03.03
[...] ” … In einem wahrscheinlich Mitte Oktober 1919 geschriebenen Brief an Ludwig von Ficker sagt Wittgenstein: “Die Arbeit ist streng philosophisch und zugleich literarisch, es wird aber doch nicht darin geschwefelt.” …
… [Tractatus, 6.53] “Die richtige Methode der Philosophie wäre eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen läßt, also Sätze der Naturwissenschaft – also etwas, was mit Philosophie nichts zu tun hat -, und dann immer, wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte, ihm nachzuweisen, daß er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. diese Methode wäre für den anderen unbefriedigend – er hätte nicht das Gefühl, daß wir ihn Philosophie lehrten – aber sie wäre die einzig streng richtige.” …
Dabei macht die Bemerkung 6.53 schlagend deutlich, daß Wittgenstein nicht daran denkt, sich an die von ihm selbst für richtig erkannte Methode der Philosophie zu halten. Denn der Tractatus besteht keineswegs aus Sätzen der Naturwissenschft … . Es wäre aber ein kurzsichtiges Missverständnis, wollte man Wittgenstein die Absicht unterstellen, die Philosophie solle überhaupt abgeschaft werden.” …
Aus: “Wittgenstein – Eine Einführung” von Joachim Schulte
S.59, 62 (Reclam Universal-Bibliothek, 1989)
-.-
Das Buch [Philosophischen Untersuchungen] richtet sich gegen die Philosophie der idealen Sprache, die neben Bertrand Russell und Rudolf Carnap vor allem Wittgenstein selbst noch im Tractatus vertreten hatte.
… “Unsere Sprache kann man ansehen als eine alte Stadt: Ein Gewinkel von Gässchen und Plätzen, alten und neuen Häusern, und Häusern mit Zubauten aus verschiedenen Zeiten; und dies umgeben von einer Menge neuer Vororte mit geraden und regelmäßigen Straßen und mit einförmigen Häusern.” (Philosophische Untersuchungen 18)
Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Untersuchungen (14. Februar 2010)






