2010
02.01

[Rififi... ]

[...] Hinter der glatten Oberfläche seines unterkühlten Stils spürt man aber immer auch das Herz eines Romantikers schlagen, etwa in den lyrischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen eines trüben, kalten Paris mit seinen Hinterhöfen und dunklen Straßenecken, on location gedreht, wie man es wenige Jahre später in den Werken der Nouvelle Vague sehen sollte. (Aus: “Rififi” von Welf Lindner, 14.01.2008)
=> http://www.critic.de/filme/detail/film/rififi-1129.html

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Rififi

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Jules_Dassin

2010
01.31

[As We Dance... ]

Anfang der 1970er Jahre stellte Tom Lehrer seine öffentlichen Auftritte weitgehend ein. Seither schrieb er nur noch wenige neue Songs und argumentierte, mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Henry Kissinger sei politische Satire obsolet geworden.
=> http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Lehrer

via coisas do arco da velha

2010
01.30


[L'arrière-cour de la Méduse... ]


[L'expresso... ]

geratenes.französisch
visuelle.notiz

2010
01.28

Am 28. August 1835 erschien in der Tageszeitung „New York Sun“ ein aufseheneregender Artikel über die Beobachtung von menschlichen Wesen mit Flügeln auf dem Mond durch Sir Herschel. Am 16. September 1835 räumt die Zeitung ein, dass die Artikelserie ein Schwindel war.

Just in dieser Zeit prescht Wind über dunkle Wassermassen.
“Diese melancholische Lebensschwere erregt meine Innenwelt aufs höchste!”
Brüllt der Steuermann durch Sturmwind seinem Kapitän entgegen.
“Was für ein Blödsinn alter Steuermann, aber was wären wir fade ohne seelische Verwegenheit!”
ruft der Kapitän lachend zurück.

Zu Gast an Board ist auch der junge Doktor Liebesschrei.
Er lässt sich treiben – und weiß nicht wohin die Reise geht.
Nun sieht er auf seine ausgetretenen Lederstiefel.
Er gedenkt der letzten Tage an Land, während unter ihm die Holzplanken wanken.
Der Weg war ihm vereist, ausrutschen wäre so ein Leichtes.
Ein hochgewachsener Mann mit einem geschnitzten Holzstab
kam ihm bedeutungsschwanger entgegen – hob ungefragt an zu reden.
Er sagte, das die Welt nun untergehen werde.
Weiterhin das übliche Programm des Wahnwitzigen:
Alle Menschen wären Sünder und der Herr wäre erzürnt mit allen.

Dem Doktor Liebesschrei deucht diese Darbietung ein unverhofftes Aufzucken einer
archaisch-mittelalterlichen Attraktion in einer Seitenstraße.
Eine übersichtliche Portion Apokalypse.
All dies Endzeitgefühl war ihm ja nur kurzzeitig mental vor die Stiefel geworfen.
So etwas kann dir an jeder Straßenecke passieren
oder eben auf dem Gehweg vor einem Krämerladen im Halbdunkel.
Wer hätte ahnen können, dass die automatisierten
Krämerläden in den Städten der fernen Zukunft
Supermärkte heißen würden?

Das Gedankenschiff neigt sich übermächtig.
Dabei wird es dem Doktor Liebesschrei etwas flau in der Magengengegend.
Es scheint ihm, das der alte ausgeblichene hölzerne Bug nunmehr
mit wachsender Lust in die Wucht der Wellen sticht.
Kann es doch der eigenen Vorstellungskraft nicht entkommen.
Gedankenschiff. Zerbrechlich, trefflich, wahnhaft aber wirksam.

Unten im Kesselraum schwitzt der Maschinist.
Schmeißt voller Wut schwere Scheite trockenes Holz in den Kesselofen.
Er flucht leise im Kesselraum:
“Versuch doch mal du elender gefühlsdusliger Idiot,
hin und wieder den Kopf einzuschalten. Du Narr!”
Dann muss er still in sich hinein grinsen.
Für 2 Sekunden Selbstvergessen.

Und an Land auf der futuristisch-seelischen Intensivstation sind die Betten bereits ausgebucht.
Ein alter Clown ist Nachtwächter – er sitzt hinter einer Glasscheibe.
Überwachungsmonitore flimmern und ständig ist der Clown am Telefon.
Er lacht sich tot.

2010
01.22

[Time Piece (1964)... ]

via http://easydreamer.blogspot.com/2010/01/jim-henson-time-pieces-1964.html

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Jim_Henson

2010
01.22

Movie Sound!

2010
01.22

via thisisnthappiness.com

=> http://en.wikipedia.org/wiki/McMinnville_UFO_photographs

2010
01.20

Picture from “Casanova” (Fondation Fellini pour le cinéma)
["One of the 50 original drawings by Fellini" | via]

-.-

[...] Am Abend konnte er es kaum erwarten, ins Bett zu gehen. Die vier Ecken seines Bettes hatte er nach den Kinos in Rimini benannt: Fulgor, Savoia, Opera Nazionale Balilla und Sultano. Die Vorführung begann, sobald er die Augen schloss.

Doch darüber sprach er mit niemandem. Vertraute gab es nicht. Er befürchtete, man würde ihn für verrückt erklären, und er wollte nicht eingesperrt werden. War sein Vater, Handelsreisender für Olivenöl und Salami, einmal zu Hause, ärgerte der sich, dass sein Sohn zeichnete und nicht Fußball spielte. …

Aus: “Fellinis Analytiker – Der Weg zu den Traumwelten”
Von Regine Igel (fr-online.de, 15.01.2010)
Quelle: …/feuilleton/2209039_Fellinis-Analytiker-Der-Weg-zu-den-Traumwelten.html

-.-

[...] “Moral”, hat Federico Fellini einmal zu Verstehen gegeben, sei “ein ständiger Kampf gegen die Rebellion der Hormone”. …

Aus: “Der Chronist der Dekadenz”
Johann Ritter (27.12.2009)
http://www.cineastentreff.de/content/view/8186/110/

-.-

[...] Fellinis Werk folgt keinem Stil und keinem Trend. Es vereint die Beobachtungsgabe des italienischen Neorealismus mit einer surreal entfesselten Privatmythologie. Es arbeitet sich an Kindheitserinnerungen ab, am italienischen Katholizismus, an der Spannung zwischen Sterblichkeit und Kunstproduktion. Es erzählt aus den Gossen der Gegenwart und aus der Dichtung der Antike – und Fellini selbst scheint der Erste, der immer wieder aufs Neue von seinen Geschichten überrascht wird: “Am Anfang weiß ich nie, was für ein Film es werden wird, was der Film von mir will oder fordert. Ich bewege mich wie ein Blinder voran und hoffe, dass das, was mir ganz privat gefällt, auch dem Film nützt. Ich habe also das Gefühl, dass der Film über mich Regie führt und nicht umgekehrt.” …

Aus: “”Der einzig wahre Realist ist der Visionär”"
Vor 90 Jahren wurde Regisseur Federico Fellini geboren
Von Katja Nicodemus (20.01.2010)
Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kalenderblatt/1105413/

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[...] Dabei spaltete der Meisterregisseur durchaus, wollte es sicher auch so: Tosender Applaus, aber auch Pfiffe und wüste Schimpftiraden gab es, als im Jahr 1960 «La dolce vita» (Das süße Leben) in die italienischen Kinos kam. Der Streifen voller Exzesse, ungenierter Freizügigkeit und Überzeichnungen war ein Skandal, dem noch andere folgen sollten. In seiner Heimat so verehrt wie ein Popstar, von Taxifahrern und Fans liebevoll «FeFe» genannt, schrieb er mit Werken wie «Amarcord» oder «Casanova» etliche Kapitel der Kinogeschichte des 20. Jahrhunderts. Dabei gab Fellini in seinen 25 Filmen bis 1990 immer auch eine Menge Rätsel auf: Dieser «Zauberer von Rimini» wollte nicht festgelegt werden, entzog sich Deutungen. …

Aus: “Federico Fellini zum 90. Geburtstag”
Borkener Zeitung (19.01.2010)
Quelle: http://www.borkenerzeitung.de/aktuelles/kultur/film/news/1255219_Federico_Fellini_zum_90._Geburtstag.html

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=> http://de.wikipedia.org/wiki/Federico_Fellini

2010
01.20

[“Untitled” (Performance by Sara Black, 2001)]

The tension between the lovers, the space between them, the moment when the two are about to embrace, may be the most passionate of all. Before the power struggle is truly engaged, before the two bodies confront the realities of giving and taking pleasure. …

=> http://www.thecarceral.org/sarahblack.html

Carceral Notebooks exploring contemporary culture and society through the lens of art, philosophy, social science, and law.
=> http://www.thecarceral.org/

2010
01.20

[...] Das US-Justizministerium hat dem FBI in Untersuchungen wiederholt den Missbrauch von Anti-Terror-Befugnissen insbesondere im Umgang mit dem Instrument der National Security Letters nachgewiesen. In hunderten Fällen haben die Ermittler den Begutachtungen zufolge gegen die gesetzlichen Auflagen oder interne Richtlinien verstoßen. So sollen die Agenten etwa mehr Daten als zulässig eingesammelt oder auf Auskünfte auch ohne richtige Vollmacht bestanden haben. Von den illegalen Datenabfragen betroffen gewesen sein sollen auch die Verbindungsinformationen von Journalisten der Washington Post sowie der New York Times. Auch über behördeninterne Bedenken und Versuche zu deren Überwindung legt der Report Zeugnis ab. (Stefan Krempl) / (vbr)

winnipoo, 19. Januar 2010 18:32
Loriot-Mode ON

ACH?

Loriot-ModeOFF

Aus: “Bericht: FBI verschaffte sich illegal Zugang zu Telekommunikationsdaten” (heise.de, 19.01.2010)
Quelle: …Zugang-zu-Telekommunikationsdaten-908420.html

-.-

[...] Es geht der Zeitung zufolge um Listen mit 2.000 Anrufen in vier Jahren. Die Daten sollten der Terrorabwehr dienen. Die Auflistungen stammten aus den Jahren 2002 bis 2006, schrieb das Blatt. Die Identität der Anrufer sei nicht enthüllt worden, es habe sich jedoch ausschließlich um Terrorismus-Nachforschungen gehandelt. Die FBI-Generalanwältin Velerie Caproni sagte in einem Interview am Montag, “technisch” habe die Polizeibehörde das Gesetz über das Telefongeheimnis gebrochen.

hotdocdcs, vor 21 Stunden, 4 Minuten
Gut das bei uns sowas nicht vorkommt. In einem land wo die behörden die gesetze einhalten wird es sicher nie zu einer illegalen verwendung von gespeicherten (vorrats)daten kommen.

FBI verletzte Gesetz über Telefongeheimnis
19.01.2010|Erstellt um 10:20 Uhr
Jahrelang Beschaffung von illegalen Listen mit Telefonanrufen
=> http://futurezone.orf.at/stories/1636731/

-.-

“Ungeheuerliches” Kontrolldefizit beim FBI beanstandet
Ein für die Analyse befragter FBI-Agent verglich das enge Verhältnis zwischen den Ermittlern und den Strafverfolgungsexperten in Telekommunikationsfirmen mit einem Szenario, in dem man “einen Geldautomaten im Wohnzimmer hat”.
heise.de, 22.01.2010
=> http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ungeheuerliches-Kontrolldefizit-beim-FBI-beanstandet-911087.html

-.-

Kontext:

[...] Die US-Bundespolizei FBI hat dem Bericht zufolge deutlich mehr Informationen gesammelt und aggregiert, als bisher offiziell bekannt war.

Neuen FBI-Unterlagen, die der Electronic Frontier Foundation vorliegen, zufolge habe die Behörde nicht nur Daten über das Telefon- und E-Mail-Verhalten der Verdächtigen selbst, sondern auch über deren Kontaktpersonen ["Community of Interest"] abgefragt, berichtet die “New York Times”.

Ermittler- und Branchenkreisen zufolge wurde dabei analysiert, wen die Verdächtigen am häufigsten anriefen, wann die Gespräche stattfanden und wie lange sie dauerten.

Außerdem sei nach plötzlichen Änderungen der Verhaltensmuster oder der angerufenen Gegenden gesucht worden, schreibt das Blatt.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 würde das FBI zunehmend Gebrauch der sogenannten Link Analysis machen, so die Zeitung.

Laut Bericht wurde diese Art der Ermittlung Anfang des Jahres eingestellt – allerdings deswegen, weil die Behörde dabei zu exzessiven Gebrauch der so genannten National Security Letters machte.

[...] Befürworter dieser Art von Rasterfahnung sehen darin eine Möglichkeit, auch vermeintlich unverdächtige und womöglich verdeckte Terroristen entdecken und somit ausforschen zu können.

Kritiker halten dem entgegen, dass dabei vor allem die Privatsphäre aller Betroffenen, egal ob wirklich involviert oder nur zufällig hineingeraten, mehr als verletzt wird.

Bei der Link Analysis der NSA oder des CIA werden mitunter nicht nur direkte Kontakte untersucht, sondern auch bis in die dritte oder vierte “Reihe”, also Personen, die nur über drei Umwege mit dem Terrorverdächtigen zu tun hatten – oder eben auch nicht. …

Aus: “Die “Rasterfahndung” des FBI” (09.09.2007)
http://futurezone.orf.at/stories/220441/

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FBI broke law for years in phone record searches
By John Solomon and Carrie Johnson
Special to The Washington Post and Washington Post Staff Writer
(Tuesday, January 19, 2010)
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/01/18/AR2010011803982.html

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Kontext:

4. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
=> http://de.wikipedia.org/wiki/4._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten

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Kontext:

[...]

Risiken der Personenüberwachung

Die Risiken im einzelnen

In Anlehnung an Roger Clarke [Roger Clarke's 'IT and Dataveillance'] sind die folgenden Risiken einer Überwachung durch Verwendung von Daten („dataveillance“) zu nennen:

* bei Überwachung einzelner Personen
o Fehlidentifikation (Daten werden der falschen Person zugeordnet)
o inhaltlich schlechte Qualität der verwendeten Daten
o Verwendung von Daten außerhalb ihres ursprünglichen Zusammenhangs und daraus resultierende Gefahr von Fehlinterpretationen
o qualitativ schlechte Entscheidungen
o fehlendes Wissen des Betroffenen von der Überwachung
o fehlende Zustimmung des Betroffenen
o Aufnahme in schwarze Listen und Verweigerung der Löschung oder Korrektur

* bei Massenüberwachung von Personengruppen oder der gesamten Bevölkerung
o Risiken für die Betroffenen:
+ willkürliche Überwachung, weil verdachtslos und anlassunabhängig
+ Verknüpfung von Daten außerhalb ihrer ursprünglichen Zusammenhänge und daraus resultierende Gefahr von Fehlinterpretationen
+ Komplexität und Missverständlichkeit von Daten aus unterschiedlichen Quellen
+ Hexenjagd, indem aus bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeiten Schlüsse abgeleitet werden, die nicht immer zutreffen
+ Vorab-Diskriminierung und Schuldvorhersage
+ Manipulation durch gezielt selektive Werbung
+ Umkehr der Beweislast, etwa wenn der Betroffene eine automatisierte Entscheidung erst durch nachträglichen Widerspruch individuell prüfen lassen kann und seinen Widerspruch dann begründen muss
+ geheime Überwachung
+ unbekannte Vorwürfe und Beschuldiger
+ Verweigerung eines rechtsstaatlichen Verfahrens
o Risiken für die Gesellschaft:
+ Klima des Misstrauens, weil jeder verdächtig ist
+ Gegnerschaft zwischen Überwachern und Überwachten, weil Überwacher den automatisierten Entscheidungsfindungsprozess oft nicht verstehen, dies aber nicht eingestehen wollen, und oft eher auf Arbeitsbewältigung bedacht sind als auf die Beziehung zu den Betroffenen
+ Konzentration der Strafverfolgung auf leicht ermittelbare und beweisbare Straftaten anstatt auf professionelle und organisierte Kriminalität, dadurch ungleicher Gesetzesvollzug
+ Verlust an Achtung für das Gesetz und die Vollzugsbehörden
+ individuelle Handlungen verlieren an Bedeutung
+ Verlust an Eigenständigkeit und Selbstbestimmung
+ Verächtlichmachung von Individualität
+ Verstärkung der Tendenz, sich aus der offiziellen Gesellschaft auszuklinken
+ Schwächung der moralischen Verbundenheit der Gesellschaft
+ Destabilisierung der an sich gewollten Machtbalance
+ repressives Potenzial für eine totalitäre Regierung

Quelle => http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachung#Risiken_der_Personen.C3.BCberwachung (20.01.2010)

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Kontext:

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Telekommunikationsgeheimnis

=> http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

usw.