lautet auf Mord aus Heimtücke. Die Leiche der achtjährigen Amani war am Samstagvormittag an einer Parkbank in einer Grünanlage an der Kreuzkirche im Stadtteil Schmargendorf von einer Spaziergängerin gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind dort starb, wo es gefunden wurde. Erst einen Tag später konnte der Leichnam identifiziert werden, nachdem sich der getrennt von der Familie lebende Vater bei der Polizei gemeldet hatte. Der 35-Jährige hatte Bilder seiner toten Tochter in Zeitungen gesehen.



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[...] Mütter als Medien-Futter

Was meint @Markus:"vor allem, wenn es die eigene Mutter gewesen sein sollte"? Dann wäre es immerhin eine fürchterliche Ausnahme gegenüber den kriminalstatistisch nachweisbaren über 95% der Väter,die tödliche Racheakte, Tötung nach sex. Missbrauch,
Eifersuchtsmorde an Müttern und Kindern und schwere Misshandlungen begehen. Diese Meldungen sind bereits zu gewohnten "News" verkommen. Jedoch wenn Mütter versagen oder sogar töten (was Gottseidank immer noch die statistische Ausnahme ist) leben die Medien wochenlang reißerisch davon, erzielen damit höchste Auflagen und Quoten und ziehen damit subtil alle Mütter in den Dreck, die aus welchen Gründen auch immer, ihren Erziehungsaufgaben nicht mehr gewachsen sind, stattdessen endlich auch ein "Mütter-Notruf-Telefon" einzurichten und für präventive Maßnahmen zu sorgen.
Väter, die sich einfach aus dem Staube machen können, wie der von den 4 Kindern
sind dagegen keine einzige Schlagzeile wert. Diese einseitige Wahrnehmung ist katastrophal!!!
Meineke (7.5.2007 15:46 Uhr)


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Unfassbar

sollte wirklich die eigene Mutter das Kind ermordet haben, dann ist das ein Fall von beispielloser Grausamkeit und durch nichts, aber auch durch gar nichts zu rechtfertigen und die Mutter müsste lebenslange Haft bekommen . In diesem Fall, wenn es so war, sind alle Behörden machtlos, da nutzt auch ein Notruftelefon nichts!!!
B.Keller (7.5.2007 18:22 Uhr)

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@Meineke

Die Mütter sind eine Ausnahme? Glaube nicht, viele Mütter reagieren erpressend und druckvoll gegen die Väter. Meine Ex-Frau war eine Schlägerin, hat meine Kinder mehrmals verbal und körperlich misshandelt. Ich verließ sie schon vorher, weil ich ihre Agressionen nicht mehr aushalten konnte. Kurze Zeit später hörte ich von meinen Nachbarn und von meinen Kindern, dass sie sehr oft gewalttätig reagierte. Die Kinder sind nun bei mir und sie sind glücklich. Meine Ex-Frau hat nun einen neuen Mann, ein polizeilich bekannter Schläger. Sie passen prima zusammen. *ironie*
Und ich höre oft aus meinem Freundeskreis, dass auch viele Mütter ihre Kinder mißhandeln. Da wagen Sie hier zu behaupten, dass die meisten Männer eher gewalttätig seien? Sind Sie etwa männerfeindlich gesonnen? Ich habe so den Eindruck.
Zurw (7.5.2007 18:51 Uhr)

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Berlin-was ist hier los?

In was für einer Stadt leben wir, in der Kinder im Koffer im Park verbrannt werden und andere auf der Parkbank grausam ermordet werden? Was ist hier eigentlich los? Was können wir tun, damit wir zu einem mitmenschlichen Leben finden? Wer gibt uns Licht in diesem Dunkel?
A.H. (7.5.2007 18:52 Uhr)

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Werteverfall

wo und wie leben wir eigentlich ??? Säuglinge werden auf der Toilette zur Welt gebracht und dann getötet- Neugeborene werden aus dem Fenster geworfen(Hamburg) Jugendliche werden im Koffer verbrannt, andere saufen sich zu Tode - Babys werden misshandelt und gequält bis dass sie sterben, Todesschützen mitten unter uns- Kinder werden am hellichten Tage ermordet-Busfahrer werden geschlagen - der Rauschgifthandel blüht- Fahren unter Alkohol- wer stoppt diesen Wahnsinn - daß hat nichts mehr mit Normalität zu tun.
Das Motto heisst- frühzeitig hinsehen und helfen !!!
Pflegemutter (7.5.2007 19:26 Uhr)

Quote
Trauer und Fassungslosigkeit

All dies Gerede gibt dem Mädchen das Leben nicht zurück...Wir trauern um das Kind, das das ganze Leben noch vor sich hatte und sparen uns weitere Worte...
in stillem Gedenken...
Eine Familie aus Hessen (7.5.2007 19:50 Uhr)

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@ Zurw.

Mir ist natürlich bekannt, dass es eine Reihe von betroffenen Vätern wie Sie gibt, die in umgekehrten Maße mütterliche häusliche Gewalt erleben und es ehrt Sie, dass Sie für Ihre Kinder nun ein glücklicheres Zuhause schaffen konnten. Als Vater gelten Sie aber damit als etwas Besonderes und genießen gesellschaftlich eine höhere Anerkennung (gerade bei den Frauen) als die meisten Mütter unter derartigen Bedingungen.
Kriminalstatistisch betrachtet(darauf berufe ich mich ausdrücklich) stammen jedoch die meisten häuslichen Gewalttaten von Männern. Ich kritisiere daher die Unausgewogenheit in den Berichterstattungen zu Lasten der Mütter, deren Fürsorge immer zu funktionieren und selbstverständlich zu sein hat, so wie die einseitige moralische Entrüstung darüber.Insofern bin ich parteiisch, weil Mütter keine Lobby haben! Das hat nichts mit persönlicher Männerfeindlichkeit zu tun, wohl aber mit Kritik am patriarchalen System, an dem Männer genauso leiden, nur vielleicht unbewußter und anders.
Meineke (7.5.2007 20:20 Uhr)

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......wer ohne sünde ist,der werfe den ersten stein......

...dieses bekannte bibelzitat kam mir in den sinn und ich frage mich die ganze zeit,wie es dieser frau innerlich gehen mußte,um diese furchtbare tat zu begehen !!!!gleichzeitig sehe ich es auch als ein schlimmes merkmal unserer konsumorientierten gesellschaft,in der die mitmenschlichkeit oft zu wünschen üblich läßt und in der es längst ncht mehr selbstverständlich ist geborgen aufzuwachsen und zu leben...
ines (7.5.2007 20:23 Uhr)

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@Meineke

Es spielt keine Rolle ob der abartige Mörder ein Mann oder eine Frau war! Es ist und bleibt bestialisch DAS mit einem Kind und sogar mit seinem eigenen zu tun! So eine Mutter verdient keine Lobby, sie gehört lebenslang hinter Gitter..ohne eine Chance je wieder frei zu kommen..alternativ in die geschlossene Anstalt, da und nirgendwo anders kann man ihr dann helfen..
Und um Ihrem Einwand zuvor zu kommen...das hätte genauso ein Mann verdient für eine solche Tat!
Markus (7.5.2007 21:38 Uhr)

Aus: "Mord an Achtjähriger: Haftbefehl gegen die Mutter" (07.05.2007)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrichten/amani-mord-wilmersdorf/101807.asp

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« Reply #59 on: May 10, 2007, 10:46:32 AM »

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[...] Lange Zeit hatten die russischen Ermittler darüber gerätselt, wer die jungen Frauen - die meisten der Opfer waren zwischen 13 und 17 Jahren alt - getötet haben könnte. Die Polizei tappte im Dunklen. Doch dann packte einer der Täter aus: Eduard Chudinov, der bereits wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt, gestand die Morde und offenbarte, dass er im Auftrag einer brutalen Mädchenhändlerbande gehandelt habe. Sechs Männer sollen ihr angehört haben.

Ihre Opfer fanden die Kriminellen auf den Straßen von Nischnij Tagil, 400.000 Einwohner, Zentrum der russischen Panzerproduktion. Ein freudloser Ort. Wer kann, geht weg. Und die, die doch bleiben, waren den brutalen Mädchenhändlern oftmals leichte Beute.

Die Zuhälter um Eduard Chudinov entführten die Mädchen und sperrten sie ein. Mit Gewalt zwangen sie die jungen Frauen zur Prostitution. In örtlichen Zeitungen priesen die Luden ihre Opfer dann verschlüsselt an: "Mädchen bringen Getränke rund um die Uhr", hieß es da, oder: "Ständig Mädchen zur Arbeit gesucht."

Auch Marina und ihre Zwillingsschwester gerieten eines Tages die Fänge der Mörderbande. Ein Fremder sprach die Vollwaisen auf der Straße an. Marina erinnert sich: "Der Mann sagte: 'Ohne Scherz, Mädels, ich möchte euch gerne wiedersehen.'" Meine Schwester nahm ihn nicht ernst und sagte ironisch: 'Ok, jeden Tag an dieser Stelle.' Das ging ein paar Mal so."

Nach mehreren Begegnungen erklärte sich Irina schließlich bereit, den Mann nach Hause zu begleiten. Ein tödlicher Entschluss, wie ihre Zwillingsschwester Marina heute weiß. "Sie haben meine Schwester abgeholt und noch am selben Tag getötet." Irina sollte nach Swerdlowsk gebracht werden, um dort anzuschaffen. Doch unterwegs, auf der Autobahn, geriet sie in Panik, wie Marina erzählt: "Dann haben die Typen sie einfach ermordet."

Im Laufe ihrer Ermittlungen stieß die Polizei unlängst auf ein weiteres grausiges Detail. Der Mädchenmörder Eduard Chudinov machte offenbar auch vor seinen eigenen Kindern nicht Halt. Er soll seine älteste Tochter umgebracht haben.


Aus: "RUSSLAND: Die Stadt der toten Mädchen" Von Anna Sadovnikova (SPON; 10. Mai 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,481949,00.html
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