Author Topic: [Gefechte zur Sexualität... (Notizen)]  (Read 73873 times)

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[Gefechte zur Sexualität... (Notizen)]
« on: M?RZ 14, 2007, 01:58:30 nachm. »
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... Jahrzehntelang galt der deutschen Justiz als "unzüchtig", was "geeignet ist, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl des normalen Menschen in geschlechtlicher Beziehung zu verletzen".

...


Aus: "Zensur: Die freigesprochene Sexualität" (13.02.1978)
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40616425.html

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[...] Der Tango ist kein vornehmer Tanz. Der Tango ist ein Kind der Hafenkneipen. Im Tango drücken die Vergessenen am unteren Rand der Gesellschaft ihr Leiden aus, das passte so gar nicht ins kaiserliche Kunstverständnis.

Aber der Tango, das Rinnsteinkind, wie Kaiser Wilhelm II. ihn nannte, wollte sich zum Ärger des Kaisers in seinem Siegeszug einfach nicht mehr stoppen lassen. Der Kaiser fürchtete um die preußische Staatskultur. Der Anlass: Die Gräfin von Schwerin-Löwitz, Gattin des Landtagspräsidenten, veranstaltete einen Tango-Tee. Auf dem Parkett in sinnlichen Verschlingungen mit ihren Tänzerinnen Amtsträger, Diplomaten und hohe Militärs. Gipfel des Skandals: Veranstaltungsort war der Preußische Landtag.

Da griff der Kaiser durch. Wenigstens seine Lieblingsuntertanen, die Soldaten, sollten dem sündigen Treiben fernbleiben. Am 20. November 1913 erging ein Erlass, nach dem es Offizieren in Uniform verboten war, den Tango zu tanzen.

Viel Gelegenheit gab es ohnehin nicht mehr. Der Erste Weltkrieg verwüstete Europa. Danach gab es keinen Kaiser mehr. Aber immer noch den Tango.

...


Aus: "Kalenderblatt: 20.11.1913: Kein Tango für Offiziere" (Veröffentlicht: 21.11.2007)
Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/783/kein_tango_fuer_offiziere.html


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[...] Sie können nicht verstehen, warum sie vor Publikum aus den "Vagina-Monologen" lesen, das Wort selbst aber nicht aussprechen durften: "Es ist nicht geschmacklos oder unangemessen, das Wort Vagina zu sagen", sagt Megan Reback, "es war wichtig für mich, es auf der Bühne loszuwerden." Sie hält es für sinnlos, wenn eine Schulleitung von ihr erwarte, nicht über ihren Körper zu sprechen - "es ist meiner", so Megan.


Aus: "US-SCHÜLERINNEN: Rausschmiss wegen "Vagina"" - Eine Schule nahe New York hat drei 16-Jährige vom Unterricht suspendiert, weil sie bei einer Lesung das böse V-Wort aussprachen (SPON; 07. März 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,470361,00.html

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[...] Washington - "Ich finde, dass homosexuelle Handlungen zwischen zwei Personen unmoralisch sind und dass wir unmoralische Handlungen nicht dulden sollten", sagte Generalstabschef Pace der "Chicago Tribune". Er zog Vergleiche zwischen Homosexualität und Ehebruch: Er persönlich halte es genauso wenig für richtig, Homosexualität in der Armee zu tolerieren, wie man bei Ehebruch wegsehen solle.

[...] Nancy Pelosi, zeigte sich enttäuscht über Paces Bewertung. Das Militär müsse seine Grundsätze überdenken und Schwulen und Lesben den Dienst erlauben. Das Militär brauche Patrioten aus allen Bereichen der Gesellschaft.

[...] Der republikanische Sprecher des Pentagon, Bryan Whitman, nannte Paces Äußerungen eine persönliche Meinung. Wichtig sei, dass es weiterh Richtlinie im Militär bleibe, Leute aufgrund fehlerhaften Verhaltens vom Dienst zu entbinden - und nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.



Aus: "HOMOSEXUALITÄT IM MILITÄR: US-Generalstabschef provoziert Schwulen-Streit" (SPON; 13. März 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,471551,00.html

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[...] Günter Kießling (* 20. Oktober 1925 in Frankfurt (Oder)) war General der Bundeswehr und wurde der breiten Öffentlichkeit erst durch die Umstände seiner Entlassung bekannt.

Kießling war im Zweiten Weltkrieg als Leutnant der Infanterie an der Ostfront. Nach dem Krieg trat er zunächst in den Bundesgrenzschutz ein und wechselte dann zur Bundeswehr. Er wurde 1971 im Alter von 46 Jahren zum jüngsten General der Bun­deswehr. Vor seiner Entlassung war er Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte und Stellvertreter des Obersten Alliierten Befehlshabers Europa.

1983 wurde Kießling im Geheimen der Homosexualität bezichtigt, was damals noch, als Geheimnisträger und sehr hoher Militär, zu seiner vorzeitigen Pensionierung führte. Die Vorwürfe stellten sich beim Aufdecken der Kießling-Affäre 1984 aber als haltlos heraus und er wurde rehabilitiert, für kurze Zeit wieder in Dienst gestellt und mit dem „Großen Zapfenstreich“ in den ehrenhaften Ruhestand versetzt.

Zum Jubiläum der Bundeswehr 1985 war er als einziger Vier-Sterne-General nicht eingeladen.


Aus: "Günter Kießling" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Kie%C3%9Fling

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[...] Der polnische Erziehungsminister Roman Giertych will „homosexuelle Propaganda“ an Schulen unter Strafe stellen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung solle innerhalb eines Monats eingebracht werden, sagte Giertychs Stellvertreter Miroslaw Orzechowski am Dienstag vor Journalisten in Warschau.

Das Ministerium sieht sich durch die polnische Verfassung bestärkt, in der der besondere Schutz der Familie hervorgehoben wird. An mehreren Schulen seien Flugblätter aufgetaucht, die etwa küssende Männer zeigten, sagte Orzechowski. „Wir müssen Einfluss ausüben, wenn wir noch können, und nicht erst, wenn es zu spät ist“, sagte er. Kinder und Jugendliche im Schulalter seien leicht zu beeinflussen.


Aus: "Polen: Strafen für „homosexuelle Propaganda“ an Schulen?" (13. März 2007 )
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B4/Doc~E50F253651FE847198850CD0D67769CB1~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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[...] Stimmt das polnische Parlament zu, werden alle Publikationen, selbst Aufklärungsmaterial, über homosexuelle Beziehungen an polnischen Schulen unter Strafe gestellt. Vizebildungsminister Miroslaw Orzechowski erläutert: "Die polnische Verfassung sagt, dass der Staat die Familien schützen soll. Schon deshalb sind wir zu diesem Schritt verpflichtet. In den Schulen sind Kinder, die für homosexuelle Agitation anfällig sein könnten. Und damit richtet sich die homosexuelle Propaganda direkt gegen die elementaren Interessen unseres Staates."

[...] Polens Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski glaubt, dass es in der polnischen Rechtskoalition eine breite Mehrheit für das geplante Gesetz aus dem Hause des erzkonservativen Bildungsministers Giertych geben wird. Auch sieht er offenbar keine Gefahr, dass Polen wegen Intoleranz an den europäischen Pranger gestellt werden könnte: "Ich habe schon mehrfach gesagt: Ich bin für Toleranz. Aber jungen Menschen in den Schulen einen homosexuellen Lebensstil als Alternative zum normalen Leben vorzuschlagen, das ist schon übertrieben. Derartige Initiativen an den Schulen muss man beenden."

Giertych hatte schon auf der Heidelberger EU-Bildungsministerkonferenz für einen Eklat gesorgt. Zum völligen Unverständnis seiner europäischen Amtskollegen forderte Giertych dabei nicht nur - wie er sagte - ein europaweites Verbot homosexueller Propaganda, sondern auch die Bestrafung von jeder Form der Abtreibung.


Aus: "Polen will "homosexuelle Agitation" verbieten: "Ich bin für Toleranz, aber ..."" (14.03.2007)
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6511738_,00.html

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[...] Homophobie (von gr. homo: gleich; phóbos: Angst, Phobie) bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. Homophobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Sexismus unter den Begriff gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gefasst.

[...] Der Soziologe Dr. Michael Bochow vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung schreibt zu einer Studie aus dem Jahre 1991: In einer vom Bundesministerium für Forschung und Technologie finanzierten Repräsentativbefragung stimmten 1991 42 Prozent der Westdeutschen und 36 Prozent der Ostdeutschen der vorgegebenen Aussage zu: „In der Gegenwart von Homosexuellen kann einem körperlich unwohl werden.“ Unter ArbeiterInnen und RentnerInnen stimmte die Hälfte der Befragten zu (Bochow 1993). Wird ein Gesamtbild der Einzelergebnisse der Befragung von 2222 Deutschen versucht, so kann geschlußfolgert werden, daß noch mindestens ein Drittel der deutschen Bevölkerung als stark schwulenfeindlich eingestuft werden muß; ein weiteres Drittel ist ambivalent, d.h. nicht durchgängig antihomosexuell, aber keinesfalls frei von ablehnenden oder klischeehaften Einstellungen. Die Untersuchung liefert allerdings auch eindeutige Hinweise darauf, daß die Schwulenfeindlichkeit der (west-)deutschen Gesellschaft seit den siebziger Jahren abgenommen hat.

[...] Die Tiefenpsychologische Perspektive:
Die Anfälligkeit für diesen sozialpsychologischen Mechanismus ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt. Denn, so die Sicht der Tiefenpsychologie, Homophobie dient der Abwehr von Ängsten, und das umso stärker, je geringer das Selbstwertgefühl eines Menschen ist, je geringer seine soziale Integration und je schlechter seine soziale Lage ist. Die Ängste der diskriminierenden Menschen werden allerdings nicht direkt spürbar, weshalb die These, dass Angst die Hauptursache für Diskriminierungen sei, für viele zunächst schwer nachvollziehbar ist. Die Tiefenpsychologie benennt folgende unbewussten Ängste und Bedürfnisse, die mithilfe von Homophobie aus dem Bewusstsein ferngehalten würden:

    * Angst vor eigenen lesbischen bzw. schwulen Zügen
      Die Angst vor homosexuellen Anteilen der eigenen Sexualität sei einer der Gründe für Diskriminierungen Homosexueller. Dafür sprächen auch Untersuchungen mit rechtsextremen Jugendgruppen, die Gewalt gegen Schwule ausüben und sich betont hart und männlich geben (beachte, dass solche Jugendgruppen nicht mit „den“ Skinheads gleichzusetzen sind, da diese politisch sehr heterogen sind). Unterschwellige homoerotische Tendenzen, die es in solchen Männerbünden auch gebe, würden bei diesen Jugendlichen eine „weit überdurchschnittliche Angst vor der eigenen Homosexualität“ wecken. [17] Rauchfleisch[18] vertritt die Ansicht, dass es oft gar nicht so sehr um eigene homosexuelle Anteile gehe, sondern um die immer auch vorhandenen passiv-rezeptiven Anteile, die diese Jugendlichen fälschlicherweise als Weiblichkeit verstehen und diese wiederum fälschlicherweise als Homosexualität. Der Angst vor eigenen homosexuellen Anteilen liege oft eine noch größere Angst zugrunde, nämlich die Angst, emotional berührt zu werden.
    * Angst vor sozialer Unsicherheit und Streben nach Macht
      Menschen in einer sozio-ökonomisch schwierigen Lage würden allgegenwärtige (heterosexistische) gesellschaftliche Normvorstellungen eher übernehmen, da der Einklang mit solchen Normverstellungen einerseits Sicherheit vermittelt und andererseits mit Homosexuellen eine Gruppe gefunden ist, die vermeintlich noch schwächer ist.
    * Angst vor der Infragestellung zentraler Normvorstellungen
      Homosexuelle Orientierungen und v. a. ein offen homosexuelles Leben forderten tradierte, konservative gesellschaftliche Normvorstellungen heraus. Nach sozialpsychologischen Untersuchungen von Adorno et al.[19] haben wir alle Tendenzen, auf ungewohnte Verhaltensweisen mit Verunsicherung und oft auch Aggressivität zu reagieren. Hinzu komme, dass man diejenigen, die von den Regeln abweichen, nicht nur verachte oder hasse, sondern auch häufig unbewusst etwas um ihren Freiraum beneide.
    * Angst vor dem „Angriff“ auf die traditionelle Familie
      Dass zwei Lesben oder zwei Schwule intim und partnerschaftlich zusammenleben, sei ein Affront aus Sicht von Menschen, die sich als einzige Form des Zusammenlebens die von Mann und Frau vorstellen können. Zwar pflegen heutzutage auch heterosexuelle Paare oft nicht die traditionelle Rollenhierarchie einer Kleinfamilie, aber diese Rollenhierarchie werde durch homosexuelle Paare sichtbarer infrage gestellt. Männer in einer Partnerschaft mit traditioneller Rollenverteilung fühlten sich häufiger als Frauen davon bedroht, dass in homosexuellen Beziehungen die Rechte und Pflichten immer wieder neu ausgehandelt werden müssten und es dadurch keine festen Machtpositionen gebe.
    * Angst vor Infragestellung des gängigen Männlichkeitsideals
      Es geht hier nicht primär darum, dass manche Schwule sich effeminiert („feminin“) verhalten, sondern darum, dass Schwule oft auch „weiche“ Seiten leben, die viele heterosexuelle Männer sich nicht erlauben, obwohl sie sie – so Rauchfleisch – gleichermaßen besitzen. Zudem fühlten sich diejenigen heterosexuellen Männer, deren Verhältnis zu anderen Männern hauptsächlich von Rivalität geprägt ist, oft davon provoziert, dass ein Schwuler mit einem anderen Mann intim verbunden ist. Der Glaube, dass Geschlechterrollen und Männlichkeit durch Homosexualität drastisch infrage gestellt würden, führe zu einer tiefgreifenden Verunsicherung der Betroffenen, die sie sich aber nicht eingestehen, sondern durch Abwertung Homosexueller abwehren.
    * Das „Abweichende“ schlechthin
      Zum einen stellen Lesben und Schwule durch ihre sexuelle Orientierung und z. T. durch ihre Lebensweisen Normen infrage, so dass sie in eine Außenseiterposition gedrängt würden. Zum anderen ist aus der Sozialpsychologie bekannt, dass Aggressionen, die eigentlich Autoritäten gelten, auf vermeintlich Schwächere, auf Minderheiten umgelenkt werden (s. o.: Adorno). Studien[20] belegen, dass solche Aggressionen schnell auf andere Minderheiten verschoben werden können, beispielsweise auf Juden oder Ausländer.


Aus: "Homophobie" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

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[...] Der Begriff Stereotyp (von griech. στερεός, stereós „fest, hart, haltbar, räumlich“ und τύπος, týpos „-artig“) tritt in verschiedenen Zusammenhängen mit unterschiedlicher Bedeutung auf. Allen Bedeutungen ist gemeinsam, dass ein bestimmtes gleich bleibendes oder häufig vorkommendes Muster bezeichnet werden soll, ähnlich der umgangssprachlichen Wendung „Schema F“. Ein Stereotyp kann als eine griffige Zusammenfassung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufgefasst werden, die häufig einen hohen Wiedererkennungswert hat, dabei aber in aller Regel für sich genommen den gemeinten Sachverhalt sehr vereinfacht. Somit steht es in engem Bedeutungszusammenhang zum Klischee oder Vorurteil.

[...] In der Psychologie übernimmt das Stereotyp verschiedene Aufgaben, als:

    * Orientierungsystem (vereinfachte Entscheidung für eine kognitive Ökonomie)
    * Anpassungssystem (in einer Gruppe werden Konflikte verringert)
    * System zur Aufrechterhaltung des Selbst (zur Selbstdefinition und Selbstverankerung)

Außerdem gibt es in Bezug auf Gruppen verschiedene Theorien:

   1. Komplexitäts-Extremitäts-Theorie: Je mehr Dimensionen ein Urteilsgegenstand hat, desto weniger extrem ist das Gesamturteil. Stereotype haben wenige Dimensionen und fallen deshalb eher extrem aus (positiv oder negativ).
   2. Reizklassifikationstheorie: Beim Zuordnen von Gegenständen in vorgegebene Kategorien wird der Unterschied in der Kategorie verkleinert, während er zwischen den Kategorien größer wird. Da Stereotype auf einer Urteilsverzerrung beruhen, tritt eben dieser Effekt auf.
   3. Theorie der vermuteten Merkmale: Den Mitgliedern der eigenen Gruppe werden eher positive, den Mitgliedern anderer Gruppen eher negative Merkmale zugeordnet. Stereotype heben die positiven Eigenschaften einer Gruppe noch hervor (oder auch die negativen).
   4. theoretischer Ansatz der Erwartungsabweichung: Es gibt bestimmte Merkmale, die man Gruppenmitgliedern zuschreibt − bei einer Abweichung ändert man seine Einstellung in die erfahrene Richtung. Stellt ein Beobachter fest, dass eine andere Person positiv von seiner Erwartung abweicht, wird er sie noch positiver beurteilen.

Beispiele: Japaner würden sich eher eine Hand abhacken lassen, als ein schlechtes Wort über ihre Firma zu verlieren. Franzosen sind die besten Liebhaber. Stolz wie ein Spanier. Tempramentvoll wie Italiener. Geizig wie Schotten. Engländer trinken um 5 immer Tee


Aus: "Stereotyp" (03/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stereotyp_%28allgemein%29

« Last Edit: Juli 18, 2012, 10:09:28 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Krieg zwischen Moralaposteln und Fluchfreunden... (Notizen)]
« Reply #1 on: Juni 07, 2007, 08:33:22 vorm. »
Quote
[...] Wie immer in solchen Fällen, wenn sich hohe Gerichte an den kulturellen Niederungen der Jugendgesellschaft versuchen, kam am Ende eine Realsatire heraus. So verlinkte die "New York Times" den O-Ton des Urteils auf ihrer Website nur mit Verletzungswarnung: "Dieser Text enthält möglicherweise anstößige Sprache." Fürwahr: Die Richter schrieben auf 53 Seiten unter dem Aktenzeichen 06-1760 insgesamt 23-mal "fuck" und 15-mal "shit" - als wollten sie die FCC nur noch extra reizen.

Stein des Anstoßes war besagter Bono-Ausruf. Zahlreiche Zuschauer der NBC-Übertragung beschwerten sich damals bei der FCC über "fucking". Die Behörde fand daran anfangs nichts Anstößiges; Bonos Worte seien "flüchtig und isoliert" gewesen, keineswegs "sexueller Natur", was die Zensoren auf den Plan gerufen hätte. Fünf Monate später jedoch revidierte die FCC: "Fuck" in "all seinen Varianten" sei "eine der vulgärsten, krassesten und explizitesten Beschreibungen sexueller Aktivität", ekelten sich die Sittenwächter.

Von einer Strafe sahen sie dennoch ab. Statt dessen ordneten sie an, "Live"-Übertragungen fortan um ein paar Sekunden zu verzögern, um missliebiges Vokabular notfalls auszublenden.

[...] Ein Kandidat der Reality-Show "Survivor" beschimpfte einen Rivalen im CBS-Frühstücksfernsehen als "bullshitter". Beliebt waren auch die Cops der inzwischen ausgelaufenen Krimiserie "NYPD Blue", die "bullshit", "dick" und "dickhead" im TV-Abendprogramm erst salonfähig machten.

[...] All diese Beispiele zitiert das Gericht munter - und mit erkennbarem Amüsement. So schrieb die Vorsitzende Rosemary Pooler unter Hinweis auf den zum Klassiker erhobenen Kriegsfilm von Steven Spielberg: "Obwohl die Kommission alle Varianten von 'fuck' und 'shit' also für mutmaßlich unanständig und profan erklärt hat, war der wiederholte Einsatz dieser Worte in 'Der Soldat James Ryan' weder unanständig noch profan." Eine Beobachtung, die in Hollywood gut ankam, wo die Autoren-Gewerkschaften in lauten Jubel ausbrachen.

Der Krieg zwischen Moralaposteln und Fluchfreunden ist in den USA nichts Neues - und auch kaum eine Spezialität der christlich-konservativen Regierung George W. Bushs. Der erste Aufsehen erregende Fall kam der FCC 1975 ins Visier, unter dem Republikaner Gerald Ford. Damals ging es um den Satiriker George Carlin, der bei einem nachmittäglichen Radio-Monolog sieben "Drecksworte" dekliniert hatte: "shit", "piss", "fuck", "cunt" (Fotze), "cocksucker", "motherfucker" und "tits".

Die FCC erklärte Carlins Liste für "widerwärtig", da sie "sexuelle und anale Aktivitäten und Organe" beschreibe. Der Streit schaukelte sich bis zum Obersten US-Gerichtshof hoch, der der FCC schließlich Recht gab: Die Kommission dürfe durchaus verhindern, "dass ein Schwein in die gute Stube kommt", ohne konkret nachzuweisen, "dass das Schwein obszön ist".

Aber auch unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton waren die Sittenwächter aktiv. 1996 erließ der Kongress ein Gesetz, der anstößiges Material im Äther und im Internet unter Strafe stellte.

Unter Bush und dem republikanischen Kongress wurden sich die FCC-Bußgelder selbst für Ausrutscher im Fernsehen oder Radio dramatisch erhöht. Schimpfworte sind dort grundsätzlich zwischen sechs Uhr früh und 22 Uhr abends verboten.

[...] Doch das letzte (Schimpf-)Wort ist natürlich längst nicht gesprochen. Janet Jacksons "Garberobendefekt" von 2004, der eine Welle schärferer Bußen auslöste, steht demnächst vor einem anderen Berufungsgericht zur Verhandlung an. Und während die Networks das jetzige Urteil beklatschten, schrie die FCC vor Empörung laut auf - und droht nun notfalls mit dem Gang vors US-Verfassungsgericht.

"Ich kann nur schwer verstehen, dass das New Yorker Gericht amerikanischen Familien sagt, man könne ohne Weiteres 'fuck' und 'shit' sagen", schäumte FCC-Chef Kevin Martin. Er tat das in einer Presseerklärung, die das Wort "fuck" sechsmal enthielt und das Wort "shit" viermal. Und das mitten am Nachmittag.


Aus: "SCHIMPFWORT-URTEIL IN DEN USA: Schöne @&$#¿¥%!" Aus Los Angeles berichtet Marc Pitzke  (SPON; 06. Juni 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,487084,00.html


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[Scham und politischer Korrektheit... (Notiz)]
« Reply #2 on: Juni 07, 2007, 08:39:25 vorm. »
Quote
[...] Die Vulgarität [vulg.] (das Vulgärsein) ist die Eigenschaft des Gewöhnlichen, Niederen oder auch Unflätigen bzw. Unkultivierten. Als vulgär im letzteren Sinne werden insbesondere Sprachelemente, Verhaltensmuster und Handlungen bezeichnet, die bezüglich der vorherrschenden Normen als tabu gelten. Beispiele sind Vulgärsprache, grobe Umgangsformen, rüpelhaftes Benehmen, geräuschvolles Aufstoßen (so genanntes „Rülpsen“), öffentliches Grölen, Urinieren im öffentlichen Raum etc.

Dennoch bedeutet - weniger drastisch - das Vulgäre in seiner Bedeutung (nach dem französischen Wort vulgaire = gewöhnlich, was wiederum aus dem lateinischen vulgus/volgus = Volk abgeleitet wurde) auch "das Gewöhnliche", "das dem einfachen Volk (als Gegensatz zum Adel) Entstammende". In diesem Sinne sind auch Begriffe wie Vulgärlatein zu verstehen: eben die lateinische Sprache des einfachen Volkes.

„Vulgarität“ im engeren Sinn wird dann eher dem „gemeinen Volk“ (lateinisch: dem profanum vulgus) zugeschrieben.

Theodor W. Adorno spricht von Vulgarität im Kontext menschlicher Integration vom "Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung".

Martin Heidegger benutzt in Sein und Zeit den Begriff „vulgäre Gewissensauslegung“, um die Rede vom Gewissen nach landläufiger, gewöhnlicher Auffassung vom ontologisch gefassten Gewissenbegriff abzuheben.


Aus: "Vulgarität" (06/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vulg%C3%A4r

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Quote
[...] In der Vulgärsprache werden insbesondere Begriffe und Formulierungen verwandt, die in der gepflegten Umgangssprache tabu sind, weil sie Bereiche betreffen, die im jeweiligen sozialen Umfeld mit Scham und/oder Ekel besetzt sind. Heute sind das vor allem Begriffe aus der Fäkalsprache, sowie sexuelle und Gewalt-Begriffe, die hier unbekümmert oder sogar demonstrativ Verwendung finden, während sie in der gehobenen Umgangssprache aus Scham und politischer Korrektheit vermieden würden, d.h. umschrieben würden oder durch Metaphern ersetzt würden, die als harmloser gelten. In der Vulgärsprache werden dagegen z.T. selbst für harmlose Themen Vulgarismen metaphorisch verwandt.


Aus: "Vulgärsprache" (06/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vulg%C3%A4rsprache


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[Frau Doktor, ein frommer Wunsch!... (Notiz)]
« Reply #3 on: Juni 19, 2007, 02:54:24 nachm. »
Quote
In der Huffington Post hält Lisa Wade, promovierte Soziologin mit einem zusätzlichen MA in Human Sexuality, ein Plädoyer für mehr Sex in den amerikanischen Medien. Dem grundsätzlich zuzustimmen fällt nicht schwer, aber ihre Begründung zeigt, dass der guten Frau Doktor ein paar Nachhilfestunden in Semiotik ganz gut anstünden. Zitat:

    In the U.S. media, all of this [gemeint: die Mannigfalt, das Chaos, die Höhen und Tiefen der sexuellen Realität] is reduced to a fake, formulaic system of symbols and referents. This reduction strips sex down to less than what it is. And this is what I mean when I say there should be more sex on the screen.

Nun, es ist eine Eigenschaft der Sprache und aller sprachähnlichen Symbolsysteme, dass sie die Wirklichkeit in Forme(l)n einfangen und ihrer chaotischen Vielfalt berauben. Das ist ihre wesentliche Funktion. Erst die Abstraktion vom originalen, unwiederholbaren, unnachahmlichen Wahrnehmen und Erleben erzeugt das Symbol—oder sprechen wir lieber vom Signifikanten—, das/der in Umlauf gebracht und in der Kommunikation verwendet werden kann. Lacan spricht von einer notwendigen Verdrängung des Realen durch den Signifikanten, ohne die es keine symbolische Ordnung und mithin keine Kultur geben kann. Eine Kritik aber, die darüber jammert, das die Kultur an die Stelle der Natur getreten ist, brauchen wir nicht ernst zu nehmen. Kommt dazu, dass Frau Wade das Wort 'referents' offensichtlich ohne Wissen um seine Bedeutung verwendet, obwohl sie bereits in der Wikipedia eine brauchbare Definition von 'referent' gefunden hätte: "The object which is named by a reference, or to which the reference points, is the referent." (Wikipedia sv. Referent) Der Referent eines Zeichens ist das, was gemäss Lacan, Eco und anderen, auf ewig unerreichbar bleibt, nämlich das Nichtzeichenhafte, auf das das Zeichen verweist, in unserem Zusammenhang also der Reale Sex.

Wie gesagt, es ist nachvollziehbar und absolut legitim, eine Veränderung des herrschenden Zeichen- und Symbolsystems der amerikanischen Medien in Bezug auf 'Sex'—wobei 'Sex' selbst immer nur ein Konzept, nie eine Realität ist—zu fordern. Doch diese Forderung kann nicht darauf abzielen, eine verzerrte Repräsentation durch eine transparente Wiedergabe zu ersetzen; eine solche wäre bloss eine fundamentalistische oder bestenfalls romantische Chimäre.

Das ganze Plädoyer bringt sich übrigens am Ende selbst zu Fall: Statt sich gegen den puritanischen Mainstream zu stellen, wie es der reisserische Titel suggeriert, schwenkt Frau Wade am Ende genau in diesen ein. Die Forderung 'mehr Sex in den Medien' verstanden als 'ein nuancierteres Bild vom Sex in den Medien' dient nicht dazu, mehr Sex im realen Leben zu ermöglichen, sondern genau zum Gegenteil, weniger Sex bei Teenagern. Teenager sollen in den Medien erfahren, wie vielfältig und wunderbar, aber auch wie gefährlich und schmerzhaft Sex sein kann, und sich dann sagen: Eine solche Erfahrung macht man nicht einfach so, sondern nur, wenn man wählerisch ist und wartet, bis Zeit, Ort und Partner stimmen. Ein frommer Wunsch, Frau Doktor, ein frommer Wunsch!

Link: There is Not Enough Sex in American Media
http://www.huffingtonpost.com/lisa-wade/there-is-not-enough-sex-i_b_52398.html


Aus: "Plädoyer für mehr Sex in den amerikanischen Medien" Von Beta @ 14:26   
Quelle: http://alpha.blueblog.ch/log/plaedoyer-fuer-mehr-sex-in-den-amerikanischen-medien.html


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« Reply #4 on: Juli 11, 2007, 03:54:07 nachm. »
Quote
[...] Politicians' sex lives are a source of endless entertainment. Last night another right-wing senator - David Vitter - was snared in the DC Madam Scandal.  Evidently the good Baptist was paying prostitutes for sex while he was holding press conferences on the Sanctity of Heterosexual Marriage.

I was reading an interesting account in Der Spiegel about the ultra-conservative Bavarian politician Horst Seehofer - a man who evidently had so much time on his hands in Berlin that he started a second family with another woman - when I came across this paragraph (print version only):

    "Man kann die Frage stellen, ob es richtig ist, Politiker nach ihrem Privatleben zu beurteilen; einiges spricht dagegen.  Ein liederlicher Ehemann kann ein passabler Politiker sein, umgekehrt gilt die Sache genauso.  Bill Clinton liess sich im Oval Office mit der 21-jährigen Praktikantin Monica Lewinksy ein und war trotzdem ein erfolgreicher Präsident.  George W. Bush führt, was man weiss, ein vorbildliches Eheleben, aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Geschichte ein gnädiges Zeugnis über seine Amtsjahre ausstellen wird." (one can ask whether it's fair to judge politicians by how they conduct themselves in their private lives; there are reasons to think otherwise. A philandering husband can be a decent politician, and the reverse is also true. Bill Clinton got involved in the Oval Office with the 21-year old intern Monica Lewinksy, but was a successful president anyway. As far as we know, George W. Bush is faithful in his marriage, but it is unlikely that history will judge his presidency favorably.)

I couldn't care less whether a political leader is faithful in his/her marriage. Some of the most successful politicians were notorious adulterers - FDR, JFK, Willy Brandt.  What is unacceptable is the hypocrisy of Seehofer or Vitter - politicians who demonize gays and lesbians, and who routinely attack feminists.  They deserve the humilation meted out by the press.


From: "The Sex Lives of Politicians" (Posted by David Vickrey on July 10, 2007)
Source: http://www.dialoginternational.com/dialog_international/2007/07/the-sex-lives-o.html


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« Reply #5 on: September 17, 2007, 02:30:48 nachm. »
Quote
[...] 14.453 Nutzer des Online-Sozialnetzes Facebook haben sich einer im Juni gegründeten Gruppe namens "Hey, Facebook, breastfeeding is not obscene" (nur zugänglich für Registrierte) angeschlossen. Sie protestieren damit gegen die Zensur von Fotos, die stillende Mütter zeigen, durch den Community-Betreiber. Die so genannten Lactivists (von lat. lac maternum, Muttermilch) meinen, das Löschen derartiger Darstellungen sei diskriminierend.

Die Protestwelle nahm ihren Anfang, als die Kanadierin Karen Speed nach eigenen Angaben von Facebook benachrichtigt wurde, sie habe ein Foto hochgeladen, das gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. Dieses sei entfernt worden. Fotos, die Nacktheit, Drogenkonsum oder andere Obszönitäten enthielten, seien nicht zugelassen. Die Kanadierin beteuert, das gelöschte Foto sei nicht in ihrem Profil enthalten gewesen, sondern in ihrem persönlichen Album. Es zeige keine nackten Personen und auch keinen Drogenkonsum. In ihrem Blog veröffentlicht Speed zudem ein nach ihren Angaben von Facebook inkriminiertes Foto, das sie beim Stillen ihrer Kinder zeigt. (anw/c't)


Quote
14. September 2007 15:40
Das Problem ist nicht das "Stillen", das Problem ist, die Frauen hatten ...
William Zard (mehr als 1000 Beiträge seit 13.06.05)

... zuvor ganz offenkundig Sex! ... oder glaubt irgendwer hier an die
"unbefleckte Empfängnis"!? ;)


Quote
14. September 2007 16:09
Solche Bilder sind pavers! Das gehört verboten!
Der_Wombat (11 Beiträge seit 14.09.07)

Und die Frau anzeigen!

Es gibt Handlungen, die sind halt nötig. z.B. Stillen.
Ich sehe ein, dass das sinnvoll ist, denn es ist wissenschaftlich
erwiesen, dass dann die Kinder gesünder sind (besseres Immunsystem).

Aber davon BILDER machen?

Ich finde das ganz schön pavers!

Was kommt als nächstes?

linda-14-beim-frauenarzt.jpg

oder so?

Ich sehe hier die Persönlichkeitsrechte und die Menschenwürde des
Kindes verletzt, und finde, man sollte sowas als Kinderpornographie
einstufen und unter Strafe stellen...


Quote
14. September 2007 15:42
Obszön sind eher die Mütter
flare----* (mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.04)

die für ihr Recht kämpfen, sich und ihren Säugling auf derartigen
Seiten ablichten zu lassen und das Persönlichkeitsrecht dieses jungen
Menschen gleich mal zum eigene Vorteil auszulegen.

Dem Nachwuchs wird der Sprung zum medialen Superstar ja sozusagen
gleich mit in die Wiege gelegt, von einem intimen
Vertrauensverhältnis kann jedenfalls nicht mehr die Rede sein.
Peinlich, einfach nur peinlich.

Quote
14. September 2007 15:45
ich will keine stillenden muetter sehen
Apple Konvertit (6 Beiträge seit 14.09.07)

das ist privatsache. ich lauf auch nicht auf der strasse rum und zeig
allen, wie toll ich pinkeln kann.

deshalb: ++ facebook.


Quote
14. September 2007 16:07
Sind das alles Trolle...?
swapo (mehr als 1000 Beiträge seit 15.02.03)

Sind das alles Trolle oder hier tatsächlich ein Treffpunkt
stockverklemmter Idioten, die das Ernähren eines Babys, auf die
nachwievor beste Weise, mit öffentlichem Pinkeln und Kacken
gleichstellen?
Eine möglicherweise kurz entblößte Brust -- auf den Fotos ist
jedenfalls nichts auch nur ansatzweise anstößiges zu sehen,
schließlich ist da ein Baby vor -- ist ekelig?

Wenn das auch nur ansatzweise representative Aussagen sein sollten,
wird mir so einiges klar.

Quote
14. September 2007 16:42
Unverständnis
detlev (15 Beiträge seit 27.10.00)

Ich habe über Reaktionen auf die Nachricht und auf die erwähnten
Beiträge in MSNBC, etc. nicht schlecht gestaunt.

Offensichtlich wissen hier viele Leute nicht, dass die allermeisten
Frauen ihre Babys stillen, wenn sie hungrig sind, und nicht wenn es
dem Halbgewalkten im U-Bahnsitz nebenan passend erscheint.
Was das Geltungsbedürfnis angeht, kann ich mir das Stillen als Mittel
zum Zweck nur schwer vorstellen. Wenn überhaupt, dann wahrscheinlich
bei 0.1% der Mütter.

Ferner, in Nordamerika gibt es andere Rahmenbedingungen. Die Lobby
der Chemiekonzerne, die "Formula" (künstliche Muttermilch)
herstellen, allen voran Nestlé, ist sehr stark.
Das geht damit los, dass Bildungsminister TV-Werbung pro Muttermilch
schon mal zurücknehmen liessen.
6 Wochen vor dem Entbindungstermin beginnt man, Probierpackungen mit
künstlicher Milch ungefragt zu erhalten. Selbst in der
Entbindungsklinik muss man aufpassen und an die Babykrippe ein Schild
"Breastfeeding only" haften, sonst kriegen die das Zeug in der
Baby-Station, während die Mutter schläft. Das ist das Default.
Währenddessen bezahlen die Krankenversicherungen in der Regel nur 2
Tage Krankenhausaufenthalt nach der Entbindung.
Am 3. Tag findet die Umstellung von Collostrum auf richtige Milch
statt, das geschieht nicht ohne Lücken und genau da sitzen die jungen
Eltern zu Hause allein mit den ganzen Proben und verzweifeln weil der
Säugling vor Hunger schreit.
Die Rechnung geht viel zu oft auf und so werden viele Babys ungeplant
auf künstliche Milch umgestellt.
Daher ist es kein Wunder, dass stillende Mütter dort eine radikalere
Haltung entwickeln.

Quote
14. September 2007 16:27
Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04)

... bei der man schon verloren hat, sobald man sich darauf einläßt.

Kapituliert, Männer! Da gibt es weder mit "Softie-Anbiederung" noch
mit "Macho-No-Ma'am-Gehabe" einen Blumentopf zu gewinnen, wie man's
macht man machts verkehrt. Lauft um euer Leben, wenn eine Frau zum
Stillen ansetzt! Höchstens mit jahrzehntelangen
Zen-Buddhismus-Übungen im gleichzeitigen Hin- und Wegschauen, und der
Kunst des ganz natürlichen aufmerksamen Ignorierens hat man
vielleicht eine geringe Chance davonzukommen.

Aber ein einziger falscher Blick und ihr seid geliefert! Frauen
können die Angst sich in diesem Moment falsch zu benehmen geradezu
riechen, was meint ihr denn warum die für das Recht in der
Öffentlichkeit, und sei es während eine weltweiten Fersehübertragung,
zu stillen, so kämpfen? Wer liebt nicht eine Situation in der man
immer Recht hat, egal was man tut?

Vielleicht war das früher mal anders, aber die Zeiten sind laaaaange
vorbei --- und ehrlichgesagt, glaube ich, war das für Männer schon
immer eine peinliche Situation.

Quote
14. September 2007 17:10
Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
Kalessin (818 Beiträge seit 11.04.00)

Edna Krabappel schrieb am 14. September 2007 16:27

> Vielleicht war das früher mal anders, aber die Zeiten sind laaaaange
> vorbei --- und ehrlichgesagt, glaube ich, war das für Männer schon
> immer eine peinliche Situation.

Wieso ist denn einer der natürlichsten Vorgänge der Welt peinlich?
Ich bin selbst ein Mann, und habe mich vor ein paar Wochen im Zug
sehr nett mit einer Frau unterhalten, deren Sprößling erst stinkig
und laut, später satt, zufrieden und leise war. Und eben weil die
Fütterung dazwischen so natürlich und eben nicht(!) peinlich war,
hatte ich es weder nötig zu gaffen noch gekünstelt wegzusehen.

Wie viele Sachen wird das Stillen erst zu einem Thema wenn wir es zu
einem machen. Die weibliche Brust ist nun einmal ganz explizit so
gestaltet, daß sie zur Fütterung des neugeborenen Nachwuchses dient.
Auch wenn viele Frauen ein wenig Privatsphäre dabei vorziehen, sollen
sie das Kind hungern lassen, weil das grade nicht geht (z.B. im
Zugabteil)?

Ich für meinen Teil freue mich darüber, nicht im superprüden Amerika
zu leben. Und Männer, denen Stillen schon peinlich ist, sollten mal
tief nachdenken, *warum* es ihnen peinlich ist, und ob sie nicht
vielleicht noch tiefergehende persönliche Probleme haben. Übrigens
hilft auch Zivildienst in Alten- und Pflegeheimen enorm, den ganzen
Themenkomplex "Körper(-funktionen), Fortpflanzung und Tod" in
Perspektive zu rücken... die Schulen können es ja anscheinend nicht,
und im Elternhaus wird da auch noch zuviel tabuisiert.

Kalessin

Quote
14. September 2007 17:25
Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

In jedem ICE gibt es Abteile zum wickeln! Können die sich nicht auch
zum stillen zurückziehen? Wenn sie es nicht können ist das eine Art
Kampferklärung an diejenigen, die sich dadurch gestört fühlen könnten
(Nicht jeder Zugreisende hat ein westliches Werteverständnis).

Wer Kinder aber mißbraucht um politische Ziele durchzusetzen, ist
nicht erziehungsfähig.

Quote
15. September 2007 1:23
Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
yenzi (mehr als 1000 Beiträge seit 03.05.01)

michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 17:25

> In jedem ICE gibt es Abteile zum wickeln! Können die sich nicht auch
> zum stillen zurückziehen? Wenn sie es nicht können ist das eine Art
> Kampferklärung an diejenigen, die sich dadurch gestört fühlen könnten
> (Nicht jeder Zugreisende hat ein westliches Werteverständnis).

Kannst Du Dich nicht zum Texte schreiben hinter Deine Firewall
zurückziehen?

Und den Text dann am besten gleich nach >dev null.

Quote
15. September 2007 15:58
Redeverbot?
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

Das ist kein Argument, was im Spiegel (des kategorischen Imperativ)
bestand haben würde.





Quote
14. September 2007 18:02
Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
Zeitkind, info@zeitkind.de (mehr als 1000 Beiträge seit 07.01.00)

Blödsinn.

Schaff dir erst mal Kinder an und dann will ich sehen, wie du jedes
Mal ein Zelt aufbaust, wenn der/die Kleine Hunger hat. Mal abgesehen
- schlag doch gleich noch mal "Milchstau" nach.

Was ist bei euch eigentlich schief gelaufen?

Quote
14. September 2007 18:15
Re: Ich glaube, das ist so eine Diskussion ...
Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04)

Zeitkind schrieb am 14. September 2007 18:02

> Schaff dir erst mal Kinder an und dann will ich sehen, wie du jedes
> Mal ein Zelt aufbaust, wenn der/die Kleine Hunger hat.

Wo, bitte, habe ich das denn gefordert? Ich glaube ihr von der "Frau
kann, ja, soll und muß stillen wo sie geht und steht"-Fraktion seht
so langsam den Wald vor Bäumen nicht mehr.

> Mal abgesehen
> - schlag doch gleich noch mal "Milchstau" nach.

Das belustigt mich jetzt aber doch ein wenig. Ich habe schon einige
stillende Mütter gesehen die ihr Kind nicht dabei hatten. Zur
Vermeidung des Milchstaus ist aber noch keine auf die Idee gekommen
die Pumpe in der U-Bahn anzulegen.

> Was ist bei euch eigentlich schief gelaufen?

Ich habe keine Ahnung, schlag doch mal was vor, ist bestimmt
interessant im heise Forum analysiert zu werden!

Quote
14. September 2007 16:49
An die Verklemmten hier
LaoLao (mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.02)

Die ganzen Christen hier im Forum sind schon witzig. Mir wäre das ja
peinlich völlig verquere und idiotische Christen"moral" sowie
absolute Prüderie und lachhafte Verklemmtheit öffentlich
rumzuposauen.
Wer was nicht sehen will darf gerne wegschauen. Außerdem ist weder
Nacktheit noch ein Baby beim futtern, noch poppen und alles andere
natürliche irgendwie auch nur ansatzweise anrüchig (außer für
jüdisch/christliche versaute Existenzen).
Naja, sind eben alles Leute die auch noch in der Sauna den
Rollkragenpulli anlassen und sich über jeden Kram aufregen und den BH
der Nachbarin echauffieren weil die indoktrinierte Gesellschaft das
eben so haben will.
Halt du sie doof, ich halt sie arm...funktioniert immer noch.
Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und
bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche
Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte.

Olaf

Quote
14. September 2007 16:58
Miniröcke für Männer!
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

> Wer was nicht sehen will darf gerne wegschauen. Außerdem ist weder
> Nacktheit noch ein Baby beim futtern, noch poppen und alles andere
> natürliche irgendwie auch nur ansatzweise anrüchig (außer für
> jüdisch/christliche versaute Existenzen).

Also ich will keine auf der Straße vor dem Kindergarten
koppulierenden Paare sehen. Zumindest tagsüber. Echt nicht.

> Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und
> bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche
> Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte.

Oha, da outet sich ein Neonazi: "Judensekten"! Oder die Fraktion
"Burkas für alle?". Im jüdischen Glauben werden Männer beschnitten,
Afrikanische Völker machen das bei Frauen.

> Olaf

Nun lieber Olaf, Du darfst jetzt abstimmen:

-- rot für Frauenbeschneidung
++ grün für Männerbeschneidung

Fresse halten für gegen "beides ist Körperverletzung, insofern haben
die Christen Recht".

[...]

Quote
14. September 2007 17:03
Re: Miniröcke für Männer!
AcidDust (mehr als 1000 Beiträge seit 23.05.02)

michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 16:58

> Fresse halten für gegen "beides ist Körperverletzung, insofern haben
> die Christen Recht".
>
> Ob du richtig stehst, siehst du wenn die Mindestzahl an Bewertungen
> erreicht ist.

Ich raff nicht was du mit deinem Text sagen wolltest? Außer der
Nazikeule kam leider nicht viel dabei rum.

Auf einen blöden Text einen noch blöderen zu schreiben kann auch nur
bei Heise.de passieren.

*
AD

Quote
14. September 2007 18:12
Re: Miniröcke für Männer!
Konsument2001 (mehr als 1000 Beiträge seit 17.01.01)

AcidDust schrieb am 14. September 2007 17:03

> Ich raff nicht

daran wird es liegen ..


Quote
14. September 2007 17:12
Re: Miniröcke für Männer!
LaoLao (mehr als 1000 Beiträge seit 03.12.02)

michael_kohlhaas schrieb am 14. September 2007 16:58

> Also ich will keine auf der Straße vor dem Kindergarten
> koppulierenden Paare sehen. Zumindest tagsüber. Echt nicht.


Dann guck eben weg. Nur weil der Pator oder deine verklemmte
jüdisch/christlich versaute Umgebung das mal so sagte, ist das völlig
unrelevant und wenn man völlig natürliche Verhaltensweisen nicht
sehen will, ist man außer verklemmt auch noch ganz schön bescheuert.

> > Ein Glück wohn ich außerhalb des Machtbereichs der Judensekten und
> > bin in einem Land groß geworden was solch jüdische/christliche
> > Scheißhausmoral über Bord geworfen hatte.

 
> Oha, da outet sich ein Neonazi: "Judensekten"! Oder die Fraktion
> "Burkas für alle?". Im jüdischen Glauben werden Männer beschnitten,
> Afrikanische Völker machen das bei Frauen.
>

Man ist also ein Neonazi wenn man Christen als Judensekte bezeichnet,
was sie ja eindeutig sind.
Und Burkas, sowie Beschneidung sind mindestens genauso bescheuert wie
"ich will aber nichts sehen wo der Christensektenführer nein zu
sagte". Na du bist auf jeden Fall ein ziemlich verschrobener Vogel.

> > Olaf
>
> Nun lieber Olaf, Du darfst jetzt abstimmen:
>

Ich stimme nicht für oder gegen absoluten Schwachsinn ab. Leute wie
du machen das aber sicher gerne.

Komiker gibt's hier.

Olaf


Quote
14. September 2007 17:07
Re: An die Verklemmten hier
Edna Krabappel (mehr als 1000 Beiträge seit 22.04.04)

Schamgefühl ist also *komplett* unnatürlich?

Interessante These ...

Quote
14. September 2007 17:25
er/sie/es hat's !!!!!!!!
Labernase (753 Beiträge seit 14.08.00)

Edna Krabappel schrieb am 14. September 2007 17:07

> Schamgefühl ist also *komplett* unnatürlich?
>
> Interessante These ...

janz jenau!!

LaNa


Quote
14. September 2007 17:31
Re: An die Verklemmten hier
flare----* (mehr als 1000 Beiträge seit 08.12.04)

wie du an obiger Antwort siehst, ist es nicht nur wegen der
Überwachung sinnvoll, die Koffer zu packen. Wir leben in einer
schamlosen Gesellschaft.


Quote
15. September 2007 10:30
Und die Moslems?
azr (mehr als 1000 Beiträge seit 30.05.01)

Warum schimpfst Du über Juden und Christen, die in der Summe völlig
harmlos sind?


Quote
15. September 2007 13:31
Armer Ossi (kwT)
Colonel_Panic (39 Beiträge seit 21.11.04)

Mehr fällt mir da nicht ein.
CP

Quote
15. September 2007 17:20
Du machst es Dir zu leicht..
Horst Tonaff, Horst Tonaff (916 Beiträge seit 20.01.05)


http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=13529829&forum_id=124039


wieso kannst du hier nachlesen.

Quote
15. September 2007 17:12
Du machst es Dir zu leicht ..
Horst Tonaff, Horst Tonaff (913 Beiträge seit 20.01.05)

ziehst aus unvollständigen Beobachtungen vorschnelle Schlüsse und
posaunst diese auf überaus plumpe und arrogante Weise heraus. Das
fängt schon mal damit an, dass Du die 3 Buchreligionen als einzige
monotheistische Religionen bezeichnest.

Davon abgesehen braucht es keinen Jahwe, Gott, Allah, Ra oder
Zarathustra um Titten, Mumu und Schwanz als sexuellen Reiz zu
empfinden.  Und nur weil man gewisse Standpunkte des religiösen
Spektrums ablehnt, heißt das ja noch lange nicht, dass alles was
diese Leute in den letzten 2000 Jahren gemacht haben dadurch
automatisch ausgemachter Schwachsinn ist. Die gesellschaftliche
Konvention das ganze nach Möglichkeit eingepackt zu lassen ist auch
vom ästethischen Standpunkt her schlüssig.

Ich z.B. möchte einfach nicht den ganzen Tag Titten sehen, weil ich
sonst ständig geil wäre. Und irgendwann würde ich mich wohl so dran
gewöhnen Titten zu sehen, dass es mir weniger gefiele, wenn meine
Freundin sich auszieht. Von daher finde ich unsere Kleiderordnung
doch ganz OK so.
Und auch wenn ich nicht verstehe was gewisse Menschen so toll daran
finden ihren Schniedel am FKK-Strand zu schwenken habe ich kein
Problem damit, mich in der Sauna auszuziehen. Und danach halt wieder
an. Mein Gott ^^ wo ist das Problem?

Mal soviel zum Thema sexueller Reiz, zu dem ich eine stillende Brust
nicht zählen will. Ich persönlich finde das eher abregend als
erregend. Wer aber über mehr Feingefühl als Du verfügt, der weiß
auch, dass ein Blick sehr viel sagen kann. Nimm den Flirt als
Beispiel. Oder stell Dir vor, jemand starrt der hübschen Kollegin
dauernd auf den Arsch. Aus diesem Grund ist es mir persönlich
peinlich eine stillende Frau zu sehen weil ein Blick auf die Titten
i.d.R mit sexuellem Interesse assoziert wird. Und sexuelles Interesse
signalisiere ich ungern in nicht angebrachtem Maß. Das ist eine Frage
von Stil und Ästhetik und wer dafür einen Sinn hat, der lässt die
Titten wenn möglich drin.












Quote
14. September 2007 17:07
Besser kann man Milch nicht verpacken ...
DrD (mehr als 1000 Beiträge seit 25.12.05)

Was für ein Zirkus wegen nix. Kopf -> Tisch


Quote
14. September 2007 20:46
Oh Gott, nackte Haut
nichtglauben (mehr als 1000 Beiträge seit 07.11.01)


Terror von jungen Müttern?
Wolfgang, übernehmen Sie!

Hallo?

Ich finde es toll, das Mütter das Baby natürlich ernähren und nicht
diesen künstlichen Dreck verwenden.

Muttermilch stärkt das Immunsystem des Babys und als kleiner
Nebeneffekt kann die soziale Bindung zwischen Mutter und Baby
gestärkt werden.

Wenn ich hier lese "Scheiss Feminismus", "ich pinkle auch nicht, ist
aber auch ein Urbedürfnis" dann sage ich :

- Frauen geniessen während und nach (eine gewisse Zeit ;-) ) der
Schwangerschaft Narrenfreiheit.
- Seid ein wenig toleranter. Den Müttern macht es sicher keinen Spass
in aller Öffentlichkeit die Brust zu geben. Wenn das Baby Hunger hat
dann will es gestillt werden. Oder gehört ihr bei Stillverweigerung
der Mutter zu denen die sich über das schreiende Baby aufregen?
- Wir brauchen Kinder. Die sollen uns mal unsere Rente sichern. Je
besser das Umfeld, umso mehr Kinder gibt es. Stillen und die ganze
"Problematik" drum ist nur ein klitzekleines Puzzleteil von Ganzen,
aber wenn ich hier die Teilreaktionen sehe. Kinderfeindlich^3.
- In Zürich gibts mittlerweile Gastronomiebetriebe, die im Geschäft
stillende Mütter vor die Tür setzen.
- ein bisschen Busen in der Öffentlichkeit->böse. Ein Neunjähriger
mit Sturmgewehr und Sternenbanner im Hintergrund->sehr gut (thx an
den Poster des Vergleichs)
- helft den Müttern mit den Kinderwagen beim Ein- und Aussteigen. Ich
beobachte immer wieder wie sich Menschen darüber aufregen, wenn
Mütter mit dem Kinderwagen die Eingänge zu Zügen oder Bussen
blockieren. Aber helfen? Fehlanzeige. Euch bricht kein Zacken von der
Krone ab wenn ihr helft!

Ich als Mann habe mit stillenden Müttern in der Öffentlichkeit kein
Problem und sehe auch keinerlei Form mit sexuellem Hintergrund
dahinter. Ist doch ein schönes Bild : Eine stillende Mutter, das Baby
das zufrieden an der Warze nuckelt.

Dies sollten mehr Menschen so sehen, dann gäbe es auch keinen solchen
Aufstand darum.

rgds
nichtglauben

Quote
15. September 2007 3:33
Es ist einfach nur eklig, wenn
Horstausprag (5 Beiträge seit 13.04.07)

sich Leute draußen nen Kaffee holen, auch noch "ToGo", ekelhaft.
Öffentliche Nahrungsaufnahme sollte verboten werden, jeder sollte in
einen 1x1m großen Raum essen und trinken und mich nicht damit auf der
Straße belästigen, widerlich...am besten kauen die dann auch noch mit
offnem Mund.

P.S.: Hoffe die Ironie war offensichtlich.

Quote
14. September 2007 19:51
Kein Wunder dass hier keine Kinder mehr geboren werden
Finesse (mehr als 1000 Beiträge seit 13.04.01)

bei soviel Ablehnung des natürlichsten der Welt.
Da wird flugs das Stillen ins Reich des "Privaten" und sexuellen
verfrachtet. Gehts noch? Mit der gleichen Argumentation darf die
Mutter auch klein Fläschchen in der Öffentlichkeit geben.

Das Stillen von Kindern ist etwas ganz natürliches, genauso wie das
Geben von Essen. Meine Güte, wo sind wir nur gelandet.

Aber dann sich lustig machen, wenn die Amerikaner einer Mutter die
Milch im Fläschchen wegnimmt beim Zoll aufgrund Terrorverdacht -
hätte sie ihr Kind selber stillen dürfen (also ohne verklemmte Moral)
wäre das Problem gar nicht aufgetaucht.

Ab wann sind spielende Kinder am Strand tabu?
Ab wann müssen sich alle Menschen selbst im Sommer wieder total
züchtig anziehen? Ab wann kommt der Kuppeleiparagraph wieder?

Ich sehe mit Schrecken wohin wir uns bewegen.

Quote
15. September 2007 10:55
Wenn man keine Ahnung hat...
vandaalen, vandaalen@gmx.net (112 Beiträge seit 08.09.02)

Man kann hier sehr genau beobachten, wer mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit noch keinen Nachwuchs hat...

Jeder, der sich darüber echauffiert, das Mütter in manchen
Situationen in der Öffentlichkeit stillen, der sollte sich darüber im
Klaren sein, daß sich die Nahrungsaufnahme eines Säuglings nict
steuern lässt. Auch wenn es gewisse Regelmässigkeiten gibt, so hat
das Kind nicht immer alle X Stunden Hunger, sondern auch mal
zwischendurch, bzw. zu anderen Zeiten.

Meine Tochter ist jetzt gute zwei Wochen alt. Auch wenn meine
Freundin sicher keine zartbesaitete Person ist, könnt Ihr mir
glauben, daß sie es bestimmt nicht drauf anlegt unser Kind in aller
Öffentlichkeit zu stillen.

Ganz im Gegenteil versucht sie sogar das Haus möglichst direkt nach
dem letzten Stillen zu verlassen. Wo immer es geht, versucht sie zum
Stillen einen Platz zu finden, der ein gewisses Maß an Privatsphäre
bietet. Es ist nämlich nicht so, daß sie so unglaublich stolz drauf
wäre ihre 1000-fach vergrösserten Brüste einem peinlich berührten
Computerforumsleser zu präsentieren. ;-)

Allerdings muss ich sagen, daß ich nicht möchte, daß die frühesten
Erinnerungen, meines Kindes ans Essen mit öffentlichen Toiletten
verbunden sind. ;-)

Desweiteren sind die Leute, die sich hier über das Stillen beschweren
- ich könnte drauf wetten - die ersten sind, von denen wir böse
Blicke ernten, weil das Kind im Café, der U-Bahn, im Supermarkt, usw.
wie am Spieß schreit, weil es Hunger hat. Ca. 10 Minuten lang bekommt
man es noch beruhigt, danach ist aber wirklich Schluss und die Kleine
so unglaublich sauer, daß man erstmal Zeit braucht, sie zu beruhigen,
bevor sie auch nur dran denkt zu trinken. Manchmal hilft auch
Fencheltee...

Die Flasche ist keine Alternative, was mehrere Gründe hat.
Ersatznahrung macht fett. In der Muttermilch sind unglaublich viele
Antikörper, die das Kind vor Krankheiten schützen. Wenn das Kind an
die Flasche gewöhnt ist, kann es sein, daß man es nicht mehr an die
Brust bekommt, weil es einfacher ist aus der Flasche zu trinken. Um
mal nur drei zu nennen.

Mal ganz abgesehen davon, daß ich hier niemandem, aber auch wirklich
Null Prozent, nicht nur den Männern, abkaufe, daß er nicht ab und zu
ins Gebüsch pinkelt, und sei es nur auf einem Rastplatz, finde ich es
doch eher minderintelektuell das Bedürfnis nach Nahrung eines
instinktiv handelnden Säuglings, mit dem Ausscheiden von nachhaltig
stinkenden Körperflüssigkeiten in Hauseingänge (jeder sollte einmal
an einem Sonntagmorgen in die Zülpicher Straße in Köln reingerochen
haben), oder sogar noch besser des Onanierens in der Öffentlichkeit,
von Erwachsenen, denen man ein gewisses Mass an rationalem Denken
andichtet könnte, zu vergleichen. (Watt fürn Satz... ;-) Ich warte
hier eigentlich nur noch auf die Gleichsetzung mit Mord,
Kindesmissbrauch, oder Terrorismus...

Ausserdem sieht man von der Brust doch nicht mehr, als man sehen
würde, wenn meine Freundin im knappen Bikini rumlaufen würde.

Oder sollten sich die beiden bis zum Abstillen, nach ca. 6 Monaten,
nicht mehr vor die Tür bewegen, damit Ihr Euch besser fühlt?

Am Ende geht es doch nur um das Wohl meines Kindes. Da nehme ich es
gerne in Kauf, wenn sich irgendwelche verklemmten Gestalten peinlich
berührt fühlen. Meist sind es auch gerade die, die Rücksichtnahme am
lautesten einklagen, genau die, die sie am leisesten einlösen.

Gruß

hb

Quote
15. September 2007 17:50
Enteutert!
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

Ich will mir das gar nicht ansehen. Das ist etwas so privates, dass
es wie bei einer Geburt, niemanden etwas angeht ausser den direkt
Beteiligten ...

War Maria Exhibitionistin?

Oder lag es am Überwachungswahn (Volkszählung)?




Quote
15. September 2007 16:59
Andere benutzen halt Verhütungsmittel...
der_realistische (637 Beiträge seit 16.09.03)

und freuen sich dann, wenn am Ende des Monats noch Geld da ist - und
nicht umgekehrt, so wie bei den vielen bemitleidenswerten "stolzen"
Eltern...

Quote
15. September 2007 17:38
Re: Andere benutzen halt Verhütungsmittel...
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

.. oder leben gar enthaltsam!

Quote
15. September 2007 17:17
Jo, ist ja auch OK so.
Horst Tonaff, Horst Tonaff (914 Beiträge seit 20.01.05)

Trotzdem ist es unesthätisch und zudem stillos Bilder davon bewusst
im Internet zu publizieren. Ob das jetzt aus jugendschutzgründen
wegzensiert gehört ist eine ganz andere Sache. Geschmacklos ist es
allemal.

Quote
15. September 2007 17:39
Re: Jo, ist ja auch OK so.
michael_kohlhaas (mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.07)

Es ist ein "Politisches Statement", also "Missbrauch der Kinder" aus
emanzipatorischem Wahn heraus!









Aus: "Stillende Mütter protestieren gegen Facebook" (14.09.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96014

-.-

Quote
[...] Das Neugeborene schreit. Es hat Hunger. Mit dem Stillen bis zu Hause warten, würde zu lange dauern. Also setzt sich die 18-jährige Mutter in einer Grünanlage auf die Parkbank und legt das zwei Wochen alte Baby an die Brust. Zwei Mitarbeiter vom Ordnungsamt nähern sich - ein Mann und eine Frau. Sie möge damit aufhören, ergreift die Frau das Wort. Dem Mann ist das Verhalten seiner Kollegin sichtlich unangenehm. Doch die lässt nicht locker. Die entblößte Brust zu zeigen sei "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Wenn die 18-Jährige damit nicht aufhöre, drohe ihr ein Bußgeld. Die verstörte Mutter stillt das Baby trotzdem zu Ende. Zur Kasse gebeten wird sie letztlich nicht.

Der Vorfall hat sich nach Darstellung des Hebammenverbandes in den Mittagsstunden des 23. Juni in einer Grünfläche an der Schillerpromenade in Neukölln ereignet. Die junge Frau erzählt ihrer Hebamme Corry Finné davon. Finné bestärkt die 18-Jährige: Es gebe kein Gesetze, die das Stillen in der Öffentlichkeit verbiete. Sie rät ihr, sich beim Ordnungsamt zu beschweren. Dort bittet die junge Frau vergangenen Donnerstag, im Dienstplan nachzuschauen, wer an dem besagten Tag Dienst hatte. Freundlich, aber bestimmt lässt man sie abblitzen: Die Routen der Zweier-Streifen ließen sich nur im Groben nachvollziehen.

 In einem offenen Brief fordert die Vorsitzende des Hebammenverbandes, Ulrike von Haldenwang, den Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) nun auf, Stellung zu beziehen. Außerdem möge er dafür sorgen, dass sich so was in seinem Bezirk nicht wiederhole.

Doch damit geht die Geschichte erst richtig los. Ein solcher Vorfall sei dem Ordnungsamt nicht bekannt - weder am 23. Juni noch an einem anderen Tag, poltert Buschkowsky auf Nachfrage. Wieso sei er sich so sicher? "Natürlich habe ich das Ordnungsamt mit den Vorwürfen konfrontiert." Am 23. Juni seien ausschließlich mit Frauen besetzte Streifen unterwegs gewesen. Bei maximal vier Streifen pro Tag also eine überschaubare Größe. "Alle haben gesagt, so was würden sie nicht machen."

Buschkowsky redet sich richtig in Rage. Er traue seinen Mitarbeitern einiges zu. "Dass sie während der Dienstzeit mal einen Kaffee trinken gehen oder ein Eis essen. Auch dass sie sich mal hinter einem Busch verstecken, um einen Hund beim Kacken zu erwischen. Aber ich glaube nicht, dass sie eine Mutter am Stillen hindern." Und wenn sie es doch getan haben? "Solche Schwachköpfe arbeiten nicht bei uns", so Buschkowsky überzeugt. Wenn aber doch? "Dann würde ich sie 100 Kniebeugen machen lassen, damit sie zu Verstand kommen."

Die Verbandsvorsitzende Haldenwang ist empört: Für die 18-Jährige sei das eine doppelte Beschämung. Die Hebamme Finné sagt: "Ich lege für die junge Mutter meine Hand ins Feuer." Der Betroffenen selbst fällt dazu nichts mehr ein: "Ist das krass".




Aus: "Aufruhr ums Stillen" (08.07.2009)
Quelle: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/aufruhr-ums-stillen/

« Last Edit: Juli 08, 2009, 08:59:35 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Diese Angst nackte Menschen zu sehen... (Notiz, Scham)]
« Reply #6 on: Oktober 02, 2007, 10:57:30 vorm. »
Quote
[...] Die malaysische Regierung fordert, dass Künstlerinnen sich bei ihren Auftritten vom Oberkörper bis zu den Knien bedecken. Im Vorfeld des geplanten Konzerts hatte es heftige Kontroversen um die Kleidung der Popsängerin gegeben. Die Tageszeitung "New Straits Times" forderte, für Beyoncé sollten die gleichen Auflagen gelten wie zuvor für Gwen Stefani.

Diese war zu ihrem Auftritt im August in ungewöhnlich züchtiger Kleidung auf der Bühne erschienen: Nach Protesten von rund 10.000 muslimischen Studenten verhüllte sie ihre nackte Haut unter ihren Miniröcken und knappen Tops mit Jacken und Leggings.



Aus: "ZU FREIZÜGIG: Muslimische Studenten protestieren gegen Beyoncé" (01. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,508908,00.html

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Quote
[...] Gymnophobie bezeichnet die pathologische und irrational erlebte Angst vor eigener oder fremder Nacktheit. Damit handelt es sich um eine spezifische Phobie, die mit übertriebenem Schamgefühl nicht gleichzusetzen ist, auch wenn sie oft als solches fehlgedeutet wird.

Diese Angst nackte Menschen zu sehen oder selbst nackt gesehen zu werden, tritt auch unter jenen Rahmenbedingungen auf, in denen dies sozial erlaubt ist, so dass z.B. Saunabesuche nicht möglich sind. In Extremfällen können deswegen - auch wenn niemand vor dem Haus ist - nicht einmal im Hochsommer Vorhänge oder Fenster geöffnet werden, da jemand plötzlich doch kommen könnte.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gymnophobie (10/2007)

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Quote
[...] Das deutsche Wort Scham leitet sich ab von althochdeutsch scama bzw. angelsächsisch scamu. „Scham“ (lat. pudendum = „das, wessen man sich schämen sollte“) bedeutete neben „Schamgefühl“ auch „Beschämung“ oder „Schande“.

Das Wort hat eine seelisch-emotionale Bedeutung.

[...] Aufgrund der Bedeutung sozialer Verbundenheit zu anderen Menschen wirkt sich die Scham nicht nur in ex post empfundenen Schamgefühlen, sondern auch präventiv in starken Vermeidungsgefühlen aus, die auftreten, wenn man sich in Gedanken mit Dingen beschäftigt, deren Realisierung die akute Gefahr des Ausschlusses aus der Gruppe hervorbringen würde. Deshalb spielt die Scham vor allem bei gesellschaftlichen Tabuthemen eine Rolle, insbesondere dort, wo das Individuum bei wichtigen Bedürfnissen die größte Diskrepanz zu dem bemerkt, was gesellschaftlich akzeptiert ist.

Dies ist in hohem Maße beim Thema Sexualität der Fall. Schamgefühle stehen häufig mit Sexualität in Verbindung, und werden deshalb auch leicht mit ihr vermischt, bis hin zur Bezeichnung des Schoßes der Frau als „Scham“. Jedoch ist Scham nicht sexueller Natur, sondern die Angst vor Ehrverlust in ihrer eindringlichsten Form.

Scham kann auch für die Situation oder das Verhalten eines Dritten empfunden werden. Diese Fremdscham kommt in zwei Fallgruppen vor: Man schämt sich stellvertretend für jemanden – vorzugsweise aus der eigenen Gemeinschaft –, der selbst keine Scham empfindet, oder man schämt sich zusammen mit einer anderen Person. Charakteristisch für die Fremdscham ist, dass man sich gerade nicht für sich, sein Verhalten oder eine selbst beeinflusste Situation schämt.

[...] Das Schamgefühl gehört zur psychischen Grundausstattung des Menschen. Seine neurotische Übersteigerung oder Verlagerung ist Anzeichen einer seelischen Störung.

In der Geschichte der Menschwerdung hat das Phänomen der Scham möglicherweise mit dem aufrechten Gang sowie mit der zeitlichen Entgrenzung der Fortpflanzungsbereitschaft zu tun, ist allerdings auch stark kulturabhängig, was zum Beispiel das Fehlen von Brustbedeckung bei vielen Naturvölkern zeigt.

[...] Die falsche Scham ist die Neigung, Scham zu empfinden wegen Dingen, die zwar gut und notwendig, jedoch bei diversen Dritten „verrufen“ sind. Im Gegensatz zur falschen irrt die wahre Scham in keinem Falle, da sie mit Gewissenhaftigkeit und Ehrgefühl zusammenhängt.

Man kann sich auch vor sich selber schämen (vor seinem „besseren Ich“) oder vor einem Gott. In der Literatur bevorzugt der Mensch oft Schmach und Schande vor den Menschen gegenüber einer Verletzung seines Gewissens (vgl. Schillers Jungfrau von Orleans und E. v. Wildenbruchs Claudia).

Für die äußeren Geschlechtsorgane der Frau gibt es neben dem anatomischen Fachbegriff Vulva viele derbe Ausdrücke. Um diese zu vermeiden, wurde „Scham“ als treffend empfunden, als einem derjenigen Körperteile geltend, die schon früh in der Menschheitsgeschichte und in fast allen Kulturkreisen dem Anblick anderer entzogen wurden. Ein fast untergegangenes Wort dafür ist (zum Beispiel in Luthers Bibelübersetzung) die „Blöße“.

Auch beim Mann besteht diese Verlegenheit, und vergleichbar keuschere Ausdrücke fanden sich auch hier („Schritt“, in gehobener Sprache „Männlichkeit“ oder „Gemächt“).


Aus: "Schamgefühl" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgef%C3%BChl

-.-

Quote
[...] In einer Schamkultur muss sich der Geschädigte selber um Wiedergutmachung kümmern. Scham hat zu empfinden, wem Unrecht zugefügt wurde.

In einer schamorientierten Kultur gilt nicht ein ruhiges Gewissen, sondern die öffentliche Wertschätzung als höchstes Gut. Demzufolge sind Vergehen, die niemand bemerkt, kein Grund, sich zu schämen. Bereits im China des 13. Jahrhunderts soll laut dem Asienreisenden Marco Polo eine öffentliche Beleidigung den Betroffenen dazu gebracht haben, sich der Scham wegen vor dem Haus seines Gegners zu erhängen. Damit wolle er seine Verachtung diesem gegenüber ausdrücken und seinen eigenen Gesichtsverlust in der Gesellschaft verhindern. Im Jenseits würde ihm Gerechtigkeit widerfahren.

[...] Japanische Eltern erziehen ihre Kinder dahingehend, Auffallen zu vermeiden. Wer auffällt, isoliert sich. Die Ermahnung lautet deshalb oft: „Tu das nicht, sonst lachen dich die anderen aus!“

Ein Beispiel für diese Einstellung ist der Aufwand, der um einen japanischen Touristen betrieben wurde, der in Rothenburg ob der Tauber ein Graffiti hinterließ. Da er seinen Namen und seine Adresse aufgeschrieben hatte, war er von anderen japanischen Touristen leicht zu identifizieren und wurde in den japanischen Medien massiv gedrängt, sich bei Rothenburgs Bürgermeister zu entschuldigen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf eigene Kosten noch einmal nach Deutschland zu fliegen und sich bei dem (verwunderten) Bürgermeister zu entschuldigen.

Nach den Mechanismen von Schamkulturen funktionierte auch der Nationalsozialismus, wie im Forschungsprojekt Geschichte und Erinnerung durch die Analyse von Interviews mit NS-Anhängern deutlich wurde.

[...]


Aus: "Scham- und Schuldkultur" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamkultur

-.-

Quote
[...] Der Begriff Schande (veraltet auch Schmach) bezeichnet zunächst eine außerordentlich schlechte Meinung, welche Dritte vom (vor allem moralischen) Unwert der Handlung einer Person haben. Sie entspricht einer schweren, nahezu unaustilglichen Befleckung (vgl. Schandmal).

Ihr Gegenteil ist die Ehre.


Aus: "Schande" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schande

-.-

Quote
[...] Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden (Ehre des Weibes, des Edelmannes, des Handwerkers u. a. m.), sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eine Ordensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden (The Queen is the fountain of honour).

[...] Durch Missachtung seines Kollektivs wird der Einzelne, durch Missachtung des Einzelnen wird sein Kollektiv getroffen (vgl. die Ehrverletzung) - anders als z. B. beim Ruhm. Beim "Verlust der Ehre" ist auch von „Gesichtsverlust“ die Rede, was sich auf den Verlust von Ansehen innerhalb des Kollektivs bezieht.

„Verletzte Ehre“ wurde und wird in Gesellschaften/Kulturkreisen, in denen das Ansehen eines familiären, ethnischen oder religiösen Kollektivs über das Wertesystem des Individualismus gestellt wird, unter offener Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien (Gewaltmonopol des Staates) auf gewaltsame Weise „wiederhergestellt“ (vgl. Rache, Duell, Ehrenmord).

Das Streben einer Person nach Ruhm oder Ehre führte und führt nicht selten zu persönlichen und äußeren Konflikten.

Das Gegenteil der Ehre ist die Schande. In der westlichen Welt ist hiermit oft der Verlust an Würde oder eine persönliche Blamage gemeint.



Aus: "Ehre" (10/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ehre

-.-

Quote
[...] der Mensch ist ein historisches, ein sich veränderndes Wesen. Mit ihm wandelt sich auch das, was „das Menschliche“ ist, wandelt sich sein Selbstverständnis. Aus diesem Grunde legt sich der Mensch in die Geschichte hinein immer wieder neu aus.

Die Frage des Menschen nach sich selbst läßt sich deshalb nur in der Geschichte beant-worten. Dennoch ist sie nicht der vollständigen Relativität preisgegeben. Zwar entwirft der Mensch selbst das Bild von sich und gestaltet sich nach diesem Bild. Dennoch sind seinem Selbstentwurf, der Interpretation von sich selbst Grenzen gegeben. Auf grund-sätzliche Weise bleibt der Mensch verwiesen: auf einen Leib, auf eine Psyche, auf eine umgebende (auch soziale) Welt. Diese sind ihm und seinem Nachdenken über sich vor-gegeben, an ihnen reibt er sich, an ihnen bestimmt er sich. Daß die Grenzen verschieb-bar sind, ist kein Einwand gegen ihre prinzipielle Widerständigkeit. Eine spezifische Art der Begegnung mit ihnen schafft aber – unabhängig von allem historischen Wandel – menschliche Konstanten. Wie die Begegnung und darauffolgende Selbstbestimmung geschieht, ist veränderbar – nicht aber, daß sie geschieht. Und daß sie sich vollzieht, ist allen Menschen gleich. Nur aus diesem Grunde läßt sich überhaupt von einer gemeinsamen Spezies Mensch sprechen und nicht nur von einzelnen Individuen, Völkern, Kulturen. Nur deshalb läßt sich von einer Geschichte der Menschheit sprechen. Im fortlaufenden Wandel bleibt auch Konstantes. In diesem Sinne ist immer wieder vom „Wesen“ des Menschen ge-sprochen worden. Doch macht diese Rede wenig Sinn, versteht man unter „Wesen“ ein ahistorisches Ding, dem alle veränderbaren Eigenschaften des Menschen nur zufällig hinzukommen. Das Wesen muß vielmehr selbst historisch gedacht werden. Deshalb kann es sich bei dem „Wesen“ des Menschen nur um strukturelle Gleichheiten handeln, die zwar allen Menschen gemein sind, die sich aber dennoch innerhalb der Geschichte auf verschiedene Weise äußern oder erscheinen können. In diesem Sinne besitzt der Mensch echte universale Eigenschaften und Merkmale – Merkmale, über die alle Menschen gleichermaßen verfügen und die dennoch nicht a-historisch und unveränderlich sind. Diese bieten sogar eine gute Ansatzfläche, um sich der Frage nach dem Menschen zu nähern. Denn die Eigenschaften sind nicht nur Folge dessen, was der Mensch ist, sie bringen umgekehrt dieses Wesen auch zum Ausdruck. In ihnen veräußert sich der Mensch, wird sein Wesen sichtbar. In Anbetracht dieses Umstands ist der Mensch etwa als das sprachfähige, planmäßig handelnde und variabel gestaltende Wesen charakterisiert worden.1 Neben diesen – auf Geist, Vernunft und Selbstbewußtheit verweisenden – Merkmalen zeichnet sich der Mensch noch durch eine Reihe von Eigenschaften anderer Art aus. Diese sind im Gegensatz zu erstgenannten dadurch bestimmt, daß sich der Mensch mit ihnen nicht auf der Höhe seiner (geistigen) Fähigkeiten befindet, weshalb sie grundsätzlich auch nicht entwicklungsfähig sind. Es sind Eigenschaften, die ihm mehr ,passieren’, als daß er über sie bewußt verfügt. La-chen und Weinen sind etwa solche menschlichen Eigenschaften. Doch trotzdem sie ech-te Krisensituationen darstellen, in denen sich der Mensch mit seinem Körper in einem desorganisierten Verhältnis befindet, stellen sie menschliche Monopole dar.2In ähnlicher Weise wie Lachen und Weinen ist auch Scham eine Eigenschaft, mit der sich der Mensch zwar nicht auf der Höhe seiner Fähigkeiten befindet, die aber dennoch das, was der Mensch ist, zur Erscheinung bringt. Kein anderes Wesen außer dem Men-schen schämt sich. Und umgekehrt ist ein Wesen, das sich nicht schämen kann, auch kein Mensch. Scham ist ein zentrales Merkmal, durch das sich der Mensch auszeichnet und das ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Es kommt nicht einfach zu dem, was er ist, hinzu; vielmehr charakterisiert sich der Mensch auch und im besonderen dadurch, daß er sich schämen kann. Als solches ist Scham eine echte Grundmöglichkeit des Menschlichen überhaupt, und, gleichwohl sie im Laufe der Geschichte auf äußerst un-terschiedliche Weise erscheint, eine menschliche Konstante. In diesem Sinne kann man von Scham als einem menschlichen „Wesensmerkmal“ sprechen.

[...]

Scham in der Moderne:
[...] Schaminhalte haben sich hier also bloß verschoben. In ähnlicher Weise konstatieren Kühn/Raub/Titze: „Als Kennzeichen moderner pluralis-tischer Gesellschaften kristallisiert sich eine Tendenz zur ‚Schamlosigkeit‘ heraus, die im Zusammenhang mit einer Auflösung bislang traditionell verbindlicher Wertorientie-rungen steht.“607 Hierfür spricht nach Michael Raub sowohl die „öffentliche Nacktheit als Alltäglichkeit“ als auch die „Offenheit im geistig-seelischen Bereich, die keine Ta-bus und Schamgrenzen mehr zu kennen scheint“ und „derer man sich früher ‚zu Tode‘ geschämt hätte“, womit er vor allem auf die TV-Talkshows anspielt.608 „Vieles, was früher als anstößig galt, wird heute, wenn auch nicht immer akzeptiert, so doch schmun-zelnd oder sensationsgierig toleriert. Der Druck auf den einzelnen nimmt ab, sich seiner Handlungen, Wünsche und Phantasien schämen zu müssen.“609 Als Ursache für diese Entwicklung benennt Raub den raschen Wertewandel und zunehmenden Wer-terelativismus: Die Verbindlichkeit zahlreicher traditioneller Normen und Werte nimmt ab, an ihre Stelle treten individuelle Orientierungen und verschiedenste Verhaltenswei-sen. Verletzungen von Normen, die früher Scham verursacht haben, werden nicht mehr oder zumindest seltener zum Schamanlaß, wenn über die Gültigkeit der Normen keine Einigkeit innerhalb einer Gesellschaft besteht. Auch die Zunahme von ich-bezogenen Werten wie „Selbstverwirklichung“ zu Ungunsten sozialer, das Individuum einschrän-kender, Tugenden führt zum tendenziellen Rückgang von Scham. Doch Raubs Fazit schränkt die These von der schamlosen Moderne ein: „Scham ist zweifellos (in man-chen Lebensbereichen und Lebensäußerungen) rückläufig.“610 Die Abnahme von Scham betrifft nur einige, längst nicht alle Bereiche. Aus diesem Grund ist Scham nach Raub durchaus kein obsoletes Gefühl in der Moderne. Vielmehr verschiebt sich Scham und nimmt „im Zusammenhang mit veränderten gesellschaftlichen Idealen und Konven-tionen neue Formen“ an. In körperlichen und sexuellen Bereichen läßt Scham zwar nach, verschwindet aber nicht, sondern nimmt selbst neue Formen an.611Ganz ähnlich wie Raub argumentiert Ariane Schorn. Liberalere Bekleidungsregeln und Umgangsformen, der freizügigere Umgang mit dem Körper und Sexualität oder auch Exhibitionen im TV dürfen nicht zu dem Schluß verleiten, daß es sich bei der modernen um eine schamlose Gesellschaft handelt. Scham ist nach Schorn auch in der Gegenwart kein marginaler Affekt: „Einiges scheint mir vielmehr dafür zu sprechen, daß wir nicht schamloser geworden sind, sondern daß sich die Inhalte und Anlässe der Scham histo-risch gewandelt haben.“612Die Moderne gibt sich häufig nur den Anschein, schamlos zu sein. Bei genauer und dif-ferenzierter Betrachtungsweise stellt sich heraus, daß die Rede von der Schamlosigkeit des 20. Jahrhunderts zwar weit verbreitet, empirisch jedoch in keiner Weise belegt ist.613 Die Gründe für diese Rede liegen denn auch nicht in realen Entwicklungen be-gründet. Sie gehen vielmehr auf den Fehler zurück, das Nachlassen der Scham in ‚klas-sischen’ Bereichen wie Nacktheit oder Sexualität zu generalisieren auf andere Scham-formen oder die Scham überhaupt. Jedoch prägen sich unterschiedliche Schamformen zur gleichen Zeit ganz verschieden aus und folgen durchaus nicht der gleichen Entwick-lung.614 Von der Entwicklung der Scham oder von der generellen Schamlosigkeit der Moderne kann deshalb nicht die Rede sein. Stattdessen müssen die verschiedenen Vari-anten von Scham separat betrachtet werden. Einen solchen Weg geht etwa Hans Peter Dreitzel, der daraufhin für die Moderne eine ambivalente Situation verzeichnet. Nach Dreitzel setzt sich im Bereich des emotionalen Ausdrucksverhaltens der Eliassche Zivi-lisationsprozeß ungebrochen fort615, in anderen Bereichen aber, etwa dem der Umgangs-formen, hat ein „Informalisierungsprozeß“ eingesetzt, läßt Scham an Bedeutung nach.616Vieles spricht zudem dafür, daß auch ‚klassische’ Schambereiche nach wie vor zum Anlaß von Scham werden. So wird zwar scheinbar überall über Sexualität gesprochen, doch in vielen Kontexten wird weiterhin schamvoll geschwiegen. Ratgeberlektüre à la „Was mag mein Freund/meine Freundin beim Sex“ wäre kaum nötig, würden die Part-ner sich darüber austauschen. Auch etwa im Rahmen von medizinischen Beratungen unterbleiben aus Scham oft Informationen zu Auswirkungen einer Krankheit auf das Sexualleben.617 Auch öffentliche Nacktheit wird weiterhin durchaus nicht grenzenlos akzeptiert: „In der öffentlichen Sauna darf man sich nackt präsentieren, der Nacktläufer von Freiburg aber, der unbekleidet an Baggerseen joggte, bekam einen Prozeß an den Hals. [...] Im Swingerklub ist ein erigierter Penis Alltag, der Mann, der sich im Park entblößt, wird wegen Exhibitionismus angezeigt.“618 Noch nicht einmal der TV-Exhibitionismus ist so offen und ohne Scham, wie es den Anschein macht. Denn: „In dem Moment, da die Intimität kommerziell verwertet wird, ist sie einfach nicht mehr intim.“619 Die Intimität und Rückhaltlosigkeit innerhalb des „Big-Brother“-Containers etwa erscheint als bloß vorgespielte: Die Bewohner des Containers spielen (sich) – als Rollen, sie setzen sich in Szene, inszenieren sich. In der Rolle stellen sie sich dar, ‚hin-ter’ der Rolle verbergen sie sich und bewahren mithin Schamreservate. Erst wenn die einzelnen Varianten von Scham separat, nicht Scham insgesamt betrach-tet wird, können Verschiebungen zwischen den Varianten in den Blick kommen. Deut-lich wird dann, daß der nachlassenden Bedeutung bestimmter Schaminhalte eine zu-nehmende Bedeutung anderer oder das Entstehen ganz neuer Schaminhalte entgegen-stehen kann. Verschiebungen dieser Art lassen sich besonders gut im Bereich der Kör-perscham beobachten. Zwar ruft etwa öffentliche Nacktheit deutlich weniger Scham als in früheren Kulturepochen oder auch nur als vor 50 Jahren hervor. Andererseits unter-steht der Körper nun neuen und sehr viel strengeren Normen als früher, die ihn mögli-cherweise sogar häufiger zur Quelle von Scham werden lassen. So ist die Scham über den nicht makellosen, durchtrainierten, jugendlich-straffen Körper vor allem ein moder-nes Phänomen. Der unbearbeitete Körper ist ein zentraler Auslöser von Scham. Insbe-sondere der erotische Körper gerät ins Zielfeld der Scham.620 Frisur, Kleidung, Körper-behaarung, Körpergeruch und nicht zuletzt Körpergewicht unterliegen gegenwärtig sehr viel stärkerer Kontrolle und spielen eine sehr viel größere Rolle für das Schamempfin-den als noch vor einigen Jahrzehnten. Im Zentrum der Scham steht hierbei insbesondere für Frauen die Attraktivität ihres Körpers. Schämten Frauen sich früher etwa einer öf-fentlichen Entblößung am Strand, weil ihnen die sexuelle Wirkung unangenehm war, meiden sie heute die selbe Entblößung aus der Scham heraus, mit ihrem Körper nicht den Schönheitsnormen entsprechen.621 Dies gilt sogar für die Genitalien: Scham nicht über öffentliche Sichtbarkeit, sondern über vermeintliche Unattraktivität mündet in ge-nitalen Schönheitsoperationen622; eine Scham, die vielleicht spezifisch für moderne Ge-sellschaften und in anderen Kulturen unbekannt ist. Auch für Männer haben sich in den letzten Jahrzehnten die Schaminhalte verschoben. Nicht die öffentliche Erektion ist mehr „das Nonplusultra der Peinlichkeit“623, sondern das Fehlen sexuellen Erfolges, die (vermeintlich) ungenügende Größe der Genitalien und Impotenz. 624

[...] Kulturen haben nicht nur Einfluß darauf, was wie stark zum Schamanlaß wird, sondern auch, wie Scham bewertet wird. Hier zeichnet sich in der Moderne ein Bruch gegenüber vielen (vielleicht sogar allen) anderen Kulturen ab. Gilt Scham in anderen Kulturen als ein positives, wünschenswertes, mit förderlichen Funktionen ausgestattetes Phäno-men627, so hat die Moderne eine genau konträre Auffassung von Scham. Scham gilt, im Alltag wie innerhalb der Wissenschaften, weitgehend als etwas Negatives, Schädliches wenn nicht Pathologisches. „Scham ist eine unerwünschte Emotion. Dies spiegelt sich z.B. in einem Erziehungsideal, demzufolge Kinder möglichst schamfrei sozialisiert werden sollten. Sich beispielsweise seiner ‚natürlichen’ Nacktheit zu schämen, gilt hier als ‚falsche Scham’.“628 Scham ist dem modernen Menschen ein Zeichen von Schwä-che, Minderwertigkeit und Unterlegenheit und wird schließlich zum Makel, der auf das Schamsubjekt zurückfällt. Scham beeinträchtigt insbesondere die (für moderne Gesell-schaften typische) Norm der allzeit souveränen Individualität; sie beschädigt deshalb das Selbstbild und das Bild, das andere vom Schamsubjekt haben. Aus dieser negativen Bewertung heraus wird Scham in der Moderne zu einem Phänomen, das in besonderem
Maß vor anderen, aber zudem auch vor sich selbst verborgen wird. „Inmitten einer Kul-tur, die der Expressivität des Individuums soviel Raum wie keine andere geschaffen hat, wird Scham zum ‚heimlichen Rest‘ der Persönlichkeit, zu einer darstellungsunfähigen Empfindung, für die ein Ritual der Entlastung kaum mehr zur Verfügung steht. [...] Sie selbst wird das Verborgene, das sie in anderen Gesellschaften bewacht hat, sie sanktio-niert ihren eigenen Ausdruck.“629Auf diese Weise wird Scham selbst zu einem Ereignis, dessen sich der Mensch schämt. Scham selbst wird zu einem neuen Schaminhalt, der für die Moderne charakteristisch ist. Sie wird nun der Aspekt, dem gegenüber – wird sie der Identität zugerechnet – der Mensch eine ambivalente Haltung einnimmt: „Ich bin’s, aber ich bin’s doch nicht“. Scham ist das, was sich aus der personalen Einheit herauslöst, über das der Mensch nicht mehr verfügen kann, das ihn von sich entfremdet – und eben doch zu ihm gehört. In diesem Sinne stellt Hans Peter Duerr in Bezug auf die Körperscham fest: „[...] in un-serer Zeit schämt man sich oft mehr über die Scham als über die Nacktheit“.630

[...] Es gehört zur Kultur der Moderne, daß sie Scham in besonderem Maß verbirgt und Schamlosigkeit suggeriert. Hierdurch unterscheidet sie sich von anderen Kulturen. Auch unterscheidet sie sich darin, welche Eigenschaften und Ereignisse wie intensiv zum Schamanlaß werden. Insgesamt aber ist Scham in modernen Gesellschaften kaum ein weniger typisches, jedoch auch kein typischeres Phänomen als in anderen Gesellschaf-ten. Sie tritt lediglich in anderen Formen und Varianten auf, und sie tritt häufiger unein-gestanden und verborgen auf.





Aus: "Theorie der Scham. Eine anthropologische Perspektive auf ein menschliches Charakteristikum" Anja Lietzmann (2003)
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sozialwissenschaften in der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Quelle: http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2003/935/pdf/Anja_Lietzmann_-_Scham.pdf

« Last Edit: Oktober 02, 2007, 11:40:57 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Homosexuelle als erblich belastete Perverse... (Richard von Krafft-Ebing)]
« Reply #7 on: Oktober 29, 2007, 01:13:17 nachm. »
Quote
[...] Besondere Bedeutung hatte Krafft-Ebing für die wissenschaftliche Betrachtung der Homosexualität. Auf die Homosexualität als noch wenig erforschtes Arbeitsgebiet wurde Krafft-Ebing (nach eigenem Erkunden in einem Brief an diesen) durch die Schriften Karl Heinrich Ulrichs gebracht, dem er vorspiegelte, er unterstütze seine Theorie vom „Urning“ als quasi drittem Geschlecht. Im 19. Jahrhundert galt die Homosexualität weiten Kreisen der Öffentlichkeit und vor allem der Kirchen als Ausdruck einer unmoralischen Geisteshaltung und Lebensweise, als Folge von Verführung, sexueller Übersättigung oder degenerierter Erbanlagen (Dekadenztheorie). Sie wurde in einigen Ländern, vor allem in England und in Preußen, als Verbrechen gegen die Sittlichkeit mit harten Gefängnisstrafen geahndet. (Opfer dieser Gesetzgebung wurde u. a. Oscar Wilde.) Dagegen war sie seit der Einführung des Code Civil durch Napoleon in den Königreichen Hannover und Bayern und anderen deutschen Ländern straffrei. Krafft-Ebing gelangte einerseits als Gerichtsarzt, andererseits als Irrenarzt zu großer Publizität. Seine durch Kriminalfälle und in der Psychiatrie gewonnenen Forschungen stellten Homosexuelle als erblich belastete Perverse dar, die für ihre angeborene Inversion des Sexualtriebes nicht verantwortlich seien, also auch nicht in die Hände des Strafrichters, dafür aber in die der Nervenärzte gehörten. Diesen erschloss er damit einen neues „Patientengut“ für die Zwangsbehandlung und für Forschungsexperimente.

In Psychopathia Sexualis definiert er die Homosexualität als angeborene neuropsychopathische Störung – also als eine erbliche Nervenkrankheit. Diese Diagnose erlaubte es ihm, sich für eine vollkommene Straffreiheit der Homosexualität auszusprechen, da Homosexuelle für ihre „Missbildung“ nicht selbst verantwortlich seien und die Homosexualität nicht ansteckend sei. Allerdings wurde Homosexualität dadurch erst pathologisiert und homosexuelle Menschen für unzurechnungsfähig erklärt. Obwohl Krafft-Ebing zu seiner Zeit als maßgebliche Instanz auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin galt, blieb diese Theorie für die Straflosigkeit folgenlos, da vor allem kirchlich-konservative Kreise auf die moralische Ächtung der Homosexuellen nicht verzichten wollten.


Aus: "Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, genannt von Ebing" (10/2007)
Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, genannt von Ebing (* 14. August 1840 in Mannheim; † 22. Dezember 1902 in Graz) war ein deutsch-österreichischer Psychiater und Rechtsmediziner.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Krafft-Ebing


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[Father-Daughter Purity Ball... (Notiz, Mittleren Westen)]
« Reply #8 on: November 15, 2007, 11:34:48 vorm. »
Quote
[...] Beim „Father-Daughter Purity Ball“ in Peoria im Mittleren Westen, auf halbem Wege zwischen Chicago und St. Louis, versprechen zu Ballköniginnen herausgeputzte Töchter im Alter von elf bis knapp zwanzig Jahren ihren ebenfalls festlich gekleideten Vätern, keinen Sex vor der Ehe zu haben.

[...] Mit nachsichtigem Lächeln verfolgen die Väter, wie ihre aufgeregt kichernden Töchter durch den Saal schwirren, sich in ihren Ballkleidern gefallen und in Grüppchen auf die Toilette rennen, um Make-up und Frisur zu kontrollieren. Selbst von den Jüngsten haben einige für den Festabend stundenlang bei der Kosmetikerin und beim Friseur gesessen. Manche sind zurechtgemacht wie Märchenprinzessinnen, bis hin zur silbernen Krone zwischen den Korkenzieherlocken. Andere sehen ziemlich sexy aus in ihren figurbetonten Abendkleidern. Das Keuschheitsgebot verbietet es nicht, viel Dekolleté und Bein zu zeigen. Selbst schwarz lackierte Fingernägel und hochhackige Pumps mit Leopardenmuster sind erlaubt.

„Die Gelegenheit zum festlichen Auftritt ist zweifellos ein entscheidender Grund dafür, dass der Ball bei den Mädchen so gut ankommt“, sagt Janet Hellige vom „Christian Center“ in Peoria. Die Mitorganisatorin des Balls hat die Idee dafür aus Colorado Springs, wo das Pastorenehepaar Randy und Lisa Wilson 1998 den ersten „Purity Ball“ veranstaltete. Mittlerweile versendet die Organisation „Abstinence Clearinghouse“ in South Dakota jährlich Hunderte von Ratgebern zur Planung von Väter-Töchter-Bällen. Die Vereinigung mit Lobbybüro in Washington bildet die Speerspitze einer Bewegung, die amerikanische Jugendliche zum Verzicht auf Sex vor der Ehe bewegen will.

Gefördert wird die Verbreitung der „Abstinence-Only-Lehre“, die Kondome und andere Verhütungsmittel ablehnt, mit Millionenbeträgen aus der amerikanischen Staatskasse. Selbst Bill Clinton, dem sein Abenteuer mit Monica Lewinsky beinahe das Amt gekostet hätte, unterstützte die Programme. Schon mehr als 2,4 Millionen amerikanische Jugendliche haben gelobt, auf Sex vor der Ehe zu verzichten, frohlockt die christliche Abstinenzbewegung „True Love Waits“ (Wahre Liebe wartet). Einen kurzfristigen Erfolg haben die Enthaltsamkeitsversprechen durchaus. Nach der bislang umfassendsten Studie, die dazu vorliegt, lassen sich Jugendliche, die Enthaltsamkeit geloben, im Durchschnitt eineinhalb Jahre länger bis zum ersten Geschlechtsverkehr Zeit. Aber nur 12 Prozent von ihnen warten tatsächlich bis zur Hochzeitsnacht. Und diejenigen, die das Versprechen brechen, neigen offenbar zu besonders riskantem Sexualverhalten. So förderte die „National Langitudinal Study of Adolescent Health“ zutage, dass Teenager, die Keuschheitsgelübde ablegen, sich häufiger Geschlechtskrankheiten zuziehen. Vermutlich, weil sie es nicht gelernt haben, Kondome zu benutzen, wenn „es“ dann doch passiert, sagen die Forscher. Kritiker der „Abstinence-Only-Lehre“ werfen den christlichen Moralwächtern deshalb vor, in unverantwortlicher Weise die Augen vor der Realität zu verschließen.

[...] Zusätzliche Kritik speziell an den Keuschheitsbällen gibt es wegen der romantischen Verklärung des patriarchalischen Frauen- und Familienbildes, das die Veranstalter propagieren. „Gott hat bestimmt, dass der Mann der Beschützer und Repräsentant der Familie ist“, sagt Sara James, eine der Aktiven am „Christian Center“ in Peoria. Deshalb sei es der Vater, der mit der Tochter zum Ball komme. Die Mutter sei „im Geiste“ dabei und bereite die Tochter im Übrigen zu Hause auf ihre „heilige“ Rolle als Ehefrau und Mutter vor.

[...] Wie streng Väter aber über ihre Töchter wachen sollten, darüber ist man auf dem „Purity Ball“ in Peoria durchaus unterschiedlicher Ansicht. Zu den konservativsten Vätern dürfte Carl Müller zählen, der mit seiner elf Jahre alten Tochter Emilie da ist. Der 42 Jahre alte Elektriker und seine Frau schicken Emilie und ihre beiden anderen Töchter nicht zur Schule. „Durch Heimunterricht können wir sie am besten auf ein christliches Leben vorbereiten.“ Auch Verabredungen mit Jungen wird es für die drei Mädchen nicht geben. „Nur die künftigen Ehemänner meiner Töchter sollen mit ihnen ausgehen“, sagt Carl Müller. Warum er keine „dates“ dulden will, hat der Vater mit seiner Ältesten, bei der es mit 14 Jahren allmählich heikel werde, ausführlich besprochen. „Weil Männer 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche immer nur das eine wollen.“ Eines wissen Müllers Töchter bislang allerdings nicht: Dass ihr eigener, strenger Vater nicht bis zur Hochzeitsnacht gewartet hat. „Mit 22 Jahren hab' ich's vermasselt.“

[...] Das peinliche Geständnis, selbst nicht so tugendsam gewesen zu sein, wie er es nun von seiner Tochter erwartet, hat Raymond aus Dallas schon hinter sich. Ganz so streng wie die Müllers wollen der Computerspezialist und seine Frau aber auch nicht verfahren. „Ich bin nicht naiv, Destinee wird schon irgendwann einen Freund haben“, sagt der Texaner. Aber Sex vor der Ehe komme nicht in Frage, höchstens Händchenhalten. „Dein Körper gehört Jesus Christus“, hat er Destinee schon eingeschärft, als sie zehn Jahre alt war. Und junge Männer, die Interesse an seiner Tochter zeigen, können sich auf eine strenge Prüfung gefasst machen. Dafür hat sich der texanische Vater bereits mit dem Ratgeber „Interviewing Your Daughter's Date“, einem Bestseller christlicher Bücherlisten, gewappnet.

Dass Daddy bestimmt, wer als Freund in Frage kommt, ist für zahlreiche Mädchen auf dem „Purity Ball“ eine Selbstverständlichkeit. Brooke, die ihrem Vater mit so großer Begeisterung den Schlüssel zur Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit überreichte, erwartet von ihrem künftigen Freund sogar, dass er sich auch beim Pastor ihrer Kirche vorstellt. Das Bedürfnis der Sechzehnjährigen sich abzusichern, hat offenbar auch mit dem Sündenfall ihrer älteren Schwester zu tun. „Das ist nicht das, was Gott will“, mahnten die Eltern beide Töchter, als herauskam, dass die Ältere mit einem Jungen geschlafen hatte. Als das passierte, hatte Brookes Schwester noch kein Keuschheitsgelübde abgelegt. Doch das Versäumte wurde dann schleunigst nachgeholt - beim „Purity Ball“ 2006. Denn so eng nimmt man es mit dem Begriff der Jungfräulichkeit nicht. Auch „secondary virginity“, also die Verpflichtung, nicht länger vorehelichen Sex zu haben, wird mit Schlüsselübergabe gefeiert.

Quote
Der übliche Zwergenaufstand
Torsten Klier (TorstenKlier)
14.11.2007, 20:01
Als ich vor einigen Jahrzehnten in die Schule kam, hat es nicht lange gedauert bis die SED-Lehrerin uns erklärte, dass die USA am Rande des Abgrunds stehen. Kranker Dollar, Wirtschaftskrise, zyklische Krise, allgemeine Krise; das Übliche eben.
Und moralisch, das erfahren wir im Artikel und in den Kommentaren, sind die USA ohnehin am Ende.

Wir sind da viel besser.
Wir tun unseren Kindern so was nicht an; wir kriegen erst gar keine. Hier kriegen die Frauen keine Kinder, sondern verwirklichen sich selbst; als Kinderschützerin.
Wir haben auch positive Tendenzen: Die Zahl der Minderjährigenschwangerschaften steigt.

Schön, dass wir so schlau sind.
Aber wenn wir schon so schlau sind, warum kriegen wir nicht mal das natürlichste hin, nämlich Kinder?
Warum finden sich ausgerechnet die Schlauen, Aufgeklärten in immer größerer Zahl in den Kliniken für die Übergewichtigen, Geisteskrankinnen, Untergewichtigen ...
Welches Rezept haben die Schlauen gegen die Zunahme der Minderjährigenschwangerschaften?
Warum kommen fast alle wichtigen Innovationen der letzten Jahre aus den USA?
Warum wandern alle Tüchtigen dieser Welt in die schlechten USA; und nicht ins gute Deutschland?
Ich frage ja nur.




Quote
Gott kann es nicht geben,
Martin Nitz (m.nitz)
14.11.2007, 13:06
sonst wäre er längst eingeschritten und hätte den Irrsinn beendet.

Quote
Die Kehrseite der Medallie.
Odo Guenther (Odolino)
14.11.2007, 21:09
1968/69 startet die "sexuelle Befreiung", die Verbreitung der Pille, die weitgehenden Abschaffung der Strafbarkeit von Abtreibungen und die Erhöhung der Scheidungsraten und mündet in der stetig fortschreitenden Brutalisierung des Sexangebots im Internet.
Anzahl der Abtreibungen - 1968:6900, 2006:119.710.
Anzahl der Ehescheidung 2006: 190 928
In Amerika und auch in Schweden, Norwegen, Finnland gibt es mittlerweile einen Gegentrend. Die "Befreiung" brachte einen Multimilliarden Euromarkt im Bereich der Pornoindustrie, der Psychoberater, Juristen und der Medizin. Es wird ja auch behauptet, die "sexuelle Freiheit" bringe "mehr Ehrlichkeit" und offenere, bessere Beziehungen. Ist das die Wahrheit? Oder gibt es wachsende Verantwortungs-, Bindungslosigkeit und Elend? Die Abtreibungen bezahlt die Krankenkasse. Und die Versorgungslücken von "Alleinerziehenden" und den neuen Halbwaisen trägt großenteils der "Staat". Die seelischen Nöte misst niemand, die diese Art der "Freiheit" gebracht hat. Wenn in der Familienpolitik von "Krippen" die Rede ist, erinnert das fatal an Viehzucht. "Die schöne neue Welt" - Heime für die neuen Waisenkinder.
Manchmal, da sehne ich mich nach der konservativen Welt der Hutterer und der Amish People.

Quote
Warum in die Ferne schweifen?
Laura Müller (Froschhonigkuchenpferd)
14.11.2007, 21:40
Wozu eigentlich das Geschimpfe auf die "dummen" Amerikaner? Das gibt es auch im ach so fortschrittlichen Deutschland.

Ich bin aus religiösen Gründen von meinen Eltern ebenfalls strikt nach dem Credo "kein Sex vor der Ehe" erzogen worden. In einem gewissen Rahmen sehe ich auch durchaus einen Sinn dahinter, sich nicht mit jedem Erstbesten ins Bett zu stürzen.
Problem bei der Methode allerdings: Der Reiz des Verbotenen.

Ach ja,
@ Christian Rohloff -
machen Sie sich über die "Mutter Theresa im Bett" mal keine Sorgen. Frauen sind da durchaus lernfähig...

Quote
That's America
Erni Bär (Kuwitter)
14.11.2007, 16:18
Mit tödlicher Sicherheit wird der eine oder andere der zu Tränen gerührten Daddies sich seiner aufbewahrten Tochter sexuell nähern. Es ist nur zu schade, dass dann darüber nichts zu lesen sein wird.

Erni Bär / Hamburg




Aus: "Keuschheitsbälle: Kein Sex vor der Ehe!" Von Katja Gelinsky
(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.11.2007, Nr. 45 / Seite 62)
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~E636AD301BE0345C4B0BBA143CD0B29E2~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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[Als ,,Sicherheitsrisiko‘‘ eingestuft... (Notiz, Nicht als Idiotin sterben)]
« Reply #9 on: November 21, 2007, 11:55:54 vorm. »
Quote
[...] Das Jahr 1983 ist noch nicht solange her, als der Vier-Sterne-General Günter Kießling ein Opfer von Spitzeleien und übler Nachrede wurde. Der Militärische Abschirmdienst informierte damals den Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) über den Verdacht, der General liebe Männer. Daraufhin wurde Kießling als ,,Sicherheitsrisiko‘‘ eingestuft und in den Ruhestand geschickt.

[...] Im [...] 18. Jahrhundert besuchte einst Giacomo Casanova den großen Altertumsforscher und Schriftsteller Johann Joachim Winckelmann. Casanova trat, ohne anzuklopfen in dessen Arbeitszimmer und sah, wie Winckelmann, der ganz Europa erklärt hatte, dass Jünglinge das schönste seien, sich von einem hübschen Burschen löste und seine Hosen in Ordnung brachte. Der Junge entwich, Winckelmann erklärte lachend, er wolle sich durch Praxis über die Knabenliebe der Alten, die ihm immer unbegreiflich geblieben sei, aufklären.

[...] Casanova berichtet davon wie von einer Kuriosität. Er erzählt eine Anekdote. Wenige Jahre später, mit dem Aufkommen des Nationalstaates und dem Siegeszug des bürgerlichen Familienmodells wurde aus der seltsamen Vorliebe ein Verstoß gegen die Natur. Wer anders liebte als die Mehrheit, galt nun als zweifelhafter Charakter. Zuerst traf es den großen Schweizer Historiker Johannes von Müller. Als dieser Napoleon pries, warfen ihm politische Gegner seine "unnatürlichen Neigungen" vor. Seitdem wurden Enthüllungen über das Intimleben zur Diffamierung genutzt. Der Journalist Maximilian Harden wollte, als er Philipp Fürst zu Eulenburg-Hardenfeld outete, die Hofkamarilla um Wilhelm II. treffen. Auf die Ressentiments der Öffentlichkeit konnte Harden vertrauen.

[...] "Outing" wurde später ein Kampfmittel der Schwulen- und Lesbenbewegung. 1991 führte Rosa von Praunheim es in Deutschland ein. Aber es gibt wohl kein politisches Ziel, das es rechtfertigt, das Privatleben anderer Leute gegen deren Willen zu instrumentalisieren. Gewiss, man freut sich manchmal, wenn es den Richtigen trifft. So wie im Falle des republikanischen US-Senators Larry Craig, der durch homophobe Sprüche bekannt, dann aber auf einer Herrentoilette erwischt wurde, wie er Zeichen "unzüchtigen Verhaltens" gab. Aber der Triumph ist ein mieser, ein wenig wie die Verurteilung von Mafia-Bossen wegen Steuerhinterziehung. Politische Gegner soll man politisch bekämpfen, und die Polizei soll nicht auf Toiletten herumschnüffeln.

Quote

20.11.2007 17:59:54

Aus Haching: Und heute
würde Winckelmann wegen homosexueller Pädophilie bald im Knast oder in der Psychiatrie sein.

Jede Zeit hat ihre spezifischen Wertvorstellungen. Und ich bezweifle, dass bei der Mehrheit der Menschen im 18 Jahrhundert Homosexualität akzeptiert war.

Von der Einstellung Casanovas auf die allgemeinen Auffassungen im 18 Jahrhundert zu schließen, ist etwa so, als würde im Jahr 2300 versucht werden, anhand des Lebens von Paris Hilton auf unsere heutigen Sitten und Gebräuche zu schließen.

Ansonsten fällt mir nur folgendes ein: Anne Will ist lesbisch. Na und?

Quote

20.11.2007 18:07:35

LvB: SZ, wohin bist Du gegangen - jetzt reicht's, ich gehe ...

Liebe SZ-Redaktion,

mit diesem Artikel seid ihr endgültig auf dem Niveau von BILD und "Frau im Bild" etc. angekommen.
"Der schönste Coming-Out-Satz", "Pathos der Nüchternheit" ...
Geht's noch doofer ? Nein geht nicht mehr !

Ich verlasse dieses Forum und kündige jetzt auch mein Abo der Druckausgabe der SZ.
Heribert Prantl werde ich vermissen.

Quote

20.11.2007 18:22:42
ManOfTheLand:

Diesen Kommentar können wir leider nicht veröffentlichen. Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB.

Quote
20.11.2007  20:10:28
bananasMuc: Endlich

Nicht auszudenken wenn Frau Will Sängerin wär, wir hätten jetzt einen Klingelton am Hals.
Schönen Abend noch Euer bananas (in schwuler Partnerschaft lebend und vollkommen unspektakulär geoutet)

Quote

20.11.2007 20:57:19

evahermanfanclub.foren-city.de: Homosexulität

Homosexualität ist eine schwere Sünde und hat nichs mit Liebe zu tun!


Quote

20.11.2007 21:49:01

baerentoeter82: Was ...

... soll die MedienHysterie ?

Oder leben hier noch einige Leutchen geistig
moralisch im 19. Jahrhundert ??

Und fühlen sich verpflichtet das Outing zur
Sensation hoch zu jubeln !

Mir geht das Thema so ziemlich am A vorbei.

Quote
20.11.2007  23:18:00

humorlos: was heißt das: ja wir sind ein Paar ?

...
Es gibt auch Oberbürgermeister, die schwul sind und damit nicht an die öffentlichkeit gehen, anders als Woworeit und von Beust. Und die SZ schreibt auch nichts darüber.
Und das ist auch gut so.

Quote

21.11.2007 02:35:38

funyx: Na BRAVO; arme SZ

Aus welchem Mustopf ist den die SZ da gekommen?
das wissen wir doch schon seit Monaten.

Und wen interessiert es? Keine Sau!

Hört doch auf, im Privatleben anderer Leute rumzuwühlen. Es ist mir doch egal, ob Lieselotte Müller ihren Müll trennt, Hans Wurst schwul oder Hanna Schulz lesbisch ist!

Jetzt hat die achso tolerante Gesellschaft wieder was zum rumgaggern beim Friseur. Viel Spaß mit dem Thema, willkommen bei BUNTE und DIE AKTUELLE.


Aus: "Der schönste Coming-Out-Satz" Von Jens Bisky (20.11.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/artikel/165/143842/

-.-

Quote
DIE ZEIT: Wenn Sie Italienerin wären, dürfte ich nicht aussprechen, dass Sie in diesem Jahr Ihren 80. Geburtstag gefeiert haben.

Juliette Gréco: Das Alter hatte für mich nie eine Bedeutung. Ich finde es dumm, gegen das Leben zu kämpfen. Ganz im Gegenteil muss man dankbar sein, 80 Jahre alt zu werden und immer noch den Beruf auszuüben, den man liebt. Reisen zu können, Menschen zu treffen, ein leidenschaftliches und anstrengendes Leben führen zu können.

ZEIT: Sie beschreiben Ihr Verhältnis zum Publikum wie einen Liebesakt.

Gréco: Es ist ein Liebesakt. Er ist physisch spürbar. Es ist die totale Lust. Manchmal herrscht eine bestimmte Stille im Saal – ganz so, als habe man die Zeit angehalten. Als gebe es nichts anderes als uns. Das Publikum und mich. Das ist ein überwältigendes Gefühl. Es ist ein Liebesakt mit einem sehr geheimnisvollen Liebhaber. Mit einem, den man sich nicht ausgesucht hat. Und das war bei mir niemals der Fall. Ich habe mir meine Liebhaber immer ausgesucht. Ich. Was übrigens sehr einfach ist, wenn ein Angebot vorliegt. Kompliziert wird es nur, wenn kein Angebot vorliegt. (lacht) Das Publikum ist also ein Liebhaber, der mich akzeptieren oder auch ablehnen kann.

[...] ZEIT: Die Tatsache, dass Sie es waren, die sich die Männer aussuchten…

Gréco: Nicht nur die Männer, auch die Frauen.

ZEIT: Sie hatten auch Beziehungen zu Frauen?

Gréco: Aber ja, glücklicherweise. Ich wollte schließlich nicht als Idiotin sterben.

ZEIT: Wann haben Sie das beschlossen?

Gréco: Oh, als ich noch sehr, sehr jung war. Warum sollte man nicht die gleiche sinnliche und intellektuelle Liebe für eine Frau empfinden können wie für einen Mann? Seit der Antike, seit dem Bestehen der Welt liebten die Frauen Frauen. Also wo ist das Problem?

ZEIT: Heute vielleicht nicht, aber in den fünfziger Jahren war das sicher provozierend.

Gréco: Mich hat das Urteil der anderen nie interessiert. Mich interessiert nur die Leidenschaft. Die Liebe. Der Respekt. Die Bewunderung. Und der Körper. Der Körper hat eine Stimme. Er sagt sehr viel aus.


Aus: "Ziehen Sie mich aus!" Die große Sängerin Juliette Gréco (08.11.2007)
Quelle: http://www.zeit.de/2007/46/M-Juliette-Greco?page=1



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[Fummeln verboten... (Notiz, BRD, SEXUALSTRAFRECHT)]
« Reply #10 on: Dezember 11, 2007, 12:48:38 nachm. »
Quote
[...] der Entwurf, den die Bundesregierung am Donnerstag dieser Woche unter Federführung von Brigitte Zypries (SPD) im Bundestag zur Abstimmung stellen will, geht weit über die ohnehin schon fragwürdigen europäischen Vorgaben hinaus.

"Sexueller Missbrauch von Jugendlichen" setzt bisher voraus, dass der Täter mindestens 18 und das Opfer unter 16 Jahre alt ist, und damit ein Altersunterschied von mindestens zwei Jahren besteht. Doch nach den EU-Vorgaben macht sich nun auch strafbar, wer eine 16- oder 17- Jährige "missbraucht": Das wäre nach dem neuen Gesetzeswortlaut schon der Fall, wenn ein Oberstufen-Schüler eine Bekannte ins Kino einlädt, in der Hoffnung, dass sie sich dafür dort zu sexuellen Handlungen bewegen lässt. Das Streicheln ihrer Brüste etwa könnte schon dann strafbar sein, weil die Einladung dann als "Entgelt" gilt. Geld- oder gar Haftstrafe drohen auch demjenigen, der eine "Zwangslage" ausnutzt - etwa wenn er versucht, mit einer Jugendlichen intim zu werden, die mangels einer Fahrgelegenheit nach einer Party bei ihm übernachtet. Nach dem Willen der EU soll schon der "Versuch" künftig unter Strafe stehen.

Für eine Differenzierung nach dem Alter der Opfer hat Deutschland zwar auf europäischer Ebene bis zum Schluss - vergeblich - gekämpft. Doch nun droht die Regierungskoalition sogar den Jugendlichen selbst mit Strafe: Nach Zypries' Gesetz machen sich bereits 14- bis 17-Jährige genauso strafbar wie ein Erwachsener.

Justizministerin Zypries hat nun zwar erklären lassen, "einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen nach einer Kinoeinladung" würden "nicht vom Gesetz erfasst". Solche Fälle, erläutert ein Sprecher, seien "sozialadäquat" und fielen nicht unter den "Schutzzweck der Norm". In der Gesetzesbegründung, räumt das Bundesjustizministerium ein, findet sich eine solche Klarstellung bislang aber nicht.

[...] wie ein Strafrechtsverteidiger und Sexualexperte bei der Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages formulierte: "Als Opfer werden Jugendliche mit Kindern, als Täter dagegen mit Erwachsenen gleichgesetzt".

Die Opposition im Bundestag protestiert geschlossen wie selten. Im "Altersunterschied zwischen Täter und Opfer" liege ein "unrechtsbestimmendes Merkmal", so Jerzy Montag (Grüne), da hier ein "Erfahrungs- und Machtgefälle zum Ausdruck" komme. Wenn ein Täter künftig sogar jünger sein könnte als das Opfer, würde die bisherige "Schutzidee der Norm auf den Kopf gestellt". Der Gesetzentwurf, warnt auch Jörg van Essen (FDP), verlasse die Balance "zwischen selbstbestimmter Sexualität und dem Schutz von jungen Menschen vor sexuellem Missbrauch". Zu befürchten sei, dass Jugendliche nicht geschützt, sondern im "Prozess ihrer sexuellen Selbstfindung massiv eingeschränkt werden". Und der stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses Wolfgang Neskovic (Linksfraktion) konstatiert: Auf "geradezu alberne Weise" werde hier "die hormonelle und lebensgeschichtliche Unterschiedlichkeit junger Menschen relativiert" - "bisher legales Werbungsverhalten unter Teenagern" werde "kriminalisiert".

[...] Nun [ ] dehnt das neue Gesetz die Strafbarkeit von "Kinderpornografie" auf die Darstellung von "sexuellen Handlungen" Jugendlicher aus.

Was sich dahinter verbirgt, geht weit über die Art von Erwachsenenpornografie hinaus, die als schmuddeliges Angebot nicht an Jugendliche verkauft werden darf: "Jugendpornografie" betreibt dann prinzipiell auch ein 15-Jähriger, der von seiner gleichaltrigen Freundin ein Foto im Bikini schießt - wenn sie "aufreizend" posiert und ihre "Schamgegend" dabei mehr oder weniger offen "zur Schau" stellt.

[...] Auf die harsche Kritik bei der Sachverständigen-Anhörung will die Koalition nun wenigstens diejenigen straflos stellen, die solche Bilder "mit Einwilligung" der oder des Abgebildeten zur "persönlichen Verwendung" angefertigt haben; wird dieses Werk aber im Freundeskreis weitergereicht, machen sich sowohl Anbieter als auch Empfänger trotzdem strafbar - auch das Herunterladen eines solchen Bildes im Internet wäre verboten.

Sogar wer nur eine junge Schönheit zeichnet, die erkennbar unter 18 ist, oder schriftlich detailliert und unverhohlen Sex unter Jugendlichen beschreibt, kann sich strafbar machen, wenn er ein "tatsächliches Geschehen" wiedergibt - professionellen Künstlern und Schriftstellern droht dabei sogar mindestens eine Freiheitsstrafe von drei Monaten.

Selbst die in Zeitschriften wie "Bravo" üblichen Aufklärungs- und Erlebnisartikel, mit besonders freizügigen Abbildungen oder realistischen Schilderungen von Sex unter Jugendlichen, könnten künftig strafbar sein. Und nicht einmal beim Strafmaß will die Regierung - obwohl sie es könnte - zwischen unter 14- und unter 18-Jährigen Opfern differenzieren: je nachdem, ob es etwa um bloßen Besitz oder um gewerbliche Verbreitung geht, drohen Strafrahmen von Geldstrafe bis zehn Jahren Haft.

Sexualexperten empfinden diese Ausweitungen als überflüssig und sogar schädlich: Bildliche Dokumentationen unbekleideter Familienmitglieder gebe es überall, reklamieren Sozialwissenschaftler. Eltern, aber auch die Kinder und Jugendlichen würden so "verunsichert und latent als Täter betrachtet". Die neuen Missbrauchs- und Pornografie-Vorschriften, kritisiert etwa auch der Hamburger Sexualmediziner Andreas Hill, dürften eine "Welle von unnützen Ermittlungen und Verfahren" auslösen, die ohnehin schon überlastete Polizei drohe damit "die wirklich relevanten Fälle aus den Augen zu verlieren".

Zypries, fordern die Oppositionspolitiker, solle nun wenigstens alle Ausnahmen und Schlupflöcher nutzen, die der EU-Rahmenbeschluss selbst bereithält - so wie es etwa Österreich schon vorgemacht hat. Beispielsweise soll nach einhelliger Meinung beim sexuellen Missbrauch Jugendlicher das Täteralter nicht unter 18 Jahre abgesenkt werden; bei der Jugendpornografie fordern Grüne und Linksfraktion eine Beschränkung auf "vergröbernde", den Menschen "zum Objekt degradierende" Darstellungen, wie bei der strafbaren Erwachsenenpornografie.

Dabei bezweifeln Juristen, dass der Rahmenbeschluss überhaupt gültig ist: Denn nach dem EU-Vertrag ist Brüssel auf dem Gebiet des Strafrechts nur zuständig für Organisierte Kriminalität, Terrorismus und Drogenhandel - die EU hätte also ihre Kompetenzen überschritten.

Was die Abgeordneten des Bundestages indes generell machen können mit einem Rahmenbeschluss, der ihnen nicht passt, hat das Bundesverfassungsgericht schon vor zweieinhalb Jahren deutlich gemacht, als es das deutsche Gesetz zum Europäischen Haftbefehl kippte: einfach nicht umsetzen.

Quote
Frank Wagner, 10.12.2007

Wenn wundert dieser Irrsinn ?
Wir sind nun mal auf dem Weg in den Präventionsstaat, da kann und darf einen so etwas nun wirklich nicht mehr verwundern. Ausserdem wird Deutschland immer älter, ich bin sicher dass da auch so was wie Hass auf die Jugend an sich mit hinein spielt.



Quote
Wallenstein, 10.12.2007

...Ist das ernst gemeint oder ein verfrühter April-Scherz?


Quote
inci, 10.12.2007

ich habe bisher nur kommentare zu dem geplanten gesetz gelesen, und war schon vom schlag gerührt. sollte dieses gesetz so umgesetzt werden, wie geplant, und das bundesverfassungsgericht dagegen nicht ein veto einlegen, sollten sich alle, die in ihren fotoalben (aller art!) die berühmten babyfots auf dem bärenfell, oder die lieben kleinen nicht sittsam gekleidet, oder die lieben kleinen aber sittsam gekleidet, dafür aber in einer pose, die irgendjemand als "aufreizend" empfinden könnte, schon einmal sicherstellen, daß niemand diese fotos sehen kann. denn alleine das weiterreichen auch innerhalb der familie kann dann schon ein straftatbestand sein.

außerdem würde ich gerne einmal die vorlage der EU und die abweichende deutsche vorlage lesen. vielleicht hat ja jemand dazu einen link?

Quote
yoog, 10.12.2007

Dazu fällt mir spontan nur ein Satz ein:

"Hurra, wir verblöden"


Quote
Sheherazade, 10.12.2007

Diese Idee schließt sich meiner Meinung nach der Reihe der Maßnahmen an, die schon unternommen wurden bzw. unternommen werden sollen, um das selbstständige Denken zu verhindern, wie z.B. bei Übergewicht, Zigarette, Alkohol etc.

Es wäre besser, wenn es eine Iitiative gäbe, die die Leute dazu bringt, mal wieder darüber nachzudenken, was gut für sie, ihre Kinder, ihre Familie... ist und vielleicht auch mal darüber zu reden. Wie so was aussehen sollte, kann ich mir allerdings leider auch nicht vorstellen.

Quote
pappel, 10.12.2007

Bin ich froh, dass ich diese Phase des Lebens in den achtziger Jahren verbracht habe. Was haben wir auf Partys geknutscht und gefummelt! Manchmal hat es was auf die Finger gegeben und manchmal halt nicht.
War ne schöne Zeit.
Die Jugend im Moment tut mir echt leid. In allen Sendungen und auf allen Kanälen gibt es Sex Anspielungen non stop. Es ist DAS Thema! Es zählt nur noch wer es wann und mit wem getan hat. Der Druck der aufgebaut wird ist schon für 13-14 jährige ungeheuer gross! Hinzu kommt, dass die Jugendlichen heute körperlich eher reif sind als noch vor 25 Jahren. Wenn man da jetzt mit dem juristischen Hammer draufhaut.... die armen Jugendlichen! Eine normale sexuelle Entwicklung ist da kaum mehr möglich.

Quote
Coolie, 10.12.2007

Was soll das?
Staatlich verordnete Prüderie? Dem Gesetzgeber fällt auch immer etwas Neues ein, ob sinnvoll, oder wie in den letzten 2 Jahren völlig sinnentleert. Wir sollten unseren Regierungsmitgliedern die Reisen in die USA verbieten.


libertarian, 10.12.2007

Quote

Echt ein Treppenwitz. In den USA werden solche albernen Gesetze nach und nach entschaerft und den Realitaeten angepasst und die EU macht eine Rolle rueckwaerts und fuehrt solchen Unsinn ein. Aber warum wundere ich mich: auf dem alten Kontinent ist wohl mittlerweile parteiuebergreifend jedes Mittel recht, die Bevoelkerung zu entprivatisieren. Zum Griff in die Geldboerse und zur Rundumueberwachung passt natuerlich auch prima der Staat als Sittenwaechter im Schlafzimmer.
Und wie immer nateruerlich zum "Schutz" von Kindern und der "Allgemeinheit" - damit keiner dagegen argumentieren kann.
Mein Tip fuer die naechsten Ziele: Prostitution, Alkohol, Zigaretten, Zucker...

Aber Europaeer sind ja soo frei und li(e)beral. Und dabei auch noch gewaltfrei. Passt nur auf, dass ihr am Ende von Euren gutmeinenden Sozialstaaten nicht totgekuschelt werdet.


Quote
Stephan Jansen, 10.12.2007

Quote
Zitat von yoog:
Dazu fällt mir spontan nur ein Satz ein:
"Hurra, wir verblöden"

Haben Sie Kinder? Erzählen Sie das mal denen, wenn Sie (hoffentlich aber nicht!!!) selbstgedrehte Videos vom letzten Nachmittagsgangbang auf deren Handies finden.

Quote
Realo, 10.12.2007

Was hat das mit dem Artikel zu tun ?
Schildert nur Ihr Versagen als Erziehungsberechtigter !

Quote
Guillermo Emmark, 10.12.2007

Kanonen auf Spatzen

Unsinn. Um soetwas auch strafrechtlich zu belangen, reichen die vorhandenen Gesetze. Jugendschutz ist nicht gleich Repression und Prüdereie!



Quote
sikasuu, 10.12.2007

Ich will nicht in den Knast!....

...deswegen werde ich ganz schnell die alten Badewannenfotos Papa/Tochter einsammeln und verbrennen.
Da haben wohl Juristen im Ministerium den Schuss nicht gehört und wissen gar nicht, dass sie schon tot sind.
Anders kann ich mir solch eine lebensfremde Vorlage nicht vorstellen.

Gruss Sikasuu

Ps. Jetzt geht es in die Sauna, im Taucheranzug mit 2 Augenklappen, damit ich niemand ansehen oder angesehen werden sexuell belästige.

Quote
nemo, 10.12.2007

[...] Wir sind nicht nur auf dem Weg in den Präventionsstaat, sondern auf dem Weg in ein totalitäres Regime mit Bürgern deren öffentliches & nun wohl auch privates Leben man zu 100% kontrollieren und steuern will. Traurige Meilensteine an diesem Weg: Überwachungskameras auf jedem Dorfplatz, Zwangsuntersuchungen i.d. Gesundheitsvorsorge seit der letzten Gesundheitsreform, digitale , zentral verwaltete Datenbank statt Lohnsteuerkarte, Chips auf Personalausweis, Pass & Krankenkassenkarte, Abschöpfung des Internets mit Trojanern durch den BND etc., etc. 1984 haben wir längst.
Hat nur kaum einer gemerkt.

Quote
Dunedin, 10.12.2007

Jetzt erklär mir doch bitte einmal warum sich der eine oder andere Politiker im Falle Marco /Türkei so leidenschaftlich echauffiert ???

Wenn ich diese Gesestzesinitiative lese, möchte ich nicht wissen was da noch so alles kommt. Ein Glück bin ich keine 18 mehr, man was tun mir die Heranwachsenden heute alle leid


Quote
canUCme, 10.12.2007

Was müssen wir hier noch ertragen? Ist es denn zu viel verlangt, wenn wir hier nur unter ganz normalen Leuten mit gesundem Menschenverstand leben wollen? Wie überkandidelt können Politiker und Moralwächter noch werden?
Das ist ja wie im Hochmittelalter.


Quote
Benjowi, 10.12.2007

Falls das Ganze wie berichtet stimmen sollte -diese Einschränkung ist allerdings auch immer öfter nötig- muß man annehmen, dass Teile unserer Gesetzgebungsmaschinerie völlig abheben. Dass solch fundamentalistischer Unsinn unter anderem z.B.in Teilen der USA und in Saudi-Arabien oder dem Sudan zur Anwendung gebracht wird, ist schlimm genug. Dass aber das bisher relativ aufgeklärt agierende Europa diesen Quatsch mitmacht, stellt mein Staatsverständnis auf immer härtere Proben! Ich kann nur hoffen, dass hier noch rechtzeitig jemand aufwacht, sonst stehen demnächst Vierjährige wegen versuchter sexueller Nötigung vor Gericht - wie in den USA geschehen. Wahrscheinlich müssen wir kurz danach auch glauben, dass die Welt vor ca. 4000 Jahren von einem Mann mit Bart erschaffen wurde!!

Quote
rakete, 10.12.2007


[...] Wundert sich jemand? Das ist schließlich die Große Koalition. Spätestens seit §202c StGB liegt deren Unzurechnungsfähigkeit doch auf der Hand. Gucken Sie sich erstmal an, was Herr Schäuble alles plant.


Quote
Christian, 10.12.2007

Ich begrüße dieses Gesetzesvorhaben sehr, es reicht aber noch längst nicht aus. Als nächstes muß sich der Gesetzgeber die unmoralischen, den Gesetzen der politischen Korrektheit überhaupt nicht gehorchenden Schriften vornehmen. Ich denke dabei an jugendgefährdende Literatur von Schmuddelautoren wie William Shakespeare. Dass z.B. "Romeo und Julia" noch in der Schule gelesen wird, ist ein Skandal: Schließlich war Romeo erst 15, Julia 13 Jahre alt...


Quote
Dave15, 10.12.2007


mit leisen Schritten in den Überwachungsstaat
Wie denke ich der Großteil der Menschen, die hier ihre Meinung schildern, bin auch der Meinung, dass diese Gesetzesänderung völlig unakzeptabel ist. Ich verstehe gar nicht den Sinn dahinter. Will man jungen Leuten die Freuden und die Unbeschwertheit ihrer Jugend nehmen? Mir scheint so, als ob sich da viele Theoretiker wenig Gedanken gemacht haben.
Die Maßnahme passt jedoch voll und ganz in die momentane innenpolitische Entwicklung. Mir scheint so, als versuchte die Politik in leisen und kleinen Schritten den Überwachungsstaat entzuführen, der mit Kameras, Kontrollen persönlichen Besitzes etc. die Menschen erzieht und unterdrückt.
In solch einem Land möchte ich nicht leben!


Quote
StephanD, 10.12.2007

Ich muss ganz ehrlich gestehen, nach diesem Artikel fällt mir nicht mehr viel ein. Vergessen sind alle Diskussionen über den Überwachungs- und/oder Sozialstaat. Das ist einfach der absolute Gipfel. Klar ist Jugendschutz wichtig, aber was um alles in der Welt geht es einen Staat oder eine Gesellschaft an in welchem Alter jugendliche ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen? Oder ist das jetzt etwa das Equivalent zur Islamisierung? Allein wenn das ein Vorschlag gewesen wäre, könnte ich mich nur aufregen, aber das scheint ja schon fast beschlossen. Langsam wird es doch mal Zeit für Demonstrationen, da haben wir Deutschen offenkundig Nachholbedarf!


Quote
Justinian2000, 10.12.2007

Ein Nebengedanke

Ich habe gerade den Artikel gelesen und neben den anderen schon diskutierten Punkten bin ich besonders über die folgende Passage gestolpert:

"Sogar wer nur eine junge Schönheit zeichnet, die erkennbar unter 18 ist, oder schriftlich detailliert und unverhohlen Sex unter Jugendlichen beschreibt, kann sich strafbar machen, wenn er ein "tatsächliches Geschehen" wiedergibt - professionellen Künstlern und Schriftstellern droht dabei sogar mindestens eine Freiheitsstrafe von drei Monaten."

Neben vielen Werken der Weltliteratur, angefangen von Faust über Lolita bis zum Decamerone und dem Kamasutra fallen mir hier vor allem drei Werke ein, die
- regelmäßig Geschlechtshandlungen von Minderjährigen beschreiben, da die Volljährigkeit in allen drei Werken mit 14 angesetzt wird
- die alle drei betonen, dass es sich um tatsächliche Ereignisse handelt
- die in der Art der Beschreibung teils nicht zimperlich sind, insbesondere Entführung, Nötigung und Vergewaltigung sind zu finden.

- Bibel
- Koran
- Tora

Wird die Verbreitung dieser Werke in Zukunft unter Strafe gestellt ?

Achtung ! Dies soll keine Wertung der Werke sein ! Sie sind historisch gewachsen und es steht nun einmal darin was darin steht. Ob man daran glauben will/kann/muss, sei jedem selbst überlassen.

Quote
Nordica, 10.12.2007

Das Thema ist gegessen !
Ich habe gerade folgendes E-Mail bekommen:

Sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen werden nicht kriminalisiert

Sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen bleiben grundsätzlich straflos - wie heute schon. Mit dieser Klarstellung hat Bundesjustizministerin Zypries auf unzutreffende Äußerungen vom Wochenende im Zusammenhang mit einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern reagiert, der in dieser Woche vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden soll.

„Der Gesetzentwurf stellt nicht unter Strafe, wenn zwei Jugendliche eine sexuelle Beziehung miteinander haben. Daher ist die Aussage von Herrn Abgeordneten Montag in der heutigen Ausgabe der BILD-Zeitung schlicht falsch. Kein Jugendlicher muss befürchten bestraft zu werden, wenn er einen anderen ins Kino einlädt und hofft, dass es zum Austausch von Zärtlichkeiten oder sexuellen Berührungen kommt“ erklärte Brigitte Zypries.

Mit dem Gesetzentwurf folgt die Bundesregierung ihrer europarechtlichen Pflicht, die Vorgaben eines Rahmenbeschlusses der Europäischen Union in nationales Recht umzusetzen.

Der Rahmenbeschluss hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche vor dem Abgleiten in die Prostitution zu schützen. Deshalb muss die Vornahme sexueller Handlungen mit einem Kind, also mit einer Person unter 18 Jahren, unter Strafe gestellt werden, wenn dafür Geld oder sonstige Gegenleistungen geboten werden. Bislang wurde eine Person über achtzehn bestraft, wenn sie an einer Person unter sechzehn sexuelle Handlungen vorgenommen und dafür bezahlt hat. Künftig wird – aufgrund der europarechtlichen Vorgaben - das Schutzalter für Opfer von sechzehn auf achtzehn angehoben. Gleichzeitig verlangt der Rahmenbeschluss, dass der Täterkreis auch auf Personen unter achtzehn ausgedehnt wird.

„Schutzzweck unseres Gesetzes ist es, ein Abgleiten von Kindern und Jugendlichen in die Prostitution verhindern. Es ist absurd, wenn behauptet wird, dass ein geschenktes Kaugummi oder ein Kinobesuch sexuelle Beziehungen zwischen Jugendlichen strafbar machen. Es ist verantwortungslos, unsere redlichen Bemühungen, Kinder vor Prostitution zu schützen, durch gezielte Falschinformationen zu diskreditieren“, betonte Zypries.

Mit dem Gesetz soll ein sexueller Missbrauch von Jugendlichen und die Gefahr der Prostitution von Kindern und Jugendlichen vermieden werden. Nach diesem Sinn und Zweck müssen die Strafverfolgungsbehörden die gesetzlichen Regelungen auslegen und anwenden. So versteht es sich von selbst, dass einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Jugendlichen nach einer Kinoeinladung nicht vom Gesetz erfasst werden. Voraussetzung für eine Strafbarkeit ist vielmehr, dass die sexuellen Handlungen tatsächlich als Gegenleistung für das Entgelt erfolgen. Der Eingeladene muss also die sexuellen Kontakte nur deshalb zulassen, weil er dafür Geld oder einen sonstigen Vorteil bekommt.

Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des
Bundesministeriums der Justiz
Verantwortlich: Eva Schmierer; Redaktion: Dr. Henning Plöger, Dr. Isabel Jahn, Johannes Ferguson, Ulrich Staudigl
Mohrenstr. 37, 10117 Berlin
presse@bmj.bund.de


Quote
patana, 10.12.2007

...

Ich meine das jemand der plötzlich privatpornos auf den Handys seiner kinder findet etwas verpennt hat.



Quote
wolfgangb, 10.12.2007

Irgendwie habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, in einem schlechten Traum zu sein. Unsere Gesellschaft schreitet mit Riesenschritten rückwärts.

Bei uns in Österreich wurde vorige Woche ein Polizeibefugnisgesetz im Parlament durchgepeitscht, das der Polizei ohne richterlichen Beschluss (!) die Handyüberwachung und den Zugriff auf die IP-Daten ermöglicht. In Deutschland soll, wie ich gerade lese, das Sexualstrafrecht für Jugendliche auf das Niveau der 50iger-Jahre zurückgeschraubt werden.

Und außer in diversen Internet-Foren rührt sich nirgends Protest gegen solche massive Bevormundung des Bürgers und gegen etliche andere Fehlentwicklung unserer Gesellschaft. Sind wir alle schon total abgestumpft? Oder hat jeder schon die Hoffnung auf positive Veränderungen aufgegeben und denkt nur noch ans ökonomische Überleben?

Oder bin ich nur einem schlechten Traum? Ich hoffe das ist es. Und wenn ich aufwache ist die Welt wieder in Ordnung :-).


Quote
jugendschützer, 10.12.2007

Ich finde diese Neuregelegung absolut sinnvoll, sie ist dringend notwendig zum Schutze der Kinder in diesen geschlechtsverkehrdominierten Zeiten, ebenso ist die
Erweiterung des EU-Entwurfs mit dem sogennanten Anscheinsparagraphen nur zu begrüßen. Somit sollten mögliche Perversionen schon im Vorhinein verhindert werden können.


Quote
Hektor, 10.12.2007

Welches Herren Knecht ......

Ich frage mich nun, …
….wann wird der alte §180 (Kuppelei) wieder in seiner alten Härte eingeführt?
….wo waren die Journalisten, als dieser Schwachsinn zu ersten Mal beraten wurde? (Oder wurde dieses Thema gezielt (von oben gewünscht) ignoriert?

Irgendwie scheint die Zeit an unseren Abgeordneten vorbeigegangen zu sein, keiner scheint sich wohl an seine Jugend zu erinnern.

Unsere Gesetze sind gut genug um irgendwelche Straftaten in dieser Richtung zu verfolgen.
Sollte das Gesetz in Kraft treten, wird jede Party meiner Kinder in meinem Haus verboten.
Armes Deutschland, welches Herren Knecht bist Du geworden?


Quote
genesys, 10.12.2007

Das Kontroll-Problem lässt sich einfach lösen
Einfach zwangsweise nach der Geburt jedem Jungen einen RFID-Chip unter [die] Vorhaut implantieren. Bei jeder Erektion werden dann die Daten an den Chip im Personalausweis weitergeleitet und einmal im Monat die Vergnügungssteuer kassiert - sofern der Konsument der sexuellen Erregung über 18 ist. Ansonsten geht es sofort ab in den Knast, versteht sich. Zur Überwachung sollten wir dazu unbedingt in den Schulen Sexualdetektoren aufstellen, die die Chips auslesen.

Bonus-Erregungen sollten wir aber liberalerweise Kindern aus gutem (also zahlungskräftigem) Hause zugestehen. Auch oder sogar insbesondere gute Noten könnte man mit 1x "frei gucken" belohnen. Akademikern bieten wir dann eine kostenvergünstigte Erregungs-Vignette an (100x nur 99 Euro oder so). Schliesslich bekommen in diesem Land die Akademiker viel zu wenig Kinder...
Um Umkehrschluss bekommt jeder Hartz-IV-Empfänger im Falle des Falles einen kleinen Stromstoss, der ihn höflich daran erinnert, dass er das öffentliche Budget doch bitte zu schonen hat...

So, ich muss Schluss machen und schnell noch beim Patentamt vorbeiflitzen...



http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=2799


Aus: "SEXUALSTRAFRECHT: Fummeln verboten" Von Dietmar Hipp, Karlsruhe (SPON, 10. Dezember 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,522396,00.html

-.-

Quote
[...] Die Große Koalition will den umstrittenen Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht nachbessern. Wegen weiteren Beratungsbedarfs sei die für Donnerstag geplante dritte Lesung im Bundestag abgesetzt worden, teilte Unionsfraktions-geschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) mit.

FDP und Grüne begrüßten die Verschiebung des Gesetzes. Sie befürchten, dass mit der Neuregelung auch sexuelle Kontakte Jugendlicher kriminalisiert werden könnten. "Die vom Bundesjustizministerium geplanten Änderungen greifen zu stark in das sexuelle Verhalten von jungen Menschen ein", sagte FDP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie warf der Regierungskoalition vor, ihr Entwurf gehe zu weit über EU-Vorgaben hinaus, die Auslöser für die geplante Gesetzesänderung sind. "Wir haben einen sehr guten Kinderschutz vor Missbrauch und Prostitution. Ich sehe hier keine Gesetzeslücken", sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

[...] Nach Angaben des rechtspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Joachim Stünker, soll die Verabschiedung des Gesetzes nun Anfang des nächsten Jahres stattfinden. Nach seinen Angaben geht es nur um die Klärung einer Detailfrage. Die Struktur des Gesetzes werde nicht geändert. Er wies die Vorwürfe der Opposition, das Gesetz würde Sex unter Jugendlichen unter Strafe stellen, als abenteuerlich zurück.



Aus: "Koalition rückt von Gesetzentwurf ab - Verschärfung des Sexualstrafrechts verschoben" (11.12.2007)
Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/sexualstrafrecht2.html

-.-

Quote
[...] das Gesetz ist vage und schwammig, aber die Gerichte werden es schon richten. Ob es für die durch das Gesetz dann kriminalisierten Jugendlichen so beruhigend ist, zu wissen, dass das Gericht, vor dem sie dann erscheinen, das allzu vage Gesetz schon mit Konkretisierungen füllen wird? Alles in allem ging Frau Zypries bisher nicht darauf ein, wo genau die Falschinformationen vorlagen. Sie teilte lediglich sinngemäß mit, dass alles ganz anders gemeint sei als das Gesetz es sagt. Nur sind diese Beschwichtigungen und Versicherungen für diejenigen, die das Gesetz betrifft, nicht einklagbar. Eine Zusicherung, dass der Kinobesuch, der für die sexuelle Gefälligkeit angeboten wird, eben nicht als geldwerte Leistung gesehen wird (im Austausch für Sex) ist insofern rechtlich wertlos und wird von den mittlerweile desillusionierten Bürgern nicht mehr als Beruhigung akzeptiert. Zu oft wurden Zusagen wie "die Kontenabfrage dient doch nur der Terrorbekämpfung" oder "die Vorratsdatenspeicherung soll gegen Terrorismus helfen" als beruhigende Nebelkerzen enttarnt. Für die Betroffenen sind lediglich klare rechtliche Abgrenzungen entscheidend - keine noch so beruhigende Pressemitteilung und Versicherung.

Keine Umkehr in Sicht

Als Reaktion auf die zunehmende Kritik wurde das umstrittene neue Gesetz nun nicht verabschiedet. Grund zur Erleichterung oder gar Freude bietet diese Umkehr jedoch nicht. So hat die Bundesjustizministerin bereits mitgeteilt, dass sie lediglich in einen Punkt noch Klärungsbedarf sieht. Nämlich dem, ob es strafbar sein soll, wenn eine 17jährige beispielsweise ohne jeglichen äußeren Druck pornographische Bilder von sich selbst ins Internet stellt. Die anderen heftig kritisierten Punkte des Gesetzes sollen so verabschiedet werden wie bisher geplant.

Sollte dem so sein, dann wird 2008 in der Berichterstattung rund um die Themen Internetüberwachung/Webseitensperrung und Einschränkung der Informationsfreiheit oft zitiert werden. Als das Jahr, in dem sich die Anzahl der Kinderpornographie und die Anzahl der Fälle von Sexualstraftaten explosionsartig vermehrten. Gleichzeitig wird Kindern und Jugendlichen ein Gesetz präsentiert, das sie oberflächlich gesehen schützen soll, aber gleichzeitig ein Damoklesschwert über ihren Köpfen schweben lässt - weil schon der Kinobesuch, der Blumenstrauß oder die neue CD, die vielleicht die Chancen auf eine sexuelle Annäherung steigen lassen könnten, ebenso gut dazu taugen, eine Straftat zu konstruieren.


Aus: "Neues Sexualstrafrecht: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben" Twister (Bettina Winsemann) (18.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26870/1.html

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Quote
[...] Der so genannte "Petting-Paragraph", wie ihn die Medien nannten, ist entschärft. Die große Koalition hat ihn umformuliert und damit "Teenie-Sex aus der Grauzone" geholt. Trotz allem Aufatmens: warum eigentlich erst jetzt?


Aus: "Spätes Zurückrudern beim Sexualstrafrecht" Twister (Bettina Winsemann) (19.05.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27938/1.html

« Last Edit: Mai 19, 2008, 09:22:46 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[200 Peitschenhiebe... (Notiz, Saudi-Arabien)]
« Reply #11 on: Dezember 17, 2007, 02:29:45 nachm. »
Quote
[...] Riad - Saudische Medien berichteten heute, dass der Frau aus der Region Katif die Strafe komplett erlassen werde. Die Frau war im Oktober 2006 von einem Gericht zu 90 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie sich vor der Gruppenvergewaltigung in einem Auto mit einem Mann aufgehalten hatte, der nicht ihrer Familie entstammte. Dies ist in dem islamischen Königreich eine Straftat.

Im November war die Strafe für die 19-Jährige auf 200 Peitschenhiebe erhöht worden, weil das Gericht des ultrakonservativen Landes ihr vorwarf, die Medien in den Fall eingeschaltet zu haben.


Aus: "SAUDI-ARABIEN: König begnadigt Vergewaltigungsopfer - keine Auspeitschung" (17. Dezember 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,523754,00.html

-.-

Quote
[...] Das Königreich Saudi-Arabien (arabisch المملكة العربية السعودية‎) ist eine absolute Monarchie in Vorderasien, die sich auf den Islam als Staatsreligion beruft. Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an deren Anrainerstaaten, an das Rote Meer und den Persischen Golf. Die beiden heiligsten Stätten des Islam, die Kaaba in Mekka und die Ruhestätte des islamischen Propheten Mohammed in Medina, liegen in Saudi-Arabien. Der Islam wahhabitischer Prägung spielt in Saudi-Arabien eine sehr große Rolle, das Land gilt als besonders strenggläubig und islamisch-konservativ. Der Donnerstag ist teilweise Ruhetag, der Freitag ist ein kompletter Ruhetag. In Saudi-Arabien gilt die islamische Zeitrechnung.

[...] Saudi-Arabien hat eine Bevölkerungszahl von über 27 Millionen Einwohnern. Davon sind fast 5,6 Millionen Menschen legal im Land lebende Ausländer. Die Bevölkerung Saudi-Arabiens lebt hauptsächlich in den Städten und einigen wenigen Oasen. [1]

[...] Saudi-Arabien ist eine islamische absolute Monarchie. Seit dem 1. August 2005 regiert König Abdullah bin Abd al-Aziz, der gleichzeitig Premierminister ist. Auch der Rest der königlichen Familie hat wichtige Regierungsämter inne. Die 13 Provinzen werden von Prinzen oder engen Verwandten der königlichen Familie regiert. Alle Provinzgouverneure werden vom König ernannt. Die kleinen Städte und Dörfer werden in der Regel von einem Dorf- oder Ältestenrat regiert. Die Verfassung des Landes besteht in schriftlicher Form seit 1993, ein 83 Punkte umfassendes Dokument, das auf der Schari'a, dem Koran und der Sunna basiert. Diese Regeln werden strikt ausgelegt und durchgesetzt. So können etwa Mörder, Drogenhändler, Homosexuelle, Hochverräter, Vergewaltiger, Ehebrecher und Gotteslästerer zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.


[...] In Saudi-Arabien stehen die Menschenrechte unter dem Vorbehalt der Gesetze der Scharia. Dies führt dazu, dass in Saudi-Arabien die Menschenrechte in starkem Ausmaß missachtet werden.

Der Jahresbericht 2006 der Organisation Amnesty International [3] listet unter anderem die folgenden Tatbestände auf:

    * Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller
    * Anwendung der Prügelstrafe bei Männern (meistens Auspeitschungen)
    * Amputationen von Gliedmaßen als Bestrafung
    * Unterdrückung der Meinungs- und Religionsfreiheit
    * unfaire Gerichtsverfahren gegen Gastarbeiter
    * Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren.

[...] Trotz der undemokratischen Regierungsform und der schweren Menschenrechtsverletzungen hat Saudi-Arabien sehr gute diplomatische Beziehungen zu Europa und den USA, auch zu Deutschland. Seit den Mohammed-Karikaturen sind diese allerdings abgekühlt, mit Dänemark gibt es überhaupt keine Beziehungen mehr.

Saudi-Arabien war bislang ein enger Verbündeter der USA. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist das Verhältnis zwischen den beiden Staaten allerdings abgekühlt. 15 der 19 Attentäter waren saudische Staatsangehörige. Eine weitere Belastung der Beziehung zu den USA ist, dass die meisten Insassen des Guantánamo-Gefängnisses saudische Staatsbürger sind.

Saudi-Arabien war 1981 Gründungsmitglied des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council, GCC).

Das Land befindet sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand mit Israel.

Während des dritten Golfkrieges (2003) verweigerte Saudi-Arabien den USA die Nutzung ihrer Militärstützpunkte auf saudischem Boden, was zu einer weiteren Abkühlung des Verhältnisses zu den USA geführt hat. Das Hauptquartier der US-Truppen wurde deshalb nach Katar verlegt.

[...] Es gibt keine politischen Parteien. Gewerkschaften sind vom König offiziell verboten. Traditionellerweise hat jeder Bürger anlässlich öffentlicher Audienzen Zugang zu hohen Offiziellen und das Recht, sich mit Petitionen direkt an sie zu wenden.

[...] In Saudi-Arabien sind die Rechte der Frauen sehr stark eingeschränkt, amnesty international verwendet den Begriff Menschen zweiter Klasse. Inzwischen ist es zwar Pflicht, dass jede Frau einen Personalausweis besitzt, das Land darf aber ohne Genehmigung nicht verlassen werden. In Saudi-Arabien ist Frauen das Lenken von Kraftfahrzeugen in der Stadt strikt untersagt. Im Oktober 2005 bestätige König Abdullah, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern werde. Erst seit 1966 dürfen Frauen Schulen besuchen. Inzwischen ist im Bildungssektor die Liberalisierung so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Studenten Frauen sind. Sie müssen ihre Vorlesungen allerdings am Bildschirm verfolgen, da in der Universität wie im gesamten öffentlichen Raum der Grundsatz gilt, dass Frauen keinerlei Kontakt zu nichtverwandten Männern haben dürfen.

Frauen besitzen derzeit weder das aktive noch das passive Wahlrecht, sie sind also politisch rechtlos. Daher bekleiden sie auch in der Regierung, die mehrheitlich von Mitgliedern des Königshauses gestellt wird, keine Positionen. Viele Berufe waren ihnen nicht zugänglich, heute ist den Frauen fast jeder Beruf zugänglich, allerdings unter der Voraussetzung strikter Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz.

In Saudi-Arabien ist es für Frauen strafbar, sich allein mit einem nicht verwandten Mann in einem geschlossenen Raum aufzuhalten. Körperstrafen wie Auspeitschung sind gängige Strafen.[4]

Seit einigen Jahren bemüht sich die Regierung um partielle Maßnahmen zur Liberalisierung. So wurden bei den letzten Wahlen der Handelskammer auch zwei Frauen in den Vorstand gewählt.

Schleierpflicht: Der Schleier soll den ganzen Körper mit Ausnahme von Gesicht und Händen bedecken und soll einfach gearbeitet und nicht anziehend sein, so dass Männer davon aufmerksam gemacht würden. Gerne gesehen ist es aber auch, dass Frauen ihr Gesicht und ihre Hände verschleiern, dies wird als besonders anstandsvoll angesehen, ist aber keine Pflicht. Der Gesichtsschleier ist vor allem unter verheirateten Frauen verbreitet. Der Halbgesichts- oder Mundschleier ist ebenfalls oft zu sehen.

Männliche Vormundschaft: Frauen in Saudi-Arabien unterliegen immer einer männlichen Vormundschaft. Der männliche Vormund ist bis zur Ehe in der Regel der Vater, die Brüder oder ggf. ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der männliche Vormund. Der männliche Vormund ist für die Straftaten der Frau mitverantwortlich, bei kleineren Delikten ist es oft der Fall, dass der männliche Vormund sich vor Gericht zu verantworten hat, bei größeren Delikten in der Regel beide. Ab 2004 dürfen Frauen ihre Firmen selber führen d. h. die eigene Verantwortung dafür tragen.

Frauen können sich vor Gericht von ihrem männlichen Vormund entbinden lassen, müssen dafür aber nachweisen können, dass dieser sie misshandelt, vergewaltigt, quält oder zwingt, Dinge zu tun, die nicht mit dem Islam vereinbar sind (z. B. Prostitution oder analer Geschlechtsverkehr). Der männliche Vormund wird für diese Vergehen daraufhin automatisch zur Rechenschaft gezogen, außer es gibt nach der Entbindung eine außergerichtliche Einigung zwischen Mann und Frau (z. B. Entschädigungsgeld, Sorgerecht für Kinder). Nach einer Scheidung hat normalerweise immer der Mann das Sorgerecht für die Kinder, außer die Frau kann nachweisen, dass der Mann "schädliche Neigungen" hat, antireligiös oder einfach nicht in der Lage ist, Kinder großzuziehen. Bei über 70% der Scheidungen behält der Mann das Sorgerecht, außer der Vater ist ein sog. Murtadd. In diesem Fall wird der Mutter das Sorgerecht zugeteilt und der Vater kann sogar zum Tode verurteilt werden. Nach einer Scheidung muss die Frau mindestens vier Monate warten, um erneut zu heiraten. Das Gesetz ist direkt dem Koran entnommen und soll Missverständnisse bei der Vaterschaftsfrage ausschließen.

Homosexualität: Homosexualität ist in Saudi-Arabien ein schweres Verbrechen; so wurden bisher 103 Männer wegen homosexueller Handlungen festgenommen und zu 14.200 Peitschenhieben verurteilt.

Nach offiziellen Zahlen wurden bisher vier Männer wegen Homosexualität hingerichtet, die Anzahl kann jedoch auch höher liegen. Homosexuelle Handlungen stehen unter schwerer Strafe wie Peitschenhiebe und Gefängnis, können aber auch mit dem Tode bestraft werden. Auf homosexuellen Geschlechtsverkehr steht die Todesstrafe. Bisher wurden nur Männer für diese Straftat verurteilt, ein Fall von weiblicher Homosexualität ist bisher in Saudi-Arabien nicht bekannt. Das Verbot der Homosexualität wurde Ende 2005 durch eine Fatwa durch den Rat der Geistlichen weiter verschärft.


Aus: "Saudi-Arabien" (12/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Saudi-Arabien

-.-

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Saudi-Arabiens


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[Netzwerk "Bara Bröst"... (Notiz, Schweden)]
« Reply #12 on: Januar 10, 2008, 11:28:08 vorm. »
Quote
[...] Als erste Stadt in Schweden hat Sundsvall grünes Licht für barbusiges Schwimmen von Besucherinnen im Hallenbad gegeben. Wie die Zeitung "Svenska Dagbladet" berichtete, reagierten die Behörden der kleinen Hafenstadt im Osten des Landes damit auf Aktionen junger Feministinnen, die aus Protest gegen das bisher überall geltende Verbot von weiblichen "oben ohne" ihre Oberteile in mehreren Schwimmhallen abgelegt hatten.
 
Ihr Netzwerk "Bara Bröst" ("Nackter Busen") will bei der Kleiderordnung die Gleichberechtigung gegenüber Männern durchsetzen und sich gleichzeitig gegen die "umfassende Sexualisierung des Busens" zur Wehr setzen. Nach den in den Medien stark beachteten Aktionen der Frauen hatte der Gleichberechtigungs-Ombudsmann Klagen des Netzwerkes abgewiesen.
 
Der überall in Schweden geltende Zwang zur Bedeckung der weiblichen Brust in Hallenbädern sei Teil von "üblicherweise unterschiedlichen Normen dafür, was Frauen und Männer zeigen sollten", hieß es zur Begründung. Die Feministinnen wurden bei ihren Protestaktionen von Bademeistern beiderlei Geschlechts stets aus den Hallen verwiesen.



Aus: "Gegen Sexualisierung des Busens - Oben ohne im Hallenbad" (Mittwoch, 9. Januar 2008)
Quelle: http://www.n-tv.de/901597.html


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[Wenn Frau Maltby eine Leine trägt.. (Notiz, Arriva Yorkshire, Gothic)]
« Reply #13 on: Januar 24, 2008, 01:13:09 nachm. »
Quote
[...] London - Dani Graves, 25, und seine Verlobte Tasha Maltby, 19, aus dem nordenglischen Dewsbury, reichten eine Beschwerde bei dem Busunternehmen "Arriva Yorkshire" ein, berichtet die BBC.

Die beiden Gothic-Fans, die sich strikt schwarz kleiden und schminken, haben einen besonderen Fetisch: Dani führt seine Verlobte Tasha an einer Hundeleine herum: "Sie ist ziemlich animalisch, sie ist nicht nur meine Lebensgefährtin, sondern auch so eine Art Haustier für mich", sagte Graves der BBC.

Er "tue alles" für Tasha, so Graves, er suche ihre Kleidung aus, füttere sie und mache das Haus sauber. "Von Ihrer Katze oder Ihrem Hund würden Sie ja auch nicht erwarten, dass die den Abwasch machen oder putzen", sagte Graves.

Neugierige Blicke ob ihres merkwürdigen Verhaltens seien sie gewöhnt, aber was sie nun im öffentlichen Nahverkehr erlebten, empfanden die beiden als "diskriminierend": Das Paar musste nach Beschwerden von anderen Mitfahrern zunächst einen Linienbus verlassen, dann wurde ihnen die Mitfahrt in einem anderen Bus verwehrt: "Das sind öffentliche Transportmittel. Wir hatten einen Fahrschein, wir haben alles gemacht, was vorgeschrieben ist."

"Arriva Yorkshire" kündigte an, die Beschwerde untersuchen zu wollen. Man nehme die Diskriminierungsvorwürfe sehr ernst, habe jedoch im Sicherheitsinteresse des Paares und der anderen Passagiere gehandelt: "Wenn Frau Maltby eine Leine trägt und der Bus plötzlich bremsen muss, könnte es für sie und andere gefährlich werden", sagte ein Unternehmenssprecher der BBC.

pad


Aus: "FETISCH: Busverbot für Frau an Hundeleine" (24. Januar 2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,530634,00.html


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[dass die Darsteller einen selbstbewussten Eindruck hinterlassen... ]
« Reply #14 on: Februar 09, 2008, 04:11:57 nachm. »
Quote
[...] Aktfotos nackter Männer mit erigiertem Geschlechtsteil in einem Kalender sind nach Auffassung des Berliner Kammergerichts keine verbotene Pornografie. Der 4. Strafsenat bestätigte den Freispruch des Verlegers durch ein Berliner Amtsgericht. Der für Homosexuelle gedachte Kalender sei nicht reißerisch auf die Erregung sexueller Reize ausgerichtet und mache die Männer nicht zum bloßen Objekt sexueller Begierde, argumentierten die Richter.
 
Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Kalender aus dem Jahr 2004 als Verbreitung pornografischer Schriften beanstandet. Das Kammergericht verwarf ihre Revision und beendete damit einen Jahre lang schwelenden Rechtsstreit um die im Internet angebotenen Kalender.
 
Das Gericht orientierte sich an der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach sexuelle Vorgänge nicht "grob aufdringlich" in den Vordergrund gedrängt werden dürfen. Bei der Betrachtung des Gesamtkunstwerks sei zu erkennen, dass die Darsteller einen selbstbewussten Eindruck hinterlassen, urteilten die Berliner Richter. Schon das Amtsgericht fand, "die Männer ließen sich gern und freiwillig fotografieren". Der Verleger hatte sich im Prozess für eine "offene und ehrliche Selbstdarstellung des Mannes" eingesetzt.



Aus: "Jetzt ist es amtlich: Erigierter Penis kein Porno" (Freitag, 8. Februar 2008)
Quelle: http://www.n-tv.de/916245.html



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[As a survivor of sexual assault... (Note, Vday)]
« Reply #15 on: Februar 26, 2008, 01:04:53 nachm. »
Quote
[...] By now most of us have heard of The Vagina Monologues. Eve Ensler’s interview-based compilation of monologues is known for its frankness on women’s sexuality and their experiences of systemic violence. "Cunt", "Hair" and "The Burka" are but a few of the monologues tackled in one night’s production.

Since its 1998 premiere, Ensler has travelled the world writing for the causes of various communities of women, from Bosnia to Afghanistan, from Haiti to the Republic of Congo. The VDay campaign has grown to support campus and community productions worldwide, with more than 3000 productions organised by volunteers in over 85 countries this year.

Though oft criticised for questions of inclusivity, and for Ensler’s western-white-woman perspective posing problems of representation, Vday continues to evolve and expand with its proponents. What began as Ensler’s one-woman show has most definitely entrenched itself as an effective tool in the global movement to end violence against women and girls. This year celebrates V to the Tenth, 10 years of accomplishments for the VDay campaign. In April 2008 thousands of Vday activists will assemble in New Orleans for a two day festival of international speakers and artists in support of this worlwide effort.

This February in Montreal, I caught up with one of our local VDay organisers, Emily Koehler. With The Vagina Monologues playing tonight Friday February 15th, and Saturday the 16th, we had a rapid-fire exchange about V to the Tenth and Montreal’s own Vday campaigners.

“We were definitely motivated to go big this year,” emphasizes Koehler. “We’re spotlighting certain monologues, and have highlighted V to the Tenth in the production’s program.”

When asked why she chose to take on this Vday campaign in Montreal, Koehler speaks of a need otherwise unmet in the Montreal community. “As a survivor of sexual assault, I take this cause to heart. There is a large network of people that Vday brings together, and their commitment is evident though a deep passion they bring to the cause.”

To date the principal Montreal Vday events have been hosted by McGill University. “I felt this didn’t accurately reflect the Montreal community as a whole. Having just graduated, I wanted to connect with the community in a larger sense. After posting on craigslist, I received a flood of contacts from both women and men. Our four core organisers started off as strangers, and are now the best of friends. We have come to experience a very personal and close circle of participants.”

What can one expect from this year’s production of The Vagina Monologues? “We are very happy with our diversity of cast. We have women who are professional actors, as well as women who have never been on stage before. Our oldest cast member is 52, and our youngest 8. Monologues will be performed in French and English, however you will hear a whole range of different accents. All these people are from different walks of life, different backgrounds, and they are all passionate about being in Montreal.”

Vday Montreal’s production of The Vagina Monologues will also feature whom Koehler calls ‘local celebrities’: Laura Roberts, author of local sex column “V for Vixen”; and a burlesque interpretation of Vday classic "Cunt", performed by Seska Lee.


From: "VDay "goes big" this year for V to the Tenth Anniversary" By Koby Rogers Hall (February 15, 2008)
Quelle: http://www.artthreat.net/2008/02/vday-goes-big-year-v-tenth-ann


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[Nacktheit und Kandidatur ... (Notiz, SPD SH, Birgit Auras )]
« Reply #16 on: M?RZ 12, 2008, 11:40:42 vorm. »
Quote
[...] Eigentlich wollte Boutiquenbesitzerin Birgit Auras ins Kommunalparlament im schleswig-holsteinischen Neustadt. Nun wurden ihr Nacktaufnahmen zum Verhängnis. "Ich wurde vor die Alternative gestellt: Entweder die Fotos von der Homepage zu entfernen oder von der Kandidatur zurückzutreten“, sagte die Boutiquenbesitzerin Birgit Auras am Dienstag. Sie bestätigte damit einen Bericht der „Lübecker Nachrichten“.

Quote
forsum (12.03.2008 08:29)

Nacktheit
Armes prüdes Deutschland! Kaum zu glauben was hier steht. Sind wir etwa wieder im Mittelalter angekommen. Hat Frau Auras etwa Pornos gedreht. Selbst wenn, was hätte dies mit Ihren politischen Fähigkeiten zu tun? Dolly Buster hat es ja auch versucht... Im Übrigen sind wir alle nackt auf die Welt gekommen und sollten eigentlich wissen, was sich unter der Kleidung im "Normalfall" verbirgt!


Quote
O.Heinrich (12.03.2008 07:56)

Frauen und Politik

Erst Gabriele Pauly, dann Birgit Auras-werden Frauen in der Politik immer noch nicht ernst genommen, nur weil sie zu hübsch sind für unsere Durchschnittspolitiker??



Quote
Wolfgang-GV (12.03.2008 07:28)

D wird den USA immer ähnlicher!
Die Prüderie der USA ist schon unerträglich und ich wäre schon enttäuscht, wenn diese sich auch in D verbreitet.


Quote
ThomasHempel  (12.03.2008 06:41)
Warum kandidiert sie nicht ...
Sie hat hier wohl dem Druck nachgegeben, einem Druck der unberechtigt ist, denn ich kann an diesen Bildern nicht schlimmes feststellen!


Quote
meckerhexe (12.03.2008 06:23)
Wer
will den das schon sehen?? War wohl nichts weiter als eine Methode, ihre Homepage mehr publik zu machen. Für mich ist das Exibissionismus. Außerdem ist sie in einem Alter, wo man sich mit anderen Dingen beschäftigen sollte.


Quote
gswkaiser (12.03.2008 05:28)
Moderner
Ich wusste es schon immer: die CSU ist doch die mordernere Partei! Deren Umgang mit änlichen Fotos der Frau Pauli war dagegen ja richtig souverän. Den verklemmten und spießigen Sozialisten fehlt eben das "savoir vivre"! Aber vermutlich war das für irgend jemanden wieder mal nur ein willkommener Vorwand, eine Konkurrentin loszuwerden.



Quote
Chatou  (12.03.2008 03:04)
Ich waehle Frau Auras
... und zwar nicht wegen des Fotos, sondern wegen Ihrer Standhaftigkeit.


Quote
Taiwanese  (12.03.2008 01:42)
Wenn die mit 50
noch so photogen ist und auch zu dem steht was sie macht, dann zeigen diese Aufnahmen doch nur das sie fuer dieses Amt qualifiziert ist. Sollten sich doch mal Beck &Co auf einem Kalender ablichten lassen, dann haetten die Waehler mal endlich wieder etwas zum lachen.



Quote
OlGa (11.03.2008 23:03)
Wo kämen wir denn da hin?
Man denke sich Angela Merkel, die sich im Gegenzug auch ihre Wiederwahl sichern will - beängstigend. Oder dann vielleicht Beckstein ein fesches Foto für seine weiblichen Anhänger. Nein, das geht nicht.


Quote
Demokrat4Germany  (11.03.2008 22:46)
Gutes Foto
Manches, was uns aus der Bildzeitung ins Auge springt, ist weniger ästhetisch. An dem Bild ist nichts anstößiges, es zeigt eine selbstbewußte Frau, ist es das, was in der SPD neuerdings Schwierigkeiten macht? Von einer modernen, aufgeschlossenen Partei ist dieser Verein meilenweit entfernt.



Quote
joedy (11.03.2008 22:08)
Keine zweite Frau Pauli
Die wollten einfach keine zweite Frau Pauli haben. Und dem muss ich recht geben. So etwas passt einfach nicht in die Politik. Man soll sich doch auf das Wesentliche konzentrieren ...


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pille07 (11.03.2008 22:00)


Ich finde diese Fotos sehr schön. Diese Frau kann sich für Alter doch sehen lassen. Warum macht mann darum solch ein Theater.Wenn die Politik auch noch gut ist,warum nicht. Wie oft sieht von unschönen Leuten täglich Nacktfotos in Zeitungen oder anderen Illustrierten.Ich finde diese Fotos sehr schön.


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B-M-K (11.03.2008 20:42)
Vor Neid erblasst...
sind vermutlich einige Damen im schleswig-holsteinischen SPD-Ortsverein, als sie gesehen haben, wieviel Anmut und Ästhetik eine 50-jährige Frau noch ausstrahlen kann.


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Stephan59 (11.03.2008 20:05)
Was ein Quatsch
Mir ist diese Frau nackt lieber wenn sie gute Politik macht wie ein geschniegelter Abgeordneter der nichts bringt!


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Brataszkowa | 51 Kommentare (11.03.2008 19:51)
Ja was denn nun?
Liebe SPD, Ihr müsst Euch entscheiden ob ihr in der roten oder in der konservativen Ecke punkten wollt. Beides zusammen bringt euch auf unter 10%. Wollen wir wetten?


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surfer2007 | 301 Kommentare (11.03.2008 19:18)

Harmlose Bilder und gute Figur.



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heimnar (11.03.2008 18:20)
Falscher Weg
Statt sich auf Nacktfotos zu präsentieren, hätte Frau Auras besser Wähler belügen oder andere Parteimitglieder mobben sollen vielleicht hätte sie es so bis in den Landesvorstand geschafft.


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Dionysos (11.03.2008 17:44)
Oscar Wilde
wie kann die Frau nur? Wie unmöglich der menschliche Körper ohne Kleidung ist, erkannte schon der geniale Oscar Wilde: "Selbstverständlich ist Nacktheit unnatürlich. Wäre sie natürlich, würden wir doch nackt geboren." Die Frau hat die richtige Entscheidung getroffen. Sie könnte ja als Unabhängige kandidieren.


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wiking (11.03.2008 17:19)
Wenigstens hat die SPD...
... mal bewiesen, dass sie Politiker(innen) hat, die mehr Sex haben, als ihre Politik. Was soll diese Kampagne denn jetzt? Tut doch ganz gut, zu sehen, dass nicht alle Parteigesichter glattgebügelte PR-Klone und Kleiderständer für Talkshows sind. Normale Menschen - das will der Wähler.


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Asthet (11.03.2008 16:43)
Heuchlerische Umwelt, Gaffer
Nachdem ich die Bilder auf ihrer URL angeschaut habe, kann ich nur sagen, daß ich einer solchen Frau auch meine Stimmme geben würde. Sind denn die Bilder anders als in SPD-geführten Rundfunkanstalten hier bei uns ? Mord und Totschlag und Sex in den Sendungen öden mich an, diese Bilder erfreuen mich. Und: es gibt ja Maus-Klick-Möglichkeiten. Heuchler, die Ihr Gegner dieser Bilder seid.


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Thomas (11.03.2008 16:16)
Ja hallo ! Geht es noch ??
Fürchterlich spießig, kleinbürgerlich und erz-konservativ. Das hätte man sich im dunklen Bayern vorstellen können, aber in S-H ? SPD quo vadis ?


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Tini (11.03.2008 16:13)
Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus
Wenn ein männlicher Politiker aussereheliche Kinder in die Welt setzt, ist das in Ordnung. Aber wenn sich eine Frau mal hüllenlos hat ablichten lassen, darf sie natürlich kein Amt inne haben. Welch eine doppelte Moral. Ich dachte immer, wir leben im Jahre 2008! Da sollte es möglich sein, daß man weder über uneheliche Kinder noch über solche Fotos straucheln sollte.


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Kanalarbeiter  (11.03.2008 16:12)
Stellt euch vor,
sie und Kurt bewirbt sich um das gleiche Amt. Da wäre doch die Chancengleichheit nicht gegeben.


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Twipsy | 65 Kommentare (11.03.2008 15:56)
Was wir allerdings nicht wollen...
...sind Nacktfotos von Dagmar Metzger. ) Aber mal im Ernst: wenn eine Boutiquenbesitzerin, was immerhin ein respektabler Job ist und immerhin Gewerbesteuer zahlt, sich politisch engagieren möchte, warum denn nicht? Wie können Leute nur so verklemmt sein!





Aus: "Schleswig-Holstein: SPD-Frau darf wegen Nackfotos nicht kandidieren" (11.03.08)
Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/schleswig-holstein_aid_264749.html


Offline zitatus

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[Gefährliche Doktorspiele... ]
« Reply #17 on: April 06, 2008, 03:09:48 nachm. »
Quote
[...] Das Kind wurde im Jugendgefängnis behandelt wie ein erwachsener Schwerverbrecher. Dort hatte Raoul mit Straftätern zu tun, die im Durchschnitt vier Jahre älter waren als er. In Hand- und Fußfesseln wurde er mehrfach dem Gericht vorgeführt. Nach jedem Besuch seines Anwalts wurde er von männlichen Aufsehern nackt ausgezogen. Anschließend suchten die Gefängnismitarbeiter in allen Körperöffnungen des Elfjährigen nach versteckten Gegenständen.

Ursprünglich sollte Raoul im "Colorado Christian Home", einer seit 1904 existierenden Therapieeinrichtung für "Sexualstraftäter" im Alter von 5-13 Jahren, für sein "krankhaftes Sexualverhalten" behandelt werden. Dort hätte er biblische Werte und den Widerstand gegen die Versuchungen des Fleisches lernen sollen. Auf den Druck ausländischer Medien (darunter auch viele "Free Raoul" Webseiten) wurde der Junge jedoch freigelassen und durfte in die Schweiz ausreisen, wo seine Familie aus Angst um die anderen Kinder auf ihn wartete. Wie ergeht es anderen Kindern und Jugendlichen in den USA, die diese Möglichkeit nicht haben? Und was sind die Folgen der amerikanischen Prüderie für die US-Gesellschaft?

1948 enthüllten die berühmten Studien Alfred C. Kinseys[2] , dass Sexualspiele unter Kindern völlig normal sind: Unter den 10jährigen (so alt war Raoul zum Zeitpunkt der Tat) beteiligten sich demnach 36,6 % der Kinder an hetero- und homosexuellen "Doktorspielen". Von Anschauen und Streicheln, ein- und gegenseitiger Masturbation bis hin zu Geschlechtsverkehr in allen Stellungen und Körperöffnungen kannten diese Kids selbst damals keine Grenzen, frei nach dem Motto: Erlaubt ist, was Spaß macht.

Auf der anderen Seite menschlichen Verhaltens stand jedoch schon immer die Gewalt, die in den 60er und 70er Jahren Ziel empirischer Forschungen in den USA wurde. Erstaunliche Untersuchungen der Gehirnforschung (vor allem durch den im September 1999 verstorbenen Neurologen Robert G. Heath[3] ) erbrachten die Erkenntnis, dass es im Gehirn zwei getrennte Gemütssysteme gibt. Das eine steuert Aggression und Schmerzempfinden, das andere körperlichen Genuss, Sex, Sozialempfinden und Lebensfreude. Diese beiden Gehirnsysteme können nie gemeinsam aktiv sein. Erlebnisse in Kindheit und Jugend entscheiden, welcher Gehirnteil eher aktiviert wird oder völlig dominiert.

[...] In den USA wurde in den 1960er Jahren, zeitgleich mit den interkulturellen Vergleichen das Phänomen der schweren Kindesmisshandlung untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Täter in ihrer Kindheit meist sexuelle Unterdrückung oder Vernachlässigung erfuhren. Sie hatten das Fühlen körperlicher Zuneigung nie lernen können. Auch Sexualstraftäter, so einige Studien Anfang der 70er Jahre[8] , entstammten nicht etwa besonders "sexualisierten" Elternhäusern, sondern im Gegenteil sehr konservativen und sexuell repressiven, in denen zum Beispiel der Umgang mit Pornographie streng verboten war.

[...] Der Missbrauch wurde allgegenwärtig. Prominente erzählten, wie sie durch Therapiesitzungen herausgefunden hatten, in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein. In diesem Klima, das bis heute anhält, trauen sich Erwachsene kaum noch, Kinder zärtlich zu berühren oder mit ihnen über Sexualität zu sprechen. Die Medien erwähnen Kindersexualität nur noch im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch. 1984 definierte der "Child Protection Act" jeden unter dem Alter von 18 Jahren als Kind (jedoch keineswegs als strafunmündig). Sexuell explizite Fotografien von 17 Jahre alten "Kindern" oder jüngeren waren demnach Kinderpornographie.

[...] So wurde das erste Therapiezentrum im Umfeld Denvers gegründet, das sich ausschließlich mit präpubertären "Sexualstraftätern" befasst. Die Therapeuten "entdeckten, dass die Kinder eine breite Palette sexueller Verhaltensweisen einsetzten - Zärtlichkeiten, Oralsex, simulierter Geschlechtsverkehr -, um Stress und Angst abzubauen, um sich gut zu fühlen", so die Tageszeitung Denver Rocky Mountain News 1992. Dazu Connie Isaac, Mitbegründerin des Zentrums: "Das war wirklich enttäuschend und ziemlich furchterregend. Ich dachte 'Oh mein Gott, wenn wir jetzt nichts tun, um hier eine Veränderung zu bewirken, haben wir keine Chance mehr, wenn sie 17 sind.'" Heute leitet sie die "Association for the Treatment of Sexual Abusers", eine renommierte Dachorganisation der therapeutischen Einrichtungen. Die Zahl der Einrichtungen, die nur Kinder und Jugendliche behandeln, ist in den 80ern rasant gestiegen (1992 waren es bereits 755), und Ende der 80er tauchten im ganzen Land Einrichtungen zur Behandlung von "Tätern" unter 12 auf.[10]

[...] Wie sieht eine Therapie aus, bei der die zu heilende Krankheit Sexualität per se ist? Besonders grausam werden homosexuelle Teenager behandelt. So wie der junge Chad: Seine Eltern hatten bei ihm eine Schwulenzeitschrift gefunden und die Polizei gerufen. Daraufhin kam er in eine geschlossene Therapieanstalt. Man befestigte ein Erektionsmessgerät an seinem Penis und zeigte ihm Bilder von nackten Männern. Bekam er dabei eine Erektion, wurde er mit Elektroschocks traktiert. "Aversionstherapie" heißt das im Fachjargon. Chad entkam und flüchtete in ein illegales "Safe House", wo er 1998 interviewt wurde. Nach Einschätzung von Shannon Minter vom San Francisco National Center for Lesbian Rights werden jedes Jahr 50.000 Teenager in solche "Therapieeinrichtungen" eingewiesen.

[...] Doch die Lage ist noch weitaus schlimmer. 1992 kam das Phoenix Memorial Hospital in Arizona in die Kritik der Regionalpresse, weil es fünf Jahre lang jedes Jahr 100 Teenager von 10-13 Jahren einer Aversionstherapie mit Ammoniak ausgesetzt hatte. Dabei mussten die Jungen wiederum Erektionsmessgeräte tragen. Doch auch Mädchen wurden nicht verschont. So zum Beispiel eine 12jährige, die einvernehmliche, aber illegale Zärtlichkeiten mit ihrer kleinen Schwester ausgetauscht hatte. Die Therapeuten sagten ihr immer wieder, sie sei eine Vergewaltigerin, und nur wenn sie kooperiere, würde sie gesund. Sie musste ein Audioband mit einer Gewaltfantasie wieder und wieder anhören, und jedesmal danach den tränentreibenden Ammoniak inhalieren, das Ganze dreimal täglich. Eines Tages fand man sie mit einer Plastiktüte über dem Kopf, sie hatte versucht, sich umzubringen.

...




Aus: "Gefährliche Doktorspiele" (03/2000) von Erik Möller
Erik Möller - Freier Journalist, Mitarbeiter beim Online-Magazin Der Humanist
Danksagungen: Mein Dank gilt Ralph Paladino, Shannon Minter, Henry Adams, Jerry Boswell, Bruce Mirken, Ralph Underwager und allen anderen, die mir bei der Recherche geholfen haben.
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/5/5865/1.html

« Last Edit: Juni 03, 2009, 11:20:33 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[Onanieren Sie?... (Notiz, Thomas Laqueur und die Abwehr der Onanie)]
« Reply #18 on: April 19, 2008, 01:46:29 nachm. »
Quote
[...] Laqueur: Ausgerechnet die Aufklärung war es, die Masturbation zum gesellschaftlichen Übel erklärte, sodass die Selbstbefriedigung zur Obsession einer ganzen Epoche wurde. Bis zum 18. Jahrhundert spielte das Thema in der pädagogischen und medizinischen Literatur kaum eine Rolle. Doch plötzlich erscheinen gelehrte Bücher zur Onanie. Philosophen, Pädagogen und Ärzte beschäftigen sich eingehend mit der Selbstbefriedigung und erklären sie als moralisch im höchsten Maße verwerflich. Streitschriften plädieren für öffentliche Bordelle, um zu verhindern, dass Männer Raubbau an ihrem Körper treiben.

ZEIT: Was löste diese Manie aus?

Laqueur: Ein kleines, 88-seitiges Pamphlet mit dem Titel Onania. Es kam in England zwischen 1712 und 1716 heraus und traf einen Nerv. In kürzester Zeit gab es mehrere Auflagen, Übersetzungen folgten. Auf Deutsch hieß das Werk: Onania, oder die erschreckliche Sünde der Selbst-Befleckung. Mit allen ihren entsetzlichen Folgen, so dieselbe bey Beyderley Geschlecht nach sich zu ziehen pfleget; Nebst Geist und Leiblichen Rath vor alle diejenigen, welche sich durch diese abscheuliche Gewohnheit bereits Schaden zugefüget haben.

ZEIT: Leiblichen Rat – der Verfasser warnte nicht nur vor dem Übel, sondern lieferte auch das Gegenmittel?

Laqueur: Das war nur eins seiner Erfolgsrezepte. Hinter dem anonymen Autor steckte ein Mann namens John Marten. Er hatte sich auf medizinische Traktate spezialisiert, die man als Softpornos ihrer Zeit bezeichnen könnte. Unter dem Vorwand medizinischer Belehrung und im Ton hoher moralischer Empörung regen sie die Fantasie ihrer Leser mit Anekdoten über sexuelle Verfehlungen an.

ZEIT: Die Kirche hatte die Onanie doch schon vorher bekämpft.

Laqueur: Gewiss, aber Masturbation galt als eine Sünde unter vielen. Sie war ebenso verboten wie Beischlaf, bei dem die Frau auf dem Mann lag. Auch im Judentum war Masturbation Teufelszeug, aber nicht wegen des Aktes der Selbstbefriedigung, sondern weil männlicher Samen verschwendet wird. Deswegen wurde Coitus interruptus ebenso scharf verdammt. Die einschlägige Bibelstelle im Alten Testament…


ZEIT: …»Onan ließ den Samen auf den Boden fallen«…

Laqueur: …beschreibt keine Selbstbefriedigung, sondern einen unterbrochenen Geschlechtsverkehr. Medizinische Probleme sah man lange nicht. Galen, bis zur frühen Neuzeit die wichtigste medizinische Autorität, begrüßte jede Abfuhr überschüssiger Körpersäfte.

ZEIT: Wie konnte ein englischer Quacksalber plötzlich eine europaweite Hysterie auslösen?

Laqueur: Er blieb ja nicht allein. Seriöse Mediziner erklärten die Selbstbefriedigung zu einer ernsthaften Gefahr und machten sie für Tuberkulose, Pocken, Epilepsie und andere Gebrechen verantwortlich. Ihre Ratgeber standen in den bürgerlichen Haushalten. Und die Menschen glaubten für eine sehr lange Zeit wirklich daran. In Krankenhausakten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es unzählige Ärztevermerke: »Todesursache Onanie«. Diese Akten waren für den internen Gebrauch bestimmt, nicht als moralische Warnung für die Öffentlichkeit.

ZEIT: Gab es eine typisch deutsche Reaktion?

Laqueur: In keinem Land wurde der Selbstbefriedigung so systematisch auf den Leib gerückt. Insbesondere die deutsche Reformpädagogik, allen voran Joachim Heinrich Campe, nahm sich mit Ernsthaftigkeit des Lasters an. Die Berliner Monatsschrift veranstaltete einen Essaywettbewerb, wie Selbstbefriedigung zu verhindern sei. Immerhin das Journal, das Kants berühmten Aufsatz Was ist Aufklärung? publizierte.

ZEIT: Die Aufklärung hatte doch gerade das Individuum und damit das Private entdeckt.

Laqueur: Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Für die Aufklärer gaben nicht Religion oder Staat moralische Maßstäbe vor, sondern das Individuum im Zusammenspiel mit anderen Individuen. Wer masturbiert, verriet nach ihrer Ansicht dieses hehre Prinzip. Er gibt sich einem rein ichbezogenen – und damit unsozialen – Vergnügen hin. Im deutschen Wort Selbstbefleckung steckt all dies drin. Der Onanist befleckt das höchste, sein Selbst. Typisch ist die Aussage Kants…

ZEIT: …selbst den Philosophenkönig trieb die Selbstbefriedigung um?

Laqueur: Für Kant war Selbstbefriedigung schlimmer als Suizid. Anders als beim Selbstmord, bei dem das Individuum aus freien Stücken in echter Verzweiflung handelt, ist der Onanist ein willenloses Objekt seiner Begierde.

ZEIT: Gab es denn niemals Zweifel am Bild der Onanie als einem der Grundübel der Zeit?

Laqueur: Der Konsens bricht erst Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen. Sigmund Freud spielte dabei eine wichtige Rolle. Kaum ein Wort gebraucht er so häufig wie Onanie oder, wie er es nannte, »Autoerotismus«. Freud definierte die Selbstbefriedigung als natürliche Reifestufe der Sexualität vom Kind zum Erwachsenen. Zudem entdeckte die Medizin die wahren Ursachen vieler Krankheiten, die bis dahin der Onanie angelastet worden waren. Dennoch blieb die Selbstbefriedigung im 20. Jahrhundert eine Quelle von Scham und Schuld. Viele Erziehungsfibeln oder Leitfäden für Pfadfinder verurteilen die Onanie.

ZEIT: Heute würde das außer der katholischen Kirche kaum jemand tun.

Laqueur: Das Image hat sich sicher gewandelt. Teile der Frauenbewegung feierten die Selbstbefriedigung als Akt der Befreiung, als Möglichkeit, auf männliche Sexualpartner zu verzichten. Performancekünstlerinnen wie Annie Sprinkle organisieren Masturbationsshows. Im Hollywood-Film American Beauty onaniert der Protagonist. Doch ist es unter normalen Leuten auch heute unüblich, über Selbstbefriedigung offen zu reden.

ZEIT: Wer sich selbst befriedigt, gilt eben als Loser.

Laqueur: Dieses Bild aus der Antike hat sich gehalten. Die Römer zeichneten den Onanisten als Witzfigur. Während die anderen sich mit schönen Frauen vergnügen, bleibt er mit seiner Lust allein. Heute ist die Onanie dank des Internets wohl verbreiteter als je zuvor. Zahllose pornografische Websites befriedigen jede sexuelle Fantasie.

ZEIT: Pornografische Literatur gab es immer.

Laqueur: Auch Bücher können erregen. Deshalb galt den Aufklärern exzessives Lesen als verdächtig. Sie zogen Parallelen zwischen Bücherkonsum und Selbstbefriedigung, gerade bei Frauen. Auf Zeichnungen der Zeit sieht man häufig Frauen mit einem Buch in der einen Hand und mit der anderen Hand unter dem Rock. Damals war die Angst, dass der Leser sich selbst genug ist, ebenso vorhanden wie die heutige Sorge, dass Internetnutzer zu asozialen Wesen würden.

ZEIT: Was ist am Internet also neu?

Laqueur: Die unglaubliche Fülle des pornografischen Materials und seine sofortige Verfügbarkeit. Menschen tauschen Bilder oder Filme aus, aber auch ihre Onanieerfahrungen.

ZEIT: Die User bleiben aber anonym.

Laqueur: Selbstbefriedigung bleibt schambesetzt. Experten für Meinungsumfragen sagen, es gebe zwei Fragen, auf die Leute nicht gern antworten: Wie viel verdienen Sie? Und: Onanieren Sie?

Die Fragen stellte Martin Spiewak

Quote
Erstaunlich!

"Das Image hat sich sicher gewandelt. Teile der Frauenbewegung feierten
die Selbstbefriedigung als Akt der Befreiung, als Möglichkeit, auf
männliche Sexualpartner zu verzichten."

Also, das wäre jetzt so ziemlich das erste Mal, das - von Kommentatoren UNWIDERSPROCHEN - dem Feminismus etwas Positives abgerungen wurde!
Keine Antis mehr hier, oder versagen nur ausnahmsweise mal eure "traditionellen Theorien"?





Aus: "Teufelszeug" (DIE ZEIT, 17.04.2008 Nr. 17)
Der Kulturwissenschaftler Thomas Laqueur hat untersucht, wie die Abwehr der Onanie zur Obsession einer ganzen Epoche wurde.
Quelle: http://www.zeit.de/2008/17/Interview-Laqueur?page=1


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[Aber das ist, irgendwie, was anderes... ]
« Reply #19 on: Mai 08, 2008, 10:25:16 vorm. »
Quote
[...] Nach einer neueren [http://www.durex.com/de/download/news/DUREX-BIG-O.pdf] Umfrage scheinen die Männer die Orgasmus-Gewinner zu sein. Zumindest kommt es ihnen offenbar schneller oder sie sind schneller zufrieden als die Frauen. Die Italiener haben sich an die Spitze gestellt, hier kommen angeblich 86 Prozent aller Männer immer zum Orgasmus, aber nur 48 Prozent der Frauen. Bei den Deutschen sagen dies 80 Prozent der Männer und nur 30 Prozent der Frauen. Die Chinesen bilden das Schlusslicht mit 30 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen.

[...]

Quote
[...] 7. Mai 2008 10:50
Bei dem krassen Feminismus-Mist ...
Winnie the Poo (246 Beiträge seit 09.02.08)

... und der gnadenlosen lebenslosen Abzocke, wenn man ein Kind in die
Welt setzt, oder auch nur verheiratet war ist die wachsende Abstinenz
ja auch verständlich.

Interessanter wäre es die abnahme des GV mit der Frequenz des
Masturbierens zu korrelieren. Das würde wahrscheinlich klarstellen,
dass die Männer einfach keinen Bock mehr auf die Frauen und ihre
widerlichen Machtspielchen haben.


Quote
[...] 8. Mai 2008 01:23
Viele frustrierte - nennen wir es "Männer" - hier im Forum...
Herr_S.

"Zicken die auf unnahbar machen" & "auf den Traumprinzen warten"
"Machtspielchen der Frauen" & "Feministinnen Mist"

Herrlich!
Was für ein Gejammer.

Genau, die Frau muss immer ran, am Besten wenn Ihr gerade Lust habt, oder?
Aber gut aussehen soll sie auch, wählerisch sollte sie natürlich nicht sein...
In was für einer Traumwelt lebt Ihr?

Wisst Ihr was, es gibt da so ein altes Gewerbe...
Ja, das kostet etwas Geld.
Aber anstatt uns hier die Ohren vollzujammern über die Frauen reisst
Euch gefälligst etwas zusammen und verdient Euch endlich mal etwas
Geld um Euch das leisten zu können, dann gebt Ihr vieleicht nicht
mehr so schlaffe Kreaturen ab über die man sich kaputtlachen muss.

Frauen stehen im Übrigen in der Regel auch auf Männer, nicht auf
Waschlappen.
Viellelicht solltet Ihr morgen früh noch einmal genau in den Spiegel
schauen und Euch ernsthaft die Frage stellen, wer mit sowas in die
Kiste springen will!

Wer eine tolle, ich nenne es "richtige Frau" haben will, der muss
eben auch was bieten können, entweder charakterlich, körperlich oder
eben finanziell.
Wenn man gar nichts von den 3 Dingen hat, dann solltet man mal über
den Sinn seines Daseins nachdenken.



Quote
[...] 8. Mai 2008 00:14
erinnert mich an Jackie Brown
sealslayer (535 Beiträge seit 30.11.03)

jx8 schrieb am 8. Mai 2008 00:03

> und so indirekt, das kapiert Man(n) doch eh nicht gleich..
>
> mit Männern muß man besser direkt kommunizieren..
>
> das Indirekte, das ist eher die Masche der Frauen..
>
> also wenn ein Mann eine Frau beeindrucken will, dann kann er mit
> indirekt anfangen.. *g*

[Louis and Melanie are looking at a picture]
Melanie: That's Japan.
Louis: Uh, looks like... I can... It shows...
Melanie: Wanna fuck?
Louis: Yeah.
[three minutes later]
Melanie: That was fun.
Louis: Yeah, that hit the spot.
Melanie: Now, we can catch up.
Louis: Yeah.
[heavy breathing]
Louis: Got a beer?
Melanie: Sure. In the fridge.



Quote
[...] 7. Mai 2008 00:47
tja, (Editiert vom Verfasser am 07.05.08 um 01:20)
LexLuthor

hier geht es wohl um Ficken-Bumsen-Blasen. Da verstehe ich nix von.
Ich versteh' nur was vom Liebe machen. Aber das ist, irgendwie, was
anderes.



Aus: "Sex? Nein, danke!" Florian Rötzer (TP, 07.05.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27876/1.html


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[Die vaginale Selbstbestimmung... (Notiz, Lady Bitch Ray)]
« Reply #20 on: Mai 22, 2008, 09:59:25 vorm. »
"Auch wenn ich die Wissenschaftssprache beherrsche, muss ich doch nicht immer nur gebildet reden. Wer das von mir erwartet - fuck you."
(Stern Nr. 19/2008 vom 30. April 2008, S. 169; Anmerkung: Reyhan Şahin ist Lehrbeauftragte der Universität Bremen)

-.-

"Die einzige Rettung für Frauen aus der Unterschicht oder einer anderen Kultur oder beidem ist Bildung."
(Stern Nr. 19/2008 vom 30. April 2008, S. 169)


-.-

Quote
[...] Reyhan Şahin (* 1. Juli 1980 oder 1981 in Bremen), Künstlernamen Lady Ray und Lady Bitch Ray, ist eine deutschsprachige Rapperin, Schauspielerin und ehemalige Radiomoderatorin ...

[...] Bei ihren pornographischen Texten geht es der Rapperin laut eigener Aussage um türkisch-weibliche Emanzipation; Şahin sieht sich als Gegenentwurf zu männlich-chauvinistischen Rappern wie Sido oder Bushido. Ihren Unmut darüber, wie in Deutschland deutsch-türkische Frauen gesehen werden, drückte sie in einem Interview mit der tageszeitung aus.

Şahins Werk wird kontrovers rezipiert. Laut Süddeutscher Zeitung reichen die Gästebucheinträge ihrer Website von "Du bist eine Schande für jede türkische Frau" bis "Die ist voll powerful, sexy, ich hab' Schiss vor der. Respekt!!"[9] Das Bremer Stadtmagazin citybeat attestiert ihr, dass sie eine Frau sei, die „unter einem penetranten Selbstdarstellungsdrang [leide] und […] dringend Karriere machen [wolle], egal um welchen Preis.“ Das Hamburger Abendblatt kritisierte ihre Internetsendung als „geschmacklos“, und die tageszeitung wandte ein, dass ihr „derbes, freizügiges Auftreten […] kaum Diskussionen über Integration“, sondern „vielmehr über Emanzipation und Geschmack“ auslöse. Das online-Magazin Europolitan spricht ihr sogar jeglichen weiblichen Emanzipationseffekt ab.

Durch einen Auftritt bei Menschen bei Maischberger wurde Şahin Ende 2007 erstmals einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt. Şahin erklärte im Laufe der Sendung wiederholt, sie propagiere in ihren Liedern die Emanzipation der Frauen und eine „vaginale Selbstbestimmung“ und sehe in ihrer selbstironischen Bezeichnung als Bitch einen Fortschritt im Hinblick auf die Emanzipation. Die Sendung stieß auf ein breites Medienecho. Peer Schader bezeichnete Şahin in Folge im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „armes Provokationswürstchen im goldenen Glitzerdarm“ mit „giftiger Engstirnigkeit“. Der Tagesspiegel, der ihre Musik als „professionell“ lobte, stellte fest, dass es ihr nicht darum gehe, Mechanismen von Provokation und Vermarktung vorzuführen – sie bediene sie vielmehr ganz offen. Ihre Strategie, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, gehe daher auf. Der Bundestagsabgeordnete Markus Löning konstatierte einen „Skandal“ ob des seiner Ansicht nach niedrigen Niveaus der Sendung.

[...]

Bisher erschienen drei EPs.

    * Vorhang auf! (30. März 2007, Vagina Style Records)
    * Mein Weg (6. Dezember 2007, Vagina Style Records)
    * Fick mich EP (2006)



Aus: "Reyhan Şahin" (21. Mai 2008)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lady_Bitch_Ray

-.-

Quote
[...] In der umstrittenen Episode bediente sich die Rapperin einer ordinären Ausdrucksweise und überreichte Pocher ein Döschen mit ihrem Intimsekret. „Daraufhin gab es sehr viele Zuschauerreaktionen - positive, aber auch sehr kritische“, so Bausch. Aus Gründen des Jugendschutzes wurde die Folge auf keinem der Dritten Programme vor 22 Uhr wiederholt.


Aus: "Neuer Streit um „Schmidt & Pocher“" VON SIMON BALZERT (21.05.08)
Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1209912108936.shtml


-.-

Quote
[...] Der Auftritt Ende April sei „ekelerregend“ gewesen, sagte Wieland am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP und bezog sich vor allem darauf, dass Sahin Oliver Pocher zum Abschluss des Interviews eine Dose mit „Schleim aus ihrer Vagina“ überreicht habe. „Das kann sich ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der auch einen Bildungsauftrag hat, nicht leisten“, sagte Wieland.

[...] Wieland beklagte sich über Ausdrücke, „die sonst nur in der schlimmsten Gosse“ zu hören seien. „Ich bin nicht prüde, aber das war ekelerregend“, heißt es laut Zeitung in dem Schreiben. Glücklicherweise sei die Sendung erst kurz vor Mitternacht ausgestrahlt worden, sagte die frühere Ordinariatsrätin der AP. Es tue ihr um Harald Schmidt leid. Man habe ihm angesehen, dass ihm der Auftritt unangenehm gewesen sei.

[...]

Quote
Boozo meint:
21.05.2008, 20:40 Uhr
Wer es nicht sehen will kann ja die Kiste aus lassen. Das Programm vom ARD kann man sowieso in die Tonne treten. Gerade die Leute die mit der Kath. Kirche zu tun haben sollten den Ball flach halten. Zum ko... diese Doppelmoral der Kirchenleute.


Quote
  Charlie Brown  meint:
21.05.2008, 22:21 Uhr
Also Schmidt hat-- als guter Katholik -- mit "Dr. Fotze" zu erst die Sau rausgelassen und hat dieses Niveau die ganze Zeit forciert. Der arme Pocher --mit seiner Zeugen Jehovas-Vergangenheit -- kam gar nicht mit. Es zeugt von verzerrter Wahrnehmung, wenn es jemanden "nur um Herrn Schmidt leid tut". Schmidt konnte oder wollte das Thema nicht wechseln. Er trägt dafür die Verantwortung. Ich fand die Sendung aber O.K.


Quote
Otze meint:
22.05.2008, 00:11 Uhr
Die Frau Ordinariatsrätin beklagt sich über "Gossensprache", die kurz vor Mitternacht im Fernsehen zu hören sei.
Fast schon irgendwie süß.

Die legitime Nachfolgerin derer, die damals Schimanski absetzen wegen "schrecklicher verbaler Entgleisungen" [...].


Quote
T. Goldberg meint:
22.05.2008, 06:38 Uhr
"Therese Wieland, die für die katholische Kirche im Rundfunkrat sitz beschwerte sich..."

Komisch wenn Pocher und Schmidt Negerwitze im Akkord reissen regt sich niemand auf.
Aber das scheint dann ok zu sein, ganz wie es dem deutschen Hans gefällt.

Die öffentlich unrechtlichen Zwangsmedien sind längst unter dem Niveau der Privaten angelangt.
Der "Fotzenschleim" für Olivia Poché war doch ein Highlight im Vergleich zu Sendungen wie Kerner oder Beckmann.


Quote
Rohkostzicke meint:
22.05.2008, 08:22 Uhr
Dass man Frau Bitch ihre vaginale Selbstbestimmung streitig machen will, macht mich sehr betroffen.




Aus: "Lady Bitch Ray sorgt für Ärger bei Schmidt & Pocher" (21. Mai 2008)
Quelle: http://www.welt.de/fernsehen/article2020388/Lady_Bitch_Ray_sorgt_fuer_Aerger_bei_Schmidt__Pocher.html


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[Apfelkuchen gegen Gruppensex... ]
« Reply #21 on: Juni 25, 2008, 11:20:20 vorm. »
Quote
[...] Was juristisch als obszön gilt, hängt in der Rechtssprechung der USA von Gemeinschaftstandards ab. Diesen Grundsatz will sich jetzt ein Anwalt in einem Verfahren gegen einen Webseiten-Betreiber mit "obszönen Inhalten" zunutze machen. Über die Häufigkeit von bestimmten Google-Sucheingaben will er nachweisen, dass die Bewohner des Santa Rosa County offener gestimmt sind, als es die Staatsanwaltschaft annimmt.

Wie die New York Times heute berichtet, wird dem Betreiber einer Seite mit pornographischen Inhalten vorgeworfen, dass er obszöne Inhalte herstelle und über das Netz verbreite. Der Verteidiger will nun via Google Trends nachweisen, dass Suchbegriffe wie "Group Sex" oder "Orgy" im Bereich der Gerichtsbarkeit des Gerichtshofes des Santa Rosa County häufiger eingegeben werden als etwa "Apple Pie". Damit, so argumentiert der Anwalt, lasse sich demonstrieren, dass die Leute an solchen Dingen mindestens so interessiert seien wie am Apfelkuchen, der typische amerikanische Werte repräsentiere:

"Wir können damit zeigen, wie Menschen wirklich denken und fühlen und handeln, wenn sie zuhause sind, wo die Sachen ja auch der Absicht nach angeschaut werden sollen."

Da die Verteidigung über die Google-Trend-Abfragen hinaus, die sich weitgehend auf die Stadt Pensacola beschränken, auch an Google eine gerichtliche Aufforderung richtete, bestimmte Daten über das Abfrageverhalten der Bewohnern mitzuteilen – vor allem die Anzahl der Suchen nach bestimmten sexuell denotierten Begriffen –, zeigten sich Bürgerrechtsorganisationen der Zeitung zufolge besorgt, was den Schutz der Privatsphäre anbelangt.

Für die Staatsanwaltschaft ist indessen noch völlig unklar, ob solche Suchergebnisse als relevantes Material überhaupt angenommen werden. Laut dem Generalstaatsanwalt in Florida, Russ Edgar, hat die Popularität von Sex-Webseiten keinen Einfluss darauf, ob die Webseite des Angeklagten gegen Standards der Gemeinschaft verstoße. Die "Community Standards" wurden in einer Entscheidung des Verfassungsgerichts von 1973 als Maßstab dafür angegeben, ob bestimmte Inhalte als "offenkundig anstößig" oder "lüsternes Interesse an Sex weckend" gelten. (tpa/Telepolis)

Quote
24. Juni 2008 14:14
"Ficken" auf Bomben schreiben ist unmoralisch.
Lethargo (mehr als 1000 Beiträge seit 21.10.04)

Muss man nix weiter zu schreiben...

Lethargo

Quote
24. Juni 2008 14:19
Re: What the 'Apple Pie' soll das heissen??
Skaven, Skaven-box@gmx.net (306 Beiträge seit 26.02.00)

Sorry ich hab' Deinen Spruch net kapiert. Kannst Du einen Tip geben?

S.

Quote
24. Juni 2008 14:22
Für Dich ganz langsam:
matzescd (mehr als 1000 Beiträge seit 11.06.03)

BOMBEN abwerfen ist okay.

F*CKEN drauf schreiben ist böse in God's own country


Quote
24. Juni 2008 14:22
Re: What the 'Apple Pie' soll das heissen?? (Editiert vom Verfasser am 24.06.08 um 14:23)
Nabeshin (mehr als 1000 Beiträge seit 11.08.03)

AFAIK haben im Vietnam-Krieg US-Offiziere die Mannschaften davon
abgehalten, obszöne Kommentare und Sprüche auf die Bomben zu
schreiben, die nur wenige Stunden später Dschungel, Vieh und
Vietnamesen in Stücke gerissen haben.

Weil das ja unmoralisch sei ... also das mit den Wörtern, nicht das
mit dem Bombenabwerfen.



Quote
24. Juni 2008 16:30
Re: "Ficken" auf Bomben schreiben ist unmoralisch.
Hede (mehr als 1000 Beiträge seit 30.07.03)

Lethargo schrieb am 24. Juni 2008 14:14

> Muss man nix weiter zu schreiben...
>

Sicher. Krieg muss sauber bleiben.

Stichwort: "Präzisionsbomben"



Quote
24. Juni 2008 14:39
Hilfe, Amerikaner haben Spaß an Sex
holger-grimmelt, Holger Grimmelt (381 Beiträge seit 28.02.06)

"lüsternes Interesse an Sex weckend":

Sowas erinnert mich an das Verständnis der katholischen Kirche. Sex
muss ja leider sein. Dummerweise hat die Evolu... äh der unfehlbare
Gott die Menschen so geschaffen, dass sie nunmal ficken* müssen, um
als Rasse zu überleben. Aber wenn die das schon tun müssen, dann
sollen sie daran bitte keinen Spaß haben.

* Ich darf das schreiben. George Carlin, RIP.


Quote
24. Juni 2008 14:54
„Kohle für den Chefkoch“
HierNixText (130 Beiträge seit 05.09.06)

„Meine angeblichen Damen und Herren Geschworenen, ich bitte Sie, eine
letzte Sache zu berücksichtigen“ (Er zeigt ein Bild von Chewbacca)
„Dies ist Chewbacca. Chewbacca ist ein Wookiee vom Planeten Kashyyyk,
aber Chewbacca lebt auf dem Planeten Endor. Denken Sie darüber nach.
Es ergibt keinen Sinn! Warum sollte ein Wookiee – ein zwei Meter
großer Wookiee – auf Endor leben wollen, zusammen mit einem Haufen
winziger Ewoks? Es ergibt keinen Sinn! Aber Sie müssen sich ernsthaft
fragen: Was hat das alles mit diesem Fall zu tun? Gar nichts. Meine
Damen und Herren, es hat nichts mit diesem Fall zu tun. Es ergibt
keinen Sinn! Nichts von alledem ergibt einen Sinn. Wenn Chewbacca auf
Endor lebt, müssen Sie die Klage abweisen! Die Verteidigung zieht
sich zurück.“


Quote
24. Juni 2008 15:03
Wie sieht's denn aus mit "Creampie"?
draussen-nur-kaennchen (289 Beiträge seit 15.05.03)

Da dürfte die Entscheidung knapper ausfallen. Ich wette, die Leute in
Pensacola sind mehr an Sahnekuchen interessiert als an Apfelkuchen!


Quote
24. Juni 2008 15:18
Gestern auf einem Counterstrike Server....
FlieWaTuet (492 Beiträge seit 02.03.04)

...da wird gefraggt, dass sich die Ak47 biegen.
Headshots ohne Ende, Gehirnmasse fliegt, Körper werden durch
explodierende Granaten Meterweit durch die Gegen geschleudert.

Kollegen opfern sich im Kugelhagel, Geiseln werden von den
Geselnehmern angeschossen, um nicht zum rettenden Ziel zu kommen.

Wer nur auf die Beine schießt, hat schon verloren, und kann seine
Schädeldecke wieder einsammeln.

Da passiert das unfassbare: Ein CT sprüht mit flinker Hand eine
nackte Frau (!) auf eine blutverschmierte Wand.
Da war dann schluss mit Lustig.
Das geht gar nicht.
"Hier spielen Kinder, was soll denn der Mist?"
Brüllt, sorry sayed der Erste.
Der Sprayer wird gekickt, gebanned, disconnected, und virtuell seiner
Fortpflanzungsorgane entledigt.

Richtig so, wie kann man im so einen Massaker auch einfach Mutter
Natur zeigen!

Dass muss man den Amerikanern schon lassen, die wissen, wie man
Prioritäten richtig verteilt. Und immer an die Kinder denken....

FWT

Quote
24. Juni 2008 15:32
@Heise: Sofort löschen!
orphem (mehr als 1000 Beiträge seit 01.06.01)

FlieWaTuet schrieb am 24. Juni 2008 15:18

> Da passiert das unfassbare: Ein CT sprüht mit flinker Hand eine
> nackte Frau (!) auf eine blutverschmierte Wand.

Hier lesen auch Kinder und Jugendliche mit!


Quote
24. Juni 2008 17:21
Re: Gestern auf einem Counterstrike Server....
Tumbler (20 Beiträge seit 18.07.07)

Ähnliche Erfahrungen mache ich auch auf einem Server des Spiels "Call
of Duty 4". Dieser befindet sich in Texas und ist ein so genannter
"Family-Server", was bedeutet, dass unterstützt wird, dass die
Mitspieler auch ihre Familien mit zum spielen einladen.

Häufig stellen sich neue Mitglieder als die Kinder von älteren
Mitspielern vor - wobei das Mindestalter von 13 (!) Jahren zumindest
in meinen Augen (nach der Stimme dieser Kinder zu urteilen) nicht
immer so ernst genommen wird.

Und eben weil auch Kinder mitspielen, sollte man auf diesem Server
peinlichst genau auf seine Wortwahl achten. "Damn" wird durch "Dang"
oder "Darn" ersetzt, das F-Wort darf nichtmal angedeutet werden.
Selbst die Worte, die von den Originalsprechern dieses Spiels im
Spiel genutzt werden (z. B. "Damn, we got our asses kicked"), dürfen
nicht wiederholt werden - ob nun in geschriebener oder gesprochener
Form.

Eine der letzten Neuerungen an der auf diesem Server laufenden
Spielmodifikation ist dann eine irrwitzig lange Blutfontäne - ca. 5
Meter lang -  die bei einem Headshot aus dem Kopf spritzt...

Naja, Diskussion zwecklos.




Quote
24. Juni 2008 18:10
Vanilla Sex
No God At All (1 Beitrag seit 24.06.08)

Der Songtext dieses Liedes von einer Band namens Nofx fällt mir
spontan dazu ein und halte ich für sehr passend.



Quote
25. Juni 2008 00:12
Schwarzwälder Kirschtorte ...
Altkanzler Schroeder (mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.02)

... gegen Denglisches Gäng Bäng...



Aus: "Apfelkuchen gegen Gruppensex" (24.06.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Apfelkuchen-gegen-Gruppensex--/meldung/109894


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[Die Selbstbefleckung... (O Wollust, o Hölle)]
« Reply #22 on: September 11, 2008, 04:23:29 nachm. »
Quote
[...]

Quote
“So viel aber wissen wir aus der Erfahrung, daß es Weibs-Persohnen giebt, welche durch ein küzelndes Reiben an denen äusserlichen Geburths-Teilen und der Mutterscheide, eine dem Beischlaf ähnliche Wollust nachzuahmen trachten. Hat wol die Verdorbenheit der Menschen so weit gehen können, daß dieselben einer sinnlichen Empfindung, welche ihnen gegeben ist, sich in angenehmer Verbindung zu einem bederseitigen Vergnügen zu reizen, schändlicher weise mißbrauchen, und durch einzelne Besudelungen sich ihren gänzlichen Verfal zuziehen. [...] Diese Art Weibs-Persohnen hassset die Männer und ist ihnen feind, wie ware den Alten nicht unbekannt, welche sie tribates (geile Weiber die mit ihres gleichen Schande treiben) nennten) [...]. Es giebt Laster, worauf die Strafen langsam folgen, und es ist bewiesen worden, daß die Selbstbeflecker von denselben nicht frei sind, aber sie werden überdem noch geschwinde und scharf am Gemüte und Körper heimgesucht, als schändliche Leute angesehen, und sind aller Entschuldigung und alles Trostes beraubet / die Genes-Mittel sind oft nicht hinlänglich, und es giebt folglich kein Laster, das ein jeder, der nicht unsinnig ist, mir mehrerer Sorgfalt zu fliehen hat” (Simon-André-David Tissot: Von der Onanie, oder Abhandlung über die Krankheiten, die von der Selbstbefleckung herrühren. Wien 1782, S. 1 ff., 91 ff. Zit. nach Ludger Lütkehaus: “O Wollust, o Hölle”. Die Onanie. Stationen einer Inquisition. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1992, S. 91-93).


...


Aus: "Tod der Masturbantin"
Abgelegt unter Allgemein, Kriminalliteratur  Von JL (7. September 2008)
Quelle: http://web23.cletus.kundenserver42.de/2008/09/07/tod-der-masturbantin/


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[Das widerspreche der Bibel und dem Koran... (Olga Rodionowa)]
« Reply #23 on: Oktober 20, 2008, 10:00:17 vorm. »
Quote
[...] SPIEGEL ONLINE: Frau Rodionowa, für die Aktfotos, die Sie von der bekannten französischen Fotografin Bettina Rheims von sich haben machen lassen, wären Sie zu Sowjetzeiten ins Gefängnis gekommen. Was hat sich in Russland seitdem verändert?

Olga Rodionowa: Die Gesetze. Allerdings ist es so, dass nach einer kurzen Zeit der Lockerung die staatliche Kontrolle über Ideologie und Kultur wieder hergestellt wurde, auch was Moralvorstellungen betrifft. Die Antimonopol-Behörde hat gefordert, die Werbung für eine meiner Fernsehshows einzustellen, nur weil ich dort einmal mit einer Peitsche zu sehen war. Man hat mir vorgehalten, dass ich Gewalt propagiere.

SPIEGEL ONLINE: Man hat Ihnen sogar den Prozess gemacht. Was waren die Gründe für die Anklage?

Rodionowa: Ein Gericht hat für ungesetzlich befunden, dass ich auf einem Reklamefoto mit nackten Schultern und Bauch zu sehen war. Das widerspreche der Bibel und dem Koran. Leider nehmen Heuchelei und Scheinheiligkeit wieder zu. Das ist ein Merkmal für Systeme, in denen einer das sagen hat. Josef Stalin hat Abtreibungen, Homosexualität und Erotik verboten und zwar gleichzeitig mit dem Beginn des Großen Terrors in den Dreißiger Jahren.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie Hoffnung auf eine freiere und liberalere Gesellschaft?

Rodionowa: Sicher. Das Niveau an Aufklärung und Wissen der Bevölkerung hat gewaltig zugenommen. Und das kulturelle Leben in Russland ist heute wieder so vielfältig und interessant wie einst am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

SPIEGEL ONLINE: Wie hat das die Sexualität verändert - hat es eine sexuelle Revolution in Russland gegeben?

Rodionowa: Sexuelle Revolution ist nicht der richtige Ausdruck. Ursprünglich meinte man damit die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Jetzt steht der Begriff für Zügellosigkeit. Mit der Gleichberechtigung ist bei uns in Russland alles in Ordnung. Und was Moralvorstellungen betrifft, sollten erwachsene Menschen in der Lage sein, selbst die Formen und Grenzen ihres Sexuallebens zu bestimmen, solange das nicht mit Vergewaltigung und Betrug eines anderen Menschen zu tun hat. Andere Kriterien oder Regulierungen brauchen wir nicht. So gesehen hat die sexuelle Revolution in Russland nicht statt gefunden. Der Gesellschaft werden konservative und klerikale Werte aufgedrängt.

[...] SPIEGEL ONLINE: Können Sie Ihre Kritiker verstehen?

Rodionowa: Das sind ja ganz verschiedene Leute. Diejenigen, die mich vor Gericht zerrten, sind die bekannten Diener der staatlichen Propaganda, die sich mal als Hüter des Glaubens, mal als Hüter staatlicher Interessen ausgeben. Andere beschimpfen mich im Internet. Manche Männer können es nicht ertragen, dass Frauen sich so frei fühlen wie ich.

SPIEGEL ONLINE: Wird "The Book of Olga" (*) auch auf Russisch verlegt werden?

Rodionowa: Soweit ich weiß, ist keine russische Ausgabe geplant.

[...] SPIEGEL ONLINE: Sie werden von Feministinnen kritisiert, die Ihnen vorwerfen, sich für sexistische Bilder herzugeben. Wie antworten Sie auf diese Kritik?

Rodionowa: Das Bewusstsein der Menschen ist generell sexistischer Natur. Sonst würde die menschliche Rasse sich ja nicht fortsetzen. Wenn es Ihnen um ein Diktat der Männer geht, dann muss ich die Feministen enttäuschen. Ich bin frei. Ich mache nichts gegen meinen Willen.

SPIEGEL ONLINE: Was sagen Ihre Eltern und Freunde zu den Fotos?

Rodionowa: Es ist nie ein Wort des Unverständnisses gefallen.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Wirtschaft studiert. Warum haben Sie entschieden, Model und Schauspielerin zu werden?

Rodionowa: Studiert habe ich für meine allgemeine Entwicklung und um Geld zu verdienen. In meiner Seele aber wollte ich immer Schauspielerin werden. Und als sich zumindest in Teilen die Möglichkeit bot, habe ich das gemacht.

SPIEGEL ONLINE: Es macht Ihnen ganz offensichtlich Spaß, sich vor der Kamera auszuziehen. Warum?

Rodionowa: Ich bin keine Exhibitionistin. Mein Körper ist das Resultat von harter Arbeit. Ich bin stolz auf ihn. Ich will zeigen, dass Kinder, Ehe und Arbeit nicht bedeuten, dass eine Frau aufhört, auf sich zu achten. Ich zeige, dass eine reife Frau so wunderbar ist wie eine junge.

SPIEGEL ONLINE: Was ist das wichtigste für Sie in Ihrem Leben?

Rodionowa: Die Liebe meines Mannes, Gesundheit, das Glück der Kinder.



Aus: "MORAL IN RUSSLAND: "Die sexuelle Revolution hat nicht stattgefunden"" (19.10.2008)
Das Interview führte SPIEGEL-Redakteur Matthias Schepp
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,584939,00.html


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[Homosexualität als Gefahr für die Menschheit ... (Benedikt XVI)]
« Reply #24 on: Dezember 24, 2008, 12:53:19 nachm. »
Quote
[...] Bei kreuz.net, einer erzkatholischen Internetseite, schreibt beispielsweise der ungenannte Autor eines Artikels über die Pfarrerin: "Sie schloss mit Kerstin Lyrhammer im Jahr 2002 eine perverse sogenannte Lebenspartnerschaft." Die Gemeinde Egelsbach sei " moralisch offenbar völlig heruntergekommen". Keine Einzelmeinung. Zwar gibt es unter den beinahe 300 Einträgen der Leser auch Stimmen, die für Toleranz werben; Aber andere Beiträge offenbaren eine bedenkliche Haltung. So heißt es beispielsweise, "Homosodomisten" seien Schuld an der allgemeinen Gottlosigkeit, die Pfarrerin selbst wird als "Christusverräterin" verunglimpft. Anne Daur-Lyrhammer selbst sieht ihr Leben im Einklang mit den Werten des Christentums: "Gott hat uns so erschaffen, wie wir sind, Gott will, dass wir Gerechtigkeit leben." Doch das beurteilen die selbsternannten Moralwächter anders. So gab es auch massive Angriffe gegen die Familie auf der Internetseite der Egelsbacher Kirchengemeinde. Die hat deswegen ihr Online-Gästebuch geschlossen. "Es wurde als Forum für diskriminierende Beiträge missbraucht", heißt es dort. Der Kirchenvorstand stellt sich demonstrativ hinter die neue Pfarrerin und schreibt, er habe sich einstimmig für Anne Daur-Lyrhammer "als unsere Gemeindepfarrerin ausgesprochen".

...



Aus: "Egelsbach - Hetze gegen lesbische Pfarrerin" VON STEPHEN WOLF (19.12.2008)
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1647825_Hetze-gegen-lesbische-Pfarrerin.html

-.-

Quote
[...] «Die Kirche soll die Menschen auch vor der Selbstzerstörung schützen», erklärte Papst Benedikt XVI. bei seinem traditionellen Jahresrückblick in Rom. Der 81-jährige Pontifex sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters, dass es daher genau so wichtig sei, die Menschheit vor homo- und transsexuellen Verhalten zu schützen wie den Regenwald vor der Vernichtung zu bewahren. «Die Regenwälder haben ein Recht auf unseren Schutz. Aber der Mensch als Kreatur hat nicht weniger verdient.» Demnach bedrohe Homosexualität die Menschheit ebenso wie die Zerstörung der Regenwälder. Jedes Verhalten, das über die traditionelle heterosexuelle Beziehung hinausginge, «vernichtet Gottes Werk», erklärte der Papst weiter. Es brauche eine «Ökologie des Menschen», die den von Gott gewollten Prinzipien entspreche.

...

Quote
Johannes von der Heid
03:25 Uhr

Der alte Greis hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Was ich über dieses Monster denke, darf ich hier leider nicht schreiben.


Quote
Rene Thai
00:57 Uhr

Wenn man erkennt,dass Gott von Menschen erfunden wurde, und nicht Gott den Menschen erschaffen hat,kann man als inteligenter mensch, ueber solche aussagen nur lachen. Sorry unsere Welt wird halt von alten Saecken regiert.


Quote
Markus Sing
00:06 Uhr

Vergesst den Papst - es gibt sowieso keinen Gott! Buchtipp: "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins


Quote
Beat Stocker
23.12.2008, 23:52 Uhr

Hallo, ich bin kein besonder Gläubiger Mensch, aber in dieser Beziehung hat der Papst recht. Wenn wir Anfangen die Homosexualität als Normal anzuschauen ist dies der Untergang der Meschheit. Mann und Frau gehören zusammen und machen Kinder zusammen und gewährleisten den Fortbestand der Mescheit, die anderen, die Homoseziellen fröhnen nur ihrem Sexuellen abnormalen Trieb.


Quote
B. Baumann
23.12.2008, 23:51 Uhr

Der Papst vernichtet Gottes Werk gleich selbst mit solchen Aussagen. Ich bin erschüttert. Ich bin überzeugt, dass eine solche Äusserung niemals im Sinne von Gott wäre. Niemals.


Quote
Andy Kunz
23.12.2008, 23:45 Uhr

Wann beginnen die Leute endlich an sich selbst zu glauben, anstatt sich lenken zu lassen... Auch kann ich immer noch nicht verstehen, dass Religionen (insbesondere diejenige, dessen Oberhäupter solche persönlichkeitsverletzende Äusserungen von sich geben) noch immer vom Staat unterstützt werden. Der Glaube ist etwas persönliches/privates. Daher - vollständige Säkularisierung des Staates (Kantone)!


Quote
Josef Aecherli
23.12.2008, 23:34 Uhr

Eigentlich, und dies sage ich als Heti, der schwule Freunde u Bekannte hat, wäre es mir egal was dieser alte Mann in Rom sagt. Wirkung erzeugen dessen Worte und Verlautbarungen ohnehin kaum mehr. Was mich aber ärgert, dass er mit seinen Aeusserungen eben auch einen zahlreichen Teil seines "Personals" ausgrenzt. Wenn wunderts, er war ja in der Hitlerjugend.


Quote
Peter Thommen
23.12.2008, 23:31 Uhr

Was Ratzinger privat denkt, muss er selber verantworten. Was Benedikt der 16. ex cathedra als unfehlbar verkündet, ist öffentliche Aufhetzung gegen Homosexuelle. Es geht um die Männer. Denn nur diese können die anale Penetration eines Mannes ausführen, was Gott ein Gräuel ist, denn damit wird das "Opfer" zur Frau... Dies bringt Chaos in die religiöse Geschlechter-Ordnung. - Peter I. Schwulenpapst


Quote
andreas widmer
23.12.2008, 23:27 Uhr

nach dem ersten gefühl von wut kann ich nur sagen: FUCK THE POPE!!

...


Quote
Aschi D.
23.12.2008, 23:24 Uhr

Die Idee, als Mann Sex mit einem Mann zu haben, ist so widerwärtig, dass ich beinahe dem Papst zustimmen möchte. Nun denn, wenn das ein paar Menschen anders empfinden, sollen sie sich's doch gegenseitig machen. Solange das im Verborgenen des Schlafzimmers stattfindet, ist das doch egal. Dass sich aber Männer in der Öffentlichkeit küssen und schmusen, das muss nicht sein, das geht zu weit.


Quote
Tom Stutz
23.12.2008, 23:21 Uhr

was machen wir uns Sorgen wegen den Taliban, wenn wir Leute wie Papst Rattinger als unfehlbare Stellvertretung Gottes auf unserer eigenen Seite haben?


Quote
Franz Müller
23.12.2008, 23:06 Uhr

Per Zufall bin ich heterosexuell. Doch mir sind alle Schwulen lieber, als ein ehemaliger, hypokriter Hitlerjunge der sich zum Papst hingeschleimt ha t. Die Geisteshaltung von Papa-Razi ist in den Faschistenjahren steckengeblieben. Wenn sich die katholische Kirche mit gleicher Vehemenz um ihre pädophilen Priester weltweit kümmern würde, wäre sie ein Stück weiter.

...


Quote
George Miller
23.12.2008, 22:51 Uhr

Sorry, trotz Weihnachten, aber wer nimmt den senilen Typen ernst`... Austritt aus der katholischen Kirche ist der einzige und richtige Schritt. Frohe Weihnachten


Quote
Leeza de Pury
23.12.2008, 22:45 Uhr

Komischerweise ist er ja selber etwas auf der sanfteren Seite und laesst sich gerne von sogenannten homosexuellen Untertanen bedienen und betreuen. Das duerfte ihm doch auch auffallen, dass die meisten Gottesdiener eher dem eigenen Geschlecht zugetan sind. Mir als Frau faellt dies jedenfalls schnell mal auf; wogegen ich auch gar nichts einzuwenden habe. Sie sind meistens viel einfuehlsamer.


Quote
Marina Oberholzer
23.12.2008, 22:40 Uhr

Ich zitiere gerne 3. Buch Moses 18, 22: "Kein Mann Darf mit einem anderen Mann geschlechtlich verkehren, denn das verabscheue ich." Ist an diesem Satz etwas unklar? Und wieso soll sich gerade der Papst nicht an die Bibel halten?


Quote
D Bachmann
23.12.2008, 22:38 Uhr

Entschuldigung, aber das ist der Papst: Von ihm wird ja wohl nicht erwartet, dass er Homosexualität gut findet. Wir haben hier ein freies Land: seid schwul, oder seid katholisch, wie es beliebt, aber wer sich im Selbstwiderspruch versucht, gleichzeitig schwul und katholisch zu sein, ist irgendwie selber schuld.


Quote
Meret C. Bertschinger
23.12.2008, 22:35 Uhr

Ob wohl von Hitlerjugend und Wehrmacht doch mehr hängen geblieben ist, wie der gute Herr zugibt? Jeder Leser mache sich sein eigenes Bild, aber das scheint mir dann mit Verlaub doch sehr anachronistisch, was der Herr von sich gibt.


Quote
Dominiq Bucher
23.12.2008, 22:29 Uhr

Eine einzige Frage nur, die den Zynismus des Papstes entlarvt und seine Argumentation in sich selbst zusammenfallen lässt: Sind den homosexuelle Menschen und Tiere keine Werke Gottes???


Quote
Branko Vujacic
23.12.2008, 22:26 Uhr

Dieser bigotte alte Mann ist eine Schande für alle würdigen und toleranten Katholiken. Als heterosexueller Christ mit Frau, jungen, gläubigen Kindern und homosexuellen Arbeitskollegen und Freunden muss man das einfach mal gesagt haben.


Quote
Beat Ulrich
23.12.2008, 22:08 Uhr

Mich erstaunen die Worte des ehemaligen Chefs der heiligen Kongregation für Glaubensfragen nicht. Deren Vorgängerorganisation, die 'heilige' Inquisition, war in den vergangenen Jahrhunderten für die massenweise Eliminierung anders Denkender verantwortlich. Homosexuelle, Hexen, Juden, oder auch unbequeme Zeitgenossen gehörten auf den Scheiterhaufen. Es lebe die Tradition! Es lebe seine Heiligkeit!


Quote
Peter Wolf
23.12.2008, 21:52 Uhr

Diese Worte des Papstes mögen,in einer mehr oder weniger aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren, von kleiner Bedeutung sein.Ich bedaure jedoch sehr die Probleme welches es für Homosexuelle in christlichen Ländern und Gruppierungen anrichtet.Wir mögen den alten Mann für seine Hetzte verachten.Anderswo werden Homosexuelle vor grosse Probleme gestellt und müssen ihre persönliche Neigung verbergen.


Quote
Markus Schmidli
23.12.2008, 21:47 Uhr

Ich bin weder Papst noch katholisch - und dennoch geht mir die homosexuelle Propaganda in den Medien schon seit Jahren auf den Senkel. Es gibt tatsächlich noch Menschen, für die Schwule und Lesben nicht das normalste auf der Welt sind. Ich bin für den Abbau jeglicher Privilegien für diese - ja - Irregeleiteten oder meinetwegen auch Kranken. Wohl der einzige anti-schwule Kommentar hier...


Quote
fred bringer
23.12.2008, 21:33 Uhr

lieber schwul als katholisch :-)



Quote
Christof Stahlberger
23.12.2008, 21:23 Uhr

Wie sagten die Deutschen bei der Wahl Ratzingers: "Wir sind Papst" Ich sage: "Wir sind schwul"


Quote
Peter Wyss
23.12.2008, 21:15 Uhr

Ich wünsche allen homosexuellen frohe Weihnachten. Kümmert euch nicht darum was irgend so ein Wichtigtuer in seltsamen Gewänder zu melden hat...


Quote
Fred Stadelmann
23.12.2008, 21:11 Uhr

Als sog. Stellvertreter Gottes haette er zuerst seinen Boss fragen sollen, warum er denn ca. 5 bis 10 % der Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen erschaffen hat, bevor er solch gefaehrlichen, realitaetsfremden Stuss rauslaesst.

...



Quote
Jean-Pierre Crusy
23.12.2008, 21:01 Uhr

ENDLICH hat jemand es gewagt mal die Wahrheit deutsch und deutlich zu sagen! Es steht auch im Thora so!!! Abartigkeit soll verschwinden, weil es uns kaputtmacht :-(


Quote
Leon Hugentobler
23.12.2008, 20:53 Uhr

Dieser Papst sagt nichts anderes als der vor ihm und der sagte nicht mehr als der vor ihm und dieser... ein Papst ist ein Papst ist ein Papst!


Quote
F Meyer
23.12.2008, 20:44 Uhr

Der Papst hat vollkommen recht, denn er sagt nichts anderes, als uns die Bibel lehrt. Schon im alten Testament wurde dies gesagt und ebenso klar und eindeutig im Neuen. Die Lehre Jesus wurde von den Aposteln weitergegeben und daran kann auch der Papst nicht ändern. Nur schade, dass sich die Welt so von Gottes Lehre abwendet. Beten wir, dass die wahre Lehre befolgt wird.


Quote
Hugo Maurer
23.12.2008, 20:31 Uhr

Ein wahres Wort! Dem Papst kann man vertrauen. Gibt es doch in der katholischen Kirchen keinen einzigen Schwulen. Von zuoberst angefangen bis zuunterst.


Quote
Agnos Tiker
23.12.2008, 20:12 Uhr

Ich habe den Papst noch nie mit einer Frau gesehen. Ist er etwa auch schwul?


Quote
Martin Basig
23.12.2008, 20:06 Uhr

Ersetzen wir mal das Wort "Homosexuelle" mit "Juden", was ginge dann für ein Empörungssturm um die Welt. Beide Minderheiten Opfer der Nazis. Dass Europas letzte Diktatur, der Vatikan, als einziger europäischer Staat die Menschenrechtskonvention nicht unterzeichnet hat, sagt alles. Wann wird diese römische Sekte endlich verboten und der Führer angeklagt und verhaftet wegen Hetze gegen Minderheiten


Quote
Chippen Dales
23.12.2008, 19:57 Uhr

Also als Heterosexueller Mann, bin ich eigentlich ganz froh das es Schwule gibt.Stellt euch mal vor diese gutaussehende und erfolgreichen Boys,wären Hetero...da lern ich doch nie die richtige fürs Leben kennen.... Benedikt lass es gut sein...


Quote
Tom Müller
23.12.2008, 19:27 Uhr

Schön, dass die Kirche wiedermal DAS zentrale Problem der Menschheit und des Planeten erkannt hat. Zum Glück habe ich dieser Organisation schon vor vielen Jahren den Rücken gekehrt...


Quote
Urs Huggentobler
23.12.2008, 19:22 Uhr

Recht hat er, der Papst. Bravo! Solch ein Wort war schon lange fällig.


Quote
Giovanni Baptista
23.12.2008, 19:02 Uhr

Unser aller Pontifex hat wieder mal seine tägliche Dosis Donepezil vergessen....


Quote
O. Studer
23.12.2008, 18:53 Uhr

Warum sich ausgerechnet die Röm. Kath. Kirche dazu berufen fühlt zu diesem Thema Stellung zu beziehen wird mir auf immer verborgen bleiben? Wer im Glashaus einer verklemmten Sexualität sitzt, sollte nicht unbedingt mit Steinen um sich werfen. Ausserdem sprechen die im Namen dieser Kirche über Jahrhunderte begagenen Verbrechen an der Menschheit jegliche moralische und ethnische Legitimation ab.


Quote
Hans Schmid
23.12.2008, 18:53 Uhr

Es wäre an der Zeit, Leute zum Papst zu wählen, die nicht bereits bei Amtsantritt senil sind.


Quote
René Reinhard
23.12.2008, 18:42 Uhr

Wenn er es schon nicht ist, seid wenigstens ihr es: Nachsichtig. Und lasst den irregeleiteten Alten doch einfach schwafeln.


Quote
Nadia Leonti
23.12.2008, 18:09 Uhr

Dieser Mann ist ein Psycho.


Quote
dany wetter
23.12.2008, 17:53 Uhr

Sind Schwule und Lesben nicht auch Gottes Kinder?

...


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maurus candrian
23.12.2008, 17:40 Uhr

der gute ratzinger im vatikan ist einfach nur senil und krank. beweist einmal mehr: eine welt ohne religionen wäre eine bessere welt ..... wünsche trotzdem, auch den gläubigen, schöne festtage .....


...


Aus: "Die Kirche fürchtet, Menschen würden zur Homosexualität verführt" (27.12.2008)
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-Kirche-fuerchtet-Menschen-werden-zur-Homosexualitaet-verleitet/story/14794198

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[...] Papst Benedikt XVI. hat die Homosexualität als Gefahr für die Menschheit bezeichnet. Gleichgeschlechtliche Beziehungen verglich das Kirchenoberhaupt mit der Zerstörung der Umwelt. [...] Das katholische Kirchenoberhaupt setzte sich am Montag vor der Kurie mit der Gender-Theorie auseinander, nach der die Zuordnung von weiblichen und männlichen Rollen weitgehend gesellschaftlich bestimmt und nicht von der Natur vorgegeben ist. Dahinter stehe ein Versuch des Menschen, sich von der Schöpfung zu emanzipieren, sagte Benedikt XVI. Die Gender-Theorie stelle die "Natur des menschlichen Wesens als Mann und Frau" in Frage.

Sowohl die britische Theologin Ferguson als auch der deutsche Grünen-Politiker Beck warfen dem Papst vor, derartige Äußerungen stachelten zum "Hass gegen Homosexuelle" und zu deren Verfolgung auf. Der Vorsitzende der Vereinigung Inclusive Church in England, Giles Fraser, erklärte, der Papst verbreite mit seinen Worten "die Furcht, dass die Homosexuellen den Planeten bedrohen". Dies sei "völlig abwegig", fügte Franser hinzu.


Aus: "Benedikt XVI. verurteilt Home-Ehe - Papst: Schwule sind Gefahr für Menschheit" (23.12.2008)
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/panorama/ausland/653927/Papst-Schwule-sind-Gefahr-fuer-Menschheit.html


« Last Edit: Juli 09, 2010, 12:01:10 vorm. by Textaris(txt*bot) »

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[...besonders rein, besonders gesund und besonders anständig]
« Reply #25 on: Februar 16, 2009, 09:30:54 vorm. »
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[...] 4000 Mädchen unter 15 Jahren sind außerdem dem Risiko ausgesetzt, illegal in Deutschland oder aber in den Ferien im Herkunftsland der Eltern verstümmelt zu werden - teilweise auch dann, wenn die Eltern die grausame Praxis ablehnen, sich aber beispielsweise die Großmutter als Hüterin der Tradition versteht und ein Mädchen beschneiden lässt, während die Eltern abgelenkt sind.

"Das Thema Genitalverstümmelung ist in Europa vor allem ein Thema durch die Migration. Mit dem Überschreiten der Grenze hört das Problem nicht automatisch auf", sagt Franziska Gruber, Referentin gegen die weibliche Genitalverstümmelung bei Terre des Femmes.

[...] Christiane Braun arbeitet an einer Studie über Genitalverstümmelungen in dem westafrikanischen Land und sagt, die Beschneidung sei nicht nur ein Teil afrikanischer Kultur, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: "Menschenrechtler müssen äußerst vorsichtig vorgehen", sagt Braun, die an der Universität Erlangen studiert und derzeit ihre Magisterarbeit in Freetown schreibt - Thema: "Die Ökonomie der Beschneidung". Die Geheimbünde seien eine Möglichkeit für Frauen, der Herrschaft der Männer zu entfliehen. Beschneiderinnen verdienen recht gut, während Frauen im traditionellen Familienbild Sierra Leones nur die Rolle der Hausfrau zukommt.

Die Hilfsorganisationen reden daher bei ihrer Arbeit in den Dörfern und Provinzen nicht von Genitalverstümmelung, sondern versuchen, mit den Frauen über die katastrophalen Folgen der Beschneidung zu reden, erklärt Braun. "Vor allem wird über die Gefahr von HIV-Infektionen und die Rolle der Frau in der Gesellschaft gesprochen."

"In der Aufklärungsarbeit ist es wichtig, alle Gruppen mit einzubeziehen. Es nutzt nichts, nur mit den Frauen zu sprechen und sie über die gesundheitlichen Folgen aufzuklären", ergänzt Terre-des-Femmes-Aktivistin Gruber. Ihre Organisation führt gemeinsam mit Unicef und der WHO Aufklärungsprojekte in Afrika durch. Was nützt die Aufklärung der Frauen, wenn eine Mutter befürchten muss, ihre Tochter nicht verheiraten zu können, weil sie nicht beschnitten ist - und als Hure beschimpft wird?

Aus traditioneller Sicht gelten beschnittene Frauen als besonders rein, besonders gesund und besonders anständig. Gruber: "Ein Dorf muss kollektiv beschließen, die Genitalverstümmelung aufzugeben."

In Ländern, die Genitalverstümmelungen unter Strafe gestellt haben - wie Burkina Faso und Ägypten - lässt sich eine andere, nicht weniger beunruhigende Entwicklung feststellen: Eltern, die es sich leisten können, lassen ihre Töchter in Arztpraxen beschneiden - unter Narkose und hygienischen Bedingungen. Die Praxis der Beschneidung wird medikalisiert - nicht selten stellen Ärzte die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs fest. Die es laut WHO nicht gibt.

...


Aus: "GENITALVERSTÜMMELUNG: Rache der Beschneiderinnen" (15.02.2009)
Von Barbara Hans und Christian Teevs
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,607291,00.html


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[Der Verkrampfte Eros... (BRD, 60iger, Sexualkunde-Atlas)]
« Reply #26 on: Juni 09, 2009, 04:10:26 nachm. »
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[..] bis tief in die 60er Jahre und darüber hinaus war es in den meisten Familien verpönt, unbefangen über Sex zu plaudern. Erst recht in der Schule. Das jedoch änderte sich schlagartig, als Schüler vor 40 Jahren zum ersten Mal einen Sexualkunde-Atlas in die Hand bekamen.

Während es heute Aufklärungsbücher schon für Kindergartenkinder gibt, betrat die Gesundheitsministerin damals völliges Neuland. Als Käte Strobel (SPD) am 10. Juni 1969 den neuen Sexualkundlichen Atlas vorstellte, verletzte sie das Moralgefühl vieler zutiefst. In der Sexualaufklärung sahen die Kritiker eine intime Familienangelegenheit, die nichts im Unterricht verloren hatte.

Dabei richtete sich die Empörung gar nicht gegen etwaige sinnlich-obszöne Darstellungen im Sexualkunde-Atlas. Es war schon ein kleines Kunststück Strobels, ein Aufklärungsbuch heraus zu bringen, in dem kein einziges Foto einer weiblichen Brust abgebildet ist. Das einzige Foto, auf dem ein Penis zu sehen ist, zeigt ein ekliges Syphilis-Geschwür. Daneben steht: "Die wichtigste vorbeugende Maßnahme" gegen die Geschlechtskrankheit sei, Sex mit Unbekannten zu meiden.

Während die Erläuterungen zu Geschlechtsorganen und dem Eireifungsvorgang auf 48 Seiten betont nüchtern gehalten sind, würde die Farbauswahl sogar Andy Warhol Ehre machen. Der menschliche Körper ist in popfarbene Schemata gepresst: Die Vorsteherdrüse leuchtet in knalligem Waldgrün, die Eierstöcke in warmem Lila. Hamburger Grundschüler veranlasste das denn auch zur Nachfrage: "Sind die Organe im Körper wirklich so gelb und grün?" Die Zeitung Die Welt spottete dann auch, der Atlas lese sich wie die Bedienungsanleitung für Kühlschränke.

Symptomatisch, dass der streng wissenschaftlich gehaltene Atlas kein Wort über Küsse oder zärtliche Berührungen verliert.

[...] "Für das schöne und normale Gefühl verliebt zu sein, gab es gar keine Sprache", sagt Lindner.

[...] Fortschrittlichen Lehrern dagegen ging der Atlas nicht weit genug. Viele, die das Tabuthema offen im Unterricht ansprachen, zogen sich die geballte Wut von Eltern und manchmal sogar der Schulaufsicht zu.

So wurde an einer Frankfurter Gesamtschule im August 1969 ein Lehrer entlassen, weil er an Schüler der 9. Klasse ohne Wissen der Eltern einen Fragebogen austeilte. Er hatte die 14- und 15-Jährigen darin unter anderem gefragt, ob Jugendliche in ihrem Alter sexuell aufgeklärt werden sollten.

Die ungehörige Frage, ob Teenager in dem Alter bereits intime Beziehungen zum anderen Geschlecht haben sollten, sei nicht mit dem Lehrplan vereinbar, entschied das Regierungspräsidium in Darmstadt. Die Aktion sei pädagogisch völlig verfehlt gewesen.

Der Hamburger Hauptschullehrer Karlheinz Lutzmann, der damals eine Unmenge Aufsätze zur Sexualerziehung veröffentlichte, wurde zur Zielscheibe einer diffamierenden Kampagne des extrem konservativen Maria-Goretti-Kreises: Zu dem Verein gehörten Eltern, Anwälte und Ärzte darunter, die schulische Sexualaufklärung verbieten lassen wollten. Lutzmann berichtet von Drohbriefen, in denen die Schreiber sich ausmalten, wie sie sein Gehirn aufbohren und Salzsäure hinein träufeln. Aber Lutzmann ließ sich nicht einschüchtern.

Das umstrittene Schulbuch schürte eine Menge irrationaler Ängste. "Wenn die Techniken so einfach dargestellt werden, hat das fast Aufforderungscharakter", meldete sich etwa ein Pädagogikprofessor aus Münster im Kölner Stadtanzeiger zu Wort. Eine 46-jährige Frau aus Dortmund äußerte in einem Leserbrief in der Zeitung Die Welt sogar die Befürchtung, verpflichtende Sexualaufklärung führe zu neurotischen Störungen. Junge Mädchen, klagte sie, könnten sich in der Folge gar nicht mehr konzentrieren - "so angefüllt mit sexuellen Phantasien" seien sie.

Selbst Oberprimanern trieb das nüchterne Werk Schamesröte ins Gesicht: "Auch die Selbstbefriedigung ist bei Jungen und Mädchen eine normale Entwicklungserscheinung" steht im Atlas auf Seite acht. In der Feststellung sahen einige Gymnasiasten eine "intolerante Diskriminierung christlicher Auffassungen, nach denen Selbstbefriedigung ein Laster ist". Der Atlas müsse aus dem Verkehr gezogen werden.

[...] Dabei wollte die Lehrerin bloß "entkrampft und sachlich" über Sexualität sprechen. "Weg von der Blümchen-Romantik. Der Atlas war für uns Lehrer deshalb eine Wohltat", sagt Lindner. "Endlich mussten wir nicht mehr über Bienen sprechen, hatten etwas zum Anschauen." ...




Aus: "Sexualkunde-Atlas - Verkrampfter Eros" VON FRANZISKA SCHUBERT (09.06.2009)
Quelle: http://www.fr-online.de/top_news/1790964_Sexualkunde-Atlas-Verkrampfter-Eros.html


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[Er entschuldige sich im Namen der britischen Regierung... ]
« Reply #27 on: September 12, 2009, 12:18:53 nachm. »
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[...] Die Strafverfolgung aufgrund Turings Homosexualität vernichtete seine Karriere. 1952 half sein Freund einem Komplizen, in Turings Haus einzubrechen. Turing meldete daraufhin einen Diebstahl bei der Polizei, die ihm infolge der Ermittlungen eine sexuelle Beziehung zu einem 19-Jährigen vorwarf. Er wurde wegen „grober Unzucht und sexueller Perversion“ angeklagt. Turing verzichtete darauf, sich vor Gericht zu verteidigen. Nach der öffentlichen Verurteilung wurde er vor die Wahl gestellt, ins Gefängnis zu gehen oder sich psychiatrisch behandeln zu lassen (u. a. durch Verabreichung von Hormonen, denen eine triebhemmende Wirkung zugeschrieben wurde). Er entschied sich für letzteres. Die Östrogen-Behandlung dauerte ein Jahr an und führte zu Nebenwirkungen wie der Entwicklung einer Depression und der Entwicklung von Brüsten. 1954 starb Turing an einer Cyanid-Vergiftung, dem Anschein nach von einem vergifteten Apfel, den man halb aufgegessen neben ihm auffand. Es wird angenommen, dass es sich um einen Suizid handelte. Unter seinen Biografen ist die Annahme verbreitet, die psychiatrische Behandlung und deren Nebenwirkungen seien ursächlich für den Suizid gewesen. Es wird berichtet, dass Turing seit 1938, nachdem er den Film „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ sah, immer wieder die Verse „Dip the apple in the brew / Let the sleeping death seep through“ („Tauch den Apfel ins Gebräu / Lass den Schlaftod einziehen“) sang. In Zusammenhang mit der psychiatrischen Behandlung erklären manche Biografen so den Tod durch den vergifteten Apfel. Seine Mutter behauptete jedoch unermüdlich, dass die Vergiftung versehentlich war, begünstigt durch Turings sorglosen Umgang mit Chemikalien.

...


http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing (11. September 2009)

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[...] Der britische Premierminister Gordon Brown hat auf eine Online-Petition geantwortet, in der eine Entschuldigung für die Verfolgung des Mathematikers und Kryptoanalytikers Alan Turing durch den britischen Staat gefordert wird. Brown bezeichnet die Behandlung Turings, der sich 1952 einer chemischen Kastration unterzog, in einer Mitteilung als schrecklich. Er entschuldige sich im Namen der britischen Regierung. Die vom britischen Software-Entwickler John Graham-Cumming initiierte Petition haben rund 31.000 Menschen unterzeichnet.

Turing hatte mit seiner Beschreibung einer universellen Maschine eine der Grundlagen für die Computertechnik geschaffen. Im Zweiten Weltkrieg war er maßgeblich daran beteiligt, den von der deutschen Armee verwendeten Enigma-Code zu brechen. Brown meint, ohne Turings "außerordentlichen Beitrag" wäre der Zweite Weltkrieg möglicherweise anders verlaufen. Es sei Menschen wie Alan Turing zu verdanken, dass der Holocaust und der totale Krieg Teile der europäischen Geschichte und nicht der Gegenwart seien.

Vor diesem Hintergrund sei es um so entsetzlicher, dass Turing 1952 wegen seiner Homosexualität verurteilt wurde. Turing war vor die Wahl gestellt worden, ins Gefängnis zu gehen oder sich einer chemischen Kastration durch eine Reihe von Hormonspritzen zu unterziehen. Zwei Jahre später nahm sich Turing das Leben.

Tausende Menschen seien zusammengekommen, um Gerechtigkeit für Alan Turing zu fordern, schreibt Brown. Auch wenn der Mathematiker nach den damals geltenden Gesetzen behandelt worden sei und die Zeit nicht zurückgedreht werden könne, müsse gesagt werden, dass absolut ungerecht mit ihm umgegangen worden sei. Brown wolle die Chance nutzen und sein tiefstes Bedauern ausdrücken. Der Premierminister erwähnt auch, dass außer Turing noch viele andere Menschen unter den homophoben Gesetzen der Zeit zu leiden gehabt hätten.

(anw/c't) 


Aus: "Britische Regierung entschuldigt sich für die Verfolgung Alan Turings" (11.09.2009)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Britische-Regierung-entschuldigt-sich-fuer-die-Verfolgung-Alan-Turings--/meldung/145178


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[ ...dass wir selbst noch nicht einmal vor 40 Jahren im Mittelalter steckten.]
« Reply #28 on: Oktober 22, 2009, 11:24:13 vorm. »
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[...] ...

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22.10.2009 10:06:02

WM2000: Bis 1969 wurden Schwule und Lesben in Deutschland strafrechtlich verfolgt.

Eines der vielen Beispiele, dass wir selbst noch nicht einmal vor 40 Jahren im Mittelalter steckten. Dass dies Öffnung der Gesellschaft sich auf Menschen mit anderer genetischen Strickung einzulassen nur durch Aufklärung basieren kann wird von fundamentalistischen, ultrakonservativen Kreisen verhindert. Nicht Schwule und Lesben sind eine Gefahr sondern die, die immer noch nicht begriffen haben, dass das Leben eine große genetische Vielfalt in sich trägt, die wir nur zum Teil kennen.

Wieder ein Lob an das Bundesverfassungsgericht.




Aus: "Karlsruhe stellt Homosexuelle gleich" (22.10.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/556/491919/text/?page=10#readcomment


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[Liebe Ist Für Alle Da... (Rammstein, Ursula von der Leyen)]
« Reply #29 on: November 08, 2009, 01:44:03 nachm. »
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[...] Der Verlust der Scham befördert das Obszöne. Rammstein, die Band, die international mit großem Erfolg für den hässlichen Deutschen steht, arbeitet seit eineinhalb Jahrzehnten mit klischeeverdächtiger Gründlichkeit daran, mit sogenannten Tabuthemen für Gänsehaut im Kinderzimmer von noch bei Mutti wohnenden 30-jährigen Buben zu sorgen, die sich seit ewig zu Weihnachten einen BMW wünschen, dann aber doch mit einem Kia draußen beim Shoppingcenter in die Radarfalle rasen.

Der im schönsten Reichsparteitags-Gutturalgegrunze vortragende Sänger Till Lindemann und seine ostdeutschen Freunde widmeten sich dabei auf Alben wie Herzeleid, Sehnsucht, Mutter oder Rosenrot häufig "kontroversen, tabuisierten und schambesetzten Themen", wie es so schön im Internetz heißt. Sadomasochismus, Homosexualität, Inzest, Missbrauch, Nekrophilie, Pyromanie, Kannibalismus, ein bisschen Religionskritik und Sex mit Faustwatschen. Farin Urlaub fasste so ein Weltbild einmal unter dem schönen Motto "Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht" zusammen. Rammstein singen: Schau in die Krone! Und die Massen schreiben verliebte Hörerbriefe.

Auf dem neuen Album Liebe ist für alle da haben sich die sechs Chronikredakteure natürlich wieder besondere Mühe gegeben, den Zeitgeist einzufangen. Neben der für ihre gewohnte Energie bezüglich der Findung von schändlichen Alleinstellungsmerkmalen reichlich späten Entdeckung von Porno und strenger Kammer (siehe die Schlagmichfest-Metal-Schlager Pussy oder Ich tu dir weh) kommen Rammstein selbstverständlich auch nicht am Fall F. vorbei: "Komm mit mir, komm auf mein Schloss, da wartet Spaß im Tiefgeschoss", heißt es in Wiener Blut.

Das gefällt mit seiner Mischung aus zähledrigen und stahlharten Gitarrenriffs aus dem Fitnessstudio, döm größtän Föhrer allör Zöiten nachempfundenem Deklamationsgebell und im Hintergrund für schmierige Verbindlichkeit sorgenden Synthesizern selbst einem Publikum, das von der pubertären Lyrik nichts mitbekommt. In ehemaligen Teilstaaten der Sowjetunion, im von Franco noch nicht restlos befreiten Spanien und auch in sauerkrautaffinen Enklaven Süd- und Nordamerikas wird die Band eher wegen ihres martialischen Auftretens und dem treudeutschenwaffenbrüderlichen Image geschätzt als für ihre grundsätzlich harmlose Kunst einer Revolte gegen die guten Sitten. Das hier hat selbstverständlich nichts mit Faschismus zu tun. Rammstein sind einfach nur blöd. Und dies auf hochspekulative Weise.

Wo ihre heimlichen Vorbilder, das mit schweren faschistischen Zeichen und Stadionrock arbeitende und dies ad absurdum führende Kunstkollektiv Laibach noch für tatsächliche Verwirrung beim Publikum sorgte, ob denn das Ganze noch tolerabel sei, tauchen bei Rammstein solche Fragen erst gar nicht auf. Wir hören Toleranztests mit dem Vorschlaghammer. Provokation für kleine Menschen. Dass auf dem Cover des Albums kunstsinnig Peter Paul Rubens' Gemälde Die Anatomiestunde variiert wird (bitte googeln), legt eine falsche Fährte. Bilder, auf denen Männer nackten Frauen mit dem Fleischermesser näherkommen, bedeuten bei Rammstein schlicht eines: In der Hose wird es hart wie Kruppstahl.


Aus: "Hässliche Deutsche"Christian Schachinger, 05. November 2009
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11.2009)

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http://www.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/Jugendmedienschutz/indizierungsverfahren

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[...] Das aktuelle Rammstein-Album "Liebe Ist Für Alle Da" kommt auf den Index - den Antrag stellte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

Berlin (ebi) - Fast hatte man sich ein wenig gewundert: Porno-Video, Sado/Maso-Texte - und der Aufschrei über Rammsteins aktuelle Platte blieb tatsächlich aus, bis jetzt. Die derzeitige Nummer eins der deutschen Longplaycharts "Liebe Ist Für Alle Da" wird nach dem Willen des Bundesfamilienministeriums indiziert.

Die Berliner Band kommentierte die Ankündigung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gestern Abend via Facebook: "Rammstein-Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird zukünftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen."


S/M und ungeschützter Geschlechtsverkehr

Im Einzelnen wurde der Track "Ich Tu Dir Weh" sowie ein Artwork-Foto, das Gitarrist Richard Kruspe mit einer auf seinen Knien liegenden Frau darstellt, moniert: dies seien jugendgefährdete Darstellungen von S/M-Praktiken. Außerdem befanden die Medienwächter, dass der Titel "Pussy" zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animiere.

Anwälte von Universal und Rammstein nahmen gestern an der Sitzung der Bundesprüfstelle teil. Die Indizierung wird demnächst offiziell gemacht, dann darf "Liebe Ist Für Alle Da" Jugendlichen nicht mehr zugänglich gemacht werden.


Sag Deine Meinung:

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Svartsot, 06.11.2009, 11:12 Uhr
Völlig bekloppte Beamten-Willkür.

... Im Vergleich zu "Weisses Fleisch", "Mein Teil" oder beliebig vielen anderen Songs ist das neue Album doch sowieso relativ harmlos. Und warum werden dann Death oder Black Metal Alben nicht verboten? Anscheinend weil man die Texte nicht versteht, die aber jeder Grundschüler nachlesen kann.



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LostProphet, 06.11.2009, 11:23 Uhr
Ich finds lachhaft. Dann müsste man quasi den gesamten Gangster-Rap-Dreck auch auf den Index stellen.....Aber da interessiert es irgendwie keine Sau was ein R.Kelly oder ein Halber Euro singen...
Klar sind die Texte (mal wieder) sehr anstößig aber wenn dann bitte gleiches recht für alle


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Sancho, 06.11.2009, 11:28 Uhr
Ok jetzt nochmal von vorne: Wo bitte ruft Pussy zum ungeschützten Geschlechtsverkehr auf???


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Svartsot  06.11.2009, 11:31 Uhr

Natürlich durch die eindeutige Textzeile "steck Bratwurst in dein Sauerkraut", die keine andere Interpretation zulässt


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LF  06.11.2009, 11:36 Uhr
Die checkens wohl immer noch nicht: Ein Album auf den Index zu setzen macht es gleich um 1000 Prozent interessanter für die Jugendlichen. Und die bekommen es so oder so, ob legal oder nicht.


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blusi  06.11.2009, 11:44 Uhr
Die Begründung wäre ja (bis zu einem gewissen Grad) nachvollziehbar - aber gleichzeitig scheint sich dieses Ministerium nicht um übelsten Gangster-Rap, Death/Black Metal und Grindcore zu kümmern (speziell bei englischen Texten)... Reine Willkür. Genauso unmöglich, wie die völlig unsachliche Killerspiele-Diskussion... Dieses Ministerium ist dermassen weltfremd.


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ZombieGigolo  06.11.2009, 11:46 Uhr
Wahrscheinlich kommt jetzt ein großes Stoppschild auf das Cover...
Mal ehrlich: Bessere Promo gibt es nicht. Dann müssen Ursels Lakaien aber bitte auch gründlich sein und Herzeleid und Sehnsucht gleich mit auf den Index stzen. Die Alben sind ja wohl noch anstößiger.
Überhaubt ist das ne wirklich lustige Sache mit der Anstößigkeit in Musik. Was im Radio alles an pikanter Popmusik läuft und NICHT angeprangert wird, weils auf englisch ist. Schönes Beispiel: Not Fair von Lily Allen. Allerdings haben die zuständigen Organe mittlerweile mal nachgesehen, was "giving head" bedeutet und piepen das "head" jetzt weg...


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keine_Ahnung 
06.11.2009, 11:47 Uhr
Es kommt nich unbedingt auf den Inhalt an, sondern auf die Art und Weise wie der Inhalt vermittelt wird.


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Shlumpf! 
06.11.2009, 11:54 Uhr
Bitte "Sweat" von "Inner Circle" auch auf den Index, den Text kann man seeeeehr anstößig interpetieren, und trotzdem liefs ständig und läuft noch manchmal im Radio


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Küsel  06.11.2009, 11:57 Uhr
So dumm können nur Beamte sein. Rammstein WOLLEN und wollten immer provozieren. Da giessen einige Hohlköpfe mit der Indizierung noch Öl ins Feuer und denken, sie tun was gutes damit (Schutz der Bevölkerung wie bei der Schweinegrippepanikmacherei). Ein Superalbum kann man nicht verbieten. Der Erfolg gibt Rammstein Recht, dass sie den Nerv der Bevölkerung getroffen haben mit ihrem ironischen und hintergründigen Liebe ist für alle da.

Erinnert mich an die prüden Zeiten der BBC unter Mary Whitehouse (Monty Python, Pink Floyd, Frankie goes to Hollywood) oder der EAV und den Ärzten unter FJ Strauss und ähnlichen. Die Moralisten werden leider nie aussterben.

...


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tonitasten   06.11.2009, 11:58 Uhr
Was man täglich im Fernesehen sieht, ist doch weitaus perverser, als wenn Rammstein über SM singen. Die Leistungsgesellschaft und das Wertbild, das man im Fernsehen täglich sieht, fördert eher falsche Vorstellungen von Sexualität, nicht Rammstein.


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egos 
06.11.2009, 12:14 Uhr
Idioten gegen Idioten.

Das sind die Momente, in denen es Spaß macht in diesem durchgeknallten Land zu leben.
Jeden morgen was zu lachen...


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bizarro 

06.11.2009, 12:49 Uhr
@alle, die monieren, dass hiphop/rapalben nicht auf dem index erscheinen:

schaut euch mal die liste der indizierten tonträger an, da findet man genug sprechgesangsscheiben


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Jazzking89 
06.11.2009, 13:01 Uhr
Das ist doch ein Witz oder?
Oh ist ja gar nicht der 1. April.
Das geht jetzt echt zu weit dann können wir das mit der Musik auch gleich lassen.

Ach ja das neue Westernhagen wir auch bald verboten weil er sagt ja Pussy^^.....


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Dark Defender
06.11.2009, 14:15 Uhr

Ich musste lachen


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satanic667 
 06.11.2009, 14:23 Uhr
Meine Fresse, ist diese Frau lächerlich. Aber wenn wunderts:CDU-Mittglied, FDP-Bündnispartner und 7 Kinder. Da wird das Hirn halt weich.


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       bizarro 
 06.11.2009, 14:56 Uhr
das album ist ja nicht vom markt, wer noch keine 18 ist, muss halt n bissl warten oder mutti fragen


Quote
Biggi  06.11.2009

Könnte [...] sein, dass es nur um Pussy und Ich tu Dir weh geh, dass diese beiden Lieder nicht gespielt werden dürfen. Und das ist schon Umstellung genug, weil grade bei Ich tu Dir weh eine super Showeinlage vorkommt! Aber moment mal, Bück Dich hatten die doch damals auch auf der Bühne aufführen dürfen! Jetzt kapier' ich gar nix mehr!


Quote
Wasserkocher 
06.11.2009, 15:47 Uhr
So ist er, der konservative Abschaum. Privater Waffenbesitz mit zahlreichen Toten jedes Jahr, damit hat das Ungeziefer kein Problem ... ?!?

Ich bin dafür, das diese intellektuelle Degeneration, die in konservativen Kreisen üblich ist, als schwere Geisteskrankheit eingestuft wird.


Quote
matten    06.11.2009, 15:48 Uhr

ich lach mich tot.


Quote
soulhouse
   06.11.2009, 16:40 Uhr

Das ist doch der Ritterschlag für die Band! Eine bessere PR hätten Sie nicht bekommen können.


Quote
taste_of_ink   06.11.2009, 17:24 Uhr

"Außerdem befanden die Medienwächter, dass der Titel "Pussy" zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animiere."

Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht!!! =)


Quote
TapferesSchneiderlein

    06.11.2009, 18:43 Uhr


zensursula hat echt den dreh raus! Die weiß wie man sich unbeliebt macht!


Quote
strappy   06.11.2009, 19:02 Uhr

was finden die denn an SM schon wieder so bedrohlich/gefährlich/pervers? ich verstehe es nicht.


Quote
Menschenfeind 06.11.2009, 19:26 Uhr


Als ob in Deutschland nicht eh schon viel zu viel zensiert würde. Eine offene Gesellschaft muß und sollte auch Rammstein aushalten können.


Quote
InNo    06.11.2009, 19:35 Uhr

Quote
rocker70 hat folgendes geschrieben:
aber seltsamerweise kommen die nicht auf den index.

Der BPJM ist der Arschficksong schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Sie haben es schon mehrmals versucht auf den Index zu setzen, "leider" überschreitet es ihren Kompetenzbereich, weil es dafür schon anno '02 eine FSK-Freigabe ab 16 (und somit nicht jugendgefährdend) gab und diese Entscheidung nicht angefochten/geändert werden kann. Interessiert wahrscheinlich keinen hier, aber es ist, wie ich finde, immer wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, wie lächerlich der ganze Apparat ist


Quote
MarzipanFerkel

Gestern, 04:01 Uhr

das einzige, was sie damit erreichen: jeder spaten wird es illegal runterladen. hutwhiz denn was illegal und verboten ist, muss ja mal gehört werden Whiz und rammelstein können weiter an ihrem mythos stricken


Quote
Frusciantey

    Gestern, 23:51 Uhr

Uschi von der Leyen ist genauso lächerlich wie Rammstein.






Aus: "Rammstein: "Liebe Ist Für Alle Da" wird verboten" (06. November 2009)
Quelle: http://www.laut.de/vorlaut/news/2009/11/06/23577/

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[Bunny Munro... (Notiz)]
« Reply #30 on: November 23, 2009, 11:14:28 vorm. »
Quote
[...] Bunny Munro sieht gut aus, ist unheimlich cool und hat eine nachgerade hypnotisch-elektrisierende Wirkung auf Frauen. Leider hat Bunny Munro den uncoolsten Job der Welt; er ist Haustürvertreter für Kosmetikartikel. Dafür bringt ihm dieser Job jede Menge Gelegenheiten, reihenweise frustrierte Hausfrauen zu verführen. Und das mehrmals am Tag. Woche für Woche. Jahr für Jahr. Und es hätte noch ewig so weitergehen können.

...


Aus: "Blixa Bargeld liest Nick Cave" (Hörbuch-Rezension), 19. Oktober 2009
Von    C. Stotz (Esslingen)
http://www.amazon.de/Tod-Bunny-Munro-Nick-Cave/dp/3462041290

-.-

Quote
[...] Der "Bad Sex"-Award zeichnet jedes Jahr Bücher mit überflüssigen und weitschweifigen Sex-Beschreibungen in Romanen aus.

Seit 17 Jahren gib es diese "Auszeichnung" und Nick Cave wäre mit dem Preis für seinen Roman "The Death of Bunny Munro" in illustrer Gesellschaft. Bereits Tom Wolfe erhielt den Award.

Die Nominierten dieses Jahres sind auch keine Unbekannten in der Literaurszene: unter anderem Philip Roth, Amos Oz und Jonathan Littell.


Aus: ""Bad Sex"-Buchpreis: Sänger Nick Cave nominiert" (20.11.09)
Quelle: http://www.shortnews.de/start.cfm?id=800455

-.-

Quote
[...]  Eine Frau fehlt in Bunnys Fantasien: Madonna. Warum taucht sie nicht auf?

Nick Cave: Ähm ... Ich denke nicht, dass Madonna die Sorte Frau ist, die Bunny antörnt.

Warum nicht?

Nick Cave: Weil Bunny ein schwacher, aber lüsterner Charakter ist. Und Avril Lavigne und Kylie Minogue verkörpern im Gegensatz zu Madonna ein Muster von Unschuld, das darauf wartet, entehrt zu werden.

Madonna lässt keinen Raum für Fantasien. Sie hat die volle Kontrolle.

Nick Cave: Nun, Madonna wird durch die Medien präsentiert als mächtige Frau, sexuell befreit, stark, und ich denke, diese Sorte Frau macht Bunny Munro Angst. Übrigens, was an diesem Buch für mich interessant war, war die Reaktion von Frauen darauf. Es gab Frauen, die von dem Buch wirklich angepisst waren und darin einfach ein Stück machistischen Mülls sahen. Und manche Frauen kamen zu mir und sahen das Buch als feministischen Roman, ein Buch, das wirklich einen Teil der männlichen Psyche freilegt, von dem sie immer geahnt haben, dass es ihn gibt. Es gab auch einige skurrile Reaktionen.

Zum Beispiel?

Nick Cave: Einige Frauen haben gesagt, sie finden Bunny Munro irgendwie sexy.

Ach. Sie haben die Unschuld an ihm entdeckt, die entehrt werden will?

Nick Cave: Viele Männer haben zu mir gesagt, dass sie wirklich etwas von sich selbst in diesem Charakter erkannt haben, was meine Absicht war. Und andere, denen ich das nahegelegt habe, fühlten sich angegriffen. Ich sagte zu einem Deutschen, der mich interviewte: „Schau, du hast eine Seite von ihm in dir“, und er rief: „Nein! Hab ich nicht!“

[...]


Aus: "Nick Cave: "Ein Konzert ist Folter für mich"" Interview: Kolja Reichert 
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 22.11.2009)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/Sonntag-Nick-Cave;art971,2955159


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[Grober Unfug und die Nationale Moral-Kommission (Ukraine)... ]
« Reply #31 on: M?RZ 25, 2010, 03:52:15 nachm. »
Quote
[...] Als der deutsch-ukrainische Blogger Alexander Wolodarski sich Anfang November von Nürnberg aus auf den Weg nach Kiew machte, dachte er sicher nicht daran, dass er dort noch Weihnachten verbringen würde. Zudem im Gefängnis. Wolodarski protestierte gegen die "Nationale Moral-Kommission", indem er sich vor dem ukrainischen Parlament entkleidete und mit einer Bekannten Geschlechtsverkehr simulierte. Die ukrainische Polizei verhaftete den 22-Jährigen. Seitdem sitzt Wolodarski, der eigentlich in Nürnberg studiert, in Haft, wegen "groben Unfugs" soll ihm der Prozess gemacht werden. Dafür drohen nach ukrainischem Gesetz bis zu vier Jahre Haft.

Die harte Reaktion auf den Protest hat in der Ukraine und in Russland für Aufsehen gesorgt: In beiden Ländern formierten sich Unterstützergruppen. Aber auch die "Nationale ukrainische Expertenkommission zu Fragen des Schutzes der öffentlichen Moral", so der volle Titel der Institution, gegen die Wolodarski protestierte, ist in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Denn das Treiben dieses Gremiums gefährdet nach Meinung von Menschenrechtlern und Künstlern zunehmend die Freiheit der Meinungsäußerung in dem Land, das sich seit der Orangen Revolution nach außen hin gerne als frei und demokratisch präsentiert.

Die 2004 von der ukrainischen Regierung eingesetzte Kommission hat das Recht, "die Tätigkeit von Medien und juristischen Subjekten zu überprüfen, die Produkte mit sexuellem oder erotischem Charakter herstellen oder Elemente von Gewalt und Brutalität tragen". Zwar betont Kommissionsleiter Wasili Kostizki, sein Gremium könne nichts "verbieten", sondern nur beurteilen. Aber die "Urteile" der Kommission werden von den Rechtsschutzorganen verwendet, um Verbote auszusprechen. Der 53-jährige Kostizki sieht sich als Moralwächter mit einer Mission: "Imperien gingen nicht zugrunde, weil es an Geld fehlte, sondern weil der Verlust der moralischen Prinzipien die Staaten von innen zerstörten", hat er in einem Interview gesagt.

Die Kommission hat, das muss man ihr zugute halten, ein Druckverbot von Adolf Hitlers "Mein Kampf" und anderer antisemitischer Literatur durchgesetzt. Die 35 Mitglieder konzentrieren sich jedoch vor allem auf Inhalte in Fernsehen und Internet, die ihrer Meinung nach die nationale Moral bedrohen. Besonders bei der jüngeren Generation wächst der Unmut. Alleine die Tatsache, dass die Kommission die US-Serie "Simpsons" überprüfte, führte dazu, dass der Sender M1 aus Angst vor einem möglichen Verbot keine weitere Lizenz für die Serie erwarb. Im September verbot die Kommission die Ausstrahlung eines Anti-AIDS-Spots mit der Begründung, der Spruch "Jeder Sex ist gut - wenn er geschützt ist" enthalte "Anzeichen der Verletzung von ethischen Normen und kann der moralischen Gesundheit der Bevölkerung Schaden zufügen."

Internationale Aufmerksamkeit zog die Entscheidung der Kommission auf sich, die Ausstrahlung des Films "Brüno" von Sacha Baron Cohen wegen pornographischer Inhalte zu verbieten. Die Entscheidung wurde zwar nicht näher begründet, ukrainische Medien berichteten aber darüber, dass der eigentliche Grund die Darstellung homosexueller Praktiken gewesen sei. In einer von der Kommission erarbeiteten Definition von Pornografie und Erotik firmieren homosexuelle Handlungen unter der Rubrik "anormal und entartet".

Zuletzt nahmen sich die Moralwächter einer Damien-Hirst-Ausstellung in Kiew an. Hirst reagierte wütend: "Nach allem, was ich über diese Kommission weiß, würden sie sogar die Bibel verbieten!" Da war Hirst schlecht informiert, denn gerade die Bibel gehört zu den wichtigsten Grundpfeilern der Kommission. Im vorigen Jahr unterzeichnete Kostizki ein Memorandum mit dem Rat der ukrainischen Kirchen, in dem die Moralwächter ihren Unmut über "Pseudowerte wie die ,freie Liebe', die Legalisierung der Unzucht und sexueller Abweichungen" äußerten.

Menschenrechtler laufen inzwischen Sturm gegen die Moralwächter. Von der ukrainischen Helsinki-Gruppe für Menschenrechte erhielt die Kommission die "Distel des Jahres". Mit jedem Jahr, so die Menschenrechtler, weite die Kommission ihre Tätigkeit aus und werde eine "immer größere Gefahr für die freie Meinungsäußerung". Besonders kritisieren die Menschenrechtler die Praxis, dass die Kommission meist nur die Entscheidungen veröffentliche, nicht aber die Argumentation. So ließen sich die Bewertungen nicht nachvollziehen. "Wir haben es mit einer Erneuerung der Zensur in Presse und Kunst zu tun, wie wir sie zuletzt zu Zeiten der Sowjetunion gesehen haben", sagte ein Anwalt der Gruppe.

Mit dieser Einschätzung ist besonders die junge Generation einverstanden, zu der auch Alexander Wolodarski gehört. "In unserem Land wird es bald außer Talkshows mit politischen Missgeburten jedweder Art nichts mehr zu sehen oder zu lesen geben", stellt einer seiner Blogger-Kollege fest: "Es lebe der ukrainische Irrsinn, auf Wiedersehen Europa."

Alexander Wolodarski wurde übrigens am 18. Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen, darf aber das Land bis zum Beginn seines Prozesses nicht verlassen.

(SZ vom 24.12.2009/holz)


Aus: "Blogger in der Ukraine Wo Homosexualität als ''entartet'' gilt" Von Moritz Gathmann (26.12.2009)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/computer/266/498559/text/


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[Die Debatte um Kirche und Körper... ]
« Reply #32 on: Mai 12, 2010, 12:06:38 nachm. »
Quote
[...] LISSABON apn | Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit hat Papst Benedikt XVI. die Kirche selbst für den Skandal um pädophile Priester verantwortlich gemacht. "Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von äußeren Feinden. Sie wurde von den Sünden innerhalb der Kirche geboren", sagte er am Dienstag auf dem Flug zu einem Besuch in Portugal vor mitreisenden Journalisten.

Damit distanzierte sich das katholische Kirchenoberhaupt von der anfänglichen Reaktion der Kirche auf den Missbrauchsskandal. Der Vatikan hatte zunächst Kräfte von außen - Medien, Homosexuellen-Aktivisten und Abtreibungsbefürworter- vorgeworfen, die Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um einen Feldzug gegen Kirche und Papst zu führen.

Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen zu leiden gehabt, räumte der Papst ein. Was man aber heute sehe, sei "wirklich entsetzlich". Zugleich setzte sich Benedikt für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse Verzeihen, aber auch Gerechtigkeit geben.

[...] In Malta, das Benedikt vor gut drei Wochen besucht hatte, war er mit mehreren Missbrauchsopfern zusammengetroffen.

...


Aus: "Der Papst wird selbstkritisch" (11.05.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/der-papst-wird-selbstkritisch/


-.-

Quote
[...] BERLIN taz | Vielleicht lässt sich die Debatte um Züchtigungen und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche so zusammenfassen: Alle Fälle taugen für Skandale. Was früher unter der nachtklammen Decke der peinsamen Verschwiegenheit gehalten worden wäre, ist nicht mehr zu verheimlichen. Kein Priester kann sich noch erlauben, ein ihm schutzbefohlenes Kind sexuell zu berühren, ohne zu wissen, dass ihm dies Job und den Leumund kosten kann.

Keine noch so gottesfürchtige Eltern können es sich mehr leisten, im Namen des Herrn und der Seligkeit des Klerus die Leiden seines Kindes für unwichtig zu halten. Was - hauptsächlich - unter katholischen Amtsdächern geschah und geschieht, ist nicht mehr okay. Das ist die Differenz zu den Fünfziger-, Sechziger- und Siebziegerjahren, das ist die Differenz zu allen Zeiten, in denen der Klerus glaubte, mit seinen Schäfchen im Grunde alles machen zu können.


Mittlerweile ist die Debatte um Kirche und Körper weit über die Kreise der ohnehin Interessierten hinausgewachsen. Einlassungen wie von Bischöfen, in den Neunzigerjahren seien Ohrfeigen ("Watschn") noch gang und gäbe gewesen, Hinweise von kirchlichen Würdenträgern, man habe in den Sechzigerjahren züchtigende, demütigende Gewalt gegen Kinder und Jugendliche für ein gewöhnliches, offenbar erfolgversprechendes Erziehungsmittel gehalten, ernten kein Verständnis mehr, sondern allenfalls respektarmes Lachen und bitteres Entsetzen.

 Ob die Skandale um sadistisch anmutende Gewalt und sexuellen Missbrauch, als deren prominentestes Opfer, besser: prominentester Täter, völlig zu Recht der Augsburger Bischof Walter Mixa auf der Strecke blieb, dem katholischen Klerus einen Reformprozess aufhalsen, ob all diese Vorfälle eine Art jesuanisch inspirierte Wende im römisch-katholischen Klerus einleiten, ist natürlich offen. Die frohe Botschaft aber mag lauten: In einer säkularen Gesellschaft, in einem Staat, in dem der Klerus nicht mehr die Definitionsmacht über das hat, was schicklich und was unreinlich ist, kann einem das einerlei sein.

Beiden hiesigen Kirchen geht es wie den therapeutischen Disziplinen, etwa wie der Psychoanalyse: Sie wirken nicht aus sich selbst heraus plausibel, sondern müssen sich dauernd erklären. Ein homosexueller Patient, der an gewissen Formen antischwulen Selbsthasses leidet, wird jede therapeutische Kur meiden, die den Verzicht auf das homosexuelle Begehren bewirken will. So wird es den christlichen Amtskirchen auch ergehen: Wer sich in die hinein begibt und statt der Botschaft von jesuanischer Gesamtgeborgenheit nur Drohungen erleiden muss, Angst erlebt und Gewalt, wird sie meiden - und seinen oder ihren höchstpersönlichen Christenglauben nicht mehr in den offiziellen Großreligionsgemeinschaften ausleben.

Das ist im Übrigen eine Entwicklung, die dem Vatikan Kummer bereitet. Worte aus diesem Hause haben selbst bei einer CDU-Kanzlerin wie Angela Merkel nicht dieses außerpolitische Gewicht, das sich über die Welt stellt und mehr ein Befehl ist denn eine Meinung. Eine Kirche, reformiert oder nicht, die ihre Mitglieder unzufrieden macht, kann auf Gefolgschaft nicht vertrauen, wenn in ihr das allermeiste schiefläuft: Bange machen gilt nicht mehr, Gott sei Dank.

Die Missbrauchsskandale, die in den vergangenen Monaten ruchbar gewordenen sind, sind auch ein ferner Widerhall auf die Rolle der Kirchen in der Nachkriegszeit. Zur Erinnerung: Beide Kirchen hatten auf ihre Weise sich auf die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland einen Reim gemacht. Sie begannen mit dem, was später Vergangenheitsbewältigung genannt wurde. Und den Grund für das Übel des völkischen Regimes erkannten sie in der Entfesselung des Bösen - und das Böse, so findet es sich in einer Fülle von Schriften sowohl der katholischen wie der evangelischen Kirche der Nachkriegszeit, war das Sexuelle, die Freizügigkeit, die Begünstigung des Leiblichen, die Entfesselung.

Die sexuelle Verklemmung, die die Bewegung der Achtundsechziger abzutragen hatte, war auch eine christlich gestiftete, und zwar eine, die in den späten Vierzigerjahren wurzelt. Die Kirchen in Union mit den Regierungen Konrad Adenauers trugen maßgeblich dazu bei, dass die Bundesrepublik die Nazigesetzgebung zu Homosexualität beibehielt. Die Kirchen waren es, die die Abtreibung in den Rang eines Kapitalverbrechens hoben - und bis heute können es katholische Bischöfe nicht lassen, Frauen, die eine Schwangerschaft mit einer Abtreibung unterbrachen, mit Holocausttätern gleichzusetzen. Beide Kirchen, zuvörderst die katholische, haben nichts unversucht gelassen, das Sexuelle zu verteufeln - und der römische Zweig des Christlichen hält Sex für ein Begehren, das nur dann nicht sündig ist, wenn es der Fortpflanzung dient.

Was es mit der römisch-katholischen Aufrichtigkeit auf sich hat, wenn es ums Sexuelle geht, erfährt die Öffentlichkeit nun an den Fällen sexuellen Missbrauchs, die bis in die Jetztzeit reichen. Man hört: Das Personal des Klerus kommt erst dann richtig auf Touren, ist eine sexuelle Verheißung mit Strafen, mit Sünden und mit Verboten behaftet. Wir erfahren: In den Reihen der Kirche werden nicht jene Männer Priester, die sich, schwer genug, auf ein zölibatäres Verständnis des Christendienstes einlassen möchten, sondern vor allem Männer, denen eine bürgerliche Existenz als schwule Person zu beschwerlich ist - und lieber unter zölibatären Falschzeichen das leben, was sie nicht Sexualität nennen und im Praktischen wohl in erster Linie masturbatorischen Handlungen nahekommt. Selbstbefriedigung an sich und gern mit anderen, gerichtet auf Mädchen oder Jungs.

Wie gesagt: Ideologische Apparate wie die Kirche bieten auch Tröstliches, Gutes, Schönes. All das Soziale, das Barmherzige, das Anteilnehmende. Doch wir, das Publikum, erkennen in diesen Diensten oft nur den Vorwand für das Eigentliche, das Gewalttätige, das Verhüllte, das Verklemmte. Und das ist, weltlichem Verständnis gemäß, nichts als Heuchelei. Man fragt sich: Und diese Kirchen maßen sich an, moralische Leitplanken zu setzen und immer dann besonders laut zu werden, wenn sogenannte Werte berührt sind? Hat die katholische Kirche nicht allmählich genügend Gründe, kleinlaut zu werden und vernehmlichere Tonlagen erst dann wieder anzuschlagen, wenn sie den eigenen Laden einer gründlichen Inventur unterzogen hat?

Wahrscheinlich ist der römische Klerus samt seinen deutschen Filialen von solch einer Läuterung so weit entfernt wie die Philister selbst von der biblischen Botschaft. Zuversicht stiften zumindest die viel lebendigeren protestantischen Kirchen. "Seid fruchtbar und mehret euch" wird in diesen christlichen Zweigen nicht mehr als Kampfformel missbraucht: als Credo des Christlichen, das nicht auf die Lust des Lebens vertraut, sondern als Fingerzeig, das sexuelle Durcheinander in Hinblick auf die Kinderproduktion zu sortieren. Das biblische Schnipselchen meint ohnehin, modern gedeutet, nur dies: Seid als Christen so, dass ihr für die jesuanische Botschaft einstehen könnt - und sammelt um euch herum mehr Menschen, die diesem Programm dienen möchten. Eben nur als Satz, der über jeder jesuanischen Tafel schweben könnte, nicht als Anmutung, die aus dem Sexuellen alles aussparen möchte, das in die Zeugungsformel nicht passen kann.

Dass insofern auch die protestantischen Kirchen nicht mehr ein Hort für jene sein können, die bekennenderweise die Verfolgung Homosexueller gutheißen - wie etwa die besonders in Osteuropa tätigen, missionarisch orientierten Freikirchen -, wäre nur logisch. Die schwedisch-lutherische Kirche hat diese Freiheit sich genommen: Wer aus ihr austrat, weil sie nicht Mitglied einer Institution sein wollen, die eine lesbische Theologin wie Eva Brunne zur Bischöfin von Stockholm wählte, kann nicht bedingungslos wieder in den Schoß der Kirche zurück. Er oder sie sollen sich erklären - und sagen, was sie bewog, eine Glaubensgemeinschaft zu verlassen, weil diese in ihrer Mehrheit nicht bereit ist, Homosexuelle zu entwerten, zu diskriminieren, zum Schweigen zu bringen.

So weit sind die deutschen protestantischen Kirchen noch nicht. Aber immerhin: Sie anerkennen das Institut der Eingetragenen Lebenspartnerschaft, das allein ist ein gravierender Unterschied zu katholischen Einrichtungen. In den protestantischen Kirchen hingegen können Christinnen und Christen zu PastorInnen gewählt werden, die lesbisch oder schwul sind. Und die mit ihren PartnerInnen im Pfarrhaus zusammenleben möchten. Für viele Christen ist allein diese Vorstellung noch eine Zumutung.

Aber was solls, ließe sich argumentieren: Jesus Christus von Nazareth war in seiner Zeit nichts als eine solche. Zumutungen sind der Grund für die Gründung dieser Religion gewesen. Das, zumindest das, sollte man ernst nehmen.




Aus: "Kirche und Körper - Ihr könnt uns mal" VON JAN FEDDERSEN (12.05.2010)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/schwerpunkt-kirchentag/artikelseite/1/ihr-koennt-uns-mal/

« Last Edit: Mai 12, 2010, 12:12:59 nachm. by Textaris(txt*bot) »

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[Absurde Dynamik... ]
« Reply #33 on: September 02, 2010, 01:38:48 nachm. »
Quote
[...] Es begann 1891 mit einer Sexparty und endete mit blutigen Duellen: Ein Historiker hat einen schlüpfrigen Skandal am deutschen Kaiserhof recherchiert. Die Arbeit gibt Einblick in das bizarre Intimleben der Hohenzollern.


[...] im Jahr 1996 stieß der Forscher Tobias Bringmann durch Zufall im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin auf Polizeiakten, in denen Ermittlungsberichte zur "Kotze-Affäre" abgelegt sind. Die deftigsten Passagen mochte er "aus Anstand" allerdings nicht zitieren.

Wippermann geht nun mutiger vor. Insgesamt 246 Briefe konnte er ausfindig machen, in denen ungeschminkt von "vögeln", "69-Stellung" und Oralsex unter Höflingen die Rede ist.

Zugleich arbeitet der Forscher heraus, welch absurde Dynamik der Skandal bekam: Befeuert vom starren Ehr- und Männlichkeitsbegriff der Zeit, endeten die fünf Jahre andauernden Querelen in einem blutigen Finale: Mehrere Duellanten schossen sich Kugeln in den Leib.

[...] Noch sind längst nicht alle Winkel der Affäre ausgeleuchtet. Eine vollständige Erforschung steht noch aus.


Aus: "Swingerclub im Grunewald" Von Matthias Schulz (1.9.2010 )
Quelle: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/14181/swingerclub_im_grunewald.html


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[Verstöße gegen den öffentlichen Anstand... (IT, 2010)]
« Reply #34 on: Oktober 26, 2010, 11:39:29 vorm. »
Quote
[...] Castellammare di Stabia - Ein Verbot von Miniröcken und ähnlich aufreizender Kleidung sorgt in der kampanischen Hafenstadt Castellammare di Stabia für Wirbel. Mit einem sittsamen Sit-In demonstrierte am Montagabend ein gutes Dutzend Frauen der Stadt am Vesuv gegen den Plan ihres konservativen Bürgermeisters Luigi Bobbio.

Bobbio will solch knappe Bekleidung und ähnliche Verstöße gegen den öffentlichen "Anstand" mit Geldstrafen von 25 bis zu 500 Euro belegen - vor allem, wenn dabei auch noch Reizwäsche sichtbar wird. Miniröcke bleiben aber erlaubt, so lange sie nicht zu kurz sind, wie Bobbio versicherte. "Es geht um gesunden Menschenverstand und Anstand", sagte er.

Die Demonstration linker Frauen vor dem Rathaus ließ der Bürgermeister von einer starken Polizeipräsenz flankieren, wie italienische Medien berichteten. Der Stadtrat nahm die Vorlage an. Die Vorschriften träten sofort in Kraft, sagte Bürgermeister Bobbio.

Der Bürgermeister will auch Fluchen und Gotteslästerung in der Öffentlichkeit und das Ballspielen in den Parkanlagen unter Strafe stellen. Er folgt damit vielen anderen Stadtoberen Italiens, denen die Regierung in Rom freie Hand gibt für kommunale Verbote, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in ihrer Gemeinde geht.

luk/dpa/apn


Aus: "Süditalien: Frauen gehen gegen Minirockverbot auf die Straße" (25.10.2010)
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,725273,00.html