[Gestalt #2 … ]

via https://www.flickr.com/photos/12633168@N08/26344596174/in/dateposted/

“ … Our Lily / Arum Lily ~ Dancer / Calla Lily. The left photo of this set was taken by Dr. Krohn (Prague). The photo on the right was taken by Felix Man. The juxtaposed images appeared in Lilliput Pocket Omnibus (aka Lilliput: The Pocket Magazine for Everyone) (1937-1938) which was a pocket-sized monthly magazine produced by Stefan Lorant, Hungarian photojournalist, author, and filmmaker who had served time in a Nazi prison. The magazine was known for Lorant’s juxtapositions of images for political or aesthetic effects. …“ | via https://hauntedbystorytelling.tumblr.com/post/158348211107/hi-res-bottom-or-here-our-lily-arum-lily

// Hans Felix Sigismund Baumann (* 1893 in Freiburg im Breisgau; † 1985 in London)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_H._Man

// Stefan Lorant (* 1901 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 1997 in Rochester, Minnesota, USA)
// https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Lorant

[Zum Wahn der Liebe #96 … ]

„Va Savoir“ (Jacques Rivette, 2001) | https://de.wikipedia.org/wiki/Va_Savoir

Ekkehard Knörer (über ‚Va Savoir‘, F 2001): „… Rivettes Filme sind immer Experimente der Möglichkeitsform. Dies eine mal wird fast alles durchgespielt, wenigstens, könnte man sagen, eine Runde lang, und, muss man wohl dazusagen, ohne die radikale Lust daran, das Spiel zu weit zu treiben. … [E]mblematisch der Showdown mit Wodka und Heidegger: über dem Abgrund, der keiner ist, schreiend komisch, kein Film der Fallhöhe, sondern der reinen, vollendeten Lust am Spiel. …“ | https://www.jump-cut.de/filmkritik-vasavoir.html

Brian Walker, London Oct 30, 2002 “ … It’s possible to walk away with either a warm glow or thinking, so what? To which I’d reply by quoting the translation of the title: who knows? …“

[Gemäßigte Entrissenheit #3… ]

In der frühen Dunkelheit des Novembers, ist mir so, als hätte sich die Welt zusammengezogen. Als sei da draußen alles klein wie ein verkommenes Dorf. Ein bisschen Holz, Dachpappe, Regenrinnen, roter Klinker, Putz an den Wänden, der an manchen stellen abfällt, Glas, Stahl, Unrat, Zivilisation und Infrastruktur legen sich um das das eigene Leben, wie ein Fuchsfell um den Hals einer Frau. Der Blick geht aus dem Fenster. Daran denkend, wie die Haare von G. leicht im Wind wehten, nachdem wir die zwei Kerzen an den zwei Gräbern in den Laternen angezündet hatten – und wir etwas später an der Eckernförder Straße darüber sprachen, wie wir die Welt vor 20 Jahren wahrgenommen haben.

[Das Reale, das Symbolische und das Imaginäre #70 ]

Foreign Intrigue (US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1956)

“ … Die österreichischen Figuren in Foreign Intrigue sind hilfsbereit, zuverlässig und spiegeln so das Bild einer österreichischen Gesellschaft wieder: von der Putzfrau und der Haushälterin, über den Beamten und die Polizei bis zu einem Notar – alle Mitglieder einer friedlichen Gesellschaft, die ihrem Arbeitgeber oder dem Staat dienen und gegenüber US-Amerikanern jederzeit zu einer Auskunft bereit sind. Sie bleiben passive Figuren, die erst auf ein Ereignis reagieren: der Notar reagiert auf den Tod von Danemore, die Putzfrau reagiert auf den Tod von Mannheim. Und trotz ihrer Präsenz bleiben sie Randfiguren in der Handlung von Foreign Intrigue. Vom alltäglichen Leben in Wien ist nichts zu erkennen. Die Handlung spielt sich nur nachts in verlassenen Gassen ab. … Für Foreign Intrigue [USA, 1956] wurden die Gassen in Wien nachgestellt … Die Ästhetik von Wien, [wurde] in The Third Man filmisch eingeführt und von Foreign Intrigue kopiert … Wien ist Schauplatz eines fiktiven Konfliktes an der Grenze zwischen Ost und West, mitten im Kalten Krieg. Wien bleibt trotz der düsteren Atmosphäre und den filmischen Zitaten aus The Third Man ein neutraler Handlungsort. … [ Franz Grafl veröffentlichte anlässlich der Filmschau Projiziertes Land. Österreichbilder im Internationalen Kino, die im Dezember 2002 und Januar 2003 im Wiener Metro Kino stattfand, den nachfolgenden Text auf der Seite des Institutes Pitanga … “ … Als Wegweiser für den Besuch dieser Filmpräsentationen gilt, dass sich innerhalb eines inszenierten Spielraumes, des Kinofilms, behutsam ein Bild von einem Land und seinen Menschen konstituiert, wie es von anderen – sozusagen aus der Fremde – gesehen wird. … Wien und das heutige Österreich werden, analog zu den allgemeinen theoretischen Überlegungen Gilbert Durands zu einer Ideen- und Mythengeschichte, als Teil eines semantischen Bassins gesehen, in dem sich bestimmte Gemeinsamkeiten und Traditionen, aber auch Brüche und Verwerfungen sammeln und widerspiegeln, die Geschichte, Mentalitäten, politische und kulturelle Bewegungen umfassen. Dieses Flussbett der Ideen, der Gefühle und Mythen wurde schon weit vor 1918 gebildet, aber heute gewinnt es durch die erneute Annäherung dieser Regionen und Länder mehr und mehr an Aktualität. Bei Österreich oder Wien denkt man nicht nur an eine Zeit nach 1945, sondern auch an den sozialen und gesellschaftlichen Umbruch, der bis heute in der persönlichen Geschichte der Einzelnen bzw. des Einzelnen und im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft prägend bleibt …] … “ | Aus: „Image Austria – Die Darstellung Österreichs in US-amerikanischen Filmproduktionen nach 1945“ Alf-Tobias Zahn (Wien, DIPLOMARBEIT, 2009) | https://core.ac.uk/download/pdf/11586015.pdf

Die fünfte Kolonne (Originaltitel: Foreign Intrigue) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1956 unter der Regie von Sheldon Reynolds. Der Film beschreibt die Ursachenforschung in Bezug auf den außergewöhnlichen Wohlstand eines zuvor Verstorbenen in der unmittelbaren Nachkriegszeit an der Riviera. … Das Geschehen wird über weite Strecken untermalt von einem dezenten rhythmusbetonten Soundtrack, der der Atmosphäre eine gespannt-melancholische Einzigartigkeit verleiht. …
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_f%C3%BCnfte_Kolonne_(Film)

Der dritte Mann (Originaltitel: The Third Man) ist ein in Schwarzweiß gedrehter britischer Film noir von Carol Reed aus dem Jahr 1949. Der Film entstand nach einem Drehbuch von Graham Greene. Hauptfigur ist der amerikanische Autor Holly Martins (Joseph Cotten). Er reist wegen eines Jobangebotes seines Freundes Harry Lime (Orson Welles) in das Wien der Nachkriegszeit und wird dort in kriminelle Machenschaften hineingezogen. …
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_dritte_Mann

[Memento Mori #13… ]

Vladimir Jankélévitch | via

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005 – “ … Ein „Jahrhundertbuch“ hat Thomas Meyer hier anzuzeigen. Vladimir Jankelevitchs Buch über den Tod verfällt nicht der „Todestrunkenheit“ seiner europäischen Kollegen, auch wenn der Rezensent von der Lektüre ein wenig benommen zurückbleibt, noch setzt es irgendwelche Hoffnungen auf die ausgleichende Kraft der Geburt. Jankelevitch untersuche den „Skandal“ des Todes, der trotz aller Anstrengungen unbegreiflich bleibt. Dazu überschreitet er die Grenzen der eigenen Disziplin und nimmt auch Literatur und Musik zu Hilfe, um sich dem Tod in „genau kreisenden Bewegungen“ anzunähern. Der Tod ist bei Jankelevitch eine „Ordnungsmacht“, die Vergangenheit und Zukunft des Menschen strukturiert. …“ | https://www.perlentaucher.de/buch/vladimir-jankelevitch/der-tod.html

“ … Mit dem Begriff Presque-Rien, Beinahe-Nichts, bezeichnet Jankélévitch einen Zeitpunkt, dessen Dauer so gering ist, dass Auftauchen und Verschwinden fast gleichzeitig stattfinden. Ähnlich wie der Blitz wird das Beinahe-Nichts erst dann wahrgenommen, wenn es fast schon wieder vorüber ist. In seinem Auftreten als intuitiver Einfall oder mystisches Erlebnis handelt es sich um keinen beliebig herausgestellten Zeitpunkt innerhalb einer Ereigniskette, der notwendigerweise aus dem Geschehen der Vergangenheit folgt. Vielmehr ist das Beinahe-Nichts als ein einzelner isolierter Augenblick, dem keine Zukunft vergönnt ist, ein Abbruch einer Entwicklung. Das Beinahe-Nichts ist die äußerste Annäherung des Seins an das Nichts, des Diesseits an das Jenseits. Allein auf intuitivem Weg ist eine Kenntnis des Metaphysischen möglich. Jankélévitch schreibt: „Dieser so seltene und so unzureichende Erfolgs-Blitz ist dennoch der einzige metaphysische Erfolg, dem ein Mensch nachstreben kann.“ … Kann man sich eine Vorstellung vom Nichts der Existenz und des Bewusstseins machen? Kann man den Tod denken? Gleich zu Beginn von „La mort“, einem seiner Hauptwerke, stellt Jankélévitch klar, dass es über den Tod fast nichts zu sagen gibt: Wir wissen nur, dass er eintreten wird, und bemühen uns im Übrigen, den Skandal des Todes zu verdrängen, zu beschönigen oder uns jenseitigen Hoffnungen hinzugeben. Jankélévitch erteilt diesen Ausflüchten eine Absage. Für ihn ist der Tod Organon-Obstaculum, Werkzeug und Hindernis, denn einerseits setzt er allen Aktivitäten ein Ende, andererseits führt das Bewusstsein von der Begrenztheit des Lebens zur Aufwertung der einzelnen Momente. …“ | Aus: „Vladimir Jankélévitch“ (2. Oktober 202) | https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Jank%C3%A9l%C3%A9vitch

[RWF #12… ]

Michael Kienzl (11.02.2017) zu Acht Stunden sind kein Tag (1972 bis 1973): “ … Fassbinder … orientierte sich am dramaturgischen Gerüst von zeitgenössischen Familienserien mit ihren zugespitzten zwischenmenschlichen Konflikten. Das Neue an der Serie war jedoch, dass sie mit aktuellen Problemen modernisiert wurde, die in ähnlichen Formaten unberücksichtigt blieben. So geht es unter anderem um den schwierigen Weg, den eine Frau damals gehen musste, wenn sie sich von ihrem Mann trennen wollte, um den alltäglichen Rassismus gegenüber Gastarbeitern oder um überhöhte Mietpreise in einer Zeit, in der noch niemand etwas von dem Wort „Gentrifizierung“ gehört hat. … Schon damals wendeten sich einige seiner Gefährten kurzzeitig von ihm ab, weil ihnen Acht Stunden sind kein Tag, wie Harry Baer es ausdrückte, „zu lasch“ war. Denn um seine Botschaften zu platzieren, drang Fassbinder teilweise sogar bis zur volkstümlichen Nachkriegskomödie vor. Die verniedlichte Familienwelt, die eher harmlosen Witze und auch einige Figuren scheinen direkt Papas Kino entlehnt zu sein. … Die soziale Utopie droht hier manchmal zum naiven Weltverbesserer-Kitsch zu werden. Doch selbst die Leichtigkeit, mit der die Widerstände in Berufs- und Privatleben überwunden werden, wirkt spätestens dann radikal, wenn man sich bewusst macht, wie Fassbinder hier die Wohlfühl-Ästhetik des Fernsehens imitierte, um ein Massenpublikum zu einer sanften Revolution anzustacheln. …“ | https://www.critic.de/film/acht-stunden-sind-kein-tag-4246/

“ … Acht Stunden sind kein Tag gehört zum Genre des sogenannten Arbeiterfilms, das vom WDR Ende der 1960er-Jahre entwickelt wurde und für einen kurzen Zeitraum die Auseinandersetzung mit der sozialen Realität und den ökonomischen Zwängen in der Bundesrepublik ermöglichte. Die Hauptfiguren kommen aus drei Generationen, deren jeweiliges Lebensgefühl zwischen progressiven Ideen und konservativen Werten skizziert wird. In seiner typischen, am Melodram orientierten Tonlage demontiert Fassbinder die Heile-Welt-Stimmung deutscher Nachkriegsproduktionen und nimmt Motive seiner späteren Frauenfilme vorweg. …“ | https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2017/02_programm_2017/02_filmdatenblatt_2017_201714438.html

“ … Fabrikarbeiter kritisieren die Serie massiv. Sie finden sich darin nicht wieder. „Fassbinder stellt den Arbeiter so dar: Er prügelt, trinkt und bumst, und sonst ist nicht viel. Bewusstsein ist nicht da“, bilanziert ein Fordarbeiter. Es sei unrealistisch, dass Fassbinders Werkzeugmacher ihre Probleme in der Fabrik alle lösen könnten. „Da kommen nie Repressalien von der Geschäftsleitung.“ Gewerkschaften, Betriebsräte und Vertrauenleute beschweren sich, dass sie in der Serie überhaupt nicht vorkommen. Auch im Feuilleton wird Fassbinder Realitätsferne vorgeworfen. Die Zeitschrift Konkret titelt „Geschminkte Proleten“. …“ | https://www1.wdr.de/stichtag7030.html (29.10.2012)

// https://de.wikipedia.org/wiki/Acht_Stunden_sind_kein_Tag

[Von des Tanzes Wahnsinnwogen #8… ]


Jungfraun edelster Geschlechter
Kreisen wie ein Wirbelwind
Um das Rind – Paukenschläge und Gelächter!
Aaron selbst wird fortgezogen
Von des Tanzes Wahnsinnwogen,…
Paukenschläge und Gelächter!

// https://www.textlog.de/heine-gedichte-goldene-kalb.html



“ … doch es gibt auch immer eine andere Seite …“

Screenshot: „Öl und Gas an der Börse: Wie Privatanleger von den steigenden Energiepreisen profitieren können“ |Quelle: https://plus.tagesspiegel.de/wirtschaft/oel-und-gas-an-der-boerse-wie-privatanleger-von-den-steigenden-energiepreisen-profitieren-koennen-276121.html (Jakob Blume, 14.10.2021)



Kontext #1

(Freitag, 05. November 2021) “ … Superreiche weltweit leben einer Oxfam-Studie zufolge wie ökologische Vandalen. Sie verursachen demnach zigfach mehr Treibhausgase als der Rest der Menschheit. Dagegen bleiben die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auch 2030 weit unter der angestrebten 1,5-Grad-Grenze bei der Erderhitzung. Die reichsten zehn Prozent überschreiten andererseits 2030 den Wert voraussichtlich um das Neunfache, das reichste Prozent sogar um das 30-Fache. Die Studie wurde von Oxfam auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt. Sie beruht nach Angaben der Entwicklungsorganisation auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholmer Umweltinstituts (SEI). Das reichste 1 Prozent – das sind weniger Menschen als die Bevölkerung Deutschlands – wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. …“ | https://www.n-tv.de/politik/Oxfam-Superreiche-zerstoeren-das-Klima-article22908530.html


Kontext #1a

“ … Laut Berechnungen des europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) können fast drei Millionen Menschen in Europa ihre eigenen vier Wände nicht richtig heizen, obwohl sie einen Job haben. Rund 2,7 Millionen Menschen – das entspricht 15 Prozent der Europäer in der sogenannten Erwerbsarmut – fehle das nötige Geld für die Heizkosten, so der europäische Dachverband der Gewerkschaften. »Es gibt Millionen unterbezahlter Arbeiter in Europa, die sich entscheiden müssen, ob sie ihre Häuser heizen, ihre Familie ernähren oder ihre Miete zahlen können, obwohl sie einen Vollzeitjob haben«, sagte EGB-Generalsekretärin Esther Lynch. Durch steigende Energiepreise werde das Problem noch größer. …“ | Aus: „Fast drei Millionen Europäern fehlt das Geld zum Heizen – trotz Arbeit“ (22.09.2021) | Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/erwerbsarmut-fast-drei-millionen-europaeern-fehlt-trotz-eines-jobs-das-geld-zum-heizen-a-2f64be16-bdd1-4731-9290-e2bfbe4678d7



Kontext #2

“ … Ist Freiheit an sich überhaupt noch ein linker Wert? … [‚Freiheit war immer auch und gerade ein linker Traum. Immer mehr aber wird der Begriff von rechts besetzt. Ein Plädoyer für die Wiederentdeckung eines vergessenen Werts.‚]“ (Michael Bröning, https://www.zeit.de/politik/2021-10/freiheit-selbstbestimmung-ideal-werte-demokratie-linke-rechte-rechtspopulismus)

MoistvonLipwik #2.23: “ … Das Problem ist [ ], dass nun einmal die Menschen einander nicht ebenbürtig sind. Noch problematischer, dass der Neoliberalismus in auf die Freiheit der starken reduziert hat, sich unter Ausnutzung ihrer Vorsprünge hemmungslos auf Kosten der anderen zu bereichern. …“

Polykanos (10/2021): “ … [Freiheit ist der Zwang sich zu entscheiden – unter Beachtung aller Konsequenzen, sofern sie vorhersehbar sind.] Zur Freiheit gehört [ ] auch die materielle Grundlage. Freiheit nur für die, die es sich leisten können, ist eben keine Freiheit, sondern Feudalismus. Freiheit und Solidarität war in meinen Augen nie ein Gegensatz, sondern bedingt sich gegenseitig. …“ | https://www.zeit.de/politik/2021-10/freiheit-selbstbestimmung-ideal-werte-demokratie-linke-rechte-rechtspopulismus

Kaffeebecher #2.3 : “ … Genau hier ist das Problem, denn der Begriff Freiheit ist schon in den 1990ern zu einem Orwellschen Begriff geworden, als die „Liberalen“ Freiheit als die Freiheit von Steuern und als Gegenbegriff zur (sozialen) Sicherheit aufstellten. … die Freiheit seine Kinder an sehr teure Privatschulen zu schicken, ist die Unfreiheit der Kinder, deren Eltern sich diese nicht leisten können, … also eine Vorenthaltung von Möglichkeiten, letztlich ein Mangel an Freiheit …“

GoedekeMichels #2.15: “ … Der Gedanke des eigentlichen Neoliberalismus war, bevor er zum Schimpfwort für einen aus dem Ruder gelaufenen Wirtschaftsliberalismus während der Pinochet Diktatur wurde, die Forderung, den Bürger von dem Zugriff des Staates UND der Wirtschaft zu bewahren. Grund dafür war, dass der Wirtschaftsliberalismus schon früh seine dunkle Seite in der Praxis erkennen ließ. Dass der Freiheitsbegriff ziemlich demoliert wahrgenommen wird hängt auch mit der einseitigen Sichtweise der Vertreter zusammen, die sich als bürgerliche Liberale bezeichnen, aber Wirtschaftsliberalismus meinen. Dass ein Staat Rahmenbedingungen setzen muss, um den Wirtschaftsliberalismus nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, um damit eben die bürgerliche Freiheit zu erhalten, war bereits den frühen (Wirtschafts-) Liberalen klar. …“

GPK #22: “ … Freiheit ist zunächst mal nur ein schillernder Begriff. Es macht doch einen Unterschied, wenn die Menschen in Weissrussland für mehr Freiheit demonstrierten oder aber die „Schwachdenker“ gegen die Massnahmen zur Eindämmung von Corona. Für die einen, eher die FDP Wähler, ist Freiheit, alles tun zu können, was man will. Möglichst ohne ein und beschränkenden Rahmen.Für andere ist Freiheit sich in solidarischer Gemeinschaft zu entfalten. …. Es ist ein Akt der Freiheit, sich auf eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung einzulassen oder nicht. Ersteres ist ein Akt von verantwortungsvoller Freiheit, letzteres ein Akt von unreifem Egoismus. …“

MehrVernunft #33: “ … In Deutschland steht der Begriff Freiheit eher für Mitte Rechts. Freiheit statt Sozialismus war früher mal ein Slogan von CDU und FDP. Auch in Australien ist die Liberal Party eher Mitte Rechts. In Großbritannien bedeutet liberal dagegen eher Mitte Links. …“

Salziger #35 : “ … Mit der Freiheit ist es wie mit der Gerechtigkeit – jeder versteht etwas anderes darunter …“

Der liebe Dissident #35.1: “ … Natuerlich bedeutet Freiheit fuer jeden etwas anderes. Aber meine Freiheit ist auch Deine Freiheit. Wenn Du Dir ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufst, und ueber die Autobahn jagst, mit 200 Sachen, dann ist das nicht Deine Freiheit. Wenn ich, mit Hilfe meines Staates, dafuer sorge, dass Dein Auto in der Garage bleibt, so dass meine Kinder frische Luft atmen koennen, dann ist das nicht meine Freiheit. Freiheit ist, dass wir den Wettstreit unserer Ideen veranstalten koennen, ohne Angst zu haben, dass einer vom anderen deswegen umgebracht wird. Wenn ich also, unter dem Schutz der Freiheit, mit Dir rede, und Dich davon ueberzeuge, Dein Auto ins Musem zu stellen, statt es herumzufahren, und Du mich davon ueberzeugst, gemeinsam auf der autofreien Autobahn spazieren zu gehen, dann ist das, weil wir uns beiden den Prinzipien der Freiheit unterworfen haben. In einer maximal unfreien Gesellschaft wuerdest Du mich, mit Hilfe der Medien und der Politik, fertigmachen, zum Schweigen bringen oder einsperren. Vielleicht auch umgekehrt. Die Freiheit ist ein Gut, das keiner von uns antasten sollte, denn es hilft uns allen. …“

Polykanos #38: “ … Bevor man sinnvoll über „Freiheit“ diskutueren kann, muss man erstmal klar stellen, von welcher Freiheit die Rede ist. Persönliche Freiheiten (Bewegungsfreiheit; Freiheit des Wohn- und Aufenthaltsorts, Reisefreiheit,…), wirtschaftliche Freiheiten (Eigentum, Berufswahl, Arbeitsplatz, Kooperation, ….), konditionale Freiheiten (Freiheit von materieller Armut, Redefreiheit, Gedanken- und Meinungsfreiheit, …)? Die Aufzählung ließe sich mit einigem Nachdenken gewiss noch um ein Vielfaches verlängern. Es macht aber schon klar, dass es „die Freiheit“ mit Absolutheitsanspruch überhaupt nicht geben kann, zumal sich verschieden Freiheiten durchaus gegenseitig ausschliessen. Die Aufgabe besteht also darin, die verschiedenen Freiheiten gegenseitig so auszutarieren, dass ein Maximum an persönlicher Freiheit bei gleichzeitigem Maximum an Sicherheit möglich ist. Dieses Gleichgewicht muss ständig neu verhandelt werden und genau das ist das Wesen von Politik. …“

Gregor T #55: “ … Freiheit ist, dass mir erstmal niemand Vorschreibt, was ich darf und was nicht. Das wäre das Extrem, vollkommene Anarchie. Auf der anderen Seite des Spektrum gibt es Unfreiheit. Ich darf nichts, was mir der Staat/die Gesellschaft nicht erlaubt hat. Auch das kann keiner ernsthaft wollen. Wir bewegen uns also irgendwo zwischen zwei Extremen, die beide nicht gut für die Gesellschaft sind. …“



Kontext #3

“ … Die Welthungerhilfe hat vor einer Zunahme von Hungersnöten gewarnt. Generalsekretär Mathias Mogge sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Wir sind dramatisch vom Kurs Zero Hunger bis 2030 abgekommen, denn der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch.“ Aktuell hungerten rund 811 Millionen Menschen weltweit, und 41 Millionen stünden kurz vor einer Hungersnot. „Der aktuelle Welthungerindex zeigt, dass 47 Länder noch nicht einmal ein niedriges Hungerniveau bis 2030 erreichen werden“, sagte er. Die Welthungerhilfe stellt an diesem Donnerstag in Berlin offiziell den sogenannten Welthungerindex 2021 vor. Der internationale Bericht ermittelt die weltweite Hungersituation und soll zeigen, wo Fortschritte zu verzeichnen sind und in welchen Ländern der größte Handlungsbedarf besteht. … „Wir müssen Hunger- und Armutsbekämpfung endlich als vorausschauende Friedenspolitik verstehen – und ganz oben auf die Agenda der Weltpolitik setzen“, forderte Müller vor dem Welternährungstag am 16. Oktober. Er verwies auf 15.000 Kindern, die jeden Tag verhungern. „Das ist ein unglaublicher Skandal“. Müller fügte hinzu: „Hunger ist Mord, denn wir haben das Wissen und die Technologie, alle Menschen satt zu machen.“ … “ | Aus: „Mehr als 800 Millionen Menschen betroffen: „Der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch““ (14.10.2021) | Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/mehr-als-800-millionen-menschen-betroffen-der-hunger-ist-wieder-auf-dem-vormarsch/27704854.html



Kontext #4

“ … „Klassenpolitik von oben“ [wird] seit jeher stillschweigend und selbstverständlich akzeptiert. … und auch heute noch kann man das so sehen: „Da das Kräfteverhältnis der Klassen grundsätzlich asymmetrisch zugunsten des Kapitals strukturiert ist, erscheint die Macht des Kapitals als ›normal‹, und ihr Einsatz als Klassenkampf (›von oben‹) wird regelmäßig nicht oder kaum wahrgenommen, während die Aktualisierung der ›Macht der Arbeit‹ ebenso regelmäßig offen als Klassenkampf (›von unten‹) erscheint.“ …“ | https://de.wikipedia.org/wiki/Klassenpolitik (14. August 2021)

Kontext #5

(20. Oktober 2021): “ … Ryle selbst erachtete eine „himmelschreiende Verlogenheit der Herrschenden“ als wichtigste Erkenntnis der aktuellen Recherchen. Nach den vorangegangenen Veröffentlichungen zu Steuerparadiesen, „Panama Papers“ 2016 und „Paradise Papers“ 2017, sei der Eindruck erweckt worden, dass alles in Ordnung gebracht worden sei. „Wir Journalisten sagen aber jetzt, dass nichts repariert wurde und es schlimmer wie je zuvor ist“, erklärte der ICIJ-Direktor. …“ | https://www.derstandard.at/story/2000130574465/pandora-papers-mastermind-sieht-verlogenheit-der-herrschenden

Mikkelsen: “ … Man hat es eh immer schon „gewusst“. Jetzt wissen wir es halt. Den „Herrschenden“ ist es so und so egal, maximal eine Notiz auf der Themenliste, die man mit dem Anwalt, Private Equity Manager, Steuerberater, Butler, dem Politiker des Vertrauens etc. abzuarbeiten gedenkt. Die Beherrschten dagegen sind nun Dank Internet Tag für Tag näher dran, die Beherrschung zu verlieren. Nur die sprichwörtliche, nicht die buchstäbliche …“

Kontext #6

Das goldene Kalb auf Ebay (Screenshot & Zufallsfund, 15.10.2021)

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