COMMUNICATIONS LASER #17
February 08, 2012, 09:56:16 PM *
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Author Topic: [Porn Studies... (affektive Involvierung)]  (Read 2563 times)
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« on: June 12, 2008, 09:28:38 AM »



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[...] “Das Spektrum der Ansätze, Pornografie zu theoretisieren oder zu kritisieren, ist heute so diversifiziert wie die unter diesem Begriff zusammengefassten Darstellungen von Sexualität selbst. Lange Zeit waren die feministischen Debatten um Pornografie von dem Antagonismus zwischen Anti-Porno- und Anti-Zensur-Positionen geprägt, wobei einerseits die misogynen Aspekte der heterosexuellen Pornografie - bisweilen auch Kausalitäten zwischen pornografischen Szenarien und Vergewaltigungsstatistiken - betont und andererseits das Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit gegenüber Zensurbestrebungen ins Feld geführt wurden. Mit Publikationen wie dem Buch “Hard Core” von Linda Williams, die 2004 einen programmatisch “Porn Studies” betitelten Sammelband folgen ließ, setzte Anfang der neunziger Jahre unter dem Einfluss von Textualitätsmodellen ein Paradigmenwechsel hin zu Fragen nach den historisch variablen Konventionen, Medien und Ästhetiken der Pornografie als Genre ein - womit Porno tendenziell auch den Status einer vermeintlichen Überschreitung gesellschaftlicher Normen einbüßte und zum Gegenstand akademischer Forschung avancierte - in den Worten von Williams wechselte Porno von einer Position “ob/scene” zu einer “on/scene”. Der von der amerikanischen Künstlerin und ehemaligen Porno-Darstellerin Anne Sprinkle und der französischen Theoretikerin Marie-Hélène Bourcier geprägte Begriff des “Postporn” steht im diametralen Gegensatz zu den “PorNO”-Kampagnen der siebziger und achtziger Jahre schließlich für den Versuch, mittels pornografischer Inszenierungen alternative sexuelle Ökonomien jenseits von normativen Identitätszuschreibungen zu entwerfen. In diesem Zusammenhang wird Pornografie nicht als spezifisches Genre begriffen, in dem Körper verfügbar gemacht und einem objektivierenden Blick unterworfen werden, sondern - beispielsweise in den Arbeiten der französischen Theoretikerin Beatriz Preciado - über Gesten queerer Selbstermächtigung Bezüge zu den ästhetischen Praktiken der Performance Art hergestellt und dementsprechend die lebendige Präsenz sexualisierter Körper gegen die pornografische Logik der visuellen Lust und des Konsums positioniert. Die Mehrzahl der Künstler/innen, die sich in den letzten Jahren mit Pornografie auseinander gesetzt haben, scheint allerdings der Annahme zu folgen, dass es unter den derzeitigen ökonomischen und technologischen Bedingungen kein Außerhalb der Pornografie mehr geben kann - eine These, die in jüngster Zeit unter dem Schlagwort einer “Pornografisierung” oder “Pornoisierung” der Gesellschaft beispielsweise in der taz von Mark Terkessidis mit Bezug auf das in immer härteren Gonzo-Filmen inszenierte “Regime einer permanenten Überforderung” der Darstellerinnen in Analogie zu neo-liberalen Arbeitsverhältnissen diskutiert wurde. Zensurbestrebungen, wie es sie im Fall der schwulen S/M-Inszenierungen Robert Mapplethorpes in den achtziger Jahren in den USA gab, sind im Kunstfeld heute kaum mehr anzutreffen. Vielmehr lässt sich feststellen, dass Pornografie “in den Salons der Hochkultur bildwürdig geworden ist” - wie es die gerade erschienene Ausgabe der Zeitschrift Kunstjahr für 2006 formuliert. Auch wenn es beim derzeitigen “Porno-Boom” in Kunst und Pop-Kultur wohl nicht um eine provokante Erweiterung des bürgerlichen Kunstkanons um sexuell aufgeladene Motive geht, sondern es sich um einen Reflex auf - mitunter um eine Reflexion über - die Begehrlichkeiten des Kunstmarktes handelt, haben Künstler/innen von Vanessa Beecroft, David LaChapelle und Jeff Koons über Richard Philipps, Richard Prince und Thomas Ruff bis hin zu Larry Clark, Tracey Emin und Andrea Fraser die Pornografie schon seit längerem als Feld entdeckt, in dem analytisch-kritische Distanz und affektive Involvierung auf Produzent/innen- wie Rezipient/innenseite zusammenkommen und verwertbar werden können.”


Aus: “Vorwort” - [HEFT Nr. 64 / DEZEMBER 2006 "PORNO"]
von Diedrich Diederichsen / André Rottmann / Mirjam Thomann)
Quelle:  http://www.textezurkunst.de/


« Last Edit: June 12, 2008, 09:34:51 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: June 12, 2008, 09:33:41 AM »

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[...] Im "Alternative Porno"-Bereich posieren schon seit Jahrzehnten Männer und Frauen, die gegen die Sex-Sehgewohnheiten verstoßen: Dünne, Dicke, Alte, Krumme und Schiefe, Zugepiercte und -tätowierte, Independent Girls and Boys und jede Menge Menschen von nebenan, auch Slacker, auch Rriot Girls, auch PoptheoretikerInnen. Man kann sie bei Bedarf ersurfen, als Fotobücher in unzähligen Verlagen kaufen, und die Handlungsbandbreite geht vom züchtigen Halbnacktfoto bis zum Hardcore-Film. Und es ist klar, dass man es nie allen Frauen recht machen kann, egal, ob sie sich auch mit Anfang 30 noch lieber "Mädchen" nennen und auf Stoner-Rock stehen, oder ob sie rundliche Endfünfziger-Hausfrauen in westfälischen Kleinstädten sind.

Die Vermutung bleibt allerdings, dass Frauen sich im Gegensatz zu Männern, denen - je nach Fantasiefreudigkeit - teilweise Bilder von nackten Damen schon für einen hübschen Abend reichen, in den seltensten Fällen nur mit einem Pimmelfoto ans Werk machen - bislang sind nicht nur sämtliche Heftprojekte gescheitert, die mit nackten Männern Leserinnen ziehen wollten, auch klicken laut Seitenbetreiberangaben Frauen jene schwulen Seiten selten an, auf denen muskulöse Solomänner an sich herumspielen, sondern beobachten - jedenfalls zu Handanlegungszwecken - doch lieber das gute alte Rein-raus-Spiel.

[...] Immerhin entsprechen die Fotos der Jungsheft-Jungs und Giddyheft-Mädchen tatsächlich den von den Macherinnen gestellten Anspruch an Natürlichkeit - im Gegensatz zu dem ebenfalls aktuell erschienenen Alley-Cat-Magazin. Doch der Spacken, der auf YouTube unter dem Pseudonym "Gulliver Ehrs" in einem Bett-Herumlümmel-Video das Giddyheft rezensiert (was lustig ist, wenn man das Original dieser Videoblog-Verballhornung kennt: Medienjournalist Oliver Gehrs kommentiert in seiner "berlinwatch"-Videorubrik regelmäßig den Spiegel), hat recht: Man weiß nicht, was sie einem sagen wollen.

[...] Den aktuellen Trend, sich mehr mit seiner Sexualität auseinanderzusetzen, erklärt Küper am Phänomen Dita von Teese, Burlesque-Tänzerin und Ex-Freundin von Marilyn Manson. Es imponiere einfach, wenn andere Frauen offen mit ihrer Sexualität umgehen, so die Chefredakteurin. An dieser Offenheit orientieren sich auch die Texte im Heft, die sich zum Glück nicht mit Umschreibungen aufhalten. "Schundromanbegriffe gibts bei uns nicht", sagt Ina Küper. Das Wort "Gemächt" sei albern, da fühle sich die Leserin verarscht. Das Kind wird also beim Namen genannt - in diesem Fall "Schwanz".




Aus: "Porno-Magazine für Frauen - Zwei Hefte für ein Halleluja" - Die Magazine "Alley Cat" und "Jungsheft" versuchen, "postfeministische" Erotik an die Frau zu bringen - und sind dabei weder originell noch gewagt. VON J. ZYLKA UND F. SEYBOLDT (11.06.2008)
Quelle: http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/zwei-hefte-fuer-ein-halleluja/

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« Reply #2 on: June 13, 2008, 07:35:33 AM »

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[...]
mcnep schrieb am 27.3. 2007 um 13:46:16 Uhr zu
Pornosophie


Pornosophie ist mehr als ein stumpfsinniges Abfeiern von Fickreihen, das den Betrachter zu einem mechanisch agierenden Beobachter, einer Auge-Hand-Einheit degradiert: Die Pornosophie ist bestrebt, den künstlichen Dualismus zwischen Genitalapparat und Über-Ich mit dem Ziel einer rigiden Sexualisierung der Gesellschaft zu überwinden. Pornosophische Texte sind keine Handreichungen für Junggesellen, keine Fluchtburgen der Triebhaftigkeit, vielmehr geht es ihnen darum, der nachgerade lachhaften Versautheit der Individualexistenzen das wirkmächtige Pathos kollektiver Stimulanz entgegen zu stellen, um auf diesem Weg den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Impotenz zu ermöglichen.



Quelle: http://www.assoziations-blaster.de/info/Pornosophie.html

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« Reply #3 on: June 13, 2008, 08:12:49 AM »

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[...] Michael Pfister und Stefan Zweifel vermessen in ihrer von der Universität Zürich angenommenen Dissertation Pornosophie & Imachination die inneren Grenzen und Tiefenschichten des literarischen >Absolutums< de Sade und befragen es mit La Mettrie und Hegel, wobei sie in der Tradition der Pornosophie kein "Blatt vor den (Mutter-) Mund" (S. 10) nehmen.

In der "porneutischen Vorbemerkung", die diskret über Methode, Intention oder Zielsetzung der Verfasser schweigt, wird der Diskurs der Pornosophie als "Zwittergattung porno-philosophischer Bücher" (S. 9) genealogisiert, die aus der "gefährlichen Liebschaft" zwischen "philosophischer Hochaufklärung" und "erotischer Aufklärung von unten" (S. 10) hervorgegangen sei; aus der Kreuzung von Voltaires Dictionnaire philosophique mit Clelands Fanny Hill oder Rétif de la Bretonnes Pornographe mit Rousseaus Contrat Social. Der Höhepunkt des doppeldeutigen Genres der Pornosophie sei de Sades Hauptwerk Justine und Juliette 2, das Pfister / Zweifel als erste vollständige deutsche Edition in zehn Bänden neuübersetzt und herausgegeben haben.

Darin, so die Quintessenz der Herausgeber, "vervollkommnet Sade sein Weltverständnis, das auf kosmologischer Ebene die ewige Bewegung der Materie, auf der politischen die permanente Revolution der Gesellschaft und in individuell-moralischer Hinsicht die treibende Kraft der menschlichen Triebe zum Zentrum hat; alles in allem ein beinahe unentwirrbares Gespinst von Ratio und Eros." 3 Hinter dieser Hochzeit von Vulva und Geist – die es beide zu öffnen gelte – stecke die pornosophische Überzeugung, dass die Befreiung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit durch die sexuelle Aufklärung vorbereitet werden müsse. Die kritische Stoßrichtung der Werke des Goldenen Zeitalters der Pornosophie (1650–1800) richte sich gegen Kirchenmoral und Obrigkeit, wobei die acht Jahre nach der Kritik der reinen Vernunft erscheinende Philosophie im Boudoir laut Lacan "die Wahrheit der Kritik" 4 ausspreche.

De Sade (1740–1814), so Pfister / Zweifel, treibe die Intellektualisierung der Erotik sowie die Erotisierung des Intellekts auf die Spitze und bringe den Phallo-Logozentrismus seiner Epoche in jenem Bild auf den Punkt, wo einer seiner Heldinnen ein Phallus im Gehirn wächst: "Ich ficke, also bin ich" (S. 10), lautet die Pop-Moderne Formel, bei der "die cartesianische Evidenzerfahrung ins Fleisch verlegt" wird. Dagegen scheint der kreative Gedankenstrom der Verfasser einem wilden Denken zu entspringen, das inhaltlich von der "Hirnbrünstigkeit der Aufklärung" über die "Schwelle der Moderne" zum "Gipfel der Negation" fließt, um gegen Ende ins "Reich der bösen Imagination" zu münden, wo sich das Subjekt schließlich auflöst.


Schon diese ersten "surmoralen" Gedankenstriche zeigen, dass Pfister / Zweifel de Sades karnevaleske Texte jenseits von Gut und Böse unterlaufen, übertönen, travestieren und ein provokatorisches Spiel mit ihnen treiben. Als Kronzeuge dient ihnen dabei de Sades "Lehrmeister" Julien Offray de La Mettrie (1709–1751), einer "der größten Materialisten aller Zeiten" (Max Horkheimer), der ebenso wie de Sade kein starres Gedankensystem proklamiert, sondern Denkexperimente am offenen Textkörper durchführt, so dass die Stil- und Philosophievielfalt dieser Autoren im Versuch alles zu sagen die Autorität der Vernunft untergräbt. In dem Moment, wo das Verschwiegene, Verdrängte, Hässliche, Ekelerregende und die tiefsten Abgründe der menschlichen Begierde an die Oberfläche des Bewusstseins kommen, "wird die enzyklopädische Vernunft von ihrem eigenen Wahnsinn erfasst..." (S. 16) und der Diskurs der Klassik gelangt an sein Ende. 5

Wurden La Mettries polyphone Texte in der ideengeschichtlichen Tradition bisher meist durch die Brille der Naturwissenschaften gelesen und als Anregungen für Marx und Engels interpretiert, so "erweitern" Pfister / Zweifel die verkürzte philosophische Lesart vom "Maschinenmenschen" um den Begriff der La Mettrieschen Imagination, die als "automatische" (selbstbewegte) Instanz, alle Geisteskräfte unter sich fasst und "ohne Kontrolle durch einen Maschinisten immer neue Vorstellungen und Ideen, Bilder und Maximen" fabriziert, "was in eine zunehmende Auflösung aller philosophischen Konzepte und natürlich der Moral mündet." (S. 21)

Schließt man dieses Konzept der Imagination mit de Sades "auf den ersten Blick rein mechanizistisch wirkender Erotik" (S. 21) kurz, entsteht eine "Doktrin der Imachination", in der das unbeherrschbare Spiel der Einbildungskraft die alles beherrschende kalte Vernunft zum schmelzen bringt. Ziel ist dabei nicht der Mensch als Maschine, sondern der erotische Textkörper, eine Textmaschine, die unsere Wahrnehmung erweitert und die Phantasie von den gesellschaftlichen Zwängen befreit.

Ebenso wie de Sades La Mettrie-Rezeption keine wissenschaftlich-objektive ist, scheint auch Pfister / Zweifels de Sade-Rezeption vom Lustprinzip geleitet, nur dass de Sades "récriture"-Strategie – das Um-, Ab- und Weiterschreiben fremder Texte in den eigenen – produktionsästhetische Spuren hinterlassen hat, denen die Verfasser nun nachspüren und die sie spielerisch (um-)zudeuten versuchen. Demnach sei es de Sades Eigenart gewesen, durch seinen einseitig-obsessiven Blick verborgene Tendenzen im Werk La Mettries aufzuspüren, diese durch manipulative Eingriffe zu verschärfen, um in einem obszönen Akt der Enthüllung zu zeigen, was hinter dessen Denken verborgen lag.

[...] Was der Pornosoph de Sade andererseits vom Erotiker La Mettrie gelernt habe, sei das kokette Spiel von Enthüllung und Verschleierung, denn – so zitiert de Sade La Mettrie – "vieles lässt sich trefflicher ausdrücken, indem man es verschweigt (schreibt la Métrie [sic] irgendwo); man reizt die Begierde, indem man die Neubegierde des Geistes auf einen teilweise verhüllten Gegenstand lenkt, dessen Geheimnis man nur erahnen kann, wiewohl man sich damit brüsten möchte, es zu lüften." 8 (S. 124)

[...] Im letzten Teil des Buches führt der "Widerstreit von Vernunft und Imagination" auf ästhetischer Ebene zur "Inthronisierung der Phantasie" (S. 167). Nach La Mettrie funktioniert die Imagination automatisch und fabriziert immer neue Vorstellungen, Ideen, Bilder und Maximen, was in einer zunehmenden Auflösung aller philosophischen Konzepte und der natürlichen Moral mündet. Sein Begriff der >machine<, den er zum Leitbegriff seiner polemischen Aufklärung macht, kommt – wie La Mettrie selbst – von der Medizin her und ist eine durchgängige Bezeichnung für den menschlichen Körper (S. 189), der aus selbsttätigen Binnenmaschinen zusammengesetzt ist und einer "Mechanik der Lust" unterliegt. De Sades
(Schreib-) Maschinenmetapher befeuert zudem die ungebundene Lust der freien Imagination, transformiert Sexualität in Schrift und erhitzt so die Gemüter.

Die spielerische Kopplung von Imagination und Maschine befreit den Menschen als >Imachination< aus der Welt der Tatschen, indem eine "absolute Poesie des Gehirns" (S. 173) erzeugt wird, die den Menschen gegen die Ideologie- und Religionsmaschinen schützt. Entsprechend wird in Juliette und Justine eine Gottesmaschine, die zur Verblendung der Menschen dient, in eine nützliche Orgienplanungsmaschine umfunktioniert. Im Reich der Imachination, in dem alles erlaubt ist und alles gesagt werden darf, besteht der "Sade-Effekt" 12 darin, die Text-Maschine darauf zu programmieren, alles zum Ausdruck zu bringen, um die vermeintlich gesicherten Überzeugungen und Wertsysteme des Lesers zu zerstören und das Subjekt zu spalten.

Die zeichensetzende Argumentations- und Todesmaschine begräbt den Leser unter der Textmasse und macht aus dem Roman ein Folterinstrument, das sich ins Gedächtnis einschreibt oder dessen Phantasien austreibt, so dass der Leser zum Komplizen des Bösen wird und sich (ihm) die Frage stellt, ob das Böse nur im Text oder auch in uns existiert. Gleichzeitig führt die Imachination in den (a)politischen Raum, wo sie, ohne Stellung zu beziehen, die Verabsolutierung einzelner Prinzipen negiert und für die Abschaffung aller Gesetze plädiert (bis auf eines, das vor den Repressionen des Staates schützt und dem Individuum erlaubt, seine Eigenheiten auszuleben). Da de Sade jedoch gleichzeitig alle Formen öffentlicher Gewalt karnevalistisch inszeniert, entlarvt er die Machtgelüste sexueller Triebe und verortet die Leidenschaft der politischen Haltung in der Triebstruktur des jeweiligen Anführers als "unumschränkte Befriedigung seiner Gelüste." 13 Die "Politik" de Sades entpuppt sich so in letzter Konsequenz als Politik der "crise" [14] (S. 84), die unmittelbar ins mediale "Theater des Terrorismus" [15] unserer Tage führt.

[...] Vielleicht lassen sich die postmodernen "Phänomene" des Sextourismus oder Ego-Shootings durch die de Sadeschen Skandaleffekte verbotener Gedanken und die Einblicke in die eigenen Abgründe besser verstehen. Da Michael Pfister und Stefan Zweifel selbst imachinativ argumentieren, verwandeln sie ihren Text in der Tradition Deleuze / Guattaris in eine autoerotische (Junggesellen-) Maschine, die den Erotiker La Mettrie und den Pornosophen de Sade mit dem etwas zu kurz kommenden Dialektiker Hegel verkuppelt. Dabei produzieren sie gleichzeitig kreative Konnexionen, die in anderen Medien münden, wie die anregenden Exkurse "König Ubu und der kategorische Imperativ zum Verbrechen" oder Pasolinis "Sodom"-Verfilmung zeigen.

Das Dialektische dieser Liebschaften spiegelt sich nicht nur in den Bezügen, Beziehungen und von den Verfassern inszenierten, argumentativen Stellungswechseln der Autoren untereinander wider, sondern manifestiert sich auch in der Lust der Verfasser am eigenen Text, die vor allem dem Objekt der zu untersuchenden Begierde (de Sade) entspringt.

Vielleicht gerade deshalb wird der Leser das Gefühl nicht los, dass es den Verfassern in Anlehnung an ihr Vorbild auch darum geht, "auf der Ebene der Phantasie möglichst ungesehene literarische Effekte zu erzielen", so dass weite Teile dieses philosophisch-erzählerischen Werks wie "ein wildes Gemengegelage und eine Huldigung an die Imachination des Maschinisten" (S. 27) erscheinen.

Dennoch ist dieses Buch aufgrund seiner gedanklichen Bandbreite und des kurzweiligen Stils nicht nur für den künstlerischen >Menschen in der Revolte< (S. 18) zu empfehlen, sondern auch für jene, die von den Rändern der Aufklärung ins Herz der Finsternis vordringen wollen, für Pornosophen und Pragmatiker, sowie alle Leser mit Lust am Text.

[...]


Aus: "Dialektische Liebschaften" (Von Thomas Willems, 17.03.2003)
Michael Pfister / Stefan Zweifel: Pornosophie & Imachination. Sade LaMettrie Hegel (Batterien; 68) München: Matthes & Seitz 2002. ISBN 3-88221-836-3.
Quelle: http://www.iaslonline.lmu.de/index.php?vorgang_id=2498


-.-

Quote
Eine porneutische Vorbemerkung 7
I Surmoralismus 13
I. Die Hirnbrünstigkeit der Aufklärung 15
Sade auf der Schwelle zur Moderne 15
Sade, La Mettrie die schwarzen Schafe des Materialismus 19
Sade, La Mettrie, Diderot eine gefährliche »menage à trois. 27
Ästhetischer Surmoralismus 33
2. Frühreif im Bösen: Einführung in Sades Denkwelt 37
Sades Italienreise Spurenelemente des Monströsen 39
Die Idee des Bösen 42
Auf dem Gipfel der Negation 44
Die Welt als Würfelwurf 49
Mord in der Mitra 52
Der Vulvanus 57
3. Julien und Juliette oder Aufklärung und Moral 62
König Ubu und der kategorische Imperativ zum Verbrechen 72
Exkurs: Sade und Salò die Grenzen von Pasolinis Verfilmung 77
Politik als anarchische Orgiastik 83
I1 Pornosophie 91
4. Erotisierung des Textkörpers 93
Chivarusmarbarbarmavocsacromicrepanti 93
Exkurs: La Mettrie und Sade im Spannungsfeld
der Pornosophie 102:

>>Alles sagen<<. Justine und Juliette im Fluß der Sprache I 16

5. Schleiertänze der Ironie 1 2 2
Ökonomie des Striptease 122
Die Philosophie im Spiegelkabinett 126
Rhetorische Maskenspiele 128
Das zerrissene Bewußtsein 132
Selbstschöpfung und Selbstvernichtung 136
Allegorischer Totentanz 140
6. Die Dialektik des Sadomasochismus: Hege1 mit Sade 144
Herr und Knecht 144
Sade und Masoch 152

111 Imachination 165
7. Im Reich der bösen Imagination 167
Abschied vom Materialismus 167
Die Schriftzüge der Phantasie 170
Das Weltende in Kürze 176
8. Von Lust- und anderen Maschinen 182
Der Autor als Schreibmaschine 184
Der Mensch im Maschinenpark 187
Exkurs: Ontologie als Skatologie 192
Mechanik der Lust 201
Femme machine 206
Auflösung des Subjekts 2 1 1
9. Die Imachination der Wunschmaschinen 2 16
Das Erektil der Surrealisten 225
Die Junggesellenmaschine 229
Der Oulipoet 232
Die Brustwarze der Wunschmaschine 237

[...]


Aus dem Inhaltsverzeichnis von
"Pornosophie Imachination Sade La Mettrie Hegel Matthes" Von  Michael Pfister/Stefan Zweifel
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« Reply #4 on: October 27, 2008, 12:53:00 PM »

Quote
[...] Es ist eben auch für die abgebrühten Besucher eines Pornofilm-Kinos immer noch ein Skadalon, die Intimität eines filmerotischen Momentes mit Dritten zu teilen. Zu glauben, das Überspielen der eigenen Emotionen durch Coolness und/oder Lachen sei ein Privileg der Pubertierenden, ist angesichts von Sexualität grundfalsch. Ich will mich von dieser Erkenntnis auch gar nicht ausnehmen: Miriam und ich saßen ja direkt vor der Privatleben-Exhibitionistin und haben geschwiegen. Wir haben den Film nur an wenigen stellen im Flüsterton zueinander kommentiert und ihn - aus kühler filmwissenschaftlicher Distanz? - selbst in den Hardcore-Sequenzen “ernsthaft rezipiert”. Diese Abgeklärtheit ist die andere Seite der Medaille.


Aus: "PFF: »Mein Freund fickt zum Glück besser!«" (Zum 3. PornFilmFestival, 23. Oktober 2008, 10:06 Uhr, Autor: Stefan Höltgen, in: Festival-Tagung-Messe, Filmtagebuch, Stimulationsraum)
Quelle: http://www.simulationsraum.de/blog/2008/10/23/%c2%bbmein-freund-fickt-zum-gluck-besser%c2%ab/
-.-

Quote
[...] Zuerst habe ich mir im Kino “Eiszeit” einen sehr instruktiven Vortrag von Stephan Wolf über die Frage das Privaten in der Pornografie gehört. Zentrale Thesen waren:

   1. Private Porn ist ein Widerspruch in sich. In dem Moment, wo eine Kamera oder ein Publikum anwesend sind, ändert sich das Verhalten des Gefilmten und wird “unprivat”.
   
   2. Private Porn, wie sie auf Clip-Portalen wie Youporn, yutuvu und anderen gezeigt werden, verlieren ihren pornografischen “Wert” in dem Moment, wo das Gesicht der Protagonisten nicht zu sehen ist.

   3. Private Porn in der Art der Clips von “Beautiful Agony”, in denen nur das Gesicht gezeigt wird, öffnet dem Fake Tür und Tor.

Die Gegenüberstellung von “Fake” und “authentisch” halte ich (natürlich) für etwas problematisch. Authentizität ist keine Eigenschaft des Bildinhaltes, sondern der Form in Verbindung mit der medienhistorischen Vorbildung des Zuschauers. Insofern war das letzte von Wolf herangezogene Filmbeispiel aus “Beautiful Agony” besonders interessant. Hatten sich die mir bekannten Clips der Seite zuvor darauf beschränkt, einzelne Frauen(gesichter) mit starrer Kamera in einer Plansequenz zu filmen, so hat das vorgeführte Beispiel drei Modelle gezeigt, dramaturgisch (im Hinblick auf ein Erreichen der “Klimax”) montiert und mit Authentizitätsmarkern versehen: Hinter dem Körper derjenigen, die gerade im Bildvordergrund zu sehen ist, sieht man eine andere Protagonistin und die Kamera, die sie filmt. Zum Erreichen der Authentizitätssuggestion ist dabei sowohl die Montage als auch das filmische Beiwerk (Ton und Setting) entscheidend.

Als Gradmesser für Privatheit, wenngleich sie nach der ersten These sowieso unmöglich ist, die Betonung bestimmter “body parts” heranzuziehen, klang allerdings überaus plausibel für mich. Wolf leitete das aus der Frühgeschichte des Films her und verwies auf den kurzen Film “The Kiss” von 1896, in welchem der Kuss als damals größtmögliche Abbildung des Privaten auf das Gesicht konzentriert ist und in Großaufnahme gezeigt wird.

Vielleicht erklärt sich damit auch die seltsame Faszination, die Bukake-Aufnahmen im Pornofilm haben, weil sie die für die Pornografie konstitutiven “body parts” miteinander in einem Bild kombinieren. Ich erinnere mich, dass in der Videothek in Jena, in der ich Mitglied war, der mit Abstand am häufigsten Verliehene Film ein Porno war, auf dessen Cover nichts anderes als ein mit Sperma übersätes Gesicht war. Auf der Rückseite waren dann ausschließlich ähnliche Screenshots. In Anbetracht der landläufigen Annahme, dass es der nackte weibliche Körper sei, der pornografisches Interesse auslöst, hat den Videothekar und mich schon damals das empirische Gegenteil überrascht.


Aus: "PFF: Selfploitation" (24. Oktober 2008, 09:57 Uhr, Autor: Stefan Höltgen, in: Festival-Tagung-Messe, Stimulationsraum)
Quelle: http://www.simulationsraum.de/blog/2008/10/24/pff-selfploitation/

-.-

Quote
[...] Ich habe dann noch ein paar Fragen zur Produktion von “Happy Video Privat” gestellt, die mir vor allem den Hintergrund des “Privaten” etwas verdeutlichen sollten. Erfahren habe ich, dass die Wohnungen der Darsteller so gut wie nicht umgeräumt wurden für die Filmaufnahmen. Kunstlicht sei nur äußerst selten verwendet worden. Am stärksten hat sich der filmische Prozess in der Postproduktion auf das Material eingewirkt: Was man in den einzelnen Folgen sieht, ist ein (pornografisch montierter!) Zusammenschnitt aus etwa 60 Minuten Rohmaterial. Mag sein, dass Pornografie beim Filmen nicht die Intention gewesen ist - am Schneidetisch entsteht sie jedoch unweigerlich. Das Rohmaterial ist bestimmt durch seinen (quasi) dokumentarischen Charakter und Einstellungen, die die Unsicherheit und die Fragen der Protagonisten wiedergeben. So etwas gehört aber nicht in einen Pornofilm.

Interessant waren dann auch noch die Erläuterungen über die Vorgespräche und das Verhalten der Darsteller im Angesicht der Kamera (man erinnere sich an den vorherigen Bei-/Vortrag über Privacy and Porn). Während in den Interviewszenen die Technik schnell vergessen war, hat sie in den Fickszenen zu erhöhter Unsicherheit und Angst bei den Darstellern geführt. Die Kamera wurde zu einem nunmehr aktiven Beobachter (klar, Nah- und Detailaufnahmen kann man als Gefilmter wohl nur schwer ignorieren). Als Reaktion hierauf begannen die Darsteller sich wie Porno-Schauspieler zu verhalten. Sie wurden schnell und hektisch und haben ihren Auftritt dann teilweise sogar an erlernten pornografischen Sequenzen orientiert (Stellungswechsel, besondere Praktiken etc.) Wenn das kein schöner Beleg für die sexual-konstruktivistische Macht von Pornografie ist …


Aus: "PFF: »Das ist so erfolgreich, weil es so ungeil ist.«" (24. Oktober 2008, 10:34 Uhr, Autor: Stefan Höltgen, in: Festival-Tagung-Messe, Stimulationsraum)
Film & Diskussion: Harry S. Morgan “Happy Video Privat”
Quelle: http://www.simulationsraum.de/blog/2008/10/24/pff-%c2%bbdas-ist-so-erfolgreich-weil-es-so-ungeil-ist%c2%ab/

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« Reply #5 on: March 01, 2009, 12:08:07 PM »

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[...] "One natural hypothesis is something like repression: if you're told you can't have this, then you want it more," Edelman says.


Quote
Bullshit

Sat Feb 28 02:26:29 GMT 2009 by Chuck Bronson

I'm in the middle of the bible belt and I'm a conservative and I watch porn all the time. Who cares? Does watching porn make you evil? Do all conservatives hate porn? Is there something I'm missing here? Not all conservatives are religious types, and not all religious types are anti-porn.


Quote
And Your Point Is?

Sun Mar 01 04:22:42 GMT 2009 by Lisa Bennett

Were you implying something about conservatives? Hmmmm? Because most porn is used by men, rather than women. If we're going to discuss pornagraphy and those who have a predeliction to it, and what that means about their "morality", let's discuss why men seem to be the overwhelming majority of consumers. Why stop at "conservatives"?

Thank you.


Quote
Conservatives Are Stupid

Sat Feb 28 23:41:58 GMT 2009 by Paul

Who pays for porn? Seriously?


Quote
How Vague

Sat Feb 28 19:18:07 GMT 2009 by j

I'm an opened minded conservative. I visit this site & other science/intelligent sites several times a day but if I keep seeing this kind of abstract extrapolation...I'm done. What a stretch! Callaway crawl back under your rock or learn how to connect the dots with empirical data


Quote
This Is True

Sat Feb 28 18:36:41 GMT 2009 by a. w.

i work in a call center for the nations largest mail-order adult catalog and i gotta say this is true. i get the most calls and orders from the traditionally conservative states.

and surprisingly, the older white southern males (50 years +) purchase the most gay porn and they love the interracial black guy/white girl movies eventhough i venture to guess they would NEVER admit it.



read all 192 comments (01.03.2009)


From: "Porn in the USA: Conservatives are biggest consumers" by Ewen Callaway (27 February 2009)
Source: http://www.newscientist.com/article/dn16680-porn-in-the-usa-conservatives-are-biggest-consumers.html

Journal reference: Journal of Economic Perspectives  vol 23, p 209 (pdf)
http://people.hbs.edu/bedelman/papers/redlightstates.pdf


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« Reply #6 on: June 26, 2009, 08:20:13 AM »

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[...] The Wallpaper July Issue is devoted to sex


Wallpaper Sex Issue
http://blog.robbiecooper.org/2009/06/12/wallpaper-sex-issue/

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Orgasm Faces: Immersion: Porn Brings Voyeurism To The Fore
Robbie Cooper's film of young adults discussing (and demonstrating) their love of pornography
By Anna, 2:40 PM on Fri Jun 12 2009, 26,331 views
http://jezebel.com/5288494/orgasm-faces-immersion-porn-brings-voyeurism-to-the-fore


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http://www.wallpaper.com/art/video-robbie-cooper-sex-sighs--videotape/3453

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« Reply #7 on: December 04, 2009, 04:03:19 PM »

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[...] Pornos sind auch was für Frauen und müssen nicht sexistisch sein - davon sind die Veranstalterinnen des "PorYes" überzeugt, des "ersten feministischen Pornofilmpreises Europas". Am Samstag wird er in Berlin verliehen. "Die Zeit ist reif für so etwas, weil die Nachfrage nach Pornos sowohl bei Frauen als auch bei Männern größer geworden ist", sagt Organisatorin Laura Meritt. Der Titel "PorYes" ist eine Anspielung auf Alice Schwarzers Kampagne "PorNo" gegen pornografische Filme.

Riesenbrüste und nur die Männer in Ekstase - das soll bei dem neuen Preis anders sein. Mit der "Auster"-Trophäe sollen Filme gewürdigt werden, bei denen weibliche Lust, die Vielfalt bei Sexualität, Körpertypen, Alter und Herkunft der Darsteller nicht zu kurz kommen. Auch ob Frauen hinter der Kamera stehen, spielt eine Rolle für die international besetzte Jury.

Porno-Pionierinnen wie Annie Sprinkle, Candida Royalle und Maria Beatty werden für ihr Lebenswerk geehrt. Außerdem gibt es einen Überraschungspreis, kündigt Meritt an. Ganz so streng sind die Fronten in der Porno-Debatte nicht - im Publikum sind auch Leserinnen der feministischem Zeitschrift "Emma". Alice Schwarzer sei eingeladen, sagt Meritt. "Mal sehen, ob sie kommt."

Meritt ist Kommunikationswissenschafterin und führt ein Geschäft für Sexspielzeug. Außerdem ist sie Gastgeberin eines Salons. Den "PorYes"-Abend in den Hackeschen Höfen moderiert Filmemacherin Margaret von Schiller.

Wer noch mehr Aufklärung zum Thema wünscht, wird auf der Internetseite des Preises fündig. Auf die Frage, wo die Männer bleiben, heißt es, auch diese hätten es satt, immer "die gleichen langweiligen Einweg-Pornos" vorgesetzt zu bekommen. Alle sollen dazu angeregt werden, sich "ganzheitlich schön" zu fühlen. "Wir brauchen keine XXL-Genitalien, Waschbrettbäuche oder Wespen-Taillen."

Auch ein anderes Frauenbild ist bei "PorYes" wichtig. "In herkömmlichen Pornos sehen die Frauen meist abgekämpft und fertig aus, als ob sie aus einem Krisengebiet kommen, was ja meistens auch so ist."

Als Angriff auf Schwarzers "PorNo"-Kampagne ist die Aktion nicht gemeint, wie die Organisatorin betont. Im Gegenteil: Sie unterstütze die Kampagne und richte sich gegen Diskriminierungen, sexistische und rassistische Darstellungen und die "Pornografisierung" im Alltag, sagt Meritt.

(APA)


Aus: "Berlin: Feministischer Porno-Preis wird vergeben"
16.10.2009  (DiePresse.com)
Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/skurriles/515476/index.do

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« Reply #8 on: March 11, 2010, 03:53:32 PM »

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 monochrom und die Zukunft des Porno / Berlin
Podiumsdiskussion mit Johannes Grenzfurthner (monochrom), Rose White, Ella Saitta, Aaron "SFSlim" Muszalski @ C-Base Berlin, 29. Dezember 2009; 21 Uhr.

    If you ask mainstream pornographers what their vision of the future is, it involves cracking down on piracy making more money re-selling the same generic products in new formats. What about independent pornographers with an eye on longtail markets who are focused on creating "weird" products that most people don't want to buy? Or consumers who are seeking porn to cater to their special interests not covered in mainstream heteronormative porn? Or people who prefer porn and Real Dolls to sexual involvement with other humans? And, what of the future of computer-generated porn? While the major adult companies are still trying to figure out why people aren't buying as many $45 DVDs as they used to, more and more niche pornographers, artists, merchants, and performers are popping up to create offbeat erotic entertainment with a small, but enthusiastic fanbase. Join these nerdy perverts for a discussion on the many directions in which the future of porn is really headed.



[gepostet von johannes, 12/22/2009]



Quelle: http://www.monochrom.at/info-monochrom/2009_12_01_archiv.html#7296911910963031238

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