COMMUNICATIONS LASER #17
February 08, 2012, 06:54:36 AM *
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Author Topic: [Zur Typologie verdeckter Operationen... ]  (Read 15931 times)
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« on: June 25, 2005, 05:13:21 PM »

Das deformiert die Seele (Helmut Schmidt)

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[...]  CHRISTIAN RATH: Michael Buback denkt, dass es bei den Sicherheitsbehörden eine schützende Hand über Verena Becker gab. Glauben Sie das auch?

Ulrich Endres: Wenn Sie mich vor ein paar Monaten gefragt hätten, hätte ich gesagt, ,ich leide nicht an Verfolgungswahn, in diesem Land ist so etwas nicht möglich'. Aber jetzt nach der Akteneinsicht kann ich eine Deckung leider nicht mehr ausschließen.

CHRISTIAN RATH: Welche Akten haben Sie eingesehen?

Ulrich Endres: Die Verfassungsschutzakten über Frau Becker. Vermutlich wird über deren Inhalt auch im Prozess nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

...


Aus: ""Super-Gau für die BRD"" (21.09.2010)
Buback-Anwalt über Becker-Prozess, INTERVIEW: CHRISTIAN RATH
Quelle: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/super-gau-fuer-die-brd/

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[...] Verdeckte Operationen (nachrichtendienstlicher, politischer und militärischer Begriff, vom engl. Covert Operation) sind politische oder militärische Aktivitäten, die sowohl heimlich (zur Verschleierung der Identität des Urhebers) als auch verdeckt ablaufen, das heißt ihre Existenz wird vom Urheber bei Bedarf aktiv dementiert (= verdeckt). Sie werden in Situationen angewendet, in denen ein offenes Vorgehen nicht zum angestrebten Ziel führen oder den Erfolg der Maßnahme gefährden würde.

[...] Grundelemente/Typologie verdeckter Operationen

    * Aufbau und Beeinflussung politischer Gruppierungen im Zielland
    * Desinformation zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung oder der Diffamierung politischer Gegner
       ("Operative Information")
    * Paramilitärische und militärische Operationen, etwa durch Spezialeinheiten
    * Aufbau und Beeinflussung (para-)militärischer Gruppierungen im Zielland (siehe auch Todesschwadron)
    * Förderung des Drogenhandels zur Finanzierung einer Operation, siehe Iran-Contra-Affäre
    * Strategie der Spannung
    * Vorgehen gegen Terroristen
    * Unterstützung von Terroristen
    * Subversion
    * Staatsstreiche
    * Entführungen
    * Attentate (politisch)
    * Sabotage


[...]  


Beispiele:

CIA:
    * Operation Ajax - Sturz des iranischen Premierministers Mossadegh 1953,
       Einsetzung des Schahs Mohammad Reza Pahlavi
    * Operation PBSUCCESS - Sturz von Jacobo Arbenz Guzmán, Präsident von Guatemala 1954
    * Demagnetize - Eindämmung des Kommunismus in Italien und Frankreich ab den 50er Jahren
    * Ausschaltung Che Guevaras in Bolivien 1967
    * Invasion in der Schweinebucht - Militärischer Angriff von Exilkubanern auf Kuba 1961,
       um die Revolutionsregierung Castros zu stürzen
    * Operation IAFEATURE - Unterstützung der UNITA und der Intervention Südafrikas im angolanischen Bürgerkrieg,
       die zum Eingreifen Kubas 1975 führte
    * Operation Condor war eine multinationale verdeckte Operation rechtsgerichteter Militärdiktaturen in Südamerika zur
       gemeinsamen Verfolgung und Ermordung von politischen Gegnern, die von der CIA technisch und logistisch sowie
       durch Schulungen unterstützt wurde
    * Gladio - Aufbau und Unterhalt von Geheimarmeen in Westeuropa von den 50ern bis in die späten 80er Jahre,
       die u. a. in zahlreiche Terroranschläge in Italien sowie in den griechischen Militärputsch von 1967 verwickelt waren

KGB:
    * vermutet: Inszenierung des Mordanschlags auf Papst Johannes Paul II. mit Hilfe des bulgarischen Geheimdiensts,
       um den Einfluss des polnischstämmigen Papstes auf den politischen Wandel in Osteuropa zu beenden
      (siehe Solidarnosc)


Ministerium für Staatssicherheit der DDR:
    * Bestechung des CDU-Politikers Julius Steiner und des CSU-Politikers Leo Wagner 1972, um das konstruktive Misstrauensvotum der CDU unter Rainer Barzel gegen Bundeskanzler Willy Brandt zu Fall zu bringen
    * Die Gruppe Ralf Forster (auch DKP-Militärorganisation genannt) war eine geheime Teilorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei während des Kalten Krieges. Sie war vom MfS ausgebildet und sollte im Kriegsfall auf dem Gebiet der Bundesrepublik Sabotageakte und Anschläge auf Personen verüben (siehe äquivalent Gladio bei CIA)


DGSE (Frankreich):
    * Versenkung des Greenpeace-Schiffes Rainbow Warrior und Tötung eines Greenpeace-Mitglieds 1985 durch einen Sprengsatz, den zwei französische Agenten in einem neuseeländischen Hafen anbrachten. Greenpeace führte zu dieser Zeit eine intensive Kampagne gegen die französischen Atomtests auf dem Mururoa-Atoll im Südpazifik.


Bundesnachrichtendienst:
    * Journalisten-Skandal - Überwachung BND-kritischer deutscher Journalisten
    * Plutonium-Affäre - Organisation eines Scheingeschäfts, das den Transport von Plutonium in einer Lufthansa-Passagiermaschine zur Folge hatte. Ziel war, die Gefahren des Schmuggels von Nuklearmaterial zu dramatisieren und politisch auszuschlachten.
    * Gladio - Aufbau und Unterstützung des deutschen Zweigs einer Geheimarmee, die maßgeblich von NATO und CIA gesteuert wurde

[...]

Zitate:
"Staaten haben keine Moral, sondern Interessen." Winston Churchill


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verdeckte_Operation (2005)

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[...] Ein Nachrichtendienst ist eine Organisation, die Informationen zu außen-, innen- und sicherheitspolitischen Situationen sammelt und diese auswertet. Ein Nachrichtendienst hat keine Exekutivbefugnisse! Im Gegensatz dazu haben Geheimdienste Exekutivbefugnisse - d.h. sie dürfen Verhaftungen durchführen, auch können sie die Berechtigung haben Sabotage, Zersetzung und Desinformation durchzuführen. [...]

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachrichtendienst (2004-08-01)

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[...] Besonders die Technik der Markenwerbung, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand und in Deutschland eng mit dem Namen Hans Domizlaff verbunden ist, gehört längst zum rhetorischen Einmaleins der politischen Propaganda. Etwa wenn es darum geht, Begriffe zu besetzen - ein Sprachfeld, das besonders zwischen den Parteien eine Rolle spielt.
[...] An den Berichten des MfS [ ] fiele auf, daß sie niemals die Motive und Selbstbezeichnungen der observierten Personen oder Gruppen nennen. Diese mußten vielmehr in die Sprache der Stasi übersetzt werden. So verwandelten sich Friedensgruppen und Verfechter der These Schwerter zu Pflugscharen in "antisozialistische Kräfte, politisch irregeleitet und ungefestigte Personen", wie es im Sprachgebrauch des MfS hieß. Ganz anders der Verfassungsschutz. Seine Maxime: die "Rote Armee Fraktion" auch als solche bezeichnen. Die Sprache der Stasi ist unüberhörbarer Ausdruck einer bürokratischen Mentalität. Erst nach mehrfacher Lektüre läßt sich das ideologische Kauderwelsch der Akten entschlüsseln.

[...] Dem MfS gingen Tausende Spuren verloren, weil niemand in der Lage war, die wichtigen Informationen aus den Dossiers herauszufiltern. Das bedeute nichts anderes, so Januschek, als daß der Verfassungsschutz wesentlich effizienter gewesen sei als die Stasi. Eine beunruhigende These, die der Oldenburger Linguist aufstellt, zweifellos, beunruhigend aber auch deshalb, weil sie sich ausschließlich an der Logik der Geheimdienste orientiert.

Folgt man dem gebündelten Irrsinn der Stasi-Dokumente, dann läßt sich ein ganz eigentümlicher Sprachstil beobachten. Das Volk wird in der Stasi-Perspektive zur Masse, die der Führung bedarf. Das Individuum verschwindet aus diesem Blickwinkel. Obwohl die Akten eine Fülle an persönlichen Daten, Fakten und Meinungen festhalten, haben die einzelnen Menschen das MfS nie wirklich interessiert. Sie blieben immer Objekt staatlicher Beobachtung und Zersetzung. Täter und Spitzel verschwinden in der passivischen und nominalisierten Ausdrucksweise. Bürokratische Monströsitäten, wie sie typisch für die Amtssprache des 20. Jahrhunderts sind.

Zersetzung + »lingua securitatis«... (Notizen zur Stasi)
Bruchstücke aus: ""Freiheit" ist ein werbeträchtiges Wort - über den Erfolg und Mißerfolg politischer Sprachlenkung der verschiedenen Systeme"
von Michael Marek (06.04.1994)
Michael Marek ist Politologe und arbeitet als freier Publizist in Hamburg / Internet Quelle (nicht mehr auffindbar, gelöscht?)]

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Zersetzung der Seele: Psychologie im Dienst der Stasi:

Der Missbrauch eines ganzen Fachgebiets hieß im Stasi-Jargon: "Operative Psychologie". Eingesetzt wurde diese Disziplin, um Mitarbeiter anzuwerben, sie „im Dienst“ zu stabilisieren und vor allem Andersdenkende und politische Gegner zu bekämpfen. Ziel war die Einschüchterung von Menschen und die Zerstörung von Persönlichkeiten, in den MfS-Richtlinien als „Zersetzung“ definiert. ...



Quelle: http://www.stiftung-aufarbeitung.de/pdf/arte.pdf (Stand 2005 [Im Internet nicht mehr abrufbar - Stand 2010])

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[...] Viele Spitzel waren notwendig, um die Schwächen herauszufinden und später die Wirkung des leisen Terrors zu beobachten, der oft lange andauern musste, bevor aus Enttäuschungen ein Panikgefühl wurde und das Selbstvertrauen schwand. Unglücklich sollte der Mensch werden, unfähig zu weiterer Kritik oder gar Opposition gegen die Diktatur. Gehörte er zu einer Gruppe, setzte sich die Staatssicherheit das Ziel, durch ihre Spitzel die natürlichen Differenzen unter den Mitgliedern zu schüren und deren Aktivität lahmzulegen oder doch zu verringern. Im Sprachgebrauch der Behörden sollten sich die «feindlich-negativen Kräfte immer wieder mit sich selbst beschäftigen müssen». [...] Offene Verfolgung hätte das Selbstbewusstsein des Individuums womöglich gestärkt. Sie vermochte Solidarisierungseffekte auszulösen. [...] alles zielte [ ] auf die Entmutigung von Menschen und die Untergrabung von Vertrauen.

...


Bruchstücke aus: "Unterdrückung durch «Zersetzung» Stasi-Methoden gegen die Opposition in der DDR"
Über ein Buch von Sandra Pingel-Schliemann: Zersetzen. Strategie einer Diktatur. Schriftenreihe der Robert-Havemann-Gesellschaft, Berlin 2002 (5. April 2003, Neue Zürcher Zeitung)

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[...] laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" sind rund 17.000 ehemalige Mitarbeiter der Stasi, also des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit, trotz Prüfungen im Öffentlichen Dienst der Landesverwaltungen geblieben.

[...] Am Mittwoch hatte auch das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt, dass nach der Wiedervereinigung einige ehemalige Stasi-Leute übernommen worden sind - 23 arbeiten dort heute noch. Diese Information sei jedoch nicht neu, betonte das Bundesinnenministerium. "Jeder Einzelfall ist genauestens geprüft worden", betonte ein Sprecher.

[...] Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Bürgerrechtler Stephan Hilsberg sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Die Beschäftigung im Öffentlichen Dienst an sich ist noch nicht das Problem. Das Problem ist, in welchen Positionen sie da landen." Es sei zu akzeptieren, wenn solche Leute als Pförtner arbeiteten. Wenn sie aber wie beim Landeskriminalamt Brandenburg in Leitungspositionen tätig seien, sei das nicht hinnehmbar. Ähnliches gelte in Schulen.

[...] Der Bürgerrechtler Ehrhart Neubert beklagte, die Gesetze hätten kurz nach der Wende nicht voll gegriffen, da noch nicht alle Informationen vorgelegen hätten. "Man hat nicht durchgesehen", sagte Neubert. Zwar sei klar: "Führende Stasi-Leute haben im Öffentlichen Dienst nichts zu suchen." Andererseits sei heute "manches nicht mehr zu reparieren".

...


Aus: "DDR-VERGANGENHEIT - Tausende Ex-Stasi-Spitzel im Öffentlichen Dienst" (09.07.2009)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,635159,00.html

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[...] 1952 wurde das BKA in die Internationale Kriminalpolizeiliche Organisation IKPO (Interpol) aufgenommen. Das BKA war sowohl Zentralstelle für die Länderpolizeien als auch für eigene Ermittlungen in einigen festgelegten Deliktsfeldern zuständig. Noch 1959 hatten nur zwei von 47 leitenden Beamten des BKAs keine NS-Vergangenheit, 33 waren ehemalige SS-Führer.[2] Zu diesem SS-Führern zählte auch Theo Saevecke, der stellvertretender Leiter der Sicherungsgruppe wurde. Kurt Amend, Chef-fahnder des Berliner Reichskriminalpolizeiamts (RKPA) und Ex-Mitglied im Sicherheitsdienst der SS, wurde Chef-Fahnder in Wiesbaden. Otto Martin, Biologe in der SS-Forschungsgemeinde Ahnenerbe, wurde Chef in der Biologischen Abteilung. Heinz Drescher, Chef der Personenfeststellungszentrale und der Fingerabdrucksammlung im RKPA wurde Chef des Erkennungsdienstes.[3]

[...]

[1] # ↑ Sitzungsprotokoll : http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0011/k/k1950k/kap1_2/kap2_75/para3_9.html?highlight=true&search=Hamburg&stemming=true&field=all#highlightedTerm
[2] # ↑ Jörg Ziercke in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 5. September 2007, S.2: Das Internet darf kein strafverfolgungsfreier Raum sein
[3] # ↑ Verfolger wurden zu Jägern, Süddeutsche Zeitung vom 31. Oktober 2007, S.11

...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskriminalamt_(Deutschland)#Geschichte (18. Juni 2009)

« Last Edit: September 21, 2010, 11:01:26 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #1 on: June 25, 2005, 05:18:56 PM »

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"Wann sah der Staat in der DDR die Machtfrage gestellt? Wenn Leute auftraten, die es eigentlich gar nicht geben durfte und Fragen stellten, die eigentlich verboten waren. Warum mussten gewisse Fragen verboten werden? Weil allein schon die Duldung der Suche nach Antworten offensichtlich auf die Delegitimierung jener hinauslief, die sich allein für alle Fragen und Antworten zuständig hielten. Die öffentliche Austragung gesellschaftlicher Konfliktlagen und Zielbestimmungen (für die Politbürokraten das Schreckgespenst einer real existierenden sozialistischen Demokratie) wäre das Ende dieses Regimes – soweit die durchaus zutreffende Lageeinschätzung der Herrschenden und ihrer Kopf- und Handlanger. Und diese Konstellation musste verschleiert werden. Deshalb Zersetzung (und vieles andere mehr)."

[Bruchstück aus: "Was sollte sein und was war die operative Methode "Zersetzung" ?
Jour fixe im November 2003
Quelle: http://www.mfs-insider.de/jourfixe/JF0703.htm


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[...] zu den Hinterlassenschaften des MfS gehören auch seine Sprachregelungen und Begriffsdefinitionen für den internen Dienstgebrauch. Zusammengefasst im »Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit«, zeigt sich der Geheimdienstjargon der Stasi als ein Lexikon des Schreckens und der behördlichen Trivialitäten: von A wie »Abschöpfung« (der Informanten) über Bezeichnungen wie »Feind«, »Gesellschaftsgefährlichkeit«, Klassenhass« bis Z wie »Zersetzung«

[...] Der »Doppelzüngler« war eine weitere sprachliche Kreation, die das untergegangene Ministerium für Staatssicherheit in die Welt setzte. Im besten Amtsdeutsch war damit definiert: »Eine unehrliche Person, die gegenüber zwei oder mehreren anderen Personen über ein und denselben Sachverhalt unterschiedliche Meinungen äußert. Verfolgt damit meist das Ziel, persönliche Vorteile in ihrer beruflichen oder gesellschaftlichen Entwicklung zu erhalten.«

[...] Folgt man dem gebündelten Irrsinn der Termini und Sprachregelungen, dann erscheint die ehemalige DDR-Gesellschaft als Maschine, funktionell arbeitend und hierarchisch gegliedert. Oberstes Ziel: den politischen Gegner zu »zersetzen« und zu »isolieren«. Da werden Menschen zu bearbeiteten Fällen, Handlungen zu Vorgängen, die zu löschen, zu tilgen oder zu bearbeiten sind. Nur, die Täter und Spitzel, sie verschwinden in dieser »lingua securitatis«, so Siegfried Suckut, Referatsleiter im Bereich Forschung und Bildung beim Bundesbeautragten für die Stasi-Unterlagen.

Bruchstücke aus: "Das geheime Vokabular - Das Wörterbuch der Stasi, seine Begriffsdefinitionen und Decknamen für die inoffiziellen Mitarbeiter" von Michael Marek (24. März 2000)
Quelle: http://www.freitag.de/2000/13/00131701.htm


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Der Berner Club (auch Club de Berne genannt) besteht aus den Chefs der Inlandsnachrichtendienste von derzeit 18 westeuropäischen Staaten (EU + Schweiz). Er wurde 1971 gegründet.

Es gibt kein Sekretariat. Es werden auch keine Beschlüsse gefasst, sondern dient viel mehr zum freien Meinungsaustausch über die Aufgaben und Erkenntnisse der jeweiligen Nachrichtendienste.

Die Treffen finden zweimal im Jahr statt und werden reihum vorbereitet. Hauptkritikpunkt ist der mögliche Datenaustausch ohne jegliche politische Kontrolle.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Berner_Club

« Last Edit: February 04, 2007, 03:48:13 PM by Textaris » Logged
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« Reply #2 on: August 09, 2006, 08:37:56 PM »

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[...] Die Securitate (offiziell Securitatea statului, dt. Staatssicherheit) war ab 1944 ein rumänischer Geheimdienst. Bei ihrer Auflösung im Jahr 1990 gab es schätzungsweise 40.000 offizielle und 400.000 inoffizielle Mitarbeiter.

Die Securitate wurde durch den Befehl Nr. 221/30 am 30. August 1944 gegründet. Laut Befehl war die offizielle Aufgabe des Dienstes "der Schutz der demokratischen Errungenschaften und die Garantie der Sicherheit der rumänischen Volksrepublik gegen alle äußeren und inneren Feinde". Die Mitglieder rekrutierten sich aus rumänischen Kommunisten und Funktionären der Sowjets, anfänglich wurden auch viele Agenten der ehemaligen Königlichen Geheimpolizei DGPS aufgenommen. Unter der Herrschaft von Nicolae Ceauşescu wurden auch Kinder aus den berüchtigten Waisenheimen (wie etwa Cighid) für den Dienst in der Präsidentengarde rekrutiert. Leiter der Securitate war anfangs der Generalleutnat Gheorge Pintilie (wirklicher Name: Pantelimon Bondarenko). Seine Stellvertreter, die sowjetischen Offiziere Generalmajor Alexandru Nicolsci (ein gebürtiger Rumäne) und Wladimir Mazuru, hatten allerdings die Oberhand in allen Entscheidungen.

Im Laufe der Zeit entwickelte die Organisation eine große Brutalität. So führte man ein Experiment in einem Gefangenenlager in Piteşti durch, das die Insassen dazu brachte, ihre Zellengenossen zu quälen, zu ermorden oder zu Kommunisten zu machen. In Säuberungswellen, Deportationen, Umerziehungsmaßnahmen und Schauprozessen wurde eine allgemeine Stimmung der Angst erzeugt. Die Repressionsmaßnahmen kosteten schätzungsweise 200.000 Menschen das Leben.

Nach der Machtergreifung von Gheorghe Gheorghiu-Dej wurde die Securitate auch für interne Säuberungen eingesetzt. Nicolae Ceauşescu ließ dann den Geheimdienst streng national ausrichten und säuberte ihn von sowjetischen Agenten. Durch eine Verbindung der Organisation mit dem Innenministerium und der Partei entwickelte sie sich zu einem allgegenwärtigen Kontrollorgan, das nicht mehr mit offenem Terror agierte, sondern subtil gegen einzelne Personen oder Vereinigungen vorging. Berüchtigt war die Arbeitsweise, bei der Regimegegner in so genannte "psychiatrische Anstalten" verbracht wurden.

1990 wurde die Securitate aufgelöst, die Nachfolgeorganisation ist der Rumänische Informationsdienst (SRI, Serviciul român de informaţii). Welche Rolle die Organisation bei der Revolution im Dezember 1989 und den Protesten der rumänischen Bergarbeiter, den so genannten Mineriaden, spielte, ist noch ungeklärt. Rumänischen Zeitungsberichten zufolge gab es eine große Anzahl von Ceauşescu-Gegnern innerhalb des Dienstes. Diese Aufklärung begann im demokratischen Rumänien, im Gegensatz zu anderen osteuropäischen Staaten, sehr schleppend. Erst unter der Regierung Emil Constantinescu wurde ein erstes Gesetz erlassen, das den Bürgern – ähnlich dem Prinzip der deutschen Gauck- bzw. Birthler-Behörde – Einsicht in die Akten des Geheimdienstes gewährt.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Securitate (08/2006)


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[...] Viele Rumänen kritisieren, dass die rund 12 Kilometer an Akten erst jetzt und nur langsam der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Behindert wurde die Veröffentlichung bisher wohl auch dadurch, dass viele ehemalige Securitate-Leute und ranghohe Kommunisten den Sturz Ceausescus politisch überlebt haben. Heute sitzen sie an Schlüsselstellen in Politik, Wirtschaft und Medien. Erst mit der Regierungsübernahme durch die Zentristen im Jahr 2004 und der Ausrichtung auf einen möglichen EU-Beitritt hat sich ein Wandel vollzogen.

Präsident Traian Basescu rief eine internationale Kommission ins Leben, welche die Verbrechen der Kommunisten untersuchen soll. Die Kommission, der ehemalige Dissidenten und Wissenschaftler aus aller Welt angehören, soll ihre Untersuchungsergebnisse im November vorstellen.


Aus: "Rumänien öffnet Akten der Geheimpolizei" (n24.de; 08. August 2006)
Quelle: http://www.n24.de/politik/ausland/index.php/n2006080818162700002

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[...] Der frühere rumänische Geheimdienst Securitate hat auch Kinder als Spitzel verpflichtet. Das teilte die Behörde zur Aufarbeitung der Securitate-Akten, CNSAS, am Dienstag in Bukarest mit.

Sie habe entsprechende Akten, Vermerke des Geheimdienstes und Verpflichtungserklärungen von minderjährigen Informanten gefunden, so die Behörde.

Demnach hatte der Dienst sogar Zwölfjährige als Informanten angeworben. Es handelt sich dabei vor allem um Kinder aus Waisenhäusern. Sie sollten die politische Stimmung in den Familien ihrer Schulkameraden auskundschaften.

Die Erkenntnis bestätigt ein altes Vorurteil zu Zeiten der kommunistischen Diktatur. Schon vor dem Sturz des Diktators Nicolae Ceaucescu 1989 wussten viele Kinder, dass es gefährlich sein kann, Freunden zu erzählen, dass ihre Eltern West-Radio hören oder die Regierung kritisieren.


Aus: "Rumäniens Diktatur ließ Kinder spitzeln" (n24.de; 18. Juli 2006)
Quelle: http://www.n24.de/boulevard/wissen-und-technik/zeitgeschichte/?n2006071818372600002

« Last Edit: April 16, 2007, 01:14:46 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #3 on: August 13, 2006, 11:29:14 PM »

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[...] Zwei Geheimdienstoffiziere wurden am Montag zu knapp 40 Jahren Haft verurteilt. Sie hatten einen Racheanschlag in den Kurdengebieten verübt. Ein sensationelles Urteil. Mit einem Aufsehen erregenden Urteil gegen zwei Geheimdienstoffiziere endete Montagabend ein Prozess, der die kurdisch bewohnten Gebiete im Südosten der Türkei schwer erschüttert hatte.

Zu jeweils 39,5 Jahren wurden zwei Offiziere des militärischen Geheimdienstes verurteilt, weil das Gericht sie wegen Mordes und der gezielten Anzettelung von Unruhen für schuldig befand. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Geheimdienstler im November vergangenen Jahres einen Bombenanschlag auf einen Buchladen in der Kleinstadt Semdinli, nahe der iranischen Grenze, verübten, bei dem ein Mensch getötet und mehrere schwer verletzt wurden.

Der Buchladen gehörte einem ehemaligen Anhänger der militanten kurdischen Arbeiterpartei PKK. Der Anschlag sollte offenbar eine Antwort auf vorhergegangene Angriffe der PKK auf Polizei- und Militäreinrichtungen in Semdinli sein. Die Täter wurden, bevor sie flüchten konnten, von aufgebrachten Passanten umzingelt und aus ihrem Fluchtauto gezerrt. Obwohl im Kofferraum des Autos Waffen, detaillierte Karten und Listen mit potenziellen Anschlagszielen gefunden wurden, behaupteten die Offiziere vor Gericht, nur zufällig an dem Ort gewesen zu sein und mit dem Anschlag nichts zu tun zu haben.

So unglaubwürdig diese Behauptung von Beginn an war, so spannend war die Frage, auf wessen Befehl das Attentat eigentlich verübt wurde. Handelte es sich um zwei aus dem Ruder gelaufene Agenten, oder war der Bombenangriff ein Indiz für die Rückkehr eines "schmutzigen Krieges", wie ihn die Türkei Anfang der 90er-Jahre erlebt hatte und der mit Billigung der Militärführung geführt wurde?

Die Antwort, die der zuständige Staatsanwalt in seiner Anklage gab, war eine Sensation. Er beschuldigte den Chef des Heeres, General Büyükanit, als Drahtzieher des Attentates und warf ihm kriminelle Bandenbildung vor. Die Anklage sorgte für erheblichen Wirbel in Regierung und Armeeführung. Schon bald sickerte aber durch, dass der Staatsanwalt lediglich auf die Aussage eines Journalisten zurückgreifen konnte, der ihm aus dem Umfeld des Ministerpräsidentenbüros zugespielt worden sein soll.

Die Armeeführung schäumte – Büyükanit ist der designierte Nachfolger des jetzigen Generalstabschefs. Der Staatsanwalt wurde suspendiert. Angeblich war die Anklage ein Versuch, Büyükanit auszuschalten. Das Ergebnis war, dass die Militärführung gestärkt war und die Anklage sich lediglich auf die unmittelbar an der Tat Beteiligten konzentrierte. Die Suche nach den Hintermännern unterblieb.


Aus: "Justiz geht gegen Geheimdienst vor - Offiziere verübten Bombenanschlag auf Buchgeschäft, der der PKK zugeschrieben werden sollte" (derstandard.at; 20. Juni 2006)
Quelle: http://derstandard.at/druck/?id=2486455

« Last Edit: November 24, 2007, 09:42:22 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #4 on: August 23, 2006, 09:55:29 PM »

Quote
[...] 1990 deckte der italienische Untersuchungsrichter Felice Casson nach Recherchen in den Archiven des Militärgeheimdienstes SISMI die Existenz von Gladio auf. Er konnte beweisen, dass Mitglieder des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, Neofaschisten und Teile des Gladio-Netzwerks von den 1960ern bis in die 1980er Jahre zahlreiche politisch motivierte Terroranschläge und Morde in Italien begangen hatten. Dabei hatte ein Netzwerk geheimdienstlicher Stellen durch Verbreitung von Falschinformationen und Fälschung von Beweisen dafür gesorgt, dass die Verbrechen linksextremen Terroristen zugeordnet wurden, vor allem den Roten Brigaden [1] [2]. Die Vorgehensweise zielte auf die Diskreditierung der in Italien traditionell starken Kommunistischen Partei (KPI) und wurde als Strategie der Spannung bekannt. Eine bis heute nicht vollständig aufgeklärte Rolle spielte dabei auch die Geheimloge Propaganda Due unter Licio Gelli.

Der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti gab unter dem Druck der nachfolgenden parlamentarischen Untersuchung an, dass Gladio auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern existierte, was einen europaweiten politischen Skandal auslöste. Dies führte zu parlamentarischen Anfragen in mehreren Ländern. In Italien, Belgien und der Schweiz kam es zu Untersuchungskommissionen.

Das Europaparlament drückte nach einer Debatte am 22. November 1990 seinen scharfen Protest gegenüber der NATO und den beteiligten Geheimdiensten aus. Es stellte fest, dass „diese Organisation [das Gladio-Netzwerk] über 40 Jahre hinweg außerhalb jeder parlamentarischen Kontrolle verdeckte geheimdienstliche und bewaffnete Operationen in mehreren Mitgliedsländern der EU betrieben“ hatte, dass „die Militärgeheimdienste bestimmter Länder erwiesenermaßen in gravierende Terrorakte und kriminelle Aktivitäten verwickelt waren“ und dass die Urheber über Gladio illegalen Einfluss auf die inneren Angelegenheiten zahlreicher EU-Staaten genommen hätten (Quelle: Ganser, S.22)[3].

Unabhängige Untersuchung:
Die bisher einzige länderübergreifende, unabhängige Untersuchung zu Gladio war ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich (siehe Weblinks). Der Historiker Dr. Daniele Ganser schrieb über die Ergebnisse:

„Die Stay-behind-Armeen waren dem Volk, dem Parlament und den meisten Regierungsmitgliedern unbekannt und bildeten in ganz Westeuropa ein unsichtbares, koordiniertes, geheimes Sicherheitsnetz. In einigen Ländern, aber nicht in allen, mutierten die Sicherheitsnetze jedoch auch zu Terrorzellen. (...) Washington, London und der italienische militärische Geheimdienst befürchteten, dass der Einzug der Kommunisten in die [italienische] Regierung die Nato von innen heraus schwächen könnte. Um dies zu verhindern, wurde das Volk manipuliert: Rechtsextreme Terroristen führten Anschläge aus, diese wurden durch gefälschte Spuren dem politischen Gegner angelastet, worauf das Volk selber nach mehr Polizei, weniger Freiheitsrechten und mehr Überwachung durch die Nachrichtendienste verlangte.“ [2]

Auf der Webseite des Forschungsprojekts sind eine Vielzahl von Dokumenten im Original einsehbar, darunter die Berichte der Untersuchungskommission (siehe Weblinks). Die Forschungsergebnisse flossen in das Buch „NATO's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe“[3] ein, das als einzige umfassende schriftliche Dokumentation zu Gladio gelten kann (2005). Eine Kurzversion der Ergebnisse findet sich in dem Artikel „Nato-Geheimarmeen und ihr Terror“ der Schweizer Tageszeitung „Der Bund“ [2], eine ausführlichere Darstellung liefert der 28-seitige Artikel „Terrorism in Western Europe: An Approach to NATO’s Secret Stay-Behind Armies“ aus der Zeitschrift „The Whitehead Journal of Diplomacy and International Relations“ [4].

Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse im Jahr 2004 war Anlass für zahlreiche Presseartikel, unter anderem in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) und in „Der Spiegel“.

[...] Der ehemalige BND-Mitarbeiter Norbert Juretzko beschreibt in seinem 2004 erschienenen Buch „Bedingt dienstbereit“[6] detailliert seine Arbeit beim Aufbau und Erhalt des deutschen „Stay-Behind“ Netzwerks.

[...] Der Bevölkerung wurde Gladio erstmals bekannt, als der damalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti am 3. August 1990 im Rahmen einer Parlamentsanfrage öffentlich die Existenz auch einer „Operation Gladio“ des militärischen Geheimdienstes SISMI bestätigte. Im Oktober des selben Jahres gab er unter dem Druck der an die Öffentlichkeit gekommenen Briefe des von den Roten Brigaden entführten und ermordeten Politikers Aldo Moro zu, dass die Operation Gladio, entgegen seiner ursprünglichen Aussagen, noch bis in die späten 70er Jahre lief und dass die NATO maßgeblich an der illegalen Operation beteiligt war [2].

Es folgte eine Reihe von Dementis der Regierungen anderer europäischer Länder. In der Schweiz, Belgien und Italien fanden Anfang der 90er Jahre parlamentarische Untersuchungen zu Gladio statt.

Deutschland - In Deutschland zeigte die SPD anfänglich reges Interesse an einer Aufklärung. Dieses ebbte rasch ab, als klar wurde, dass bei einer gründlichen Aufarbeitung der Affäre auch ehemalige SPD-Regierungsmitglieder unter Druck geraten wären. Daher stellten nur die Grünen eine parlamentarische Anfrage. Die Bundesregierung antwortete sinngemäß mehrdeutig, dass ihr keinerlei Kenntnisse über aktuelle Aktivitäten von Gladio in Deutschland vorlägen bzw. dass diese spätestens 1972 eingestellt worden seien.

Zitate:
Man musste Zivilisten angreifen, Männer, Frauen, Kinder, unschuldige Menschen, unbekannte Menschen, die weit weg vom politischen Spiel waren. Der Grund dafür war einfach. Die Anschläge sollten das italienische Volk dazu bringen, den Staat um grössere Sicherheit zu bitten. Diese politische Logik liegt all den Massakern und Terroranschlägen zu Grunde, welche ohne richterliches Urteil bleiben, weil der Staat sich ja nicht selber verurteilen kann.

(Vincenzo Vinciguerra, 1990 wegen Mordes an drei Carabinieri verurteilter Rechtsextremist und Gladio-Mitglied)[2]


Lange habe ich darum gekämpft, um endlich zu erfahren, wer oder welche Attentäter es wirklich waren. Ich musste jedoch lernen, dass man mir darauf nie eine ehrliche Antwort geben wird. (...) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich nur Ärger einhandelt, wenn man insistiert.

(Ignaz Platzer, Vater von zwei kleinen Kindern, die zusammen mit elf weiteren Menschen beim Bombenattentat auf das Münchener Oktoberfest 1980 starben)[8]


Ich bin ins Gefängnis gegangen, weil ich die Existenz dieser supergeheimen Organisation nicht enthüllen wollte. Und jetzt kommt Andreotti und erzählt es dem Parlament!

(General Vito Miceli, ehemaliger Chef des italienischen Militärgeheimdienstes Servizio Informazioni Difesa und NATO-Funktionär, nachdem der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti öffentlich die Existenz von Gladio bestätigt hatte)[9]


Terror eignet sich mehr als irgendeine andere militärische Strategie dazu, die Bevölkerung zu manipulieren.

(Dr. Daniele Ganser, 2005)[10]


Aus: "Gladio"
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio (08/2006)

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« Reply #5 on: August 23, 2006, 10:07:26 PM »

Quote
[...] Die Strategie der Spannung (vom italienischen strategia della tensione) ist ein 1990 in Italien geprägter Begriff für eine Reihe gemeinsam geplanter krimineller Aktivitäten von italienischen Geheimdiensten, Rechtsextremisten, der Geheimorganisation Gladio und der Geheimloge Propaganda Due. Weil sich ähnliche Vorgänge auch in anderen Ländern nachweisen ließen, wird der Begriff mittlerweile generell für bestimmte staatsterroristische Aktivitäten verwendet.

Die Terroranschläge wurden überwiegend von Mitgliedern der rechtsextremen Organisationen Ordine Nuovo und der davon abgespaltenen Nuclei Armati Rivoluzionari begangen. Teilweise waren diese auch Mitglieder der von NATO, CIA und dem MI6 betriebenen Organisation Gladio.

    * Am 12. Dezember 1969 verübte der Ordine Nuovo ein Bombenattentat auf der Piazza Fontana in Mailand, bei dem 16 Menschen getötet und 90 verwundet wurden.
    * Im Juli 1970 folgte ein Attentat auf den Zug von Rom nach Messina mit 6 Todesopfern und 100 Verwundeten.
    * Am 31. Mai 1972 starben drei Carabinieri bei der Explosion einer Autobombe nahe der Ortschaft Peteano, die von Vincenzo Vinciguerra deponiert worden war.
    * Im Mai 1974 wurden acht Teilnehmer einer antifaschistischen Demonstration in Brescia durch einen Anschlag mit Handgranaten umgebracht.
    * Giusva Fioravanti und Francesca Mambro verübten 1980 den Terroranschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna mit 85 Toten und über 200 Verletzten. Organisator des Massakers war Stefano Delle Chiaie.
    * Am 23. Dezember 1984 explodiert eine Bombe im italienischen Eilzug 904 während der Fahrt durch einen Tunnel. Sie tötet 27 Menschen und verletzt 180.



Aus: "Strategie der Spannung (Italien)" (08/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Strategie_der_Spannung_%28Italien%29

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Quote
[...] Die Strategie der Spannung (nachrichtendienstlicher bzw. politischer Begriff, vom ital. strategia della tensione) ist ein Oberbegriff für einen Komplex aus zielgerichteten, verdeckten Maßnahmen zur psychologischen, gesellschaftlichen oder politischen Destabilisierung oder Verunsicherung einer Bevölkerungsgruppe, einer Region oder eines Staates. Die Werkzeuge sind illegale, meist gewaltsame Mittel wie Terroranschläge, Morde, Entführungen, paramilitärische Operationen, ferner psychologische Kriegführung und wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen, außerdem die Schürung von Unruhen und die zielgerichtete Eskalation von ursprünglich gewaltlosen Konflikten durch Agents provocateurs. Diese werden typischerweise in Kombination mit Mitteln zur Verbreitung von Falschinformationen angewendet. Charakteristischerweise wird die Strategie der Spannung unter strikter Geheimhaltung von Organen des betroffenen Staates selbst oder von mit diesen verbundenen Tarnorganisationen verfolgt (siehe Ziele, Akteure und Motivation). Daher müssen Aussagen darüber, ob eine kriminelle Tat auf eine Verschwörung im Sinne dieser Strategie zurückzuführen ist, oft Vermutungen bleiben. Von Skeptikern werden solche Vermutungen oft unter die Verschwörungstheorien eingereiht. Es gibt jedoch eine Anzahl von bewiesenen Fällen in der jüngeren Geschichte.

[...] Die Akteure sind typischerweise Geheimdienste oder ihnen nahestehende Kreise, die wegen der impliziten Verstöße gegen nationales bzw. internationales Recht in der Regel ohne oder nur mit inoffizieller Genehmigung ihrer Regierung handeln (siehe auch Staatsterrorismus). Ausführende Organe sind häufig paramilitärische Gruppen, Kriminelle oder Extremisten, die über die wahren Hintergründe und Motive ihrer Auftraggeber entweder getäuscht oder im Unklaren gehalten werden, manchmal jedoch diese auch unterstützen und billigen. Je nach Motivation ihres Handelns können die Akteure aus dem von der Strategie betroffenen Staat selbst oder aus einem anderen Staat stammen, der bestimmte Ziele in dem betroffenen Staat verfolgt.

[...] Ein wesentliches Merkmal einer Strategie der Spannung ist die unbedingte Verhinderung der Untersuchung und Veröffentlichung der wahren Hintergründe der Verbrechen, da dies wegen der Duldung oder Inszenierung von Kapitalverbrechen drastische strafrechtliche Konsequenzen für die beteiligten Personen hätte. Außerdem würde das Vertrauen der zuvor gezielt desinformierten Bevölkerung in die Institutionen und Organe ihres Staates bzw. in die Institution des Staates selbst empfindlich geschwächt (siehe Staatsräson). Daher ist das konspirative Vorgehen elementares Merkmal einer Strategie der Spannung, wodurch die spätere Aufklärung der Vorgänge (parlamentarisch oder gerichtlich) durch das Fehlen von Dokumenten sowie den Willen und die Fähigkeit der Beteiligten zur Verschleierung in den meisten Fällen äußerst lückenhaft gerät. Die durch gerichtliche bzw. parlamentarische Untersuchungen bekannt gewordenen Fälle wurden meist nach einem grundlegenden Wechsel der politischen Verhältnisse aufgedeckt (siehe Beispiele) oder ließen sich durch ihren außerordentlichen Umfang nicht auf Dauer komplett geheimhalten.

[...] Beispiele für Anwendung einer Strategie der Spannung in der jüngeren Geschichte:

    * Südafrika - Südafrikanischen (weißen) Sicherheitsdiensten nahestehende Kräfte verübten in den 80er und 90er Jahren Terroranschläge und Morde an weißen Zivilisten, die der schwarzen Widerstandsbewegung African National Congress (ANC) in die Schuhe geschoben wurden, um deren Einfluss zu schmälern. Der ANC dementierte, dass er für die Anschläge verantwortlich sei. Er führte an, dass für die Taten eine dritte Kraft (Third Force) verantwortlich sei, was nach dem Ende der Apartheid auch bestätigt wurde (Bericht der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission, wichtigste Punkte in Paragraph 3 und 5 der ersten Seite zusammengefasst). Da zur Zeit der Anschläge eine Beteiligung von regierungsnahen, weißen Kräften an den Terroranschlägen als kaum vorstellbar galt, litt das Ansehen des ANC unter der weißen Bevölkerung genau wie von den Urhebern beabsichtigt.

    * Italien - zahlreiche Terroranschläge der 70er und 80er Jahre wurden von rechtsgerichteten geheimdienstnahen Kräften begangen und von offizieller Seite der extremen Linken zugerechnet. Das angestrebte und auch teilweise erreichte Ziel war die Diskreditierung der gesamten politischen Linken, speziell der Kommunistischen Partei Italiens (siehe auch Gladio, Demagnetize, Rote Brigaden, Propaganda Due).

    * Chile - vor und während der Regierungszeit des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende führte die CIA mehrere verdeckte Operationen zusammen mit Teilen des chilenischen Geheimdienstes DINA durch. Ziel war der Sturz der gewählten Regierung, unter anderem wurden landesweite Streiks in wichtigen Industriezweigen organisiert (Transport) und die resultierende Schwächung der Wirtschaft Allende zugeschrieben. Nach einem Putsch gegen Allende 1973 begann die systematische Verfolgung, Folterung und Ermordung von Sozialisten und Gewerkschaftern unter dem Deckmantel der Bekämpfung von "Subversiven" und "Terroristen" (siehe auch Operation Condor, Französische Doktrin).



Aus: "Strategie der Spannung" (08/2006)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Strategie_der_Spannung
« Last Edit: October 23, 2007, 11:03:37 AM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #6 on: August 24, 2006, 10:29:39 AM »

Quote
[...] Die Bilder von dem Krater, den am 11. September 2001 die abgestürzte Passagiermaschine ins Pentagon gerissen hatte, gingen um die Welt. Doch sie hätten einen Schönheitsfehler gehabt, behauptet Dylan Avery: Wie kann eine knapp 50 Meter breite Boeing 757 ein lediglich 20 Meter breites Loch in den Mauern des Verteidigungsministeriums verursachen? Warum, fragt er, tauchte bis heute keiner der Flugschreiber auf?

Ein Anschlag islamistischer Terroristen hat niemals stattgefunden – so das Fazit des Internet-Filmes "Loose Change" von Dylan Avery. Das World Trade Center, meint er, wurde professionell gesprengt, ins Pentagon raste keine Boing 757, sondern eine Cruise Missile, inszeniert vom US-Geheimdienst. Allein bei Google haben bereits zehn Millionen Menschen das Video angeschaut, 20.000 Mal täglich wird die Internet-Seite des Amateurfilmemachers angeklickt: 82 Minuten Dokumaterial, schnelle Schnitte, mit Hiphop unterlegt, im Stil eines Musikvideos.

Eigentlich, so berichtet Avery auf seiner Website, habe er mit seinen Freunden nur einen fiktiven Spielfilm drehen wollen: "Bei der Recherche wurde immer offensichtlicher, dass das mehr als eine fiktive Geschichte ist. Im Laufe von zwei Jahren wurde daraus ein Dokumentarfilm." Ein handelsüblicher Computer, Hobby-Schnittsoftware und knapp 2000 Dollar Produktionskosten – mehr war nicht nötig für den Film, der die längst zum Begriff gewordenen "unanswered questions", die unbeantworteten Fragen um 9/11 in Szene setzt.

[...] Wie Filmemacher Avery ist auch er der Meinung, die US-Regierung habe den 11. September bewusst herbei geführt, um später folgende Kriege zu legitimieren. Dem 22jährigen Filmemacher werfen Kritiker Verschwörungstheorietreiberei vor, während andere ihm unterstellen, selbst Teil einer Kampagne des US-Geheimdienstes CIA zu sein. Dabei wolle Avery lediglich Skepsis gegenüber den Aussagen der Regierung und den Medien wecken, schreibt er auf seiner Internet-Seite. Und trotz aller Widerstände ist er von seiner Mission überzeugt: "Ich mache das nicht zum Vergnügen", sagt er: "Ich würde mich nicht mit Drohbriefen herumärgern, mein Leben und meine Familie aufs Spiel setzen, wenn ich nicht wirklich an die Bedeutung dieser Informationen glauben würde." Medienwissenschaftler Neuberger ist überzeugt: "9/11 könnte genauso ein Dauerbrenner werden, wie der Kennedy-Mord."


Aus: "Das 9/11-Komplott?" (dw-world.de Kultur | 23.08.2006)
Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2142568,00.html

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Quote
[...] Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das am 25. Juli 1978 in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz fingiert worden. Unter dem Schlagwort Celler Loch wurde auch die sich daraus ergebende Affäre bundesweit bekannt.

Der Verfassungsschutz beabsichtigte, mit diesem Anschlag einen Informanten in die RAF einzuschleusen. Er sollte als ein Befreiungsversuch für Sigurd Debus erscheinen. Dieser saß als mutmaßlicher Terrorist der RAF im Celler Hochsicherheitsgefängnis (JVA) ein.



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch (08/2006)
« Last Edit: April 16, 2007, 01:52:17 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #7 on: September 13, 2006, 09:22:11 AM »

Quote
[...] Wenige Wochen vor der Amtseinführung des wieder gewählten Präsidenten Álvaro Uribe glich Kolumbiens Hauptstadt Bogotá einer Festung. Von Mitte Juli bis Anfang August hatten 30.000 Soldaten dafür Sorge zu tragen, dass sich nicht Szenen wie am 7. August 2002 wiederholen würden. Damals, während der ersten Amtseinführung, war es der marxistischen FARC-Guerilla gelungen, mehrere Raketen auf den Präsidentenpalast abzufeuern. Zwar verfehlten die meisten Projektile ihr Ziel. Im nahe gelegenen Armenviertel Cartucho forderten sie jedoch zahlreiche Todesopfer.

Angesichts permanenter Drohungen der FARC, auch die zweite Amtszeit Uribes mit Terrorakten einzuläuten, zeigte die Mehrheit der Kolumbianer durchaus Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen. Ohnehin konnten die stark aufgerüsteten Streitkräfte – als Garant der „demokratischen Sicherheit“ – mit der Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung rechnen. Sehr zum Gefallen des Präsidenten gelang es den Spezialisten der Armee dann auch innerhalb weniger Tage, mehrere Autobomben sowie ein illegales Sprengstoff-Depot im Süden der Hauptstadt unschädlich zu machen. Lediglich den schweren Anschlag auf einen Militärkonvoi am 31. Juli konnten sie nicht verhindern. Dabei wurden 19 Soldaten verletzt und ein unbeteiligter Zivilist getötet.

Seit dem Wochenende sind die „vereitelten“ Terroranschläge jedoch Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung. Nachdem Kolumbiens größte Tageszeitung El Tiempo am Freitag berichtet hatte, dass sowohl die aufgefundenen Sprengladungen, als auch der Anschlag auf den Militärkonvoi auf das Konto von Armeeangehörigen gingen, schaltete sich die Justiz ein. Aufgrund der erdrückenden Beweislage gaben die Generäle am Samstag schließlich zu, dass gegen mehrere Soldaten ermittelt werde.

Allem Anschein nach hatten vier hohe Offiziere die „Anschläge“ geplant und von einem ehemaligen FARC-Mitglied ausführen lassen. Die Ex-Guerillera mit dem Decknamen „Jessica“ habe sich für ihre Dienste fürstlich entlohnen lassen, während die Offiziere einen Teil der von der Regierung ausgeschriebenen Belohnung für das Verhindern von Attentaten kassierten, berichtet El Tiempo.

Bei ihrem insgesamt recht „erfolgreichen“ Anti-Terror-Einsatz sei den Militärs nur ein Fehler unterlaufen. Wie Mitschnitte von Telefongesprächen zwischen „Jessica“ und den Militärs beweisen würden, sollte der Militärkonvoi ursprünglich verschont werden. Es sei vielmehr geplant gewesen, die Bombe einige Sekunden vor dessen Eintreffen zu zünden.

Am Ende flog der Schwindel dennoch auf. In den Zeitungen El Espectador und El Tiempo war diesbezüglich zu lesen, dass ein zum Kassieren der Belohnung eingesetzter „Informant“ Gewissensbisse bekommen und seine Auftraggeber verraten hatte.


Aus: "Falscher “Terror” in Kolumbien" von Sven Schuster (Readers Edition; 11. September 2006)
Quelle: http://www.readers-edition.de/2006/09/11/falscher-terror-in-kolumbien/
« Last Edit: April 16, 2007, 01:23:30 PM by lemonhorse » Logged
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« Reply #8 on: September 13, 2006, 10:34:46 AM »

Quote
[...] Seit Dezember 1992 liegen mehrere Tonnen Dokumente vor, die Zeugnis von einem der schmutzigsten Kriege der südamerikanischen Diktaturen gegen die eigene Bevölkerung ablegen: die "Operation Condor". Unter diesem Decknamen folterten und ermordeten in den 70er und 80er Jahren die Militärregierungen von Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien mit Billigung der USA tausende Lateinamerikaner. Das Ziel: Ausschaltung von Regimegegnern und Kampf gegen die "internationale terroristische Aggression", wie es in einem Dokument der argentinischen Präsidentschaft vom 18. September 1979 heißt.

Durch Zufall entdeckte Martin Almada, Universitätsprofessor für Menschenrechte und Opfer der Diktatur Alfred Stroessners, im Dezember 1992 in einer Polizeistation im paraguayischen Lambaré das "Archiv des Schreckens": detaillierte Berichte über Folterungen, Pässe von "verschwundenen" Regimegegnern aus verschiedenen Ländern Südamerikas, abgefangene Briefe. Am 13. November 2000 wurden die bis dahin als geheim eingestuften CIA-Dokumenten frei gegeben. Seither ist eine Rekonstruktion der kriminellen Machenschaften der Diktaturen Lateinamerikas möglich.

[...] Den Dokumenten zufolge arbeitete das FBI mit den Militärregierungen zusammen und stellte ihnen technische Hilfsmittel für den Informationsaustausch zur Verfügung. Es gab Trainingskurse für Spionage und Spionageabwehr, Subversion und Terrorismus. In einem Dokument heißt es, "Operation Condor ist ein Schlüsselwort für das Sammeln und Austauschen von Informationen über so genannte Linke, Kommunisten oder Marxisten". Neben linken Oppositionellen und Priestern zählten dazu für die Militärregierungen auch Menschenrechtsorganisationen.

Als Opfer der "Operation Condor" wurden bislang nur einige hundert nachgewiesen. Doch die Bilanz der lateinamerikanischen Repressionspolitik ist nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen weitaus höher: Etwa 50.000 Ermordete, 35.0000 Verschwundene und 400.000 Gefangene.


Aus: "Operation Condor: Terror im Namen des Staates" (27.08.2004)
Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3558400_REF_NAV_BAB,00.html



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Quote
[...] Operation Condor was founded in secret and remained a mystery until after democracy had returned to South America.

According to documents later discovered in Paraguay, it was established at a military intelligence meeting in Chile on 25 November 1975 - Gen Pinochet's 60th birthday.

Delegates from five other countries were there: Argentina, Brazil, Bolivia, Paraguay and Uruguay.

Following that meeting, the military governments of those nations agreed to co-operate in sending teams into other countries to track, monitor and kill their political opponents.

A joint information centre was established at the headquarters of the Chilean secret police, the Dina, in Santiago.

[...] Operation Condor might never have come to light at all but for a chance discovery in Paraguay in December 1992.

A local judge went looking for files on a former political prisoner at a police station in the capital, Asuncion - but instead he found detailed documents that have since been dubbed the Archives of Terror.

These contained information on hundreds of Latin Americans who had been secretly kidnapped, tortured and killed by the secret services of the military regimes involved.


Aus: "Condor legacy haunts South America" By Robert Plummer (BBC News; 8 June, 2005)
Quelle: http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/3720724.stm

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[...]  Operation Condor allowed the Latin American militaries to put into practice a key strategic concept of national security doctrine: hemispheric defense defined by ideological frontiers. The more limited concept of territorial defense was superseded. To the U.S. national security apparatus--which fostered the new continent-wide security doctrine in its training centers, such as the Army School of the Americas in Panama--and most of the Latin American militaries, the Cold War represented World War III, the war of ideologies. Security forces in Latin America classified and targeted persons on the basis of their political ideas rather than illegal acts. The regimes hunted down dissidents and leftists, union and peasant leaders, priests and nuns, intellectuals, students and teachers--not only guerrillas (who, under international law, are also entitled to due process).

Condor specialized in targeted abductions, disappearances, interrogations/torture, and transfers of persons across borders. According to a declassified 1976 FBI report, Condor had several levels. The first was mutual cooperation among military intelligence services, including coordination of political surveillance and exchange of intelligence information. The second was organized cross-border operations to detain/disappear dissidents. The third and most secret, "Phase III," was the formation of special teams of assassins from member countries to travel anywhere in the world to carry out assassinations of "subversive enemies." Phase III was aimed at political leaders especially feared for their potential to mobilize world opinion or organize broad opposition to the military states.

Victims of Condor's Phase III, conducted during the mid-1970s, included Chilean Orlando Letelier--foreign minister under President Salvador Allende and a fierce foe of the Pinochet regime--and his American colleague Ronni Moffitt, in Washington D.C., and Chilean Christian Democrat leader Bernardo Leighton and his wife, in Rome. Condor assassinations in Buenos Aires were carried out against General Carlos Prats, former Commander-in-Chief of the Chilean army; nationalist ex-president of Bolivia Juan Jose Torres; two Uruguayan legislators known for their opposition to the Uruguayan military regime, Zelmar Michelini and Hector Gutierrez Ruiz. In the first two cases, DINA assassination teams "contracted" local terrorist and fascist organizations to assist in carrying out the crimes. A U.S.-born DINA assassin--expatriate Michael Townley--admitted his role in the Prats, Letelier-Moffitt, and Leighton crimes. Clearly, Operation Condor was an organized system of state terror with a transnational reach.

According to a declassified Defense Intelligence Agency (DIA) report from 1976, Condor used multinational commando teams made up of military and paramilitary operatives who carried out combined cross-border operations, and testimony from survivors of such operations confirms this. Condor also employed a telecommunications system (Condortel) to coordinate its intelligence, planning, and operations against political opponents. An Argentine military source told a U.S. Embassy contact in 1976 that the CIA had played a key role in setting up
the computerized links among the intelligence and operations units of the six Condor states.

Declassified U.S. documents make clear that U.S. security officers saw Condor as a legitimate "counterterror" organization. One 1976 DIA report stated, for example, that one Condor team was "structured much like a U.S. Special Forces Team," and described Condor's "joint counterinsurgency operations" to "eliminate Marxist terrorist activities." This report noted that Latin American military officers bragged about Condor to their U.S. counterparts. Numerous other CIA, DIA, and State Department documents referred to Condor as a counterterror or countersubversive organization and some described its assassination capability in a matter-of-fact manner. In 1978, for example, the CIA wrote that by July 1976 "the Agency was receiving reports that Condor planned to engage in `executive action' outside the territory of member countries." In fact, the documentary evidence shows that the CIA was fully aware of such capabilities and operations years earlier.


From: "Operation Condor: Deciphering the U.S. Role
" by J. Patrice McSherry (July 6, 2001) J. Patrice McSherry is Associate Professor of Political Science at Long
Island University and author of Incomplete Transition: Military Power and Democracy in Argentina (New York: St. Martin's Press, 1997) and numerous articles on Condor and the Latin American military. She began studying Condor in the early 1990s and has conducted research in Paraguay, Chile, Argentina, and the United States.
Source: http://www.crimesofwar.org/special/condor.html

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Quote
[...] Der Richter befand sie der Freiheitsberaubung für schuldig sowie des Zusammenschlusses zu einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit der Entführung und dem Verschwinden von vier Mitgliedern der Partei für den Sieg des Volkes (PVP) sowie eines Mitglieds der Guerillabewegung Tupamaros.

Die Opfer sollen in den 70er Jahren im Zuge der «Operation Condor» - einer konzertierten Aktion südamerikanischer Diktaturen zur Beseitigung politischer Gegner - in das geheime Folterzentrum «Automotores Orletti» in Buenos Aires verschleppt worden sein. Seither fehlt von ihnen jede Spur.

Das Strafmass gegen die sechs früheren Militärs und zwei ehemaligen Polizisten soll zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Die Verteidigung will voraussichtlich in Berufung gehen.

Beim Verlassen des Gerichts in Montevideo wurden die acht an Handschellen gefesselten Männer von Mitgliedern einer Gruppe von Angehörigen von Diktaturopfern mit Eiern beworfen. Der Oberst im Ruhestand Juan Antonio Rodríguez Buratti, der am Montag vor Gericht erscheinen sollte, beging wenige Stunden vorher Selbstmord.


Aus: "Uruguay rechnet mit Diktatur ab - Erstmals Militärs und Polizisten verurteilt" (Zum ersten Mal in der Geschichte Uruguays hat ein Gericht acht ehemalige Militärs und Polizisten wegen Verbrechen während der Militärdiktatur (1973 bis 1985) schuldig gesprochen. Ihnen drohen bis zu 18 Jahre hinter Gittern |  tagesschau.sf.tv; 12. September 2006)
Quelle: http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2006/09/12/international/50972

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[...] Elisabeth Käsemann kam nie mehr, die Verabredung war eine Falle. Am 24. Mai 1977 wird die 29-Jährige, zusammen mit 15 weiteren "subversiven Verbrechern", erschossen, angeblich bei einem Feuergefecht mit dem argentinischen Militär. Das ist die offizielle Version, die Version der argentinischen Militärjunta. Die Eltern von Elisabeth Käsemann haben sie nie geglaubt, Eva Teufel, die Schwester, auch nicht. Deshalb haben sie den Freiburger Rechtsanwalt Roland Beckert beauftragt, vor einem deutschen Gericht Strafanzeige gegen Mitglieder der Junta zu erstatten, um so den Fall noch einmal aufzurollen.

Ein erstes Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Tübingen war schon 1980 eingestellt worden, "da weitere Ermittlungsmöglichkeiten angesichts der ablehnenden Haltung der argentinischen Behörden nicht bestehen". Zu jener Zeit war in Buenos Aires noch die Militärjunta an der Macht, die am 24. März 1976, vor fast genau 25 Jahren, gegen Isabel Peron geputscht hatte. In der Folgezeit verschwanden viele Regimekritiker. Diana Austin und Elisabeth Käsemann, die seit 1969 in Argentinien lebte und dort Wirtschaftswissenschaften studierte, halfen Verfolgten der Militärdiktatur, indem sie ihnen falsche Papiere besorgten.

Dem Beispiel der Familie Käsemann sind jetzt weitere Angehörige von ermordeten oder verschwundenen Deutschen gefolgt. Die zwölf Verfahren wurden inzwischen gebündelt, zuständig ist nun die Staatsanwaltschaft Nürnberg. "Deutschland soll ein Zeichen setzen", fordert Rechtsanwalt Beckert, ein Gutachten stärkt ihm dabei den Rücken. Demnach muss die deutsche Justiz bei Verbrechen gegen deutsche Staatsbürger im Ausland gerade dann aktiv werden, wenn die dortige Justiz aufgrund einer Amnestie untätig bleibt.

Dass der Ermittler in jenem Gebäude sitzt, in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden, ist für Roland Beckert ein solches Zeichen. Dort hat Diana Austin jetzt im Januar ihre schriftliche Aussage noch einmal wiederholt. Fünf Stunden dauerten die Vernehmungen durch den Oberstaatsanwalt, dann brach Diana Austin, die ihrer Tochter den Namen Elisabeth gab, unter der Last der Erinnerung in Tränen aus.

Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren hat Eva Teufel noch einmal die Briefe gelesen, die ihre Eltern in jenen Wochen von der Botschaft erhalten haben. "Das Verschwinden Ihrer Tochter besorgt mich sehr", schreibt der Botschafter Jörg Kastl, man sei "sofort im hiesigen Außenministerium vorstellig geworden." Noch immer kann sich Eva Teufel über diese Reaktion erregen. "Es dreht einem noch heute alles um", sagt sie, "dieser unbeteiligte Ton." Heute ist sie so sicher wie damals: "Ich würde behaupten, dass der Fall einfach nicht interessiert hat."

Diana Austin wurde drei Tage nach Elisabeth Käsemann verhaftet. Sie sagt aus, sie sei in ein Gefängnis gekommen, in dem auch ihre Freundin inhaftiert war. Eine zweite Zeugin hat schriftlich erklärt, sie habe Elisabeth Käsemann im Foltergefängnis El Vesubio gesehen. Sie wird demnächst nach Nürnberg geladen. Auch Elena Alfaro, die dritte Zeugin, bestätigt, dass Elisabeth Käsemann Mitte Mai in dieses Lager gebracht worden ist. Eine Woche später seien 16 Gefangene, darunter Elisabeth Käsemann, mit Kapuzen über dem Kopf aus dem Lager geführt worden. Stunden später wurden sie angeblich bei einer "Konfrontation" mit Sicherheitskräften erschossen.

Am 30. Mai informierte der Chef des argentinischen Heeres über die 16 Toten. Der offiziellen Benachrichtigung beigelegt war ein Obduktionsbericht eines argentinischen Militärarztes, der die These vom Feuergefecht stützen soll und vier Einschüsse von vorne fest gestellt haben will. Vater Ernst Käsemann gelang es, den Leichnam seiner Tochter exhumieren und nach Deutschland überführen zu lassen - und hier veranlasste er eine weitere Obduktion. Ergebnis: Der Leichnam wies drei Einschüsse aus einer halbautomatischen Waffe in den Rücken sowie einen Einschuss in der Nackenregion aus einer Pistole auf. Dies seien typische Anzeichen für eine Exekution, sagt Eva Teufel.

Eva Teufel macht sich keine Illusionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mörder ihrer Schwester und deren Helfer tatsächlich noch ihrer Strafe zugeführt werden, ist nicht gerade hoch. Denn die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der deutschen Justiz ist in Argentinien auch heute noch gering. Daran ändert auch die jüngste Gerichtsentscheidung wenig, die die Aufhebung der Amnestie gegen die damaligen Verantwortlichen in bestimmten Fällen ermöglicht. "Aber sie sollen wissen, dass sie das Land nicht mehr verlassen können, weil ein internationaler Haftbefehl gegen sie vorliegt", sagt Anwalt Beckert.


Aus: "Der Fall Käsemann: Späte Wahrheiten - Deutsche Ermittlungen 25 Jahre nach dem Putsch in Argentinien" Von Franz Schmider (26.03.2001)
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/dritte-seite/archiv/26.03.2001/ak-dr-5510801.html

« Last Edit: February 07, 2007, 02:27:44 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #9 on: February 04, 2007, 03:44:17 PM »

Quote
[...] Die Liste ist Teil eines bislang unbekannten Operativ-Vorgangs der Stasi-Hauptabteilung IX/11 mit der Bezeichnung "Schwarz II". Der rund zwei Dutzend Aktenordner umfassende Vorgang zeigt einmal mehr, wie systematisch der DDR-Geheimdienst noch in den späten siebziger Jahren nach kompromittierendem NS-Material über einflussreiche Personen in der Bundesrepublik suchte.

Ausgangspunkt für die Stasi-Recherchen in überlieferten NS-Archiven war die 1974er Ausgabe von dem in der Bundesrepublik erschienenen "Journalisten-Handbuch" mit dem Untertitel "Wer schreibt und spricht worüber?". Das Handbuch verzeichnete die Namen von gut tausend westdeutschen Journalisten, Redakteuren, Pressereferenten und Bildberichterstattern.

In einem am 22. März 1976 verfassten "Maßnahmenplan" der HA IX/11 legte deren Leiter Lothar Stolze fest, "die im Handbuch genannten Personen der Jahrgänge 1900 bis 1927 sowie alle operativ interessanten Personen ohne Geburtsangabe (.) systematisch" auf mögliche NS-Verstrickungen zu überprüfen. Sollten sich Hinweise finden auf "Teilnahme an Verbrechen, Veröffentlichungen, in denen der Faschismus und seine Verbrechen glorifiziert werden, Dokumente über eine V-(Mann-)Tätigkeit, Denunziantentum", müssten "Vorschläge über die Verwertung des Materials unterbreitet" werden, legte Stolze fest.

Die Überprüfung von rund 700 der im Handbuch verzeichneten Journalisten ergab bei etwa einem Fünftel eine NS-Belastung. Sechzig von ihnen waren aus Stasi-Sicht so eng mit dem Nazi-Regime verquickt gewesen, dass diese Fälle "für eine politisch-operative bzw. Öffentlichkeitsarbeit im Operationsgebiet geeignet sein könnten", wie es in einem Vermerk heißt.

[...] für die von der Stasi 1979 enttarnten NS-Journalisten blieb der Operativ-Vorgang "Schwarz II" folgenlos. Zwar zeigte sich die für die Westpresse zuständige Abteilung X der Stasi-Auslandsspionageeinheit HVA "interessiert" an den Materialien aus dem Vorgang. Verwendet wurden sie aber nicht mehr, wie aus einem MfS-Vermerk vom 8. November 1979 hervorgeht: Demnach habe die HVA mitgeteilt, "dass nicht alle Personen in unserem politischen Blickpunkt mehr stehen würden und möglicherweise keine operativen Maßnahmen zur Anwendung kämen". Die Namen der 60 Journalisten mit brauner Vergangenheit verschwanden im Archiv der Stasi.


Aus: "Früher SS, später "Schöner Wohnen" - 1979 erstellte die Stasi eine Liste von Westjournalisten mit NS-Vergangenheit" Andreas Försteron (Berliner Zeitung, 01.02.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/media/625220.html

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« Reply #10 on: February 06, 2007, 01:30:43 PM »

Quote
[...] Nach der Lektüre seiner Stasi-Akte kann Bundespräsident Horst Köhler nur staunen. Bei einem DDR-Besuch in den 80er-Jahren – damals noch als Beamter des Bundesfinanzministeriums – hätten die Spitzel fleißig notiert, dass er zu Bett gegangen sei und sogar gefrühstückt habe. „Aber das Ministerium für Staatsicherheit hat offenbar auch in dieser Sammlung von Informationen einen Nutzen gesehen“, sagte Köhler am Montag in Berlin bei einem Besuch der Birtlher-Behörde.

[...] Archivarin Christine Eisenberg führte stolz die neuen, modernen Aktenpaternoster vor. Erst 2006 sei das Stasi-Archiv in die neuen Räume eingezogen. Dabei habe man die Karteikarten von A-K und von L-Z „verdichtet“ zu einem gemeinsamen Bestand. „Das ist eine optimale Unterbringung des Formblatts 16“, lobte Eisenberg.

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, präsentierte beim 90-minütigen Rundgang beeindruckende Zahlen. Insgesamt verwahre ihre Behörde rund 40 Millionen Karteikarten. Über 1,5 Millionen Menschen hätten seit der Wende wissen wollen, „was die Stasi über sie gesammelt hat“. Und der Andrang sei ungebrochen. Mit 97 000 Interessenten habe es 2006 sogar 20 Prozent mehr Anträge auf Akteneinsicht gegeben als im Vorjahr.
Auch Köhler ließ überhaupt keinen Zweifel daran, dass er die Stasi-Unterlagenbehörde über 16 Jahre nach der deutschen Einheit weiterhin für „wichtig“ hält. „Ich glaube, dass hier gute Arbeit geleistet wird“, sagte der Bundespräsident und riet Birthler, den Blick in die Zukunft zu richten.

In der Behörde lagere anhand von Einzelschicksalen „viel gutes Material“ über die menschenverachtende Vorgehensweise der Stasi, sagte Köhler. Damit könne man vor allem junge Menschen für die „Stärkung der Demokratie“ gewinnen. Außerdem müsse klar werden, dass die DDR-Bürger „keineswegs alle Teil des Systems“, sondern viele von ihnen Opfer gewesen seien.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Rufe nach Auflösung der Stasi-Unterlagenbehörde laut geworden.


Aus: "Horst Köhler: Stasi-Spitzel notierten Frühstücksgewohnheiten" (nl/ddp; 05.02.07)
Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/horst-koehler_nid_44066.html

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« Reply #11 on: February 14, 2007, 10:06:47 AM »

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[...] Berlin - Arnold Vaatz gehört zu den letzten Bürgerechtlern aus der früheren DDR, die noch im Bundestag verblieben sind. Der frühere sächsische Umweltminister ist auch in der CDU einer der wenigen, die das Thema Staatssicherheit siebzehn Jahre nach der deutschen Vereinigung weiter umtreibt.

Umso irritierter war Vaatz, als die Fraktionsgeschäftsführer der Großen Koalition, Norbert Röttgen (CDU) und Olaf Scholz (SPD), kürzlich eine grundlegende Entscheidung zur Stasi-Aufarbeitung empfahlen. Der Bundestag, so beide Politiker, sollten kein wissenschaftliches Gutachten bei der Birthler-Behörde in Auftrag geben, das die Tätigkeit früherer Bundestagsabgeordneter auf Stasi-Tätigkeit untersucht. Man habe "erhebliche Zweifel, ob es gelingen wird, in der Öffentlichkeit klar zwischen Tätern und Opfern des DDR-Systems zu unterscheiden", heißt es in einem dreiseitigen Brief des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen, an den Leiter der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe.

Der Einschätzung Röttgens widerspricht Vaatz im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Ich bin kein Jurist und will deshalb zu den rechtlichen Argumenten von Norbert Röttgen nichts sagen", erklärt er, verweist dabei aber auf eine frühere Überprüfung von Bundestagsabgeordneten aus der Ära der ersten sozial-liberalen Koalition, die die Birthler-Stasi-Unterlagen-Behörde vorgenommen und im Herbst 2006 präsentiert hatte. Wenn die Prüfung der sogenannten Rosenholz-Daten auf die Namen der damaligen Abgeordneten des 6. Deutschen Bundestag rechtens gewesen sei, "verstehe ich nicht, warum eine Prüfung auf die Namen der Abgeordneten anderer Bundestage unrecht sein soll", so der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Unter dem Stichwort "Rosenholz" werden gemeinhin die elektronischen Datensätze der Auslandsspionage der DDR zusammengefaßt, die in der Birthler-Behörde lagern.


Aus: "STASI-AUFARBEITUNG: CDU-Politiker Vaatz gegen Stasi-Entscheidung der Großen Koalition" Von Severin Weiland (SPON; 14. Februar 2007)
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466169,00.html

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« Reply #12 on: February 14, 2007, 01:25:14 PM »

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[...] Lawinky hat seine Geschichte oft erzählt: aufsässiger Punk und Krimineller aus Magdeburg, Jugendknast, Misshandlungen. Dann äußerliche Abspaltung von sich selbst, Neubeginn: angepasster Arbeiter, SED-Mitglied, zuletzt NVA-Soldat. Dort Stasi-Kontakt, Verpflichtungserklärung, der Verrat an seinem Freund. Nach der Wende kamen Schweigen, Scham und Verdrängung. Und schließlich 2006, nach der sogenannten Spiralblock-Affäre am Theater Frankfurt, folgte Lawinkys öffentliches Bekenntnis. Seitdem hatte er kaum noch Engagements.

Wenn Lawinky, dieser stiernackige schwitzende Typ, auf der nach allen Seiten offenen Podestbühne von Moritz Müller seiner Biografie gegenübertritt - dem Leben derer, die nicht aufrecht durch die DDR-Jahre gekommen sind -, beginnt man sich zu sorgen um den Mann. Schwer atmend und mit hängenden Schultern steht er als Kevin jenem Homer gegenüber, der über die Zeit in der DDR sagt: "Ich war nie wirklich da. Ich war immer nur in Parallelwelten."

[...] Thomas Lawinky jedenfalls hat darüber geredet, wollte zeigen, dass das geht: zu seiner Schande zu stehen. Es ist ihm nicht gut bekommen. Als Schauspieler geriet er ins Abseits, seine Eltern sorgen sich bis heute um den Sohn, sie fürchten die Rache der Stasi für diese späte Dekonspiration …die Paranoia ist alles andere als überwunden.

Nicht ohne Grund zitiert das Begleitheft aus einer psychoanalytischen Untersuchung Inoffizieller Mitarbeiter: "Das auszuspionierende Fremde war … das abgespaltene eigene ,Böse'."


Aus: "Menschen brechen: "Mala Zementbaum" im Maxim Gorki Theater ist ein Stück über die Stasi-Verstrickungen von Thomas Lawinky, der selbst den Führungsoffizier spielt" Von ANJA MEIER (12.2.2007)
Quelle: http://www.taz.de/pt/2007/02/12/a0290.1/text.ges,1

-.-

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[...] Die Männer ziehen ihre Stasi-Windjacken aus und entblößen sich. Hier soll es also um die nackte Existenz gehen, Würgen und Ringen. Einschüchterung: Kevin nackt in schwarzen Socken, den weißen Bademantel hochgekrempelt zu obszönen Wülsten. Eine Frau in schwarzem Trägerkleidchen (Iringó Réti) kommt zufällig in den Raum und da ist sie schon so gut wie vergewaltigt. Der Führungsoffizier als Trieb- und Giermaschine. Er zerdrückt eine Maus, die sich aus ihrem Käfig davongemacht hatte: Komm her, mein kleiner Republikflüchtling, säuselt er höhnisch. Dazwischen immer wieder Musik wie aus Agentenfilmen der 60er Jahre, gekreuzt mit etwas Punk.


Aus: "Komm her, mein kleiner Republikflüchtling" - Das Stück über Thomas Lawinky will leider mehr sein als ein Stück über Lawinky und heißt deshalb "Mala Zementbaum" Von Harald Jähner" (Berliner Zeitung, 12.02.2007)
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/feuilleton/628246.html


-.-

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[...] Das Stück begnügt sich nicht mit Nachfragen über die »Parallelwelten«, in denen der IM als Oppositioneller lebte. Was war nun echt, die Opposition oder die wichtigtuerischen Petzberichte, mit denen er sich absicherte? Wir hören Homer, den IM, seinen DDR-Frust herausschreien: »Ich sah etwas anderes als ihr zeigt. Ich spürte Träume, leben konnte ich sie nicht. War doch alles nur Schein.« Was ist real an der Erinnerung, wie wirklich ist die Fiktion unserer Bilder im Kopf? »Geglaubt wird immer die beste Geschichte.« Aber welche ist das?
Petras und Lawinky provozieren einen Schaukampf; es wird ein sehr gegenwärtiges Experiment. Der IM und sein Führungsoffizier sind Teilnehmer eines »Modellprojekts zur Erforschung autoritärer Strukturen«. Wie züchte ich den neuen Menschen? Eine alte Frage, die mit immer neuen Möglichkeiten zu erschrecken vermag. Wollt Ihr den perfekten Demokraten in Gestalt eines glücklichen Arbeitslosen? So manipuliert man die Fundamente unserer Autonomiemöglichkeiten. Und vielleicht produziert man so auch nicht Demokraten, sondern schlichte Gefolgsleute, von wem auch immer.

[...] Die Idee dieses »Experiments« kommt unverstellt brutal daher. Manche Beckett-Anleihen, wie »der Mann« und »die Frau«, wirken allerdings eher ablenkend von dem, was da zwischen Homer und Kevin passiert. Ebenso, wie der unmotiviert wirkende Einschub über die KZ-Fluchtgeschichte von Mala Zementbaum.
Zum Schluss drängt sich dem Zuschauer eine Frage auf: Wenn man bereit ist, sich auf diesen aggressiven Abend einzulassen, wird man dann schon Teil des »Experiments«? Eine perfide Konstruktion, in der allein noch die Fehler im System, die Zufälle und Irrtümer dem Humanen einen Spielraum geben.


Aus: "Der Fehler im System: »Mala Zementbaum« am Berliner Gorki-Theater" Von Gunnar Decker  (12.02.07)
Quelle: http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104943&IDC=4

« Last Edit: February 14, 2007, 01:32:12 PM by Textaris(txt*bot) » Logged
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« Reply #13 on: February 28, 2007, 02:34:50 PM »

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Silvia Cattori: Ihr Werk befasst sich mit den „geheimen Armeen der Nato“ [2] und zeigt, dass die Strategie der Spannung [3] und der False Flag terrorism [4], von denen die Medien interessanterweise nie sprechen, grosse Gefahren mit sich bringen. Es informiert darüber, wie die Nato während des kalten Krieges – in Abstimmung mit den Nachrichtendiensten aller europäischen Länder und dem Pentagon – sich der Geheimarmeen bedient hat, Agenten aus dem rechtsextremen Lager rekrutiert und terroristische Anschläge organisiert hat, die man dann der Linken zuschrieb. Wenn man das erfährt, kann man sich fragen, was denn heute ohne unser Wissen passiert.

Daniele Ganser: Es ist zuerst sehr wichtig zu verstehen, was die Strategie der Spannung wirklich umfasst und wie sie während dieser Periode funktioniert hat. Das kann uns helfen, die Gegenwart zu beleuchten und besser zu sehen, in welchem Ausmass sie immer noch funktioniert. Nur wenige Leute wissen, was dieser Ausdruck Strategie der Spannung bedeutet. Darüber zu sprechen und ihn zu erklären, ist sehr wichtig. Die Strategie der Spannung ist eine Taktik, mit der man Attentate selber begeht, um sie dann anderen in die Schuhe zu schieben. Der Ausdruck Spannung will auf eine gewollt gemachte emotionale Spannung hinweisen, die ein Angstgefühl erzeugen soll. Der Ausdruck Strategie zeigt, dass es darum geht, die Angst der Menschen gegenüber bestimmten Gruppen zu nähren. Die geheimen Strukturen der Nato wurden von der CIA in Zusammenarbeit mit dem MI6 (Britischer Geheimdienst) ausgerüstet, finanziert und trainiert, um die bewaffneten Kräfte der Sowjetunion im Kriegesfalle als Guerilla zu bekämpfen. Aber auch - gemäss der Informationen, über die wir heute verfügen -, um terroristische Attentate in verschiedenen Ländern zu begehen. So haben seit den 70er Jahren die italienischen Geheimdienste diese geheimen Armeen benutzt, um „terroristische“ Attentate anzuzetteln. Das Ziel war zu provozieren, in der Bevölkerung Angst zu schüren und dann die Kommunisten als Urheber zu beschuldigen. Das war zu der Zeit als die kommunistische Partei ein grosses Gewicht im Parlament besass. Mit der Strategie der Spannung sollte sie diskreditiert und geschwächt werden, damit sie nicht auch noch in der Exekutive Fuss fassen konnte.

Silvia Cattori: Zu erfahren, was das heisst, ist das eine. Aber es bleibt schwer zu glauben, dass unsere Regierungen die Nato, die europäischen Nachrichtendienste und die CIA einfach so haben machen lassen und damit die Sicherheit ihrer eigene Bürger bedroht haben!

Daniele Ganser: Die Nato stand im Zentrum dieses mit dem Terror verbundenen Geheimnetzes. Das Clandestine Planning Comittee (CPC) und das Allied Clandestine Committe (ACC) waren Unterabteilungen der Nato, die heute klar identifiziert sind. Aber auch heute, wo das allgemein anerkannt ist, ist es immer noch schwierig zu erfahren, wer eigentlich was gemacht hat. Es gibt keine Dokumente, in denen man nachzuprüfen könnte, wer kommandierte, wer die Strategie der Spannung organisierte, wie die Nato, der MI6 und die aus dem rechtsextremen Lager rekrutierten Terroristen sich die Rollen untereinander aufteilten. Dass es im Innern dieser geheimen Strukturen Elemente gab, die die Strategie der Spannung angewendet haben, ist die einzige Gewissheit, die wir haben. Die Terroristen der extremen Rechten haben in ihren Aussagen vor Gericht oder gegenüber Journailsten erklärt, dass die Geheimdienste und die Nato sie in diesem Untergrundkampf unterstützt hatten. Aber wenn man Erklärungen von den Mitgliedern der Nato und des CIA verlangt - was ich über mehrere Jahre versucht habe -, beschränken sich sowohl Nato als auch CIA darauf zu sagen, dass es vielleicht einige kriminelle Elemente gegeben haben könnte, die sich ihrer Kontrolle entzogen hätten.

Silvia Cattori: Waren diese geheimen Armeen in allen europäischen Ländern aktiv?

Daniele Ganser: Mit meinen Recherchen habe ich belegt, dass diese geheimen Armeen nicht nur in Italien existierten, sondern in ganz Westeuropa, in Frankreich, in Belgien, in Holland, in Dänemark, in Schweden, in Finnland, in der Türkei, in Spanien, in Portugal, in Österreich, in der Schweiz, in Griechenland, in Luxemburg und in Deutschland.

[...] Silvia Cattori: Was ist heute? Sind diese geheimen Armeen immer noch aktiv? Gibt es geheime staatliche Strukturen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen?

Daniel Ganser: Für einen Historiker ist es schwierig, auf diese Frage zu antworten. Wir verfügen, wie ich schon sagte, nicht über Berichte zu allen Geheimarmeen aus den verschiedenen einzelnen Ländern. Zudem verweigern sowohl die CIA als auch die NATO jeden Kommentar. In meinen Werken analysiere ich die Tatsachen, die ich nachweisen kann. Aber weil es schon für die Vergangenheit schwierig ist, die Strategie der Spannung historisch nachzuweisen, ist es für die Gegenwart noch einiges anspruchsvoller.
Was Italien betrifft, gibt es einen Bericht, der aussagt, dass die geheime Armee Gladio aufgelöst worden ist. Über die Existenz der Geheimarmee P26 in der Schweiz gibt es ebenfalls einen Bericht des Parlaments vom November 1990. Folglich sind hier diese geheimen Armeen aufgelöst, ebenso die Waffen- und Sprengstofflager, welche diese Armeen an geheimen Orten in den jeweiligen Ländern angelegt hatten, auch in Italien und auch in der Schweiz.
Aber in den anderen Ländern hat man nichts getan. In Frankreich versicherte Präsident Mitterand, dass alles der Vergangenheit angehöre. Im Nachhinein hat man erfahren, dass diese geheimen Strukturen immer noch wirksam waren, als nämlich Giulio Andreotti zu verstehen gab, dass der französische Präsident gelogen hatte. Andreotti sagte in etwa: „Sie sagen, dass die geheimen Armeen nicht mehr existieren würden, aber beim geheimen Zusammentreffen im Herbst 1990 wart ihr Franzosen auch dabei, sagen Sie also nicht, dass diese nicht mehr existieren würden.“ Mitterand wurde ziemlich wütend über Andreotti, weil er nach dieser Enthüllung seine Aussage berichtigen musste.
Später hat der ehemalige Chef der französischen Geheimdienstes, Admiral Pierre Lacoste, zugegeben, dass diese geheimen Armeen auch in Frankreich existierten und dass sie auch in Frankreich in terroristische Attentate verwickelt waren.
Es ist also schwierig zu sagen, ob dies alles längst vergangen ist. Sogar wenn alle alten stay-behind Armeen aufgelöst worden wären, wäre es ein leichtes gewesen, neue Strukturen zu schaffen, und sich weiter dieser Techniken der Strategie der Spannung und der False flag Operationen zu bedienen, egal unter welchem neuen Namen.

Silvia Cattori: Wäre es denkbar, dass die Vereinigten Staaten und die Nato nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Strategie der Spannung und die False flag Operationen an anderen Fronten weiterentwickelt haben?

Daniele Ganser: Meine Nachforschungen haben sich auf die Periode des kalten Krieges in Europa konzentriert. Aber man weiss, dass es anderswo False flag Operationen gegeben hat, bei denen die Verantwortlichkeit von Staaten nachgewiesen werden konnte. Beispiel: die Attentate im Iran 1953, die zuerst den iranischen Kommunisten zugeschrieben wurden. Nun aber hat es sich herausgestellt, dass der CIA und der MI6 sich Provokateure bedient haben, welche sich als Kommunisten ausgaben und Terroranschläge ausübten. Das strategische Hauptziel war es damals, die Regierung Mohammed Mossadeghs zu stürzen, was gelang. Dies geschah im Zusammenhang mit dem Krieg um die Kontrolle des Erdöls. Anderes Beispiel: die Attentate1954 in Ägypten, die man zuerst den Muslims unterstellt hatte. Es hat sich in der Folge herausgestellt, dass die Agenten des Mossads die Urheber waren. Das ist unter dem Begriff Affäre Lavon [8] bekannt geworden. Hier ging es Israel strategisch darum, dass die britischen Truppen Ägypten nicht verliessen um als Puffer zwischen Agypten und Israel den Schutz Israels zu gewährleisten. Also, es gibt historische Beispiele, die zeigen, dass die Strategie der Spannung und der false flag Operationen von den USA, von Grossbritannien und Israel angewendet worden waren. Wir müssen die Nachforschungen in diesem Bereich weiter verfolgen, haben doch auch andere Länder in ihrer Geschichte diese Strategie angewendet.

[...] Silvia Cattori: Sie haben vom emotionalen Element gesprochen als wichtigem Faktor in der Strategie der Spannung. Also sollte der Terror, dessen Herkunft für die Menschen im Unklaren bleibt und die Angst, die er hervorruft, zur Manipulation der Meinung dienen. Nimmt man heute nicht an ähnlichen mafiösen Prozessen teil? Gestern schürte man die Angst vor dem Kommunismus, heute schürt man nicht die Angst vor dem Islam?

Daniel Ganser: Ja es gibt eine sehr deutliche Parallele. Während der Vorbereitungen zum Krieg gegen den Irak im Jahre 2002 und 2003 hat man gesagt, dass Saddam Hussein biologische Waffen besitze, dass es eine Verbindung zwischen dem Irak und dem Attentat vom 11. September gebe oder dass eine Verbindung zwischen dem Irak und den Terroristen von Al Qaida existiere. Aber all das war nicht wahr. Mit diesen Lügen wollte man die Welt glauben machen, das die Muslime den Terrorismus überall verbreiten wollten, dass dieser Krieg notwendig sei, um den Terror zu bekämpfen. Nun aber war der wahre Grund für den Krieg die Kontrolle über die Energieressourcen. Aus geologischen Gründen konzentrieren sich die Reichtümer von Gas und Erdöl in den muslimischen Ländern. Wer sich ihrer bemächtigen will, muss sich hinter solchen Manipulationen verstecken.
Man kann der Welt nicht sagen, dass es nicht mehr genug Erdöl hat, weil das Produktionsmaximum auf der Welt, der „peak oil“, vermutlich vor 2020 erreicht wird und deshalb das Erdöl des Iraks geraubt werden müsse. Die Leute würden sagen, dass man wegen des Erdöls keine Kinder töten dürfe. Und sie haben recht. Man kann ihnen auch nicht sagen, dass es unter dem Kaspischen Meer enorme Reserven habe und dass man darum eine Pipeline zum Indischen Ozean bauen wolle. Man kann auch nicht sagen, dass man vom Kaspischen Meer über den Osten vorstossen und darum Turkmenistan und Afghanistan kontrollieren müsse, weil man die Pipeline nicht durch den Iran im Süden und auch nicht durch Russland im Norden legen könne. Aus diesem Grunde muss man die Muslime als Terroristen bezeichnen. Das sind grosse Lügen, aber wenn man tausendfach wiederholt, dass die Muslime Terroristen seien, beginnen es die Leute am Ende zu glauben und beginnen zu denken, dass diese Kriege gegen die Muslime nützlich wären. Sie beginnen auch zu vergessen, dass es viele Formen des Terrorismus gibt und dass die Gewalt nicht zwangsweise eine muslimische Spezialität ist.

Silvia Cattori: Im Grunde hätten diese geheimen Strukturen aufgelöst werden können, aber die Strategie der Spannung wurde fortgesetzt?

Daniele Ganser: Dies ist richtig. Man kann Strukturen auflösen und daneben neue aufbauen. Es ist wichtig zu erklären wie in der Strategie der Spannung die Taktik und die Manipulation funktioniert. Dies alles ist illegal.
Aber für die Staaten ist es viel leichter die Menschen zu manipulieren als ihnen zu sagen, dass man versuchen will die Hand über das Erdöl anderer zu legen. Natürlich sind nicht alle Attentate auf die Strategie der Spannung zurückzuführen. Aber es ist schwierig zu wissen welche Terroranschläge durch wirkliche Terroristen ausgeführt werden und welche durch die Geheimdienste manipuliert sind. Sogar jene die wissen dass manche Terroranschläge durch Staaten manipuliert werden um politische Feinde zu diskreditieren, können an eine psychologische Barriere gelangen. Nach jedem Anschlag haben die Menschen Angst, sie sind durcheinander. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, dass die Strategie der Spannung, und die Strategie des False flag eine Realität sind. Es ist einfacher die Manipulation zu akzeptieren und sich zu denken: ’Seit dreissig Jahren informiere ich mich und ich habe nie von diesen kriminellen Geheimarmeen gehört. Die Muslime greifen uns an und aus diesem Grunde bekämpfen wir sie.’

Silvia Cattori: Von 2001 an hat die EU Anti-Terror Massnahmen ergriffen. Es hat sich dann gezeigt, dass diese Massnahmen der CIA erlaubte Menschen zu entführen, sie an geheime Orte zu transportieren und zu foltern. Sind die europäischen Staaten nicht ein wenig Opfer ihrer Unterwerfung der USA geworden?

Daniele Ganser: Die europäischen Staaten haben nach den Attentaten des 11. Septembers 2001 gegenüber den USA eine schwache Haltung eingenommen, wie Vasallen. Nachdem sie erklärt hatten, dass geheime Gefägnisse illegal sind, liessen sie es geschehen. Das gleiche mit den Gefangenen von Guantanamo. In Europa wurden Stimmen laut die sagten: ‚Man kann Gefangenen nicht den anwaltlichen Beistand verweigern.’ Als Frau Angela Merkel diese Frage wegen Guantanamo aufbrachte haben die USA ihr klar gemacht, dass Deutschland im Irak mitverwickelt sei, dass ihre Geheimdienste mitgeholfen hatten den Krieg vorzubereiten und deshalb zu schweigen hätte.

Silvia Cattori: In diesem Kontext, in dem es noch viele ungeklärte dunkle Stellen gibt, stellt sich die Frage welche Sicherheit kann die Nato den Völkern, die sie beschützen sollte, noch geben, wenn sie den Geheimdiensten erlaubt, die Bevölkerung zu manipulieren?

Daniele Ganser: Was die manipulierten terroristischen Attentate durch die Geheimarmeen des Netzes Gladio während des Kalten Krieges angeht, ist es wichtig klar bestimmen zu können ob und wie die Nato daran mitbeteiligt war und zu wissen was wirklich geschah. Waren es isolierte Anschläge oder Taten die durch die Nato geheim organisiert worden waren? Bis zum heutigen Tag weigert sich die Nato über die Strategie der Spannung und über den Terrorismus während des Kalten Krieges Auskunft zu geben; die Nato weist alle Fragen über Gladio zurück.
Heute missbraucht man die Nato als Angriffsarmee, obwohl diese Organisation nicht dazu gegründet wurde. Man hat sie am 12. September 2001, unmittelbar nach den Attentaten von New York, aktiviert. Die Mitglieder der Nato bestätigen, dass der Grund ihrer Teilnahme am Krieg gegen die Afghanen der Kampf gegen den Terrorismus sei. Aber die Nato riskiert diesen Krieg zu verlieren. Es wird eine grosse Krise ausbrechen mit Debatten. Wir müssten wissen, ob die Nato, wie sie es behauptet, einen Krieg gegen den Terrorismus führt, oder ob es sich um eine Situation wie im Kalten Krieg handelt und Geheimarmeen wie Gladio den Terrorismus manipulieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Nato sich in ihrer Geschichte an ihren Auftrag hielt, die europäischen Länder und die USA im Falle eines Angriffes der UdSSR zu verteidigen - was nie geschah – denn dafür wurde sie gegründet. Oder ob die Nato mit Geheimarmeen im Kalten Krieg den Terror manipulierte und die Angst vor den Kommunisten schürte. Ganz sicher wurde die Nato nicht gegründet um sich des Erdöls oder des Erdgas der arabischen Länder zu bemächtigen.

Silvia Cattori: Man könnte noch verstehen, wenn Israel, das Interesse an einer Ausbreitung der Konflikte in arabischen und muslimischen Ländern hat, die USA in diesem Sinne ermutigt. Aber wo liegen die Interessen der europäischen Länder sich mit Truppen in einem Krieg wie in Afghanistan zu engagieren, und das unter dem Kommando des Pentagon?

Daniele Ganser: Ich denke Europa ist verwirrt. Die USA sind in einer Position der Stärke und die Europäer haben die Tendenz zu denken das Beste sei sich dem Stärkeren anzuschliessen. Aber man müsste ein wenig weiter denken. Die europäischen Parlamentarier weichen schnell dem Druck der USA, die immer mehr Truppen fordern an dieser oder jener Front. Je mehr die europäischen Länder weichen, je mehr sie sich untergeben, desto mehr werden sie mit immer grösseren Problemen konfrontiert. In Afghanistan stehen die Deutschen und Briten unter amerikanischem militärischem Kommando. Strategisch gesehen ist dies für die Länder keine interessante Position. Jetzt verlangen die USA von den Deutschen Soldaten auch in den Süden von Afghanistan zu verlegen, in Gebiete wo der Krieg viel rüder ist. Wenn die Deutschen ja sagen, riskieren sie durch afghanische Kräfte massakriert zu werden die jede Besetzung ablehnen. Deutschland müsste sich ernsthaft überlegen ihre 3000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Aber für die Deutschen, die ein wenig die Vasallen der USA sind, ist es ein schwieriger Schritt den Befehlen der USA gegenüber ungehorsam zu sein.

Silvia Cattori: Was wissen unsere Autoritäten die uns heute regieren von den Strategien der Spannung? Können diese weiter zulassen dass Kriegstreiber Staatsstreiche anstiften, Entführungen und Folter betreiben ohne zu reagieren? Haben sie noch die Möglichkeit kriminelle Aktivitäten zu unterbinden?

Daniele Ganser: Ich weiss es nicht. Als Historiker beobachte ich, und dokumentiere vor allem die Geschehnisse. Als politischer Berater sage ich, dass man den Manipulationen, die Angst erzeugen und allen weismachen wollen, dass die ‚Terroristen’ immer die Muslime sind, nicht nachgeben darf; ich sage dass es um den Kampf über die Kontrolle der Energiereserven geht; man muss Mittel finden die Energieknappheit zu überwinden ohne in Richtung einer Militarisierung zu gehen. Man kann die Probleme nicht auf diese Art lösen: man verschlimmert sie damit.

[...] Silvia Cattori: Sie haben auch Forschungen zu den Attentaten des 11. September 2001 gemacht und als Co-Autor mit anderen Intellektuellen die über Ungereimtheiten und Widersprüche in der offiziellen Sicht der Ereignisse und den Ergebnissen der von Herrn Bush eingesetzten Untersuchungskommission beunruhigt sind, ein Buch geschrieben? Haben Sie nicht die Befürchtung als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet zu werden?

Daniele Ganser: Meine Studenten und andere Leute haben mich immer gefragt: Wenn es bei diesem „Krieg gegen den Terrorismus“ wirklich um Erdöl und Erdgas geht, könnten die Attentate des 11. Septembers nicht auch manipuliert worden sein? Oder ist es ein Zufall, dass die Muslime von Oussama ben Laden genau in dem Augenblick zugeschlagen haben als die Länder des Westens begannen zu verstehen, dass sich eine Erdölkrise ankündigte? Da habe ich begonnen mich zu interessieren was über den 11. September geschrieben wurde. Vor allem habe ich den offiziellen Untersuchungsbericht zu den Terroranschlägen studiert, der im Juni 2004 veröffentlicht wurde. Wenn man als Historiker in dieses Thema eintaucht, sieht man von vornherein, dass es eine grosse globale Debatte gibt, rund um das was sich wirklich am 11. September 2001 abgespielt hat.
Die Information die wir haben ist nicht sehr genau. Wichtige Fragen und Ereignisse werden im sechshundertseitigen Untersuchungsbericht überhaupt nicht erwähnt, darunter zum Beispiel der Einsturz des so genannten „dritten Turmes“,. Die Kommission spricht in ihrem Bericht nur vom Einsturz von zwei Türmen, den „Twin-Towers“. Das ist ungenau, denn es gab noch einen dritten Turm mit einer Höhe von 170 Metern, der am 11. September in New York eingestürzt war; der Turm heisst WTC 7. Einige spätere US Regierungsberichte sagen, ein kleines Feuer habe das WTC7 zum Einsturz gebracht. Aber ich habe mit Professoren gesprochen, die die Struktur der Gebäude gut kennen; sie sagen dass ein kleines Feuer die Struktur einer so grossen Dimension nicht zerstören kann. Die offizielle Geschichte des 11. Septembers, die Schlussfolgerungen der Kommission, sind nicht glaubwürdig. Dieser Mangel an Klarheit bringt die Forscher in eine schwierige Situation. Verwirrung herrscht auch über das was sich wirklich im Pentagon ereignet hat. Man sieht auf den vorhandenen Videobildern nicht wie darauf ein Flugzeug hätte stürzen sollen.

[...] Silvia Cattori: Man bekommt den Eindruck, dass alle offiziellen Körperschaften die öffentliche Darstellung nicht in Frage stellen wollen. Haben sie sich manipulieren lassen durch die Desinformation, organisiert durch die Strategen der Spannung und des „False flag“?

Daniele Ganser: Wenn man Angst hat ist man manipulierbar; Angst die Arbeit zu verlieren, Angst den Respekt der Menschen die einen lieben zu verlieren. Man kann die Spirale der Gewalt und des Terrors nicht verlassen, wenn man die Angst siegen lässt. Angst zu haben ist normal, man muss offen darüber sprechen und auch über die Manipulationen die sie nähren. Niemand kann den Konsequenzen entfliehen. Dies ist umso schlimmer als politisch Verantwortliche oft unter dem Eindruck dieser Angst handeln. Man muss die Kraft finden zu sagen : „ ja, ich habe Angst, dass die Lügen Menschen leiden machen; ja, ich habe Angst zu denken, dass es bald nicht mehr viel Erdöl hat; ja, ich habe Angst, dass dieser Terrorismus von dem man spricht die Konsequenz von Manipulationen ist, aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen“.

Silvia Cattori: Bis zu welchem Punkt beteiligen sich Länder wie die Schweiz an dieser Politik der Spannung?

Daniele Ganser: Ich denke in der Schweiz gibt es keine Strategie der Spannung. Dieses Land kennt keine terroristischen Anschläge. Aber was wahr ist, ist, dass die Politiker in der Schweiz wie anderswo, die Vereinigten Staaten mit deren Stellung der Macht fürchten und die Tendenz haben sich zu sagen: Es sind gute Freunde, wir haben kein Interesse uns mit ihnen anzulegen.

Silvia Cattori: Diese Art zu denken und Lügen zu decken die aus der Strategie der Spannung herrühren, macht sie nicht jeden zum Komplizen der Verbrechen die daraus entstehen? Bei den Journalisten und den politischen Parteien angefangen?

Daniele Ganser: Persönlich denke ich, dass jedermann – Journalisten, Akademiker, Politiker –über die Verwicklungen der Strategie der Spannung und des False flags nachdenken sollte.
Da stehen wir. Es ist wahr, in Anbetracht der Phänomene, die unser Verständnis übersteigen. Deshalb muss man sich jedes Mal, wenn es terroristische Attentate gibt fragen und zu verstehen versuchen was dahinter steckt. Erst ab dem Tag, wo man offiziell zugibt, dass die „false Flag“ tatsächlich existieren, wird man eine Liste der „false Flag“ erstellen die in der Geschichte stattgefunden haben und sich darüber einigen, was zu tun wäre.
Das Streben nach Frieden ist das Thema, das mich interessiert. Es ist wichtig die Debatte über die Strategie der Spannung in Gang zu bringen und festzustellen, dass es sich um ein reales historisches Phänomen handelt. Denn solange man die Existenz der Strategie der Spannung nicht anerkennt kann man nicht handeln. Aus diesem Grund ist es wichtig zu erklären, was die Strategie der Spannung wirklich bedeutet. Und wenn man sie einmal verstanden hat lässt man sich nicht mehr durch Angst oder Hass gegen eine Gruppe einnehmen,
Man muss dabei sagen, dass es sich nicht nur um ein einzelnes Land handelt, dass darin verwickelt ist; dass es nicht nur die Vereinigten Staaten, Italien, Israel oder der Iran sind, sondern dass sich das überall abspielt, auch wenn bestimmte Länder daran intensiver teilnehmen als andere.
Man muss verstehen ohne dieses Land oder jene Person anzuklagen. Angst und Hass helfen uns nicht weiter, sondern lähmen die Diskussion. Ich erlebe viele Anklagen gegen die Vereinigten Staaten oder auf der anderen Seite gegen den Iran und Syrien. Aber die Friedensforschung lehrt uns, das man sich nicht zu Beschuldigungen nationalistischer Art hinreissen lassen sollte und dass weder Hass noch Angst notwendig sind, dass das wichtigste ist aufzuklären.
Dieses Verständnis würde uns allen helfen.



Aus: "Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation - Die Strategie der Spannung und die Nato" von Silvia Cattori (18. Januar 2007; Depuis: Zurich (Suisse))); Übersetzung aus dem Französischen: Zeit-Fragen
Quelle: http://www.voltairenet.org/article144708.html

Weitere Quellen:
[1] Historiker und Friedensforscher, Universität Basel, Schweiz. Homepage: www.danieleganser.ch

[2] Nato’s secret Armies: Terrorism in Western Europe. Frank Cass Verlag London ISBN 07146850032005

[3] False flag operations (Operationen unter falscher Flagge) Der Ausdruck wird für Terroraktionen verwendet, die von Regierungen oder Organisationen im Geheimen geführt werden, für deren Urheberschaft dann aber andere verantwortlich gemacht werden.

[4] Stay behind (das heisst: Im Falle einer sowjetischen Invasion im Hintergrund bleiben) ist der Name für die heimlichen Strukturen, die eingeführt wurden, um einen Partisanenkrieg zu führen

[5] Gladio bezeichnet die Gesamtheit der europäischen Geheimarmeen, die unter der Führung der CIA standen

[6] Präsident des Ministerrates, Mitglied der Christlich Demokraten. (Präsident der Ministerkonferenz, Mitglied der christlichen Demokratie)

[7] Affaire Lavon, nach dem Namen des israelischen Verteidigungsministers, der zurücktreten musste, nachdem aufgedeckt wurde, dass der Mossad in diese kriminellen Aktionen verwickelt war.

[8] Chefgeneral der Geheimarmee Gladio von 1971 bis 1974.

[9] 9/11 American Empire: Intellectual speaks out. 2006
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« Reply #14 on: February 28, 2007, 03:01:30 PM »

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[...] Mehr als die Hälfte der Abgeordneten des 6. Deutschen Bundestages (1969 bis 1972) sind nach Erkenntnissen der Stasi-Unterlagenbehörde von der DDR-Staatssicherheit erfasst worden. 305 der 556 Parlamentarier waren in der so genannten Rosenholz-Datei registriert, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Sie bestätigte damit teilweise einen Bericht der «Märkischen Oderzeitung».

[...] In der Rosenholz-Datei wird nicht zwischen Tätern und Opfern unterschieden. Die Datei enthält unter anderem die Liste der DDR- Spione im westlichen Ausland. Die Stasi-Unterlagenbehörde will die lange angekündigte wissenschaftliche Dokumentation zur Westarbeit des früheren Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) noch im ersten Halbjahr 2007 veröffentlichen.

Behördenleiterin Marianne Birthler hatte bereits früher betont, die Karteien der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des MfS werde keine spektakulären Enthüllungen über Personen des öffentlichen Lebens der früheren Bundesrepublik bringen. Das am Ende der DDR im Westen bestehende Agentennetz des MfS sei durch die bundesdeutschen Ermittlungsbehörden schon vor Jahren weitgehend aufgedeckt worden. (nz)


Aus: "Halber Bundestag unter Stasi-Beobachtung" (27. Feb.2007)
Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/558370.html

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