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« Reply #165 on: April 25, 2010, 05:50:28 PM » |
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Kent Kiehl ist ein US-amerikanischer Neurowissenschaftler. Kiehl promovierte 2000 an der University of British Columbia. Er ist Dozent für Psychologie an der University of New Mexico. http://de.wikipedia.org/wiki/Kent_Kiehl-.- [...] Warum vergewaltigen und töten manche Menschen ohne das geringste Anzeichen schlechten Gewissens? Der amerikanische Neurowissenschaftler Kent Kiehl unternimmt einen einzigartigen Feldversuch, um den rätselhaften Geisteszustand von Psychopathen zu erklären.
[...] Rund 1200 Gefängnisinsassen hat Kiehls Team inzwischen examiniert und etwa 300 von ihnen als Psychopathen identifiziert. Die massive Datenerhebung per fMRT förderte eine völlig neue Erkenntnis zutage: In den Hirnen der untersuchten psychopathischen Häftlinge ist das limbische System zum Teil deutlich reduziert - jene Hirnregion also, in der Gefühle verarbeitet werden.
[...] unzweifelhaft haben die Untersuchungen des Nervenspezialisten erstmals jene Finsternis erhellt, von der die wohl gefährlichste Spezies unter den Menschen noch immer umgeben ist.
Zwar ist der Begriff Psychopath als laxe Beschimpfung in der Öffentlichkeit schnell zur Hand. Demnach wäre etwa Dieter Bohlen einer und Guido Westerwelle wohl auch. Nur: Wer kennt schon das tatsächliche Krankheitsbild solcher auf bizarre Art Gestörten und seine Ursache?
Anfang der vierziger Jahre hatte der US-Psychiater Hervey Cleckley erstmals eine Fallsammlung von Patienten zusammengetragen, die allesamt ähnlich beunruhigende Symptome zeigten. Sie verhielten sich ihren Mitmenschen gegenüber rücksichtslos, nicht selten sogar offen feindselig, zeigten aber keinerlei Einsicht in ihr Fehlverhalten oder gar Reue.
Gefühlsbezeugungen der Betroffenen wirkten selbst gegenüber Verwandten oder Partnern in der Regel frappierend oberflächlich und wie auswendig gelernt.
Gleichzeitig jedoch entwickelten die von Cleckley Beobachteten einen verblüffenden Charme. Immer wieder gelang es ihnen, den Arzt mit abstrusen Geschichten um den Finger zu wickeln. Die Ernüchterung folgte in der Regel prompt. Cleckleys Kranke erwiesen sich regelmäßig als Egomanen, die nur den eigenen Vorteil im Blick hatten und dafür das Blaue vom Himmel herunterlogen.
Alarmiert über die Skrupellosigkeit seiner Patienten, richtete Cleckley einen flehentlichen Appell an seine Kollegen: "Können wir uns nicht darauf einigen, dass wir dringend herausfinden müssen, was mit diesen Menschen los ist?"
Es vergingen Jahrzehnte, ehe dem kanadischen Psychologen Robert Hare ein erster nennenswerter Durchbruch auf dem Weg zu diesem Ziel gelang: Als Gefängnispsychologe hatte Hare ähnliche Beobachtungen gemacht wie sein Kollege Cleckley. Daraus entwickelte er Ende der siebziger Jahre erstmals ein Instrument, mit dem sich Psychopathen einigermaßen zuverlässig identifizieren lassen. Seine Checkliste ist bis heute in der USPsychiatrie die zu diesem Zweck am weitesten verbreitete Methode.
Hare vermutet, dass im Durchschnitt jeder vierte männliche Insasse eines Gefängnisses ein Psychopath ist. Aber auch jede Stadt wird nach Hares Schätzung von ein bis zwei Prozent Psychopathen bevölkert, die etwa 50 Prozent aller schweren Verbrechen begehen. Demnach laufen allein in Berlin mehr als 40.000 Psychopathen frei herum.
[...] Diese Menschen seien zu fast allem fähig, konstatiert Hare: "Sie können ihre Opfer mit so viel Anteilnahme foltern und verstümmeln, wie unsereiner fühlt, wenn er eine Weihnachtsgans tranchiert."
Gemeint sind Härtefälle wie jener Delinquent, dem Neurologe Kiehl erst kürzlich gegenübersaß. Er war in ein Haus eingebrochen und hatte auf die Besitzerin geschossen. Dann kochte er sich in der Küche eine Mahlzeit und begann in aller Ruhe zu essen. Als er sein Opfer röcheln hörte, ging er hin und schlug der Frau so lange mit einem Hammer auf den Kopf, bis sie tot war. Dann beendete er ungerührt sein Mahl.
Regelrecht prahlerisch breitete der Mann alle Details seiner Tat vor Kiehl aus. "Wenn Psychopathen erst mal Geschmack am Töten gefunden haben, wollen sie immer mehr. Das ist, als wenn andere Leute Bier trinken", kommentiert Kiehl das absonderliche Verhalten.
Der höchste erzielbare Wert auf Hares Psychopathen-Skala liegt bei 40 Punkten, die Schwelle zur Psychopathie bei 30. Der durchschnittliche Mann erzielt 4 Punkte, Brian Dugan kam auf 38.
Als Sadist und Pädophiler ist er selbst für einen Psychopathen ein besonders schwerer Fall. Seine sexuellen Raubzüge liefen stets nach dem gleichen Schema ab, berichtet Kiehl: "Er fuhr mit seinem Auto herum, völlig planlos. Plötzlich wurde er auf ein Mädchen oder eine junge Frau aufmerksam. Er griff sie an und vergewaltigte sie. Dann gab er ihr seine Telefonnummer. Er wollte, dass sie ihn anruft. Dugan ging tatsächlich da-von aus, dass den Frauen die Vergewaltigung genauso viel Spaß gemacht hatte wie ihm!"
Kiehl sprach, stets von einer Videokamera dokumentiert, insgesamt zehn Stunden mit Dugan.
Kiehl: "Fühlen Sie Reue für das, was Sie getan haben?"
Dugan: "Ich weiß, was alle von mir hören wollen. Ich kann Ihnen jetzt sagen, dass ich mich schlecht fühle und nie wieder etwas Böses tun werde, aber ich fühle dabei nichts."
Der Neurologe berichtet von verstörenden Begegnungen: "Es war, als wären seine Augen komplett von seinem Gehirn abgekoppelt", erzählt Kiehl. "Er hat keine Vorstellung von den Gefühlen anderer Leute. Er weiß noch nicht mal, was das Wort Empathie überhaupt bedeutet."
Dugan, inzwischen 53 Jahre alt, sitzt seit 1985 ohne Unterbrechung im Gefängnis. Er gilt als Musterhäftling. Nie gab es Ärger mit ihm, im Gegenteil, er ist umgänglich und kooperiert. Anders als viele seiner Mithäftlinge hätte er eigentlich das Rüstzeug zu einer glänzenden Karriere gehabt: Er besitzt einen IQ von 140. Die Eintrittsschwelle des Hochbegabtenvereins Mensa liegt bei 130.
In seiner Biografie spiegelte sich seine Intelligenz zu keiner Zeit wider: Als Dugan drei war, brachte ihn seine Mutter zum Psychiater, weil er ständig ins Bett machte. Der diagnostizierte "abnormale Tendenzen" bei dem Kleinkind. Seitdem ist seine Entwicklung gut dokumentiert.
Mit sechs Jahren quälte er Tiere. Als er zwölf war, vergewaltigte er seinen jüngeren Bruder. Danach fing er an, Mädchen zu belästigen.
Anders, als es sein hoher Intelligenzquotient erwarten ließe, entwickelte Dugan bei seinem mörderischen Treiben kaum Raffinesse. Impulsgeleitet und ohne Rücksicht auf die Konsequenzen seiner Tat steuerte er auf die nächste Triebbefriedigung zu. "Die höchst aufwühlende Geschichte eines Menschen, der sein ganzes Leben von Anfang an komplett ruiniert hat", resümiert Kiehl.
[...] Nun droht Dugan die Exekution. Auch der wissenschaftliche Nachweis seines offenkundig von der Norm abweichenden Gehirns konnte ihn nicht vor der Verurteilung retten. Nie zuvor waren in einem vergleichbaren Prozess Bilder eines Hirnscans des Beschuldigten herangezogen worden. Doch was beweisen diese Aufnahmen eigentlich?
Nicht alle Experten stimmen hier mit Kiehl überein. "Psychopathen sind aus juristischer und psychiatrischer Sicht geistig gesund", urteilt etwa Kiehls Kollege Hare. "Sie verstehen die Regeln der Gesellschaft und die herkömmliche Bedeutung der Begriffe ,richtig' und ,falsch'. Folglich können sie auch für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden."
Der Psychologe vergleicht Psychopathen mit Farbenblinden vor einer roten Ampel. Sie können nicht die Farbe erkennen, sehen aber, dass das oberste Licht leuchtet.
Ist einem Täter wie Brian Dugan zu helfen, gar seine Rückkehr in die Gesellschaft denkbar? Robert Hare stellt eine schlechte Prognose: "Es gibt keine Therapie, die bei Psychopathen Wirkung zeigt." Insbesondere der Versuch, ihnen echte Gefühle wie Reue und Anteilnahme zu vermitteln, sei zum Scheitern verurteilt.
Kiehl hingegen ist davon überzeugt, dass es eine potentielle Heilung gibt: "Die interessante Frage ist: Woher kommt dieses Verhalten? Wird der Psychopath damit geboren? Ist es genetisch oder durch Umwelteinflüsse bedingt?"
Kiehl hat beobachtet, dass das Übel bereits früh seinen Lauf nimmt. Schon bei Vier- und Fünfjährigen fand der Forscher die auf Psychopathie hindeutenden Anomalien im Gehirn.
Kiehls Klientel wird denn auch in der Regel früh auffällig. Der typische Psychopath scheint von Anfang an auf Unheil programmiert zu sein.
Als Ed Tenney gerade sechs Jahre alt war, musste er aus der Schule genommen werden. Er hatte andere Kinder halb totgeschlagen und ihnen noch gegen den Kopf getreten, wenn sie schon am Boden lagen. Bereits als Grundschüler mussten die Lehrer ihn regelrecht von seinen Opfern wegzerren.
Im Alter von zwölf Jahren diagnostizierte ihn ein Psychiater als präpsychopathisch. Falls hier noch eine Chance auf Besserung bestand, verstrich sie ungenutzt. Tenney ist inzwischen 50 Jahre alt und hat drei Morde begangen.
Vor wenigen Tagen verurteilte ihn ein Gericht zum Tod für einen Raubmord, den er 1992 begangen hatte. Tenney erbeutete damals sechs Dollar von einem Mann, der drei Wochen zuvor Vater geworden war. Beim Gespräch mit Tenney konnte Kiehl keinerlei Anzeichen von Einsicht bei ihm entdecken.
Tenneys Anwälte führten das Verhalten ihres Mandaten auf Misshandlung durch eine offenbar sadistische Mutter zurück. Die pflegte ihrem Sohn mit einer Gabel in die Hand zu stechen, wenn er sich bei Tisch unerlaubt bedienen wollte.
Psychiater Hare hingegen vermutet, dass die Entfaltung der psychopathischen Persönlichkeit durch Gewalterfahrungen in der Kindheit sicher begünstigt, nicht aber verursacht wird: "Unablässig fragen sich Eltern von Psychopathen, was sie falsch gemacht haben; dabei können sie wenig mehr tun, als hilflos zuzuschauen, wie ihre Kinder zielstrebig einem Pfad egozentrischer Befriedigung folgen."
In den Biografien etlicher Serientäter sucht man denn auch vergebens nach Erklärungen für ihre abscheulichen Verbrechen.
Ted Bundy etwa, der in den siebziger Jahren mindestens 36 Frauen vergewaltigte, wahlweise erschlug oder erwürgte und sich zum Teil noch wochenlang beim Anblick der Leichen selbst befriedigte, wuchs mit vier Halbgeschwistern in bürgerlichen Verhältnissen bei einer ihm zugewandten Mutter auf.
Die Eltern von Jeffrey Dahmer führten zwar keine allzu harmonische Ehe und ließen sich scheiden, als ihr ältester Sohn 17 Jahre alt war. Doch reicht dieser Umstand aus, um zu erklären, warum Dahmer 17 junge Männer zerstückelte? Einigen seiner Opfer hatte er zuvor Löcher in den Kopf gebohrt, um Säure hineinzuträufeln und sie auf diese Weise in willige Sexsklaven zu verwandeln.
Noch ist die Psychopathie ein vergleichsweise wenig ausgeleuchteter Geisteszustand. So rätselte Kiehl zum Beispiel, warum offenbar vor allem Männer davon befallen zu sein scheinen. Zwar begehen auch Frauen grässliche Verbechen: Diane Downs etwa sitzt seit 26 Jahren im Gefängnis, weil sie mit einem Revolver auf ihre drei Kinder geschossen hat, die zum Zeitpunkt der Tat drei, sieben und acht Jahre alt waren. Doch ist sie eine Psychopathin?
Die Erlaubnis von Gouverneur Richardson verschaffte Kiehl Zutritt zur New Mexico Women's Correctional Facility. Das Gefängnis liegt gut hundert Kilometer westlich von Albuquerque. Etwa 600 Frauen sitzen dort hinter Gittern.
Tatsächlich offenbarte sich im Frauenknast von Grants, dass Frauen weit weniger betroffen sind. Während die Experten davon ausgehen, dass etwa 25 Prozent der Insassen eines Männergefängnisses psychopathisch sind, kam Kiehl in Grants zu dem Schluss, dass die Zahl nur bei etwa 10 Prozent liegt. Andererseits jedoch brachten die Hirnscans an den Tag, dass sich der Defekt in den Gehirnen beider Geschlechter sehr ähnlich auswirkt.
[...] Es sei ein folgenschwerer Fehler, die Vermessung des Bösen künftig nur auf amerikanische Knäste zu beschränken, meint Kiehl. Obligatorische Psychopathietests für Kinder hält er für ebenso sinnvoll wie die Impfung gegen Masern. Selbstverständlich würde er auch seine eigenen Kinder checken lassen.
Hat er den Test selbst auch gemacht? "Natürlich", sagt er, ohne zu zögern. "Ich hatte neun Punkte, was deutlich über dem Durchschnitt liegt." Im Fragebogen wird auch die Entwicklung der Testperson in der Kindheit durchleuchtet, und Kiehl hatte nach eigener Aussage "damals eine starke Tendenz, mich selbst in Schwierigkeiten zu bringen".
...
Aus: "Programmiert auf Unheil" Von Frank Thadeusz (19.01.2010) Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,690148,00.html
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« Reply #166 on: June 08, 2010, 09:33:35 AM » |
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[...] "Wir waren auf Stänkern aus", gestand E. vor Gericht. Zugeschlagen habe er, weil er von seinem Opfer "blöd angeschaut" worden sei. Danach wurde das Opfer Marco D., ein 22 Jahre alter Zivildienstleistender, vom Angeklagten Andreas R. erst "oa, zwoamal" ins Gesicht geschlagen, dann auf den Kopf getreten. "Stärker als mittel" sei es gewesen. Von zwei Tritten spricht er, der Staatsanwalt von mindestens zehn. Jedenfalls lag Marco D. eine Woche lang in der Klinik, sechs Knochen waren gebrochen, sein Kiefer war um einen halben Zentimeter verschoben.
...
Aus: "Jugendgewalt Wenn ein falscher Blick genügt" Von K. Riedel und M. Hägler (08.06.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/jugendgewalt-wenn-ein-falscher-blick-genuegt-1.955207
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« Last Edit: July 21, 2010, 09:00:16 AM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #167 on: July 26, 2010, 03:57:47 PM » |
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[...] Schwerkriminelle Jugendliche haben in Neukölln zu etwa 90 Prozent einen Migrationshintergrund, 45 Prozent sind "arabischer" Herkunft, 34 Prozent haben türkische Wurzeln und sind damit, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, weit überrepräsentiert. Heisig bietet dafür folgende Erklärung, die sie aus Gesprächen, Nachforschungen und eigenen Beobachtungen speist: Die meisten der Familien, in denen Intensivtäter heranwachsen, sind groß, sie leben von Transferleistungen und Kindergeld. Die Mütter haben nie Deutsch gelernt, sie setzen ihren Söhnen keinerlei Grenzen und überlassen sie früh sich selbst.
Hinzu komme, schreibt Heisig, dass den Jungen die Identifikationsfigur des arbeitenden Vater abhandengekommen ist. Schon früh fangen diese Kinder an, die Schule zu schwänzen, leben ohne jede Struktur. Oft werden sie kriminell, lange bevor sie strafmündig sind. Mit 14 Jahren haben sie schon Diebstähle, Raubüberfälle und Körperverletzungen auf dem Kerbholz. Heise schreibt von Jungen im Teenageralter, die Vergewaltigungen von "unbeschreiblicher Rohheit" begehen.
...
Aus: "Gewalt in der Gesellschaft "Angst ist ein schlechter Ratgeber"" Von Sarina Pfauth (26.07.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/gewalt-in-der-gesellschaft-die-leiden-der-jugendrichterin-kirsten-heisig-1.979470-2-.- [...] Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat nach den Ausschreitungen beim Fußball-Bezirksklasse-Spiel in Mügeln harte Konsequenzen angekündigt. Er werde mit den sächsischen Fußballvereinen über neue Sicherheitsmaßnahmen bei Risikospielen sprechen, teilte Ulbig am Sonntag in Dresden mit. Das Spiel am Sonnabend zwischen dem SV Mügeln und Roter Stern Leipzig (RSL) habe gezeigt, dass der Fußball von gewaltbereiten Extremisten genutzt wird. "Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun", sagte Ulbig.
...
Aus: "Krawalle bei Fußballspiel: Innenminister kündigt harte Konsequenzen an" (25. April 2010) Quelle: http://www2.mdr.de/sachsen/7276247.html
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« Last Edit: July 26, 2010, 04:02:47 PM by Textaris(txt*bot) »
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« Reply #168 on: September 02, 2010, 11:18:56 AM » |
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[...] Slowakische und tschechische Medien berichteten am Dienstag, dass der mutmaßliche Amokläufer von Montag ein ehemaliger Soldat gewesen sei, der für seine drei Tatwaffen - eine Maschinenpistole und zwei Gewehre - einen Waffenschein besessen habe.
Nach Angaben des Innenministers war der mutmaßliche Täter ein Nachbar der Familie gewesen. Anrainer beschrieben ihn als Einzelgänger. Mit der Roma-Familie habe er auf derselben Etage gelebt und ein angespanntes Verhältnis zu ihr gehabt. Nach Auskunft von Nachbarn war die Familie etwas laut. Die Kindergärtnerin des Bezirks beschrieb die Opfer als "arme, aber ehrbare Familie".
Der Schütze war am Montag gegen 10 Uhr mit Gehörschutz und den drei Waffen in einen Wohnblock im Stadtteil gestürmt und hatte dort sechs Mitglieder der Roma-Familie getötet. Auf seiner Flucht auf einer belebten Straße schoss er wild um sich. Dabei tötete er eine weitere Frau und schließlich sich selbst. 15 weitere Personen wurden verletzt.
Bürger von Bratislava hielten am Montagabend eine Mahnwache für die Opfer des Blutbades und stellten am Tatort Kerzen auf.
...
Aus: "Roma und Sinti in der EU: Viele Fragen offen nach Morden an Roma" (31. August 2010) Quelle: http://derstandard.at/1282978637245/Roma-und-Sinti-in-der-EU-Viele-Fragen-offen-nach-Morden-an-Roma
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« Reply #169 on: September 02, 2010, 01:36:31 PM » |
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[...] Bei einem Familiendrama in der Nähe von Kassel hat ein Vater seine vierjährige Tochter und sich selbst umgebracht. Sein einjähriger Sohn wurde schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr, wie die Polizei am Donnerstag in Kassel mitteilte.
Nach ersten Ermittlungen gab es in dem Auto, in dem die Leichen gefunden wurden, eine Explosion. Was genau explodierte und ob dies die Ursache für den Tod und die Verletzungen ist, war aber zunächst unbekannt. Die zwei Leichen und der Junge wurden am Donnerstagmorgen an einem geteerten Feldweg bei Trendelburg-Eberschütz in einem Auto entdeckt.
Der 52 Jahre alte Mann saß am Steuer des Wagens, die beiden Kinder wurde auf der Rückbank gefunden. Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden wurden für die Ermittlungen angefordert. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.
Die Mutter wohnt in Homberg, etwa 80 Kilometer vom Fundort des Wagens entfernt. Das Ehepaar lebte getrennt. Der Mann habe am Mittwoch sein Besuchsrecht wahrgenommen, hieß es. Allerdings habe er die Kinder nicht zur verabredeten Zeit zur Mutter zurückgebracht.
Die Detonation war so heftig, dass sie die Windschutzscheibe und Seitenscheiben des Autos zerstörte. Bis zur Ankunft der LKA- Spezialisten wurde die Untersuchung des Wagens aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Die Leichen befanden sich zunächst noch im Fahrzeug, der Junge wurde in eine Klinik gebracht.
Erst zu Wochenbeginn hatte ein grausiger Doppelmord für Aufsehen gesorgt. In Rosenheim wurde eine 37 Jahre alte Frau sowie deren dreijähriger Sohn ermordet - als Tatverdächtiger gilt der Ex-Mann der Frau. Von ihm fehlt jedoch bisher jede Spur.
Aus: "Nordhessen: Zwei Tote bei Familiendrama" (02.09.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/nordhessen-zwei-tote-bei-familiendrama-1.995161
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« Reply #170 on: September 20, 2010, 10:39:55 AM » |
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[...] Das Spezielle an Lörrach ist, dass eine Frau Amok lief. In Deutschland ist kein Fall bekannt, der mit diesem Ereignis vergleichbar wäre, bestätigt der örtliche Polizeisprecher. "Von den Erfahrungen her ist es tatsächlich eher ungewöhnlich."
...
Aus: "Amoklauf in Lörrach: In Ruhe auf den Kopf geschossen" VON NADINE MICHEL (20.09.2010) Quelle: http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/in-ruhe-auf-den-kopf-geschossen/-.- [...] Die Täterin hatte am frühen Sonntagabend nach Behördenangaben zunächst ihren Ex-Partner und den gemeinsamen fünfjährigen Sohn in der Wohnung des Mannes in der Lörracher Innenstadt getötet. Dann brachte die 41-Jährige in einer benachbarten Klinik einen Pfleger um und verletzte weitere Menschen, ehe die Polizei die Frau erschoss. ... rub-a-dub schreibt
Motiv?
Mein Weltbild bekommt Risse. Weder kann ich "Killerspiele" als Ursache erkennen, noch einen islamistisch-terroristischen Hintergrund. Sollte die Welt komplexer sein als es manche Erklärungsmodelle vermuten lassen?
Oje....
Aus: "Frau tötet Ex-Partner, Sohn und einen Krankenpfleger" (20.09.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/bluttat-von-loerrach-frau-toetet-ex-partner-sohn-und-einen-krankenpfleger-1.1002205-.- [...] Die Frau habe zunächst ihren früheren Lebensgefährten sowie den fünf Jahre alten gemeinsamen Sohn getötet, sagte der Leitende Staatsanwalt Dieter Inhofer bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Montag in Lörrach in Baden-Württemberg.
... Nachdem die Frau die Wohnunge ihres Ex-Mannes in Brand gesetzt hatte, lief sie in das nahgelegene Elisabethen-Krankenhaus - bewaffnet mit einer kleinkalibrigen Faustfeuerwaffe, wie sie Sportschützen benutzen, und einem Messer. Auf dem Weg zum Krankenhaus verletzte die Amokläuferin weitere Menschen. In der Klinik erstach sie auf den Fluren der Gynäkologie-Abteilung einen Pfleger. Bei der Amokläuferin soll es sich nach stern.de-Informationen um die 41-jährige Anwältin Sabine R. handeln, die im ausgebrannten Haus eine Kanzlei hat.
Auf dem Weg zum Krankenhaus verletzte die Amokläuferin weitere Menschen. Warum die Täterin ins Krankenhaus stürmte und weshalb sie dort zielstrebig die Gynäkologie aufsuchte, kann die Staatsanwaltschaft nicht beantworten. Auf dem Flur wurde heftig geschossen. Der Pfleger geriet in die Schusslinie. Er hatte Stichverletzungen und Einschüsse im Kopf. "Wir gehen davon aus, dass es eine zufällige Begegnung war", teilte die Polizei mit. Die Analyse dauere noch an. Nach dem Schusswechsel in der Klinik wurde die Frau von einer Streifenbesatzung gestellt und von einer Polizeikugel getroffen.
Laut Badischer Zeitung lag die Rechtsanwältin mit ihrem Mann im Sorgerechtsstreit.
... Erster Tatort war die Wohnung des Mannes in einem Mehrfamilienhaus in der Lörracher Innenstadt. In dieser habe es eine heftige Explosion gegeben. Diese ist laut Polizei von der Frau durch Brandbeschleuniger ausgelöst worden. Die Wohnung wurde komplett zerstört. Die Wucht der Detonation war gewaltig, sagte der Einsatzleiter. Daher kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob der Mann und das Kind erschossen wurden. Die Leichen sind stark entstellt.
...
nüb/swd/DPA
Aus: "Anwältin läuft Amok in Lörrach: War es ein Sorgerechtsstreit?" (20. September 2010) Quelle: http://www.stern.de/panorama/anwaeltin-laeuft-amok-in-loerrach-war-es-ein-sorgerechtsstreit-1605264.html-.- [...] Der Mann und das Kind lebten gemeinsam in der Wohnung, die Frau nicht, erklärten die Behörden. Auf ihrer anschließenden Flucht ins benachbarte Elisabethen-Krankenhaus tötete die Frau einen Pfleger und verletzte durch Schüsse vor dem Gebäude zwei Passanten sowie in der Klinik einen Polizeibeamten. Lebensgefahr bestand in der Nacht bei keinem der Verletzten mehr.
Im Flur des ersten Obergeschosses wurde die Frau von der Polizei erschossen. „Durch ihr beherztes Eingreifen haben die eingesetzten Beamten Schlimmeres verhindert“, sagte der baden-württembergische Landespolizeipräsident Wolf Hammann. Von der Explosion bis zum letzten Schuss seien nicht einmal 40 Minuten vergangen. Anzeige
Aus dem brennenden Wohnhaus der Opfer rettete die Feuerwehr sechs Erwachsene sowie ein Kind. 15 Bewohner mussten mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht werden. Im Einsatz waren rund 300 Polizisten und Retter aus ganz Südbaden.
Viele Fragen zum genauen Hintergrund der Tat sind bislang noch offen. Etwa wo die Frau lebte und was ihr Motiv sein könnte.
...
Aus: "Die blutige Spur der Amokläuferin von Lörrach" (09/2010) Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article9748300/Die-blutige-Spur-der-Amoklaeuferin-von-Loerrach.html-.- kontext 69: ein finsteres ereignis (und ein mieses gefühl) [update] Montag, 20. September 2010 http://autismuskritik.twoday.net/stories/kontext-69-ein-finsteres-ereignis-und-ein-mieses-gefuehl/-.- [...] Sabine R. hat ihre Kanzlei regelrecht in die Luft gejagt. Sie hat Nitroverdünnung so ausgeschüttet, dass sie sie vom Eingangsbereich aus anzünden konnte. R.s Mann und ihr fünfjähriger Sohn lagen offenbar schon tot in den Räumen, als der gewaltige Knall die ganze Straße aufschreckte. So hat es die Polizei rekonstruiert.
Als die Flammen loderten, zog die 41-jährige Juristin weiter ins benachbarte Krankenhaus, bewaffnet mit einer Sportfeuerwaffe, mehr als 300 Schuss Munition und einem Fahrtenmesser. Am Ende des Amoklaufs sind vier Menschen tot - auch Sabine R. selbst. Hätte die Polizei sie nicht gestoppt und erschossen, wäre es noch weitaus schlimmer gekommen, heißt es.
Die meisten, die an diesem Tag in der Straße stehen, in der Sabine R. die letzten Monate gelebt hat, können sich das alles überhaupt nicht vorstellen: eine solche "Beziehungstat", wie die Polizei es nennt, hinter den Fassaden dieses unauffälligen Wohnkomplexes, dem eine Art Turm an der Ecke etwas Charme verleihen soll. Hinter den Fenstern sind Spitzengardinen oder auch mal offensichtlich unechte Rosen platziert. Eine 67-jährige Nachbarin, die über ihren Balkon lehnt, beschreibt sich selbst als eine der jüngeren Bewohnerinnen im Haus. Sabine R. sei eine nette, offene Frau gewesen, sagt sie außerdem. "Auch adrett gekleidet." ...
[...] Sabine R. kannte das Elisabethen-Krankenhaus. Sie lag einmal selbst dort in der Gynäkologie, im April 2004. Damals erlitt sie eine Fehlgeburt. Sie war schon in der 16. Schwangerschaftswoche. Ein so später Abort kommt selten vor. "Das Kind war nicht zu retten", sagt der Chefarzt der Klinik, Kurt Bischofberger, am Montagabend auf einer Pressekonferenz. Neben dem Mann mit dem grauen Vollbart sitzt die Hospitalleitung mitsamt der obersten Seelsorgerin Schwester Anemunda in ihrer weißen Tracht. Links an der Wand hängt ein großes Kruzifix. Das katholische Hospital, in dem noch mehrere Ordensschwestern ihren Dienst tun, habe R. damals wie allen Frauen in ähnlicher Lage psychologische Hilfe angeboten, versichert Bischofberger.
Zumindest eine Beerdigung des Kindes aber lehnte die Juristin ab. Das geht aus den Akten hervor, aus denen der Chefarzt sich das damalige Geschehen zurechtkonstruiert hat. R. wurde demnach nach nur einer Nacht in der Klinik wieder entlassen. Wie schwer kann ein solches Erlebnis einen Mensch traumatisieren? So sehr, dass er sich irgendwann rächen will?
[...] Immer wieder ist an diesem Tag erzählt worden, dass R. "gezielt" auf die Gynäkologie im ersten Stock des Elisabethen-Krankenhauses gerannt sei. Aber es liege wegen der Architektur des Hauses auch nahe, genau diese Treppe zu nehmen, heißt es auf der Pressekonferenz. Und zu dem Pfleger, den R. mit einem Messer attackierte und dann in den Kopf schoss, wurde von der Polizei bislang "absolut keine Querverbindung" gefunden. Ihr Betreuer war er jedenfalls nicht, als sie ihr Kind verlor.
[...] R., die aus der Pfalz stammt, war nach bisherigen Erkenntnissen auch nicht in psychiatrischer Behandlung. Nachbarn hätten die Frau in ersten Vernehmungen als "psychisch angespannt" beschrieben, sagt Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer. Sie schien unter Druck zu stehen. Gewundert hat sich darüber aber wohl niemand. Die 41-Jährige war frisch getrennt von ihrem Mann, lebte nun in Räumen, die offenbar mehr Büro mit Schlafmöglichkeit als Wohnung waren.
Nachbarn berichteten von Streit im Treppenhaus mit dem Noch-Ehemann, wenn der das Kind brachte oder abholte. Aber ein Sorgerechtstreit? Nach bisherigen Erkenntnissen nicht anhängig. Tatsächlich ist nicht einmal klar, wie das Kind am Sonntag gestorben ist. Die Obduktion läuft noch. Es gebe Anzeichen "stumpfer Gewalteinwirkung", heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Schussverletzungen hatte aber nur der 44-jährige Ehemann, ein gelernter Schreiner.
So sind es bislang nicht mehr als ein paar Vermutungen, aus denen manche an diesem ersten Abend nach der Tat vielleicht schon Legenden stricken. Die Polizei dagegen hält sich mit Schlussfolgerungen auffällig zurück. Die Indizien sind bislang rar: R.s Wohnung ist komplett ausgebrannt. Lediglich zwei Tresore wurden gefunden, doch die sind noch nicht geknackt. Vielleicht sind die Waffen darin, die die Polizei im Moment noch sucht. Denn neben der "Walther Long Rifle", Kaliber 22, mit der R. am Sonntagabend um sich schoss, besaß die Juristin ihrem Waffenschein zufolge noch drei weitere Waffen. Bei Hausdurchsuchungen in der Wohnung von R.s Mann wurde bislang nichts gefunden.
...
Aus: "Die Frau, die niemand wirklich kannte" Von Anne Seith, Lörrach (20.09.2010) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,718548,00.html-.- [...] Die Amokläuferin von Lörrach - möglicherweise hatte sie ein spezielles Motiv. Sie hatte in dem Krankenhaus, in dem sie am Ende einen Krankenpfleger erschoss, im Jahr 2004 eine Fehlgeburt gehabt. "Ob das der Grund war, dass sie sich dorthin wandte, wissen wir nicht," sagt Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft in Lörrach.
[...] Staatsanwalt Inhofer sagt, nach den derzeitigen Ermittlungen liege es nahe, "dass eine Beziehungsproblematik Auslöser für die Tat war". Vor der finalen Schießerei im Krankenhaus hatte die 41-jährige Rechtsanwältin in einem Wohnhaus gegenüber der Klinik ihren Ehemann mit einer Kleinkaliberwaffe erschossen, als dieser den gemeinsamen Sohn bei ihr abholen wollte.
Die beiden Eheleute lebten seit Juni getrennt voneinander, der Sohn wohnte beim Vater. Von einem gerichtlichen Sorgerechtsstreit ist den Ermittlern jedoch nichts bekannt. Der gemeinsame fünfjährige Sohn starb an "stumpfen Verletzungen", die endgültigen Ergebnisse der Obduktionen von Vater und Kind stehen noch aus.
Nach der Tat in dem Wohnhaus legte die Täterin in dem Haus Feuer mit einer zuvor ausgeschütteten explosiven Nitro-Lösung und drang dann mit einer Waffe des Kalibers .22 und einem Messer in die Klinik ein. Der Einsatzleiter der Polizei, Michael Granzow, sagt, die Täterin habe etwa 300 Schuss Munition dabei gehabt.
Auf dem Weg ins Krankenhaus verletzte die Frau zwei Passanten. In der Klinik habe sie gezielt zehn Mal auf die Tür eines Patientenzimmers geschossen. Die Beamten hätten daraufhin Schüsse auf sie abgegeben. Polizei sowie die Oberbürgermeisterin von Lörrach, Gudrun Heute-Bluhm, rechtfertigten das Verhalten der Polizisten. "Ich bin mir sicher, dass die Beamten vielen Menschen das Leben gerettet haben," sagte Einsatzleiter Granzow.
Anzeichen für eine psychische Erkrankung der Frau seien bisher nicht bekannt. Sie habe aber in jüngster Zeit den Eindruck hinterlassen, "psychisch angespannt zu sein", gab Staatsanwalt Inhofer zu Protokoll.
...
Aus: "Amokläuferin erlitt Fehlgeburt in Klinik" (20.09.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/loerrach-hintergruende-der-bluttat-amoklaeuferin-erlitt-fehlgeburt-in-klinik-1.1002579
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« Reply #171 on: October 04, 2010, 04:02:26 PM » |
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[...] Günther Jacoby vergewaltigte, folterte und tötete drei Frauen, das war vor fast 30 Jahren. Seither wird der gelernte Maurer in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt. Besuch bei einem Mann, dessen Absonderlichkeit früh auffiel - und dessen Gefährlichkeit lange unbemerkt blieb.
Berlin - Jacoby ist nervös, unsicher. Seine Stimme zittert, seine Hände suchen nach Halt, eilig gießt er dem Besucher Kaffee ein. "Milch?", fragt Jacoby. "Fettarm?" Er will einen guten Eindruck machen, nichts ist ihm jetzt wichtiger.
Männer wie Günther Jacoby* werden frenetisch gehasst, er weiß das. "Bestien" nennen die Boulevardmedien sie, "Monster" oder auch "Schweine". Politiker wollen sie "wegschließen und zwar für immer", und machte man eine Umfrage auf der Straße, wie der Staat mit Menschen wie Jacoby verfahren sollte, hörte man sicherlich noch weitaus drastischere Vorschläge.
Günther Jacoby, Sohn eines Lastwagenfahrers und einer Hausfrau, geboren im Ruhrgebiet, hat acht Frauen vergewaltigt und drei von ihnen ermordet. Er quälte seine Opfer auf bestialische Art und Weise, er weidete sich an ihrer Angst, an ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit. "Das ist wie ein Rausch. Ich glaube, so fühlt sich ein Junkie, wenn er sich einen Schuss gesetzt hat. Du kannst alles, du bist alles", offenbarte der Serienkiller dem bekannten Kriminalisten Stephan Harbort.
[...] "100 Prozent tot. Das Phantom vom Grunewald" heißt das Buch, das der Kriminalist Harbort über Jacoby geschrieben hat - es ist sein siebtes zum Phänomen Serienmörder. Mehr als 40 Stunden lang sprach der Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar dafür mit dem Täter, er studierte Ermittlungsakten, Urteile, psychologische Gutachten. Auf 310 Seiten zeichnete Harbort nach, wie aus dem überbehüteten Einzelkind ein brutaler Frauenmörder wurde. "Ich fühle mich erkannt", lobt Jacoby.
...
* Anm. d. Red.: Die Namen des Täters und seiner Opfer wurden aus Rücksichtnahme auf die Angehörigen der Beteiligten verändert.
Aus: ""Ich kann nicht jeden Tag daran denken"" Von Jörg Diehl (04.10.2010) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,717879,00.html
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« Reply #172 on: December 21, 2010, 10:53:00 AM » |
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[...] Der mutmaßliche Heckenschütze von Malmö hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft möglicherweise noch mehr Einwanderer ermordet als bislang angenommen. Es werde geprüft, ob der Verdächtige auch für zwei Morde im Jahr 2003 verantwortlich sei, sagte die Malmöer Staatsanwältin Solveig Wollstad am Montag der schwedischen Nachrichtenagentur TT.
Bei den Opfern handelte es sich demnach um einen 23-jährigen Zuwanderer, der auf dem Weg zur Arbeit erschossen wurde, und um einen 66-jährigen Zuwanderer, der tot Zuhause gefunden wurde. Außerdem werde der mutmaßliche Heckenschütze verdächtigt, zwischen 2003 und 2006 fünf weitere Mordversuche unternommen zu haben, womit es zwölf Mordversuche insgesamt wären.
Die Verdachtsmomente reichten aus, um den mutmaßlichen Heckenschützen in Haft zu behalten, sagte Wollstad. Der 38-jährige Schwede war Anfang November festgenommen worden. Zunächst waren ihm ein Mord und sieben Mordversuche zur Last gelegt worden. Er wies die Vorwürfe zurück. Eine vorläufige psychiatrische Untersuchung deutete darauf hin, dass der Verdächtige psychisch krank ist. Die Anschlagsserie gegen Einwanderer im südschwedischen Stadt Malmö hatte die Öffentlichkeit wochenlang in Atem gehalten.
Aus: "Heckenschütze soll noch mehr Morde begangen haben" (20.12.2010) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/schweden-heckenschuetze-soll-noch-mehr-morde-begangen-haben-1.1038671
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« Reply #173 on: March 07, 2011, 03:11:08 PM » |
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[...] Genthin/Magdeburg - Er soll drei Menschen erschossen haben, bevor er sich selbst das Leben nahm. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, war der mutmaßliche Dreifachmörder von Genthin in Sachsen-Anhalt psychisch krank. Der 28-jährige Alexander B. habe einige Zeit in einem Wohnheim gelebt und zuletzt weiter Medikamente nehmen müssen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stendal, Thomas Kramer, am Montag.
Das Motiv ist weiter unklar. "Ich bin wenig optimistisch, dass wir das jemals herausbekommen werden", sagte Kramer. Möglicherweise habe der Mann die ihm verschriebenen Medikamente nicht genommen und sich deshalb nicht unter Kontrolle gehabt.
Den Ermittlungen zufolge hatte sich B. am Donnerstag auf dem Schießplatz in Genthin regulär eine Pistole ausgeliehen. Bis 2009 war er Mitglied in einem Schießverein, eine eigene Waffe besaß er laut Staatsanwaltschaft nicht.
Mit der Pistole erschoss B. den 62 Jahre alten Schießwart und eine vermutlich zufällig anwesende 44-Jährige und deren 25-jährigen Sohn. Schon kurz nach der Tat hatten sich die Hinweise auf B. als Verdächtigen verdichtet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand bestand keine persönliche Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter, dem getöteten Schießwart und den beiden weiteren Opfern, teilte die Staatsanwaltschaft Stendal mit.
Nach stundenlanger Flucht in einem Auto gestand B. in einem Telefonat mit einer nicht genannten Person die Tat und erschoss sich dann offenbar selbst. B. lag drei Meter neben einem Mietwagen - getötet durch einen Kopfschuss. Die Pistole fand man unter seiner Leiche, seine Papiere in der Jackentasche. Der Ort, an dem B.s Leiche gefunden wurde, liegt etwa 75 Kilometer vom Schießstand entfernt.
Experten hätten das gesamte Wochenende nach weiteren Anhaltspunkten für die Tat gesucht, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Es müsse nun in die Vielzahl der gesicherten Spuren Ordnung gebracht werden. Die Ermittler erhoffen sich durch erste Obduktionsergebnisse am Dienstag weitere Erkenntnisse. Zum Ende der Woche wird das Ergebnis eines ballistischen Gutachtens erwartet. Es soll eindeutig klären, ob das 25-jährige Opfer und seine Mutter mit der geliehenen Waffe getötet wurden.
Sohn und Mutter wohnten in der Stadt Brandenburg. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren sie regelmäßige Besucher des Schießstands, den mehrere Vereine und auch Jäger nutzen. B. wohnte ebenfalls in Brandenburg.
ulz/dpa
Aus: "Dreifach-Tötung von Genthin - Mutmaßlicher Täter war psychisch krank" (07.03.2011) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,749424,00.html
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« Reply #174 on: April 14, 2011, 08:37:07 AM » |
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[...] Jan O. gesteht alles. Aber er will es nicht selbst sagen. Es wird von einer Richterin in Saal B 25 des Landgerichts Göttingen vorgelesen. „Endgeständnis“ hat der 26-jährige Angeklagte ein 19-seitiges Papier überschrieben, das er vor rund zwei Monaten verfasst hat.
Darin schildert Jan O. mit schockierenden Details, wie er im November vergangenen Jahres zwei Schüler, die 14-jährige Nina und den ein Jahr jüngeren Tobias in der niedersächsischen Gemeinde Bodenfelde ermordet und deren Leichen geschändet hat. Es lagen fünf Tage zwischen den Taten, und wahrscheinlich hätte er noch mehr Menschen getötet, denn die Ermittler sahen in ihm das Potenzial eines Serientäters. Im Internet hatte Jan O. nach seinem ersten Mord geprahlt: „Gestern Mädchen geschlachtet. Jeden Tag eins bis mich erwischen.“
Er hat nicht untertrieben. Staatsanwalt Jens Müller spricht von „schwerer seelischer Abartigkeit“. Der Vorsitzende Richter Ralf Günther konkretisiert die Anklage und sagt, dem Täter seien die leidenden Opfer gleichgültig gewesen, „weil es ihm nur um sexuelle Befriedigung ging“. Der Täter leide unter einer „schweren Persönlichkeitsstörung".
Die Mutter der getöteten Nina blickt den Angeklagten frontal an. Bald bricht ihr Blick, die Tränen sind gekommen. Der geschilderte Tathergang ist auch im nüchternen juristischen Vortrag kaum zu ertragen. Jan O. starrt auf die Tischoberfläche. Der schmale Mann sieht aus wie auf älteren Bildern von ihm. Nur, dass er jetzt Schnurrbart trägt. Als sein „Endgeständnis“ vorgelesen wird, liest er mit, macht sich Notizen.
... Im Prozess wurde auch der Amtsrichter aus Northeim als Zeuge angehört, dem Jan O. nach seiner Festnahme im November 2010 vorgeführt wurde. Der Verhaftete erzählte damals, dass er über Menschen, die solche Mordtaten verübten, eine „extreme Meinung“ habe: Für die sollte die Todesstrafe wieder eingeführt werden – „und jetzt bin ich selbst so einer“. Am Ende der ersten Vernehmung, als Jan O. von seinem Stuhl aufgestanden und wieder gegangen war, kam ein Beamter zum Haftrichter. Er sagte, dass der Stuhl durchnässt gewesen sei.
Aus: "Jan O. hat eine "schwere seelische Abartigkeit"" Kristian Frigelj| (13.04.2011) Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13165789/Jan-O-hat-eine-schwere-seelische-Abartigkeit.html
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« Reply #175 on: July 26, 2011, 02:31:51 PM » |
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[...] Der rechtsradikale Behring hatte den Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya mit mindestens 76 Toten damit begründet, dass er die sozialdemokratische Partei Norwegens möglichst hart treffen wollte. Der 32-Jährige soll in der Haft von zwei Rechtspsychiatern auf seine Zurechnungsfähigkeit untersucht werden. Die meisten seiner Opfer waren Teenager, die ein Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF besuchten. (dpa/abendblatt.de)
...
Aus: "Anschläge in Norwegen: Breivik: Etliche weitere Zellen seiner Bewegung im Ausland" (26.07.2011) Quelle: http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article1969778/Breivik-Etliche-weitere-Zellen-seiner-Bewegung-im-Ausland.html-.- [...] Hamburg - "Mit hoher Wahrscheinlichkeit psychisch gestört" - so sieht der Anwalt des norwegischen Attentäters Anders Breivik seinen Mandaten. Verteidiger Geir Lippestad sagte auf einer Pressekonferenz in Oslo, der ganze Fall deute darauf hin, dass sein Mandant geisteskrank sei. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, ob Breivik auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren würde.
Ein solcher Schritt könnte seinem Mandanten möglicherweise schwerfallen, erklärte Lippestad. Immerhin sehe sich Breivik selbst "als einzige Person, die die Wahrheit erkannt hat".
Breivik glaube, er befindet sich in einem Krieg, so der Anwalt weiter. "Und wenn du in einem Krieg bist, kannst du Dinge wie diese machen", beschrieb er die Sicht des Beschuldigten. Breivik denke, dass seine "Operation" nach Plan verlaufe, er wähne sich in einem "60 Jahre währenden Krieg". Sein Mandant sei sich weder der zahlreichen Opfer noch der Reaktion der Öffentlichkeit bewusst, so der Jurist.
Breivik habe vor der Tat Drogen genommen, die ihn stark und wach halten sollten, berichtete sein Anwalt. Um was für Substanzen es sich dabei handelte, ist nicht bekannt.
Die von der Justiz angekündigte rechtspsychiatrische Untersuchung des Attentäters dürfte nach Angaben des Anwalts sechs bis zwölf Monate dauern. Auch der Gerichtsprozess werde eine "ausgesprochen lange und komplizierte Angelegenheit", sagte er.
Breivik hatte den Doppelanschlag mit 76 Toten gestanden, hält sich aber für unschuldig . Sollte das Gericht ihn für unzurechnungsfähig erklären, wäre die dauerhafte Einweisung in eine geschlossene und besonders gesicherte psychiatrische Einrichtung wahrscheinlich.
Die Anhörung vor dem Haftrichter fand am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie Lippestad nun sagte, fiel diese Entscheidung auch aus Sorge, Breivik könne Botschaften an mögliche andere Zellen senden. Der Attentäter hatte eine öffentliche Anhörung gefordert, um seine Ideologie erklären zu können.
Nach Angaben Lippestads sprach der 32-Jährige auch von weiteren Zellen in seiner Bewegung: zwei Zellen in Norwegen und noch etliche weitere im westlichen Ausland. Von zwei Zellen in seinem Heimatland hatte Breivik schon in der ersten Anhörung vor Gericht gesprochen.
Bereits vor der heutigen Pressekonferenz hatte Lippestad erklärt, sein Mandant nehme die Welt um ihn herum anders wahr , lebe in einer verschrobenen Realität. "Er hat eine völlig andere Konzeption der Wirklichkeit als wir anderen Norweger", sagte Lippestad. "Zum Beispiel glaubt er, dass in norwegischen Gefängnissen Folter existiert."
Laut seinem Anwalt hatte Breivik erwartet, auf dem Weg zum Gericht angegriffen und möglicherweise sogar getötet zu werden. Tatsächlich hatten einige Personen den Gefangenentransport attackiert, einen Anschlag gab es jedoch nicht. Breivik rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, das Gefängnis je wieder verlassen zu dürfen.
Breivik sitzt für die kommenden acht Wochen in Untersuchungshaft, die ersten vier Wochen verbringt er in Isolationshaft: Er darf keinen Besuch empfangen und mit niemanden sprechen außer mit seinem Anwalt.
hut/dpa/AP/Reuters
Aus: "Anwalt bezeichnet Breivik als geisteskrank" (26.07.2011) Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,776701,00.html-.- [...] Dem 32-Jährigen wird dort attestiert, dass er zum Zeitpunkt der Tat an paranoider Schizophrenie litt und damit als unzurechnungsfähig gelten muss.
... In seinem unmittelbar vor den Morden im Internet veröffentlichten Pamphlet beschreibt Breivik sich selbst als "psychisch extrem stabilen" erfolgreichen Mann aus bürgerlichem Hause. Was inzwischen über ihn bekannt ist, deutet allerdings darauf hin, dass zumindest Teile dieser Selbstdarstellung rosiger sind, als es der Wahrheit entspricht. Breivik wuchs in einer kaputten Familie auf. Seine Eltern trennten sich kurz nach seiner Geburt, er wurde früh ein Fall für die Sozialbehörden. Als er vier Jahre alt war, empfahl ein Psychologe, den Jungen umgehend in einem Heim unterzubringen - zu Hause drohe er Schaden zu nehmen. Nachbarn hatten zuvor Alarm geschlagen, weil bei Breiviks laut gestritten wurde und Anders und seine sechs Jahre ältere Schwester oft alleine waren. Der Vater, der mit seiner zweiten Frau in Frankreich lebte, versuchte damals, sich das Sorgerecht zu erstreiten - und scheiterte.
Die Behörden unternahmen nicht viel: Breivik wurde kurz bei einer Pflegefamilie untergebracht, kam aber bald wieder zurück zur Mutter. Bei ihr wuchs er in den reichen Vororten im Westen Oslos auf, allerdings in den einfachen Verhältnissen einer kleinen Mietwohnung. In der Schule war er damit ein Außenseiter. Mitschüler, die von norwegischen Medien befragt wurden, beschreiben ihn als zurückgezogen. Erst mit 15 Jahren veränderte er sich: Breivik begann mit Krafttraining, interessierte sich für Hip-Hop. Später träumte er von einer Wirtschaftskarriere. Er wollte reich werden und besuchte das Handelsgymnasium, machte dort aber trotz guter Noten nie einen Abschluss.
Mit 17 Jahren trat er dann in die Jugendorganisation der rechtspopulistischen Fortschrittspartei ein. Hier kamen seine politischen Ansichten erstmals zum Vorschein, insbesondere sein Islam-Hass. Breivik war selbst den Rechtspopulisten zu radikal. Nach drei Jahren trat er wieder aus der Partei aus. In Erzählungen von ehemaligen Bekannten erscheint er meist als jemand, der dazugehören wollte - aber es nie schaffte. Gestört wirkte er nicht auf seine Mitmenschen. Seine Steuererklärungen zeugen indes von Geldproblemen. Die letzten Jahre vor der Tat wohnte er wieder bei seiner Mutter und verbrachte Wochen in seinem alten Kinderzimmer mit Computerspielen. Vermutlich verlor er sich in dieser Zeit endgültig in seiner Fantasiewelt, in der zum selbst ernannten Tempelritter mutierte, zum Erlöser Norwegens. So sah er sich in seinem "Manifest".
Es ist dieses gestörte Selbstbild, dem die Rechtspsychiater nun großes Gewicht beimessen. Größen- und Verfolgungswahn sind Symptome von Schizophrenie. Breivik leide unter "bizarren Wahnvorstellungen", sagte Staatsanwalt Svein Holden am Dienstag. "Danach kann er nach eigener Auffassung entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss." Die Krankheit habe sich über längere Zeit entwickelt.
Für den Strafprozess hat das zunächst kaum Auswirkungen, er soll wie geplant am 16. April 2012 starten. Am Ende wird das Gericht über die Zurechnungsfähigkeit Breiviks entscheiden. Vor dem Prozess wird das Gutachten noch von einer Expertenkommission überprüft. Sollte die Einschätzung der Rechtspsychiater in beiden Fällen Bestand haben, wird Breivik wohl in einer geschlossene Anstalt landen. Vermutlich für sehr lange Zeit, möglicherweise für immer, denn dem Gutachten zufolge ist er eine Gefahr. Für andere und für sich selbst.
...
Aus: ""Bizarre Wahnvorstellungen"" Von Gunnar Herrmann, Stockholm (29.11.2011) Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/attentaeter-breivik-fuer-schuldunfaehig-erklaert-bizarre-wahnvorstellungen-1.1221919
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« Last Edit: November 30, 2011, 10:01:24 AM by Textaris(txt*bot) »
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