Author Topic: [Datenschutz... (Notizen)]  (Read 14424 times)

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[Datenschutz... (Notizen)]
« on: August 14, 2007, 12:13:24 PM »
Quote
[...] Datenschutz bezeichnet ursprünglich den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch. Der Begriff wurde gleichgesetzt mit Schutz der Daten, Schutz vor Daten oder auch Schutz vor „Verdatung“. Im englischen Sprachraum spricht man von „privacy“ (Schutz der Privatsphäre) und von „data privacy“ (Datenschutz im engeren Sinne). Im europäischen Rechtsraum wird in der Gesetzgebung auch der Begriff „data protection” verwendet.

Heute wird der Zweck des Datenschutzes darin gesehen, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung beeinträchtigt wird. Datenschutz steht für die Idee, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst entscheiden kann, wem wann welche seiner persönlichen Daten zugänglich sein sollen. Der Datenschutz will den so genannten Gläsernen Menschen verhindern.

[...] Der Begriff Datenschutz wird aber auch von Behörden oder Unternehmen missbräuchlich verwendet, um Forderungen nach mehr Transparenz oder Effizienz abzuweisen. So hatte etwa der Mobilfunkbetreiber T-Mobile den Wunsch eines Kunden, den Absender von Werbe-SMS zu erfahren, mit dem Hinweis auf Datenschutz abgewiesen - und wurde erst durch ein Urteil des Bundesgerichtshof (Az. I ZR 191/04) dazu gezwungen.


Aus: "Datenschutz" (08/2007)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz

-.-

Quote
[...] Google dringt tief in die Privatsphäre von Internetnutzern ein - dies sagt die britische Organisation Privacy International (PI) in der Kurzversion einer neuen Studie mit dem Titel "A Race to the Bottom" ("Rennen um den letzten Platz"). Als einzige von 23 großen Internetfirmen erhält der kalifornische Technologiekonzern die schlechteste von sechs Wertungen: "Feind der Privatsphäre".

Schon die Google-Regeln zum Umgang mit privaten Daten seien "vage, unvollständig, und missverständlich" formuliert. Suchdaten würden 18 bis 24 Monate lang gespeichert, der Rücklauf bei Kundenbeschwerden sei "miserabel" -das sind nur einige der Vorwürfe.

Daten zu persönlichen Interessen und Eigenschaften der Nutzer helfen nicht nur Google dabei, Werbekunden ganz gezielten Zugang zu potenziellen Kunden zu garantieren - deshalb verwundert es nicht, dass auch keine der anderen Firmen es in die beste der sechs Kategorien schaffte.

Die Google-Konkurrenten Yahoo und AOL landen auf fünften Plätzen. So würden Yahoo-Nutzer beim Registrieren aus Marketinggründen aufgefordert, sehr persönliche Daten einzugeben; AOL bekenne sich recht offen zur Weiterverarbeitung persönlicher Angaben, sage jedoch nirgenwo, wie das geschieht.

Microsoft bekam immerhin eine "Vier", was aber laut PI keineswegs mit "ausreichend" gleichzusetzen ist: Der wesentliche Unterschied zwischen Google und Microsoft liege weniger im täglichen Umgang mit Kundendaten, sondern in der Grundhaltung zum Thema Datenschutz. Zumindest sei Microsoft dabei, im gesamten Unternehmen eine klare Datenschutzpolitik zu entwickeln.

Privacy International wurde 1990 gegründet. Seit den Anfängen des Word Wide Web hat die Londoner Organisation sich durch scharfe Kontrolle des Datenschutzes im Internet hervorgetan: die selbst gestellte Aufgabe ist der Schutz der Privatsphäre gegenüber den Begehrlichkeiten von Behörden und Untenehmen.

Diese gehen mitunter ineinander über, wie PI im Jahr 2000 beklagte: Die Organisation protestierte gegen die Weitergabe von Kundendaten durch den Internet-Buchhändler Amazon an staatliche Stellen an. 2006 wies PI auf die Schwierigkeiten hin, beim Auktionshaus Ebay und etlichen anderen Internetfirmen ein einmal eingerichtetes Kundenkonto und die damit verbundenen persönlichen Daten wieder zu löschen.

Im September will PI die weit umfangreichere Vollversion der Studie veröffentlichen. Man darf gespannt sein, wie die Unternehmen reagieren.

Quote

11.06.2007 15:51:10

soylentyellow: SZ und Nutzerdaten?

Was macht die SZ mit den Nutzerdaten wenn ich angemeldet surfe ? (Wann surfe ich wie viel auf der SZ Seite, interessiere ich mich mehr für Autos, Fußball oder doch Politik? Klicke ich auf Werbung?)

Quote

11.06.2007 15:33:19

samkut: Zwischenzeitlich mal diese Maßnahme


... na, dann könnte dies hier ein wenig helfen:
http://mrl.nyu.edu/~dhowe/trackmenot


Aus: "Datenschutz im Netz: Google - der Feind deiner Privatsphäre - Sie wollen alles wissen: Einer neuen Studie zufolge sammeln große Internetfirmen hemmungslos Kundendaten - allen voran Google" Von Jan Fredriksson (11.06.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt9l2/computer/artikel/27/117896/


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[Exkurs: Ein venezianischer Spiegel... (Notizen, BRD, beobachtete Mieter)]
« Reply #1 on: August 14, 2007, 12:17:59 PM »
Quote
[...] Wie das Amtsgericht München jetzt in einem Urteil entschied, rechtfertigt die Verletzung der Intimsphäre und des Persönlichkeitsrechts eine hundertprozentige Mietkürzung.

Der Student war im Oktober 2005 eingezogen und zahlte monatlich 216 Euro. Er wohnte mit zwei Kommilitonen in der Wohnung der älteren Dame. Einer der drei stellte im Januar 2006 fest, dass der Badezimmerspiegel von der Rückseite her durchsichtig war. Ein Mauerdurchbruch führte in einen abgetrennten Nebenraum, in dem die Polizei schließlich Pornozeitschriften und -videos fand.

Die drei Studenten klagten auf volle Rückzahlung ihrer Miete. Das lehnte die Vermieterin mit dem Hinweis ab, nur das Bad sei im Wohnwert beeinträchtigt. Deswegen sei auch die hundertprozentige Mietrückzahlung ihrer Meinung nach nicht angemessen.

Das Amtsgericht gab nun dem ersten der Studenten recht, der auch seinen Mietvertrag fristlos gekündigt hatte. Die Vermieterin habe arglistig verschwiegen, dass sich in dem Bad ein venezianischer Spiegel befand. Dem Studenten sei die Benutzung des Bads nicht zuzumuten, da er jederzeit mit heimlicher Beobachtung rechnen musste. Die Entscheidungen zu den Klagen der beiden anderen Studenten stehen noch aus.

Wer den venezianischen Spiegel eingebaut hat, konnte die Polizei nicht klären. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Mann und Sohn der Vermieterin. Die Verfahren seien jedoch mittlerweile eingestellt, wie ein Sprecher der Behörde sagte. "Es war nicht nachzuweisen, wer den Spiegel eingebaut hat.“ Die zwei Männer machten einen früheren Mieter verantwortlich.

Quote

14.08.2007 08:51:05

bayerbuar: LOL

Wie im Film ^^


Aus: "Voyeur-Spiegel im Bad: Student bekommt Miete zurück" (13.08.2007)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,ra14m5/muenchen/artikel/134/127926/

-.-

Quote
[...] Ingolstadt - Ein Vermieter in Oberbayern hat Hausbewohner etwa zehn Jahre lang mit Mikrofonen und Kameras überwacht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten, hatte der 60-Jährige in seinem Mehrfamilienhaus bei Ingolstadt in zwei Wohnungen in den Schlaf-, Bade- und Wohnzimmern Kameras und Mikrofone angebracht. Erst in der vergangenen Woche entdeckte eine Mieterin die Kameras zufällig beim Putzen und verständigte die Polizei. Bislang machten die Ermittler sieben betroffene Männer und Frauen aus.

Bei der Durchsuchung des Hauses stellte die Polizei in einem Büro umfangreiches Video- und Tonmaterial sicher. In ersten Vernehmungen räumte der Vermieter ein, die Mieter und ihre Gäste beobachtet und gefilmt zu haben. Als Motiv nannte er sexuelle Gründe. Gegen den Mann wird ermittelt. Um welchen Ort es sich handelt, wollte die Polizei nicht mitteilen. (ddp)


Aus: "Vermieter beobachtete Mieter per Kamera" (ERSTELLT 27.11.07)
Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1196118161515.shtml


« Last Edit: November 28, 2007, 12:39:11 PM by Textaris(txt*bot) »

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[Daten sind heikel... (Notiz, Datenschutz)]
« Reply #2 on: October 08, 2007, 12:17:01 PM »
Quote
[...] Hamburg - Die burmesischen Polizisten und Diplomaten kamen mit einem klaren Anliegen: Die Vertreter der Militärjunta wollten die Festplatten von Computern der Vereinten Nationen, als sie am Wochenende in die Uno-Büros in Rangun kamen, berichtet die "Times" heute. "Sie kamen und fragten uns nach den Festplatten unserer Computer", sagte ein Uno-Vertreter der Zeitung.

Die Uno-Beschäftigten verweigerten die Herausgabe des Materials, waren dem Bericht zufolge am Wochenende allerdings damit beschäftigt, viele Informationen zu löschen, damit sie in keinem Fall in die Hände der Militärjunta fallen können.

Die Daten sind heikel: Sie könnten der Militärjunta wichtige Informationen liefern, um den führenden Köpfen der Proteste gegen das Regime auf die Spur zu kommen. In den vergangenen Wochen hatten Blogger per E-Mail Fotos von der Situation in dem Land verschickt. Selbst als das Militärregime den Zugang zum Internet gekappt hatte, kursierten Bilder. Zwar laufen die Computer in dem Land über staatlich kontrollierte Server, vielen Regimekritikern war es aber gelungen, die staatliche Kontrolle zu durchbrechen und ihre Informationen über Proxy-Server unentdeckt abzusetzen.


Aus: "BURMA: Militärjunta verlangt für Dissidentenjagd Einblick in Uno-Computer" (08. Oktober 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,509952,00.html


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[Die "Bielefelder Erklärung"... (Notiz, Datenschutz)]
« Reply #3 on: October 16, 2007, 01:41:15 PM »
Quote
[...] Am Sonntag haben drei deutsche Bürgerrechtsorganisationen ein Manifest gegen die Datensammelwut von Unternehmen und Behörden veröffentlicht. Unterzeichnet haben der FoeBuD [Veranstalter der deutschen Big Brother Awards], die Deutsche Vereinigung für Datenschutz und das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung.

"Die Privatsphäre und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts werden zunehmend eingeschränkt und missachtet", stellen die Bürgerrechtler fest und verweisen unter anderem auf die Einführung der Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsverbindungsdaten, die Erfassung der Fluggastdaten durch US-Geheimdienste und die Integration biometrischer Daten in Ausweise.

Die unterzeichnenden Organisationen "fordern die politisch Verantwortlichen auf, sich für die Erhaltung der Grundrechte einzusetzen, statt ständig zu versuchen, mit Hilfe angstschürender Schreckensszenarien den schleichenden Abbau wesentlicher demokratischer Errungenschaften zu rechtfertigen".

Quote
  Was die nicht alles ...
walkoffame, vor 53 Minuten
... inszenieren um uns weiszumachen, daß es Bielefeld doch gibt ...


Aus: ""Bielefelder Erklärung" für Datenschutz - Manifest deutscher Bürgerrechtler" (15.10.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/228723/

-.-

Quote
Bielefeldverschwörung:

[...] Die Anhänger dieser Verschwörungstheorie stellen die Existenz der Stadt Bielefeld in Frage. Sie glauben, dass alle Hinweise auf diese Stadt ein Teil einer groß angelegten Verschwörung sind, der Bielefeldverschwörung. Diese Verschwörung soll die Menschheit von der Existenz einer Stadt namens Bielefeld überzeugen. Die Anhänger dieser Verschwörungstheorie sprechen im Bezug auf die Urheber der Verschwörung grundsätzlich nur von IHNEN oder SIE. Einige vermuten als Urheber der Bielefeldverschwörung die CIA, den Mossad oder Außerirdische unter Führung von Ashtar Sheran, die ihr Raumschiff als Universität getarnt haben, also "übliche Verdächtige" bei Verschwörungstheorien. Eine andere Version dieser Verschwörung argwöhnt, dass sich in Bielefeld der Eingang zu Atlantis befindet. Um SIE nicht aufmerksam zu machen, werden statt Bielefeld oft die Termini B*e*e*e*d, B**l*f*ld, Blfd oder Bielefake verwendet, oder es wird schlicht von dem B-Wort gesprochen. Auch Lachen bei Berichten in Nachrichtensendungen über Ereignisse in Bielefeld gehört zum dokumentierten Verhaltens-Repertoire der Anhänger der Theorie.

Neue Nahrung erhielt die Bielefeldverschwörung durch einen Kartenfehler in Google Earth. Dort, wo gemäß Karte und Suchfunktion die Innenstadt von Bielefeld sein sollte, waren im Luft/Satellitenbild nur Wald, Grünflächen und locker besiedelte Flächen zu erkennen, die nicht einmal annähernd zu dem darüber gelegten Straßennetz passten. Dieser Fehler wurde erst im Oktober 2006 korrigiert.


-.-

Die "Bielefelder Erklärung" DVD, FIfF, FoeBuD e.V.  (14.10.2007)
http://www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/bielefelder-erklaerung


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[Google zeigt geheime Überwachungsbilder... (Notiz, Überwachungskameras)]
« Reply #4 on: October 24, 2007, 01:07:28 PM »
Quote
[...] Voyeure kommen bei Google voll auf ihre Kosten. Nach der Eingabe einiger Befehle spuckt die Suchmaschine Tausende Überwachungskameras aus, die ihre Bilder über das Internet senden. Darunter sind Innenaufnahmen aus Firmen, Lagerräumen und Schulen, aber auch von öffentlichen Plätzen und Straßenkreuzungen. Oft kann die Kamera geschwenkt, das Bild herangezoomt werden – um die Gesichter der Menschen noch besser zu erkennen.
Viele der offen zugänglichen Kameras stehen in den USA, einige in Europa und Asien. Manche sind bewusst für die Öffentlichkeit freigeschaltet worden, viele andere nicht. Der Grund, warum sie trotzdem über Google für jeden verfügbar sind: Sie sind erschreckend schlecht geschützt.

Die Kameras sind ans Internet angeschlossen, damit das Sicherheitspersonal sie aus der Ferne überprüfen kann. Manchmal sind bestimmte Bereiche dieser Webseiten Passwort geschützt – oder die Adressen sind so kryptisch, dass sie normalerweise nicht angesurft werden. Doch das Google-Suchprogramm („Spider“) dringt manchmal auch in Webseiten-Bereiche vor, die hinter dem Passwort stecken. Die Sicherheitslücke ist seit fast drei Jahren bekannt. Geändert hat sich wenig.

Google gibt anschließend je nach Befehl Tausende Kameras an. Verhindern könnten Sicherheitsbeauftragte das, indem sie dem Google-Programm genau sagen, wo es suchen darf und wo nicht. Oder aber mit einer verbesserten Passwort-Abfrage.


Aus: "Datenschutz: Google zeigt geheime Überwachungsbilder" (23. Oktober 2007)
Quelle: http://www.welt.de/webwelt/article1290824/Google_zeigt_geheime_Ueberwachungsbilder.html


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[Kapriolen beim EU-Datenschutz für Sicherheitsbehörden... (Notiz, EU)]
« Reply #5 on: November 14, 2007, 09:59:38 AM »
Quote
[...] Der innenpolitische Sprecher der Liberalen im EU-Parlament, Alexander Alvaro, hat dem EU-Rat unsauberes Spiel bei der geplanten Verabschiedung des Rahmenbeschlusses für den Datenschutz im Sicherheitsbereich vorgeworfen. Nach Informationen des FDP-Politikers soll das heftig umstrittene und von Datenschützern als löchrig kritisierte Gesetz bis Ende des Jahres nur symbolisch angenommen werden. Bisher hatten die EU-Kommission und Vertreter der Ratspräsidentschaft immer wieder betont, dass der Rahmenbeschluss noch offiziell in diesem Jahr verabschiedet werde. Dies sei den Bürgern und den europäischen Institutionen ausdrücklich versprochen worden, erklärt Alvaro. Die nun nur noch angekündigte rein politische Einigung bis zum Ende des Jahres sei dagegen "nichts weiter als heiße Luft".

Der jüngste Vorschlag der gegenwärtigen portugiesischen Ratspräsidentschaft hatte bei Bürgerrechtlern Empörung ausgelöst, da "essenzielle nationale Sicherheitsinteressen und spezifische Geheimdienstaktivitäten im Bereich der nationalen Sicherheit" von den Auflagen zur Beachtung der Privatsphäre von Betroffenen nicht erfasst werden sollen. Trotz wiederholter Eingaben des europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx, anderer Hüter der Privatsphäre sowie des EU-Parlaments würde es in dem aktuellen Papier auch dabei bleiben, dass die Datenbestände der europäischen Strafverfolger und Geheimdienste im großen Stil an Drittländer wie die USA weitergegeben werden dürften.

"Wenn nun politische Kapriolen geschlagen werden, um Portugal einen politischen Erfolg zuzuschanzen, sind jegliche Errungenschaften für den europäischen Datenschutz im Bereich der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit nur von symbolischem Wert", beklagt Alvaro den aktuellen Schachzug in Brüssel. Substanziell käme so der Schutz personenbezogener Daten auf europäischer Ebene keinen Schritt weiter. Es ist bereits jetzt offensichtlich, dass die Forderungen der EU-Abgeordneten im aktuellen Ratstext fast gänzlich ignoriert werden. So umfasse der Regelungsbereich nicht einmal den innereuropäischen Datenaustausch, auch Nachrichtendienste würden nicht berücksichtigt. "Immer, wenn es um Schutzrechte von Bürgern geht, entstehen bis zur Durchsichtigkeit verwässerte Gesetze", wettert der Liberale. "Was wir brauchen ist nicht der kleinste, überhaupt denkbare Nenner, keine sich wiederholenden politischen Absichtserklärungen, sondern einen ausgereiften und ganzheitlichen Regelungsrahmen, und den so schnell wie möglich." (Stefan Krempl) / (jk/c't)


Aus: "Politische Kapriolen beim EU-Datenschutz für Sicherheitsbehörden beklagt" (13.11.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/98919


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[Man habe sich an die chinesischen Gesetze gehalten... (Notiz, Yahoo)]
« Reply #6 on: November 14, 2007, 10:08:00 AM »
Quote
[...] Der US-Internet-Konzern Yahoo hat am Dienstag bekanntgegeben, sich mit den beiden regimekritischen chinesischen Journalisten Shi Tao und Wang Xiaoning geeinigt zu haben, die das Unternehmen im April und im Juni 2007 in den USA geklagt hatten, nachdem Yahoo Hongkong ihre Nutzerdaten an die chinesischen Behörden ausgeliefert hatte.

Die chinesische Justiz hatte die Dissidenten, die demokratiefreundliche Texte über Yahoo-Systeme versandt hatten, aufgrund des ausgelieferten Materials zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Ihre US-Anwälte sagten, sie seien in den chinesischen Gefängnissen gefoltert worden.

Die Bedingungen, unter denen die außergerichtliche Einigung erfolgte, wurden nicht bekannt. Yahoo übernimmt aber die Gerichtskosten für die beiden Kläger und eines ihrer Familienmitglieder. Die drei waren von der Washingtoner Bürgerrechtsorganisation World Organization for Human Rights vor US-Gerichten vertreten worden.

Yahoo-Chef Jerry Yang und sein Chefjurist Michael Callahan hatten sich in der vergangenen Woche anlässlich einer Anhörung im US-Kongress noch für das Vorgehen ihrer Firma verteidigt. Man habe sich an die chinesischen Gesetze gehalten. Gleichzeitig hatten sich Yang und Callahan aber bei der Mutter von Shi Tao entschuldigt.


Aus: "USA: Yahoo einigt sich mit Dissidenten" (13.11.2007)
Quelle: http://futurezone.orf.at/it/stories/235434/


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[Im Zeitalter der Teletubbies... (Notiz, BRD, .get privacy)]
« Reply #7 on: November 21, 2007, 01:00:29 PM »
Quote
[...] Im Zeitalter der Teletubbies ist ein Projekt wie .get privacy keinen Pfifferling mehr wert. Schäuble aka Stasi 2.0 stellt nur den kulminierten Gedanken der dieser Gesellschaft innewohnenden Respektlosigkeit dar. Natürlich ist er hervorragend als Buhmann geeignet, wie jeder Innenminister zuvor, um von den eigenen charakterlichen Schwächen abzulenken … da, der dort ist schuld.

Die Sensibilität der Bevölkerung im Netz liegt schon dort massiv brach, wo Werbung als kulturelles Phänomen, gar als kulturschaffende Sache betrachtet wird. Diese postapokalyptischen Kulturbanausen zerstören nicht nur Kultur in ihrem Facettenreichtum, sondern verschleudern die Daten ihrer Besucher auch an Dritte. Aber da es jeder so macht und die Aktionen mittels Datenschutz gedeckelt sind, kann man auch das Recht auf Individualität des Einzelnen mit Füßen treten - denn man steht ja auf der sicheren Seite. Wer sollte auch einschreiten, bedient man sich doch der gleichen Argumentationsrethorik wie Vater Staat. q.e.d.

Da sind schon Generationen mit Werbung (im Netz) aufgewachsen, mit Erfassungen, Analysen, mit dem hirnlosen verschleudern von Daten an jeder Supermarktkasse via Bonuskarte etc. Völlig unreflektiert werden Dinge preis gegeben, eine Sensibilisierung kann nicht mehr statt finden, da dieser Zustand der fortwährenden Datenstriptease ein Stück Normalität für die meisten darstellt.

Wo soll man da noch ansetzen? Wenn schon das eigene Recht auf Individualität nicht mehr wahrgenommen wird? Wo soll man ansetzen, wenn die größte Motivation sich überhaupt mit Schutz der eigenen Privatsphäre zu beschäftigen nur darin besteht den illegalen Download diverser Dinge vor den Ermittlungsbehören zu verschleiern?

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen wenn dem Einzelnen nicht mehr bewußt ist was seine Persönlichkeit eigentlich darstellt. Es ist sinnlos zu argumentieren wenn einige fortwährend anderen das Recht an Individualität nehmen möchten, indem sie es in Frage stellen, indem sie sich respektlos darüber hinwegsetzen.

Tadelt man die Behörden, muß man auch selbst konsequent für die eigene Sache einstehen. Das ist sicherlich schwer, man kann nicht alles wissen, wird man aber darauf aufmerksam gemacht, so sollte man dementsprechend handeln … nicht gemäß dem schwammigen Rahmen des Gesetzgebers oder dem Kuhlhandel irgendeines Datenschützers folgend, nein gemäß dem Respekt vor anderen Individuen.

Das wird nicht klappen, das kann gar nicht klappen, ergo ziehen wir auch für uns die Konsequenz .get privacy als losgelöstes Projekt weiter zu betreiben. Man sieht sich heute als Kritiker der schwindenen Privatsphäre eher Angriffen ausgesetzt, als jene die diese permanent mit Füßen treten. Das ist die bittere Ironie in einem Land, das schon sooft Vorreiter in puncto menschenverachtendem Handeln war. Der Staat kann nicht richten, wozu sein Volk nicht bereit ist.

Quote
#  Kommentar von Chris:

    Man sieht sich heute als Kritiker der schwindenen Privatsphäre eher Angriffen ausgesetzt, als jene die diese permanent mit Füßen treten.

Damit ist eigentlich alles gesagt…
21. Mai 2007, 14:06 Uhr

Quote
#  Kommentar von fmat:

Schade, dass Du hinwirfts. Wirklich schade. Ich kann es Dir nachfühlen. In einer Welt in der Klingeltöne und DSDS wichtiger sind als die teuer erkämpften Freiheitsrechte.

Ich möchte mich bedanken für die ganze Arbeit, die in dieser Webseite steckt. Ich habe diese Seiten immer gerne als weiterführende Informationquelle emfohlen, wenn jemand noch weiter Argumente für Datenschutz benötigte oder weil er sein System sauber halten wollte.
21. Mai 2007, 14:40 Uhr

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#  Kommentar von Oliver:

http://www.stern.de/polit.....147.html

Das ist die Realität und da hilft auch keine Bloglesung mehr. Denn die Gesellschaft toleriert das.
21. Mai 2007, 19:01 Uhr

Quote
[...] Der Startschuss für die verschärfte Gangart fiel vergangene Woche, als 900 Polizisten teilweise mit schusssicheren Weste, Helmen und Vermummung, Rammböcken und Flex zu einer mediengerechten Razzia ausrückten. Das schwerste Geschütz, das aufgefahren wurde, war die Begründung für den Durchsuchungsbeschluss von 40 Wohnungen und Treffpunkten von G8-Gegnern: Bildung einer terroristischen Vereinigung nach Paragraph 129a. Ein größeres Kaliber hat das Strafgesetzbuch nicht zu bieten.

[...] Die zumeist jungen G8-Gegner wurden erkennungsdienstlich behandelt, DNA-Proben wurden genommen, bei manchen auch Geruchsproben. Festgenommen wurde bei der Razzia niemand. Dafür hätte ein dringender Tatverdacht gegen sie vorliegen müssen. Der lag nicht vor. Für die Durchsuchung reicht ein so genannter Anfangsverdacht.

Diese Durchsuchungen hätten auch gar nicht der Verhinderung geplanter Anschläge gedient, erklärt ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. "Dafür gab es keine Anhaltspunkte." Sie sollten "Aufschluss über die Strukturen und personellen Zusammensetzung" der Anti-G8-Gruppierungen geben.

Die Vorwürfe im Durchsuchungsbeschluss aber lesen sich anders: Seit Juli 2005 waren im Raum Hamburg nachts parkende Autos von fünf Managern, einem Politiker und einem Wirtschaftswissenschaftler angezündet worden. Die Schlussfolgerung: "Die Häufung der Anschläge im Hamburger Raum seit 2005 legt nahe, dass die militante Kampagne gegen den G8-Gipfel dort einen Schwerpunkt ihrer Aktivitäten hat."

"Es ist diese Willkür", sagt der Physiker der es satt hat, jetzt ständig seinen Namen im Zusammenhang mit brennenden Autos lesen zu müssen, "du fühlst dich so ausgeliefert." Die Tür des sanften Mannes mit der Nickelbrille wurde mit dem Rammbock aufgebrochen. "Es ist so entwürdigend. Ich dachte nur: Was macht man mit mir."

Der Hintergrund: Die seit Jahrzehnten nicht nur der Polizei, sondern auch den Gruppen von Atomkraftgegnern bekannten linken Akademiker, waren auch immer wieder gegen die Castor-Transporte nach Gorleben aktiv. Als vor Jahren auf der Bahnstrecke ins Wendland so genannte "Krähenfüße" auf die Oberleitungen geworfen worden waren, gerieten die AKW-Gegner ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft. Sieben Jahre lang wurde ermittelt. Ohne irgendein Ergebnis. Die Verfahren wurden eingestellt. Geblieben sind nur acht Leitz-Ordner abgehefteter Verdächtigungen.

Fast alle, gegen die ein Hausdurchsuchungsbefehl erwirkt wurde, haben das gleiche Stigma: Sie waren schon einmal irgendwo, irgendwann verdächtigt worden. Zwei jungen Männern aus Hamburg zum Beispiel wurde vorgeworfen, sie hätten Farbbeutel auf ein Mövenpick-Gebäude geworfen, als vor zwei Jahren gegen den Bau eines Luxushotels in einem Wasserturm im Szene-Viertel demonstriert wurde. "Das steht dann groß in der Zeitung", sagt einer der jungen Beschuldigten, "aber dass die Ermittlungen eingestellt wurden, findet sich später nirgendwo."

Die jungen G8-Gegner aus Hamburg kennen seitdem die Kränkungen, wenn Polizisten in die Wohnung stürmen, höhnisch lachend die Briefe von Freunden vorlesen oder Gedanken, die junge Menschen nur ihrem Tagebuch anvertrauen. Die Polizei stand damals auch in der Wohnung ihrer Eltern in gutbürgerlichen Hamburger Vierteln. Den Vater des einen erinnerte das an ein Kindheitserlebnis. "Das letzte Mal", sagte er den Polizisten, "war es die Gestapo, die bei uns so eingetreten ist."

Den anderen hatten jetzt vier Beamte in kugelsicheren Westen aus der Behindertenwerkstatt abführt, in der er ein soziales Jahr absolviert. "Das war mir sehr unangenehm." Die Polizisten hatten Kollegen und Behinderte ausgefragt: Ob er eine Freundin habe, ob er sich politisch geäußert habe, ob er in der Werkstatt Metallrohre bearbeitet habe.

Tatsächlich haben die Hamburger Sicherheitsbehörden die Brandattacken niemals konkreten Tätern zuordnen können. "Wir haben nie eindeutige Hinweise auf einzelne Personen gehabt", sagt ein Ermittler, "wir haben eher angenommen, dass das zwei oder drei Gruppen sind." Dabei wirkten die Bekennerschreiben mal platt, mal hochintellektuell. Bezeichnend auch für die Fahnder, dass bei einem Anschlag der Wagen von den radikalen Zündlern extra aus dem Carport gezogen wurde, damit keine Flammen auf das Haus überschlagen konnten. "Die haben nie Menschen angegriffen. Schön flackern ja, aber nur Sachschäden. Die haben sich selbst klare Grenzen gesetzt."

Aus: "Hausdurchsuchungen: Harte Gangart gegen G8-Gegner" Von Wolfgang Metzner und Kuno Kruse (16. Mai 2007)
Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/589147.html





Aus: "get privacy gescheitert" Von Oliver, get privacy, colosseum 2.0 | 21. Mai 2007
Quelle: http://www.fixmbr.de/get-privacy-gescheitert/


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[Datenklimakatastrophe.. (Notiz, Datenschutz)]
« Reply #8 on: November 23, 2007, 09:37:16 AM »
Quote
[...] Als der Informationsdienst Lexis-Nexis vor zwei Jahren bekanntgab, dass sich Unbekannte Zugang zu den persönlichen Dossiers von etwa 32.000 Datenbankkunden verschafft hatten, klang das noch spektakulär. Kurz zuvor vermeldete die US-Firma ChoicePoint ebenfalls einen Sicherheits-GAU. Über Tarnfirmen hatten sich Kriminelle Zugriff auf 145.000 ausführliche Kredit-Datensätze von Privatpersonen verschafft. Firmen wie ChoicePoint sammeln die persönlichen Daten von Abermillionen Amerikanern und verkauften sie an das FBI, das US-Justizministerium und an große Konzerne. Am Erfolg dieser Branche ist in den USA kurioserweise ein Datenschutzgesetz schuld: Der Privacy Act von 1974 untersagt es den Behörden, Daten zusammenzustellen, die nicht unmittelbar ihre Arbeit betreffen – den privaten Datensammlern ist keine solche Beschränkung auferlegt.

Inzwischen sind Meldungen über solche digitale Desaster alltäglich geworden. Und wenn abertausende Bürger von solchen erheblichen Datenverlusten betroffen sind, ohne dass man von schlimmeren Folgen als ein bisschen Kreditkartenmissbrauch gehört hätte, ist doch schwer einzusehen, weshalb man sich wegen ein paar kleiner Online-Durchsuchungen aufregen sollte. Oder?

Dass sich Widerstand gegen Online-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung nur verhalten formiert, liegt unter anderem an der Salami-Taktik, mit der die Freiheit des Einzelnen beschnitten wird. Die schwindenden Scheibchen bleiben abstrakt. Die Wände, die uns umgeben, werden nach und nach durchlässiger und poröser. Unsere Kultur wurzelt in dem hohen Wert, den wir dem Individuum zumessen. Privatsphäre ist der Humus, auf dem dieser Wert gedeiht. Angriffe auf diese Grundlage folgen inzwischen der selben Strategie, nach der auch moderne Kriege geführt werden: Nicht mehr die große Heere gewinnen die Schlacht, sondern kleine Einheiten.

Dieser sachten Entwicklung hin zu einem Überwachungsstaat begegnen immer mehr Menschen affirmativ. Der Romanheld in Jonathan Franzens Welterfolg “Die Korrekturen” sieht sich mit den Wünschen seines jugendlichen Sohnes nach Überwachungstechnik konfrontiert :Die vom Kinderzimmer aus kontrollierbare Kamera in der Küche bringt den Vater im Lauf der Geschichte noch in Schwierigkeiten). Unsere Gesellschaft scheint von einer unbändigen Lust am Exhibitionismus erfasst worden zu sein. Vor ein paar Jahren war Big Brother Synonym für Überwachung und Kontrolle. Als 1984 der Apple Macintosh eingeführt wurde, gab es einen Werbespot mit einer Menschenmenge, die dem Großen Bruder lauscht und einer jungen Frau, die ihm einen Hammer ins Gesicht schleudert. Mit den gleichnamigen Containershows hat sich das Ganze in unterhaltsame Sozialpornographie verwandelt – die Leistung der Teilnehmer besteht darin, alles zu zeigen.

Was die Privatsphäre betrifft, gibt es für sie keinen Bestandsschutz mehr. Stattdessen zeigt sich die verhängnisvolle Tendenz, sie mit immergleichen Argumenten a la “Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich nicht zu fürchten” durchlässiger und brüchiger zu machen. Was für die Erdatmosphäre im Großen gilt, gilt für die vielen kleinen menschlichen Privatsphären genauso – sie sind gefährdet durch unverantwortliche Eingriffe.


Aus: "Die Datenklimakatastrophe" Von Peter Glaser (23.11.07, Infotech, Blog)
Quelle: http://www.heise.de/tr/blog/artikel/99433

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Peter Glaser (* 30. Juni 1957 in Graz, Österreich) ist ein Schriftsteller und Journalist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Glaser

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http://www.heise.de/newsticker/meldung/57286

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http://www.heise.de/newsticker/meldung/58607

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http://en.wikipedia.org/wiki/Privacy_Act_of_1974

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http://4topas.wordpress.com/uberwachung/

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http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Brother




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« Reply #9 on: November 29, 2007, 01:50:46 PM »
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[...] Google hat als Betreiber des Blogdienstes Blogger.com die IP-Adresse eines anonymen Bloggers einem israelischen Gericht übergeben. Verschiedenen Berichten zufolge wurde der Blogger wegen der Verleumdung dreier Lokalpolitiker in Shaarei Tikva verklagt. In seinem Blog habe der Angeklagte die drei Ratsmitglieder, die sich am vergangenen Dienstag zur Wiederwahl stellten, unter anderem Bereicherung und Kontakte zur Unterwelt vorgeworfen, heißt es weiter. Die betroffenen Politiker klagten.

Das Gericht habe die Herausgabe der IP-Adresse des anonymen Bloggers verlangt. Dem habe Google unter Hinweis auf den Schutz der Meinungsfreiheit zunächst nicht stattgegeben. Erst auf Hinweis des Gerichts, der Inhalt des Blogs gebe Anlass zu einem begründeten Verdacht auf ein Verbrechen, soll Google umgeschwenkt sein und die IP-Adresse in einem seltsam anmutenden Deal schließlich doch übergeben haben. Den Berichten zufolge ist Diffamierung in Israel nicht wie in anderen Jurisdiktionen ein Vergehen, sondern ab einem bestimmten Grad ein Verbrechen.

Dem Arrangement mit dem Gericht folgend hätten die Kläger den Blogger in seinem Blog kontaktiert und ihn aufgefordert, seine Identität zu lüften und drei Tage später zu einer Anhörung zu erscheinen oder anonym zu widersprechen und Gegenklage einzureichen. Offenbar reagierte der Blogger nicht und Google übergab die IP-Adresse an das Gericht, mit der nun die Identität des Bloggers anhand der Daten des Provider geklärt werden kann. Die Herausgabe der IP sei ein Novum in Israel, heißt es weiter.

Google, dessen vollmundiges Firmenmotto "Don't be evil" mit wachsender Konzerngröße zunehmend strapaziert wird, verteidigte sich gegenüber CNET News, dass das Unternehmen keine Wahl gehabt habe, als der Aufforderung des Gerichts Folge zu leisten. "Wir haben dem Gericht die IP-Adresse des Bloggers nach einer gerichtlichen Anordnung übergeben", erklärt ein Sprecher.

Berichte, nach denen Google die Daten mehr oder weniger freiwillig übergeben habe, wies ein Sprecher gegenüber dem US-Magazin PC Pro scharf zurück: "Die IP-Adresse wurde übergeben, nachdem uns eine gerichtliche Verfügung zugestellt wurde, der wir entsprechen mussten. Einige Quellen melden, das sei ohne Verfügung geschehen, was einfach nicht wahr ist." (vbr/c't)

Quote
28. November 2007 14:56
Mir ist ein Google das sich an die Gesetze der jeweiligen Länder hält...
Commander (mehr als 1000 Beiträge seit 16.03.01)

...lieber als ein Google, dass seine eigenen Gesetze macht. Wenn
einem der Vorgang jetzt nicht passt, muss man die Kritik ans
israelische Rechtssystem richten, und das ist auch so wie es sein
sollte.

Mir ist eher mulmig, was Google intern mit den gesammelten Daten
alles tun könnte.

Quote
28. November 2007 14:38
Passiert hier in Deutschland täglich!
Anudu (746 Beiträge seit 24.01.02)

Auch ich wurde schon zweimal von einem Gericht gezwungen, IP Adressen
herauszugeben. Zähneknirschend bleibt mir da nichts anderes übrig.

Aber schon unzählige Male hat die Polizei es "auf dem kurzen
Dienstweg" probiert. Denen habe ich immer gesagt, daß sie erstmal
einen richterlichen Beschluß ankarren sollen. Dann wurden die echt
böse. Vor zwei Wochen hat mir sogar einer eine Hausdurchsuchung
angedroht.

Gerade so, als stünde der Server unter meinem Bett.

Quote
28. November 2007 14:59
Re: Passiert hier in Deutschland täglich!
Simifilm (mehr als 1000 Beiträge seit 22.08.00)

Anudu schrieb am 28. November 2007 14:38

> Auch ich wurde schon zweimal von einem Gericht gezwungen, IP Adressen
> herauszugeben. Zähneknirschend bleibt mir da nichts anderes übrig.

Dagegen ist grundsätzlich auch nichts zu sagen. Wenn es begründeten
Verdacht auf ein Verbrechen gibt, kann die Polizei Leute festnehmen,
Hausdurchsuchungen vornehmen, Telephone abhören etc. Warum sollte das
im Internet grundsätzlich anders sein? Die entscheidende Frage ist,
bei welchen Vergehen dieses Massnahmen angeordnet werden dürfen.

simon




Quote
28. November 2007 14:43
Bei aller Kritik, die man gegen google äußern mag...
Sarcan (290 Beiträge seit 23.09.02)

...sehe ich hier nicht unbedingt ein Fehlverhalten. Wenn tatsächlich
eine gerichtliche Verfügung eingegangen ist blieb den Jungs wohl kaum
eine andere Wahl, es sei denn, sie hätten das Recht in die eigenen
Hände nehmen wollen. Es kann aber erst recht nicht sein, dass ein
Konzern sich über dem Urteil eines Gerichtes erhaben sieht.

...



Aus: "Google übergibt IP eines anonymen Bloggers an israelisches Gericht" (28.11.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/99685


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Quote
[...] Die in London ansässige Bürgerrechtsvereinigung Privacy International hat ihren diesjährigen Bericht zum Stand des Schutzes der Privatsphäre in 47 Staaten vorgelegt. Im Rahmen der Studie schätzen 200 Experten die Länder nach verschiedenen Kriterien vom verfassungsrechtlichen Status des Schutzes der Privatsphäre über den Einsatz von Biometrie bis zu konkreten Überwachungsmaßnahmen ein.

War Deutschland 2006 unter den europäischen Staaten beim Schutz der Privatsphäre noch auf Platz eins mit der Klassifizierung "Umfangreiche Schutz- und Sicherungsmaßnahmen vorhanden", reicht es 2007 nur noch für Platz sieben. Die Einschätzung hat sich um zwei Stufen auf "Schwache Schutzmaßnahmen" verschlechtert. Schlusslicht in der EU ist Großbritannien, das zusammen mit Staaten wie Russland und Singapur in der schlechtesten Kategorie "Überwachungsgesellschaft" gelandet ist. (odi/c't)

Quote
30. Dezember 2007 18:41
Menschen wollen ja keine Privatsphere
megakill (mehr als 1000 Beiträge seit 14.04.04)

denen ist ihr lausiges armes Leben wichtiger als alles andere,
deshalb zieht Schäublersche Angstmache-Taktik auch so gut.


Quote
30. Dezember 2007 18:13
Leute, wir können es in einem Jahr schaffen!
FrogmasterL (mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.05)

Die USA liegen nur noch drei Stufen vor uns, letztes Jahr waren es
noch vier. Mit ein wenig mehr Patriotismus können wir schon 2008
gleichziehen.
Erschreckend finde ich, dass es keinen Staat mehr gibt, der die beste
Einstufung erhält.


Quote
30. Dezember 2007 19:06
Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten. k.t
mein Kommentar :-) (188 Beiträge seit 20.08.03)

wirklich nicht


Quote
30. Dezember 2007 19:24
OT. 20.000 Aleviten protestieren in Köln gegen einen Film.
wernibaggi (185 Beiträge seit 15.08.07)

Mal davon abgesehen, daß ich bisher noch nie etwas von denen gehört
habe, finde ich es bemerkenswert, daß es möglich ist 20.000 Leute
zusammen zu bekommen, die für ein Anliegen auf die Strasse gehen.

So etwas wünschte ich mir auch mal in dieser Grössenordnung wenn es
um den Erhalt, Korrektur: Wiederherstellung eines demokratichen
Deutschlands geht.

Schön Jröss us Kölle


Quote
31. Dezember 2007 0:35
Was mischt sich dieser englische Verein in unsere Privatangelegenheiten?
mm1980 (171 Beiträge seit 08.12.07)

Das geht den erstmal überhaupt nichts an, was wir hier in Deutschland
tun und lassen. Das ist im Grunde genommen PRIVATSACHE.

Und niemand im Forum regt sich darüber auf, dass fremde Länder hier
ihre Nase hereinstecken und herumschüffeln wie es denn mit der
Privatsfäre in Deutschland ausschaut. Für mich ist das der
eigentliche Skandal. Ich bin ein stolzer Demokrat und habe die
Politiker gewählt, es sind meine Vertreter die jetzt für mich die
Gesetze erlassen. Das hier im Forum - mal wieder - eine Minderheit -
gegen mich als Demokrat - aufschreit war zu erwarten.

maze

Quote
31. Dezember 2007 7:18
Re: Was mischt sich dieser englische Verein in unsere Privatangelegenheiten?
Ilea (920 Beiträge seit 06.12.05)

Du hast wirklich den totalitären Überwachungsstaat gewählt? Warum?
Welche Vorteile erwartest du von einer Demokratie, die keine freie
Meinung mehr mag?

Quote
31. Dezember 2007 12:23
Re: Was mischt sich dieser englische Verein in unsere Privatangelegenheiten?
mm1980 (178 Beiträge seit 08.12.07)

Ilea schrieb am 31. Dezember 2007 7:18

> Du hast wirklich den totalitären Überwachungsstaat gewählt? Warum?
> Welche Vorteile erwartest du von einer Demokratie, die keine freie
> Meinung mehr mag?

Nur weil ein Verein irgend etwas meint festzustellen geht unsere
Demokratie nicht unter. Lass Dich von den Engländern nicht verwirren,
bei uns in Deutschland ist alles bester Ordnung!

maze



Quote
31. Dezember 2007 8:20
Re: Was mischt sich dieser englische Verein in unsere Privatangelegenheiten?
kunvivanto (371 Beiträge seit 23.03.06)

Das klingt so absurd, dass ich mich schon frage, ob Du es nicht doch
ironisch meinst.


Quote
31. Dezember 2007 11:02
Wat! Wer bist Du denn?
nichtglauben (mehr als 1000 Beiträge seit 07.11.01)

mm1980 schrieb am 31. Dezember 2007 0:35

> Das geht den erstmal überhaupt nichts an, was wir hier in Deutschland
> tun und lassen. Das ist im Grunde genommen PRIVATSACHE.

Nein, genau genommen ist es von öffentlichem Interesse, dass eine
unabhängige Institution überprüft wie es in Sachen Datenschutz
aussieht. Wenn der Bund eine solche Studie in Auftrag gibt könnte die
Gefahr bestehen dass die Studie zu einem gewünschten Resultat des
Auftraggebers kommt. Das müsste auch Dir als waschechter Demokrat
einleuchten.

> Und niemand im Forum regt sich darüber auf, dass fremde Länder hier
> ihre Nase hereinstecken und herumschüffeln wie es denn mit der
> Privatsfäre in Deutschland ausschaut.

Och da reichen schon Zeitungen und öffentlich zugängliche Protokolle
des Bundestages um einen ersten Eindruck zu bekommen wie gross der
Datenschutz in Deutschland noch geschrieben wird.

> Für mich ist das der
> eigentliche Skandal. Ich bin ein stolzer Demokrat und habe die
> Politiker gewählt, es sind meine Vertreter die jetzt für mich die
> Gesetze erlassen.

Ahhh ja....

Indirekte Demokratie vs direkte Demokratie sagt Dir etwas?

> Das hier im Forum - mal wieder - eine Minderheit -
> gegen mich als Demokrat - aufschreit war zu erwarten.

Aufschreit?
Junge, hast Du ein verzogenes Weltbild und ein wenig zu wichtig
nimmst Du Dich selbst auch.

> maze

Quote
31. Dezember 2007 12:21
Re: Wat! Wer bist Du denn?
mm1980 (177 Beiträge seit 08.12.07)

nichtglauben schrieb am 31. Dezember 2007 11:02

> mm1980 schrieb am 31. Dezember 2007 0:35
>
> > Das geht den erstmal überhaupt nichts an, was wir hier in Deutschland
> > tun und lassen. Das ist im Grunde genommen PRIVATSACHE.
>
> Nein, genau genommen ist es von öffentlichem Interesse, dass eine
> unabhängige Institution überprüft wie es in Sachen Datenschutz
> aussieht. Wenn der Bund eine solche Studie in Auftrag gibt könnte die
> Gefahr bestehen dass die Studie zu einem gewünschten Resultat des
> Auftraggebers kommt. Das müsste auch Dir als waschechter Demokrat
> einleuchten.

Also wenn überhaupt, dann sollte der Bundestag eine unabhängige
Studie in Auftrag geben.

maze



Quote
30. Dezember 2007 18:55
Lieber John Titor,
wc3 (380 Beiträge seit 06.11.03)

du hattest folgende Zeilen im frühen Millenium geschrieben:

"I watch every day what you are doing as a society. While you sit by
and watch your Constitution being torn away from you, you willfully
eat poisoned food, buy manufactured products no one needs and turn an
uncaring eye away from millions of people suffering and dying all
around you. Is this the 'Universal Law' you subscribe to?

Perhaps I should let you all in on a little secret. No one likes you
in the future. This time period is looked at as being full of lazy,
self-centered, civically ignorant sheep. Perhaps you should be less
concerned about me and more concerned about that."

Heute im Jahre 2007 beim Übergang zum neuen Jahr treffen deine
Prognosen mehr den je zu. Nicht nur in den USA, sondern auch in der
EU. Ich weiß, dass der Großteil der dumpfen, ignoranten und
selbstzentrierten Bevölkerung dieser Erde von den Massenmedien
hypnotisiert wird und lautlos die Aushöhlung der Grundrechte
hinnimmt. Daher wird unsere Generation auch ungünstiger Weise nach
diesen Menschen beurteilt werden.

Und es zerreißt mir das Herz, denn zwei bis drei Teilnehmer diese
Forums und ich möchten, wenn ich richtig lese, sicherlich nicht dazu
gezählt werden. Wir müssen und werden, sofern die Möglichkeit noch
gegeben sind, auch im Jahr 2008 das Maul möglichst weit aufmachen und
gegen diese Apathie und Ignoranz der Massen ankämpfen. Eventuell
müßen wir uns ein wenig mehr anstrengen, um manifest auszudrücken,
dass es sehr wohl auch Leute in unserer Generation gab, die sich dem
vermeintlichen Schiksal nicht ergeben haben und nachgedacht haben.

Erzähle mir 2039, ob es laut genug war und wie viele sich
angeschlossen haben.

Gruß

wc3




Aus: "Deutliche Verschlechterung beim Schutz der Privatsphäre in Deutschland" (30.12.2007)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/101146

-.-

http://www.privacyinternational.org/

=x-347-559597]http://www.privacyinternational.org/article.shtml?cmd[347]=x-347-559597




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[Die Geschäftsbedingungen... (Notiz, STUDIVZ, Marcus Riecke)]
« Reply #11 on: February 28, 2008, 01:50:01 PM »
Quote
[...] Das Online-Netzwerk StudiVZ arbeitet regelmäßig mit der Polizei zusammen. Auf Anfrage gibt die Geschäftsführung Daten verdächtiger Nutzer an die Ermittler bei der Kriminalpolizei und bei den Landeskriminalämtern (LKA) weiter. Dies bestätigte StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke WELT ONLINE. „Wir haben uns von all denen Nutzern, die unsere AGB akzeptiert haben, bestätigen lassen, dass wir bei Ermittlungsersuchen der Strafverfolgungsbehörden Nutzerdaten weitergeben dürfen“, sagte Riecke.
Zur Herausgabe der Daten in begründeten Fällen sei das Unternehmen laut Telemediengesetz verpflichtet. In dem Gesetz ist festgelegt, dass die Betreiber eines Internetangebots im Einzelfall Nutzerdaten weitergeben dürfen, wenn dies der Strafverfolgung oder dem Schutz des Staats dient. Zu Anfragen berechtigt sind demnach die Polizeibehörden, der Verfassungsschutz sowie die Geheimdienste Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischer Abschirmdienst (MAD).


[...]


Quote
daMasta meint:
27.02.2008, 15:46 Uhr
Ich habe meinen Account zum Glück schon lange gelöscht. Dass es so krass kommen würde, hätte ich allerdings nicht erwartet.


Quote
Der Kopfschüttler meint:
27.02.2008, 16:01 Uhr
Was für ein Mist.

Als wäre ich in einer Kneipe, würde mich mit Freuden unterhalten und etwas über Politiker sagen. Der Wirt müsste mich dann analog bei der Stasi, oh, Staatsanwalschaft anzeigen oder das Gespräch einfach mitschneiden.
Er ist ja Eigentümer des Raumes, in dem die Unterhaltung statt fand.


Quote
  Jean  meint:
27.02.2008, 17:58 Uhr
ich habe einen account bei studi vz.
ich finde es gut.
kiffen ist in deutschland illegal. wer kifferfotos online stellt,
hat eine bestrafung verdient!
alles andere wäre der gipfel der dreistigkeit!
weitergabe der daten von diesen personen: hervorragend!



Aus: "Datenschutz: StudiVZ gibt Nutzerdaten an die Polizei heraus" ()
Quelle: http://www.welt.de/webwelt/article1731338/StudiVZ_gibt_Nutzerdaten_an_die_Polizei_heraus.html?page=1#article_readcomments




-.-

Quote
[...] Wie der Spiegel weiter berichtet, wurden die Nutzungsbedingungen dahingehend geändert, dass die entsprechenden Daten nun an die ermittelnden Behörden ausgegeben werden dürfen. Im Interview meinte StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke: "Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das durch ihre Einwilligung erlaubt haben."

Laut Riecke bekäme StudiVZ jede Woche etwa rund 10 Anfragen von Behörden. Der Bogen der Vorwürfe und Ermittlungen spanne sich dabei von Beleidigung bis hin zur sexuellen Belästigung. (red)

Quote
Marvin_is_one, 28.02.2008 08:52   

Web 2.1
schön langsam zeigen sich die wahren Qualitäten von Web2.0. Zuerst hat jeder wie verrückt seine Daten eingegeben, Querverweise zu Freunden gemacht und das auch noch freiwillig und jetzt braucht die Exekutive nur mehr die "Früchte" ernten. Da kommt noch einiges Lustiges auf uns zu.


Quote
Demokratische Diktatur, 28.02.2008 08:30   

ich wusste es schon immer auch die polizei surft in der dienstzeit nur im internet herum. für jeden, der tatsächlich eindeutige fotos auf studiVZ stellt: einfach drunterschreiben. "Urlaub in Amsterdam"


Quote
Mito N., 28.02.2008 03:06   
      
ähm
Die Anti-Drogen-Elite-Einheit braucht sich doch nur registrieren und nach "Hobbies:Kiffen" suchen...








Aus: ""Kifferbilder" bei StudiVZ: Unternehmen darf Daten nun an Behörden herausgeben" (27. Februar 2008)
Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=3242432

-.-

Quote
[Die Studenten-Community StudiVZ wurde im Oktober 2005 gegründet. Finanziert haben die Neugründung vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba – und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit hat StudiVZ mehr als fünf, die Tochter SchülerVZ mehr als zwei Millionen Mitglieder.]


[...] Riecke: Wir haben die Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung aus zwei Gründen geändert. Zum einen, um zielgerichtet werben zu können. Zum anderen, um Konflikte mit Ermittlungsbehörden zu vermeiden.

SPIEGEL ONLINE: Welche Konflikte?

Riecke: Wir stehen da zwischen den Fronten. Auf der einen Seite der Datenschutz, auf der anderen Seite die Ermittler. Das Telemediengesetz verbietet uns, ohne Zustimmung der Nutzer Nutzungsdaten zu speichern. So hat der BGH vorigen Herbst entschieden. Die Kripo- und LKA-Beamten verlangen aber genau diese Daten von uns, die wir laut Datenschützern nicht speichern dürfen. Deshalb haben wir die Nutzer der Speicherung der Nutzungsdaten zustimmen lassen.

SPIEGEL ONLINE: Konkret: Zu Ihnen kommt ein Staatsanwalt mit 30 Fotos aus StudiVZ-Profilen, die Leute anscheinend beim Kiffen zeigen. Er verlangt Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren. Was machen Sie?

Riecke: Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele sind das?

Riecke: Sehr viele. Weit über 90 Prozent.

SPIEGEL ONLINE: Hat es den Fall mit dem Joint oder der Wasserpfeife in der Hand schon einmal gegeben?

Riecke: Wir bekommen täglich Anfragen von Behörden, die kenne ich nicht im Detail.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele Anfragen sind das?

Riecke: Gut zehn in der Woche.

SPIEGEL ONLINE: Worum geht es da?

Riecke: Am häufigsten Jugendschutz, Beleidigung, Volksverhetzung, Verletzungen von Persönlichkeitsrecht zum Beispiel durch Fake-Profile.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele Fake-Profile gibt es?

Riecke: Wir haben insgesamt rund acht Millionen Profile auf allen Plattformen. Bei uns ist es sinnlos, sich mit einer falschen Identität anzumelden. Unsere Plattformen eigenen sich nur dafür, echte soziale Netzwerke effizient zu managen. Mit einer falschen Identität kann ich das nicht. Wie soll mich da jemand finden? Doppelte oder falsche Profile gibt es kaum.

SPIEGEL ONLINE: Woher wissen Sie das?

Riecke: Wir haben unsere Nutzer befragt, wie hoch sie denn den Anteil von Fake-Profilen schätzen. Ergebnis: 4,8 Prozent. So etwa wird es auch sein, die Nutzer wissen sehr viel besser als wir, was auf der Plattform los ist.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele StudiVZ-Mitarbeiter überwachen denn die Plattform?

Riecke: Wir haben 70 Werkstudenten im Support, die Hälfte überprüft Hinweise aus der Community.

SPIEGEL ONLINE: Lassen sie nicht Text- und Bildscanner über das Angebot laufen?

Riecke: Ja, aber die sind zu unzuverlässig. Es gibt aktuell leiden keine technisch ausgereiften Lösungen. Allein auf Basis dieser Treffer können wir nicht handeln. Wir filtern nicht automatisch Dateien, die hochgeladen werden. Wir machen, wozu wir gesetzlich verpflichtet sind: Bei nachgewiesenem Kenntnisstand müssen wir innerhalb der Frist des Telemediengesetzes reagieren. Das tun wir.

SPIEGEL ONLINE: Bevor das Sodomie-Foto von SchülerVZ verschwindet, hat es also mindestens ein Mitglied gesehen?

Riecke: Das muss nicht so sein. Aber mutmaßlich ja, das kann passieren.

[...]



Aus: "STUDIVZ-BOSS RIECKE: "Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen Daten jetzt herausgeben" (27.02.2008)
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,537622,00.html


-.-


Quote
[....]  Liebe Community,

einige von Euch haben es sicher mitbekommen und waren – wie auch wir - geschockt. In der Online-Ausgabe eines Nachrichtenmagazins mit professionellem Image wurde unser Geschäftsführer Marcus Riecke falsch zitiert.
Auf der beständigen Jagd nach einem neuen Skandal im Hause studiVZ wurden mal wieder Zusammenhänge aus unserer Sicht mutwillig falsch dargestellt.

In diesem Artikel hieß es zum Beispiel, dass wir Euch - salopp formuliert - an die Polizei verpetzen wenn wir Bilder von Euch beim Konsum von Cannabis sehen.
Diese Schlagzeile wurde eine halbe Stunde nach Veröffentlichung und einer Aufforderung zur Richtigstellung durch uns zwar abgemildert, was die Weiterverbreitung über andere Medien aber nicht verhindert hat.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sauer wir über diese Art der Berichterstattung sind.

An dieser Stelle möchten wir Klarheit schaffen:

Fakt ist: Ihr möchtet Sicherheit.
Niemand möchte nationalsozialistische Parolen im studiVZ sehen oder der rechten Szene einen Nährboden bieten. Niemand will belästigt, bloßgestellt, bedroht oder verleumdet werden.
Um Euch eine sichere Plattform zu garantieren, haben sich alle Beteiligten an einige wichtige Regeln zu halten. Diese stammen nicht von uns, sondern sind für alle gültige und bindende Paragraphen der deutschen Gesetzgebung, wie zum Beispiel der Jugendschutz und das Strafrecht.

Dass wir Daten an Strafverfolgungsbehörden - also Polizei und Staatsanwaltschaft - herausgeben müssen, wenn diese uns ein schriftliches Auskunftsersuchen zukommen lassen, ist weder neu noch unseriös, sondern dient letztlich Eurem Schutz.
Es geht hier um Morddrohungen, radikales Gedankengut, Verleumdungen, schwere Beleidigungen und weitere heftige Dinge, welche in unserem Land genauso wie im studiVZ eine klare und zu ahndende Straftat darstellen.
Ein Auskunftsersuchen ist immer mit einer Anzeige verbunden, die von den Geschädigten erstattet wurde, zum Beispiel einem Nutzer aus Euren Reihen.
Das wird überall genauso gehandhabt und hat nichts mit Spionage zu tun!

Dass wir Bilder und Daten an die Polizei geben, weil Ihr Euch darauf ein gemütliches Tütchen ansteckt, ist komplett erfunden und gelogen.
So etwas tun wir nicht!
Das betrifft nicht nur das von der Presse bewusst gewählte und wunderbar plakative Beispiel Cannabis. Nebenbei gesagt gab es noch nie eine Anfrage zu Cannabiskonsum.

Wir bitten Euch, solchem Journalismus keinen Nährboden zu geben - er schadet nicht nur uns, sondern ist eine gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Veröffentlichung falscher Informationen.

Euer
Samir

Samir veröffentlicht diesen Klartext stellvertretend für die gesamte studiVZ-Belegschaft.
Wir lassen uns so etwas nicht mehr gefallen!



Aus: "studiVZ in der Presse - "Kifferbilder" und die Polizei" (27.02.2008)
Quelle: http://www.studivz.net/Newsroom/Detail/b8d8142064e7f711


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[Kritik an Datenhunger... (Notiz, EU, USA)]
« Reply #12 on: October 17, 2008, 11:23:15 AM »
Quote
[...]  Einen harten Schlagabtausch über die wachsenden Datenforderungen der US-Behörden lieferten sich bei der 30. Internationalen Konferenz der Datenschützer in Straßburg gestern der Vizevorsitzende des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten im EU-Parlament (LIBE), Stavros Lambrinidis, und der Vizechef der Datenschutzabteilung im US-Ministerium für innere Sicherheit (DHS), John Kropf. Lambrinidis kritisierte heftig die immer neu aufgelegten Anforderungen an einen Transfer persönlicher Daten der USA und warnte vor einer Verkehrung grundlegender demokratischer Prinzipien im Antiterrorkampf.

In einer Demokratie beobachteten die Bürger die Aktionen der Regierung, sagte Lambridins. Nun kehrten sich die Verhältnisse um. Es könne nicht letztgültig überprüft werden, ob Datenforderungen angemessen sind, weil der Zweck von Datenerhebungen im Nachhinein von den USA regelmäßig ausgeweitet werde, beispielsweise bei den Flugpassagierdaten. Dabei sei es zunächst um schwere Verbrechen gegangen, dann Verbrechen allgemein und schließlich sogar um die Einwanderungspolitik. Zudem kritisierte Lambrinidis die Einseitigkeit der Forderungen: "Die USA verlangen Daten, und Europa hat diese abzugeben."

Nach den Flugpassagierdaten, die die USA sogar ohne Datenschutzbestimmungen an Drittländer weitergeben wollen – was EU-Länder selbst nicht dürften, wie Lambrinidis betont –, verlangten die USA nun den Zugriff auf weitere persönliche Daten aus Strafregistern oder DNA-Datenbanken. Wenn die USA in ihrem Bestreben nach staatlichen Abkommen auf Datenweitergabe auf Widerstand stießen, schlössen sie individuelle Vereinbarungen mit den nach den USA reisenden Bürgern. Damit sei das demokratische Prinzip, den Bürger durch unveräußerliche Grundrechte gegen einen übermächtigen Staat zu schützen, komplett ad absurdum geführt.

DHS-Vertreter Kropf konterte die scharfe Kritik von Lambrinidis mit einem Zitat einer anderen EU-Parlamentsabgeordneten. Diese habe gesagt, die USA habe wesentlich strengere Datenschutzregeln, sei besser in der demokratischen Aufsicht und auch selbstkritischer als Europa. In der aktuellen Parlamentarierliste findet sich allerdings die von Kropf zitierte "Sophie Engel" nicht. Die über 30 hauptamtlichen Datenschützer des DHS verlangten Datenschutzevaluierungen bereits von den Entwicklern neuer Programme zur Datensammlung, erläuterte Kropf. Zudem werden für die Projekte der verschiedenen Abteilungen jeweils ausführliche Datenschutzevaluierungen vorgenommen.

Lambrinidis wurde vom Direktor der American Civil Liberty Organisation (ACLU), Barry Steinhardt, unterstützt. Die USA habe sich in einem "dunklen Jahrzehnt" von einem der größten Pioniere bürgerlicher Freiheiten in deren größter Feind verwandelt. Er hoffe auf eine vollständige Reevaluierung unter einer neuen Regierung. Vorschläge für datenschutzfreundliche Lösungen bei der Nutzung der wachsenden Datenbanken, beim Transfer und Zugriff auf Daten, stellte IBM-Datenschutzexpertin Armgard von Reden vor. Sie verwies auf neue Techniken, die etwa den Abgleich von Datenbanken per Hashs ermöglichten. Der Zugriff auf Klartext würde dann nur im Falle von Treffern und bei entsprechend vorliegender Legitimation freigegeben. Von Reden verwies auch auf zahlreiche datenschutzfreundliche Techniken, die im Rahmen des EU-Projekts PRIME entstanden seien.

(Monika Ermert) / (anw/c't) 


Quote
16. Oktober 2008 13:48
Juhu, wieder mal USA bashing
palimach (33 Beiträge seit 03.08.07)

...hatten wir noch nicht heute.
also alle raus ihr gutmenschen, anti-amis, besserwisser,
anti-kapitalisten, bekehrte nazis, ect. ect.
heute ist euer tag

Quote
16. Oktober 2008 14:41
sag bloss
cip22 (mehr als 1000 Beiträge seit 08.11.00)

du findest, die hätten das nicht verdient?

Ich warte bis heute (seit ca. Sommer 2004) auf eine verbindliche
Zusage der Firma amazon.de, dass das FBI nicht erfährt, welche Bücher
ich in Deutschland(!) bei denen gekauft habe.

Warum ich die nicht bekomme? Weil laut PATRIOT ACT Buchhandlungen den
Behörden darüber Auskunft geben müssen, wer was gekauft hat, und
ihren Kunden gegenüber zu Stillschweigen verpflichtet sind. Die
Datenverarbeitung von amazon.de ist bei amazon.com. Ich habe trotz
mehrerer dringender Nachfragen lediglich die Versicherung erhalten,
dass bestehende Gesetze eingehalten würden. Das ist angesichts der
Natur bestehender Gesetze - siehe PATRIOT ACT - in keiner Weise eine
Beruhigung.



Quote
16. Oktober 2008 17:07
Es kehre ein jeder vor der eigenen Tür...
Baneus (mehr als 1000 Beiträge seit 31.01.01)

da hat er Dreck genug dafür!

Der Datenhunger der USA hat zwei Seiten. Die USA, die jedes
Datenfitzelchen aufsammeln - und eine EU, deren Parlamentarier den
USA derartig tief in die Kehrseite kriechen, das man kaum noch die
Stiefelspitzen sehen kann.

Die USA bekommen die Daten, die die EU liefert - und zwar
größtenteils freiwillig.

Daneben sei vermerkt, dass der Datenhunger der EU und der EU-Länder
dem der USA kaum noch nachsteht - und von Datenschutz kann man
hierzulande nach Telekom & Co wohl nicht mehr reden.

Also werter Herr, erstmal hier den stinkenden Misthaufen der
Regierungen und der EU wegräumen (Auch wenn das der Reinigung des
Augias-Stalls gleichkommt), dann über die USA meckern - sofern die
dann noch was bekommen.



Aus: "Kritik an Datenhunger der US-Behörden" (16.10.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Kritik-an-Datenhunger-der-US-Behoerden--/meldung/117463


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[Daten sind das Müllproblem der Informationsgesellschaft... (Bruce Schneier)]
« Reply #13 on: October 30, 2008, 10:47:15 AM »
Quote
[...] Laut dem Sicherheitsexperten [Bruce Schneier] erleben wir gerade eine "wichtige Umbruchszeit". Kameras seien inzwischen überall und noch könne man sie sehen. In fünf Jahren werde das aber anders sein – man denke nur an die Möglichkeiten der Miniaturisierung. Überwachung werde mehr und mehr in den Hintergrund verschwinden, wo wir sie nicht mehr wahrnehmen können.

Ein großes Problem sieht Schneier auch darin, dass immer mehr Daten unnützerweise mit Personalien verknüpft werden. "Viel in der Sicherheit hat nichts mit Identität zu tun, und sollte es auch nicht" und trotzdem gehe beispielsweise aus den Daten des Londoner Fahrkartensystems Oyster Card hervor, wo er sich gerade befinde. Selbst bei einem potenziellen Bombenattentäter im Flugzeug sei ihm dessen Name herzlich egal; wichtig sei nur, dass so etwas nicht geschehe. In der aktuellen Debatte gehe es viel zu oft fälschlicherweise um "Sicherheit versus Privatsphäre" und darum, dass man das eine für das andere aufgeben müsse. Dabei gehe es bei Sicherheit tatsächlich aber um "Freiheit versus Kontrolle". Wenn wir die Kontrolle über unsere Daten dem Staat übertrügen, sollten wir dies nur soweit tun, wie dies in unserem Interesse ist. "Privatsphäre schützt vor Staatswillkür", erklärte Schneier.

Durch die Fortschritte bei Speichertechniken sieht Schneier auch die Möglichkeiten einer vollständige Internetüberwachung entstehen. Schnelle Vielschreiber produzierten 100 MByte Text pro Jahr, ein Jahr komprimiertes Videomaterial entspreche rund 700 GByte. Was heute noch wie ein nicht zu bewältigender Datenberg aussieht, dürfte in Zukunft seiner Einschätzung nach kein großes Problem mehr darstellen: "Wir versuchen so schnell wie möglich von den neuen Mechanismen zu profitieren, ignorieren jedoch die Probleme, die sie schaffen."

Große Vorratsdatenbanken, wie sie beispielsweise durch das britische Nummernschilderfassungssystem entstehen, bedeuteten eine fundamentale Evolution der Überwachungsmöglichkeiten. Es sei nun nicht nur möglich, die aktuellen Bewegungen fast jedes Fahrzeugs zu überwachen, sondern auch zu sehen, wohin sich ein Fahrzeug vor einem Monat oder einem halben Jahr bewegt hat. Vor den Folgen einer allumfassenden Überwachung warnte Schneier mit den Worten: "Soll die ganze Welt zu einem Flughafen-Sicherheitsbereich werden, in dem jeder Witz, jeder Kommentar außerhalb seines Kontexts gegen einen verwendet werden kann?"

Dennoch will er nicht vom vielbeschworenen "Tod der Privatsphäre" sprechen und findet Aussagen in dieser Richtung "übertrieben". "Nur, weil die Technik existiert, muss das nicht bedeuten, dass sie auch zur Gänze ausgeschöpft wird." Für eine ausgewogene Umgangsweise mit der Datensammlung setzt der Sicherheitsexperte vornehmlich auf die Macht gesellschaftlicher Konventionen.

Um die Beschneidungen der Privatsphäre in den Griff zu bekommen, schlägt Schneier eine strikte und effektive Reglementierung und gerichtliche Kontrollen beim Zugriff auf die Daten vor. Er resümiert: "Daten sind das Müllproblem der Informationsgesellschaft." Folglich sollten wir unsere Datenspuren auch wie ein Müllproblem behandeln. Wenn niemand aufräumt, bleibe der Müll halt liegen. (cr/c't)

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29. Oktober 2008 16:05
Die totale Überwachung wird kommen
Captain Obvious, captain.obvious@ist-einmalig.de (6 Beiträge seit 15.09.08)

Wer Macht hat, übt diese auch aus - das steckt in der Natur des
stärkeren. Je mehr Kontrolle sich eine Instanz aneignet, desto mehr
Macht eignet sie sich implizit an und wird damit wiederum explizit
den Grad der Kontrolle erhöhen.

Die Menschen werden träger und passiver. Sie wollen das man ihnen
Entscheidungen abnimmt. Das man ihnen sagt was gut für sie ist. Nur
wenige erheben sich. Nicht genug um den stärkeren Paroli zu bieten.

Die totale Überwachung wird in Zukunft niemanden stören. Wir kannten
das Internet nicht mit Vorratsdatenspeicherung, die Städte nicht mit
Kameras. Unsere Kinder werden damit groß.

Unsere Kinder werden Wohnungen ohne Kameras kennen gelernt haben,
deren Kinder werden damit groß. Für sie sind Kameras etwas
natürliches, etwas allgegenwärtiges. Orte ohne Kamera werden ein
Unwohlsein in ihnen wecken.

Die Kinder unserer Kindes Kinder werden Schlafzimmer ohne Kameras
kennen gelernt haben. Deren Kinder wiederum werden damit groß beim
Akt überwacht zu werden.

Spätestens an dem Punkt wo die Natur des Menschen überwacht werden
kann und überwacht wird, wird man diese auch durch Reglementierungen
beschränken.

Dann werden Menschen nicht mehr leben, sondern vegetieren. Gefühle
werden bis dahin weitestgehend abgestumpft sein. Leblosigkeit den
Menschen dominieren, welcher dann vermutlich zum Fortschritt des
Systems nunmehr nur noch einfach funktioniert.

Der Weg führt unweigerlich dort hin, man kann den Zeitpunkt hinaus
zögern, verhindern kann man ihn indes nicht.

Captain Obvious
to the rescue

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29. Oktober 2008 22:24
Re: Die totale Überwachung wird kommen
pilozei (32 Beiträge seit 22.10.08)

Du sprichst uns von der Seele.

Wann ist die nächste Demo?
Ich werde dabei sein.
Wir sollen nicht einfach nur gegen Datensammlung demonstrieren
sondern gegen einseitige Überwachung.
Sonst darf man diese Form nicht als Demokratie nennen.


Quote
29. Oktober 2008 23:11
Re: Die totale Überwachung wird kommen
Ronald (937 Beiträge seit 23.02.00)

Captain Obvious schrieb am 29. Oktober 2008 16:05

> Die totale Überwachung wird in Zukunft niemanden stören.

Ich bin optimistisch, dass unter den Leuten, die das stört, welche
gibt, die effektive (und möglicherweise sogar legale) Gegenmittel
erfinden.


Quote
29. Oktober 2008 16:38
Mal ein paar Fakten zu Bruce Schneier
TAFKAS (614 Beiträge seit 14.08.02)

Hier gibt es Fakten, Fakten, Fakten:

http://geekz.co.uk/schneierfacts/



Quote
30. Oktober 2008 10:08
er macht einen Fehler
AlStadler (295 Beiträge seit 20.02.07)

[...]schlägt Schneier eine strikte und effektive Reglementierung und
gerichtliche Kontrollen beim Zugriff auf die Daten vor.

Zugriffskontrollen und Berchtigungen können IMMER auch umgangen
werden - gerade in der IT. Das haben wir eben erst mit dem
Telekomskandal gesehen. Daher ist meines Erachtens die einzig
vernünftige Lösung in der Datenvermeidung - sprich Löschung der Daten
zu sehen.
Früher gab es diese Datenberge auch nicht und trotzdem konnte die
Kriminalität und der Terrorismus im Zaum gehalten werden. Es gibt
daher keinen Grund es in Zukunft und auch aktuell anders zu machen.


Aus: "Bruce Schneier: "Daten sind das Müllproblem der Informationsgesellschaft"" (29.10.2008)
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/Bruce-Schneier-Daten-sind-das-Muellproblem-der-Informationsgesellschaft--/meldung/118119


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[Starke Lobby gegen besseren Datenschutz... ]
« Reply #14 on: April 22, 2009, 09:40:42 AM »
Quote
[...] Die deutsche Regierung will nach der Serie von Missbräuchen und Skandalen den Handel mit persönlichen Daten einschränken. Dagegen habe die in Berlin vertretene Lobby einen Druck entwickelt, "wie man ihn bei anderen Fragen kaum erlebt hat", sagte Schaar am Dienstag bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts für die Jahre 2007 und 2008 in Berlin.

[...] Die Datenschutzskandale in der Privatwirtschaft, darunter Bespitzelungen von Beschäftigten bei der Deutschen Bahn, der Deutschen Telekom und dem Discounter Lidl, dürfen laut Schaar aber nicht den Blick dafür verstellen, dass auch der Staat in den vergangenen Jahren Sicherheitsinteressen Vorrang vor der Privatsphäre eingeräumt habe. Mit der Online-Durchsuchung, der vorsorglichen Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten und einem immer regeren Informationsaustausch zwischen Behörden "sind wir auch für den Staat zunehmend auf dem Weg zu einem gläsernen Bürger".

...


Aus: "Starke Lobby gegen besseren Datenschutz" (21.04.2009)
Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1602578/