[...] Ein Film, sagt Jean-Luc Godard, bestehe aus 24 Bildern pro Sekunde. Aus 24 Wahrheiten. Godard irrt. Das sind sechs zu viel. Um eine Bewegung als flüssig wahrzunehmen, genügen 18 Bilder. Und, ganz wichtig: die Dunkelphase dazwischen. Erst sie setzt die Einzelbilder zueinander in Beziehung. Wie eine Verpuppung – und danach beginnt wieder das neue Leben. Aber ohne dass das alte verschwindet. Im Unterschied zum Theater – hier geht der Vorhang auf und nach der Vorstellung wieder zu, dann ist Schluss – haben Filme ein Gedächtnis.
Aus: "Sinnliche Bildermacht" (10.06.2007) / [10.06.2007] Aufgezeichnet von manfred.engeser'at'wiwo.de
Aus der WirtschaftsWoche 24/2007.
Quelle:
http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/124/id/275891/fm/0/SH/0/depot/0/