[...] Es klingt wie Verschwörungstheorie – doch die Bilderberg-Konferenz gibt es wirklich. Diese Woche treffen sich die Mächtigsten der Mächtigen bei Athen. Durch eine Indiskrektion sickerte es nach außen. Inhalte erfährt man nicht.
[...] Damit ist klar, weshalb es diese Woche am Athener Flughafen vor Militär wimmelte. Im Nobel-Vorort Vouliagmeni traf man sich. Nach Experten-Informationen wurden zwei Szenarien diskutiert. Eine sehr lange Krise. Oder ein kurzer Total-Chrash. Ziel sei, die Wirtschaftskrise für einen weiteren Globalisierungsschub zu nutzen. Dazu gehöre die weitere Einschränkung nationaler Souveränität. Dies sei den Teilnehmern in der Einladung vorgeschlagen worden, schreibt „Times Online“.
Über diese Teilnehmer wird spekuliert. Normalerweise 115 bis 130 Personen; Zwei Drittel aus Westeuropa. Die Weltbank gibt zu: ihr Chef Robert Zoellick hält sich in Athen auf. Zu nicht näher bezeichneten Aktivitäten. EZB-Boss Jean-Claude Trichet und Deutsche Bank-Lenker Josef Ackermann seien diese Woche nicht zu sprechen.
Auch Angela Merkel war offenbar schon da. Im Frühjahr 2005 – wenige Monate vor ihrer Kanzlerschaft. Ein Jahr später angeblich Alfred Gusenbauer. Er wurde kurz darauf Bundeskanzler von Österreich.
Aus: "Politik: Geheimtreffen der Mächtigsten will noch mehr Globalisierung - Bilderberg-Konferenz 2009 findet in Athen statt" Von Paul Müller (15. Mai 2009)
[...] Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle
private Treffen von einflussreichen Personen aus Politik, Wirtschaft, Militär, Gewerkschaften, Medien, Hochadel und Hochschulen. Die meisten Teilnehmer kommen aus NATO-Staaten, seit 1989 nehmen zunehmend Personen aus anderen Staaten an den Konferenzen teil.
Die Konferenz wurde zum ersten Mal im Mai 1954 im Hotel de Bilderberg in Oosterbeek, Niederlande veranstaltet. Bei der Bilderberg-Gruppe (international auch als Bilderberg-Club bekannt) handelt es sich um keine formelle Organisation, es existieren weder Mitgliedschaft noch Gründungsvertrag.
Der Name Bilderberg wurde vom ersten Tagungsort im Mai 1954, dem Hotel Bilderberg in Oosterbeek, Niederlande, übernommen. Dieses erste private Treffen hochgestellter Persönlichkeiten erwuchs aus der Befürchtung, dass Westeuropa und Nordamerika möglicherweise nicht so eng zusammenarbeiteten, wie es die ernsten Probleme, denen sich die Staaten gegenüber sahen, erforderlich machten.
[...] Einladungen zu Bilderberg-Konferenzen werden durch den Vorsitzenden und die beiden ehrenamtlichen Generalsekretäre, nach Beratungen und Empfehlungen eines Lenkungsausschusses, ausgesprochen. Die Teilnehmer werden nach Bekanntgabe der offiziellen Organisatoren so ausgewählt, dass eine wohlinformierte, ausgeglichene Diskussion über vorgegebene Tagesordnungspunkte sichergestellt werden kann. Für gewöhnlich nehmen rund 115 -130 Personen teil, von denen zwei Drittel aus Westeuropa und ein Drittel aus Nordamerika stammen. Etwa ein Drittel der geladenen Teilnehmer kommt aus Regierungen oder politischen Institutionen und zwei Drittel aus Finanzsektor, Industrie, Gewerkschaften, Hochschulen und Medien. Alle Beteiligten nehmen an den geheimen Konferenzen ausschließlich als Privatpersonen und nicht in ihrer offiziellen Position teil, obgleich natürlich ihre Stellung im öffentlichen Leben sehr wohl die entscheidende Rolle bei diesen Kooptationen spielt.
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[...] Die Auslagen für die Durchführung der Bilderberg-Konferenzen werden vollständig durch Spenden gedeckt, wenngleich die erste Konferenz indirekt durch den US-Geheimdienst CIA finanziert wurde; die Auslagen setzen sich zusammen aus den Kosten für das Sekretariat sowie die Druckkosten für die nicht-öffentlichen Protokolle der einzelnen Konferenzen. Die Kosten für die jeweilige Bilderberg-Konferenz werden vom gastgebenden Land getragen, die Anreise von jedem Teilnehmer selbst, ebenso die Verpflegung. Private Stiftungen, welche der Gruppe zur Verfügung gestellt werden, erleichtern die jährlichen Planungen erheblich (Allein die Hotelkosten für die 3-tägige Konferenz in Wiesbaden 1966 beliefen sich auf 150.000.- DM). Allerdings haben sich etliche bundesdeutsche Politiker die ihnen entstandenen Kosten über ihr Landes- bzw. das Bundes-Parlament finanzieren lassen, in einigen Fällen wurden auch Studienreisen inoffiziell angeschlossen und über Steuergelder abgerechnet.
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Die strenge Geheimhaltung der Gesprächsthemen der Konferenzen lieferte häufig Stoff für Verschwörungstheorien. So behauptet der amerikanische Verschwörungstheoretiker Des Griffin in seinem Buch Die Herrscher – Luzifers fünfte Kolonne, die Bilderberger strebten eine „Weltdiktatur” im Sinne einer Neuen Weltordnung an und würden ihre diesbezüglichen Pläne „erbarmungslos weiterentwickeln”.[8]
Der deutsche Autor Andreas von Rétyi spekuliert darüber, ob sie nicht hinter den Morden an Alfred Herrhausen und Olof Palme stecken würden, die sich angeblich gegen sie gestellt hätten. Auch schreibt er den Bilderbergern die Verantwortung für eine ganze Reihe einschneidender Ereignisse der Nachkriegsgeschichte zu, wie etwa:
* Die Ölkrise 1973, mit der angeblich Währung und Wirtschaft der USA gestützt werden sollten. Die künstliche Verknappung des Rohöls soll auf der Konferenz von 1973 in Saltsjöbaden beschlossen worden sein.[9]
* Die Deutsche Wiedervereinigung von 1990; angeblich "beschlossen" auf der Konferenz 1988 in Telfs-Buchen, zu der auch der damalige Kanzler Helmut Kohl eingeladen worden war.
* Den Irakkrieg von 2003, der dadurch ermöglicht worden sei, dass die nach den Terroranschlägen 11. September 2001 ursprünglich Osama bin Laden geltende Aggression der westlichen Welt gezielt auf den insofern unbeteiligten irakischen Diktator Saddam Hussein umgelenkt wurde.
Für die rechtsextreme amerikanische Zeitschrift The Spotlight war im Mai 1993 die Tatsache, dass von den Treffen der Bilderberger trotz der hohen Prominenz der Teilnehmer nichts veröffentlicht wird, bereits Anlass genug, über ihre Macht auch über die Medien zu spekulieren: „Die Bilderberger sind zu mächtig und zu allgegenwärtig, als dass man öffentlich über sie berichten könnte”.[10]
Der belgische Soziologe Geoffrey Geuens von der Université de Liège widmete den Bilderbergern ebenfalls ein Kapitel in einem seiner Bücher. Obwohl Geuens die zwanghafte Geheimhaltung der Bilderberger missbilligt, schließt er sich keiner Verschwörungstheorie an. Er benutzt das Beispiel der Bilderberger, um aufzuzeigen, wie Macht funktioniert und welche engen Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und den Medien bestehen.[4]
Ron Paul, Kandidat der US-Präsidentschaftswahl 2008, äußerte im Juni 2007 unter anderem gegenüber Alex Jones den Wunsch, dass die Teilnahme von Gouverneur Rick Perry an der Konferenz in Istanbul wegen einer möglichen Verletzung des Logan Acts untersucht werden möge. Dadurch, dass Perry keine Autorisierung zum Beiwohnen eines Bilderbergtreffens durch den US-Kongress, die Regierung oder das amerikanische Volk erhalten habe, sehe er Anzeichen dafür, dass Perry in eine internationale Verschwörung verwickelt sei.
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1. ↑ DER SPIEGEL 15/1987 vom 06.04.1987, Seite 238b-242a: Hörbare Vertalkung
2. ↑ BBC News vom 29. September 2005: Inside the secretive Bilderberg Group
3. ↑ Romano Prodi im Namen der Europäischen Kommission am 15. Mai 2003
4. ↑ a b Asia Times (10. Mai 2005): Bilderberg strikes again, von Pepe Escobar (abgerufen am 2. Juni 2007)
5. ↑ Deutschlandradio (29. Mai 2004): Erste Bilderberger Konferenz vor 50 Jahren
6. ↑ Portal Liberal - Westerwelle traf Gül
7. ↑ Kostenübernahme durch den Bundestag - Auskunft von Eckart von Klaeden auf www.abgeordnetenwatch.de
8. ↑ Des Griffin, Die Herrscher – Luzifers fünfte Kolonne, dt. C.O.D.E. Verlagsanstalt Vaduz 1980, S. 138
9. ↑ vgl. F. William Engdahl, Mit der Ölwaffe zur Weltmacht., Rottenburg: Kopp Verlag 2006
10. ↑ zit. nach Robert Anton Wilson und Miriam Joan Hill, Everything is under Control. Conspiracies, Cults and Cover-Ups, New York: HarperPerennial 1998, S. 76ff
11. ↑ Frankfurter Rundschau (FR-online, 5. Juni 2008): Bilderberg-Konferenz. Verschwiegene Weltelite, Artikel von Marcus Klöckner (abgerufen am 5. Juni 2008).
Literatur:
* Carroll Quigley: Katastrophe und Hoffnung. Eine Geschichte der Welt in unserer Zeit. Perseus-Verlag, Basel 2007, ISBN 3-907564-42-1.
* Hans-Jürgen Krysmanski: HIRTEN & WÖLFE. Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen oder: Einladung zum Power Structure Research. Münster 2004 (Erweiterte Online-Ausgabe (PDF).
* Charles Wright Mills: The Power Elite. Oxford University Press, Oxford 1956.
* Alden Hatch: Prins Bernhard af Holland. Blade af et moderne monarkis historie. Lohses Forlag, Kopenhagen 1962 (Illustreret med fotos i s/h).
* John Pomian (Hrsg.): Joseph Retinger. Memoirs of an Eminence Grise. Sussex University Press/Chatto & Windus Ltd., Brighton/London 1972 (with a foreword by Prince Bernhard of the Netherlands).
* Bernt Engelmann: Hotel Bilderberg. Steidl Verlag, Göttingen 2004, ISBN 3-88243-316-7.
* Who's who of the elite: Members of the Bilderbergs, Council on Foreign Relations, Trilateral Commission, and Skull & Bones Society. 3. Auflage. RIE, San Marcos, Tex 2002 (Robert Gaylon Ross).
* Markus B. Klöckner: Machteliten und Elitenzirkel. Eine soziologische Auseinandersetzung. 1. Auflage. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken April 2007, ISBN 978-3-8364-1332-9.
* Andreas von Rétyi: Bilderberger. Das geheime Zentrum der Macht. Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2006, ISBN 978-3-938516-35-5.
* Daniel Estulin: Die wahre Geschichte der Bilderberger. Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2007, ISBN 978-3-938516-47-8.
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# Inoffiziell veröffentlichte Versammlungsprotokolle von verschiedenen Bilderberg-Treffen auf Wikileaks
http://wikileaks.org/wiki/Category:Series/Bilderberg_reports...
(18. Mai 2009)
Aus: "BZÖ-Strutz: Parlamentarische Anfrage an Faymann wegen Bilderberg-Konferenz"