COMMUNICATIONS LASER #17
September 09, 2010, 01:19:18 AM *
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Author Topic: [Empathie ermöglicht also... ]  (Read 69 times)
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« on: June 01, 2010, 01:32:41 PM »

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[..] Empathie ermöglicht also schon gemäß Freud und Lipps, von außen unter Beachtung der Grenzen eine andere Person ganzheitlich - also auch unter Einbeziehung ihrer Emotionalität – zu erfassen, diese im eigenen Bewusstsein als „Alter Ego“ (mit begrenzter Kontingenz) zu konstruieren und mit dieser zu kommunizieren.

[...]

Lipps unterscheidet drei Stufen der Empathie:

    * Die erste Ebene beinhaltet generelle Empathie, wenn die Form eines Objekts eine Aktivität hervorruft.
    * Auf der zweiten Ebene vollzieht sich natürliche Empathie. Auf dieser ruft ein Objekt eine Aktivität hervor, die versucht, es in einen realen Kontext bzw. einen kausalen Zusammenhang einzuordnen. Auf dieser Ebene geschieht es, das Objekte "vermenschlicht" werden.
    * Auf der dritten, der höchsten Ebene der Empathie, reagieren wir auf echten menschlichen Ausdruck wie Gesten, Gesichtsausdrücke und Stimmlagen.

[...] Perspektivenübernahme  ist eine Technik bzw. Fähigkeit aus der Sozialpsychologie und dem Psychodrama, bei der man sich in die Rolle und Position eines anderen hineinversetzt und versucht, die Welt aus dessen Sicht zu sehen.

    „in den Mokassins eines anderen gehen“ - (Indianische Redensart, vollständig „Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“ für: sich in seine Rolle, seine Perspektive einfühlen). Außerdem wird darunter die Fähigkeit verstanden, auf andere Werthaltungen und Normen einzugehen, um sie in die Person integrieren und neue soziale Rollen annehmen zu können (vgl. Tausch (Soziologie)).

Wesentlich dabei ist, dass der eigene Affektzustand dem Gefühlszustand einer anderen Person entspricht. Dies wird dadurch ausgelöst, dass man die Perspektive der anderen Person einnimmt – „in ihre Haut schlüpft“ – und so ihre emotionalen und anderen Reaktionen begreifen kann. Dies gelingt teilweise sogar in extremen Situationen. Beispielsweise wird in Anti-Aggressivitäts-Trainings die Fähigkeit von (potenziellen) Gewalttätern gefordert, sich empathisch in ihre Opfer hineinzuversetzen.

Die gemeinsame Übernahme einer Perspektive hängt in der Geschichte oft mit demokratischen Tendenzen beziehungsweise mit der Überbrückung von Standesgrenzen zusammen. Das Theater der griechischen Antike war eng mit der Idee der athenischen Demokratie verbunden. Aristoteles prägte in diesem Zusammenhang die Begriffe Mimesis und Katharsis.

[...]

Im Jahr 2000 entdeckte Giacomo Rizzolatti die Spiegelneurone in der Großhirnrinde von Rhesusaffen. Die Neurone haben die erstaunliche Eigenschaft, immer gleich zu reagieren, egal ob der Affe eine Handlung selber ausführt oder ob er diese Handlung bei anderen beobachtet. Rizzolatti schrieb 2006 über seine Forschungen das "So Quel che fai - Il cervello che agisce e i neuroni specchi."[4] Das Buch erschien 2008 in deutscher Übersetzung. Giacomo Rizzolatti beschreibt (zusammen mit Corrado Sinigaglia) über die weitreichenden Konsequenzen seiner Entdeckung, über die vielen Bereiche unseres Denkens, Handelns und Empfindens, in denen das Spiegel-Prinzip eine Rolle spielt.[5]

Untersuchungen zu Spiegelneuronen lassen zwischen dem Nachahmungsverhalten und der Fähigkeit zur Empathie einen Zusammenhang vermuten, beispielsweise beim Gähnen und beim ansteckenden Lachen. Dieses Phänomen wird jedoch als Gefühlsansteckung bezeichnet und keinesfalls als Empathie im oben beschriebenen Sinn (gemäß Freud und Theodor Lipps). Diese Vermischung oder Verwechselung findet sich recht häufig auch in wissenschaftlichen Texten.

...



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Empathie (31. Mai 2010)

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« Reply #1 on: June 01, 2010, 01:36:28 PM »

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[...] Durch das Durchleben von Mitleid und Furcht (von griechisch eleos und phobos, auch Jammer und Schauder  übersetzt) erfährt der Zuschauer der Tragödie als dessen Folge eine Läuterung seiner Seele von diesen Leidenschaften.

[...] Die bis ins 18. Jahrhundert vorherrschende moralisierende Interpretation der Katharsis versteht also die psychische Veränderung vor allem als Vorbereitung für eine moralische Verbesserung. Modernere psychologisierende Deutungen geben der Veränderung eher den Sinn eines Abbaus psychischer Spannungen. Im Psychodrama  nach Jakob Levy Moreno soll moralisch wertfreier die Katharsis nach der Maxime „Jedes wahre zweite Mal ist wie das erste Mal“ zu einer Neuorientierung der Lebensgrundsätze sowohl bei Zuschauern wie auch Protagonisten  des psychodramatischen Spiels führen.

In Bezug auf die Entwicklung des deutschen Theaters polemisierte vor allem Bertolt Brecht in seiner Theatertheorie (episches Theater) gegen die Katharsis und forderte einen distanzierten Zuschauerblick. (Post-)modernes Theater ist zunehmend geprägt von fragmentarischen Katharsis-Effekten, die allerdings auf keinen dramaturgischen oder moralischen Nenner mehr zurückzuführen sind.

...


Katharsis (Literatur)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Katharsis_%28Literatur%29 (24. Mai 2010)

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« Reply #2 on: June 01, 2010, 01:41:30 PM »

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[...] Eine Studie der Universität Michigan kommt zu dem Schluss, dass amerikanische Studenten heute weit weniger zu Empathie fähig sind, als noch vor 30 Jahren.

"Der größte Abfall von Einfühlungsvermögen war nach dem Jahr 2000 festzustellen", sagte Co-Autorin Sara Konrath. Demnach hätten Standard-Persönlichkeitstests aus einem Zeitraum von 30 Jahren offenbart, dass Studenten  heute etwa 40 Prozent weniger einfühlsam seien als ihre Kommilitonen aus den 70er Jahren. Ein Befund, der sich vor allem darin äußert, dass Studenten heute weniger fähig seien, die Sichtweise ihrer Mitmenschen zu verstehen oder Mitgefühl mit Notleidenden zu empfinden.

Nicht zuletzt deshalb empfänden viele Menschen die heutige Studentengeneration als "Generation Ich", eine Gruppe von selbstsüchtigen, narzistischen, wetteifernden und individualistischen jungen Menschen, sagte Konrath.

Die Ursachen für die beobachtete Entwicklung nennen die Forscher nicht. Ein möglicher Auslöser könnte ihrer Meinung nach jedoch der zunehmende Einfluss der Medien sein. "Verglichen mit vor 30 Jahren werden Studenten heute mit etwa dreimal mehr  Informationen überschüttet, die nichts mit ihrem Studium oder ihrer Arbeit zu tun haben", sagt Konrath. Die Forschung lege nahe,  dass die zunehmende Darstellung von Gewalt in Medien zur emotionalen Abstumpfung der Studenten beitrage.

Eine weitere Ursache für die mangelnde Empathie-Fähigkeit von Studenten sehen die Forscher im vom ständigen Wettbewerb geprägten sozialen Umfeld. Zudem könnten soziale Netzwerke im Internet zum Verfall der zwischenmenschlichen Kommunikation beitragen. So sei es in einer Online-Konversation möglich, irgendwann einfach nicht mehr zu antworten - ein Verhalten, dass sich möglicherweise auch auf persönliche Gespräche überträgt.

Die Forscher der Universität Michigan werteten für ihre Studie die Daten von 72 Einzelstudien aus, die im Zeitraum zwischen 1979 und 2009 entstanden. Befragt wurden darin etwa 14.000 Studenten, beispielsweise zu ihrer Zustimmung zu Aussagen wie  "Ich versuche manchmal, meine Freunde besser zu verstehen, indem ich mir vorstelle, wie sie Dinge aus ihrer Perspektive wahrnehmen" oder "Ich sorge mich häufig um Menschen, denen es schlechter geht als mir."

Quote
Dadamsda schreibt Böse Medien und Internet

Ich glaube es einfach nicht. Die Medien und die sozialen Netzwerke sind schuld. Nee, ist klar. Und dann natürlich nur die Studenten. "Der größte Abfall von Einfühlungsvermögen war nach dem Jahr 2000 festzustellen" Könnte der Grund (wenn es wirklich einen Empathie-Abfall gab) 9/11 oder die Wirtschaftskrise sein? "Die Ursachen für die beobachtete Entwicklung nennen die Forscher nicht. Ein möglicher Auslöser könnte ihrer Meinung nach..." Ja was denn nun? Liebe SZ, solche Agenturmeldungen übernimmt man nicht ohne sie zu hinterfragen.


Quote
srb70 schreibt (kommentar mal wieder verschwunden..)

hartherzigkeit ist nicht nur ein phänomen unter studenten, sondern in der gesamten gesellschaft.


Quote
POTHEKE schreibt Nichts Neues

Bei den Juristen war das schon immer so.




Aus: "Studie zu Empathie-Fähigkeit Hartherzige Studenten" (01.06.2010)
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/studie-zu-empathie-faehigkeit-hartherzige-studenten-1.952684

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