COMMUNICATIONS LASER #17
January 07, 2009, 05:31:43 AM *
Welcome, Guest. Please login or register.

Login with username, password and session length
News: LASER#17 | TEXT MEMORY UNIT | ZITAT MONTAGEN | TXT.DB
=> BRUCHSTUECK-TEXT, SELEKTIVES GEDANKEN ARCHIV, UNGEORDNETE FELDFORSCHUNG
==> GEHIRN ESKAPADEN, ZITATE, SPUREN, ASSOZIATIONEN, TUNNELREALITAET
 
   Home   Help Search Login Register  
Pages: 1 ... 12 13 [14] 15   Go Down
  Print  
Author Topic: [Notizen zur Überwachung... ]  (Read 11582 times)
0 Members and 1 Guest are viewing this topic.
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #195 on: November 17, 2008, 11:27:33 AM »

Quote
[...] Heute soll im Bundestag das BKA-Gesetz beschlossen werden, das dem Bundeskriminalamt erweiterte Befugnisse einräumt. Dagegen protestieren nicht nur die Journalistenverbände. Auch die Ärzte sind gegen die Beschneidung ihrer Schweigepflicht, die nur noch für Abgeordnete, Seelsorger und Strafverteidiger gelten soll.

Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, meint zu dem Vorhaben der Regierungskoalition, sie seien ein Angriff auf die Bürgerrechte, die ärztliche Schweigepflicht und das Patient-Arzt-Verhältnis". Hoppe störte sich insbesondere am "2-Klassen-System", das die Schweigepflicht der Ärzte aufhebt, die der Parlamentarier aber nicht: "Es gibt zudem keine schlüssige Begründung dafür, dass das Verhältnis zwischen Abgeordneten und Wählern schützenswerter ist als das zwischen Ärzten und Patienten. Abhörverbote, Verschwiegenheitspflichten und Zeugnisverweigerungsrechte gehören zu den unabdingbaren Rahmenbedingungen ärztlicher Berufsausübung. Sie erst garantieren das für das Patienten-Arzt-Verhältnis so wichtige Vertrauensverhältnis."

Im Namen der CDU wies Wolfgang Bosbach die Kritik der Ärzte zurück. Es könne nicht angehen, dass mehrere hunderttausend Bürger von der Auskunftspflicht ausgenommen werden: "Wir können es nicht zulassen, dass so viele Menschen ihr Wissen nicht weitergeben, auch wenn damit Menschenleben gerettet werden können", wird Bosbach von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Im Namen der SPD wies Dieter Wiefelspütz den Ärztepräsidenten zurecht. Er habe zwar hohen Respekt vor der Arbeit der Mediziner, sehe aber ihre Rolle im Staatsgebilde als untergeordnet gegenüber der Arbeit von Abgeordneten und Strafverteidigern: "Das Parlament ist ein wenig wichtiger als ein Arzt."

Quote
12. November 2008 11:24
Und der Bürger ist wichtiger als beide
Schorchel (242 Beiträge seit 16.10.03)

das interessiert aber einen Politiker nicht. zum kotzen was die sich
erlauben.


Quote
12. November 2008 11:37
"Das Parlament ist ein wenig wichtiger als ein Arzt."
hallimasch (862 Beiträge seit 24.06.07)

Herr Wiefelspütz,

hat ihr Psychologe (Arzt) bei ihnen ein übersteigertes Selbstbild
diagnostiziert?
Damit wäre zumindest ihre Äußerung per Attest entschuldbar.

Von ihnen ist man ja einiges an lustigen Formulierungen gewöhnt, aber
mit dieser Äußerung lehnen sie sich wohl doch ein wenig zu weit aus
dem Fenster.


Quote
12. November 2008 11:38
Herr Wiefelspütz
estraven60 (mehr als 1000 Beiträge seit 31.08.03)

Auch Sie werden eines Tages winselnd um Ihr bißchen Leben flehen.
Seien Sie mal froh, daß es den Eid des Hippokrates gibt.


Quote
12. November 2008 11:42
Es muß doch herrlich für Parlamentarier sein, daß...
Provokant (reloaded) (mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.06)

...die Stasi2.0-Gesetze für einen selber nicht gelten. Dank des
Täterschutzes "Immunität". Derartig über dem Gesetz stehend kann man
als immuner Parlamentarier jedwede Kritik an den Stasi2.0-Gesetzen
zurückweisen.

Bah, was für eine ekelhafte und widerliche Arroganz.

MfG
  Der Provokant


Quote
12. November 2008 11:59
Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

zu Ihrer heutigen Äußerung "Das Parlament ist ein wenig wichtiger als
ein Arzt." bezüglich der Kritik des Präsidenten der Bundesärztekammer
am neuen BKA-Gesetz erlaube ich mir, Sie darauf hinzuweisen, dass in
diesem Land laut Grundgesetz alle Menschen gleich zu behandeln seien.

Ihre Äußerung zeigt meiner Meinung nach, dass Sie aus Ihrem Mandat
eine Art von gesellschaftlicher Sonderstellung mit entsprechenden
Privilegien ableiten, was mich mit einiger Verwunderung erfüllt.

Vielleicht sollten Sie einmal darüber nachdenken, wem sie geschworen
haben zu dienen und wem Sie verpflichtet sind, nämlich den
Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes und nicht einer Regierung, die
mittlerweile zwanghaft Raubbau an den Fundamenten unseres
Rechtsstaates betreibt.

Nicht ernsthaft eine Antwort erwartend,

NAME

Was meint Ihr,

( ) keine Antwort
( ) pampige Antwort
( ) nichtssagende Antwort


Quote
12. November 2008 12:03
Heftig auch auf abgeordnetenwatch (Wiefelpütz)....
Kiff (304 Beiträge seit 14.06.02)

Um mal den Respekt des Herrn Wiefelpütz gegenüber Wählern zu
demonstrieren bitte ich einfach mal folgendes zu lesen:

> http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785--f110556.html#frage110556

Quote
Quote
Demokratie und Bürgerrechte     
10.05.2008
Frage von Winfried Wacker
 
   Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

am 10.05.2008 sagten Sie bei einer Diskussion in Berlin, die Angst vor dem Überwachungsstaat Deutschland wäre Gaga [1]. Nun habe ich nicht nur die Angst davor, sondern behaupte, daß wir ihn längst haben. An fast jeder Ecke gibt es eine Kamera, die jeden meiner Schritte verfolgt. In unmittelbar bevorstehender Zukunft werden diese Kameras mit Systemen verbunden sein, welche in der Lage sein werden, anhand biometrischer Merkmale die Identität der erfaßten Menschen festzustellen. Erfolgreiche Pilotprojekte hierzu gab es längst. Der Staat möchte meine Fingerabdrücke haben und wenn es nach der Union geht, am besten auch noch als Referenz in behördlichen Dateien. Jedwede elektronische Kommunikation wird lücken- und ausnahmslos registriert und auf Vorrat gespeichert. Mein Personalausweis soll künftig mit einem Funkchip ausgestattet sein! Gegen die Gesunheitskarte und der mit Ihr einhergehenden Datensammlung werde ich mich auch nicht wehren können und Frau Harms erklärt Bürger reihenweise zu Terroristen, um rechtsstaatliche Hürden bei der Durchsuchung von Wohnungen zu umgehen, ohne jegliche Konzequezen befürchten zu müssen. Richter unterschreiben empirisch belegt praktisch jeden Antrag auf Überwachung ohne Prüfung. Wenn der Staat es für rchtig hält, durchsucht er heimlich und damit in Stasi-Manier meine Datenträger. Und Sie halten mich wirklich für Gaga, wenn ich angesichts dieser Zustände von einem Überwachungsstaat rede?

Meine Fragen: Was muß denn noch für ein Überwachungsgesetz her, daß Sie dem Volk zugestehen, unseren Staat als einen Überwachungsstaat zu bezeichnen, ohne von Ihnen diffamiert zu werden? Zweitens frage ich Sie vor dem Hintergrund, daß Sie mir einst Respektlosigkeit vorgeworfen haben, wie es um Ihren Respekt gegenüber Ihren Wählern bestellt ist, wenn Sie diese und ihre Ängste in aller Öffentlichkeit als ´Gaga´ beleidigen?

[1] http://www.heise.de/newsticker/Keine-Schranken-bei-Ueberwachungsmassnahmen--/meldung/107720


Quote
11.05.2008
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,

ich halte es für vollkommen abwegig, die Bundesrepublik Deutschland als Überwachungsstaat zu diffamieren. Gaga ist das. Sie und ich leben in dem entwickeltsten Rechtsstaat weltweit.

Frohe Pfingsten
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB


[...]

Quote
11.05.2008
Frage von Winfried Wacker

   Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

Sie beleidigen die Fragesteller hier unentwegt, indem Sie Ihre Meinungen als Unsinn abtun oder Ihnen unterstellen, keine Ahnung oder keinen Respekt zu haben. Ist Ihnen das eigentlich schonmal aufgefallen? Wollen Sie sich auf diese Weise kritischer Fragesteller entledigen? Mich haben Sie hier öffentlich als Gaga beleidigt. Werden Sie sich dafür entschuldigen?

Zweitens hätte ich gerne gewußt, warum Sie so fest davon überzeugt sind, die einzig richtige Meinung zu haben, obgleich die vielen besorgten Fragen alleine auf dieser Internetseite belegen, daß große Teile der Bevölkerung offenbar ganz anderer Meinung sind (wenn man den Anteil prozentual hochrechnet)? Auch viele gut gebildete Journalisten befassen sich mit dem Thema und kommen zu dem Schluß, daß wir mittlerweile in einem Überwachunsstaat leben. Sogar Ex-Verfassungsrichter und ehemalige Innenminister, aber auch zahlreiche aktive Politiker in der Opposition warnen vor dieser Entwicklung. Sind die wirklich alle Gaga, nur Sie, Herr Wiefelspütz, nicht?

Der Begriff Überwachungsstaat ist übrigens nicht fest definiert. Warum beleidigen Sie mich in aller Öffentlichkeit dafür, daß ich Ihn eben etwas anders als Sie auslege?

Man bezeichnet jemanden als Gaga, von dem man glaubt, daß er im Kopf nicht ganz richtig ist. Glauben Sie wirklich, daß ich Gaga bin, weil ich einen Staat, der ausnahmslos alle elektronische Kommunikation seiner Bürger erfassen läßt, als Überwachungsstaat bezeichne?

Mit freundlichen Grüßen
Winfried Wacker

Quote

12.05.2008
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz

Sehr geehrter Herr ,

ich werde mit Ihnen kein Wort mehr wechseln. Für Ihre Obsessionen sind Sie allein verantwortlich.

Die Behauptung, Deutschland sei ein Überwachungsstaat, halte ich für GAGAGAGAGAGA!.


Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB



[...]

Wer den Herren mal persönlich etwas sagen möchte, sei diese Seite
auch sehr empfohlen. Obwohl ich denke das der Wiefelpütz auch nur
eine Marionette ist, die so verblendet ist, das sie selbst glaubt was
Sie da schreibt.

Gruß

Kiff



Aus: "Koalition weist ärztliche Kritik am BKA-Gesetz zurück" (Detlef Borchers) / (anw/c't)   (12.11.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Koalition-weist-aerztliche-Kritik-am-BKA-Gesetz-zurueck--/meldung/118773

-.-

Quote
[...] Die umstrittene Novelle des BKA-Gesetzes mit der Befugnis zu Online-Durchsuchungen durch Strafverfolgungsbehörden droht an der vorletzten legislativen Hürde zu scheitern: Auf dem Landesparteitag der sächsischen SPD votierten die Delegierten am heutigen Sonntag gegen eine Verabschiedung des Gesetzes. Nach den Gepflogenheiten von Koalitionen auf Landesebene muss sich die schwarz-rote Regierung Sachsens damit bei der Abstimmung im Bundesrat, die entweder Ende November oder spätestens Mitte Dezember ansteht, enthalten. Eine Mehrheit für das Gesetz wäre nicht mehr gegeben.

"Wir sind an dieses Votum gebunden", erklärte der sächsische SPD-Chef und Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk. Da zuvor alle Länder, in denen die FDP, die Linken oder die Grünen mit an der Macht sind, bereits erklärt hatten, sich bei der Abstimmung in der Ländervertretung enthalten zu wollen, fehlt den Protagonisten der Online-Durchsuchung jetzt rechnerisch eine Stimme, um das Gesetz der Unterschrift des Bundespräsidenten zuzuführen. Der Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen, Michael Kretschmer, kündigte an, dass seine Partei sich an die Absprachen halten werde.

Sollten dem Gesetz, das auch in der Bevölkerung kaum Zustimmung findet, tatsächlich die Mehrheiten im Bundesrat fehlen, wird zunächst ein Vermittlungsausschuss eingesetzt. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte, er sei dann bereit, mit dem Berliner Koalitionspartner noch einmal über einzelne Punkte zu sprechen. Dies könne beispielsweise die sogenannte Eilfall-Regelung sein, nach der die Leitung des BKA Online-Durchsuchungen auch ohne richterlichen Beschluss anordnen kann.

Quote
16. November 2008 21:56
Da fehlt ein wichtiges Zitat (Editiert vom Verfasser am 16.11.08 um 22:00)
Gefährder (144 Beiträge seit 25.11.07)

Auch die sächsische CDU stellt sich nun offenbar auf ein Scheitern
ein: "Wenn Herrn Jurk die pubertären Beschlüsse irgendwelcher
Jungsozialisten wichtiger sind als die Innere Sicherheit
Deutschlands, muss sich Sachsen im Bundesrat enthalten", sagte
Generalsekretär Michael Kretschmer.

Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,590750,00.html

Sagt mal wieder viel über die Christdemokraten aus.


Quote
16. November 2008 21:57
Zwei vor, eins zurück.
Chris Huebsch, Chris Huebsch (963 Beiträge seit 08.02.00)

Trotz allen Jubeln über (uns) Sachsen, sollte man bedenken, was der
Würfelspitz jetzt schon prophezeit: Kleinigkeiten (z.B. den
Persilschein für Ziercke) wird man Gönnerhaft (vorerst) zurücknehmen,
die generelle Linie aber bleibt bestehen.

...


Quote
16. November 2008 22:27
Salamitaktik
BeSt (mehr als 1000 Beiträge seit 03.09.03)

Ich würde es ja begrüßen wenn das nicht durch den Rat geht. Aber die
gute alte Salamitaktik zeichnet sich hier wieder ab: Man könne über
die Eilfallregelung sprechen... ja ne klar und wenn man die weg lässt
ist alles in Ordnung? Die Eilfallregelung ist SOWAS von
verfassungsfeindlich und technischer Schwachsinn, weil bei der
Onlinedurchsuchung EILE überhaupt nicht möglich ist, da es immer
einer Vorbereitung bedarf in deren Zeit auch ein Richter gefragt
werden kann...(werden Leute die solche Forderungen stellen eigentlich
vom Verfassungsschutz beobachtet?) 
Natürlich können sie darauf verzichten, darum ging es doch gar nie.
Was bleibt ist HEIMLICH und DAS ist das Problem. Und jeder Bürger /
Politiker der damit keines hat, wenn eine Polizeieinheit heimlich
operiert, hat nichts aus der Geschichte gelernt und kein Problem mit
der Abschaffung des demokraitschen Rechtsstaates. Und vielleicht geht
es hier nicht einmal um die Onlinedurchsuchung. Auch auf diese können
sie verzichten. Das neue Gesetz gibt dem BKA auch ohne
Onlinedurchsuchung Geheimdienstkompetenzen die zu verneinen sind.
Diese werden aber überhaupt nicht diskutiert. Im Fokus der Medien ist
wenn überhaupt immer nur die Onlinedurchsuchung. Und wenn sie diese
aus dem neuen Gesetz streichen werden, werden alle beruhigt aufatmen
das schlimmste abgewehrt zu haben. Herr Schäuble sollte nie
unterschätzt werden. Er ist ein  politisches Schwergewicht und
Meister der Salamietaktik.


Quote
16. November 2008 22:54
Warum dies das endgültige Aus für das BKA-Gesetz bedeutet:
Herr Paschulke (170 Beiträge seit 01.10.05)

Wiefelspütz hat es noch nicht kapiert, dass das BKA-Gesetz mit
Sachsens Verweigerung endügltig tot ist. (Schäuble offenbar schon,
weil man von ihm nix gehört hat)

Denn die Anrufung des Vermittlungsausschusses und die dannn
irgendwann später noch einmal durchzuführenden Zustimmungen von
Bundestag und danach auch Bundesrat werden zu einem Zeitpunkt
stattfinden, wenn in Hessen bereits eine neue Landesregierung gewählt
ist. Und da eine CDU-Alleinregierung (wie derzeit) als sehr, sehr
unwahrscheinlich gilt, wird Hessen -das nach der derzeitigen
Stimmenberechnung dem BKA-GEsetz zugestimmt hätte- diesem nicht mehr
zustimmen. Auch wenn Sachsen dann trotzdem zustimmt. Und damit ist
die Kiste BKA-Gesetz endgültig beerdigt.
Mein Dank und Lob gilt hier dem sächsischen Landesverband der SPD,
insbesondere den Jusos. Es gibt in der SPD offenbar doch noch viele
Leute, die sich ihre eigene Meinung bilden und diese auch vertreten.
Zur Not gegen den Willen der Parteioberen.

Endlich mal wieder ein guter Tag für die Bürgerrechte in diesem Land.
Das BKA-Gesetz wäre nämlich mit Abstand das schlimmste gewesen, was
den Bürgerrechten hätte passieren können.


Quote
17. November 2008 00:17
Danke Sachsen-SPD
tocqueville (mehr als 1000 Beiträge seit 02.09.03)

Evtl. könnte ich mich bei der Fortsetzung dieser Form bei der
nächsten Landtagswahl für euch erwärmen, zumindest bei der
Erststimme. Ich mag zwar eure Wirtschaftspolitik nicht, aber
gegenüber fundamentalen Bürgerrechten ist das zweitrangig.


Quote
17. November 2008 09:34
Wie immer - die Sachsen retten die Welt (Editiert vom Verfasser am 17.11.08 um 10:09)
DrNihil (mehr als 1000 Beiträge seit 03.03.08)

....

Was würdet ihr armen Teutonen bloß ohne uns Sachsen machen.



Aus: "Votum der Sachsen-SPD: BKA-Gesetz fehlt Mehrheit im Bundesrat" (16.11.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Votum-der-Sachsen-SPD-BKA-Gesetz-fehlt-Mehrheit-im-Bundesrat--/meldung/118958

-.-

Quote
[...] Das umstrittene BKA-Gesetz droht im Bundesrat zu scheitern. Ein Parteitag der sächsischen SPD lehnte am Sonntag mit breiter Mehrheit das Gesetzesvorhaben ab, mit welchem dem Bundeskriminalamt weitreichende Befugnisse im Anti-Terror-Kampf zugestanden werden sollten. SPD-Landesvorsitzender Thomas Jurk kündigte an, sich an den Parteitagsbeschluss halten zu wollen und damit eine Enthaltung der aus einer CDU-SPD-Koalition bestehenden sächsischen Landesregierung im Bundesrat zu erzwingen. "Wir sind natürlich an dieses Votum gebunden", sagte Jurk.

Damit hätte das Gesetz, das vergangene Woche vom Bundestag beschlossen worden war, in der Länderkammer keine Mehrheit. Denn auch Grüne, FDP und Linke lehnen das Vorhaben ab und haben angekündigt, dass sich die Landesregierungen, an denen sie beteiligt sind, ebenfalls enthalten werden.

Dirk Panter, Generalsekretär der SPD in Sachsen, bestätigte der Süddeutschen Zeitung am Sonntagabend, dass seine Partei die CDU zur Enthaltung zwingen werde. Er rechne damit, dass dies in der Großen Koalition auf Bundesebene "politischen Knatsch" geben könnte. Doch das sei nicht zu ändern, man komme "von der Festlegung nun nicht mehr herunter".

Es war der Antrag Nr. A 64 gewesen, der beim Landesparteitag der SPD in Burgstädt die unerwartete Entscheidung brachte. Darin hatten die Jusos als Antragsteller eine strikte Ablehnung der im BKA-Gesetz vorgesehenen sogenannten Online-Durchsuchung auch ohne richterliche Genehmigung gefordert. Der Antrag bekam eine klare Mehrheit, es musste nicht einmal ausgezählt werden.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer bekräftigte, dass seine Partei zu dem Gesetzesvorhaben stehe."Doch wenn wir im Bundesrat nicht mitstimmen, war es das", erklärte er.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht. "Wenn man dieses Gesetz ablehnt, dann kann man all unsere Landespolizeigesetze gleich mit einpacken", sagte er der Online-Ausgabe der taz. Es sei aber auch die Anrufung eines Vermittlungsausschusses denkbar. Falls das Gesetz scheitern sollte, sei er bereit, über einzelne Punkte noch einmal neu mit dem Koalitionspartner zu sprechen.

Das Bundeskriminalamt hätte durch das neue Gesetz weitreichende Kompetenzen zur vorbeugenden Bekämpfung des Terrorismus bekommen. So sollten BKA-Beamte unter anderem bei Terrorverdacht Wohnungen mit Kameras und Mikrofonen überwachen und Computer online durchsuchen dürfen.

Der Bundestag hatte am Mittwoch das umstrittene BKA-Gesetz beschlossen. Der Bundesrat will sich voraussichtlich noch Ende November damit befassen.

(SZ vom 17.11.2008/dmo)

Quote

17.11.2008 08:07:59

Heinrich2006: Viel Kraft SPD!

Der SPD-Zwerg in Sachsen scheint größer werden zu wollen.

Wenn er Schäubles Gesetz zu Fall bringt, alle Achtung!

Schäuble hat noch nicht bemerkt, daß mit der Wahl Obamas, die Herrschaft der Neocons und der Geheimdienste zuende gehen soll.


Quote

17.11.2008 08:16:37

WM2000: Herr Schäuble Sie haben verloren, treten Sie endlich zurück!

Da könnte man doch Glauben, das Gemeinwohl mancher Politiker ist doch noch vorhanden. Nach dem Ausstieg aus dem BKA-Gesetz in Sachsen, sollten nun auch die anderen „Gegner“ dieses Diktates der Regierenden ablehnen. Die Bayerische FDP sollte zumindest eine Stimmenthaltung im Bundesrat anstreben, wie dies Leutheusser-Schnarrenberger angekündigt hat.


Quote

17.11.2008 08:49:16

rossi1606: Sollte

ein Hauch von Bürgerrechten möglich sein in Deutschland.


Quote

17.11.2008 08:49:45

rugero: Ein Gewinn für die Demokratie...

und ein Bestätigung des Grundgesetzes, wenn die Ablehnung der Vollausspähung der Bürger wirklich gelingt.

Aber vergessen wir bitte nicht was jetzt schon alles möglich ist in Sachen Bespitzelung der Bürger.


Quote

17.11.2008 09:00:02

bgresser: Noch mal gut gegangen

Auf die Bespitzelung sind diejenigen, die es treffen soll, in der Regel schon vorbereitet, bevor jemand an eine solche Maßnahme denkt. Getroffen werden Unschuldige und die demokratischen Säulen unserer Gesellschaft. Damit sich ein Herr Schäuble wie ein "mächtiger Regisseur" im Hintergrund fühlen kann, dafür ist dieser Preis zu hoch.


Quote

17.11.2008 09:19:11

Axolotl79:

"Das umstrittene BKA-Gesetz droht im Bundesrat zu scheitern."

Endlich einmal wieder eine gute Nachricht in Sachen Politk!!! Zum Glueck gilt der kadavergehorsam doch nicht.


Quote
17.11.2008  09:31:00

dieCanaille: Wetten dass...

... es nicht lange dauern wird, bis wir erneut auf der Titelseite der BLÖD von einem "Terroranschlag unvorstellbaren Ausmasses" erfahren werden, der von unseren nimmermüden Diensten gerade noch in letzter Sekunde verhindert werden konnte?


Quote

17.11.2008 09:46:20

ue9090: Ein hoffentliches Danke...

...an die gar ach so "dummen" Ossis.

Grüße

aus Hessen


Quote

17.11.2008 09:54:14

NetFiddler: "Wenn man dieses Gesetz ablehnt, dann kann man all unsere Landespolizeigesetze gleich mit einpacken"

JA. JA. Und packt den Schäuble am besten gleich mit ein.


[...]


Aus: "BKA-Gesetz: Aus im Bundesrat? - Sachsen gegen Schäubles Schnüffelplan" Von Christiane Kohl, Dresden (17.11.2008)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/895/333749/text/

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #196 on: November 18, 2008, 10:18:34 AM »

Quote
[...] taz: Herr Mann, wie fühlt man sich als derjenige, der das BKA-Gesetz gestoppt hat?

Holger Mann: Es ist ja noch nicht endgültig gestoppt, aber wir haben den Vormarsch bremsen können. Das BKA-Gesetz darf in seiner bisherigen Form nicht verabschiedet werden, denn es verstößt eklatant gegen Freiheits- und Bürgerrechte. Wir haben eines klar gezeigt: die Online-Durchsuchung muss aus diesem Gesetz verschwinden. Sonst wird es von der SPD Sachsen nicht mitgetragen. Und ja, wir sind froh darauf, Einfluß nehmen zu können.

[...]

taz: Die SPD hat sich in letzter Zeit nicht gerade als Bürgerrechtspartei profiliert. Wollen Sie einen anderen Kurs?

Holger Mann: Wer die Jusos kennt, weiß, dass die meisten sich gegen eine weitere Beschneidung der Freiheitsrechte einsetzen. Das ist vielleicht auch eine Generationenfrage. Junge SPDler nutzen das Internet genauso stark wie andere Menschen in ihrem Alter. Die möchten nicht, dass der Staat ihnen beim Surfen über die Schulter guckt. Und für uns im Osten gilt ohnehin, dass wir gegenüber staatlicher Überwachung noch ein Stück sensibler sind. Stasi 2.0 ist mit uns einfach nicht zu machen.

...

Quote

17.11.2008 15:14 Uhr:
Von Gerald Riese:

Junge SPDler nutzen das Internet genauso stark wie andere Menschen in ihrem Alter. Die möchten nicht, dass der Staat ihnen beim Surfen über die Schulter guckt.

Ganz genau, der Mann hat es verstanden!

Unbeteiligte und ahnungslose Politiker sollen sich bitte aus Internet und Telekommunikation heraushalten. Nicht durch staatliche Kontrolle und Überwachung ist das Internet so erfolgreich gediehen, sondern gerade durch ihr Fehlen!

Wir brauchen kein Bundeskriminalpräventions- und überwachungsamt!



Aus: "Juso-Chef über BKA-Gesetz: "Wir mussten keine Türen eintreten"" INTERVIEW: DANIEL SCHULZ (17.11.2008)
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/wir-mussten-keine-tueren-eintreten/

-.-

Quote
[...] Das BKA-Gesetz zeigt, zu welch Schlechtem eine Große Koalition in der Lage ist. Trotz monatelanger Proteste von Bürgergruppen, Berufsverbänden und Datenschützern haben Union und SPD dieses Monstrum durch den Bundestag gebracht, das dem Bundeskriminalamt zahlreiche gefährliche Eingriffsmöglichkeiten in die Grundrechte der Bürger gibt – unter dem Deckmantel des Kampfs gegen den Terror. Allem voran gehört dazu die Onlinedurchsuchung, also der Zugriff der Sicherheitsbehörden auf private Computerfestplatten auch von Unbescholtenen, beim bloßen Verdacht einer angeblich geplanten schweren Straftat.

Gegen diese Übermacht der Sicherheitsfanatiker waren die Oppositionsparteien bislang machtlos. Doch zum Glück haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat geändert. FDP, Grüne und Linke regieren inzwischen in einer ganzen Reihe von Ländern mit und zwingen diese Landesregierungen bei strittigen Gesetzen zur Enthaltung.

Auch die SPD erwacht mittlerweile aus ihrer Lethargie. Ausgerechnet die sächsische SPD, mit 9,8 Prozent bei der letzten Landtagswahl nicht eine gerade kraftvolle Partei, sorgt jetzt durch einen unerwarteten Parteitagsbeschluss dafür, dass  die Regierung in Dresden dem BKA-Gesetz im Bundesrat nicht zustimmen wird und Schwarz-Rot dort seine knappe Mehrheit verliert.

Verhindert wird dadurch auch, dass der amtierende hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch nach dem gescheiterten Regierungswechsel in Wiesbaden dem Gesetz über die Hürde verhilft, obwohl er keine Mehrheit in seinem Landtag hat.

Die SPD-Oberen sind nun sauer. Schließlich stehen sie - wie schon beim Bundeswehr-Einsatz im Inneren - blamiert da: Die eigene Basis muckt gegen ein Gesetz auf, das die sozialdemokratischen Mitregenten in Berlin durchwinken wollten.

Das ist für sie nicht schön, und erst recht nicht gegenüber dem Koalitionspartner, der wieder einmal über die Unzuverlässigkeit der SPD schimpfen kann. Für die Demokratie und die Bürgerrechte ist die Gegenwehr der sächsischen Genossen jedoch ein Segen.

Bei dem sich nun abzeichnenden Vermittlungsverfahren (eine ganz neue Erfahrung für die Große Koalition!) sollte es nicht nur um den besonders umstrittenen Punkt bei der Onlinedurchsuchung gehen. Dass nämlich im Eilfall der Präsident des BKA diesen schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre eines Bürgers auch ohne richterlichen Beschluss anordnen kann. Vielmehr sollten die neuen Kompetenzen des BKA insgesamt noch einmal auf den Prüfstand.

Falls das Gesetz am Ende am gesammelten Widerstand der Opposition und einiger Sozialdemokraten scheitern sollte, wäre das vermutlich kein großer Schaden für unser aller Sicherheit. Aber ein Gewinn für unsere Bürgerfreiheit.


Quote
IckBinBerliner »
17.11.2008 um 13:22

7. Mehr Tote durch Suff und Rauchen

[...] Hier noch zur Frage: "Wieviel Tote in kauf nehmen?"

Wieviel Tote durch Terrorismus hatten wir in Deutschland in den letzten Jahren? Müssen ja größere Mengen gewesen sein, da der Staat nun "orwellisiert" wird. 1000? 5000? Oder waren es Null komma Null?

Ich kann keine Zahl nennen. Hier aber aus der FAZ von 2006 die Zahlen der Menschen, die an Suff und Rauchen jedes Jahr sterben:

"...sterben jedes Jahr rund 140 000 Menschen, weil sie rauchen. Mehr als 73 000 weitere vorzeitige Todesfälle werden auf Alkoholmißbrauch zurückgeführt".

Auf einem der Unterschichtensender sagte ein Moderator neulich: "Terrorismus ist eine der größen Bedrohungen unserer Zeit!" Wenn die Rauchopfer, Alkoholtoten und Verkehrstoten zusammenzähle, will mir das nicht so recht einleuchten.

So an die 70 Menschen sterben jährlich im Berliner Straßenverkehr. Das wird weitgehend akzeptiert, da passiert nicht viel. Aber wegen der Terrorbedrohung soll nun die Freiheit eingeschränkt werden.

...


Quote
mistablista »
17.11.2008 um 14:25

12. Setzt keine Hoffnung auf die Sachsen-SPD

In meiner Glaskugel sehe ich ein Durchwinken auch im Bundesrat. Nach ein paar kosmetischen Korrekturen im Vermittlungsausschuss. Big Brother Müntestein wirds schon richten.
Die Verfassungsrichter in Karlsruhe hätten sonst ja auch gar nichts zu tun ;-)


Quote
Klausabc »
17.11.2008 um 15:18

15. noch drastischer

die Zahl der Selbstmorde aufgrund staatlicher Drangsalierung (Hartz4 pp) ist mit Sicherheit höher als die Gefährdung durch Terror je werden könnte.


Quote
Isaidy »
17.11.2008 um 16:33

20. Möge nie der Tag kommen,

an dem man sich vor der Staatsgewalt mehr fürchten muss, als vor den Terroristen, vor deren Gewalt dieses Gesetz angeblich schützen soll. Sicher hat niemand etwas zu befürchten, der nichts Böses im Schilde führt. Der Haken an der Sache ist nur, dass die Macht über die Definition des Wortes "Böses" laut Gesetz dann ziemlich willkürlich bei der Exekutive liegt.


Quote
P.H. »
17.11.2008 um 21:00

27. Ziemlich oberflächlich

Schade, dass sich die Zeit einen Artikel erlaubt, der in seinem Stil dem ähnelt, was man gewöhnlich nur von Leserzuschriften kennt: einseitig, pauschalierend, abstrakt und undifferenziert. Als Autor sollte man jedoch die Dinge differenzierter betrachten und mindestens konkrete Szenarien benennen, in denen eine geplante Maßnahme sich als gerechtfertigt - oder eben als nicht gerechtfertigt erweist. Ob dieses Gesetz schließlich mit dem Grundgesetz vereinbar ist, wird ohnehin das Bundesverfassungsgericht entscheiden.

Da lobe ich mir den Artikel von Heribert Prantl in der SZ (Was der Bürger nicht weiß, macht den Bürger nicht heiß), der sehr konkret auf ein wirklich gravierendes Defizit hinweist: nämlich dass die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG durch heimliche - und fortdauernd geheim gehaltene - Eingriffe des Staates vollständig unterlaufen wird. Zu dieser Frage sollte das BVerfG ebenfalls Stellung nehmen.


Quote
Helikon »
18.11.2008 um 02:02

32. Einigkeit und Recht und Freiheit

Leider besteht bei unserer Regierung derzeit große Einigkeit, Recht und Freiheit massiv einzuschränken. Gut, wenn es noch Instanzen gibt, die diese Paranoia heilen und Überreaktionen kassieren können.

...



Aus: "BKA-Gesetz: Aufrechte Sachsen" Von Ludwig Greven (ZEIT ONLINE  17.11.2008)
Quelle: http://www.zeit.de/online/2008/47/bka-gesetz-kommentar

-.-

Quote
[...] SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte dennoch, die SPD-Spitze halte an dem im Bundestag beschlossenen Gesetz fest, "auch wenn es in einzelnen Bundesländern holpert". Und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla appellierte an die Sozialdemokraten, ihre Landesverbände zu einer Zustimmung im Bundesrat zu bewegen. Er gehe davon aus, dass die mit der Bundes-SPD getroffenen Vereinbarungen gelten, sagte er. "Über die Verfasstheit der SPD", so der Generalsekretär, "kann man nur den Kopf schütteln." Viele in der Union fragen sich, wo die Parteispitze der SPD in solchen Momenten bleibt. Die Ablehnung des sächsischen Landesverbands stieß allerdings auch innerhalb der SPD auf Unverständnis. "Irrational" nannte beispielsweise der Innenexperte der Partei, Dieter Wiefelspütz, die Einwände.

[...]


Aus: "Immer Ärger mit den Ländern" Von Mariam Lau (18. November 2008)
Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article2741089/Immer-Aerger-mit-den-Laendern.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #197 on: November 19, 2008, 09:43:45 AM »

Quote
[...] Nach 38-jähriger Überwachung habe das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ihm [Rolf Gössner] jetzt mitgeteilt, dass "nach aktuell erfolgter Prüfung" durch Bundesinnenministerium und BfV seine Beobachtung eingestellt worden sei und die Daten gesperrt würden, berichtete der 60-jährige Bremer Anwalt und Publizist am Dienstag. Eine Sprecherin des BfV wollte zu dem Fall keine Stellungnahme abgeben.

[...] Registriert wurden laut Gössner vor allem Artikel, Aufrufe und Interviews, etwa im Neuen Deutschland oder auch in der Frankfurter Rundschau, sowie Auftritte bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) oder der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Letztlich werde ihm "eine Art Kontaktschuld zur Last gelegt, nicht etwa eigene verfassungswidrige Beiträge oder Bestrebungen", betont Gössner ...

[...] Das Verfahren habe grundsätzliche Bedeutung auch für andere Publizisten, Rechtsanwälte und Menschenrechtler. Es gehe um die Frage, welche Grenzen den demokratisch kaum kontrollierten Geheimdiensten gezogen werden müssten, erklärte die Liga für Menschenrechte.


Aus: "Fast vier Jahrzehnte unter Beobachtung" VON ECKHARD STENGEL (18.11.2008)
Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1631744_Fast-vier-Jahrzehnte-unter-Beobachtung.html


-.-

Quote
[...] Steht da drüben jemand in der dunklen Einfahrt? Peilt der Mann aus dem Dachgeschoss gegenüber durch das Fenster bis in dieses Zimmer, in dem vertrauliche Notizen auf dem Tisch liegen? Ist womöglich hinter den Aktenwänden eine Wanze versteckt? Wer den Bremer Rechtsanwalt Rolf Gössner in dessen Büro im Ostertorviertel besucht, wird das ungute Gefühl nicht los, dass selbst hinter der Deckenleuchte ein Mikro kleben könnte. Denn der Bürgerrechtler wird seit 38 Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet - ein besonderer Rekord, so absurd und anachronistisch wie ein Slapstick aus den Kindertagen des Kinos.

[...] Die unendliche Geschichte begann lange im vorigen Jahrtausend, als noch Kalter Krieg herrschte und widerspenstige Geister in der Bundesrepublik gern als bolschewistische Schläfer verdächtigt wurden - vom Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz jedenfalls. Klammheimlich sammelte es seit 1970 Aufsätze und Interviews des Bremer Juristen, die in ganz unterschiedlichen Blättern erschienen: in der DKP-nahen "Deutschen Volkszeitung", im maoistischen "Arbeiterkampf" oder in einer Broschüre der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes". Der Vorwurf, der ihm allerdings erst 26 Jahre später mitgeteilt wurde: "Zusammenarbeit mit linksextremistischen bzw. linksextremistisch beeinflussten Personenzusammenschlüssen". "Dabei war ich nie Mitglied einer Partei", sagt Gössner, "sondern immer nur für einen offenen, kritischen Dialog."

[...] Bis heute haben die Beamten in Köln so viele Artikel und Reden des politischen Publizisten erfasst, dass sie nach Angaben aus dem Dienst "kaum mehr aufzuzählen" sind. Selbst Interviews mit dem "Weserkurier" und der "Frankfurter Rundschau" wurden ausgewertet und archiviert. Die amtliche Sammelwut konnte weder durch Proteste von Strafverteidigern noch von Schriftstellern wie Günter Grass oder Gerhard Zwerenz gestoppt werden und auch nicht durch die Einschaltung des Bundesdatenschutzbeauftragten. Der fand das alles "nicht zu beanstanden", obwohl er die Akten über Gössner nicht mal eingesehen hatte. Sie waren einem seiner Mitarbeiter bloß vorgelesen worden, in Teilen - "zum Schutz der Quellen", wie es aus der Kölner Behörde hieß.

[...] Die "geheimhaltungsbedürftigen Daten", die der Dienst unter Verschuss hält, betreffen nach dessen Eingeständnis "Veranstaltungen, die nicht in der Öffentlichkeit stattgefunden haben". Im Klartext: Dort müssen neben Gössner V-Leute gesessen haben, die nicht enttarnt werden sollen. Zwar hat das Amt inzwischen schriftlich beteuert, dass "keine Quelle gezielt gegen seine Person eingesetzt" wurde. Aber ob er bei der Observation anderer ins Visier geriet, ob nicht noch andere nachrichtendienstliche Mittel wie etwa Wanzen angewandt wurden, weiß Gössner bis heute nicht sicher: "Und wie viel Vertrauen soll eigentlich ein Mandant in einen Anwalt haben, der über Jahrzehnte beobachtet wird? Das ist ein massiver Eingriff in das Berufsgeheimnis, der unbedingt beendet werden muss."

[...] Weil er endlich aus dem amtlichen NADIS-Computer gelöscht werden will, hat Gössner beim Verwaltungsgericht Klage gegen die Kölner Verfassungshüter erhoben. Schließlich hütet er jetzt selbst in Bremen offiziell die Verfassung, nachdem er dort zum stellvertretenden Richter am Staatsgerichtshof gewählt worden ist. Aber auch das ficht seine Kölner Erzfeinde nicht an: Sie bescheinigten ihm nun sogar, er sei zur Tarnung "ganz bewusst nicht Mitglied einer offen extremistischen Partei oder Organisation" geworden, damit er für diese "unentbehrliche Agitations- und Propagandadienste" leisten kann.

"Eine Frechheit", sagt Gössner, der im dezent roten Hemd in seinem Büro sitzt - und schmunzelt. Denn manchmal kommt er sich auch wie in einer Farce mit Überlänge vor. Schmunzelnd überlegt der Präsident der "Internationalen Liga für Menschenrechte", ob er nicht auch den Bundesrechnungshof wegen jahrzehntelanger Verschwendung öffentlicher Gelder einschalten soll. Vor Gericht hat der 60-jährige Anwalt, der demnächst als Mitherausgeber des "Grundrechte-Reports" wegen "vorbildlichen demokratischen Verhaltens" die Theodor-Heuss-Medallie erhält, jedenfalls ziemlich gute Karten. Kürzlich hat die Kölner Kammer, die bald über seinen Fall entscheidet, schon mal den Übereifer der Schlapphüte gestoppt.

...

Quote
clavacs (7.3.2008, 14:21 Uhr)

Im Dienste der Staatsdämonie

Herr Gössner, Sie wissen um mich!
Im Dienste der Staatsdämonie
Präsidenten, Kanzler, Minister, Minister-Präsidenten, Richter, Staatsanwälte, Sicherheitskräf-te, in Selbstschutz-Dämonie von Staats-Gespinsten und Gespinste-Staaten …

[...] Geheimdienstler agieren opportunistisch, falls erforderlich barbarisch – die Staatsdämonie unterscheidet sich in Diktaturen und Demokratien nicht wirklich, welch eine Last für Demokratien!
Die Menschenhatz treibt beschämend über unser Menschlich-allzu-Menschliches, über Intimitäten und Schwächen, bevorzugt über Menschen die uns nahe stehen – die Treiber wissen geschickt die Dimensionen der Bestien in uns Menschen zu nutzen! Schrecken Staatsdämo-nie!
Menschen, je nahe stehender desto besser, werden vorsätzlich manipuliert, verleitet, erpresst, genötigt sich gegen geliebte Menschen zu stellen, dabei jedwede Tabus überschreitend – wir Menschen in unserem Menschsein verloren.
Beispielsweise finden sich Ehepartner und Partner in Fallen von Seitensprüngen und zerstör-ten Beziehungen wieder, Söhne und Töchter zu Schwulen und Lesben verleitet, Geschwister zu anzüglichen Posen verleitet … Braucht solches Geschehen nur aufgedeckt zu werden, wie zeit- und arbeitssparend für die Höllenhunde. Sie brauchen tatsächliche und vermeintliche heile Lebenswelten nur noch zusammenbrechen lassen und darauf verstehen sie sich geschickt – sie sorgen für Apokalyptik! Ereignisse brechen gesteuert zu Bündel herein …
Im Muster ähnlich erfolgt die Zerstörung der geschäftlichen und wirtschaftlichen Existenzgrundlagen – der gezielt herbeigeführte Scherbenhaufen, eben Apokalypse!

Und beugt sich der unliebsame Kritiker und moderne Ketzer, als den ich mich sehe, dennoch nicht, schrecken die Höllenhunde – der intellektuellen Auseinandersetzung wohl nicht mächtig genug – auch vor brachialer Gewalt nicht zurück … (siehe mein Blog Gesichter der Staatsdämonie)

Das Inferno tobt unter Selbstverstärkung, ist das Treiben erst einmal erschreckend genug, wagt es niemand mehr, dies auch öffentlich zu machen, die staatlichen Höllenhunde wissen um diese Scheu und treiben es umso wilder, letztlich entartet!
Das abscheuliche Treiben wird von allen staatlichen Stellen und Einrichtungen mitgetragen und mitgestützt – Medien eingeschlossen! Und selbst Richter, Anwälte und Ärzte machen mit – unter Ärzten besonders gefragt, Psychiater! Und die Kirchen – sie auch!
Und allen gilt als oberstes Gebot, leugnen und schweigen – wider besseres Wissens! Zynismus pur!
Zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschheit war es drängender und leichter, sich unter Staatsdämonie wieder zu finden – der sorglose Umgang mit Prävention!

[...] BILD: Die Arschloch-Affäre! Ein passender Titel! Vor fünf Jahren von mir angeregt: Der Anti-Christ!
Christlich ist nämlich an unserem erdweiten Treiben so gut wie nichts mehr! Auf der Ebene der Staatsdämonie tobt pure Apokalypse …



Aus: "Verfassungsschutz - Schlapphüte sehen rot" Von Wolfgang Metzner (Artikel vom 03. März 2008)
Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/:Verfassungsschutz-Schlapph%FCte/612872.html?id=612872

-.-

Quote
[...] Ein in-camera-Verfahren (lat. in camera für in der Kammer, also „geheim“) ist nach deutschem Recht ein besonderes Zwischenverfahren im Verwaltungsprozess, das bei Geheimhaltungsbedürftigkeit der in der Gerichtsverhandlung zu erörternden Informationen zur Anwendung kommt. Dabei prüft und ggf. entscheidet das Gericht auf der Grundlage von Informationen (Unterlagen, Akten usw.) die weder der Öffentlichkeit noch den Beteiligten der Streitsache bekannt gegeben oder zugänglich gemacht werden. Die entscheidungserheblichen Informationen sind dann nur für die Augen des Gerichtes bestimmt und verbleiben also „in der Kammer“.

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/In-camera-Verfahren (14. November 2008)


-.-

Quote
[...] Dr. Rolf Gössner ist Rechtsanwalt, Mitherausgeber des mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichneten Grundrechte-Reports, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und Jury-Mitglied bei den Big Brother Awards. 2006 verlangte er über eine Klage gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz eine Feststellung der Rechtswidrigkeit der Dauerüberwachung seiner Person. Zudem sollte der Inlandsgeheimdienst mit der Klage verpflichtet werden, alle über ihn gesammelten Daten zu sperren und nach einer Einsichtnahme zu löschen.

Kurz vor der ersten mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Köln am Donnerstag dieser Woche teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz nun überraschend mit, dass die Beobachtung "nach aktuell erfolgter Prüfung" eingestellt worden sei. Laut Gössners Anwalt Udo Kauß konnte das Bundesamt für Verfassungsschutz bisher nicht plausibel darlegen "weshalb die geheimdienstliche Beobachtung [...] über einen Zeitraum von 38 Jahren zum Schutz der Verfassung notwendig gewesen sein soll". Damit hat Gössner sein erstes Ziel erreicht, will aber weiterhin gerichtlich auf Einblick in die bisher geschwärzten oder geheim gehaltenen Teile seiner Akten drängen. Auch die Rechtswidrigkeit der Langzeitbeobachtung will er noch von Gericht bestätigt wissen.

Bisher liegt dem Überwachten lediglich ein Teil seiner Akte vor, der etwa ein Viertel des Gesamtbestandes umfasst und den Zeitraum ab dem Jahr 2000 betrifft. Obwohl das Verwaltungsgericht Köln bereits urteilte, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz für den gesamten Bespitzelungszeitraum Einblick gewähren muss, ließen die Teile von 1970 bis 1999 bisher auf sich warten.

Allerdings ist auch im Gössner einsehbaren Teil der Akten ein beträchtlicher Teil herausgenommen oder geschwärzt. Diese Maßnahmen gehen auf das Bundesinnenministerium zurück, der obersten Aufsichtsbehörde des Inlandsgeheimdienstes. Es begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass ein Bekanntwerden der Inhalte dem "Wohl des Bundes oder eines Landes Nachteile bereiten" würde. Der weiterhin angeführte Verweis auf den "Quellenschutz" legt nahe, dass nicht nur veröffentlichtes Material über Gössner gesammelt wurde, sondern dass es auch eine verdeckte Überwachung gegeben haben muss. Bei weiteren geschwärzten Stellen scheint es sich dagegen um vom Verfassungsschutz vorgenommene Kommentierungen von Gössners Schriften zu handeln, welche die Behörde Gössner ebenfalls vorenthalten will.

Gössner klagte dagegen beim Bundesverwaltungsgericht, das den Verfassungsschutz am 30. Oktober dazu verpflichtete, dem Gericht die umstrittenen Aktenteile im Rahmen eines In-Camera-Geheimverfahrens zur Prüfung vorzulegen. Darauf, dass er vom Verfassungsschutz beobachtet werden könnte, stieß der Rechtsanwalt und Publizist 1996, nachdem die Zeitschrift "Geheim", für die er geschrieben hatte, als "linksextremistisch" eingestuft wurde. Ein Auskunftsersuchen brachte ans Licht, dass bereits seit dem Jahr 1970 Daten über den damaligen Jurastudenten gesammelt wurden.

Der Gössner bisher zugänglich gemachte Teil der Sammlung enthält nach seinen Angaben vorwiegend Vorträge, Interviews und Artikel, in denen sich zwar kritische Würdigungen der Praktiken von Sicherheitsorganen und besonders von Geheimdiensten finden, aber keinerlei verfassungsfeindliche Inhalte. Betroffen sind unter anderem Artikel in der Frankfurter Rundschau, im Freitag und im Weser Kurier.

Laut Gössner, der nie Mitglied einer Partei war, wurde ihm vom Verfassungsschutz eine "Kontaktschuld" zu als extremistisch eingestuften Gruppen und Medien wie der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN) und dem Rechtsberatungsverein "Rote Hilfe" vorgeworfen – eine "Zusammenarbeit mit linksextremistischen bzw. linksextremistisch beeinflussten Personenzusammenschlüssen". Allerdings sprach der Menschenrechtler, der sich selbst als Befürworter eines "offenen, kritischen Dialoges" sieht, auch schon bei Veranstaltungen des Hessischen Verfassungsschutzes, des Bundesgrenzschutzes und der schleswig-holsteinischen Polizei, ohne dass in diesem Zusammenhang in den ihm nun zugänglich gemachten Teilen der Akte über eine "Zusammenarbeit" spekuliert worden wäre. Es gibt einige Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass es auch persönlich-institutionelle Motive gewesen sein könnten, die den Apparat zu einer so dauerhaften Bespitzelung motivierten: Viele seiner Schriften machten Fehlverhalten von Sicherheitsbehörden öffentlich; und als wissenschaftlicher Berater der niedersächsischen Grünen half er mit, den dortigen Landesverfassungsschutz zu stutzen.

Nach der Auffassung der Internationalen Liga für Menschenrechte hat der Fall ihres Vizepräsidenten "grundsätzliche Bedeutung", weil die Vorgänge zeigen, dass eine unbekannte Dunkelziffer von Publizisten, Rechtsanwälten und Menschenrechtlern ebenfalls von unverhältnismäßigen Bespitzelungsmaßnahmen betroffen sein könnte. Eine nicht entsprechend begründete Beobachtung über einen so langen Zeitraum wie bei Gössner ist der Liga zufolge eine "schwere Verletzung von Grundrechten und des Verfassungsgrundsatzes der Verhältnismäßigkeit, für die das Bundesamt und die politisch Verantwortlichen im Bundesinnenministerium endlich zur Rechenschaft gezogen werden müssen".

Aufgrund der beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten Gössners wurde durch die Langzeitausforschung möglicherweise nicht nur sein Persönlichkeitsrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt, sondern (über die Verletzungen von Mandatsgeheimnis und Informantenschutz) auch die grundgesetzlich geschützte Berufsfreiheit sowie zahlreiche Rechte Dritter. Selbst als Gössner Deputierter in der Bremer Bürgerschaft und stellvertretender Richter am Bremischen Staatsgerichtshofs wurde, ließ der Verfassungsschutz nicht von der Ausforschung ab und erklärte dem Kölner Verwaltungsgericht stattdessen, warum seiner Ansicht nach eine Beobachtung von Richtern nicht gegen ihre vom Grundgesetz garantierte Unabhängigkeit verstoße. (pem/Telepolis)

Quote
18. November 2008 21:37
Spiegel, Süddeutsche, FAZ, Handelsblatt: nix
heiserestimme (241 Beiträge seit 13.09.07)

Dass so wichtige Meldungen es bis dahin nicht schaffen ist traurig.
Nur die FR hat's bisher.

Danke Heise!


Quote
18. November 2008 15:22
Unglaublich
taker (797 Beiträge seit 25.02.00)

38 Jahre Überwachung ...
Unglaublich, dass so etwas in einem Rechtsstaat passieren kann,
das macht mich einfach nur sprachlos.


Quote
18. November 2008 15:23
38 Jahre Dauerüberwachung
valen (469 Beiträge seit 03.10.00)

einer Person durch den Verfassungsschutz ???
Sowas ist tatsächlich möglich ?


Quote
18. November 2008 15:26
Bin ich im falschen Film?
IggoOnTour (mehr als 1000 Beiträge seit 02.04.01)

Der Artikel liest sich wie das Drehbuch zu einem schlechten
Bond-Abklatsch.

Gruss,
Iggo


Quote
18. November 2008 15:37
Der Verfassungsschutz mag ja seine Berechtigung haben ...
Oberguru (mehr als 1000 Beiträge seit 21.06.04)

Aber was zur Zeit geboten wird, ist Missbrauch in doppelter Hinsicht:
zum einen wird ein unbescholtener Bürger, der sich klar innerhalb der
Verfassung bewegt, diese respektiert und keinerlei Anstalten gemacht
hat, diese nicht beachten zu wollen, totalüberwacht - zum anderen
kommen die Verfassungsfeinde, die per Gesetz aktiv die Verfassung
unterwandern, völlig ungeschoren davon.

Was sind das nur für Zustände???


Quote
18. November 2008 15:37
Und Schäuble sagt, das sei keine Stasi 2.0
mopsfidel, heise2008@verbloggt.net (mehr als 1000 Beiträge seit 01.06.07)

Was ist es dann?



Quote
18. November 2008 16:43
Überwachung, 38 Jahre, jede Menge Hirngespinste, alles ohne Ergebnis ...
_neustart_ (318 Beiträge seit 10.06.04)


... das kommt davon wenn man als BND/Verfassungsschutz seine
Angestellten über Jahrzehnte in irgendeinen Keller steckt und nur die
Feindbilder profiliert, anstatt intern eine Auseinandersetzung über
Kommissionen oder Beiräte darüber zu führen, was denn eigentlich das
zu schütznde Gut "Verfassung" in seinen inneren Werten darstellt.

So eine Struktur führt zu Psychosen, Schizophrenie und Paranoia.
siehe USA ...

neustart


Quote
18. November 2008 18:07
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen
FreeLSD (703 Beiträge seit 06.02.05)

Ein Mann setzt sich fuer die verfassungsmaessigen Grundrechte ein.
Dafuer wird er 38 Jahre lang vom Verfassungsschutz (!) bespitzelt.
Das ganze muss jetzt aufhoeren, weil der Verfassungsschutz
rechtswidrig gehandelt hat.

Ein Gerich fordert, dass Dokumente offen gelegt werden. Die Exekutive
rueckt daraufhin nur ein Viertel der Unterlagen raus, alle brisanten
Stellen sind auch noch geschwaerzt.

What the Fuck?!


Quote
18. November 2008 20:00
Ihr seht, wir brauchen, dass BKA Gesetz!
Sebastian_R (448 Beiträge seit 12.12.03)

Nur so koennen wir das beliebig nicht nur vom Verfassungsschutz
sondern auch vom BKA weitermachen :-)

Wobei mir unser Innenschaeuble ja versichert, dass obwohl die
richterliche Kontrolle fehlt, das BKA Gesetz nie und nimmer
missbraeuchlich angewendet werden kann.


Quote
19. November 2008 07:01
Edit: "Stern" berichtete (Editiert vom Verfasser am 19.11.08 um 07:09)
Provokant (reloaded) (mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.06)

heiserestimme schrieb am 18. November 2008 21:37

> Dass so wichtige Meldungen es bis dahin nicht schaffen ist traurig.
> Nur die FR hat's bisher.
> Danke Heise!

Natürlich bringen die oben von Dir gennanten gleichgeschalteten
"Demokratie"-Brüllblätter nix darüber, das ist den Machthabern nicht
genehm.

Ausnahme ist hier der "stern":

http://tinyurl.com/2xv6hv

MfG
  Der Provokant




Aus: "Verfassungsschutz stellt Überwachung von Bürgerrechtler ein" (18.11.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Verfassungsschutz-stellt-Ueberwachung-von-Buergerrechtler-ein--/meldung/119059

-.-

Quote
[...] Auch wenn der Durchmarsch zu "Stasi 2.0" bundesratsmäßig ein bißchen wackelt, läßt Schäuble nicht locker - ganz wie es sich für einen Amtsnachfolger Erich Mielkes gehört. Aber "Stasi 1.0" auf bundesdeutschem Boden war auch schon nicht schlecht: der Verfassungsschutz teilte mit, dass die Bespitzelung des Juristen, Bürgerrechtlers und Präsidenten "Internationalen Liga für Menschrechte" Rolf Gössner nach 38 (!) Jahren nunmehr eingestellt wird. Angefangen hatte die Bespitzelung Gössners 1970, weil er als Student für linke Zeitungen schrieb... Ein Skandal ? Nö. Wenn bei irgendeinem Hinterbänkler der "Linken" ein Stasi-Gerücht auftaucht, sind FAZ,-, BILD,-, SPIEGEL-Schlagzeilen garantiert. Was aber die hiesige Stasi 38 Jahre lang so trieb bleibt gibt allenfalls eine Kurzmeldung...

Fast forward 2046: "Die Überwachung des Bürgerrechtlers Hans Citoyen begann 2008, weil er als Student linke Blogs gelesen hatte..."


Aus: "Stasi 1.0 in der BRD." Beitrag von : broeckers  (19. November 2008)
Quelle: http://www.zweitausendeins.de/writersblog/broeckers/index.cfm?mode=entry&entry=B3EC7988-65BF-D72D-A4210EEEBAC19028?CT=1

« Last Edit: November 24, 2008, 11:42:10 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #198 on: November 19, 2008, 10:46:46 AM »

Quote
[...] Die Liste lege nahe, dass bei den Bemühungen der Telekom, die firmeninternen Quellen eines Journalisten auszuspähen, offenbar alle Dämme gebrochen seien. So hätten Konzernmitarbeiter auch Gesprächsdaten von Personen überprüft, die als „undichte Stellen“ nie wirklich infrage kommen konnten – darunter etwa die Kinder zweier Aufsichtsräte der Deutschen Telekom.

Die Telekom hat im Mai eingeräumt, dass sich Mitarbeiter in den Jahren 2005 und 2006 Daten von Mobilfunkgesprächen widerrechtlich besorgten und sie auswerten ließen. Damals ging der Konzern davon aus, dass nur die Telefonate eines Journalisten und eines Aufsichtsrats, des Ex-Gesamtbetriebsratschefs Wilhelm Wegner, ausgespäht wurden.

Unter den nun 55 Betroffenen befinde sich auch ein Pressesprecher, der damals bei der Telekom-Tochter T-Online gearbeitet habe. Darüber hinaus haben die T-Schnüffler auch drei Sekretärinnen ins Visier genommen – darunter die des ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke – der zu den Hauptbeschuldigten in der Affäre gehört.

Noch könne sich die Staatsanwaltschaft keinen Reim darauf machen, nach welchen Kriterien die „Verdächtigen“ ausgespäht wurden.

...

Quote
18.11.2008
22:49 Uhr
    emp6 sagt:
    Interessant dass die "Öffentlichkeit" immer noch so überrascht ist. Macht doch mal die Augen auf.




Aus: " Spionage-Affäre: Telekom soll auch Kinder bespitzelt haben" (18. November 2008)
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article2746333/Telekom-soll-auch-Kinder-bespitzelt-haben.html

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #199 on: November 26, 2008, 09:39:16 AM »

Quote
[...] Mit GPS-Fußfesseln und -Armbändern will das portugiesische Justizministerium Gerichten und Polizei ermöglichen, künftig Täter und Opfer in Fällen auf Abstand zu halten, in denen Wiederholungsgefahr für Gewalttätigkeiten besteht. Nach einer internationalen Ausschreibung sind dazu 50 GPS-Ortungsarmbänder beschafft worden. Das System soll jetzt getestet werden und im Frühjahr 2009 einsatzbereit sein. Ein vergleichbares System ist bereits bei der New Yorker Polizei im Einsatz. Es löst automatisch einen Alarm in einer Sicherheitszentrale aus, sobald sich der Täter seinem früheren Opfer erneut nähert und gegen Auflagen verstößt, sich von ihm fernzuhalten.

Bislang dienten elektronische Fesseln in Portugal vor allem dazu, die Befolgung von Hausarresten zu überwachen, die aus Kostengründen vermehrt anstelle einer Untersuchungshaft verhängt werden. Daneben werden sie aber auch zunehmend zur Kontrolle krimineller, aber noch strafunmündiger Jugendlicher eingesetzt. Insgesamt hat die Regierung in Lissabon bereits 300 Millionen Euro in die elektronische Überwachung ("Vigilância Electrónica") von Straftätern investiert. (Richard Sietmann)

Quote
25. November 2008 15:22
Jeder bekommt eine!
Garsvik (941 Beiträge seit 28.03.07)

Dann sind dis teuren GPS Fesseln gerecht verteilt und die
Strafverfolgung wird viel einfacher.



Aus: "Mit Funkortung gegen häusliche Gewalttäter" (jk/c't, 25.11.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Mit-Funkortung-gegen-haeusliche-Gewalttaeter--/meldung/119392


Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #200 on: November 26, 2008, 09:47:12 AM »

Quote
[...] In der indonesischen Provinz Papua soll Trägern des HIV-Virus künftig ein Mikrochip eingepflanzt werden dürfen. Das meldete die indonesische Tageszeitung Jakarta Post.

Ein dafür geplantes Gesetz soll dem von der Zeitung zitierten Abgeordneten John Manangsang nach dazu dienen, die Bewegungen von Personen mit einem "aggressiven Sexualverhalten" zu überwachen. Stellt sich heraus, dass sich eine Person mit dem HI-Virus angesteckt hat, dann soll ein Bewegungsprofil helfen, dass die verantwortlichen Personen besser ermittelt und mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe belangt werden können. Allerdings wurden die "technischen und praktischen Details" dieses Plans der Meldung zufolge bisher noch nicht ausgearbeitet. Die von dem ebenfalls zitierten Abgeordneten Weynand Watari ins Spiel gebrachten handelsüblichen RFID-Chips dürften zumindest in ihrer passiven Form aufgrund der sehr geringen Reichweite nicht dafür geeignet sein.

Die Entscheidung, wer mit dem Chip versehen wird und wer die Überwachung durchführt, soll ein Komitee treffen, über dessen Zusammensetzung und Arbeitsweise noch nichts bekannt ist. Trotzdem befürwortet das Provinzparlament die Regelung angeblich. Stimmt es zu, dann könnte sie bereits nächsten Monat in Kraft treten. Die Provinzregierung war trotz mehrmaliger Anfragen ebenso wenig zu einer Stellungnahme über das Gesetzesvorhaben bereit wie die Botschaft der Republik Indonesien. Beide dementierten die mittlerweile auch von Nachrichtenagenturen aufgegriffene Meldung jedoch nicht.

Derzeit gelten geschätzte 290.000 der 235 Millionen Indonesier als HIV-Träger. In der autonomen Provinz Papua soll die HIV-Rate allerdings 15 bis 18,5 Mal so hoch liegen und rapide wachsen. Mit dafür verantwortlich sollen ritualisierte Sexualakte einiger Volksgruppen sein, welche die Verbreitung des Virus begünstigen.

Angesichts der wirtschaftlichen Situation und des technischen Entwicklungsstandes eines Großteils der Bevölkerung in diesem Landesteil wirkt der möglicherweise noch nicht ganz durchdachte Plan trotzdem relativ bizarr: Papua ist eine von zwei indonesischen Provinzen auf der aus dem holländischen Kolonialerbe übernommenen westlichen Hälfte der Insel Neuguinea. Die dort heimischen Völker unterscheiden sich körperlich und sprachlich stark von den Bewohnern der meisten anderen indonesischen Inseln. Häufig leben sie vom Jagen, Sammeln und einer mit Stein- und Holzwerkzeugen durchgeführten Landwirtschaft. Allerdings gibt es in der Provinz auch voll entwickelte Städte wie das etwa 200.000 Einwohner zählende Jayapura.

Indonesische Aids-Aktivisten sollen die Regelung scharf verurteilt haben – sie fordern stattdessen mehr Aufklärung und Kondome. Papua-Sprecher knüpften angeblich Parallelen zur Behandlung wilder Tiere, die mit ähnlichen Methoden ausgeforscht würden.

...




Aus: "Zwischen Steinaxt und RFID - In der indonesischen Provinz Papua sollen HIV-Träger elektronisch überwacht werden" Peter Mühlbauer (25.11.2008)
Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/3/119412

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #201 on: November 26, 2008, 10:10:29 AM »

Quote
[...] Die französische EU-Ratspräsidentschaft schlägt vor, Fluggastdaten auch für innereuropäische Flüge zu erfassen.

Die Ratspräsidentschaft hat neue Vorschläge zur Passagierdatenerfassung in der EU unterbreitet, berichtete heise online unter Berufung auf die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch.

Demnach sollen die Mitgliedsstaaten die umstrittene Datenerfassung deutlich ausweiten dürfen. So soll etwa die Aufzeichnung von Passenger Name Records [PNR] auch bei innereuropäischen Flügen erlaubt sein.

Auch die Ausweitung der Passagierdatensammlung auf "andere Transportformen" wird in einem mit 9. Oktober datierten Papier zur Diskussion gestellt.

Die Innenminister der EU beraten am Freitag in Luxemburg über die gemeinsame Erfassung von Passagierdaten. Die französische Ratspräsidentschaft will die Grundlagen für eine Regelung schaffen, die in der ersten Jahreshälfte 2009 unter tschechischem Vorsitz ausgearbeitet werden soll.

Eine zentrale EU-Behörde für die Erfassung der Passagierdaten zeichnet sich derzeit nicht ab. Einzelne Staaten wie Dänemark, Frankreich und Belgien sind bereits dabei, unterschiedliche Datenerfassungssysteme zu entwickeln.

Großbritannien hat ein solches bereits eingeführt. Es wird erwartet, dass früher oder später jeder Staat der EU eine eigene Datenerfassungseinheit einführen wird müssen. Einen diesbezüglichen EU-Beschluss wird es vermutlich frühestens in zwei Jahren geben.

Der österreichische Datenschutzrat hat die Notwendigkeit der von der EU-Kommission geplanten Fluggastdatenspeicherung zuletzt infrage gestellt. Auch das EU-Parlament ist skeptisch.

Quote
#michael4wien, vor 32 Tagen, 13 Stunden, 14 Minuten

Was da passiert ist Wahnsinn. Die Wirkung ist sehr gering, Überwachung total. So kann es nicht weitergehen.



Quote
Wozu?
schmalhans, vor 32 Tagen, 19 Stunden, 45 Minuten

Was da jetzt beim Fliegen abgeht, ist schon der Wahnsinn. Vielleicht wollen sie das auch auf den Bahn- und grenzüberschreitenden Autoverkehr ausdehnen. Dann dauert etwa der Grenzübertritt von Ö nach D Stunden. Ist aber bald egal, wenn das so weitergeht, kann sich wegen Arbeitslosigkeit eh keiner mehr ein Auto leisten...


Quote
Ist die breite Masse bereits so paranoid,
waldirei, vor 33 Tagen, 4 Minuten

dass sie das will, oder nur so phlegmatisch, dass sie mit sich alles machen lässt, solange es ein Bier und Fussball gibt (oder Formel 1, oder Weindegustationen, oder Ähnliches, Hauptsache nichts Wichtiges).

Quote
Ich tippe auf
ceiber, vor 32 Tagen, 20 Stunden, 18 Minuten

Zweiteres. Phlegmatisch, vielleicht nicht wirklich, sondern nur uninteressiert. Was geht mich das an, sollen die doch nur die Daten sammeln, ich hab ja nix zu ver.... Tja, so isses. Damit das Volk bei Laune bleibt gibts noch Brot und Spiele (Konsum von Billigprodukten und Verblödfernsehen). So werden Diktaturen gemacht. Da soll noch einer sagen, dass die Menschen aus der Vergangenheit nichts gelernt haben.


Quote
FASZINIEREND, welch ein tolles Instrumentarium...

utopistasocial, vor 33 Tagen, 2 Stunden, 18 Minuten

...der totalen, auch intimsten körperlichen Erfassung und totalen geistigen Überwachung aller Bürger dieser Welt hier "endlich" erfunden, gebaut, installiert und eingesetzt wird. Endlich kann man bald jede körperliche und geistige Regung aller von Natur aus unmündigen und entscheidungsunfähigen, global irregeleiteten Bürger genauestens erfassen, auswerten und zielgerichtet für deren gesellschaftlicher Ausschaltung somit für die Sicherheit der zur Zeit als lebenswert erachteten Menschen einsetzen!
Wenn dieses Instrumentarium der Überwachung und Verfolgung schon diese unfähigen politischen Vertreter der Weimarer Republik hinterlassen hätten, ach, mit wie viel geringerem Aufwand, wie viel erfolgreicher und effizienter hätten Hitler, Himmler, Stalin, El Caudillo und all die anderen "Großen der Weltgeschichte" mit ihren Erfüllungsgehilfen ihre "volksreinigenden" Ziele und die totale Sicherheit ihrer Regime anstreben und verwirklichen können!
Wollen wir wirklich den "totalen" Staat? Und das nur, weil uns die globale Meldungflut, einige/viele wirtschaftlichen Machtinteressenten sowie viele "Berufsfürchter, Angsteinpeitscher und Sicherheitsapostel" mehr scheinbare und meist überhaupt nicht fehlende Sicherheit aufschatzen!
Fördern wir jetzt "die" Sicherheit oder mittelfristig nur "mehr" totalen Staat mit all seiner Verfolgung, Unterdrückung und Wahnsinn??!!! Wer schützt uns vor unseren Schützern!!!

Quote
gwuerzer2, vor 33 Tagen, 1 Stunde, 57 Minuten

Solche Instrumentarien sind nicht nur als Vordenker und Wegbereiter fürs nächste totalitäre Regime zu verstehen, Schritt für Schritt entwickelt sich alles bereits dahin. Ideologischer Hintergrund ist nicht mehr der Antisemitismus oder die geografische Ausdehnung, sondern das Geld.


Quote
Niemand schützt uns ...

ceiber, vor 32 Tagen, 20 Stunden, 4 Minuten

es sei denn wir selbst. Das wird aber nicht passieren. Solidarität gibt es nicht mehr, oder nur dann, wenn es wirklich vielen an den Kragen gehen sollte.

Ein kleiner Trost: Was wir hier erleben ist nichts anderes als ein natürlicher Prozess. Jedes System verläuft zyklisch. Jede Kultur oder auch jedes Herrschaftssystem hat ihren Aufstieg, die Hochblüte und eben auch ihren Untergang. So auch die Demokratie. Fest steht: Des Menschen Gier nach Macht. Feudalsysteme sind die logische Folge und werden auch wieder installiert werden. Die Breite Masse bettelt geradezu danach beherrst zu werden, wenn auch nur indirekt, durch Passivität, Teilnahmslosigkeit, Dummheit. Je eher man sich damit abfindet, umso besser.

Niemand wird uns retten.



Quote
Bald ist jeder Flug ein "Con Air"-Flug

psychodaddy, vor 33 Tagen, 2 Stunden, 22 Minuten

Warum kettet man die Passagiere nicht einfach nackt an den Sitzen fest, das ganze unter strenger Aufsicht.

Dann weiß man wenigstens, woran man ist. Und wo ist der Unterschied zum "Nacktscanner", den sie auf (allen) Flughäfen einführen wollen?

Die EU glaubt also, dass all ihre Bürger (egal welcher Nationalität) Terroristen sind und generell überwacht gehören (Reiseprofile, Internetüberwachunt [Vorratsdatenspeicherung], Videoüberwachung, und und und).

Ja, der Mensch ist von Grund auf schlecht...

Quote
Ein fataler Irrtum
ceiber, vor 32 Tagen, 19 Stunden, 52 Minuten

      Die EU glaubt keineswegs dass all ihre Bürger Terroristen sind. Die Machthaber wollen uns nur glauben machen, dass es eine Bedrohung gibt um ihre Macht weiter auszuweiten.

      Wieviele Menschen sterben in Europa an den Folgen von Terroranschlägen und wieviele im Strassenverkehr. Welche Bedrohung ist allgegenwärtig und welche nicht. Warum wird die Einhaltung der Verkehrsregeln nicht so überwacht, obwohl alleine überhöhte Geschwindigkeit zu vielen Verkehrsunfällen mit Toten führt?

      Die Antwort darf sich jeder selber geben.



Quote
ceiber, vor 32 Tagen, 19 Stunden, 36 Minuten

[...] Man braucht sich nur mit dem Gedankengut elitärer Clubs vertraut machen. Nur wenige (natürlich die Mitglieder) sind zum Führen und Herrschen befähigt, der Rest der Menschheit zum Dienen. Ich kenne genug dieser Pappenheimer (eigentlich eine Verharmlosung) ... Bei öffentlichen Veranstaltungen wird oft die caritative Seite hervorgehoben, in Wirklichkeit aber geht es um ganz was anderes.


Quote
Die denken ernsthaft über weitere Datenerfassung nach...
lpino, vor 33 Tagen, 3 Stunden, 12 Minuten

Ich nehme an, es wird bald einen "Terroranschlag" auf einen TGV oder ICE geben, damit man Personenkontrollen (vorerst) auch für Reisende in Schnellzügen einführen kann.



Quote
Ja - wäre nicht das erste Mal, dass man Menschen opfert,....
utopistasocial, vor 33 Tagen, 1 Stunde, 50 Minuten

....um den Rest vom Sinn einer totalen Überwachung für die totale "Sichheit" zu überzeugen.
Daher Mitstreiter gegen diesen Wahn im eigenen Land und in EU-Mitgliedsländern suchen!!!
Schwer, oft auch sprachlich, aber möglich! Leserbriefe schreiben!!! Auch kleine Tropfen höhlen einen Stein aus! Nur müssen es über einen langen Zeitraum hin viele sein.




Aus: "Passagierdatensammlung vor Ausweitung" (23. 10. 2008)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/316885/

-.-

Quote
[...] Die französische EU-Ratspräsidentschaft will die Erfassung von Fluggastdaten vorantreiben und strebt eine schrittweise Einführung der Datenauswertung an.

Beim Treffen der EU-Innenminister in Brüssel will die französische EU-Ratspräsidentschaft am Donnerstag ein Papier vorlegen, das die Einführung solcher Datensammlungen gegen bestehende Widerstände anpeilt.

Das Dokument zielt auf eine systematische Übermittlung der PNR-Daten (Passenger Name Record) ab. Vor allem Deutschland und Österreich betrachten die Pläne nach Angaben von EU-Experten skeptisch. Die französische EU-Ratspräsidentschaft hatte zuletzt auch die Erfassung von Fluggastdaten für innereuropäische Flüge vorgeschlagen.
Schrittweise Einführung

Die Vorlage der Präsidentschaft skizziert eine schrittweise Einführung der Datenauswertung. "Am wahrscheinlichsten ist ein Konsens über die Erfassung des Flugreiseverkehrs zwischen der EU und Drittstaaten", heißt es in dem Papier.

Die Vorlage beziffert die zusätzlichen Übermittlungskosten für die Fluggesellschaften auf zehn bis 20 Cent pro verkauftes Flugticket.

Genutzt werden könnten die Daten für "Prävention, Feststellung, Ermittlung, Verfolgung und Ahndung terroristischer Handlungen und einer Reihe anderer schwerer Straftaten, die unter Bezugnahme auf den Straftatenkatalog des Rahmenbeschlusses über den Europäischen Haftbefehl festzulegen sind".
Offene Fragen

Bei einem Treffen der EU-Innenminister am 24. Oktober blieb die Frage einer gemeinsamen Erfassung von Fluggastdaten ungelöst. Österreich sprach sich unter anderem für eine eingehende Kosten-Nutzen-Analyse und die Berücksichtigung von Datenschutzproblemen in dem Fragenkomplex aus.

Eine Einigung auf eine zentrale EU-Behörde für die Erfassung der Flugdaten zeichnete sich nicht ab. Uneinigkeit herrschte auch darüber, inwieweit ein gemeinsames Flugdaten-Erfassungssystem auch EU-interne Flüge umfassen soll.



Aus: "Frankreich macht bei Passagierdaten Druck" (futurezone/dpa) (Erstellt am 25. 11. 2008)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1500387/

Logged
Textaris(txt*bot)
Administrator
Hero Member
*****
Offline Offline

Posts: 3640

Subfrequenz Board Quotation Robot


« Reply #202 on: December 01, 2008, 10:14:19 AM »

Quote
[...] In der DDR waren Brief- und Fernmeldegeheimnis in der Verfassung verankert. So tief verankert, dass alle aus dem Ausland kommenden Briefe gefilzt wurden, um darin neben Geld und systemkritischen Schriften vor allem Kassetten zu finden.

Wozu die gebraucht wurden? Na um wiederum all die Telefonate aufzeichnen zu können. Die Inlandsproduktion von Tonbändern und Kassetten reichte hierzu bei weitem nicht aus. Bereits das war eine frühe Form der "Vorratsdatenspeicherung", denn Zeit, das Aufgezeichnete noch alles anzuhören, hatten die Stasi-Beamten oft gar nicht.

Nun wissen wir ja: Die DDR war böse, weil eine Diktatur. Bei uns ist das natürlich alles ganz anders. Alleine schon, weil wir nicht Hunderttausende Stasi-Beamte zur Verfügung haben – Bundeskriminalamt (BKA), Verfassungsschutz und Geheimdienste müssen mit weit weniger Personal auskommen. Und außerdem sind bei uns Brief- und Fernmeldegeheimnis tief in der Verfassung verankert. Ach so, richtig, das waren sie in der DDR ja gleichfalls ...

Gutes Personal ist heute kaum mehr zu finden ...

Na gut, das Argument mit der Verfassung war wohl ein Schuss in den Ofen, denn gerade um die zu schützen, wird ja üblicherweise abgehört. Bleibt das leidige Personalproblem. Auf den "Lauschangriff", das Abhören von Telefone oder Wohnungen, ist die Polizei hierzulande nämlich gar nicht so besonders versessen, denn das ist nicht so prickelnd, wie man nach dem Genuss eines Spionageromans denkt, sondern eine höchst öde, langweilige Tätigkeit, und wurde gerichtlich immer weiter eingeschränkt. Trotzdem wurden im Jahr 2004 bereits über 40.000 Fernsprechteilnehmer abgehört.

[=> https://berlin.ccc.de/wiki/Telekommunikations%C3%BCberwachung]

Wer keine Armee von Stasibeamten hat, muss rationalisieren, sich an Computer heranmachen. Die verarbeiten alles schon digital, das kann prima gespeichert werden. Dann muss man nur noch "anzapfen".

Dafür gibt es verschiedene Methoden. Eine davon ist, eine Hausdurchsuchung anzuordnen und alle Computer und Datenträger der Zielperson mitzunehmen. Das Unangenehme dabei: Eine Hausdurchsuchung bekommt man zwar bei einem Richter deutlich leichter genehmigt als einen Lauscheinsatz, aber sie ist nicht unbemerkt durchzuführen.

Heimliche Hausdurchsuchungen sind nicht erlaubt

In Abwesenheit der Bewohner eine Wohnung zu durchsuchen, ist zumindest der normalen Polizei in Deutschland nämlich bislang nicht gestattet und der Geheimdienst, der so etwas kann, darf in Deutschland normalerweise gegen die eigenen Bürger wiederum nicht agieren.

Das klappte beim ollen Erich (Honecker und vor allem Mielke) noch besser, wo die Stasi selbst gegen die eigene Bevölkerung aktiv sein durfte. In Ermangelung ausländischer Spione tat sie das sogar bevorzugt, weil in dem zweiten deutschen Staat in den späten Jahren einfach nichts für Fremde Interessantes mehr zu erspitzeln war.

Die Stasi konnte ungestört in der Wohnung werkeln, während der Bürger "auf Arbeit" war, solange dort kein Hund protestierte und die Nachbarn auf die Schlapphüte aufmerksam machte. Wenn dabei mal eine Blumenvase zu Bruch ging oder der Bespitzelte an kleinen Dingen merkte, dass in seiner Abwesenheit jemand in der Wohnung gewesen war: Umso besser! Gezielt Paranoia erzeugen (genannt "zersetzen") gehörte bei der Stasi zum Geschäft: Wer niemandem mehr trauen kann, plant keine Revolution mehr.

Erhaltene Briefe unterliegen nicht dem Briefgeheimnis

Doch unsere Behörden sind keinesfalls hilflos, wenn es ums Schnüffeln in fremden Leben und Daten geht. Zwar muss eine reguläre Hausdurchsuchung in Anwesenheit des Betroffenen abgewickelt werden, weshalb die Beamten üblicherweise zu nachtschlafender Zeit oder frühmorgens an der Tür klingeln: Ist das Zielobjekt erst mal in der Arbeit, ist es für die Hausdurchsuchung nach bundesdeutschem Recht zu spät. Und kommt der Betroffene heim und sieht drei Polizeiautos vor dem Haus, könnte er auf die Idee kommen, doch erstmal ganz dringend seine Oma besuchen zu müssen – schon ist es wieder nichts mit der Hausdurchsuchung.

Der große Vorteil der Hausdurchsuchung für die Behörden ist jedoch, dass die so erbeuteten Daten uneingeschränkt verwertbar sind – es gilt hier kein Brief- oder Fernmeldegeheimnis. Das betrifft nämlich nur Briefe und E-Mails, die noch unterwegs sind.

Ja, Briefe im Postzentrum zu öffnen und zu lesen, so wie früher in der DDR, das ist im heutigen Deutschland klar verboten. Briefe, die bereits geöffnet und gelesen zuhause herumliegen – ob nun mit subversivem, erotischem oder banalen Inhalt – die dürfen bei einer richterlich genehmigten Hausdurchsuchung sehr wohl beschlagnahmt und polizeilich ausgewertet werden. Hiervor schützt kein Persönlichkeitsrecht und kein Briefgeheimnis!

E-Mail: Leichter beschlagnahmt als abgehört

Ebenso verhält es sich mit Faxen und E-Mails: Sobald sie beim Empfänger angekommen sind, unterliegen sie nicht mehr dem Brief- oder Fernmeldegeheimnis. Statt sich eine problematische Abhörgenehmigung zu beschaffen, um die E-Mails mühsam "live" mitzuschneiden, ist es also viel einfacher für die Polizei, den Computer mit den empfangenen E-Mails bei einer Hausdurchsuchung mitzunehmen, wie dieser Tage ein Kritiker der Online-Durchsuchung feststellen musste, der diese für technisch nicht realisierbar hält – die Polizei dachte offensichtlich genauso. [=> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29121/1.html ...Am Dienstag um 7.30 Uhr morgens klingelte es bei Burkhard Schröder an der Wohnungstür.]

Die erbeutete Hardware wird üblicherweise erst nach Jahren wieder zurückgegeben. Solange kann die Polizei diese selbst nutzen und in Ruhe nach bereits gelöschten Daten untersuchen. Außerdem kann der Heimgesuchte nicht mehr arbeiten und am E-Mail-Verkehr teilnehmen, wenn er kein Geld für neue Hardware hat – und natürlich sind all seine Kontakte und Passwörter kompromittiert, wenn er keine sehr gute Verschlüsselung aller Daten auf dem Rechner benutzt.

Eine andere wirksame Methode ist, sich über einen Hack oder auf dem Rechtsweg den Datenverkehr der Zielperson anzueignen, sprich: alle eingehenden Mails an sich umzuleiten. Das geht beispielsweise, indem die Internet-Domain der Zielperson über Missbrauch des Markenrechts oder DNS-Manipulation gekapert wird. So arbeiten Phisher und Abmahnanwälte und die Bezirksregierung Düsseldorf ebenso. Auf die Art können sich selbst normale Unternehmen fremde Daten beschaffen, nicht nur die Polizei und Staatsanwaltschaft.

Abhören klappt nur, wenn der Abgehörte nichts merkt ...

Beide Methoden – Hausdurchsuchung und Domain-Umleitung – werden jedoch zumindest der Zielperson auffallen, die dann, wenn sie wirklich kriminell ist, die wichtigen Kontakte über andere Wege informiert. Polizei und Verfassungsschutz erwischen dann nur noch Zufallsbekannte. Zudem ist die Domain-Umleitung bei ihrer praktischen Umsetzung über den Rechtsweg als Raub fremden Eigentums zu betrachten und damit für Sicherheitsbehörden problematisch.

Die Behörden wollen folglich unbemerkt abhören können, doch nicht altmodisch manuell analog durch Anzapfen der Leitung und Beamte, die mithören und -stenografieren, sondern modern automatisch digital.

Es gibt daher zwei neue Methoden, an die gewünschten Daten heranzukommen, die oft verwechselt werden, beide die Privatsphäre tangieren, jedoch technisch ganz unterschiedliche Dinge betreffen: Die Online-Durchsuchung und die Vorratsdatenspeicherung.

Vorratsdatenspeicherung: Die Jäger und Sammler

Die Vorratsdatenspeicherung (VDS) hat nichts mit dem Kartoffelkeller oder dem Einkaufszettel für Aldi zu tun. Vielmehr werden hierbei nun EU-weit zwar nicht die Inhalte von Telefonaten, Faxen, Short Messages und E-Mails gespeichert, sondern "nur" die Verbindungsdaten. Auf den ersten Blick klingt das harmlos. Die Daten werden zunächst einmal "nur" gesammelt, "nur" ein halbes Jahr aufbewahrt und "nur" auf Anforderung von Behörden herausgerückt.

Doch ist es keineswegs nebensächlich, wer mit wem telefoniert, gefaxt, gesimst oder gemailt hat. Wenn jemand dreimal die Woche bei den Anonymen Alkoholikern anruft, müssen dessen Gespräche nicht belauscht werden, um auf deren Inhalt zu schließen. Anrufe bei 0900-666666 dürften wiederum kaum das Wetter zum Inhalt haben. Und wer eine Geliebte hat, möchte sicher nicht eines Tages wegen der 40 SMS zur Rede gestellt werden, die da so pro Woche hin und her wechseln.

Zudem werden nicht nur die gewählten Telefonnummern und die der Anrufer gespeichert, sondern ebenso die Vertragsdaten und Standorte eines Handys. Die Behörden können also noch nach einem halben Jahr nachsehen, wo Sie sich an einem bestimmten Tag aufgehalten haben, wenn Sie Ihr Handy eingeschaltet bei sich hatten.

"Ich weiß, mit wem Du letzten Sommer telefoniert hast..."

Die Vorratsdatenspeicherung ist zunächst einmal ein Problem für die Telekommunikationsanbieter, die auf einmal alle Daten erheblich länger als bislang üblich vorhalten und auf für die Behörden zugänglichen Schnittstellen anbieten müssen. Das kostet Geld und macht das Telefonieren, Faxen und Mailen teurer, denn natürlich werden die neu entstehenden Kosten auf die Kunden umgelegt.

Diese Kosten können enorm sein, denn schafft ein Provider es nicht, die Verbindungsdaten die vorgeschrieben sechs Monate aufzubewahren, kann ihn das 500.000 € kosten, so Werner Hülsmann vom FiFF. Und es ist technisch nicht wirklich erforderlich: Ein sogenannter "Quick Freeze", die digitale Variante einer Fangschaltung reicht, um die konkreten Verbindungsdaten eines Verdächtigten festzuhalten.

Hierzu frieren die Behörden per "Knopfdruck" genau diese gerade aktuellen Verbindungsdaten ein, um sie vor der Löschung zu bewahren – was bereits ohne den richterlichen Beschluss möglich wäre. Später können diese Daten dann nach der richterlichen Genehmigung beim Provider abgerufen werden, ohne wie bei der Vorratsdatenspeicherung eben gleich alle Daten mit dem zugehörigen Missbrauchsrisiko und hohem technischen Aufwand aufzubewahren. Und zudem noch ohne das Risiko, nachher die "Nadel im Heuhaufen" suchen zu müssen, indem aus den Milliarden von Daten mühselig die eine Verbindung herausgefiltert wird, die eigentlich gesucht ist.

Ebenso problematisch ist es sicherzustellen, dass die Daten weder von den Behörden zu anderen als den vorgesehenen Zwecken angefordert und benutzt werden – beispielsweise um einen Mitarbeiter innerhalb der Behörden zu finden, der Journalisten mit Interna versorgt –, noch Dritte Zugriff auf die Daten erhalten.

Den Bock zum Gärtner gemacht?

Wenn man bedenkt, dass die Deutsche Telekom gerade erst mehrfach in den Schlagzeilen war, weil sie einerseits ihre Mitarbeiter und deren Kontakte per interner Vorratsdatenspeicherung überwacht hat und andererseits die Daten von 17 Millionen Kunden von Unbekannten entwendet und unter anderem Erotikunternehmen angeboten wurden, so ist die Vorratsdatenspeicherung keine harmlose "Vorsichtsmaßnahme", sondern ein Sicherheitsrisiko ersten Ranges, das selbstverständlich nicht nur die Deutsche Telekom betrifft.

Vielmehr ist Datenmissbrauch nicht nur durch Behörden und ihre Mitarbeiter, sondern ebenso durch Kriminelle, ein Dauerproblem. [=> http://www.daten-speicherung.de/wiki/index.php/F%C3%A4lle_von_Datenmissbrauch_und_-irrt%C3%BCmern]

[...] "Falsch verbunden" reicht, um in die Fahndung zu geraten

Wenn sich ein Terrorist oder Terrorverdächtiger verwählt und bei Ihnen anruft – oder Sie bei ihm – kann dies nun Folgen haben. Schließlich könnte "Entschuldigung, ich habe mich verwählt" ja ein Geheimcode sein – und außerdem wird der Inhalt des Gesprächs ja nicht aufgezeichnet, aber eben die Tatsache der Verbindung zwischen Ihnen und dem Beobachteten.

Ebenso reicht es, zur falschen Zeit eine eigentlich völlig ungefährliche Nummer anzurufen. So wurde der Schüler Cody Webb zwölf Tage unschuldig inhaftiert, weil er die Hempfield Area Highschool am selben Tag angerufen hatte, an dem dort eine Bombendrohung eingegangen war: Weil die Telefonanlage der Schule nicht auf Sommerzeit umgestellt worden war, wurde der Anruf mit der Bombendrohung fälschlich Webb zugeordnet. Hätte er die Schule tatsächlich eine Stunde später angerufen, wäre er vermutlich verurteilt worden – nur aufgrund der Verbindungsdaten.

Doch selbst die von den Behörden angedachte "bestimmungsgemäße" Verwendung der Daten ist brandgefährlich. Das Problem ist dasselbe wie bei der Rasterfahndung der 70er-Jahre: Es geraten leicht Unschuldige in Verdacht! So wurde damals jemand verhaftet, weil er sich auf den freien Platz in einem Bahnabteil gesetzt hatte, dessen andere fünf Sitze dummerweise – was er natürlich nicht wusste – von Terroristen besetzt waren.

Zudem könnte sich einer der beteiligten Staaten in eine bedenkliche Richtung entwickeln – was geschähe dann mit den EU-weit gesammelten Daten?

Die Vorratsdatenspeicherung ist erst durch die Digitalisierung möglich geworden – früher wurden Telefonnummern nicht gespeichert – außerhalb von konkreten Fang- oder Abhörschaltungen war nicht zu ermitteln, wer mit wem gesprochen hatte. Ebensowenig wurden Statistiken geführt, wer wem wie oft Briefe schickte. Jetzt dagegen wird alles protokolliert – und von jedem. Irgendwann könnte es ja von Nutzen sein ...

Online-Durchsuchung: Perfektion des Abhörens

Die Online-Durchsuchung ist dagegen echtes Abhören, allerdings digital. Einer der Gründe für die Behörden sie zu fordern, ist der Wunsch nach dem Abhören von Internet-Telefonaten, z.B. über Skype, deren Verschlüsselung wenn überhaupt, dann nur über das Eindringen in den benutzten Rechner geknackt werden kann. Doch klappt selbst das offensichtlich nicht. [=>  http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=071123029 (BKA kapituliert vor Skype-Verschlüsselung)]

In diesem Fall wird der in und aus dem Computer gehende Datenverkehr mitgeschnitten und abgehört, und/oder dessen Inhalt durchsucht. Daher der Begriff "Online-Durchsuchung" – der Zugriff erfolgt nicht wie bei der normalen Hausdurchsuchung physisch, sondern über das Internet.

Im Gegensatz zur normalen Hausdurchsuchung wird für die Online-Durchsuchung nach bisheriger Planung zwar ebenfalls ein richterlicher Beschluss benötigt, doch wird der Betroffene darüber nicht informiert – nicht einmal im Nachhinein. Sein Computer wird von ihm unbemerkt durchsucht.

Der digitale Blick unter die Bettdecke

Das "digitale Schlafzimmer" soll dabei außen vor bleiben, so Innenminister Wolfgang Schäuble, doch ist unklar, wie dies gewährleistet werden soll – sollen etwa alle entsprechenden Daten zukünftig vom privaten PC-Nutzer in ein Directory namens Schlafzimmer – Polizei darf hier nicht hinein klicken! gespeichert werden?

Und was ist überhaupt das "digitale Schlafzimmer" – die Schweine-GIF-Sammlung, das Tagebuch, der private Briefverkehr? Zumindest Geschäftsbriefe dürften hier ohnehin nicht geschützt sein. Und der Rest ist bereits gelesen, bevor entschieden wird, dass er nicht verwertet werden darf. Die Verletzung der Intimsphäre bleibt.

Zudem ist unklar, wer eine derartige Online-Durchsuchung genehmigen darf und wer Privates aussortiert – statt des erwähnten Richters soll nach Vorstellung des Bundeskriminalamts zukünftig schon ein Kriminalbeamter ausreichen, der mal Jura studiert hat, womit sich das BKA dann selbst kontrolliert. Ade Gewaltenteilung!

"Aber ich habe doch nichts zu befürchten!"

Mancher mag hier nun sagen "Mir doch egal, ich habe nichts zu verbergen!". Doch wer schon einmal aufgrund von Schlampigkeiten von Polizei oder Staatsanwaltschaft Ziel einer Fahndung wurde, weil zum Beispiel seine Handytelefonnummer fünf Jahre vorher noch einem Messi gehörte, der eine verwüstete Wohnung ohne Mietzahlung hinterließ oder weil der Name seiner Lebenspartnerin, die nicht einmal einen Führerschein besitzt, ähnlich lautet wie der einer Militärangehörigen, die jemanden tot fuhr und Fahrerflucht beging, und die Beamten sich den Abruf der Daten des Einwohnermeldeamtes sparen wollten, der sieht das anders.

Die Polizei hat keine Hemmungen in solchen Fällen im Personalbüro der Arbeitgeber völlig Unbeteiligter aufzutauchen und so deren berufliche Laufbahn zu ruinieren. Sie wird ebensowenig Hemmungen haben, Ihre über die Online-Durchsuchung entdeckte Liaison zu der netten Kollegin aus dem 3. Stock "ermittlungstechnisch zu verfolgen" und diese zur Vernehmung zu besuchen – deren Mann wird begeistert sein ...

Die Online-Durchsuchung – als Teil des sogenannten "BKA-Ge